CD-Kritiken S - T

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Sadler, Michael - Clear

Über den Sinn oder Unsinn von Solo-CDs von Band-Mitgliedern lässt sich ja immer trefflich streiten. Und meiner Meinung nach sind Solo-CDs eigentlich dann unnötig, wenn musikalisch eh nichts anderes dabei herauskommt, wie wenn die ganze Band eine neue CD veröffentlicht hätte. Dies ist umso wahrer, wenn es sich um eine Solo-CD des Sängers handelt und es ist noch wahrer, wenn es sich bei dem Sänger um Michael Sadler handelt, der ja alleine schon mal durch seine Stimme mindestens 70 % des Wiedererkennungswertes der kanadischen Band SAGA ausmacht. Und bei 'Clear' hat man eigentlich immer den Eindruck, eine Saga-CD zu hören ... wobei allerdings eine kleine Einschränkung gemacht werden muss ... denn 'Clear' deckt dann eher nur die 'ruhigeren' Seiten von Saga ab, was auf Dauer (die CD ist fast eine Stunde lang) dann doch etwas zäh wird. Allerdings sind auf 'Clear' mit z.B. 'Who's Sorry Now', 'Who's Foolin' Who', 'Can't Let Go', 'In The Name Of Love' oder auch dem Titelsong 'Clear' ein paar tolle Song-Perlen vertreten. Wer Saga-Songs im Stile von 'The Security Of Illusion' mag, sollte sich die Solo-Scheibe von Michael Sadler auf jeden Fall zulegen. Wer Saga-Bombast-Rock mag, wird nach 20 Minuten Hören wahrscheinlich eher selig eingeschlafen sein.

Saga - House of Cards

SAGA. Was für eine Institution Ende der Siebziger und Anfang der Achziger Jahre. Damals meine absolute Lieblingsband und kein Konzert wurde verpasst. Dann kam der totale Abstieg mit grottenschlechten Platten (Heads or tales, Wildest Dreams, The Beginner's Guide...) und ständigem Personalwechsel. Dann ein geniales Aufbäumen 1993 mit der CD 'The Security of Illusion' wieder in Original-Besetzung, um danach so Katastrophen wie 'Steel Umbrellas', 'Generation 13' und den von mir schon geglaubten totalen Untergang 'Pleasure & the Pain' zu verbrechen. Zugute halten möchte ich der Band, daß sie, um aus ihrem langfristigen Plattenvertrag herauszukommen, einfach was produzieren mußten. Aber dafür noch Geld zu verlangen, war dann schon eine Frechheit. Offensichtlich hat Saga der Wechsel zu SPV richtig gut getan. Denn nach der schon recht ansprechenden Scheibe von 1999 (Full Circle), wo die alte Spielfreude sowohl auf CD als auch auf der entsprechenden Tour zu erkennen war, gibt's Anfang des Jahres 2001 nun den absoluten SAGA-Hammer. House of Cards knüpft musikalisch voll an die 'alte Zeit' von Worlds Apart an. 11 grandiose Songs mit 100%-igem Erkennungsfaktor (einschließlich mal wieder 2 Chapters), die vor allem meine Generation, die mit Saga aufgewachsen ist, begeistern wird. Für mich jetzt schon ein heißer Anwärter auf die CD des Jahres 2001. UNBEDINGT KAUFEN !!! Und die Konzerte in Deutschland März/April 2001 (mit Vorgruppe ARENA) nicht verpassen !!!

Saga - Marathon

Von der kanadischen Band Saga, die jetzt immerhin auch schon 25 Jahre ihr Unwesen treiben, gibt's auch im Jahr 2003 pünktlich zur Europa-Tournee einen neuen Studio-Output. Bis jetzt waren Saga-Scheiben ja entweder hammergenial (z.B. die ersten vier oder 'Security Of Illusion' oder auch die letzte CD 'House Of Cards') oder schlicht beschissen (wie 'The Beginners Guide ...' oder 'Steel Umbrellas' oder noch schlimmer 'Pleasure & The Pain'). Aber eine Platte, die so vor sich hindümpelt, ohne aufzufallen (weder angenehm noch unangenehm), ist mir bis jetzt nicht untergekommen. ... wie gesagt ... bis jetzt. Denn 'Marathon' ist echt weder Fleisch noch Fisch. Typischer Saga-Sound, typischer Saga-Gesang (klar, Michael Sadler singt ja immer noch), ein paar neue Chapters, ein paar musikalische Elemente, die auch schon vor einem viertel Jahrhundert grandios waren ... aber so die richtige Begeisterung will bei mir auch nach mehrfachem Hören einfach nicht aufkommen. Ein paar Songs (wie z.B. 'You Know I Know -Chapter 12-') stechen etwas heraus aber insgesamt bin ich etwas enttäuscht. Freuen wir uns also auf die Tour (im März 2003 auch in Deutschland) und hoffen, dass es mal wieder lauter Best Of ... Konzerte gibt.

Saga - All Areas (Limited Edition Double DVD)

Kritik von Siggi Greck:
Nun haben auch Saga Ihre erste "richtige" Live-DVD veröffentlicht (Silhouette war ja mehr eine Zusammenstellung Ihrer Musikvideos, angereichert mit Live-Material). Wie nicht anders zu erwarten, bieten Saga eine hervorragende Leistung bei diesem Konzert, das 2002 in Bonn aufgezeichnet wurde. Wer schon mal ein Saga-Konzert besucht hat, weiß was ich meine. Saga bieten immer wieder eine hervorragende Show, mit einem Supersound und zaubern einfach eine tolle Atmosphäre in jede Halle (wobei es sich hier allerdings um ein Open-Air Konzert handelt). Es wird ein Querschnitt durch das Schaffen der Band dargeboten, in dem selbstverständlich Ihre Gassenhauer "Wind Him Up", "Time’s Up" und "Humble Stance" nicht fehlen dürfen. Aus der hervorragenden Truppe, da ja seit einiger Zeit wieder in Originalbesetzung agiert, sticht der charismatische Sänger Michael Sadler heraus. Es ist einfach phantastisch, insbesondere ihn live zu erleben. Etwas störend, sind die Unterbrechungen zwischen den einzelnen Stücken (keine nahtlosen Übergänge: Bild und Ton werden ausgeblendet, und beim nächsten Stück wieder eingeblendet). Das Konzert hat eine Spieldauer von knapp 85 Minuten.
Als besonderes Schmankerl gibt es eine Limited Edition Double DVD, mit einer Bonus-DVD, die eine Aufzeichnung eines Konzerts der Marathon-Tournee 2003 (Stuttgart, ich denke mal, Roland war dabei) enthält. Es handelt sich hier allerdings um eine "Official Bootleg"-DVD, die leider bild- und tonmäßig etwas schwächelt. Dennoch wird auch hier auf 75 Minuten ein tolles Konzert geboten.

Und meine Ergänzungen dazu:
Ich kann Siggi nur zustimmen. Sicher ein tolles Konzert, das allerdings komisch nicht chronologisch zusammengeschnitten wurde, obwohl die Aufnahmen alle von EINEM Konzert (also dem Konzert zum 25-jährigen Saga-Jubiläum) stammen. Und das stört schon ein bißchen. Beim ersten Song sieht Herr Sadler schon aus wie nach nem Marathon-Lauf, dann hat er mal sein Hemd aus und beim nächsten Song wieder an und ist top fit. Wäre sicher nicht nötig gewesen. Und Siggis Vermutung ist natürlich richtig ... ich WAR auf dem Stuttgart-Konzert von der Bonus-DVD.

Saga - Network

Es gibt doch tatsächlich noch Bands, die machen seit über 25 Jahren die gleiche Musik und scheren sich einen Scheiß um neue Moden und Klänge ... und das ist gut so. Denn auch 26 Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Saga-Platte klingen die kanadischen Jungs um Sänger Michael Sadler noch (oder besser gesagt wieder) frisch wie damals und haben einen Wiedererkennungsfaktor von ziemlich genau 100 Prozent. Leider ist Drummer Steve Negus mal wieder und wohl für immer ausgestigen und wurde durch (den mir unbekannten) Christian Simpson ersetzt. Auf der Studio-Produktion macht sich das natürlich nicht bemerkbar, man wird aber abwarten müssen, ob er das auf der anstehenden Tour (November 2004 in Deutschland, übrigens mit der Band Arilyn im Vorprogramm) alles auch so cool und locker rüberbringen wird. Auf jeden Fall ist auch 'Network' eine richtig gute Scheibe geworden, auch wenn's, wie gesagt, eigentlich nichts Neues ist. Aber das verlangt von Saga ja auch niemand mehr.

Saga - The Chapters Live

Eine 16-teilige Geschichte verteilt auf 8 Studio-Alben, veröffentlicht von 1978 bis 2003. Das sind die berühmten 'Chapter', die Saga in wirrer Reihenfolge (Chapter 1 - 8 auf den ersten 4 CDs und 9 - 16 dann auf 3 'neueren' Scheiben) veröffentlicht hat. Inhaltlich geht es darum, dass irgendwelche Aliens auf die Erde kommen, um sie vor der Selbstzerstörung zu retten. Sie brauchen dazu eine Intelligenzbestie und finden sie in Albert Einstein. Der ist zwar schon länger tot aber irgend jemand hat sein Hirn konserviert und die Außerirdischen versuchen, ihn wieder zum Leben zu erwecken. Zumindest so oder so ähnlich wird die Geschichte von Jim Crichton im Booklet von 'The Chapters Live' erzählt.
Wahre Saga-Fans waren natürlich auf der Marathon-Tour im Jahr 2003 und haben, je nach Konzertabend, die Chapters 1 - 8 oder 9 - 16 hören dürfen (die wurden von Konzert zu Konzert immer abwechselnd gespielt). Und damit jetzt jeder in den Genuss von allen Chapters kommt, wurde eben diese Doppel-Live-CD veröffentlicht. Die Spielzeit der 2 CDs ist dann auch leider entsprechend kurz (knapp über bzw. knapp unter 40 Minuten), allerdings wird die Scheibe dann auch zum Einzel-CD-Preis verkauft und beinhaltet auch noch ein hübsch bebildertes Booklet mit allen Song-Texten (was bei Live-Alben ja auch eher ungewöhnlich ist). Leider geht nicht hervor, woher die Aufnahmen stammen, so dass ich mal vermute, dass die Songs aus der gesamten Tour zusammengestückelt wurden, was dann auch erklären dürfte, dass das Live-Erlebnis (also Zuschauer-Gegröle usw.) eher spärlich rüberkommt. Insgesamt eine nette Zusammenstellung und man merkt dann auch, dass die ersten 8 Chapters musikalisch einfach besser waren. Muss man nicht haben, der Saga-Fan wird aber begeistert zugreifen.

Saga - Trust

Ich glaube wenn Saga in 20 Jahren noch Musik machen, wird es so sein wie jetzt ... CD rein, 3 Takte gehört und wiedererkannt. Auch bei 'Trust' ist das keinen Deut anders. Die Jungs haben einfach nichts verlernt (tolle Melodien, noch bessere, sich ins Hirn einbrennende Refrains, die charakteristische Stimme von Michael Sadler) und kopieren sich im Prinzip mit jeder CD wieder neu. Also wer die letzten CDs der kanadischen Band gut bis sehr gut fand, kommt auch an 'Trust' nicht vorbei (alleine wegen dem Opener 'That's As Far As I'll Go' lohnt sich der Kauf ja schon). Immer wieder gut. Und hier lohnt sich jetzt auch die limitierte Doppel-CD oder besser gesagt die Version mit der Bonus-DVD, denn dort ist noch ein recht interessantes Making Of ... drauf sowie ein 'Ghost-Guitar-Solo' :-)) ... ach ja, dass Saga mal wieder nen neuen Drummer haben, fällt auch kaum auf, nur dass der Drum-Sound ziemlich druckvoll rüberkommt.

Saga - 10.000 Days

Ziemlich genau 10.000 Tage hat uns die kanadische Band 'Saga' mit ihren (vergessen wir mal die zwischenzeitlichen Durchhänger in den späten 80ern) genialen Werken beglückt. Und durch die Gnade der frühen Geburt hatte ich das Glück, die Musik von Saga von Anfang an mitzuverfolgen. Auf jeden Fall immer eine meiner Lieblings-Bands, die vor allem auch live durchweg überzeugen konnten. Umso härter traf (wahrscheinlich nicht nur) mich die Nachricht, dass Sänger und Ur-Gestein Michael Sadler nach 30 Jahren aus der Band aussteigt (was in meinen Augen auch das Aus der Band bedeuten wird). Es wird noch eine große Abschiedstour geben, wobei ich natürlich tödlich beleidigt bin, dass sie nicht in Stuttgart vorbei schauen, obwohl gerade da die Stimmung immer grandios war und die Konzerte meistens richtig gut waren. Sei's drum ... ich werde mich dann halt auf einen längeren Weg machen, um die Band gebührend zu verabschieden. Und zum Abschluss gibt es nochmal eine Studio-CD mit dem sprechenden Titel 10.000 Days. Klar wäre es hier nochmal die Möglichkeit gewesen, alle Register zu ziehen, aber bis auf ein paar Song-Perlen, die auf der CD vertreten sind, fällt der Abschied nicht all zu schwer (um es mal neutral auszudrücken). Der Opener 'Lifeline' ist der Hammer (alles was Saga ausgemacht hat, von Keyboard-Läufen über geiler Gitarre bis zum grandiosen Gesang von Michael Sadler ist alles vertreten ... von der eingängigen Melodie mal ganz abgesehen). Auch das folgende 'Book Of Lies' ist ziemlich gut gelungen, und hätte in Teilen auch auf der allerersten Saga Platz gefunden. Dann dümpelts aber doch recht poppig dahin. Ein ziemliches Highlight ist dann wieder das über 7 Minuten lange Instrumental-Stück (!!!) 'Corkentellis' (wollen Saga jetzt vielleicht ohne Sänger weiter machen?). Richtig schmalzig wird's dann bei 'More Than I Deserve', ein bißchen besser bei 'Sound Advice' (den Stil kennt man von den letzten Veröffentlichungen), voll auf die Tränendrüse geht's beim Titelstück (richtig grausam sind da die Bläser vom Keyboard) und Hoffnung gibt uns 'It Never Ends' (schön, wenn es so wäre). Ich kann nur sagen: DANKE Saga für fast 30 Jahre tolle Musik und noch tollere Konzerte.

Saga - Contact (2 DVD / 2 CD)

Da ist es also, das letzte Konzert von Michael Sadler auf CD und DVD gebrannt. Und es ist ihm sichtlich nahe gegangen. Somit bestimmt für Saga-Fans ein Muss. Objektiv betrachtet stimmt das aber nur teilweise. Klar ist es wieder ein typisches Saga-Konzert gewesen (also ein paar Stücke der neuesten CD die nicht so zünden und der Rest dann ein Best Of... von 'You're Not Alone' über 'On The Loose' bis 'Wind Him Up'), aber gerade das macht die DVD /CD so austauschbar oder unnötig. Denn davon gibt's ja schon etliche Aufnahmen. Und die Bonus-DVD gibt auch nicht wirklich viel her. Ein paar Anekdoten von Gilmour und Crichton über die Anfänge von Saga, ein paar nette Bilder von der Tour und das war's. Für ein Abschieds-Konzert hätte ich mir da ein bißchen mehr erwartet ... vor allem ein bißchen mehr von oder über Michael Sadler. Eigentlich schade ... also erstens dass das Package nicht wirklich was Neues ist und natürlich dass Sadler jetzt nicht mehr bei Saga singt. Aber wie der Nachfolger (Rob Moratti) diesen Platz einnehmen wird, werden wir ja bald erfahren, wenn 'The Human Condition' veröffentlicht wird. Und das wird am 27.03.2009 sein.

Saga - The Human Condition

CD 1 nach dem Weggang von Sänger Michael Sadler. Und es stellt sich natürlich die Frage, ob Nachfolger Rob Moratti das schwere Erbe seines Vorgängers antreten kann oder nicht. Das ist leider nicht so einfach zu beantworten, denn Saga machen auch weiterhin den selben Stiefel den sie schon 30 Jahre oder so durchziehen. Lustig ist, dass die CD mit einem Instrumental-Stück (The Human Condition) beginnt, so dass man sich zuerst mal langsam an die neue Situation gewöhnen kann. Nette Idee, denn der Song ist voll Saga, nur eben ohne Gesang. Aber dann geht's doch los mit der neuen Stimme und ich muss sagen, dass mir der Gesang von Rob Moratti gar nicht so schlecht gefällt. Klar, ist ganz anders als Michael Sadler aber hat auch einen gewissen Wiedererkennungswert und ist irgendwo was 'Eigenes'. Ich glaube an den neuen Sänger kann man sich gewöhnen, so wie es auch bei Runrig irgenwann mal geklappt hat. Ansonsten ist 'The Human Condition' ein typisches Saga-Album mit allen Höhen und Tiefen. Ein paar richtig gute Songs (z.B. 'Step Inside') und auch ein paar Lückenfüller. Aber schön dass die Band auch nach dem Ausstieg des Frontmanns noch weitermacht.

Saga - 20/20

Er ist wieder da!
Nach dem kurzen Intermezzo mit Sänger Rob Moratti ist Michael Sadler wieder zu Saga zurück gekehrt und alles ist wieder gut. Sie klingen nach Saga, sie klingen frisch, sie klingen retro, sie haben nichts verlernt.
Gut ... sie klingen nach Saga der letzten paar Veröffentlichungen und natürlich nicht mehr nach Saga in den 70ern und 80ern (also in ihrer Hoch-Zeit). Aber das erwartet glaube ich auch niemand mehr. Trotzdem gibt es auf 20/20 einige Anleihen an die ersten vier Veröffentlichungen der Band wie z.B. schon der Opener ‘Six Feet Under’, der bestimmt auf folgenden Konzerten abgefeiert werden wird. Oder auch das folgende ‘Anywhere You Wanna Go’, das einige alte Riffs und Keyboard-Läufe enthält.
Leider gibt’s auch ein paar so richtige Langweiler auf 20/20 zu verzeichnen ... und das meine ich mit sie klingen nach Saga der letzten paar Veröffentlichungen. Und die Laufzeit von schlappen 48 Minuten ist auch nicht gerade berauschend. Aber gut ... ich bin froh, dass es Saga wieder in (fast) Originalbesetzung gibt (am Schlagzeug taucht mal wieder Brian Doerner auf) und ich freue mich auch auf die nächste Tour, wo bestimmt wieder ein Best-Of-Konzert abgeliefert wird und die neue CD mit höchstens 2 oder 3 Songs bedacht wird.

Saga - Sagacity (VÖ:27.06.2014)

Auch wenn die nicht totzukriegenden Kanadier zwischenzeitlich wieder fast in Originalbesetzung zusammen sind (lediglich Drummer Mike Thorne ist neu, ansonsten sind es die Crichton-Brüder, Jim Gilmour und der wieder zurückgekehrte Sänger Michael Sadler), finde ich ‘Sagacity’ eher durchschnittlich. Ein paar gute Songs (‘Let It Slide’, ‘It Doesn’t Matter Who You Are’ oder ‘Don’t Forget To Breathe’), die an die alten Zeiten erinnern (vor allem Gitarrist Ian Crichton zeigt ab und zu dass er nichts verlernt hat), einige langweilige Sachen und ganz wenig Unanhörbares bis Nerviges (die an die schlimmsten Zeiten von ‘Generation 13’ anknüpfen) lassen die Scheibe bestimmt bald in der Versenkung verschwinden und ich denke mal, dass es auf den immer noch reichlichen Konzerten vielleicht zwei Stücke auf die Setlist schaffen. Saga lebt halt immer noch von den genialen Sachen der ersten 4 oder 5 CDs.
Nett ist die Bonus-CD ‘Saga Hits’, live im Jahr 2013 bei der SWR1 Rockarena aufgenommen. Und hier glänzen sie natürlich mal wieder.

Saidian - Phoenix

Das Schwabenländle ist ja nicht gerade als Heavy Metal - Hochburg bekannt. Umso überraschender war es für mich, als ich beim letzten Metal Forever Festival die Band Saidian aus dem schönen Esslingen (bei Stuttgart) in den Gehörgang geblasen bekommen habe. Also blieb mir ja gar nichts anderes übrig, als mir mal den letzten Output der Band (Phoenix aus dem Jahr 2006) zu besorgen. Und ... wenn man nicht wüsste, dass da diese Band am Werk ist, könnte man ganz locker auf Edguy tippen. Und das nicht nur, weil Sänger Markus Engelfried dem Edguy-Sänger Tobi Sammet absolut ähnelt. Die zwei könnte man echt verwechseln. Und auch die Musik der Band geht voll in die Edguy-Richtung. Hört Euch nur mal 'Power And Glory' oder 'The Jester' an. Da merkt man, dass die schwäbischen Jungs sich vor den (ganz bestimmt) Vorbildern aus dem Hessischen überhaupt nicht verstecken brauchen. Für Edguy-Fans als absolute Alternative ein MUSS.

Salem Hill - The robbery of murder

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

Die Stilrichtung von "Salem Hill" ist purer "progressiver Rock" - nicht mehr und nicht weniger. "The Robbery of Murder" ist ein Konzeptalbum: Unter Alkoholeinfluß verursacht ein Autofahrer einen Unfall, der Vater stirbt, der Sohn überlebt diesen Unfall und sinnt Jahre später nach Rache... Die Musik auf dieser CD ist ganz und gar nicht von der Sorte, die man "so nebenher" mal anhören kann; aber auch wenn man konzentriert zuhört, braucht man schon einige Durchläufe, um mit dem Werk warm zu werden. Die Bandbreite reicht von schräg-verspielten Instrumentalnummern ("Overture") über melancholische songs ("Swerve", "Blame") und rockigen Nummern bis zu jazzig angehauchten Instrumentalstücken ("Father and son"). Ein komplexes Werk, in dem man sich erst beim genauen Zuhören zurechtfindet - für Prog-Fans durchaus empfehlenswert, für Freunde rockigerer Töne: Finger weg!

Santana - Shaman

Als alter Knochen kenne ich ja Santana schon ein paar Jährchen. Und sein Stil hat sich im Vergleich zu (ganz) früher ja gewaltig gewandelt. Offensichtlich hat sich Carlos Santana bei der Produkion von 'Shaman' daran erinnert, warum sich gerade seine letzte Veröffentlichung 'Supernatural' so erfolgreich verkauft hat. Man nehme ein paar SängerInnen, die gerade 'in' sind, lasse sie was singen und jammere ein bißchen mit der Gitrarre dazu und alle werden die Scheibe kaufen. Bei 'Shaman' kommen somit so 'Künstler' wie Musiq (wer immer das sein mag), Michelle Branch, Seal, Marcy Gray, P.O.D. oder Chad Kroeger (Nickelback ist ja gerade voll der Renner) zu der Ehre, von Carlos eingeladen worden zu sein. Aber auch vor einem Song mit Placido Domingo schreckt Santana nicht zurück. Wer 'Supernatural' mag, wird auch mit 'Shaman' glücklich werden. Wer aber Santana auch noch mit so genialen Alben wie 'Abraxas' und so genialen Songs wie 'Samba Pa Ti' oder 'Europe' verbindet, sollte in 'Shaman' vielleicht erst mal reinhören. Viele Grammys werden Santana wieder sicher sein ... aber das ist ja für uns Proggies ja kein Qualitätsmerkmal ... im Gegenteil. Ich gebe zu, dass ich so poppige Songs ab und zu echt hören kann und finde 'Shaman' zur richtigen Gelegenheit geradezu gut. Aber ich war auch von 'Supernatural' begeistert.

Saris - Until We Have Faces (VÖ:31.10.2014)

Die Bochumer Band Saris wurde bereits im Jahr 1981 gegründet. 1983 gab es die erste Single, 1986 wurde die Band von Gründungsmitglied Derk Akkermann auf Eis gelegt, 1992 wieder in neuer Besetzung auferweckt, 1993 das erste Album ‘Dead End Street’ veröffentlicht, 1998 ein neuer Bassist (Lutz Günther) und Drummer (Achim Schmidt) gefunden und dann doch wieder in den Ruhestand geschickt.
Erst 2006 wurde die Band mit Akkermann, Günther und Schmidt wieder erweckt und es kamen mit Anja Günther und Thomas Hackmann zwei Sänger dazu. 2009 gab es dann die zweite Veröffentlichung mit ‘Curse Of Time’. Durch den plötzlichen Tod von Achim Schmidt gab es wieder einen kleinen Stillstand aber das Songwriting ging weiter. Hackmann agiert nur noch als Hintergrund-Vocalist und als eigentlicher Sänger wurde für die neueste Produktion der gebürtige Engländer Henrik Wager ins Studio geholt, der vorher schon mit den Flying Pickets, der Band Heavytones (bekannt als Stefan Raabs TV Total Band) sowie Lionel Richie zusammengearbeitet hat. Außerdem war er schon in einigen Musicals in Europa involviert. Als neuer Schlagzeuger wurde Jens Beckmann gewonnen, der als Musiklehrer sowie Session- und Studio-Drummer seine Brötchen verdient.
Aus dieser langen und aufregenden Bandgeschichte heraus ist nun ‘Until We Have Faces’ entstanden, die teilweise im eigenen Studio aber auch in den Principal Studios aufgenommen wurde. Dort wurde sie von Jörg Umbreit produziert und herausgekommen ist ein richtig fetter Sound.
Meine Recherchen im Internet haben ergeben, dass Saris früher im Neo-Prog-Bereich unterwegs waren, gepaart mit Hard-Rock-Elementen und auch ein bißchen AOR. Und auch ‘Until We Have Faces’ geht in die gleiche Richtung, wobei ich die Neo-Prog-Elemente doch etwas vermisse.
Schon der Opener, das Titelstück, ist eher im AOR-Bereich angesiedelt. Schön melodisch, ein richtig guter Gesang von Henrik Wager und eher im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt. Prog-Elemente sucht man zwar vergebens, ‘trotzdem’ gehen die sechs Minuten rum wie im Flug. Auch das fette Gitarren-Solo kann echt überzeugen und insgesamt erinnert mich die Rhythmus-Arbeit eher an Eloy’s ‘Time To Turn’. Aber das ist ja jetzt echt nicht schlecht. Ein bißchen proggiger geht es dann bei ‘Come Undone’ zu. Hier darf dann Sängerin Anja Günther zum ersten Mal ran und sie macht ihre Sache auch richtig gut. Auch Song Nr. 5 (It’s Up To You) haut eher in die Prog-Kerbe ... nicht zuletzt mit dem Old-School-Keyboard, das sich ein schönes Duell mit der Gitarre liefert.
Auch radiotaugliche Sachen sind auf der Scheibe vorhanden (wie z.B. Song 6 ‘From Nowhere’), mit einem Refrain der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Nochmal richtig proggig wird es bei dem 7-minüter Rain sowie bei dem Herzstück der CD ‘Endless Dream’, das auf fast 15 Minuten nochmal die ganze Bandbreite der Band zeigt.
Insgesamt ein richtig schönes Album, das ich Euch ans Herz legen kann, auch wenn es nicht unbedingt Prog ist. Zu kaufen derzeit bei Amazon für 15 Euro direkt von der Plattenfirma HOFA Media. Mehr Infos über die Band gibt es natürlich auf ihrer Homepage.

Saris - Ghosts Of Yesterday (VÖ:13.04.2017)
Die Bochumer Prog-Rock-Band ‘Saris’ habe ich zum ersten Mal mit der Vorgänger-CD ‘Until We Have Faces’ aus dem Jahr 2014 entdeckt (siehe auch meine Review). Früher eine Neo-Prog-Band gepaart mit Hard Rock und ein bißchen AOR. Auf ‘Until We Have Faces’ habe ich die Prog-Elemente etwas vermisst, da die Scheibe doch eher im AOR-Bereich einzusortieren war.
Die Band hat in der Vergangenheit schon viele Besetzungswechsel hinter sich gebracht. Umso mehr erfreut es mich, dass ‘Ghosts Of Yesterday’ jetzt damit verschont wurde. Das Line-Up besteht weiterhin aus Gitarrist und Keyboarder Derk Akkermann (der auch so gut wie alle Songs geschrieben hat), Bassist Lutz Günther, Anja Günther und Henrik Wager mit den Vocals und Drummer Jens Beckmann.
Die Produktion wurde wie schon beim Vorgänger von Jörg Umbreit übernommen und somit gibt es am Sound nichts zu meckern. Das ist eine richtig fette Sache geworden.
Musikalisch haben sich ‘Saris’ (erfreulicherweise für mich) wieder mehr in Richtung Neo-Prog / Prog-Metal begeben, ohne natürlich die melodischen AOR-Elemente zu vernachlässigen. Immer sehr präsent ist das Keyboard, das teilweise ein bißchen nach Mark Kelly (Marillion) in seinen besten Zeiten erinnert (hört Euch nur mal den Opener ‘Masquerade’ an). Aber auch die Gitarrenarbeit ist nicht zu überhören. Schöne Soli (z.B. auch in ‘Masquerade’), die zum Teil nach Gary Chandler (Jadis) klingen und sich nette Duelle mit dem Keyboard liefern. Und das alles gepaart mit oft zweistimmigem Gesang. Auch leichte Anleihen zu Saga sind zu erkennen (z.B. im Song ‘Mysterious Place’).
Es gibt auch interessante musikalische Ausreisser wie z.B. das Stück ‘Evermore’, das im Original eigentlich von Enrique Granados geschrieben wurde, einem klassischen spanischen Komponisten, und hier sehr opulent und bombastisch verwurstet wurde. Einschließlich fettem Gitarrensolo und richtig gutem Gesang von Anja Günther.
Die Stücke bewegen sich alle so zwischen gut 4 und knapp 7 Minuten. Aber auch hier gibt es einen (genialen) Ausreisser nach oben, nämlich das über 11-minütige ‘Twilight’. Und da sollte dann jedes Prog-Herz höher schlagen. 2 1/2- minütiges instrumentales Intro (wieder mit Jadis-Gitarre), dann episch getragener Bombast, mehrstimmiger Refrain, nach 5 Minuten über 1 Minute Gitarren-Solo, dann Keyboard, wieder ewig Gitarre im Duell mit Keyboard (auch hier wieder Mark Kelly - Style), ein bißchen Old-School-Keyboard (wie in den 70ern Uriah Heep oder auch Deep Purple). Das geht echt gut 4 Minuten so um dann wieder zum Refrain zu kommen. Richtig geiler Song.
Auch für ‘Ghosts Of Yesterday’ kann ich eine absolute Kaufempfehlung abgeben. Sowohl die AOR-Fraktion als auch die Proggies unter uns dürften mit diesem Output was anfangen könne. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

SAS-Band - The Show

Wer kennt sie nicht, die zusammengewürfelte 'Fast-Super-Gruppe' um Spike Edney (seineszeichens Tour-Keyboarder von Queen). Und nach der hervorragenden Studio-CD gibt's nun endlich auch einen Live-Output, der mich allerdings nicht vom Hocker reisst. Aufgenommen wurde das Konzert am 19.02.2000 in England. Markenzeichen der SAS-Band ist ja der Auftritt von ganz unterschiedlichen Sängern und Sängerinnen. Und bei diesem Konzert wurde mit Namen wirklich nicht gespart: Chris Thompson (Manfred Manns Earthband), Paul Young (Mike and the Mechanics), Tony Hadley (Spandau Ballet), Fish, und Roger Taylor (Queen), um nur ein paar zu erwähnen sind dabei und knallen in knapp 73 Minuten Hit an Hit herunter. Und genau da liegt auch das Problem. Im Prinzip könnte man sich auch eine Bravo-Hits kaufen und hätte dann auch massenweise unterschiedliche Sachen drauf. Da ich allerdings schon mehrere SAS-Band-Gigs live gesehen habe, weiß ich, daß es auch besser geht. Weniger ist manchmal einfach mehr. So hat jeder Sänger / jede Sängerin nur Gelegenheit sich bei einem Song auszuzeichnen (und da auch noch in völlig unterschiedlichen Musik-Richtungen). Ja, Herr Edney. Wir wissen alle, was Du alles drauf hast. Aber was zuviel ist, ist zuviel. Und irgendwie geht bei dieser Scheibe auch der Live-Charakter verloren. Dafür ist's einfach zu perfekt. Wer die SAS-Band also noch nicht kennen sollte (alle anderen glauben mir meine Kritik ja eh nicht), kauft sich lieber die Studio-CD.

Satellite - Evening Games

Dass in Polen eine nicht zu verachtende Neo-Prog-Szene entsteht, ist ja den meisten meiner Leser (hoffentlich) seit dem Kauf der genialen Riverside-CD 'Out Of Myself' bekannt. Das war immerhin meine CD des Jahres 2004. Und zumindest in eine ähnliche Kerbe schlägt jetzt der neueste Polen-Output der Band 'Satellite', wobei 'Evening Games' meines Wissens nach nach einem Album aus dem Jahr 2003, das ich allerdings noch nicht gehört habe, bereits die zweite CD der Band ist. Meiner Meinung nach kommt 'Evening Games' zwar qualitativ nicht ganz an den Oberhammer von Riverside ran, allerdings fällt bei Satellite positiv auf, dass sie nicht nur an allen Ecken und Enden von anderen Bands geklaut haben (so wie Riverside, wobei das natürlich nicht unbedingt verwerflich ist), sondern teilweise schon ziemlich eigenständig klingen. Wer auf melodischen Neo-Prog im Stile von Pendragon (mit besserem Gesang), Jadis (nur etwas komplizierter, was schon die Titel-Längen von bis zu knapp 17 Minuten hoffen lassen) und auch den schon genannten Riverside steht, sollte sich 'Evening Games' unbedingt zulegen. Was viel besseres in der Richtung wird wohl dieses Jahr nicht mehr veröffentlicht werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Band nicht von Steven Wilson unter die Fittiche genommen und dann ihrer Kreativität beraubt wird. Wer die Möglichkeit hat, sollte aber unbedingt die auf 1000 Stück limitierte CD mit den zwei Bonus-Tracks kaufen, denn sonst fehlt was, zumal die Stücke so klingen, als ob sie unbedingt zu 'Evening Games' dazu gehören.

Saviour Machine - Live in Deutschland 2002

Den Einträgen von Jörg Neumann in meinem Gästebuch zu folge, ist die gleichnamige Doppel-DVD der aus dem christlichen Sektor stammenden Band 'Saviour Machine' ja der absolute Hammer. Ich habe mir die ensprechende Doppel-CD besorgt und bin mir nicht so ganz sicher, ob ich mit 'Saviour Machine' so richtig warm werde. Das Konzert wurde 2002 in Owen (auf der schwäbischen Alb) bei einem christlichen Festival aufgenommen und Erzählungen nach dauerte das Konzert bis ca. 4.00 Uhr morgens, weil einige Passagen für die DVD immer und immer wieder wiederholt wurden, damit das alles perfekt ist. Diese Perfektion kommt natürlich auf der CD nicht so rüber. Der Sound ist brilliant und die Stimmung auf dem Konzert scheint auch gut gewesen zu sein. Aber mit der Musik kann ich mich irgendwie nicht so ganz anfreunden. Mir ist das alles zu theatralisch und depressiv. Okay, die Welt ist schlecht und alle sind böse, aber Songs wie 'World War III', The Final Holocaust' oder 'American Babylon' sind dann schon ganz schön harter Tobak. Die Meinungen bei 'Saviour Machine' werden wohl von genial bis Oberschrott reichen. Mein Fall ist es nicht unbedingt aber ich habe auch schon viel schlimmeres gehört. Vielleicht ist es als DVD wirklich viel besser, weil dann die (bestimmt) geniale Show mit rüberkommt.

Savoldelli Boris / Sharp Elliott - Protoplasmic

Elliott Sharp und Boris Salvoldelli dürften jetzt meinen Homepage eher nicht geläufig sein. Mir waren sie, bis ich die vorliegende CD mein Eigen nannte, auch völlig unbekannt. Diverse Recherchen im Internet usw. haben mir aber zumindest ein bißchen Klarheit verschafft auf was man sich beim Hören von 'Protoplasmic' einlassen muss. Zu allererst möchte ich erwähnen, dass die CD bei Moonjune Records veröffentlicht wurde, was zumindest mal darauf hindeutet, dass wir hier keine 'normale' Musik auf die Ohren bekommen sondern dass ein bißchen was avantgardistisches auf uns zukommen wird. Und wenn man dann noch weiß, dass Elliott Sharp schon seit Beginn der 80er Jahre in der New Yorker Avantgardeszene sein 'Unwesen' treibt und diverse abgefahrene CDs veröffentlicht hat, muss man sich auf einiges gefasst machen.
Bei einem Konzert von Elliott Sharp mit seiner aktuellen Band 'Terraplane' in Mailand traf er dann den italienischen Sänger Boris Savoldelli, der ihm seine Solo-CD 'Insanology' in die Hand drückte. Sharp war von dieser Scheibe sowas von begeistert, dass er sich ein Jahr später wieder mit Savoldelli in Padova traf und da verabredeten sie sich für ein Konzert von Sharp in Manhattan. Ein Tag vor dem Konzert gingen sie dann in Sharps Tonstudio mit Namen zOaR und nahmen spontan die da entstandene Session auf, die jetzt in Teilen auf der vorliegenden CD 'Protoplasmic' das Licht der Welt entdeckte.
Die 'Musik', wenn man das so bezeichnen darf, ist völlig schräg und voll von elektronisch verfremdeten Gitarrenklängen und anderen Digital-Gimmicks gepaart mit total verwurstetem 'Gesang' von Boris Savoldelli. Ich muss glaube ich nicht erwähnen, dass man bei dieser Aufnahme Melodien vergeblich sucht sondern dass sich hier 2 wahrscheinlich kurz vor dem Wahnsinn stehende Musiker an allen möglichen und unmöglichen Effektgeräten versucht haben und sich vielleicht einen Arsch lachen, was diverse Rezensenten (eingeschlossen mir) aus diesem Klang-Opus alles hineininterpretieren. Da sind sie bei mir aber an den völlig Falschen geraten, denn ich werde hier überhaupt keine Tipps dazu abgeben, was man hier alles heraushören kann oder auch nicht. Und Titel wie 'Noise In My Head', 'Prelude To Biocosmo' oder auch 'Khaotic Life' sagen dann voll alles. Geht einfach auf die Homepages der beiden Künstlern auf
www.borisinger.eu bzw. www.elliottsharp.com und macht Euch selbst ein Bild. Auf jeden Fall ist 'Protoplasmic' eine der seltsamsten CDs, die ich in meiner jetzt 10-jährigen Karriere als CD-Kritiker in den Fingern hatte. Eine gewisse Art von Faszination in welche Richtung auch immer möchte ich aber nicht verschweigen.

Savoldelli, Boris - Biocosmopolitan

Puh ... da stellt mich Moonjune Records mal wieder vor eine ganz schwierige Aufgabe. Die letzte Veröffentlichung des italienischen Sängers Boris Savoldelli (zusammen mit Eliott Sharp) namens ‘Protoplastic’ (siehe meine Review) hat mich ja fast in den Wahnsinn getrieben und ich war sprachlos. Zum Glück wurde jetzt ‘Biocosmopolitan’ nicht noch eine Steigerung des Teils sondern Boris Savoldelli zeigt uns mit dieser Scheibe, wie abwechslungsreich man eine Stimme mit nur wenigen elektronischen Hilfsmitteln gestalten kann. Wie das Platten-Label schon verrät, ist natürlich auch ‘Biocosmopolitan’ nicht wirklich leichte Kost, aber für mich als ‘Nicht-Jazz-Freund’ ist die CD erstaunlich leicht zu verdauen. Lediglich auf 2 der insgesamt 16 Songs wird Boris S. von 2 Gast-Musikern (Jimmy Haslip - Bass und Paolo Fresu - Trompete und Flügelhorn) unterstützt. Alles andere macht er selber. Und neben ein paar recht schrägen Sachen sind sind diverse Perlen versteckt, die zwar überhaupt nichts mit Prog zu tun haben, aber trotzdem faszinieren. Vor allem beim Song ‘The Discordia’ zeigt uns Boris Savoldelli, was für ein Händchen er für eingängie Melodien er hat und vor allem mit was für einer tollen Stimme er gesegnet ist. Höchst interessant ist aber auch das Jimmy Hendrix-Cover ‘Crosstown Traffic’, in einer ganz eigenwilligen Interpretation. Man muss selbstverständlich schon einen breiten Musikgeschmack haben, um mit der Welt von Boris Savoldelli zurecht zu kommen. Aber wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, kommt man eigentlich nicht mehr davon weg. Unbedingt antesten. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage.

Sayit - Again

Das überaus fleißige AOR-Bienchen Tommy Denander (schaut nur mal auf seiner Super-Homepage www.tommydenander.com nach, wo er schon überall mitgemischt hat) hat mal wieder zugeschlagen. Nachdem ich sein Radioactive-Album 'Ceremony Of Innocence' (siehe meine Kritik) als AOR-Scheibe der letzen 10 Jahre bezeichnen möchte, war ich natürlich gespannt, ob er ohne der Mitwirkung aller Toto-Musiker diese Qualität halten kann. Und ich bin positiv überrascht. Melodic-Rock-Freunde werden auch an Sayit ihre helle Freude haben. Alle Songs (bis auf Einen) wurden von Tommy Denander geschrieben und gehen voll in die Richtung Toto (der ersten vier Alben). Und neben der brillianten Instrumentierung möchte ich auch Sänger Geir Rönning hervorheben, der locker auch bei Toto singen könnte. Im direkten Vergleich zur Radioactive-Scheibe möchte ich mal sagen, daß die Songs dort insgesamt einen Tick besser sind. Die Produktion von 'Sayit' allerdings ist eindeutig gelungener.

Sayit - Louder

Das jetzt schon dritte Werk des schwedischen Gitarristen 'Sayit' ist in meinen Augen das bis jetzt Beste (wobei ich zugeben muss, dass ich die erste Scheibe leider nicht kenne). Wieder mit so alten Bekannten wie z.B. Tommy Denander, Geir Rönning oder Chris Demming fetzt 'Louder' ganz schön los. War der Vorgänger 'Again' noch etwas getragen und 'lahmer', wird hier ein richtiges Melodic-Rock-Feuerwerk abgebrannt, bei dem sich Toto und Konsorten echt warm anziehen müssen. Tolle Songs und zu keiner Zeit langweilig. Für den Melodic-Rocker ist die Scheibe Pflicht.

Scarlet Aura - Falling Sky (VÖ:07.10.2016)
Die rumänische Melodic Metal Band ‘Scarlet Aura’ um die hervorragende, sympathische (und auch äußerst hübsche) Sängerin Aura Danciulescu habe ich letztes Jahr im Vorprogramm von Ex-Nightwish-Sirene Tarja gesehen und war sehr angetan. Leider haben sie nur ne halbe Stunde gespielt, aber das hat mir gereicht um danach gleich ‘Falling Sky’ zu kaufen. ‘Scalet Aura’ waren davor schon auch im Vorprogramm von z.B. Sabaton, Helloween oder Gotthard aktiv und haben sich dort bestimmt einige Fans erspielt.
‘Falling Sky’ besticht durch tolles Songwriting. Einige ‘Hymnen’ wie z.B. ‘Immortal In Your Eyes’, ‘You’re Not Alone’, ‘My Own Nightmare’ oder auch das Titelstück zeigen das Potential das in der Band steckt. Eine richtig gute Scheibe und alle Fans von ‘Female fronted Melodic Metal’ können hier bedenkenlos zugreifen. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächste Scheibe und auf eine Headliner-Tour die hoffentlich bald kommt. Auch live sind ‘Scarlet Aura’ richtig gut und hätte gerne mehr als die halbe Stunde vom letzten Mal.

Scenes - Call Us At The Number You Provide

Nektarios Bamiatzis. Wer jetzt sagt 'ach der ???', ab in die Ecke und schämen. Proggies schauen kein Deutschland sucht den Superstar !! Aber trotzdem muss ich dieses Bohlensche Geschwür der deutschen Unterhaltung, denn anderst kann man ja wohl zu diesem TV-Scheiß nicht sagen, doch kurz nennen, denn der gute Nektarios, leider bei DSDS völlig unterbewertet weil einfach auf dem falschen 'Pop-' Fuss erwischt, war mal Sänger der schwäbischen Prog-Metal-Band 'Scenes' und durfte auch auf dem neuesten Output der Band, der bereits 2002 / 2003 eingespielt (und aber erst jetzt, also Anfang 2005 veröffentlicht) wurde, noch 2 Songs singen (und bei 6 Titeln mitschreiben). Wohl aus (naja verständlichen DSDS-) Zeitgründen ist er aber mittlerweile aus der Band ausgestiegen und wurde durch den nicht minder guten Alex Koch ersetzt. Die Musik von Scenes geht klar in die Richtung Dreamscape / Vanden Plas und Konsorten, also knackiger Metal mit proggigem Einschlag. Schon der Opener 'So (Father)' kommt recht fett daher und glänzt neben der guten Gitarre auch mir leicht Dream Theater - mäßigen Keyboards. Noch herauszuheben wäre dann der getragene Prog-Metal-Kracher 'My Own Life' (gesungen von Nektarios), das über 10-minütige 'Start Again' (gesungen von Alex Koch) mit einer tollen Steigerung im Laufe des Songs und nem geilen Gitarren-Solo, dem Metal-Kracher 'I Will Stay' (mit Gast-Vocals u.a. von Ex-Angel Dust und jetzt Mercury Tide - Sänger Dirk Thurisch) und dem in meinen Augen Über-Song 'Save The Light' (wieder mit Nektarios ... so eine Prog-Metal-Hymne schreibt man wohl nur ein mal im Leben). Als eher 'nett' bis unnötig möchte ich dann mal die Cover-Version von 'Such A Shame' (Talk Talk) bezeichnen. Das wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Aber auch der Rest der insgesamt 55-minütigen CD ist absolut gut. Wer auf obengenannte Bands steht, sollte das neue Werk von 'Scenes' auf jeden Fall haben. Und wer die Jungs live erleben will, sollte am 25.05.2005 nach Stuttgart in die Röhre kommen. Dort treten sie zusammen mit Dreamscape und Ivanhoe auf. Und mich kann man natürlich dort dann auch treffen. Mehr Infos über die Band gibt es auch unter www.scenes.de

Scheepers - Scheepers

Primal Fear - Sänger Ralf Scheepers ist sicher einer der besten Shouter im Metal-Bereich. Und jetzt hat er es gewagt, eine Solo-CD zu veröffentlichen. Über den Sinn kann man sich etwas streiten, denn einige der beteiligten Musiker kennt man von Scheepers Stamm-Band (Mat Sinner, Magnus Karlsson) und zumindest ein Großteil der Songs könnten locker auf eine Primal Fear - Scheibe passen. Somit können Fans der Band bedenkenlos zugreifen. Erwähnen möchte ich noch ein paar Musiker, die auf der CD mitgewirkt haben: Viktor Smolski, Alex Beyrodt, Kai Hansen, Ripper Owens ... alles klar?

Schizofrantik - The Knight On The Shark (VÖ: 30.07.2013)

Das Freisinger Label Gentle Art Of Music ist ja eigentlich dafür bekannt, vor allem geniale Prog-Scheiben von RPWL und Solo-CDs der RPWL-Musiker zu veröffentlichen. In den letzten Jahren hat sich aber das ‘Spektrum’ erweitert und ich haben schon einige interessante Sachen abseits dieser Band auf meiner Homepage besprochen.
Nun hat mich ein neues Werk der Münchner Band ‘Schizofrantik’, eben aus dem Hause Gentle Art Of Music’ erreicht, das den ‘normalen’ Prog-Rahmen auf jeden Fall sprengt. Schon der Name der Band sagt schon ein bißchen aus, dass sich die Jungs um Band-Mastermind Martin Mayrhofer (Gitarre Keyboards und Vocals) ... zu dem Trio gehören noch Peter Braun am Bass und Andy Lind an den Drums ... der eher wilden, ängstlichen, überglücklichen, rasenden oder auch fieberhaften (= frantic) Musik widmen und Schizo sagt dann auch den Rest :-).
Das Vorgänger-Werk ‘Oddities’ hat schon in Prog-Kreisen hohe Bewertungen bekommen (z.B. auf den Babyblauen Seiten immerhin 11,33 von 15 Punkten), ist mir aber leider nicht bekannt.
Von ‘The Knight On The Shark’ bin ich ziemlich angetan, da es eine ziemlich geniale Mischung aus Avantgarde-Prog, leicht angehauchtem Jazz-Prog mit einer Prise Prog-Metal (allerdings in ‘sanfter’ Form) ist. Und dann kommt noch ein bißchen Tango dazu (bei ‘The Human Slaughter Tango’) mit passendem Akkordeon zwischendurch. Trotzdem wird viel Wert auf Melodie gelegt, so dass die ganze Scheibe nie so richtig abgedreht wirkt.
Interessant sind natürlich auch die Song-Titel wie z.B. ‘The Knight On The Shark Beside The Ship Which Is Not Sunken Yet’ (was locker von Frank Zappa sein könnte aber von Martin Mayrhofer’s Neffen stammt), ‘The Human Slaughter Tango’ (hier geht’s um einen Alptraum bei dem Kinder einen Metzger-Laden betreten und nie mehr raus kommen), ‘Nazis On LSD’ (mit fetter Gitarre und einer Song-Struktur die locker von Liquid Tension Experiment sein könnte) und so weiter. Zum Glück hat Martin Mayrhofer im Booklet zu jedem Song eine Entstehungsgeschichte verfasst sonst würde man wahrscheinlich nach dem Hören der CD fassungslos zurück bleiben. So versteht man dann wenigstens den Sinn und es ist hochinteressant, was der Herr so zu schreiben hat.
Wer auf etwas komplizierteren Prog mit einer Prise Verrücktheit steht (neben den genannten Liquid Tension Experiment möchte ich hier auch noch die Früh-Werke von Pain Of Salvation nennen) macht mit der neuen Scheibe von Schizofrantik auf jeden Fall einen guten Kauf. Eine CD zum nebenher hören ist sie aber auf keinen Fall. Mehr Infos über die Band gibt es auch auf ihrer Homepage.

Schumpelt, Michael - Mirror Of My Soul

Solo-CDs von Keyboardern sind ja normalerweise entweder ziemlich klassisch angehaucht ('Michael Pinnella - Enter By The Twelfth Gate'), einfach nur schräg ('James Gerrard Gilmour - Instrumental Encounters') oder absoluter Müll ('Geoffrey Downes - World Service'). Und ab heute kenne ich zumindest noch eine Kategorie, nämlich schlicht 'schön'. Denn was Tea For Two - Keyboarder Michael Schumpelt nur am Piano zaubert, ist einfach gut. Wie sagt Michael Schumpelt in dem Beipackzettel zur CD: "Am Piano kann ich mich ausdrücken, austoben und entspannen, ohne Worte. Ich höre in mich hinein und während des Spielens erkenne ich, wie es mir geht. Es ist tatsächlich wie ein Blick in den mirror of my soul." Und so erzählt jeder Song auch eine kleine Geschichte, die im Booklet in ganz wenigen Sätzen auch kurz erzählt wird. Tea For Two - Fans werden auf der CD ein paar 'bekannte' Songs entdecken, wie z.B. '101' oder 'Things To Come', die meisten Sachen sind aber eigene Stücke von Michael Schumpelt. Und um nochmal den Beipackzettel der CD zu zitieren ... genießt das Album am besten in aller Ruhe bei einem guten Single Malt zu später Stunde. Und da kann ich nur beipflichten. Eine wunderschöne CD. Erschienen bei www.quixote-music.de.

Seagal, Steven - Mojo Priest

Steven Seagal kennt man ja normalerweise nur als Prügelknabe aus Film und TV. Dass der Mann aber ne mehr als annehmbare Stimme hat und ein begnadeter Blues-Gitarrist ist, wissen wohl die Wenigsten unter uns. Damit sich dieses Unwissen nun endlich in Begeisterung wandelt, solltet Ihr Euch, wenn Ihr auf geilen Blues steht, einfach mal 'Mojo Priest' reinziehen. Nicht nur, dass Steven Seagal fast alle Songs selbst geschrieben hat, er ist wirklich ein absoluter Könner an der Gitarre. Wie sagt Blues-Legende Hubert Sumlin: "Steven can play man! If you watch his fingers, his fingers are just like mine. The man's a wizard. If you listen to his guitar it's talkin' to you". Und damit wär eigentlich schon alles gesagt. Kaufen!!

Second Floor - Mirror Of Time

Aus Jena / Thüringen kommt die Band 'Second Floor', die mit 'Mirror Of Time' nach einem 4-Track-Demo nun ihre erste komplette CD (in Eigenvertrieb) auf die Beine gestellt hat. Second Floor beschreiben ihre Musik selbst als 'komplexe Arrangements, progressive Anklänge, Einflüsse aus dem klassischen Heavy Metal mit melancholischen Stimmungen und eingängigen Melodien'. Nun gut ... das klingt ja schon mal nicht schlecht und ganz schön vielversprechend. Zuerst möchte ich mal sagen, dass die Produktion für so ein selbstgebasteltes Erstlingswerk richtig professionell klingt. Okay, der Sound ist sicher noch ausbaufähig (und wäre mit einem entsprechenden Plattenvertrag sicher auch finanziell machbar), aber die Behauptung der Band, die Klangqualität von 'Mirror Of Time' würde über Demo-Niveau nicht hinausgehen, möchte ich so nicht stehen lassen ... da habe ich schon ganz andere CDs in den Fingern gehabt, die um Klassen schlechter waren. Ich finde es richtig gut. Aber interessant ist dann eher die Musik. Und da erinnert mich der Opener 'Remember Me' irgendwie an die Siebziger-Krautrock-Zeit. Musik ist okay, Gesang ist gewöhnungsbedürftig (so wie Anyone's Daughter in ihrer Anfangszeit). Track 2 (Spiritual Salvation) klingt da schon vielversprechender und erinnert mich von der Melodie her irgendwie an frühe Fury In The Slaughterhouse, als sie noch richtig fetzigen Rock gemacht haben. Der Titel-Track 'Mirror Of Time' dann auch wieder recht flott, hat aber schon ein paar Breaks und Tempowechsel drin. 'The Black Stone' ist dann fast Prog-Metal und nach hinten hinaus wird's richtig klasse melodisch. Mit 'Longing For Truth' kommt dann mein Lieblingsstück auf der CD. Richtig tolles Prog-Stück. Auch 'Believe' ist ganz gut ... ziemlich heavy. Mit 'The Seal' kommt dann ein Stück, mit dem ich nicht so arg viel anfangen kann. Ein eher langweiliges aber recht flottes Teil. Weiteres Highlight ist dann 'The Darkness Ain't Dark With You'. Tolles Keyboard am Anfang, dann fette Gitarren und auch der Gesang kann überzeugen. Leider mit knapp über 4 Minuten das kürzeste Stück. 'This Feeling' ist dann auch wieder so ein Stück, was mir nicht unbedingt gefällt. Erst am Ende wird's interessant. Die CD endet dann mit dem fast 8-minütigen 'Cold Lake', bei dem die Prog-Fraktion wieder auf ihre Kosten kommt.
Fazit: Mit 'Mirror Of Time' legen 'Second Floor' eine recht interessante und auch abwechslungsreiche Erstlings-CD mit ein paar ganz wenigen Durchhängern vor, die sowohl für Prog- (eher) als auch für Metal-Freunde (eher eingeschränkt) zum Antesten geeignet ist. Zu haben ist die CD nur über die Band-Homepage für 10 Euro bei
www.secondfloorband.de .

Seer, The - Rise

Fish-Fans, die Mitte der 90er Jahre auf einem Fish-Konzert waren, können sich sicher noch an die grandiose Vorband aus Augsburg erinnern, die Fish fast an die Wand gespielt hätte (Fish legte aber damals bei seinem Auftritt noch einen drauf). Das waren 'The Seer' und sie gibt es immer noch. Sie sind immer noch in der gleichen Besetzung wie auf Ihrer Debut-CD 'Across The Border' (von 1995) und ich würde mal sagen, viel geändert hat sich nicht. Musikalisch immer noch auf der fetzigen Folk-Welle mit eingängigen Melodien und dem absoluten Wiedererkennungseffekt. Und genau das finde ich etwas schade. 7 Jahre und viele CDs später ('Rise' ist meine vierte CD von The Seer und ich glaube, ich habe mindestens eine ausgelassen) klingts noch genauso wie am Anfang und eine Weiterentwicklung hat nicht stattgefunden. Na gut, man kann mir natürlich jetzt vorwerfen, was soll diese Aussage, denn was gut ist, muss man ja nicht ändern. Aber ist halt Geschmackssache. Deswegen mein Fazit:
Wer The Seer aus den Augen verloren hat, kann ruhig mal wieder eine Scheibe von den Jungs kaufen, denn sie sind immernoch gut. Aber wer sich bis jetzt alles von The Seer gekauft hat, könnte jetzt auch mal eine CD auslassen. Viel Neues gibt es nicht.

Seer, The - Live

Lange nichts mehr gehört von der Augsburger Band 'The Seer'. In den 90ern waren sie ja mal Vorgruppe von Fish (und haben ihn fast an die Wand gespielt) und auch zwei drei Headliner-Konzerte von den Jungs habe ich mir reingezogen. Seit ein paar Jahren sind sie aber von der Bildfläche verschwunden und ich habe nichts mehr mitbekommen. Nur durch Zufall (bzw. eines Newsletters vom Musikladen Frankfurt) habe ich dann erfahren, dass die Band eine Live-CD veröffentlicht hat. Ich natürlich gleich gekauft, in den Player gesteckt ... und ... in (positiven) Erinnerungen geschwelgt. Aufgenommen wurde das Konzert im Park-Theater in Augsburg, also ein Heimspiel. Was man den Besuchern auch irgendwie anmerkt. Textsicher, gute Stimmung, tolles Konzert. Und natürlich diverse Highlights wie das immer wieder Gänsehaut erzeugende 'Wait For The Day' und alte Heuler wie 'Across The Border', 'Man Behind Your Sky' oder 'Esmeraldas Story'.
Tolle Live-CD. Für Fans ein MUSS und für alle noch nicht The Seer - Kenner ein schöner Einstieg.

Serenity - Words Untold & Dreams Unlived

Serenity nennt sich selbst eine Melodic Progressive Power Metal Band, kommt aus Österreich und hat mit 'Words Untold & Dreams Unlived' nach 2 Demo-CDs nun die erste offizielle Veröffentlichung geschafft. Produziert wurde die Scheibe in den Dreamscape Studios von keinem Geringeren als Jan Vacik (dem Ex-Keyboarder der Münchner Prog-Metal-Band Dreamscape), was schon mal einen richtig fetten Sound verspricht. Die ersten paar Keyboard-Töne erinnern mich ein bißchen an Edenbridge ... zum Glück aber nicht lange, denn der Opener 'Canopus 3' geht ziemlich schnell richtig ab und geht tatsächlich eher in Richtung Power Metal. Noch mehr allerdings in diese Kerbe haut 'Reduced', der nächste Song. Irgendwie kommt mir bei der CD ständig die Band 'Power Quest' in den Kopf, und das liegt nicht alleine an der Stimme von Georg Neuhauser, der echt eine 1:1 Kopie von Power Quest - Sänger Alessio Garavello sein könnte. Auch die ganze Dynamik der Songs geht voll in diese Richtung. Wer sich also meine Power Quest - Tipps schon zu Herzen genommen hat und begeistert war, kommt auch an Serenity nicht vorbei. Auf die zwei Gast-Auftritte von Edenbridge-Gitarrero Lanvall hätte man allerdings locker verzichten können. Der sticht irgendwie überhaupt nicht raus.
Serenity waren jetzt übrigens gerade zusammen mit Machine Men (oder so ähnlich, die waren ja sowas von grottenschlecht), Communic (haben mich auch nur enttäuscht) und Threshold (mit Alt-Sänger Damian Wilson) auf Tour. Leider durften sie nur als Opener spielen und das grad mal ne halbe Stunde. Trotzdem haben sie mich auch live (im Gegensatz zu den 2 danach folgenden Bands) überzeugt. Ich habe das Konzert in Reichenbach (bei Stuttgart) miterlebt. Ein besonderer Gruß geht an den verkaufstüchtigen Sänger Georg Neuhauser, der nach dem Serenity-Auftritt am Merchandise-Stand es doch noch geschafft hat, die hübschen Kapuzen-Sweatshirts auszupacken und an den Mann (bzw. eher die Frau) zu bringen :-)) Mehr Infos über die Band gibt es unter
www.serenity-band.com.

Serenity - Fallen Sanctuary

Nach der letzten Veröffentlichung der österreichischen Band 'Serenity' (Words Untold & Dreams Unlived) und meinem dazugehörigen Konzertbesuch (siehe meine Review) war ich ja recht begeistert von der Scheibe. Ich habe sie ein bißchen mit Power Quest verglichen (vor allem Sänger Georg Neuhauser klang meiner Meinung nach ziemlich danach ... seiner Meinung nach übrigens nicht ;-)). Diesen Vergleich möchte ich aber nach mehrfachem Hören von 'Fallen Sanctuary' nicht mehr so aufrecht erhalten. Von Power Quest sind sie mit dieser CD dann doch ein Stück entfernter. Geil schon der Opener 'All Lights Reversed', der, würde ihn Roy Khan singen, glatt von Kamelot sein könnte (ich hoffe der Vergleich ist jetzt besser). Und in dem Stil geht es weiter. Auch 'Rust Of Coming Ages' ist ein voll fetter Song mit klasse Melodie und einem Refrain, der einem nicht aus dem Kopf geht. 'Coldness Kills' beginnt etwas folklorisch wird dann aber auch zu einer Serenity-Hymne. Wieder ein sensationeller Refrain, den man nicht vergisst. Songs können die Jungs schon schreiben. 'To Stone She Turned' klingt dann ein bißchen nach Dreamscape (was ja auch nicht schlecht ist) und danach folgt der Oberhammer. Selten so eine geile Ballade wie 'Fairytales' gehört. Sensationell gefühlvoller Gesang von Sänger Georg Neuhauser und im Duett mit einer gewissen Sandra Schleret nochmal besser. Auf die restlichen Songs genauer einzugehen wäre jetzt reine Zeitverschwendung, denn alle weiteren folgenden Sachen stehen dem bereits Besprochenen in nichts nach (na gut ... vielleicht möchte ich 'Velatum' noch erwähnen, ein toller Song, der auf der limitierten Version auch noch als Video drauf ist und 'Journey's End', dem Bonustrack auf der Limited Edition, ein schöner akustischen Song). So ganz zu Unrecht ist der Kleber auf der CD (For Fans Of Kamelot oder so ähnlich) auf jeden Fall nicht. Wer auf so Musik steht, sollte 'Fallen Sanctuary' auf jeden Fall haben. Produziert wurde die Scheibe übrigens von Jan Vacik in seinen Dreamscape-Studios und (Achtung!!) Oliver Philipps (den kennt man von Everon) in seinen Spacelab-Studios. Ein Garant also für fetten Sound. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.serenity-band.com und auf ihren MySpace-Seiten.

Serenity - Death & Legacy

Serenity ... ich freue mich immer wieder über eine Veröffentlichung der Band aus Tirol, denn seit dem ersten Hören bin ich mehr als begeistert von der Band. Als Referenzen nennen sie gerne ‘Kamelot’, und auch wenn ich nicht ganz dieser Meinung bin, geht die Musik natürlich schon ein bißchen in die Richtung. Fetter symphonischer Metal, bombastisch, episch und mit einem charismatischen Frontmann (Georg Neuhauser), der einfach nur eine geile Stimme hat (wer schon mal ein Konzert von Serenity gesehen und Georg beim warm singen mit einem Queen-Song erlebt hat, weiß was ich meine). Meiner Meinung nach einer der besten Sänger des Genres und äußerst sympathisch. Mit Death & Legacy begeben sich Serenity auf eine Zeitreise in die vergangenen Jahrhunderte und schlüpfen dabei mit ihren Songs in historische Figuren wie z.B. Christoph Columbus, Casanova, Sir Francis Drake, Queen Elizabeth I, Albrecht Dürer oder Galileo Galilei. Unterstützt von drei tollen Gast-Sängerinnen (Ailyn - Sirenia, Amanda Somerville - Avantasia und Charlotte Wessels - Delain) gibt es ein Feuerwerk an tollen Songs ohne einen einzigen Ausfall. Und auch wenn die 2 Vorgänger-CDs schon ohne Einschränkungen zu empfehlen sind, muss ‘Death & Legacy’ als noch ein größerer Schritt nach vorne bezeichnet werden. Ich hoffe echt, dass die Band mit diesem kleinen Meisterwerk endlich die Anerkennung bekommen die sie verdienen. Ich kann die Scheibe nur wärmstens empfehlen und ich freue mich schon auf die Tour mit Delain im Frühsommer 2011.

Serenity - War Of Ages

Irgendwann musste es ja mal so weit kommen, dass meine Lieblings-Österreicher Serenity einen Queen-Song covern, waren doch die ‘ersten musikalischen Schritte’ von Sänger Georg Neuhauser die Gründung einer Cover-Band, die (laut seiner Biographie) vor allem Queen-Songs im Gepäck hatte. Und es kommt auch schon mal vor, dass sich Georg hinter der Bühne mit einen Mercury-Song warm singt (und ‘ausversehen’ das Mikro offen ist).
Dass es gerade ‘Love Of My Life’ in einer Gänsehaut-Piano-Version geworden ist, die sich dann auch noch gesanglich nicht zu 100% ans Original hält, hat mich dann doch verwundert. Zu ihm hätte auch was ‘bombastischeres’ gepasst. Aber wirklich gut interpretiert. Als zweiten Bonus-Track auf der limitierten Version von ‘War Of Ages’ gibt es dann, ebenfalls in einer Piano-Version, das obergeniale ‘Fairytales, eine der schönsten Balladen, die im Metal-Bereich je geschrieben wurde (und von der Serenity-CD ‘Fallen Sanctuary’ stammt). Und hier glänzt (natürlich neben dem tollen Gesang von Georg Neuhauser) das neue Band-Mitglied Clementine Delauney, die für mich recht überraschend als feste Sängerin eingestiegen ist, nachdem ich sie Ende 2011 schon live mit Serenity in der Rockfabrik in Ludwigsburg gesehen habe und ich dort schon fand, dass sie nicht nur optisch ein absolutes Highlight ist :-).
Nun aber zur ‘eigentlichen CD’ War Of Ages:
Ende Oktober 2012 hat Keyboarder Mario Hirzinger die Band verlassen. Offensichtlich wurde bis jetzt noch kein neuer Tastenmann gefunden, denn auf ‘War Of Ages’ spielt kein Geringerer als Oliver Philipps, den die Prog-Gemeinde bestimmt von der Band ‘Everon’ kennt und der auch ziemlich viel von ‘War Of Ages’ aufgenommen und arrangiert hat. Mix und Mastering stammt mal wieder von Jan Vacik und garantiert einen brillanten Sound.
Zugegebenermaßen war ich nach dem ersten Hören der neuen Scheibe ein bißchen enttäuscht, denn der Wiedererkennungswert gegenüber den Vorgänger-CDs war dann doch bei ziemlich genau 100%. Allerdings muss ich diese Meinung jetzt nach zweistelligen Durchläufen revidieren, denn mir gefällt das Teil mit jedem Durchgang besser und besser. Fetter Opener ‘Wings Of Madness’ (davon gibt’s auch ein Video auf Youtube), ein genauso fettes und bombastisches ‘The Art Of War’, danach das orientalisch angehauchte ‘Shining Oasis’, ne obligatorische Ballade (For Freedom’s Sake ... ein richtig schönes Duett, das aber nicht ganz an Fairytales ran kommt), dann wieder 2 Symphonic-Metal-Kracher, ne ‘Power-Ballade’ (Symphony For The Quiet), noch ein Ohrwurm (Tannenberg), ein Song der eher an Rhapsody (Of Fire) erinnert (Legacy Of Tudors) und abschließend noch ‘Royal Pain’, ein überragendes Mid-Tempo-Stück.
Fazit: Auch mit ‘War Of Ages’ haben Serenity einen Meilenstein im Symphonic-Metal-Bereich geschaffen, der die Messlatte für weitere Veröffentlichungen auf den Titel ‘CD des Jahres’ in diesem Genre ganz schön hoch gehängt hat. Die Scheibe MUSS man haben. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Serenity - Codex Atlanticus (VÖ:29.01.2016)
Offensichtlich ging der Versuch, eine feste Sängerin in die Band zu integrieren, schief. Denn Clémentine Delauney, auf der letzten Veröffentlichung ‘War Of Ages’ als neues Bandmitglied vorgestellt, ist schon wieder nicht mehr dabei und singt jetzt bei Visions Of Atlantis. Optisch ist das jetzt natürlich ein Rückschritt :-).
Neben Clémi ist auch Gitarrist Thomas Buchberger nicht mehr dabei, der wurde jetzt fest und offiziell durch Christian Hermsdörfer ersetzt, der auch schon auf den letzten Touren als ‘Gast’ sein Können zeigen durfte. Somit ist dieser Wunsch von ihm in Erfüllung gegangen und es ist eine richtig gute Wahl. Es macht die Band noch internationaler ... Österreicher (Sänger Georg Neuhauser und Drummer Andreas Schipflinger), Italiener (Bassist Fabio D’Amore) und jetzt auch noch Deutscher (Chris Hermsdörfer) ... und es gibt damit auch einen neuen / weiteren Song-Schreiber und somit frischen Input. Es gibt immer noch keinen neuen Keyboarder ... auf ‘Codex Atlanticus’ hat kein Geringerer als Jan Vacik (früher Dreamscape, jetzt toller Produzent) diesen Part übernommen.
Auch die Story hinter ‘Codex Atlanticus’ hat mal wieder einen historischen Hintergrund. Dieses Mal wird Leonardo Da Vinci thematisiert.
Aber nun zur Musik.
Der instrumentale Opener ‘Codex Atlanticus’ haut schon mal wegen dem Bombast absolut weg. Könnte auch Filmmusik eines Monnumental-Films oder Streifens im Stil von ‘Fluch der Karibik’ sein. Schon mal richtig fett.
‘Follow Me’ beginnt mit einem Piano-Intro und wird dann zu einem richtig typischen Serenity-Song. Fettes Gitarren-Riff, Keyboard im Hintergrund, Melodie zum Mitsingen, Refrain mit Tendenz zu ‘geht nicht mehr aus dem Ohr’.
‘Sprouts Of Terror’ beginnt mit einem Gitarren-Riff, das ich jetzt eher von ‘Rage’ erwartet hätte. Hammer. Und der zweite Hammer: Fabio D’Amore kann richtig gut singen. Tolle Zweit-Stimme. Double-Bass-Drums, Refrain wieder 100% Serenity. Aber das Gitarren-Riff ... sensationell.
‘Iniquity’: Der Song wurde schon vorab als YouTube-Video veröffentlicht. Eher getragen, bombastisch, viel Orchester, wieder geiler Refrain.
... wann singt eigentlich mal eine Frau?
Es folgt ‘Reason’. Schöner ruhiger Anfang mit Streichern, dann typischer Serenity-Bombast. Hätte auch auf der ‘War Of Ages’ sein können. Und wieder ein Refrain der nicht mehr aus dem Kopf geht.
... immer noch keine Frau ...
Vielleicht bei ‘My Final Chapter’? Nein, auch nicht. Tolles Flöten-Intro, genialer Gesang von Georg, eher im langsamen Bereich angesiedelt. Fast ein bißchen schmalzig. Aber schön ... einfach nur schön. Das ist so ein Song, bei dem im Konzert die Feuerzeuge raus geholt werden. Und was für ein Gitarren-Solo ... Gänsehaut und Atmosphäre pur.
... wo bleibt die Frau?
‘Caught In A Myth’: Geiles Keyboard-Intro (Jan kann’s), auch eher Mid-Tempo, schöner Refrain, die Chöre zwischendurch klingen ein bißchen nach Queen. Aber warum auch nicht, da kann man ja nix falsch machen. Wieder geiles Gitarren-Solo. Schöner Song.
... wieder keine Frau ...
So, bevor wir dahinschweben ein Wachmacher mit ‘Fate Of Light’. Chris Hermsdörfer hat echt ein bißchen viel Rage gehört. Ganz schön fett und schnell. Und immer wieder diese brillanten Refrains. Unglaublich was für ein Fundus und Händchen die Band hat.
Jaaa ... da ist sie ... die Frau. Also zumindest mal im Song-Titel ‘The Perfect Woman’. Fängt ziemlich bombastisch an mit einem leichten Hauch zum Musical. Dann eher eine Ballade mit viel Piano. Georg singt die erste Strophe, es wird noch mehr Musical, es wird rhythmisch ein bißchen mehr Queen als oben, der Text ist so schmalzig ... UND ... DA IST SIE !!!! DIE FRAU. Amanda Somerville (am ehesten bekannt von Avantasia und ihrer Zusammenarbeit mit Michael Kiske) ... aber nur ne halbe Strophe. Immerhin ... und sie macht es ganz gut. Aber der Song ist echt ein bißchen arg dick aufgetragen ... wobei bei so ner Blondine :-) ... kann man machen.
‘Spirit In The Flesh’ ... ups ... das klingt am Anfang sowas von nach Avantasia. Und die Überraschung folgt zugleich ... Fabio D’’Amore singt ein bißchen zwischendurch und er klingt 100% nach Tobias Sammet ... Hammer wie hoch der singen kann. Hatte ich bis jetzt auf Konzerten noch gar nicht bemerkt. Chapeau! Interessantestes, überraschendstes und vielleicht dadurch auch bestes Stück auf dem Album.
Letzter Song auf dem regulären Album ist dann ‘The Order’. Auch wieder ein sehr typisches Serenity-Lied mit passender Geschwindigkeit, Härte, geiler Melodie, tollem Gesang und entsprechendem orchestralen Hintergrund. Ein schöner Abschluss.
Aber Serenity wären nicht Serenity, gäbe es nicht eine limitierte Version mit noch ein paar Bonus-Tracks. Da folgt zuerst ‘Forgive Me’. Ich frage mich immer, warum solch geniale Songs nur Bonus sind (das ging mir auch schon auf der Death & Legacy mit ‘To India’s Shores’ so). Geniale Ballade ... einfach wunderschön. Der zweite Bonus-Track ist ‘Sail’ ... und da ist sie wieder ... die Frau. Dieses mal aber Tasha (Natascha Koch), die den Song auch zusammen mit Thommy Tschuggnall geschrieben hat und schon bei diversen Serenity-Konzerten als Clémi-Ersatz eingesprungen ist. Ein schönes Duett aber musikalisch schon ein bißchen weg vom Rest. Als drittes Bonus-Stück folgt dann noch die Orchester-Version von ‘My Final Chapter’.
Serenity haben nichts verlernt, haben sich weiterentwickelt, den Abgang von Clémentine Delauney kann man locker verschmerzen und ich hoffe inständig, dass die Band endlich den Erfolg hat, den sie verdient. Ein brillantes Album, das man unbedingt im CD-Regal haben muss. Mal wieder schon am Anfang des Jahres ein Anwärter auf die CD des Jahres.
Und geht auf die Double-Headliner-Tour zusammen mit Xandria, die seit 02.02.2016 läuft. Das lohnt sich auf jeden Fall!!

Seven Steps To The Green Door - The Puzzle

Interessanter Name für eine Band und noch nie vorher gehört. Gut, CD ausgepackt und Booklet gelesen. Ah ja ... immerhin ein Name ist mir bekannt, nämlich Marek Arnold, der bei der Prog-Band 'Toxic Smile' an den Keyboards steht. Nun habe ich ja auf meiner Homepage schon 2 Toxic-Smile-CDs kritisiert und ich hoffe doch mal, dass Ihr alle schön artig gewesen seid und Euch die Scheiben zugelegt habt. Bevor Ihr jetzt aber 'blind' auch die hier vorliegende CD kauft, muss ich schon ein bißchen warnen, denn mit Prog-Metal im Stile von Toxic Smile hat 'The Puzzle' eigentlich recht wenig gemein. Nun sind mir ja die restlichen Musiker gänzlich unbekannt und ich habe gar keine Ahnung, aus welcher Musik-Richtung die jetzt alle kommen, aber ihre Instrumente beherrschen sie vorzüglich und es werden auch alle Möglichen Genres von ein bißchen Rap (beim Opener 'Everytime', der leicht nach Saga klingend beginnt und dann wie gesagt etwas rappig daher kommt), Reggae (der Song 'Sigrid'), schmalzige Ballade mit Klarinette ('Tell Me'), proggiger Longsong ('Days Run Away' mit nem geilen Gitarren-Solo), etwas rockig (At The End Of December'), instrumental und leicht angejazzt ('The Puzzle') und mit weiblicher Stimme ('Farewell', für mich das absolute Highlight auf der CD). Insgesamt eine äußerst abwechslungsreiche Scheibe auf hohem Niveau, auf der für alle Ohren was geboten wird. Nur auf den Hidden-Track nach 10 Minuten warten hätte ich persönlich jetzt verzichten können. Unbedingt antesten. Zu bestellen unter anderem direkt über die Band-Homepage.

Seven Steps To The Green Door - Step In 2 My World

Von der ersten CD der Band 'Seven Steps To The Green Door' mit Namen 'The Puzzle' war ich ja schon ziemlich angetan. Hochinteressanter Stilmix von Rap über Reggae bis Prog-Metal. Und nun gibt es die zweite Scheibe der Band um den Toxic Smile - Keyboarder Marek Arnold. Und auf 'Step In 2 My World' geht es stilmäßig - um das mal vorwegzunehmen - nicht weniger gemischt zur Sache. Der Opener 'New Rising' ist ein richtig hübsch melodisches Stück mit mehrstimmigem Gesang, bei dem mir vor allem Sängerin Anne Trautmann positiv auffällt ... sie hat eine richtig angenehme Stimme. Zwischendurch ein paar Bläser und Pauken, Keyboard-Teppich ... ein toller 6-minütiger Einstieg. Das folgende 'Stay Beside' ist ein typischer Art-Rocker (so im Stil von Arilyn oder auch ein bißchen Alias Eye), der zwischendurch auch recht heftig wird. Dominant aber das tolle und gefühlvolle Piano-Spiel von Marek Arnold und ... wieder ... die Stimme von Anne Trautmann. Das Titelstück 'Step Into My World' ist dann ein bißchen elektronischer, hektischer, härter und hat einen tollen, treibenden Rhythmus. Danach folgt eine wunderschöne Ballade ('Melissa'), ein bißchen Jazz darf auch nicht fehlen (My lovely Mr. Singing Club) ... naja, nicht so mein Fall, aber das ist ja glaube ich zwischenzeitlich bekannt. 'Attract Me' geht dann schon wieder eher in meine Richtung, wobei ich nicht wirklich sagen kann, an was mich das erinnert. 'Paid For Glance' hat dann wieder alles was das Progger-Herz begehrt. Tolles Piano, alter Keyboard-Sound Old-School-Instrumente, nette Breaks, mehrstimmiger Gesang, und am Schluss noch ein abgedrehtes Saxophon-Solo. Sicher eines der Highlights der CD und mit 7 1/2 Minuten auch eines der längeren Stücke. 'Moon Talks To Me' folgt danach mit der genialen Stimme von Larry B. (Toxic Smile, Stern Combo Meissen). Geiler Song, der auch von Toxic Smile sein könnte. Eindeutig ein weiteres Highlight. Rap hat noch gefehlt ... kommt dann auch mit 'Rising Shore', wobei der Song auch richtig harte Momente hat. Gerade dieses Stück zeigt überdeutlich, was für ein Spektrum an Musik 'Seven Steps To The Green Door' abdecken können. Klasse. Letzter 'regulärer' Song ist dann noch 'Closer', ein tendenziell ruhiges Stück (bei dem mal wieder Anne Trautmann glänzen darf). Danach folgen noch 2 Bonus-Tracks mit 'Out Of Clouds' (ganz schön funky) und 'The Making Of' (das man aber mit seinen 1 1/2 Minuten nicht wirklich ernst nehmen darf). Insgesamt ist 'Step In 2 My World' gegenüber dem Vorgänger 'The Puzzle' ein bißchen eingängiger geworden, ohne auch nur annähernd langweiliger zu sein. Proggies sollten sich die Scheibe auf jeden Fall zu Gemüte führen. Veröffentlicht wurde das Teil bei progrock-records (SPV). Im Internet gibt's natürlich die Band-Homepage sowie ihre MySpace-Seite. Unbedingt mal reinlauschen.

Seventh Key - Same

Gast-Kritik von Siggi Greck
Das erste und bisher einzige Album der Band Seventh Key (die zweite CD soll Anfang 2004 erscheinen) kann man jedem Melodic Rock-Fan nur ans Herz legen. Das Projekt um den Kansas-Bassisten Billy Greer wurde von dem genialen Mike Slamer (City Boy, Steelhouse Lane) produziert. Und das hört man. Billy Greer, der hier auch die Lead Vocals in überzeugender Manier übernommen hat, konnte eine Reihe namhafter Musiker gewinnen: Richard Williams (Kansas), Steve Morse (Kansas, Deep Purple), Phil Ehart (Kansas), Steve Walsh (Kansas), Terry Brock (Strangeways, The Sign) und Mike Slamer. Hmm, Steve Walsh, Mike Slamer, Billy Greer ... richtig! Streets!! Und so ähnlich kann man sich Seventh Key auch vorstellen. Meine Anspieltipps: Missy, No Man`s Land, Forsaken und die wunderschöne Ballade Broken Home. Übrigens: bei AOR Heaven im Angebot für schlappe 6 Euro (Angebot bis 18.12.03). Für Freunde dieser Musik sei darauf hingewiesen, dass AOR Heaven auch andere Superscheiben bis zum 18.12.03, solange Vorrat reicht, zu 6 Euro verkauft! Beispiele gefällig?: Terry Brock -Back To Eden-, Giant -III-, Harem Scarem -Live At The Gods 2002-, Mecca -Mecca-, Jeff Scott Soto -Prism-, Axe -The Crown-, Royal Hunt -Eye Witness-. Ich denke, da kann man bedenkenlos zugreifen!

Seventh Key - The Raging Fire

Kritik von Siggi Greck:
Das zweite Album von Seventh Key bietet wieder Melodic Rock vom Feinsten. Der Kansas-Bassist Billy Greer sowie der geniale Mike Slamer sind wohl ein Garant für gute Musik dieser Art. Billy Greer beschreibt es auf seiner Homepage ganz treffend als ".. Kansas meets Streets meets Steelhouse Lane…". Da ist eigentlich gar nichts mehr hinzuzufügen. In meiner Kritik zur Debüt-CD habe ich ja bereits die Gesangsleistungen von Billy Greer gelobt. Es ist wirklich erstaunlich, was dieser Mann für eine Stimme hat. Hört sich fast wie der Bruder von Steve Walsh an (man könnte meinen, dass hier die Stimme durch das viele Zuhören abgefärbt hat, aber Billy Greer hat bereits auf der ersten Streets-CD bei einem Stück die Leadvocals übernommen). Waren bei der ersten CD noch andere Musiker beim Songwriting beteiligt, so haben die Herren Greer und Slamer hier alles im Alleingang gemacht. Anspieltipps: "Always From The Heart", "The Raging Fire" und "Winds Of War"
Für alle, die auf diese Art von Musik stehen (alles mit Mike Slamer wie City Boy, Streets, Steelhouse Lane, Seventh Key) noch ein Tipp: Die Band "Wall Of Silence" (auch ein "Baby" von Mike Slamer, allerdings wohl kaum noch zu bekommen).

Shadow Gallery - Carved In Stone

Nach einer eher mäßigen Debut-CD stellen die Ami-Proggies schon auf ihrer zweiten Scheibe (von 1995) klar, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Prog-Rock der etwas härteren Art soll es werden. Und ich muß zugeben, daß sie das gar nicht schlecht machen. Getragene, teilweise recht vertrackte Songs mit bis zu 22 Minuten Länge machen auf jeden Fall Lust auf mehr von den Jungs.

Shadow Gallery - Tyranny

1998, also nach längerer Schaffens-Pause kommt der Oberhammer von Shadow Gallery. 'Tyranny' klingt teilweise wie meine absolute Lieblings-CD (Metropolis II von DreamTheater), nur daß sie bereits ein Jahr vorher veröffentlicht wurde. Mit Unterstützung von James La Brie, seineszeichens Sänger von Dream Theater, ist dieses Teil produziert worden ... ob er sich vielleicht da ein paar Ideen geholt hat ?? Auf jeden Fall ist dieser Silberling ein MUSS für alle Prog-Freunde der Dream Theater - Richtung, und nachdem ich für DT's Metropolis 12 von 10 Punkten vergeben würde, gibts für 'Tyranny' ganz einfach die Höchstwertung von 10 Punkten.

Shadow Gallery - Legacy

Weitere 3 Jahre später, also 2001, noch ein Meisterwerk von Shadow Gallery. Verschachtelte Prog-Hämmer (wie Cliffhanger 2 ), zuckersüße Balladen (z.B. Colors) und das 34-minütige 'First Light' (Achtung: CD nicht rausnehmen, wenn nix mehr kommt ... nach ein paar Minuten Pause gehts mit einem grandiosen Instrumental-Finale weiter) ergibt eine CD ohne Schwachpunkt oder Durchhänger, die mir wohl noch Wochen und Monate Spaß machen wird. Ich entschuldige mich hiermit schon mal bei meinen Nachbarn, wenn sie immer wieder das gleiche hören müssen. Auch für 'Legacy' gibts ganz klar die Höchstwertung.

Shadow Gallery - Room V

Viele Jahre mussten wir warten, bis endlich ein Nachfolger der sensationell guten 'Legacy' das Licht der Welt erblickt hat. Und das Warten hat sich mehr als gelohnt. Inhaltlich anschließend an die 1998'er CD 'Tyranny' (auf der schon Act I und Act II der Geschichte veröffentlicht wurden), also die Story über 2 Leute auf der Suche nach einer neuen Identität, gibt es auf Room V nun mit Act III und Act IV weitere 14 interessante Kapitel (beginnend 8 Stunden nach dem Ende von 'Tyranny'). Nett ist schon der instrumentale Opener 'Manhunt', bei dem einige 'Tyranny' - Zitate in Erinnerung gebracht werden. Und auch beim nächsten Song 'Comfort Me' gibt es ein Aha-Erlebnis (wegen dem Duett mit der Sängerin Laura Jaeger, die ja auch schon auf Tyranny mitgesungen hatte). Und in den insgesamt mehr als 75 Minuten gibt es einfach Shadow Gallery at it's best. Hart, soft, frickelig, melodisch, geile Gitarren-Soli, toller mehrstimmiger Gesang und und und. Muss man haben !! Und ... man muss die Special Edition haben, denn auf der Bonus-CD gibt es noch, neben einem 3-minütigen Drum-Solo (Joe's Spotlight), einem Solo-Stück mit akustischer Gitarre (She Wants To Go Home), einer kurzen Demo- und einer weiteren Akustik-Version einen 24 1/2 - minütigen Song namens 'Floydian Memories', bei dem von 'Pigs On The Wing', über 'Mother' bis zu 'Shine On You Crazy Diamond' und ein paar eigenen Parts kreuz und quer zusammengemischt wurde. Sensationell gut gemacht (und unterstützt von Arjen Lucassen, der auch ein bißchen singen und Gitarre spielen darf). Außerdem ist auch noch ein knapp 12-minütiges Quicktime-Video enthalten, in dem die komplette Story von Bassist Carl Cadden-James ausführlich erzählt wird. Danke Shadow Gallery für dieses tolle Package.

Shadow Gallery - Digital Ghosts

Nach dem überraschenden Herztod von Sänger Mike Baker hätte ich eigentlich nicht gedacht, dass Shadow Gallery nochmal eine CD unter dem Band-Namen herausbringen, war doch Mike Baker DER Wiedererkennungsfaktor der Musik. Aber mit Brian Ashland haben sie überraschenderweise einen Ersatz gefunden, der das Feeling von Mike Baker fast identisch rüberbringen kann, ohne ihn zu kopieren. Ich denke da hat die Band richtig Glück gehabt. Musikalisch ist auch 'Digital Ghosts' ein weiterer genialer Output der Band, der nahtlos an den Vorgänger 'Room V' anknüpfen kann. Wer die ganzen Vorgänger gemocht hat, macht auch mit 'Digital Ghosts' nichts falsch und Musikliebhaber, die die Band noch nicht kennen, dürfen auch gerne zugreifen. Besonders hervorheben möchte ich aber den Song 'Strong', auf dem kein Geringerer als Ralf Scheepers (von Primal Fear) die Lead-Vocals übernommen hat ... und das klingt richtig geil. Außerdem solltet Ihr Euch die Limitierte Fassung mit den 4 Bonus-Tracks zulegen, denn dann kommt Ihr noch in den Genuss von 'Two Shadows', wohl eine der letzten Aufnahmen mit Mike Baker. Hier kann ich nur einen Kauftipp abgeben.

Shadow Keep - Corruption Within

Gerade mal 1 1/2 Jahre nach Gründung der Band und Top-Platzierungen im Internet in den mp3.com-Charts veröffentlichen Shadow Keep eine CD, die von Mr. Prog-Metal himself (Karl Groom, bekannt als Gitarrist von Threshold, Shadowland, Strangers On A Train und als Produzent u.a. von Moria Falls) in seinen (und Clive Nolans) Thin Ice Studios produziert wurde. Mr. Nolan (Pendragon, Arena, Shadowland und und und) darf sogar bei einem Titel die Keyboards bedienen (laut Booklet - zu hören ist das leider nicht). Musikalisch bewegen sich Shadow Keep im reinen Heavy Metal-Bereich und müssen sich vor anderen Größen in diesem Genre bestimmt nicht verstecken. Aber auf Dauer ist mir diese Art von Musik einfach zu eintönig.

Shadow Keep - A Chaos Theory

Auch die zweite CD von 'Shadow Keep' wurde von Threshold-Mastermind Karl Groom produziert. Aber musikalisch sind sie auf 'A Chaos Theory' nicht reifer geworden. Immer noch gar heftiger Metal, der mit Prog nicht viel zu tun hat. Mäßiger Gesang und irgendwie klingen alle Songs gleich. Keine Ahnung, warum sich Karl Groom für die Band so einsetzt. Denn mit dieser Musik werden sie wohl den Durchbruch nicht schaffen. Dafür ist's einfach zu einseitig und mir eindeutig zu hart. Wegen der super Sound-Qualität und weil man auch mal Musik zum Bügeln braucht, gibt's von mir gerade noch ein 'na ja, es geht so'.

Shadowland - Edge Of Night (2 CD / 1 DVD)

Shadowland waren in den 90ern eine meiner absoluten Lieblings-Bands. Vor allem der Zusammenschluss von Karl Groom (Threshold) und Clive Nolan (Pendragon) war damals neben den 'Strangers On A Train' - Alben richtig genial. Und die Musik ging auch in eine ähnliche Richtung der zwei Bands. Nicht so proggig wie Pendragon und nicht so heavy wie Threshold. Also eine tolle Mischung. Leider war 1996 mit der dritten Studio-CD 'Mad As A Hatter' schon wieder Schluss mit Shadowland (warum auch immer). Deswegen glich es eigentlich einer kleinen Sensation, dass sich die Band - fast in Original-Besetzung - (nur Ian Salmon am Bass wurde durch Mark Westwood ersetzt) 2009 entschloss, wieder zusammen aufzutreten. Ich möchte mich nicht wiederholen, aber die guten Polen von Metal Mind Productions haben mal wieder ein dickes Package mit einer DVD und 2 CDs herausgebracht, auf der das Konzert vom 16. Februar 2009 in Katowice verewigt wurde. Wie auf fast allen Metal Mind - Sachen kann man auf jeden Fall von einer brillianten Song- und Bildqualität sprechen. Die Jungs haben echt was auf dem Kasten und scheuen auch keine Mühen. Auch wenn ich nach 13 Jahren Shadowland-Abstinenz von der ganzen Musik nicht mehr so richtig begeistert bin (okay ... mein Musikgeschmack hat sich in den Jahren doch auch verändert und ist ein bißchen 'härter' geworden), finde ich's doch klasse, dass es jetzt endlich eine Live-Veröffentlichung gibt, auch wenn's so lange gedauert hat. Shadowland-Fans müssen hier unbedingt zugreifen, für alle Anderen ist das ein schöner Querschnitt aus den 3 Studio-Cds sowie einem neuen Song ('The Edge Of Night'). Als Bonus auf der DVD ist dann noch ein Interview mit Karl Groom und Clive Nolan vertreten sowie ein Video 'Shadowland live in Holland' mit nochmal 8 Live-Songs (die allerdings auch in Katowice gespielt wurden und somit eigentlich unnötig sind).

Shakary - The Last Summer

Ex-Clepsydra-Gitarrist Lele Hofmann überraschte die Prog-Welt ja vor Jahren schon mit seiner neuen Band 'Shakary' mit der hervorragenden Doppel-CD 'Alya'. Deswegen war ich auf 'The Last Summer' ganz schön gespannt. Aber irgendwie bin ich ein bißchen enttäuscht. Mit dem neuen Sänger Michael Branzino habe ich irgendwie so meine Probleme (er singt etwa so langweilig wie Andy Latimer bei Camel). Musikalisch ist Shakary auch weiterhin über jeden Zweifel erhaben. Klasse Songs, geniale Gitarren-Parts (was will man von Lele Hofmann auch anderes erwarten), aber irgendwie springt der Funke bei mir nicht so recht über, obwohl ich die Scheibe schon ziemlich oft gehört habe (ich muss aber zugeben, dass sie mir immer mehr gefällt). Clepsydra-Fans sollten auf jeden Fall zugreifen. Alle anderen sollten vielleicht vor dem Kauf mal hineinlauschen. Zu bestellen gibt es die CD bei meinem Kritiker-Kollegen Werner Wachtarczyk in seinem Progressive-Corner und wird (wie immer bei Werner) prompt geliefert.

Shakary - 2006

Wer es aus unerfindlichen Gründen nicht geschafft hat, die beiden CDs des Ex-Gitarristen von Clepsydra, Lele Hofmann, zu kaufen (was zwischenzeitlich ziemlich schwierig bis unmöglich ist), hat jetzt die einmalige Gelegenheit, das nachzuholen. Denn sowohl 'Alya' (in Teilen) als auch 'The Last Summer' (komplett) wurden jetzt völlig neu aufgenommen, von Noel McCalla mehr als genial eingesungen (Kenner wissen ja, dass der gute Mann Nachfolger von Chris Thompson bei Manfred Mann's Earthband ist) und mit einem Gastauftritt von Arjen Lucassen und Steve Rothery veredelt. Veröffentlicht wurde das Teil jetzt unter dem Titel 'Shakary 2006' und ist sowohl für bereits 'alle Shakary-CD-Besitzer' als natürlich umso mehr für alle sonstigen Prog- und Clepsydra-Fans ein absolutes MUSS !! Zu kaufen gibt es die Doppel-CD unter anderem bei www.justforkicks.de, die auch noch pfeilschnell liefern. Nur geil das Teil !!!

Shameless - Famous 4 Madness

Glam-Rock ist ja nicht unbedingt das, was sich ein eingefleischter Proggi so reinzieht. Aber mir geht es zumindest so, dass ich ab und zu nach dem ganzen 'komplizierten' Prog-Zeug eine CD einlegen muss, die die Ohren einfach nur durchbläst und Spaß macht. Und da kommt die Band 'Shameless' um den Münchner Bassisten Alexx Michael mit ihrem erfrischenden Rock 'n Roll ganz gut. Immerhin 4 Jahre hat es gedauert, bis mal wieder was von der Band auf den Markt geworfen wurde. Mit dabei sind Steve Summers und Stevie Rachelle (Vocals), ein gewisser B.C. und Michael Thomas an den Gitarren und Kari Kane sowie T Burr an den Drums. Aber auch die 'Gäste-Liste' lässt sich sehen. Jani Lane (Warrant), John Corabi (Motley Crue), Phil Lewis (LA Guns), Eric Singer (Kiss) und Keri Kell (Alice Cooper, Slash's Snakepit usw. und Mit-Produzent der CD) sagen dann schon, in welche Richtung die Scheibe geht. Wer mal wieder 42 Minuten fetten Rock 'n Roll braucht, sollte Shameless unbedingt mal antesten. Infos über die Band gibt's unter www.shamelessrock.com und auch bei MySpace sind sie natürlich vertreten.

Sharff, Billy - No Return From Snockville

Billy Sharff ist ein Musiker, Fotograf und Filmemacher aus Cornish, New Hampshire, der schon 2 Lang- und mehr als ein Dutzend Kurz-Filme produziert hat. Die Filme liefen be vielen Film-Festivals von England bis Indien.
Seine musikalische Karriere begann, als er die Musik für seine Filme aufgenommen hat und so gründete er eine R&B-Cover-Band, die Songs von Curtis Mayfield, Wilson Pickett und Otis Redding nachspielte. Da fing er auch an, eigene Lieder zu schreiben, die er dann auf Acoustic-Gigs und zusammen mit Gitarrist Isaac Luxon performte. 2006 begann dann die Arbeit für das vorliegende Album ’No Return From Snockville’.
Neben Gitarre und Violine, seine Hauptinstrumente zu der Zeit, erweiterte er sein Repertoir auf mehr als 10 Instrumente von Saxophon bis zum Keyboard. Bis auf die Schlagzeugparts auf 2 Songs hat er auch alle Lieder der CD komplett alleine eingespielt.
Insgesamt bewegt sich die CD im ruhigen Blues- und Folk-Bereich, wandert aber schon auch mal in einen kernigen Rock ab (z.B. beim Opener ’I’m Dead’). Wunderschön sind aber vor allem die gefühlvollen Balladen (’Four Years’, Jenny’ oder auch ‚’Song To Sing When Feeling Blue’) sowie der Schluß-Song ’The End Of The Road’, der mir persönlich besonders gut gefällt. Eine schöne Platte zum genießen, bei dem auch die angenehme Stimme von Billy Sharff gefällt. Weitere Infos gibt’s unter
www.bsharff.com, wo die CD auch käuflich erworben werden kann. Außerdem kann man natürlich in ein paar MP3-Files reinhören.

Sherinian, Derek - Inertia

Derek Sherinian, Ex-Keyboarder von Dream Theater und jetzt bei Platypus am Werk, beglückt uns, unterstützt u. a. von den Toto-Männern Steve Lukather und Simon Phillips mit einer reinen Instrumental-CD, die wohl nur für absolute Keyboard-Freaks interessant sein dürfte. Ziemlich schwer verdauliche Songs, die einem im Laufe der Zeit auf den Keks gehen. Und das Abdriften in Jazz-Gefilde gibt mir dann den Rest. Technisch auf jeden Fall brilliant gespielt, aber für Prog-Freunde eher nichts.

Sherinian, Derek - Black Utopia

Die letzte Scheibe von Ex-Dream Theater und Platypus - Keyboarder Derek Sherinian habe ich ja mehr oder weniger verrissen (und stehe da auch noch dazu) und hatte mir eigentlich geschworen, da kein Geld mehr zu investieren. Doch auf den Tip einer Geschäftskollegin, ob ich den kenne würde und die CD 'Black Utopia' wäre ganz toll, habe ich es dann halt doch nochmal gewagt und mir das Teil besorgt. Unterstützt von ein paar 'großen' Gitarristen (Yngwie Malmsteen, Zakk Wylde, Steve Lukather und !!! Al DiMeola), Billy Sheehan und Tony Franklin am Bass, Simon Phillips an den Drums (und als Co-Produzent) sowie Jerry Goodman an der Violine gibt's ein rein instumentales Album, das allerdings ganz schön kurzweilig ist. Von bretthart über elendes Gedudel bis hammergefühlvolle Stücke ist alles vertreten und zumindest mit gemischten (eher positiven) Eindrücken wandert die CD wieder aus dem Player und wird sicher noch ein paar mal im Laufe der Zeit rotieren. Glück gehabt, Herr Sherinian.

Shining Star - Enter Eternity

Musik aus Brasilien ist ja jetzt auf meiner Page nicht wirklich oft vertreten. Um nicht zu sagen ich habe so gar nix aus diesem Land zu bieten. Umso erfreuter war ich, als mir mein Kritiker-Kollege Roland Ludwig von Crossover eine CD der brasilianischen Band 'Shining Star' zukommen ließ. Also rein in den Player und mal lauschen. Der Opener 'Nightmare' klingt noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch auffallend ist schon mal, dass der Sänger Lance King auf jeden Fall was kann und Gitarrist Fabio Rocha auch kein Schlechter ist. Aber ab dem zweiten Song 'Insanity' weiß man, wo der Hase lang läuft. Midtempo-Melodic-Rock im Stil von Balance Of Power (wen wundert's bei dem Sänger) oder ... mit Abstrichen Narnia (weil jetzt Narnia-Sänger Christian Rivel doch völlig anders singt). Absolute Highlights sind mit 'Insomnia' (so richtig zum mitwippen und mitsingen), der Ballade 'Never Too Late' sowie dem Schluss-Song 'Travel Through Time' auch vertreten. Wer die oben genannten Vergleichs-Bands mag, sollte Shining Star auf jeden Fall mal antesten.

Shiva - Desert Dreams

Wer auf knackige, schnörkellose Power-Rock-Songs mit weiblicher Stimme steht, sollte unbedingt die neueste Scheibe der schwedischen Zweimann-Band (äh natürlich ein Mann und eine Frau) 'Shiva' antesten. Fette Gitarrenarbeit von Mats Edström und schöner dreckiger Gesang von Anette Johannson (die ab und zu ein bißchen an Kimberly Goss von 'Sinergy' erinnert), aber auch ein paar stille Momente (wie z.B. bei der genialen Ballade 'Losing My Child') machen 'Desert Dreams' zur besten MTM-Veröffentlichung in der letzten Zeit. Mehr über die Band gibt es unter www.shivahardrock.com und ich kann die CD allen 'Rockern' unter uns nur weiterempfehlen.

SH.TG.N - Sh.Tg.N

Von der belgischen Metal-Jazz-Band ‘Sh.TG.N’ (sprich Shotgun) und ihrem genauso betitelten und live in Lüttich eingespielten Erstlingswerk sind vor allem meine Kritiker-Kollegen der Babyblauen Seiten sehr angetan und haben sie sogar im Monat November 2012 zum ‘Tipp des Monats’ gekürt. Und ich kann meinen Kollegen Thomas Kohlruß und Jochen Rindfrey nur beipflichten. ‘Sh.Tg.N’ ist ein herausragendes Werk durchgeknallter Musik, bei dem fette Gitarren-Riffs, dröhnendes und hektisches Schlagzeug gepaart mit quietschendem Keyboard daherrumpelt und Sänger Fulco Ottervanger manchmal richtig fies in der Gegend rumpöbelt. Das ist punkiger Rock at it’s best und alle rockbegeisterten Musik-Fans sollten mehr als ein Ohr riskieren.
Erstaunlicherweise wurde das Werk bei Moonjune-Records veröffentlicht und das Label ist ja eigentlich für brilliante Jazz-Alben bekannt. Und davon ist SH.TG.N meilenweit entfernt. Tolles Debut.

Shouting Matches, The - Grownass Man

Wer mal wieder genug von kompliziertem Prog hat und gerne in Richtung Blues seine Ohren erholen will dem habe ich einen tollen Tipp. Denn die Band ‘The Shouting Matches’, gegründet von Bon Iver - Mastermind und Gitarrist Justin Vernon, liefern mit ‘Grownass Man’ ein geniales Blues-Album ab, das von vorne bis hinten begeistert und einfach nur cool und relaxed ist.
Wer Bon Iver nicht kennt ... das geht so Richtung Folk / Singer Songwriter, war 2011 in den Deutschen Charts immerhin auf Platz 26 (mit dem Album ‘Bon Iver, Bon Iver’) und bekam 2012 den Grammy als bestes Alternative-Album.
‘Grownass Man’ besticht vor allem durch seine Lässigkeit, dem genialen Gitarrenspiel von Justin Vernon, einer tollen Stimme und auch der coolen Orgel, die ab und zu im Hintergrund so richtig retro klingt. Manchmal rockt’s auch ein bißchen (z.B. bei ‘Heaven Knows) oder klingt so wie man sich New Orleans bei Nacht vorstellt (obwohl die Band aus Wisconsin stammt und New Orleans aus eigener Erfahrung bei Nacht einfach total übel ist). Ein richtig schönes Album, das leider einen Nachteil hat. Das ist die Spielzeit von nur ca. 35 Minuten. Aber der Kauf lohnt sich natürlich trotzdem.

Signs Of One - Innerlands

Eine neue Band aus dem Hause Unicorn Digital gibt es mit 'Signs Of One', die aus Quebec City stammt. 'Innerlands' ist bereits die zweite CD, das Erstlingswerk wurde unter Eigenregie produziert und verkauft und entzieht sich völlig meiner Kenntnis. 'Signs Of One' ist ein typischer Fünfer, also Vocals, Gitarre, Bass, Keyboard und Drums. Die CD beginnt recht mystisch mit dem 1 1/2 minütigen 'Reverie', das dann fast nahtlos in den nächsten Song 'Innerlight' übergeht. Das läuft ganz flott runter mit guter Rhythmus-Gitarre und mehrstimmigem Gesang und wird zum Ende richtig rockig. Ein wirklich guter Opener. Der Prog-Faktor ist aber noch nicht so hoch. Der folgt aber postwendend, nachdem der nächste (recht kurze) Song 'Frantic Memories' das Thema des Vorgängers weiterführt, mit 'Confusion' mit ein paar hübschen Breaks und Gitarren-Läufen. Hier scheint dann Teil 1 der CD zu Ende zu sein (alle Songs sind bis jetzt ineinander übergeganen und haben jeweils das Thema des vorherigen Songs weitergeführt). 'Wise Man' ist dann ein recht ruhiges Stück mit akustischer Gitarre und Keyboards, das mich am Anfang ein bißchen an Pink Floyds 'Welcome To The Machine' erinnert hat ... aber nur ganz kurz. Der Song wandelt sich zur Hammer-Ballade mit wirklich hervorragendem Gesang und tollem Gitarren-Solo. Alle weiteren Songs (insgesamt sind's 14 Stück) einzeln zu beschreiben, sprengt hier ein bißchen den Rahmen. Nur soviel sei gesagt ... es geht auf höchstem Niveau weiter. Weiteres Highlight ist sicher das Titelstück 'Innerlands', auch eher getragen, super gesungen und fett mit Gitarrensolo veredelt. Zwischendurch rockt es auch ziemlich heftig (=> 'Legends Lives') und progged gewaltig (bei den 2 längsten Songs, die beide knapp 9 Minuten Spieldauer haben). Für mich ist 'Innerlands' von 'Signs Of One' ganz sicher DIE Entdeckung des noch recht jungen Jahres und ich kann Euch die CD nur ans Herz legen. Eine Hörprobe gibt es auf der Band-Homepage (Achtung: PopUp zulassen!!) und bei MySpace.

Sigur Ròs - ( )

CD reingelegt ... angehört ... sprachlos. Schon mal passiert ?? Wenn nicht habe ich einen Tip: Sigur Ròs mit der CD '( )' (nee, das ist kein Schreibfehler ... das Teil heißt wirklich so). Aber was will man erwarten. Das Cover ist Schwarz-Weiss gesprenkelt, das Jewel Case ist in einer weißen Plastik-Hülle verpackt, bei der die ( ) ausgestanzt sind. Rückseite ist weiß , die CD ist komplett weiß und das 12-seitige Booklet ist ... leer. Toll ... wie heißen die Titel? Wie heißen die Musiker? Wer hat's produziert? Was will uns der Künstler damit sagen ?? Einziger Hinweis ist der kleine Aufdruck www.sigur-ros.com auf der Rückseite des Booklets. Aber auch da gibt's nicht viele Informationen. Die Titel heißen Track 1, Track 2, Track 3 ... bis Track 8 und die anderen Fragen werden so gut wie nicht beantwortet. Na toll. Die Jungs kommen auf jeden Fall aus Island und mein erster musikalischer Eindruck war 'Björk hat sich einen üblen Drogen-Cocktail reingepfiffen und ist kurz vor'm Exodus'. Okay ... das war jetzt vielleicht etwas hart, aber mit 'Track 1' fühle ich mich echt in die psychedelische 70er-Zeit von Pink Floyd und Konsorten versetzt (wabernder, träger Keyboard-Teppich mit zirpsendem Etwas im Hintergrund und wimmernde Gitarre gibt einem den Rest kurz vor'm Abfliegen in andere Sphären). 'Track 2 geht etwa genauso weiter, nur dass plötzlich auch noch jemand 'singt' (meine Recherchen haben ergeben, dass das keineswegs Björk oder eine andere Frau ist sondern ein MANN !! Der arme Kerl, dem müssen sie bei der Aufnahme echt die Nüsse eingeklemmt haben bei so einer engelsgleichen Stimme). Der Hammer ist aber echt, daß ich die Scheibe wirklich mehrfach am Stück durchgehört habe, weil ich sowas bestimmt die letzten 25 Jahre nicht mehr erlebt habe. Diese wirklich faszinierenden Keyboards und Pianos, der Gesang dazu und die in über 70 Minuten kontinuierliche Steigerung (ab der Mitte der CD steigt plötzlich das Schlagzeug ein, dass ich vorher nicht wahrgenommen habe) bis zur Reinkarnation der Smashing Pumpkins (Track 7 klingt wirklich wie eine Session von der 'Adore'-CD) machen mich echt fast sprachlos. Geht einfach mal auf die o.g. Homepage von Sigur Ròs und klickt dort 'Lyrics' an ... im Hintergrund gibt's dann die entsprechenden Soundfiles. Und wenn ihr dann mehr wollt ... CD KAUFEN !!!!!

Je nach Art und Menge des eingenommenen Drogen-Cocktails zwischen Schrott und Wahnsinn.

Sigur Rós - Heima (DVD)

Hammer ... einfach Hammer. Die mit Abstand geilste Konzert-DVD in meinem Regal ist ohne Zweifel 'Heima' der isländischen Band Sigur Rós. Noch nie was davon gehört? Dann unbedingt nachholen und sich Stuff von den Jungs besorgen. Eine CD-Kritik gibt es ja schon auf meiner Page. Aber das muss man einfach selbst erlebt haben. Beschreiben ist echt schwierig. Musikalisch lässt sich Sigur Rós eigentlich mit nichts vergleichen. Innovativ wie Pink Floyd in ihrer Anfangszeit, der Gitarrist bearbeitet sein Instrument schon mal mit einem Geigenbogen und insgesamt ist es einfach nur Atmosphäre pur. Irgend eine Sigur Rós-CD einlegen, Licht aus, Lautstärke hoch und einfach nur wegschweben. So könnte man's vielleicht beschreiben.
'Heima' ist aber was ganz Besonderes. Nach einer ausgiebigen Welt-Tournee kam die Band in ihr Heimatland zurück, um dort noch eine Reihe von kostenlosen und unangekündigten Konzerten zu geben. Und die dann auch noch in teilweise außergewöhnlichen Locations wie vor einem einsamen Bauernhaus oder bei einer Protest-Veranstaltung gegen Umweltzerstörung in Island. Aber auch ein Riesen-Konzert in Reykjavik ist dabei. Und 'Heima erzählt von diesen Konzerten mit zwischendurch Interviews oder grandiosen Landschaftsaufnahmen. 'Heima' sind 2 DVDs, wobei mir nicht so recht erschließt, warum 2 DVDs, denn teilweise sind die Sachen identisch. DVD 1 ist dann aber mehr ein Film mit Konzert-Ausschnitten (und mehr Interviews und Informationen) und DVD 2 ist mehr Konzerte und weniger anderes Zeugs. Insgesamt sind das dann schlappe 250 Minuten Sigur Rós der außergewöhnlichen Art. Okay, das Teil ist nicht gerade billig, aber wer noch einen draufsetzen will, sollte die Super-Deluxe-Version mit 116-seitigem Fotobuch kaufen. Einfach nur toll. Ich kann das jedem Musik-Freund nur ans Herz legen. Und ein tolles Weihnachtsgeschenk für liebe Freunde wäre es auch. Ich bin auf jeden Fall total begeistert.

Sigur Rós - Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust

Endlich beglücken mich meine Lieblings-Isländer 'Sigur Rós' mal wieder mit einer kompletten Studio-CD. Ich möchte jetzt den Titel nicht nochmal hier erwähnen (ich vertippe mich da immer), aber übersetzt heißt das 'Mit einem Brummen in den Ohren spielen wir endlos weiter' (nett, oder?). Der Opener 'Gobbeldigock' kommt für Sigur Rós-Verhältnisse ja geradezu fröhlich und euphorisch rüber. Netter Einstieg. Und auch der folgende Song (ich hab jetzt echt keinen Bock das abzutippen ... ist ja furchtbar) ist eher 'fetzig'. Aber wer die traurigen und gefühlvollen Momente der Band so liebt (wie ich), kommt auch auf seine Kosten. Sie haben halt echt das Talent, Gefühle und Bilder in ihre Musik zu bringen. Man kann einfach so dahinschweben (nein ... ich hab keine Drogen genommen) und die Band nimmt einen auf eine wunderschöne Reise mit. Freunde der Band werden sich am Anfang vielleicht tatsächlich über die Fröhlichkeit wundern ... aber in Island ist es ja auch ab und zu mal hell ... vielleicht haben sie so einen Moment ausgenützt um ein paar bißchen andere Songs zu schreiben :-))
Immer noch wärmstens zu empfehlen ist aber die DVD 'Heima' (siehe meine Kritik).

Sigur Ros - Inni

Nach dem genialen Konzert-Film ‘Heima’, den Ihr hoffentlich alle gekauft habt und genauso begeistert seid wie ich, gibt es mit ‘Inni’ endlich auch mal eine Live-Doppel-CD der Isländer, die von vorne bis hinten begeistert. Aufgenommen in London und insgesamt 110 Minuten lang spielen die Jungs in brillianter Aufnahme-Qualität einen Querschnitt ihres Schaffens, bei der keine Studio-CD ausgelassen wird. Und auch wenn die Musik doch sehr gewöhnungsbedürftig und außergewöhnlich ist (manche würden auch sagen ‘immer das gleiche Komische), kommt in keiner Sekunde Langeweile auf sondern man wird immer faszinierter von dieser Klangwelt. Aufgeschlossene Musik-Liebhaber, die von Sigur Ros noch nichts gehört haben, sollten mit ‘Inni’ einen prima Einstieg schaffen. Selbstredend bleibt es aber nicht bei den 2 Live-CDs sondern das Paket beinhaltet auch noch (wahlweise als DVD oder Blue-Ray) einen 75-minütigen Konzertfilm, der in schwarz-weiss gehalten richtig genial aufgenommen wurde. Muss man haben.

Silent Force - Infatuator

Ex-Sinner-Gitarrist Alex Beyrodt und Ex-Royal Hunt Sänger D.C. Cooper haben mit ihrer zweiten Silent Force - CD es immerhin geschafft, CD des Monats Dezember 2001 bei Rock Hard zu werden. Bei mir hat es die CD fast geschafft, Staubfänger des Jahres zu werden. Nach den ersten drei Songs habe ich mir echt überlegt, ob ich das Teil einfach als Bierdeckel verwenden soll. Aber wie es dann halt bei mir so ist, höre ich doch weiter und ich muß sagen, je länger die Scheibe läuft, desto besser wird sie. Ist mir Sänger D.C. Cooper am Anfang doch sehr auf die Nüsse gegangen (also Entschuldigung, aber am Anfang der CD singt er einfach grauenhaft) und musikalisch fand' ich es eine ziemlich billige Kopie von 'Statovarius meets Sonata Arctica but we copy only the terrible songs'. Aber die CD erfährt tatsächlich eine gigantische Steigerung, so daß ich am Ende der CD doch sehr enttäuscht war, daß das Teil schon aus ist. Naja, vielleicht gefallen mir die ersten paar Songs irgendwann auch noch. Insgesamt ein 'nettes' Power-Metal-Scheibchen.

Silent Wedding, The - Livin Experiments (VÖ:06.04.2013)

Manchmal denkt man an nichts Böses, geht kurzfristig auf ein Threshold-Konzert (am 11.11.2014 in Ludwigsburg in der Rockfabrik ... übrigens total genial), kommt sogar trotz Scheiß Verkehr rechtzeitig zur ersten Band in die Venue und ... was für ein Hammer ... ‘The Silent Wedding’, eine Band aus Athen, lässt es sowas von krachen. Die Jungs waren dermaßen genial, dass ich mir gleich am Merch-Stand ihre CD ‘Livin Experiments’ gekauft habe. Sie haben mich vom ersten (von insgesamt 5 Songs die sie spielen durften) Moment an an Savatage erinnert, was nicht nur daran lag, dass mit ‘Gutter Ballet’ ein Savatage-Cover gespielt wurde. Nein, die restlichen 4 Songs (alle von der vorliegenden CD) waren sowas von genial, fett, melodisch, hart und so nah an den besten Zeiten von Savatage, dass es richtig ärgerlich war, dass die 5 Jungs nicht noch ein paar Sachen spielen durften. Nach einer halben Stunde war leider schon Ende. Und der Sound war auch perfekt.
‘Livin Experiments’ ist somit allen Prog-Metal-Fans, die ein bißchen auf Bombast und Härte stehen, wärmstens zu empfehlen. Absolute Highlights der CD sind ‘To Them’ (hiervon gibt es auch ein offizielles Video auf YouTube), ‘A Cry From Within’ (eine fette Power-Ballade), ‘The Tale Of Strahd’, ‘I Am You’ und ‘In Vitro’. Infos und Bezugsquellen gibt es auf der Homepage. Als MP3-Download kann man das geniale Werk aber auch bei Amazon erwerben.

Silver - Intruder

Gary Barden (Praying Mantis und Ex-Michael Schenker Group), Bernie Torme und Bob Daisley (beide Ozzy Osbourne), Don Airey (Ex alles mögliche und jetzt bei Deep Purple), Bertram Engel (huch ... wie kommt der da rein ... aus der Band von Peter Maffay), dazu noch ein paar Gast-Musiker wie z.B. Colin Hodgkinson (Whitesnake), Marco Minnemann (Ex-H-Blockx) und Tommy Denander (Radioactive, Sayit und und und). Was kann man da erwarten ?? Und vor allem was bekommt man dann tatsächlich ?? Frage 1 muss jeder für sich beantworten. Frage 2 ist schnell erledigt: Auf knapp 46 Minuten gibt es 11 Songs in Richtung härterem Melodic-Rock, die allerdings mehrere Durchläufe brauchen, um wirklich zu begeistern. Neben kackigen Rock-Nummern (wie dem Titelsong) und einem Cover-Stück (Dance With The Devil) gibt es auch eine hammergefühlvolle Ballade (When The Lights Go Down). Wer vor etwas sperrigeren Scheiben nicht abgeschreckt wird obwohl er was leicht verdauliches erwartet, sollte zugreifen. Die CD gibt es bei AOR-HEAVEN.

Simak Dialog - Demi Masa

Moonjune Records ist ja vor allem bekannt für ziemlich geniale Prog-Jazz-CDs, wenn man auf so eine Art von Musik steht. Wie ich schon öfter erwähnt habe, kann ich mit Jazz nicht wirklich warm werden, aber wenn dann zumindest die Musiker zeigen, was für tolle Techniken sie drauf haben und dass sie sowohl ihre Instrumente als auch das Song schreiben verstehen, bin ich natürlich nicht abgeneigt, auch so eine CD hier auf meiner Homepage vorzustellen. Es wird ja bestimmt auch Prog-Jazz-Freunde unter meine Homepage-Lesern geben. Und unter diese Kategorie fällt auch die Band 'Simak Dialog' aus Indonesien, genauer gesagt aus Jakarta. Gegründet wurde die Band von Riza Arshad (Fender Rhodes elecric piano und Synts) sowie einem gewissen Tohpati (elektrische und akustische Gitarre). Das sind auch absolut die zwei prägenden Instrumente, wobei man Bassist Adhithya Pratama nicht vergessen darf, denn der spielt einen wirklich guten Rhythmus und auch richtig schwere Passagen. 'Demi Masa' ist bereits das fünfte Album der Band, die seit 1993 besteht. Und vor allem der Vorgänger 'Patahan' (von 2007), der ebenfalls bei Moonjune veröffentlicht wurde, hat weltweit in 25 Ländern richtig enthusiastische Kritiken bekommen für die ersten Alben gab's sogar 2 Jazz-Preise in Indonesien. Um die Band noch vollständig vorzustellen: Es machen auch noch 2 Percussionisten mit, besser gesagt Endang Ramdan und Erland Suwardana, die 'Sudanese Kendang Percussions' spielen. Und das macht die Musik von Simak Dialog noch mehr zu was ganz speziellem. Ein paar Vocals werden zwischendurch eingestreut durch Gast-Vocalisten und auch ein Soundscape-Mann darf sich beim Song 'Karuhun' dazugesellen. Richtig angenehm an der CD finde ich, dass hier nicht einfach nur drauf los gejazzt wird sondern dass immer wieder auch orientalische bzw. asiatische Anleihen durchscheinen, die richtig gut sind. Und auch die zwei Percussionisten machen die CD richtig interessant. Die haben auch richtig was drauf. Wer sich ein besseres Bild über die Musik der Band machen möchte, sollte ihre MySpace-Seite besuchen.

Simak Dialog - The 6th Story (VÖ: 2013)

Irgendwie scheint das heutige Update ein ziemlich indonesisches zu sein. Denn auch die Band ‘Simak Dialog’, ebenfalls bei Moonjune unter Vertrag, kommen aus dem fernen Osten und machen ... wer hätte es bei diesem Label gedacht, auch progressiven Jazz. Den Vorgänger ‘Demi Masa’ hatte ich ja auch schon auf meiner Seite besprochen und fand sie vor allem wegen den außergewöhnlichen Percussions ziemlich interessant.
‘The 6th Story’ ist, wie der Name schon sagt, die sechste Veröffentlichung der Band aus Jakarta und auch hier stehen zwar Keyboarder Riza Arshad und Weltklasse-Gitarrist Tohpati total im Vordergrund, doch die Rhythmus-Sektion darf auch richtig zeigen was sie kann.
Für verwöhnte Prog-Ohren ist ‘The 6th Story’ bestimmt ganz schön harter Tobak, denn eingängige Melodien sucht man hier vergebens. Wer aber auf intelligenten Jazz, gespielt von brillanten Musikern, steht, bekommt mit Simak Dialog’s neuestem Output eine richtige Perle in den Player. Mehr Infos gibt es auch auf der Homepage der Band.

Simeon Soul Charger - Meet Me In The Afterlife

Normalerweise versuchen ja neue Bands, zuerst in ihrer Heimat bekannt zu werden um dann später die Welt zu erobern. Bei ‘Simeon Soul Charger’, einer recht frischen Band aus Ohio, scheint der Weg gerade anders herum zu gehen. Sie haben ihre Zelte in Amerika komplett abgebrochen, sind ins tiefste Bayern in ein Bauernhaus gezogen, konnten beim RPWL-Label ‘Gentle Art Of Music’ einen Plattendeal ergattern und versuchen nun Europa zu erobern. 30 Live-Termine ab März 2011 wurden schon bestätigt und auch auf einigen Festivals werden die Jungs als Headliner auftreten. Im ‘Beipackzettel’ der Plattenfirma zur CD wird auf einen ‘melodiös-dreckigen Led Zeppelin-Sound der frühen 70er Jahre’ hingewiesen, den ich allerdings nicht ganz bestätigen kann. Im Gegenteil. Simeon Soul Charger klingen sehr frisch und modern und Led Zeppelin kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Klar, auch Sänger Aaron Brooks hat eine sehr eigenwillige und markante Stimme (von daher könnte man das schon mit Robert Plant vergleichen), aber musikalisch bewegt sich die Band dann doch in ganz anderen Gefilden und sind viel abwechslungsreicher als Led Zeppelin. Schon der Opener ‘Vedanta (The Nothing)’ knallt ganz heftig rein und die quietschende Gitarre am Schluss kommt recht fett daher. Aber auch bluesige Stücke können ‘Simeon Soul Charger’ richtig gut (hört Euch nur mal den Song ‘Please’ an ... das klingt nicht nach Ohio sondern eher nach New Orleans). Richtig geil ist aber der Schluss-Track ‘The Swallowing Mouth’ ... mit über 11 Minuten auch das längste Stück auf der CD und da zeigen die Jungs wirklich alles. Alleine deswegen würde sich der Kauf schon lohnen. Insgesamt ist ‘Meet Me In The Afterlife’ eine hochinteressante CD geworden, die überraschenderweise bei ‘Gentle Art Of Music’ veröffentlicht wird, obwohl sie so weit von RPWL entfernt ist wie Ohio vom tiefsten Bayern. Hier sollte man auf jeden Fall mehr als ein Ohr riskieren. Zu haben ist das Werk ab 04.03.2011 und mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Simeon Soul Charger - Harmony Square

Das Erstlingswerk der Band aus Ohio (die sich im Umland von München auf einen abgelegenen Bauernhof zurückgezogen haben um von dort aus mit ihrer Musik Europa zu erobern) ‘Meet Me In The Afterlife’ habe ich Euch ja schon auf meiner Homepage vorgestellt und ans Herz gelegt. Und nach knapp 100 Konzerten der Band und vielen Supportshows z.B. für DAD oder Stefan Dettl haben die Jungs jetzt mit ‘Harmony Square’ einen weiteren Meilenstein zu ihrer Karriere in Form eines Konzeptalbums oder einer fast Rock-Oper hinzugefügt.
Die Geschichte von ‘Harmony Square’ handelt von dem Protagonisten, der sich durch Zufall am ‘Harmony Square’ wiederfindet, dem Marktplatz eines abgeschiedenen Dorfes. Und dort erfährt er neben den gesellschaftlichen Missständen (wie Volksunterdrückung und schamlose Ausnutzung dieses Elends und die daraus resultierende Revolte) auch von unterschiedlichen Lösungen gegen sie.
Musikalisch sind ‘Simeon Soul Charger’ viel ruhiger und melodischer geworden, was nicht nur an den diversen Beiträgen von Gast-Streichern und anderen merkwürdigen Instrumenten wie ‘Rain Stick’, Earth Drum’ oder auch der ‘Saw Harp’ liegt. Nein, aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Art Rock-Oper handelt, wird eben viel erzählt (= gesungen) und daneben Begleit-Musik gemacht. Es gibt aber auch genügend Instrumental-Parts, die den Musikern Freiraum lassen sich zu entfalten.
‘Harmony Square’ ist zwar in 15 einzelne Songs unterteilt, kann aber ohne Zweifel als ein durchgehendes Stück bezeichnet werden, weil auch keine Pausen dazwischen sind und alles ineinander übergeht. Ab und zu erinnert ‘Harmony Square’ sogar an die Spätwerke der Beatles. Und das dürfte doch alleine für viele Proggies schon ein Kaufanreiz sein.
Veröffentlicht wird die Scheibe am 14.09.2012 bei Gentle Art Of Music und mehr Infos gibt es natürlich auch auf der Homepage der Band. Interessantes Teil !!

Simmonds, Mickey - The Seven Colours Of Emptiness

Ich habe mich echt seit Jahren gefragt, was eigentlich der in meinen Augen Ausnahme-Keyboarder Mickey Simmonds (den man ja jahrelang in der Band von Fish und auch bei Camel bewundern konnte) macht. Sein letztes mir bekannte Lebenszeichen als Solo-Künstler war ja die 1996 veröffentlichte Scheibe 'The Shape Of Rain', die hier natürlich empfohlen werden kann. Also habe ich mal ein bißchen im Internet gestöbert und tatsächlich herausgefunden, dass Mickey 2007 eine neue CD mit Namen 'The Seven Colours Of Emptiness' veröffentlicht hat. Musste ich mir natürlich gleich über seine Homepage bestellen und das Teil war sowohl recht günstig (durch den zur Zeit genialen Pfund-Kurs) als auch nach knapp einer Woche geliefert. Und was soll ich sagen ... der Kerl hat nichts verlernt. Im Gegenteil Hört man sich nur mal Song 2 an (Voices) stellt man fest, dass Mickey auch noch ein begnadeter Gitarrist ist. Denn 'The Seven Colours Of Emptiness' wurde mal wieder komplett von Mickey Simmonds selbst eingespielt, und zwar alle Instrumente. Wie es für einen Keyboarder üblich ist, liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf seinem Lieblings-Instrument. Aber im Gegensatz zu sonstigen Solo-Ergüssen von Keyboardern (man höre sich nur mal Zeugs von Geoffrey Downes oder auch Jim Gilmour an) ist die Scheibe durchweg melodisch und nicht nur ein rauf- und runtergenudel von irgendwelchen Keyboard-Läufen (unter dem Motto schaut mal wie schnell ich das kann). Im Gegenteil. Die ruhigen Parts überwiegen bei diesem Output (ähnlich wie bei 'The Shape Of Rain') und es wurde viel Wert auf Melodie gelegt. Und es sind ein paar richtig fette Highlights drauf ('Back', 'Open Door', 'Time Waits' oder eben das schon genannte 'Voices'). Schön mal wieder was von Mickey Simmonds gehört zu haben denn der hat mir immer ziemlich gut gefallen. Ich kann hier nur eine Kaufempfehlung abgeben.

Simon - Sweet Angel

Gast-Kritik von Georg Loegler

Spielzeit : 57:01

Plattenfirma/Vertrieb : Eigenveröffentlichung /USA

Zu dieser Band bin ich über das Forum auf kipwinger.com gestossen, als Matt Iorlano erwähnte, er sei ein Schüler von Rod Morgenstein gewesen. Davon ist auf dem vorliegenden Werk nichts zu merken, denn er ist lediglich Percussionist... SIMON sind ganz klar das Baby des Sängers,Gitarristen und Komponisten Steve Hartmann, der mit seiner Glatze und dem Gewand auf den schwarz-weissen Fotos aussieht wie ein thailändischer Mönch. Das Trio (Jru Breder spielt Bass) bietet hier auf 10 Songs (+ Ghost Track, der 1 Minute nach dem letzten Song plötztlich aus dem off ertönt) Folk(-Rock), der am ehesten mit der Musik von Michael Dickes vergleichbar ist. Steve’s eindringliche, manchmal jedoch auch fast zerbrechliche Stimme trägt die ausnahmslos melancholischen Songs. Ich habe ein Faible für solche ruhige Art von Musik, doch manchesmal sagt mir das phasenweile Gejaule nicht mehr so ganz zu und das Fehlen der Drums wirkt über volle CD Länge ermüdend. Eine kleine Band mit schönen Songs, die 10 $ kosten bei Matt Iorlano, 11 Lawrence Pl # 1, Brighton,MA 02135 USA. Homepage : www.simonband.com (Da es sich hier um eine Eigenproduktion handelt, moechte ich hier keine Wertung im üblichen Sinne vornehmen.)

Georg Loegler

Simon, Alan - Excalibur II (The Celtic Ring)

Nachdem die CD ja Excalibur II heißt und auf dem Aufkleber 2nd Chapter of Alan Simon's Celtic Rock Trilogy steht, müsste es ja eigentlich schon Teil 1 geben. Der ging an mir so völlig vorbei und ist zumindest in den einschlägigen Online-Shops auch nicht mehr zu erhalten. Sei's drum ... auf jeden Fall hat Excalibur II NICHTS mit der CD 'Excalibur' von und mit Michael Ernst (siehe meine Kritik) zu tun, auch wenn man vielleicht auf diese Idee kommen können. Denn auch auf der hier vorliegenden Scheibe machen Berge von Gast-Musikern bzw. ganzen Gast-Bands mit. Genannt seien mal Jon Anderson (Yes), Alan Parsons (allerdings nur als Produzent), Fairport Convention, John Helliwell (Supertramp), John Wetton (Asia, King Crimson usw.), Justin Hayward (Moody Blues), Martin Barre (Jethro Tull), Barclay James Harvest und so weiter. Eine recht nette Ansammlung wie ich finde ... nur sind die Leute zum Teil überhaupt nicht herauszuhören, was ja eigentlich recht schade ist ... warum läd man dann so charakteristische Musiker ein ??
Musikalisch ist Excalibur II eine insgesamt recht ruhige CD, die, keiner hätt's gedacht, ziemlich oft in irischen bzw. schottischen Folk abdriftet (kein Wunder, bei dem Titel 'The Celtic Ring'). Wer also auf solche Sachen steht, kann sich die Scheibe ruhig mal reinziehen. Auf jeden Fall hält sie leider nicht das was die Horde an Gast-Musikern verspricht.
Und wer ist eigentlich Alan Simon? Keine Ahnung. Auf jeden Fall hat er alle Songs geschrieben. Tipps sind willkommen !!

Simplefast - Cursed (VÖ: Herbst 2014)
Metal aus Griechenland ist auf meiner Seite jetzt nicht unbedingt oft vertreten. Trotzdem gibt dort einige Bands, die man unbedingt erwähnen sollte. Neben ‘The Silent Wedding’ (siehe meine Kritik), die ich als Vorband von Threshold entdeckt hatte, müsst Ihr auch unbedingt ‘Simplefast’ antesten, denn die Jungs rocken was das Zeug hält. Zwar ist ‘Cursed’ nur eine EP mit insgesamt 6 Songs (wobei man das erste Stück ‘Last Hope For Salvation’ noch abziehen muss ... das ist mit nicht mal 2 Minuten eher ein lockerer Einstieg), aber die sind einfach total cool und gehen sofort in die Beine und die Matte auf dem Kopf, wenn sie dann noch vorhanden ist.
‘Within Your Soul’, mit knapp über 4 Minuten auch schon das längste Stück der EP, ist mit das Beste, was ich im Metal-Bereich in letzter Zeit gehört habe. Ordentliche Geschwindigkeit, cooler Refrain der nicht mehr aus dem Ohr geht, fette Gitarrenriffs. Total Cool. Und auch das Titelstück haut einen vom Stuhl. Auf Youtube könnt Ihr Euch ein eigenes Bild machen und dann hoffentlich die EP bestellen. Sehr starkes Teil

Simplefast - Apocalypse (VÖ:19.05.2017)
’Simplefast’ aus Griechenland haben mich bereits im Jahr 2014 mit ihrer EP ‘Cursed’ begeistert (siehe meine Review). Und nun gibt es mit ‘Apocalypse’ einen regulären Output der Thrash-Metaller. Es beginnt mit dem Titelstück als instrumentales Intro, gefolgt von ‘Pain’, einer Thrash-Perle mit typischen Metallica-Riffs und ziemlich genialem Gesang vermischt mit leichten Growls und eingängigem Refrain. Das ist was zum Haare schütteln. Danach ‘The Escape’, mit knapp 5 1/2 Minuten das längste Stück auf dem Album und auch hier gefällt mir vor allem die fette Gitarren-Arbeit und die Abwechslung zwischen klarem Gesang und eingestreuten Ansätzen von Growls. Toller Song. ‘Not Coming Home’ haut dann in eine ganz andere Kerbe. Getragen mit sehr gefühlvoller Gitarre. Richtig schöne Ballade, die eine völlig andere Seite von ‘Simplefast’ zeigt. Nach diesen knapp 5 Minuten ist aber Schluss mit Ausruhen, denn mit ‘Sins’ geht es wieder richtig vorwärts. Mehr Rock als Thrash-Metal aber trotzdem richtig gut (okay ... zwischendurch ist es ganz schön schnell). Auch ‘King Of The World’ ist eher in Richtung Power-Metal angesiedelt. Hier gefällt mir vor allem der zweistimmige Gesang. Dann wird es richtig heftig. ‘As Chaos Prevails’ ist an Geschwindigkeit fast nicht mehr zu überbieten. Die Gitarristen Hector Stavrakas und Nick Mantas spielen sich hier den Arsch ab. Aber auch die Rhythmus-Arbeit von Drummer Stratos Midelias und Bassist Nikolas Tzanavaras ist hier richtig präsent. Fetter Song. Ganz interessant ist das dann folgende Instrumental ‘Enter The Maze’, das eher in Richtung Black Sabbath geht und richtig genial ist. Eine völlig andere Seite von ‘Simplefast’. Richtig auf die 12 gibt es dann noch mit ‘Chasing Ghosts’, bei dem dann Sänger Phil Roussos nochmal zeigen darf was er drauf hat. Die CD endet dann mit ‘Alive’, einem gut eine Minute langem Outro, das nicht wirklich spektakulär ist.
Mein Fazit ist, dass ‘Simplefast’ sowohl musikalisch als auch was die Produktion betrifft noch eine Stufe nach oben gekommen sind. Mit ‘Apocalypse’ müssen sie sich vor anderen Bands in diesem Genre sicher nicht verstecken. Mehr Infos über die Band sowie eine Bestellmöglichkeit für schlappe 10 Euro gibt es auf der Homepage der Band.

Sinergy - Suicide By My Side

The Bitch is back !!! Metal-Sängerin und Sinergy-Chefin Kimberley Goss hat mit ihren Jungs mal wieder zugeschlagen. Hat mich die Band auf der letzten Nightwish-Tour als Vor-Band schon mehr als überzeugt, bin ich jetzt felsenfest davon überzeugt, daß mit 'Suicide By My Side' nun endlich der Durchbruch im Power-Metal-Bereich zu schaffen ist. Mit dem Gitarren-Duo Alexi Laiho (Children of Bodom und gleichzeitig Kimberleys Lebensabschnittspartner) und Roope Latvala (weiß nicht wo der herkommt) gibt's massenweise Gitarrenriffs und Power-Metal-Hymnen bis zum Abwinken. Und der Gesang von Kimberley Goss passt einfach hervorragend zur Mucke. Kein opernhaftes Rauf- und Runter (wie z.B. bei Nightwish oder Edenbridge) sondern knallharter Rock-Gesang allererster Güte. Nachteil der CD ist eindeutig die Länge von nur etwas über 38 Minuten. Aber vielleicht ist das auch gut so, den für mich als verwöhnten Proggie wäre mehr Metal am Stück vielleicht auch zuviel und der Titel der CD wäre dann evetuell auch noch wahr.

Skew Siskin - Peace Breaker

Hat sich schon mal jemand gefragt, wie Motorhead klingen würde, wenn Lemmy eine weibliche Rock-Röhre wäre? Tja, all denen wird seit 1989 gedient, denn die Berliner Band Skew Siskin wütet seit Ende der 80er Jahre (mit einer kleinen 'Auszeit' im Jahr 2000 durch Bandauflösung und 2001 der Reunion) mit ziemlich knackigem Kick-Ass-Metal in der Musiklandschaft und als Sängerin ist Nina C Alice am Mikrofon und die macht tatsächlich ein bißchen den weiblichen Lemmy. Und jetzt gibt es ne neue Scheibe mit Namen 'Peace Breaker', und wenn man sich die Titel so auf der Zunge zergehen lässt wie z.B. 'Metal In Your Face', 'Ridin With The Devil' oder 'Hit You Harder' ist klar, dass es da auch textlich voll 'abgeht'. Richtig witzig finde ich aber den Song 'Eva Braun Is Back In Town' (zum Glück mit nem 'Stop Nazis!' - Zeichen daneben). Wer also von dem ganzen komplizierten Prog-Zeugs mal die Schnauze voll hat und mal wieder so ein richtig schnelles Gitarren-Gewitter über sich ergehen lassen will, sollte es mit Skew Siskin probieren. Danach sind die Gehörgänge wieder frei. Klasse.

Skys, The - Colours Of The Desert

Und wieder ist ein weißer Fleck auf der Prog-Rock.Info-Welt-Karte in Form einer Review verschwunden. Denn ‘The Skys’ kommen aus Litauen und aus diesem Land hatte ich bis jetzt noch keine Band auf meiner Homepage.
Es ist echt erstaunlich, dass es ‘The Skys’ bis jetzt noch nicht zu einer Review bei mir geschafft haben, denn ‘Colours Of The Desert’ ist bereits die vierte CD der 5 Jungs aus dem Baltikum und die Band besteht immerhin schon seit 1995 und 2004 gewannen sie beim New York International Music Festival den Award für die beste internationale Band.
Alleine der Opener und gleichzeitig das Titelstück, das immerhin schon fast 8 Minuten dauert, zeigt was die Jungs drauf haben. Da wird Prog-Rock in feinster Art und Weise zelebriert. Tolle Gitarren-Soli, herrliche Keyboard-Läufe, ein Gesang der ein bißchen an ‘Arena’ erinnert und manchmal klingt’s auch ein bißchen an Eloy. Einfach wunderbar. Und die CD geht gerade so genial weiter. Mal klingt’s nach Asia, mal etwas nach Strangers On A Train (wobei der Background-Gesang von Anne Marie Helder - jetzt Panic Room und früher auch Mostly Autumn auch einen großen Anteil hat). Ich möchte gar nicht auf die einzelnen Songs eingehen, denn ‘Colours Of The Desert’ begeistert von vorne bis hinten und sowohl Freunde des Prog-Rock (im Stile von Arena oder auch Camel und Konsorten) als auch von Pink Floyd (Saxophon !!) sowie Fans der 70er kommen hier voll auf ihre Kosten. Also spart Euch ein paar Euro von Euren Weihnachts-Geschenken und wartet auf den 18.01.2013, denn dann wird das geniale Teil in Deutschland veröffentlicht. Bis dahin dürft Ihr Euch auf der Homepage der Band umschauen und in freudiger Erwartung dort ein bißchen stöbern. Das könnte schon Anfang Januar die Prog-CD des Jahres 2013 werden !!!

Slamer - Nowhere Land

Kritik von Siggi Greck:
Mit seinem neuen Projekt „Slamer“ liefert der geniale Musiker Mike Slamer (City Boy, Streets, Steelhouse Lane, Wall Of Silence, Seventh Key) wieder eine tolle Scheibe für alle Melodic Rock Freunde ab. Zusammen mit Terry Brock (Gesang, Ex-Strangeways, The Sign) und Billy Greer (Kansas, Seventh Key) hat er die Songs geschrieben, die sich dann erwartungsgemäß in der Schnittmenge Kansas, Streets, Seventh Key (allerdings etwas gitarrenlastiger) bewegen. Terry Brock ist meiner Meinung nach einer der besten Sänger dieser Musikrichtung und mit dem Multitalent Slamer (Guitars, Keyboards und Produktion) kann dann eigentlich auch nicht viel schief gehen.
Anspieltipps: Superstar, Jaded, Nowhere Land, Higher Ground
Also, Freunde des anspruchsvollen Melodic Rocks: Hier kann man nicht viel falsch machen!

Slivovitz - Bani Ahead

Slivovitz ist mir bis jetzt erst als ekeliger jugoslawischer Pflaumen-Schnaps untergekommen. Und meine Erinnerungen daran sind nicht wirklich die Besten. Ich finde schon mal, dass das als Band-Name ganz witzig gewählt ist, zumal der Siebener nicht mal aus dem ehemaligen Jugoslawien sondern aus Italien kommt. Die Band besteht bereits seit 2001 und ‘Bani Ahead’ ist schon das dritte Album (nach ‘Slivovitz’ und ‘Hubris’). Musikalisch angesiedelt sind die Jungs irgendwo zwischen Fusion Jazz gemischt mit ein bißchen Prog, wobei die jazzigen Parts doch sehr überwiegen. Und auch wenn die Band aus insgesamt sieben Musikern besteht, hört man vor allem Saxophon und Gitarre. Der Rest (von Trompete über Violine bis Harmonica) läuft eigentlich eher nur nebenher und darf ab und zu glänzen (wie z.B. die Violine bei ‘Cleopatra Through’. Für Jazz-Freunde sicher eine interessante Neuerscheinung ... eingefleischte Proggies sollten vielleicht vorher erst mal intensiv reinhören. Veröffentlicht wurde das Album natürlich bei Moonjune Records.

Smolski, Victor - The Heretic

Zum Zeitpunkt des Kaufs dieser CD habe ich so um die 800 CDs. Und endlich gibt es mal Eine die mich sprachlos macht. Ich habe keine Ahnung, was ich zu dieser CD schreiben soll. Vielleicht nur die Fakten. Victor Smolski, den meisten Lesern wahrscheinlich völlig unbekannt, ist Gitarrist bei den Bands Rage und Mind Odyssey. Und er ist der Sohn des berühmten weissrussischen Komponisten Dimitri Smolski. Der Titel der CD 'The Heretic' bedeutet auf Deutsch übersetzt 'Der Ketzer'. Die CD wurde zusammen mit dem Weissrussischen Staatsorchester unter Leitung von Dimitri Smolski eingespielt (was für Musiker aus den Rage-Kreisen ja nichts ungewöhnliches ist). Die CD handelt von Hexenverbrennung und der Inquisition. Und nun bin ich mit den Fakten am Ende.

Und die Musik ??? Hmmm ... Also Victor Smolski wimmert und jammert und frickelt auf der Gitarre, das Staatsorchester spielt sich den A.... ab und seine Rage-Kumpels und er rezitieren auf Deutsch, Englisch und Russisch historische Dokumente. Noch Fragen ?????

Von mir nicht bewertbar (was nicht heißen soll, das die CD schlecht ist, höchstens äußerst gewöhnungsbedürftig).

Snarling Adjective Convention - Bluewolf Bloodwalk

Die beiden Kopecky-Brüder William und Joe sind ja den regelmäßigen Lesern meiner Homepage keine ganz Unbekannten mehr, sind sie doch auf einigen Veröffentlichungen von Unicorn Digital vertreten. Und jetzt wüten sie auch ein bißchen bei der neuesten Unicorn-Formation 'Snarling Adjective Convention' zusammen mit Roger Ebner (Saxophon), Dan Maske (Keyboards, diverse Blasinstrumente) und Craig Walkner (Drums). Leichte Kost ist 'Bluewolf Bloodwalk' sicher nicht, denn dafür ist die Musik der Jungs schon ziemlich abgefahren. Fast nur instrumental (bis auf zwei Songs, auf denen William Kopecky's Frau Sophie ein paar Gedichte auf französisch rezitiert) gibt's teilweise ziemlich was vor den Latz geknallt. Ziemlich düstere Gitarren, viel Saxophon dazwischen, dazu ein immer präsenter Keyboard-Teppich und immer hart an der Grenze zum unmelodischen. Das ist sicher keine CD zum nebenher hören sondern erfordert die volle Aufmerksamkeit. Aber dann erkennt man überdeutlich, was für perfekte Musiker die Jungs von 'Snarling Adjective Convention' sind. Die haben schon einiges drauf. Instrumental-Prog-Freunde die auch keinen Aber vor teilweise recht chaotischen und jazzigen Passagen haben, sollten 'Bluewolf Bloddwalk' auf jeden Fall mal antesten. Freunde der Melodie lassen lieber die Finger weg. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Snubnose - Jesus

Gast-Kritik von Georg Lögler

Spielzeit : 43:50 Plattenfirma/Vertrieb : Reveal Yourself /Eigenproduktion
Vergleichbare Bands : Deftones, Faith No More

Melodic-Groove-Core bezeichnet die Ludwigsburger Formation ihren Sound und stellt uns mit diesem (Konzept-)Album bereits ihre 4. Veröffentlichung vor. Melodic stimmt- trotz hohen Härtegraden schwenkt man immer wieder auf Melodielinien ein, wobei ich mich ertappe sie vor mich hin zu summen, z.B. "Release". Groove- ja auch, die 13 Songs (die sich inhaltlich mit der Sichtweise von Personen befassen, denen Jesus begegnet ist) zeichnen sich sich durch Drive, klar differenzierten und druckvollen Sound aus. Core – aua! Das ist ja nicht so mein Ding und da bin ich auch nicht der Fachmann zu...aber wenn eine ganze Halle mit 2000 Leuten im Kollektiv ausrastet und wohin ich auch immer blicke Leute mit SNUBNOSE T-Shirts durch die Luft fliegen sehe ( so geschen in Owen auf der Rocknacht im März 2001), dann ist das wohl Core !
Der letzte Song erinnert mich an die FAMOUS B.BROTHERS und deren Album "The Dead Sea Scrolls" habe ich schon vor 9 Jahren gelobt. Fazit : Die vier sehr engagierten Christen haben hier ein überzeugendes Werk abgeliefert mit übrigens einem brilliant und liebevoll gestaltetem Cover- und Bookletartwork. Leute, die etwas open-minded sind, sollten die Band mal testen.
www.snubnose.com e-Mail : info@snubnose.com

Soft Machine Legacy - Live Adventures

Die ganz ‘Alten’ unter uns kennen bestimmt noch die Band ‘Soft Machine’, die sich Mitte der 60er-Jahre in Canterbury (England) formierte und bis heute eine Menge von Line Up - Wechseln zu verkraften hatten. Und obwohl sich die Band nie offiziell auflöste, war sie doch einige Jahre verschwunden. Ende der 90er formierte sich die Band neu unter dem Namen ‘Soft Ware’ und hier waren dann Elton Dean, Hugh Hopper, John Marshall und Keith Tippet mit dabei. Tippet geht, Allan Holdsworth kommt, ein neuer Band-Name mit ‘Soft Works’ folgt. Dann gibt’s die Umbenennung in ‘Soft Machine Legacy’ (um die Nähe zur Ur-Band zu demonstrieren) und weitere Musiker-Austausch-Aktionen folgen. 2006 stirbt Elton Dean und es folgt Theo Travis. Hugh Hopper wird krank und vertretungsweise kommt Roy Babbington in die Band. Außerdem tritt John Etheridge wieder der Band bei (der war in den 70ern schon mal Mitglied). So ... jetzt habe ich mal Berge von Namen in die Runde geworfen und wer meine Homepage aufmerksam verfolgt hat den einen oder anderen Namen bestimmt schon mal gelesen und weiß jetzt auch um welche Musikrichtung es sich bei ‘Soft Machine Legacy’ handelt und wo die Scheibe ‘Live Adventures’ veröffentlicht wurde. Natürlíich ... hier handelt es sich um feinen Prog-Jazz vom dafür bekannten Label Moonjune Records. Für mich als nicht unbedingt Jazz-Liebhaber ist ‘Live Adventures’ erstaunlich leicht verdaulich, weil nicht nur wild in der Gegend rumgejammt wird sondern ‘sogar’ großen Wert auf Melodie und teilweise Eingängigkeit gelegt wird. Trotzdem kommen Jazz-Freunde voll auf ihre Kosten. Und wenn man dann noch bedenkt, dass die Jungs die Scheibe tatsächlich live eingespielt haben, fällt einem schon manchmal die Klappe runter, was für perfekte Musiker das sind. Wirklich fein gemacht und auch der Nicht-Jazz-Freund sollte mal ein Ohr riskieren. In diesem Genre bestimmt eine der besten Veröffentlichungen.

Soft Machine Legacy - Burden Of Proof (VÖ: 2013)

Nach der Live-Scheibe des Soft Machine - Nachfolgers ‘Live Adventures’ gibt es nun endlich auch eine neue Studio-CD, die von Beppe Crovella in Italien aufgenommen wurde (siehe auch meine Review zu seiner CD ‘What’s Rattlin On The Moon’). Und in der Besetzung John Etheridge (Gitarre), Theo Travis (Tenor Saxophon, Flöte, Piano), Roy Babbington (Bass) und John Marshall (Drums) wird wieder gejazzt und gejammt was das Zeug hält ohne jedoch auf schöne Melodie-Linien zu verzichten.
Nun ist Jazz bekanntermaßen nicht wirklich mein Genre aber ich denke mal dass Freunde dieser Musikrichtung an ‘Burden Of Proof’ ihre helle Freude haben werden. Die könne hier bedenkenlos zugreifen. Veröffentlicht wurde das Teil natürlich wieder auf dem Moonjune Label.

Sonata Arctica - Silence

Nach dem bemerkenswerten Debut 'Ecliptica', einer Tour mit Rhapsody und Stratovarius, und einer grottenschlechten Cover-Versionen-CD die keiner braucht legen die finnischen Power-Metaller ihre zweite offizielle Studio-CD vor, bei der man merkt, daß sie sich enorm weiterentwickelt haben. Super Speed-Hymnen mit geilen Keyboard-Läufen und Gitarren-Riffs gepaart mit einigen Balladen und einem 10-minütigen Longsong entlocken mir eine absolute Kaufempfehlung für Freunde von Bands wie Stratovarius oder Edguy.

Sonata Arctica - Winterhearts Guild

Begonnen als Stratovarius-Klon haben es Sonata Arctica jetzt wohl endgültig geschafft, aus dem Schatten ihrer Vorbilder herauszutreten und etwas eigenständiges zu machen. Klar, Sonata Arctica spielen immer noch Power-Metal, bei dem vor allem die Double-Bass-Drums im Vordergrund stehen, aber der Wiedererkennungswert wird immer höher. Schon beim ersten Song 'Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited' denkt man nicht 'noch ne finnische Metal-Band' sondern 'aha ... Sonata Arcitca haben wieder was Neues gemacht'. Und so soll's ja auch sein. Geile Speed-Hymnen, tolle Ballade(n) und der jetzt schon fast obligatorische Long-Song ('Draw Me') machen dann eine tolle CD ohne Ausfälle und eine Kauf-Tip für Metal-Fans.

Sorrows Path - Doom Philosophy (VÖ: 12.09.2014)
Der Titel der CD nimmt es schon ein bißchen vorweg. ‘Sorrows Path’ machen keinen Prog-Rock sondern Doom-Metal gepaart mit ein bißchen Gothic, Power-Metal und Orientalischen Einflüssen.
Die Band aus Griechenland gibt es schon seit fast 22 Jahren doch diverse Schicksalsschläge wie der Tod des Bassisten Takis Drakopoulos oder ein Motorrad-Unfall von Gründungsmitglied Kostas Salomidis mit folgender 5-jähriger Rekonvaleszenz sowie diverse Line-Up-Wechsel haben die Jungs immer wieder zurück geworfen.
Erst im Jahr 2010 wurde dann das erste vollständige Studio-Album namens ‘The Rough Path Of Nihilism’ veröffentlicht, das relativ schnell ausverkauft war und Konzerte mit Genre-Größen wie Sabaton, Forsaken oder auch Sanctuary folgten. 2012 / 2013 wurde dann mit Unterstützung von Snowy Shaw (King Diamond, Therion, Sabaton) als Gast-Sänger sowie Edgar Rivera (Ex Solitude Aeturnus) als Gitarrist die vorliegende Scheibe ‘Doom Philosophy’ eingespielt und unter dem deutschen Label ‘Iron Shield Records’ letztendlich dann 2014 auf den Markt gebracht.
Musikalisch haben ‘Sorrows Path’ einiges drauf, denn gerade die Mischung aus Power Metal (der eigentlich alleine auf Dauer schon ganz schön langweilig ist) und doomigen Parts (vor allem die fett tief gestimmten Gitarren) sowie die zwischendurch genialen Gitarren-Soli geben den Songs was eigenständiges, was sich von der Masse der Genre-Bands abhebt. Klar müssen sich Freunde der Prog-Musik erst einmal daran gewöhnen, aber zum Ohren durchpusten taugt die Musik auf jeden Fall. Coole Scheibe, die ich nur empfehlen kann. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage. Dort kann die CD auch für schlappe 10 Euro bestellt werden.

Spaced Out - Unstable Matter

Obwohl ‘Unstable Matter’ bereits das vierte Studiowerk der Franko-Kanadischen Prog- / Jazz- / Fusion-Band (neben einer Live-DVD) ist, bedeutet es für mich absolutes Neuland. Nun kann ich ja mit reinem Jazz nicht viel anfangen (um nicht zu sagen man kann mich damit jagen), deswegen war ich nach dem Studium des Beipack-Zettels und einigen Recherchen im Internet über die Vorgänger-CDs doch etwas mit Vorurteilen belastet. Nichts desto trotz habe ich mich an ‚Unstable Matter’ gewagt und muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. So richtig jazzig ist das alles gar nicht sondern geht doch in vielen Teilen in Richtung ‚Rush goes Jazz’, also fette Drums (durch Martin Maheux ... siehe auch meine Review über die CD ‚Sybille’ von ‚Martin Maheux Circle’) und ziemlich geile Bass-Linien von Antoine Fafard, der auch alle Songs geschrieben und die CD produziert hat. Nicht zu vergessen aber auch Mark Tremblay an der Gitarre, der mehr als einmal zeigt, was er drauf hat. Und siehe da, auch das 3-Mann-Line-Up deutet ein bißchen auf Rush hin, allerdings ohne Gesang. Aber der wäre bei der Musik von Spaced Out auch eher unangebracht. Wer also auf fette Instrumental-Musik im Stil von jazzig-abgedrehten Rush steht, sollte ‚Unstable Matter’ unbedingt antesten. Erschienen ist die CD bei Unicorn Digital (www.unicorndigital.com) und dürfte bei www.justforkicks.de zu erwerben sein, denn die haben so gut wie alle Unicorn-Veröffentlichungen auf Lager.

Spaced Out - Evolution

Nach längerem Warten gibt es endlich mal wieder einen Output des franko-kanadischen Instumental-Trios 'Spaced Out'. Wer meine letzte Review über die CD 'Unstable Matter' gelesen hat, wird sich die Scheibe ja sicher gleich besorgt haben. Ich fand das Werk richtig genial und bei 'Spaced Out' wird ziemlich klar, dass gute Prog-Musik nicht unbedingt Gesang braucht (zumal viele Prog-Bands durch schlechte Sänger ja eigentlich abgewertet werden). Somit war ich ziemlich gespannt auf 'Evolution' und ich muss sagen, auch diese CD überzeugt mich von vorne bis hinten. Ziemlich groovender Prog-Rock bei dem jeder der drei Musiker ausgiebig zeigen kann, was er an seinem Instrument kann. Und das ist einiges. Über die Fähigkeiten von Schlagzeuger Martin Maheux habe ich ja schon in einigen anderen Kritiken ausgiebig geschrieben, ist er doch auf diversen anderen Scheiben vertreten. Und Gitarrist Mark Trembly zeigt auch wieder mehr als ein mal, was er so alles drauf hat. Bassist / Gitarrist / Keyboarder ( sowie Songschreiber und Producer) Antoine Fafard hat hier mal wieder ein paar ganz tolle Melodie-Linien aus dem Ärmel geschüttelt und ziemlich fett produziert. Veredelt wurde die Scheibe dann von Richard Addison in seinen Trillium-Studios. Und das bedeutet dann auch noch einen richtig brillianten Sound. Zum Glück sind auch auf 'Evolution' die Jazz-Anteile ziemlich wenig bis nicht vorhanden, so dass ich für 'Evolution' an alle Freunde des instrumentalen Prog eine absolute Kaufempfehlung aussprechen kann. Veröffentlicht wurde die Scheibe natürlich wieder bei Unicorn Digital.

Sparks - Exotic Creatures Of The Deep

Ja leben die auch noch!! Das war mein erster Gedanke als ich erfahren hatte, dass die Sparks, meine Pop-Helden der 70er und 80er Jahre, mal wieder eine CD veröffentlichen. Immerhin sind die Brüder Ron und Russell Mael jetzt schon seit 37 Jahren (!!) auf dem Markt und in der Zeit haben sie 20 Platten bzw. CDs herausgebracht. Und 'Exotic Creatures Of The Deep' ist nun der 21. Output, der am 09. Oktober 2008 das Licht der Welt erblicken wird. Man erinnere sich nur an so Song-Perlen wie 'This Town Ain't Big Enough For Both Of Us' oder 'When Do I Get To Sing My Way'. Ja ich weiß ... das hat jetzt so gar nix mit der Musik zu tun, die ich sonst hier auf meiner Homepage bespreche. Aber auch ich war mal jung und hatte Vorlieben auch für ganz andere Musik. Deswegen hier die Vorstellung der CD praktisch als Hommage an 2 nicht totzukriegende Künstler. Und man mag über die Musik der Sparks denken was man will ... es ist wirklich eine enorme Leistung, sich so lange im Musik-Business zu halten. Und wenn man sich die Fotos im Booklet von den Zwei so anschaut, könnte man meinen, dass sie überhaupt nicht gealtert sind. Okay, Ron Meal hat sein typisches Hitler-Bärtchen mittlerweile nicht mehr und sieht eher aus wie Rhett Butler (oder wie der Heinz von 'Vom Winde verweht' genau heißt) ... noch genau so 'schmierig' aber irgendwie seriöser. Und Russell Meal ist immer noch der volle Schönling und könnte glatt als Zwillingsbruder von Bryan Ferry durchgehen. Musikalisch bewegen sich die Sparks weiterhin auf poppigen und elektronischen Pfaden (Ron Meal hat also an seinen Keyboards nichts verlernt) und die Stimme von Russell Meal ist immer noch ziemlich hoch und klar. Proggies werden sich natürlich mit Grausen von der CD abwenden ... aber ich tippe mal drauf, dass die Single-Auskopplung 'Good Morning' oder auch der Song 'Let The Monkey Drive' auch ohne unsere Unterstützung ein weiterer Top-100-Hit werden wird.

Spearin, Charles - The Happiness Project

Was für eine schräge Idee. Da fragt Charles Spearin eine Haufen seiner Nachbarn, was für sie 'Happiness' sei, die erzählen was und über dieses Erzählte wird dann eine Melodie gelegt. So kommen wir dann zu den Aussagen von Mrs. Morris, von Anna, Vittoria, Vanessa, Marisa, Ondine, Mr. Gowrie und nochmal Mrs. Morris. Ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll, aber alleine die Idee zu haben ist schon mehr als genial. Vertont wird das ganze dann ziemlich 'happy' (wie auch sonst) mit Gitarre, Bass, Violine, Trompete, Flügelhorn, Harfe, Saxophon und so weiter. Auch wenn man manchmal ein bißchen die Fröhlichkeit von Songs a la Matt Bianco raushören kann, ist das doch was völlig Eigenständiges und eigentlich so daneben, dass es schon wieder gut ist. Sowas hätte ich glaube ich zu Lebzeiten nur Frank Zappa zugetraut. Das Happiness-Project hat auch eine Homepage und auf MySpace sind sie natürlich auch vertreten. Einfach mal reinschauen und sich genauso überraschen lassen wie ich überrascht war, als ich das zum ersten Mal gehört habe.

Spellbound Dazzle - Unreal Fairy Tales

Spellbound Dazzle kommen aus Norditalien und neben 2 Italienern (Stefano Artus und Dante Britta) machen noch 2 Exil-Kroaten mit, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind (die Brüder Kreso und Branko Stekovic). Die Musik von Spellbound Dazzle zu beschreiben ist etwas schwierig, denn ... obwohl die Grundausrichtung auf jeden Fall beim melodischen Hard Rock liegt ... sind so viele Einflüsse von Folk über Sprechgesang bis Polka vertreten, dass man sich schon fragen muss, was die Jungs eigentlich machen wollen. Ich meine das absolut nicht negativ, denn gerade als eingefleischter Proggie ist man ja froh, wenn eine Band nicht nur eine Stilrichtung beherrscht sondern auch in anderen Gefilden wildert. So ist das Intro mit spanischer Gitarre (geil gespielt) und könnte auch die Filmmusik von einem alten Italo-Western sein, ‘Goodbye My Love’ ist fast ein Prog-Song mit tollen Breaks, fetten Gitarren und angehauchter Folk-Musik. Dann kommt ein bißchen Limp Bizkit durch, im nächsten Stück Osteuropa-Polka, eine Quoten-Ballade ist auch vertreten und ganz am Schluss beim Titel ‘Ruska’ hört man die Herkunft zumindest der zwei Kroaten äußerst deutlich. Es ist ziemlich schwierig, Spellbound Dazzle in eine Schublade zu stecken ... hochinteressant und kreativ ist’s allemal. Mehr Infos über die Band gibt es auf Ihrer Homepage sowie auf den obligatorischen MySpace-Seiten. Muss man auf jeden Fall gehört haben, wenn man auch ein bißchen ‘Spaߒ versteht. Tolle Musiker sind es ganz sicher.

Spheric Universe Experience - Unreal

Wow ... endlich mal wieder was ganz Neues auf meiner Homepage. Prog-Metal aus Frankreich. Hatte ich bis jetzt noch nicht in meinem CD-Player. Und Spheric Universe Experience knallen ganz schön rein. Das kann ich Euch versprechen. 'Unreal' ist bereits die dritte CD der Band und ... logischerweise ... sind mir die zwei Vorgänger-Alben völlig unbekannt. Aber mal sehen ob ich nicht versuche, mir die Teile noch zu besorgen, denn von 'Unreal' bin ich richtig begeistert. Schon der Opener 'White Willow' (ja ... es gibt tatsächlich Franzosen die Englisch können !!) geht voll in Richtung Symphony X, wobei Gitarrist Vince Benaim fast ein zweiter Michael Romeo sein könnte. Und auch Sänger Frank Garcia hat für Prog-Metal-Verhältnisse eine wirklich gute und angenehme Stimme. Zwar kein Russell Allen (das muss auch nicht sein denn wer braucht schon einen Symphony X - Klon) aber er kann einige Oktaven brilliant singen ... und ... man erkennt keinerlei französichen Akzent. Und es geht in diesem Stil weiter. Fette Double-Bass-Drums (Christophe Briand), geile Gitarren-Riffs, super Keyboard (Fred Colombo), der Bassist (John Drai) spielt sich auch den Arsch ab. Richtig was zum Kopfnicken. Die Band hat ja 2008 auf dem Progpower USA in Atlanta gespielt und dort anscheinend ziemlich abgeräumt. Und ich kann mir diese Musik live auch richtig gut vorstellen. Da geht das Publikum bestimmt ab. Die CD hält übrigens durchweg das hohe Niveau und hat überhaupt keinen Durchhänger. Auch das 4-minütige Instrumental O.B.E, wo die Jungs dann zeigen dass sie auch Frickeleien a la Dream Theater drauf haben, ist richtig gut. Deswegen kann ich für 'Unreal' auch nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung an alle Prog-Metal-Freunde abgeben, die auf Bands im Stile von Symphony X oder auch (alte) Pain Of Salvation stehen. Klasse Album. Mehr Infos und Soundfiles gibt es natürlich auf der Band-Homepage sowie ihrer MySpace-Seite.

Spock's Beard - V

Die California-Proggies mit ihrer schon (wie der Name sagt) fünften CD. Aber irgendwie passen sie mir immer noch nicht. Vielleicht liegt es auch am Booklet, wo die Musiker ihre Lieblings-CDs usw. nennen dürfen und mir einfach zu oft der Name 'Beatles' vorkommt. Und wer sind die Beatles ???? Und irgendwie klingt Spock's Beard genauso schlecht. Allerdings gefällt mir die CD weitaus besser wie der Vorgänger 'Day for Night'. Vielleicht wird's ja doch noch irgendwann was mit den Jungs. Gute Ansätze sind auf jeden Fall erkennbar . Und wenn mich die eingeschworene Prog-Gemeinde jetzt zum Teufel wünscht: eher mäßig.

Spock's Beard - Snow

Bevor ich's mir mit der Prog-Gemeinde voll verscherze, versuche ich mal, das sechste Studio-Epos (ich habe hier die limitierte Box mit 3 CDs) etwas 'neutraler' zu kritisieren. Zuerst einmal möchte ich Spock's Beard loben, dass sie es endlich geschafft haben, ein reines Konzept-Album mit einer grandiosen Geschichte, die mich im weitesten Sinne irgendwie ein bißchen an 'The Lamb Lies Down On Broadway' von Genesis erinnert (und komischerweise auch die Musik in einigen Teilen) auf die Beine zu stellen. Bei der Story geht es (in ganz kurzen Worten) um einen Albino mit Namen John, der aber von allen Leuten 'Snow' genannt wird. Und als Gabe kann er in das Innere der Menschen sehen und ihr Leben voraussagen, geht als Erwachsener nach New York, freundet sich dort mit einem Schwarzen ('Harlem Knight') an, gründet mit ihm eine Organisation und hilft anderen Menschen, in dem er ihr Leben voraussagt. Leider kann er auch in sein eigenes Leben sehen und das (schlimme) was er sieht wird auch wahr. Er lebt auf der Strasse und ist dem Tod nahe. Aber seine Freunde, denen er geholfen hat, helfen auch ihm wieder, auf den richtigen Weg zu kommen. Da die ganze Geschichte auf fast 120 Minuten verteilt ist, ist das wirklich nur eine ganz grobe Zusammenfassung. Musikalisch ist's irgendwo typisch Spock's Beard, was natürlich vor allem an der etwas eigenwilligen Stimme von Neal Morse liegt. Aber aufgrund der Länge der Doppel-CD (CD 3 aus der Box beinhaltet 'nur noch' Live- und Demo-Songs) hat es auch ausreichend Platz, dass sich die Musiker gründlich austoben können. Insgesamt finde ich CD 1 recht unspektakulär, der eigentliche Höhepunkt kommt für mich erst bei CD 2, die durchgehend gut und hörenswert ist. Zusammen mit der tollen Geschichte muss ich somit zugeben, dass dies bis jetzt die mit Abstand beste Spock's Beard CD ist, die ich gehört habe (wobei ich offen zugebe, dass mir Spock's Beard bis jetzt überhaupt nicht gefallen hat). An 'The Lamb Lies Down on Broadway' kommt 'Snow' erwartungsgemäß natürlich nicht heran. Aber Prog-Freunde können angesichts der abwechslungsreichen Musik bedenkenlos zugreifen und diejenigen, die Spock's Beard bis jetzt nicht so gut fanden, sollten zumindest mal ein Ohr riskieren.

Spock's Beard - Feel Euphoria

Der Ruf des Herrn an Neal Morse - Fluch oder Segen für die Band ?? Für mich aber ganz ganz deutlich ein SEGEN. Besser hat Spock's Beard zumindest nach meiner Meinung nie geklungen. Fand ich die Ami-Band früher (abgesehen von der letzten CD 'Snow') langweilig bis schlecht und erst mit der Solo-CD von Keyboarder Ryo Okumoto kam etwas mehr Klasse von den Bärten, bin ich von 'Feel Euphoria', die von Drummer Nick D'Virgilio eingesungen wurde, richtig begeistert. Schon der Opener 'Onomatopoeia' ist rockiger als alles, was Spock's Beard jemals gemacht haben. Und die scheibe geht gerade so weiter. Geniale Songs, prima instrumentiert (und vor allem gesungen) und sogar der Longsong (das 6-teilige und 20-minütige 'A Guy Named Sid') gefällt mir wirklich ausgezeichnet. Okay, ein paar Durchhänger sind natürlich auch vorhanden (z.B. das seicht-poppige 'Shining Star') aber bei einer Gesamt-Spielzeit von über 74 Minuten (inclusive der 2 Bonus-Tracks) ist das nicht verwunderlich. Und zur limitierten Papp-Box gibt es dann auch noch eine Bonus-CD in Form eines Samplers von InsideOut mit 11 Titeln von Steve Hackett bis OSI (aus den teilweise erst kommenden Veröffentlichungen aus dem Jahr 2003). Ich würde mal sagen: Für Spock's Beard eine erstaunlich gute Scheibe.

Spock's Beard - Octane

12 Songs verteilt auf 55 Minuten ... und Tschüss Prog-Rock ?? Auf jeden Fall ist auf der neuesten Bärte-CD kein Long-Song im alten Stil mehr vertreten, sondern lauter 3 1/2 bis fast 7 - Minüter (zum Teil auch noch in mehrere Parts unterteilt), die es aber zum Teil trotzdem in sich haben. Ich glaube, Spock's Beard haben jetzt endgültig ihren Post-Morse-Stil gefunden. Und der gefällt mir zu großen Teilen ausgesprochen gut. Schon der Opener 'The Ballet Of The Impact' ist 'trotz' seiner Kürze (von immerhin auch 5 1/2 Minuten) zwar recht seicht aber vielleicht auch deshalb richtig gut (und vor allem von Nick D'Virgilio toll gesungen). Und auch das folgende 'I Wouldn't Let It Go' geht in die gleiche Richtung, ein toller melodischer Song. Weitere herausragende Stücke sind 'She Is Everything' (mit knapp 7 Minuten auch das längste Stück auf der CD), das eher bombastische 'Of The Beauty Of It All', 'Watching The Tide' und 'As Long As We Ride', das sogar etwas rockt. Was mir aber vor allem an den neuen Spock's Beard gefällt ist, dass das ganze früherer 'chaotische' zugunsten von ruhigen, melodischen Stücken fast komplett verschwunden ist. Gut, Frickel-Orgien-Liebhaber werden somit mit den Bärten nicht mehr allzuviel anfangen können ... mit diesem neuen Stil werden die Jungs aber mindestens genauso viele neue Fans gewinnen können. 'Octane' gibt es übrigens auch als Limitierte Special Edition (als Doppel-CD mit 27 Minuten zusätzlichen Bonus-Tracks sowie einem Video über die Aufnahmen von 'Octane'.

Spock's Beard - Spock's Beard

Gähn .... Schnarch ... Gedudel. Ein absoluter Rückfall in alte Spock's Beard - Zeiten ist in meinen Augen diese CD, die mich 77 Minuten lang einfach nur gelangweilt hat. Klar haben die Jungs ihre Instrumente absolut perfekt im Griff und auch Sänger Nick D'Virgilio erweckt immer mehr den Eindruck, dass Ex-Sänger Neal Morse echt ersetzlich ist. Aber musikalisch ist das wirklich ein totaler Rückschritt gegenüber dem Vorgänger 'Octane', der mir (als bekennender Nicht-Spock's Beard - Fan) ja ganz gut gefallen hat. Leider nix für mich aber bestimmt was für alle eingefleischten Spock's Beard Fans.

Spock’s Beard - X

Mit der Ami-Prog-Band ‘Spock’s Beard’ hatte ich ja bis auf wenige Ausnahmen (‘Snow’, ‘Feel Euphoria’, ‘Octane’) so meine Schwierigkeiten und vor allem der letzte von mir kritisierte Studio-Output (Spock’s Beard) war für mich wieder eine ganz schöne Enttäuschung, war die Scheibe doch auch ohne die nölende Stimme von Neal Morse ein Rückfall in alte ‘chaotische’ Zeiten. Trotzdem habe ich der Band wieder eine Chance gegeben und mir ‘X’ gekauft. Und ich weiß nicht so recht ... irgendwie ist das nicht meine Musik (auch wenn ich mir jetzt wieder ein paar Prog-Feinde gemacht habe). Für mich ist’s (bis auf ein paar wirklich gute Parts auf der CD) einfach ein langweiliges und langatmiges Gedudel, das nie so richtig auf den Punkt kommt und vor lauter ‘ich mach den Song noch länger’ auf Dauer einfach einschläfernd wirkt. So richtig begeistern tut mich eigentlich nur der letzte Song ‘Jaws Of Heaven’ ... mit 16 1/2 Minuten auch das längste Lied auf dem Album und durchweg schön und abwechslungsreich. Aber das genügt halt leider nicht, um die CD durchweg zu loben. Aber gut ... bei der Review bitte nicht vergessen, dass ich die Band nicht leiden kann. Fans von Spock’s Beard werden sicher total begeistert sein.

Springsteen, Bruce - The Rising

The Boss is back. Und nach über 10 Jahren hat er mal wieder eine CD mit seiner E-Street-Band eingespielt (u.a. mit Nils Lofgren und 'Little Steven' van Zandt). Und unter den Eindrücken der Ereignisse des 11. September 2001 gibt's auf 72 Minuten meist gediegenere bis traurige Stücke (z.B. 'Into The Fire', 'Paradise' oder 'My City Of Ruins') aber auch Songs voller Hoffnung (wie z.B. 'Let's Be Friends', das sogar etwas orientalisch beginnt). Mir ist die CD (z.B. im Vergleich zu Sprigsteens Highlight 'The River') viel zu depressiv. Aber Springsteen-Fans werden ihre helle Freude daran haben. An den Musikern und an der Produktion ist natürlich nichts auszusetzen. Und dass der CD ein Extra-Booklet mit den ins Deutsche übersetzten Texten beiliegt, finde ich wirklich klasse. Da könnten sich andere Künstler ein Stück davon abschneiden.

Stanley, Paul - LiveTo Win

Kritik von Siggi Greck:

Ein hervorragende Leistung bietet der Kiss-Sänger und -Gitarrist auf seiner 2. Soloscheibe. Harter, melodischer Rock gemischt mit gefühlvollen, manchmal sogar etwas schmalzigen Balladen. Die Songs stammen allesamt vom Meister selbst, unter Mithilfe von Desmond Child und Andreas Carlsson. Für Liebhaber von harter, melodischer Rockmusik sehr empfehlenswert. Einziges Manko: die 10 Songs bringen es gerade mal auf eine Laufzeit von 33 Minuten (da hätte das ebenfalls geniale 1. Soloalbum aus dem Jahr 1978 mit 9 Songs und 35 Minuten Laufzeit noch locker Platz auf der CD gehabt).

St. James, Rebecca - Transform

Gast-Kritik von Georg Lögler

Spielzeit : 53:06 Plattenfirma/Vertrieb : Forefront Records
Vergleichbare Bands : Cindy Bullens, Margaret Becker

Der Gitarrist von EXTOL, einer christlichen Death Metal Band hat sich in Ennepetal diese CD angehört- sie gefiel ihm nicht, so dachte ich, es könnte was für mich sein...Rebecca St James, die gerade mal 23 Jahre alte Australierien, veröffentlicht hiermit bereits ihr 5. Album ! Unterstützt durch mehrere Ausnahmemusiker wie Dann Huff (der das Album z.T. auch produzierte) oder Bob Halligan (der u.a. für ICON Songs schrieb, und 1991 auch eine Solo-Scheibe rausbrachte) ist in Nashville ein total überzeugendes Album entstanden. Die sympathische Frau mit dem strahlenden Lächeln und der phasenweise engelsgleichen (bisweilen aber auch cool-lässigen) Stimme hat hier erneut 12 hervorragende Songs (mit-)komponiert und niemand im säkulären Lager kriegts mit... Allein die 2 Highlights "Reborn" oder "One" würden mit einem guten Video und entsprechender Promotion für ein paar 10.000 Absätze in Deutschland sorgen. Doch da diese Scheibe nur im christlichen Buchhandel erhältlich ist, wird auch dieses fantastische Album einer breiteren Käuferschicht unbekannt bleiben. Was schade ist, denn die Platte gefällt mir dermassen gut, dass ich hier eine Note im absoluten Spitzenbereich auf der "Roland Leicht" Skala vergeben muss.
Erwähnt werden sollte unbedingt noch, dass Rebecca St. James sich immens für diverse Organisationen einsetzt und sie mit ihrer Band die ERSTE (!) westliche Künstlerin überhaupt war, die in KIRGISISTAN (!!!) letzen Monat Auftritte hatte.

Star One - Space Metal

Eigentlich heißt 'Star One' vollständig 'Arjen Anthony Lucassen's Star One' und somit ist wohl jedem klar, dass hier Ayreon-Mastermind A.A. Lucassen dahintersteckt. Warum er diese Scheibe jetzt unter einem anderen Namen als 'Ayreon' veröffentlicht hat, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben, denn was anderes als 'Ayreon' kann auch hier nicht drinstecken. Die gleichen Musiker (Lucassen, Ed Warby, Eric Norlander), altbekannte GastsängerInnen (Sir Russell Allen, Damian Wilson, Dan Swanö und Floor Jansen) und natürlich der unverwechselbare Ayreon-Sound. Fette Keyboard-Passagen, geile Gitarren und ein Super-Damian Wilson machen dann eine Mischung aus 'Universal Migrator Pt. 2' und 'Into The Electric Castle', also metal-angehauchte Songs mit einigen Prog-Anleihen. Ayreon-Freaks dürfen bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten sich vielleicht zum Einstieg eher die 'Electric Castel' kaufen. Die Scheibe gibt's auch als limitierte Doppel-CD. Dort ist dann ein Hawkwind-Medley (mit Hawkwind-Original-Sänger Dave Brock), ein paar Mixe bzw. alternative Versionen und eine grottenschlechte Version von Bowies 'Space Oddity verewigt.

Star One - Live On Earth (CD + DVD)

Wer einen Haufen Geld in der Tasche übrig hat und nur halbwegs was mit Ayreon und Konsorten anfangen kann, sollte sofort in den nächsten CD-Laden rennen und sich die Star One - Box mit Doppel-CD und DVD besorgen. Denn für 25 Euro (soviel habe zumindest ich bezahlt) gibts neben einem kompletten Konzert auf Doppel-CD (mit einer Gesamt-Spielzeit von knapp 2 Stunden) das Ganze plus zusätzlichem Material noch als 150-minütige DVD (aufgenommen mit 3 Kameras). So kommt man in den doppelten Genuss von einem Best Of Ayreon / Star One mit toller Besetzung (als Sänger treten u.a. Russell Allen und Damian Wilson auf), wobei vor allem die DVD mit toller Bild- und Tonqualität (Dolby 2.0) überzeugt. Sensationelle Box die man als Prog-(Metal-) Fan haben MUSS. Dafür gibt's von mir die Höchstwertung.

Star One - Victims Of The Modern Age

Arjen Anthony Lucassen’s härtere Version von Ayreon ... also sein zweites Baby ‘Star One’ geht mit ‘Victims Of The Modern Age’ nach ‘Space Metal’ in die zweite Runde. Als Sänger wurden wieder Sir Russel Allen (Symphony X), Damian Wilson (u.a. Threshold), Dan Swanö (u.a. Edge Of Sanity) und für die weibliche Stimme Floor Jansen (After Forever) verpflichtet, als Musiker neben Arjen spielen Ed Warby (Drums), Peter Vink (Bass), Joost van den Broek (ein paar Keyboard-Solos) und Gary Wehrkamp (Shadow Gallery, der auf 4 Songs mit Gitarren-Soli glänzen darf). Musikalisch geht auch ‘Victims Of The Modern Age’, wie schon oben kurz erwähnt, in die etwas härtere, metallischere Richtung als Arjen’s Stamm-Band ‘Ayreon’. Und das gefällt mir ausgespochen gut. Fette Gitarren-Parts, quietschende Keyboards, geile Rhythmus-Arbeit ... Prog-Metal-Herz was willst Du mehr. Und dass die Vokalisten exzellent zu der Musik passen, brauche ich glaub nicht extra erwähnen. Eine glasklare Produktion ist natürlich auch selbstverständlich bei Arjen Lucassen. So kann ich ‘Victims Of The Modern Age’ ohne einschränkung wärmstens empfehlen. Und wer ein paar Euros mehr ausgeben will, sollte die limitierte Version als Doppel-CD kaufen. Dort gibt es dann neben 5 weiteren Songs (unter anderem mit Tony Martin als Sänger ... wobei er bei dem Song’Closer To The Stars’ meiner Meinung nach eigentlich unter seinen Fähigkeiten singt ... auf seinen Solo-CDs oder auch früher bei Black Sabbath hat er ganz andere Leistungen abgerufen) noch ein 36-minütiges Video (Making Of Victims Of The Modern Age). Hier kann mal wieder bedenkenlos zugegriffen werden. Wo Arjen Anthony Lucassen drauf steht, ist er auch zu 100% drin.

Stassinopoulos, Chris & Friends - Light In The Dark

Auch wenn Chris Stassinopoulos jetzt vom Namen her nicht wirklich bekannt ist (also zumindest mir nicht), hat er in seiner langen Musiker-Karriere seit den späten 60ern (!!) schon mit ganz großen Namen zusammengearbeitet. Zu allererst muss natürlich sein Landsmann Vangelis (Papathanassiou) (den dürfte jetzt ja wohl jeder kennen ... sowol als Solo-Künster als auch durch seine Zusammenarbeit mit Yes-Sänger Jon Anderson) genannt werden, aber auch Nicht-Griechische Künstler wie Francis Moze (Gong), David Cross (King Crimson), Hugh Hopper (Soft Machine), Barry Finnerty (Miles Davis) oder The Wrong Object stehen auf der langen Liste der bekannten Musiker und Bands. Und bei dieser Aufzählung wird auch schon klar, in welche Richtung die Musik von Chris Stassinopoulos geht. Cosmic Rock oder auch Fusion Jazz im Stile der 70er treffen das wahrscheinlich am Besten. Und seine Verbindung zu Leonardo Pavkovic (regelmäßigen Lesern meiner Reviews bekannt als Chef des New Yorker Moonjune-Labels bekannt) erklärt dann das Übrige. Nun muss man für diese Art von Musik wirklich ein passendes Ohr haben, denn Fusion Jazz ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sich darauf einlässt stellt man ziemlich schnell fest, dass Chris Stassinopoulos und seine Freunde wirklich wahre Könner ihrer Instrumente sind. Hier wird gejammt bis zum geht nicht mehr, wobei vor allem die Gitarre zum teil atemberaubende Parts spielen darf (leider geht aus dem Booklet nicht wirklich hervor, wer dieser Ausnahme-Gitarrist ist). Aber auch die Rhythmus-Truppe (und hier natürlich vor allem Schlagzeuger Chris Stassinopoulos, der auch noch die Keyboards bedient) ist nicht von schlechten Eltern. Vor allem die 3 Live-Tracks auf der CD ('Flight Of The Condor', 'Fa Blues' und 'Cosmic 1') sind fast atemberaubend. Freunde des Genres sollten unbedingt in die Scheibe reinhören. Hörproben gibt es auf seinen MySpace-Seiten, wobei vor allem www.myspace.com/chrisstassinopoulos2 gennant sein will.

Stewart, Chaz - The Angel Falls

Hoffentlich kritisiere ich jetzt endlich mal ne CD, die wirklich keiner kennt. Neulich war ich auf dem Konzert von Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro und der hatte eine ganze Batterie von Ausnahme-Musikern dabei. Zu erwähnen wären z.B. Foss Patterson (Ex-Fish und Ex-Camel-Keyboarder), David Paton (Ex-Fish-Bassist), Dave 'Squeaky' Stewart (wohl noch bei Fish und Ex-Camel-Schlagzeuger) und auch zwei Gitarristen, von denen einer ziemlich cool in der Gegend rumgewimmert hat. Und eben Dieser wurde dem Publikum als 'The famoust Guitar-Player of Scotland' vorgestellt. Und er durfte dann auch ein Instrumental-Stück seiner Solo-CD spielen. Die erste Minute dieses Songs hat mich dann dazu veranlasst, den Saal fluchtartig zu verlassen ... allerdings nicht, weil der Junge so schlecht war, sondern um zum Merchandising-Stand zu rennen und die CD zu kaufen, bevor sie ausverkauft ist (ich habe dann die vorletzte Scheibe bekommen). Wie es nun mal bei Gitarristen-CD so üblich ist, wollen die Jungs zeigen, welche Stilrichtungen sie draufhaben. Und Chaz Stewart macht das natürlich genauso. Und er kann von Country bis Prog einfach alles. Und zwar in einer Art und Weise, die jedem die Klappe runterfallen läßt. Ich frage mich nur, warum Fish nach Amerika gehen muß, um einen mittelmäßigen Gitarristen einzukaufen (John Wesley), wenn ein genialer Typ sozusagen nebenan wohnt. Rätsel über Rätsel. Aber ich habe einen Gitarristen mehr kennengelernt, der sein Handwerk versteht. Und seine (bisher einzige) CD ist absolut hörenswert.

Storyteller - Corridor of Windows

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

Nanu? Fängt jetzt auch das MTM-Label an, alte Aufnahmen auszugraben? Ich hoffe doch nicht, daß etwa das neue "Material" ausgegangen ist. Na gut, es muß ja nicht heißen, daß ältere Produktionen wegen ihres Alters schlecht sind - manchmal ist ja eher das Gegenteil der Fall. Storyteller war in den 80'ern und Anfang der 90'er eine bekannte Band in Los Angeles und an der Westküste. Nachdem sie von Don Arden (seinerzeit der Manager von Black Sabbath) entdeckt wurden, haben sie mit Jeff Glixmann, seines Zeichens der Produzent von Kansas und E.L.O. in den Top-Studios von L.A. gearbeitet. Allerdings gingen die Band und das Management wegen diverser Meinungsverschiedenheiten schnell wieder getrennte Wege. Bis auf drei Titel (ohne Zeitangabe) stammen alle Lieder aus den Jahren 1988 - 1990. Diese Songs sind allesamt ähnlich und heben sich zum Teil deutlich von den 3 (vermutlich später aufgenommenen) Tracks ab. Storyteller bietet soliden Rock mit interessanten Ansätzen und Anflügen von Prog-Elementen, die allerdings (und zu meinem Bedauern) nur sehr sparsam gestreut sind - gelegentlich muß man schon etwas genauer hinhören, um z.B. Gitarrenriffs im Stile eines Trevor Rabin oder David Gilmour, oder den typischen, fetten Sound von Everon zu entdecken. Die drei (neueren) Tracks sind deutlich moderner und etwas progressiver gefärbt, als der Rest - absoluter Anspieltip ist das 7 minütige "Wait Till You Find Me", das die ganze Bandbreite der Band aufzeigt. Die Band bietet sehr gute Ansätze und hätte sicher das Potential, auch heute noch interessante Werke abzuliefern - aber leider war wohl ein ausverkauftes Konzert Silvester 1990 der Höhepunkt ihrer Karriere.

Stratovarius - Intermission

Die finnisch-schwedisch-deutsche Power-Metal Combo Stratovarius (meine absoluten Lieblinge aus dieser Musik-Richtung) beglücken uns in ihrer 'kreativen Auszeit' mit einem Sammelsurium aus hier bisher unveröffentlichten Bonus-Tracks aus Japan und Frankreich, Songs von Tribute-Alben, einer Live-Version von 'Hunting High and Low' sowie 4 neuen Krachern. Stratovarius-Fans aber auch Leute die diese Band noch nicht kennen aber auf fetzigen Power-Metal stehen, können bedenkenlos zugreifen. Neben den 4 neuen Songs, die locker auf den letzten Veröffentlichungen Platz gehabt hätten haben mich vor allem die Rainbow-Cover 'Kill the King' (nahe am Original) und 'I Surrender' sowie die Live-Version von 'Hunting High and Low' (von der letzten CD 'Infinite' - absoluter Kauftip) begeistert. Außerdem wurde das Teil zum 'Special Price' auf den Markt geworfen und es somit 70 Minuten Stratovarius zum Schnäppchen-Preis gibt.

Stratovarius - Elements Pt. 1

Nach einer längeren Schöpfungspause haben sich die finnischen Power-Metaller um Timo Tolkki mal wieder zurückgemeldet. Aber warum diese Pause eingelegt wurde, ist mir nach dem Hören von 'Elements Pt. 1' nicht ersichtlich. Die Musik haben Stratovarius in dieser Zeit sicher nicht neu erfunden, denn der Wiedererkennungswert (z.B. zum Vorgänger-Album 'Infinite') ist dann doch ziemlich hoch. Mit der Single-Auskopplung 'Eagleheart' geht's schon recht munter à la 'Hunting High And Low' los und die Scheibe rotiert so ohne richtige Schwachpunkte mal schneller, mal langsamer dahin um so ziemlich am Ende zum eigentlichen Höhepunkt 'Elements', mit 12 Minuten dem längsten Stück, zu kommen. Das wird wohl die neue Live-Hymne auf den geplanten Konzerten ab April 2003. Fazit: Stratovarius haben in den letzten 2 CD-losen Jahren wenigstens nichts verlernt. Aber ich hätte doch ein paar neue Elemente auf 'Elements' erwartet. Aber der wahre Stratovarius-Freund wird sicher nicht enttäuscht sein. Eindeutig die erste Liga des Power-Metal. Elements Pt. 2 ist übrigens auch schon im Kasten, wird aber erst später veröffentlicht. Übrigens sollte man sich die limitierte Box (mit dem 3-D-Cover) besorgen. Dort ist dann noch eine Bonus-CD (mit 2 Demo-Songs und einem neuen Stück), ein Aufkleber sowie ein Extra-Booklet mit eingepackt.

Stratovarius - Elements Pt. 2

Gähn ... viel mehr fällt mir zu 'Elements Pt. 2' wirklich nicht ein. Der Opener 'Alpha & Omega', in sehr getragenem Tempo ja noch ganz nett. Aber dann ... nur Wiederholungen und Selbst-Kopien von älteren Stratovarius-Songs. Wirklich bei jedem Lied kommt einem der Gedanke ... das habe ich schon mal gehört ... das ist doch 'Hunting High And Low', das ist doch 'Millennium', die Ballade hatten wir doch vor Jahren schon mal ... und so weiter und so weiter. Zur Geldvermehrung der Finnisch / Schwedisch / Deutschen Jungs bestimmt gut geeignet (denn der Strat-Fan wird wieder blind zugreifen und sich bestimmt die mega-super-luxus Box mit 2. CD, extra Booklet und Aufkleber kaufen) ... aber der Nachwelt dürfte nichts fehlen, wenn die CD schnell in Vergessenheit gerät. Schade eigentlich. Nach Jahren der 'Regeneration' von Stratovarius hätte sicher mehr drin sein können als ein billiger Abklatsch von sich selbst ... außerdem geht mir Sänger Timo Kotipelto sowas von auf den Sack, weil er besonders oft probiert, die hohen Töne zu treffen (und kann es einfach nicht). Genug gemeckert ... will ja nicht mit allen Stratovarius-Fans Ärger bekommen.

Stream Of Passion - Embrace The Storm

Wo Arjen Lucassen draufsteht, ist normalerweise geile Musik drin. Und wenn dann auch noch seine letzte Sängerinnen-Entdeckung Marcela Bovio (siehe meine Ayreon-Review zu 'The Human Equation') mitmachen darf und ein paar unbekannte aber hungrige Musiker (Lori Linstruth - Gitarre, Johan van Stratum - Bass, Alejandro Millan - Piano und Davy Mickers - Drums) zeigen, dass sie einiges drauf haben, kommt eine neue Band namens 'Stream Of Passion' heraus, die zwar auf der derzeitigen Musik-Welle 'Frau singt dramatischen Metal' mitschwimmen (Nightwish, Evanesence, Within Temptation, After Forever und wie sie alle heißen sind ja gerade voll der Renner), sich aber vor allem wegen der mehr als deutlichen Handschrift von Arjen Lucassen (der alle Songs geschrieben hat .... Marcela Bovio steuerte die Texte bei) aus dieser Masse mehr als herausheben, wobei die gute Marcela nicht nur einmal eher eine wahnsinnige Ähnlichkeit mit Anneke van Giersbergen hat, wobei man die Musik mit The Gathering nicht unbedingt vergleichen kann. Dafür ist 'Stream Of Passion' zu hart. Freunde des weiblichen Metal-Gesangs müssen hier genauso zugreifen wie Ayreon-Anhänger. Denn beide Lager kommen voll auf ihre Kosten. Und dann gibt es 'Embrace The Storm' noch in einer 'Special Edition', und zwar mit Bonus-DVD, die man eigentlich auch haben muss. Dort sind dann neben einem knapp 30-minütigen 'Making Of ...' noch Demo-Recordings, ein Musik-Video von 'Passion' und weiterer Schnickschnack verewigt. Muss man haben.

Stream Of Passion - Live In The Real World (Doppel-CD und DVD)

Wie wir Proggies ja alle wissen, ist 'Stream Of Passion' ein weiteres Projekt (oder besser gesagt eine neue, anscheinend eigenständige Band) von Ayreon-Mastermind Arjen Lucassen mit immerhin einem Studio-Output. Und da das für eine Live-Tour ja ein bißchen wenig ist, heißt die Live-CD im Ganzen eigentlich auch 'Stream Of Passion Featuring Ayreon'. Und auch das stimmt nicht ganz, denn ein bißchen Star One und meiner Meinung nach auch Ambeon (also die ganze Palette des Schaffens von Arjen Lucassen) ist ebenfalls vertreten. Und genau das ist für mich zumindest bei der CD-Version ein bißchen das Manko. Denn sind die CDs der einzelnen Projekte in sich stimmig und passend, kommt mir das Konzert doch etwas willkürlich aneinandergereiht und zusammgestückelt vor. Viel besser allerdings und lange nicht so störend ist das alles in der DVD-Version, denn zusammen mit den tollen optischen Eindrücken (und damit meine ich nicht nur das Aussehen der drei Damen auf der Bühne, nämlich Sängerin Marcela Bovio, ihrer Schwester und Background-Sängerin Diana Bovio sowie der mehr als attraktiven Gitarristin Lori Linstruth) kommt das komplette Konzert irgendwie ganz anders rüber und ist wirklich begeisternd. Vor allem finde ich klasse, dass mein absoluter Ayreon Lieblings-Song 'Computer Eyes' vertreten ist (auch wenn die Version mit Sängerin Diana Bovio etwas gewöhnungsbedürftig aber keineswegs schlechter ist) und dass Ausnahme-Sänger Damian Wilson (Ex-Threshold und Ex-Landmarq und auf diversen Ayreon-Outputs vertreten) auch noch einen tollen Auftritt hat. Für diejenigen die nicht alles haben müssen, möchte ich also eher die DVD-Version empfehlen, die insgesamt sicher der bessere Kauf ist. Zusätzlich gibt es nämlich dann auch noch einen 5.1 - Sound, eine Foto-Galerie, ein 'Behind The Scenes', nen Video-Clip sowie ein Tour-Tagebuch.

Stream Of Passion - Darker Days

’Stream Of Passion’ war ja mal ein neues Baby von Arjen A. Lucassen (Ayreon). Mittlerweile hat sich die Band von Arjen gelöst und macht ihr eigenes Ding. Und das gar nicht schlecht. Zwar schwimmen die Jungs um Sängerin Marcela Bovio natürlich immer noch im Fahrwasser der Genre-Größen des Gothic-Rocks mit weiblichem Gesang (frühere The Gathering, Edenbridge, Within Temptation usw.), haben aber durch das Lösen von Arjen Lucassen meiner Meinung nach viel mehr Eigenständigkeit gewonnen und gehen nicht mehr als Ayreon-Gothic-Klon durch. Insgesamt sind die Songs ganz schön heavy und was mir besonders gut gefällt sind die zwischendurch eingestreuten spanischen Lyrics ... also der Muttersprache von Marcela Bovio, die ja aus Mexiko stammt, mittlerweile aber in Holland wohnt. Eine schöne und abwechslungsreiche Scheibe, die zum Glück nicht mehr viel mit dem Erstlings-Werk zu tun hat (auch wenn ich diese CD natürlich immer noch genial finde ... aber ist halt ein Ayreon-Klon gewesen). Für Gothic-Rock-Fans ein MUSS.

Streets - 1st

Gast-Kritik von Siggi Greck
Endlich sind sie da. Die beiden Studio-Platten der legendären Band Streets sind auf CD erschienen. Die Band um Sänger Steve Walsh, der 1981 Kansas verlassen hatte, brachte im Jahr 1983 ein sehr gutes Debutalbum heraus. Neben Steve Walsh (Vocals, Keyboards) waren folgende Musiker an dem Projekt beteiligt: Mike Slamer (Ex-City Boy: Guitars), Billy Greer (Bass, Vocals) und Tim Gehrt (Drums). Streets liefern hier erstklassige Musik ab, die eher als "Melodic Rock" bezeichnet werden muss, und selbstverständlich von der überragenden Stimme des Sängers getragen wird. Meine Anspieltipps: If Love Should Go, Lonely Woman`s Cry, Cold Hearted Woman, So Far Away und Fire. Einziger Schwachpunkt der Platte: Nur knapp 38 Minuten Laufzeit.

Streets - Crimes In Mind

Gast-Kritik von Siggi Greck
1985 erschien die zweite und zugleich letzte Studioarbeit von der Band Streets. Mit dieser Platte schafften sie es, das Debutalbum noch zu toppen. Während auf der 1. Veröffentlichung das Songwriting noch vorwiegend von Steve Walsh war, kann man diese 2. Platte als gelungener Zusammenarbeit mit Mike Slamer bezeichnen. Absolut genial: The Nightmare Begins, Broken Glass (Traumballade) und I Can`t Wait. Schwach wiederum die viel zu kurze Laufzeit.

Streets - King Bisquit Flower Hour

Gast-Kritik von Siggi Greck
Der Vollständigkeit halber sei auch auf die Live-Platte von Streets hingewiesen. Diese Konzertaufzeichnung stammt aus dem Jahre 1983 und enthält Material aus der 1. Studio-Platte sowie einige nicht veröffentlichte Songs. Diese CD ist inzwischen mit veränderter Songreihenfolge auch unter dem Titel "Shakedown" als "Nice-Price CD" erschienen.

Stuermer, Daryl - Go

Ziemlich gefreut habe ich mich über die neue CD von Gitarrist Daryl Stuermer (den die Meisten ja von Genesis- und Phil Collins-Konzerten kennen ... und wer kennt nicht das geniale Gitarren-Solo von 'Old Medley' von der Genesis-Live-CD 'The Way We Walk Vol.2 oder von 'An Island In The Darkness' aus der Strictly Inc.-CD von Tony Banks). Ziemlich enttäuscht bin ich aber, seit ich die CD gehört habe. Kein Vergleich zu den tollen und gefühlvollen Sachen, die Daryl Stuermer dort spielen durfte. Jazzig angehaucht und fast 'lieblos' runtergedudelt, wie leider die meisten der Solo-CDs von begnadeten Gitarristen sind. Schade eigentlich. Da hätte ich einfach mehr erwartet. Muss man echt nicht haben. Und wahrscheinlich ist der Kleber auf der CD mit 'Best known as guitarist of GENESIS and PHIL COLLINS' nur deswegen drauf, dass die Leute blind kaufen und nicht vorher reinhören. Ein Schelm der Böses dabei denkt ...

Styx - Styxworld live 2001

Tommy Shaw, James Young, Todd Sucherman, Glen Burtnick, Lawrence Gowan und Chuck Panozzo, so die aktuelle Besetzung der alten Heuler 'Styx'. Wie der Name der CD schon sagt, haben wir es hier (schon wieder) mit einer Live-CD von Styx zu tun. Allerdings haben es Styx vermieden, nur die gleichen Songs auf CD zu brennen, die schon auf der 97'er 'Return to Paradise' - Live-CD vertreten waren. Deswegen kommen wir nun in den Genuss, so verkannte Highlights wie 'High Enough (Original von den Damn Yankees mit Tommy Shaw), 'Love is the Ritual' (von Glen Burtnicks Solo-CD 'Retrospectacle' bzw. dem Styx-Album 'Edge of the Century'), 'Sometimes Love Just Ain't Enough' (von Patty Smyth / Don Henley) oder 'Sing for the Day', die sonst auf Styx-Live-Alben nicht vertreten waren. Komischerweise ist aber von der letzten Styx-Veröffentlichung 'Brave New World' nichts auf der CD drauf, obwohl die Konzert-Mitschnitte (von Tokio, Offenbach und Edmonton) eindeutig von der Brave New World - Tour stammen. Die Soundqualität ist überragend und somit möchte ich auch dem Styx-Fan, der schon alles hat, diese CD ans Herz legen.

Styx - Cyclorama

Es waren meine Musik-Götter Styx, die in den Siebzigern und Anfang der Achtziger Jahre ein paar richtig geniale Schallplatten (für alle die das nicht mehr kennen ... das waren so große schwarze Scheiben mit einem kleinen Loch in der Mitte wo mit einem hochkomplizierten Gerät Musik herausgekratzt wurde) rausgebracht haben. Lange war es dann ruhig um die Jungs doch nach wohl größerem Ärger mit Ur-Mitglied Dennis DeYoung (der es wohl voll mit dem Rest von Styx verschissen hat und nicht mal mehr auf der Homepage erwähnt wird) gibts mal wieder einen Studio-Output. Die ersten Reviews die ich gelesen habe, überschlagen sich vor Freude über eine hammergeniale CD und so weiter und so weiter. Aber ich möchte allen, die diese Kritiken schon gelesen haben, ein bißchen die Illusion nehmen. So toll ist 'Cyclorama' dann doch nicht. Da ich Dennis DeYoung ja eh als besten Mann von Styx angesehen habe (er hat immerhin die besten Styx-Songs geschrieben, die jetzt auf den Konzerten auch alle nicht mehr gespielt werden), fehlt jetzt natürlich was entscheidendes ... seine geniale Stimme. Tommy Shaw oder Glen Burtnik kommen da halt doch nicht ran. Und auch die Songs dümpeln - bis auf wenige Ausnahmen - auch im mittelklassigen Bereich rum. Schade eigentlich. Da wäre sicher mehr dringewesen. So ist's für mich doch eher (gemessen an anderen Styx-Scheiben) eine Enttäuschung.

Styx - Return To Paradise (DVD)

Kritik von Siggi Greck
"Return To Paradise" ist ein sensationelles Konzert einer meiner Lieblingsbands. Die Originalmitglieder Dennis De Young, Tommy Shaw, James Young und Chuck Panozzo sowie Todd Suchermann (Drums für den verstorbenen John Panozzo), die sich nach 13 Jahren Trennung im Jahr 1996 reformiert haben, bieten hier ein Konzert der Meisterklasse. Einfach phantastisch die Stimmen der beiden Sänger Dennis De Young und Tommy Shaw. Styx bieten eine sehr emotionale Show und Dennis De Young untersteicht immer wieder seine Qualitäten als Entertainer. Der Konzertmitschnitt enthält alle "Hits" der Band wie z.B. "Grand Illusion","Come Sail Away", "Babe", "Renegade" und das unvermeidliche "Boat On The River". Über 100 Minuten, Dolby 5.1 - Geniales Konzert!

Styx - The Complete Wooden Nickel Recordings (Doppel-CD) (Styx, Styx II, The Serpent Is Rising, Man Of Miracles)

Kritik von Siggi Greck:
Für alle Freunde von Styx ist eine Doppel-CD mit den ersten 4 Scheiben der Amerikaner erschienen, die ursprünglich auf dem Label „Nickel Recordings“ erschienen sind. Bevor sich Styx zu einer der großen Melodic-Rockbands der späten 70er und frühen 80er Jahren entwickelten, verdienten sie sich ihre ersten Sporen mit einer Mischung aus Heavyrock, Progressive Rock und Bombastrock. An den ersten Versuchen der Band kann man sehr gut nachvollziehen, in welche Richtung es mal gehen sollte. Die Doppel-CD enthält das selbstbetitelte Debüt der Band aus dem Jahre 1972. Dieses Werk beginnt gleich mit dem über 13minütigen „Movement For The Common Man“ das die ganze Variabilität der Band unterstreicht. Purer Heavy Rock mit symphonischem Progressive Rock vereint. Ebenfalls enthalten ist das Stück „Best Thing“. Dieses Stück wurde bereits zu Zeiten der Styx-Vorgängerband TW4 von Dennis De Young und James Young komponiert. Laut Booklet wurde der Entdecker und spätere Produzent der Band, Bill Traut, durch dieses Lied auf die Gruppe aufmerksam. An den Anfängen kann man schon die „späteren“ Styx erkennen. 1973 erschien dann das Album „Styx II“, auf dem der erste Hit „Lady“ enthalten war. Auf der CD ist hier noch der Bonustrack „Unfinished Song“ enthalten. Ebenfalls 1973 erschien das nächste Album „The Serpent Is Rising“. Der Stilwechsel vollzog sich langsam weg vom progressiven und hin zum härteren Sound. Mehr und mehr sind auf diesem Album auch die Styx-typischen Chorgesänge enthalten. Diese Entwicklung setzte sich mit dem 1974 erschienenen „Man Of Miracles“ fort. Die ersten 4 Alben der Band wurden alle in der Besetzung James Young (Guitars, Vocals), Dennis De Young (Keyboards, Vocals), John Curulewski (Guitars, Vocals), Chuck Panozzo (Bass) und John Panozzo (Drums) aufgenommen. Die 4 ersten Alben von Styx in remasterten Versionen für unter EUR 20,-- - sehr empfehlenswert für alle Liebhaber dieser Band, die nun seit mittlerweile 33 Jahren meist sehr gute Musik macht!

Subsignal - Beautiful & Monstrous

Subsignal. Eine neue Band? Hmm ... nicht wirklich. Ich habe schon mehrfach gelesen, dass sie die 'Nachfolge-Band' von Sieges Even sein sollen. Nun bin ich mit 'Sieges Even' ehrlich gesagt nie richtig warm geworden, muss aber auch zugeben, dass ich von der Band lediglich 2 CDs im Regal stehen habe, nämlich 'A Sense Of Change' von 1991, und damals waren einfach andere Bands mehr meine Favoriten (wie z.B. Pendragon, IQ oder auch Pallas) und Sieges Even war mir zu neo-proggig, und als zweiter Versuch mit der Band dann 'The Art Of Navigation By The Stars' von 2005, das in Prog-Kreisen in den höchsten Tönen gelobt wurde aber bei mir über 2 oder 3 Durchläufe nicht hinaus kam (später mehr dazu). Es folge 2007 noch die CD 'Paramount', die ich mir dann gar nicht mehr zugelegt habe und 2008 noch ein Live-Album ('Playgrounds'), das ich aber auch nicht kenne. Dann gab es vom letzten Sänger der Band, Arno Menses, noch eine Band namens 'Bonebag' (siehe meine Review), auf der aber mitnichten Prog oder ähnliches dargeboten wurde sondern eher Gitarren-Rock vom Feinsten (die CD ist nur zu empfehlen).
Dann kam das Night Of The Prog-Festival 2009 auf der Loreley. Am zweiten Tag sind als erste Band 'in den frühen Morgenstunden' Subsignal aufgetreten. Und ich kann nur sagen 'wer zu spät kommt den bestraft das Leben', denn Subsignal waren da neben der französischen Band 'Lazuli' für mich die absoluten Abräumer. Mit wenig Erwartungen gekommen (weil ich ja mit Sieges Even nicht wirklich was anfangen konnte) und mich eines Besseren belehren lassen. Nun machen 'Subsignal' nicht ganz so 'komplizierte' Musik wie 'Sieges Even', denn die Songs sind eher ein bißchen 'einfacher' gestrickt, verströmen aber einen Reiz und eine Wärme, die seinesgleichen suchen. Dies lässt sich auch an dem Effekt beweisen, dass ich nach dem ersten Hören von 'Beautiful & Monstrous' das Gefühl hatte, die CD bestimmt schon 20 Mal gehört zu haben, so eingängig und toll waren die Melodien und vor allem der überragende Gesang von Arno Menses (der live keinen Deut schlechter singt als auf Studio-CD). Bei 'Subsignal' sind neben Arno Menses (Vocals) und Markus Steffen (Gitarre) als ehemaliger Sieges Even - Musiker noch ein paar andere 'alte Bekannte' vertreten, nämlich Ralf Schwager (Bass von Dreamscape), David Bertok (Keyboards und ebenfalls von Dreamscape) sowie Roel van Helden (Drums und der kommt von Sun Caged). Auf jeden Song hier einzeln einzugehen wäre total verschwendete Zeit, denn die CD ist von vorne bis hinten einfach nur genail, macht Spaß ohne Ende und wird auch nicht nur eine Sekunde langweilig. Besonders herausheben möchte ich aber 'Paradigm' wegen dem nicht mehr aus dem Kopf gehenden Refrain und dem mehrstimmigen Gesang, der aber alleine von Arno Menses eingesungen wurde, 'The Sea', das mit einem tollen und tragenden Schlagzeug beginnt, danach ein bißchen nach Marillion klingt, super geil und gefühlvoll gesungen wird, auch wieder einen Hammer-Refrain hat und am Ende noch eine richtig geniale Heavy-Gitarre dazukommt (für mich bis jetzt der Song des Jahres !!) und 'I Go With The Wind', eine richtig schöne Ballade. Wer diese CD nicht kauft ist wirklich selber schuld. Für mich der absolute Anwärter für die CD des Jahres 2009. Veröffentlicht wird das Teil am 25.09.2009 und das Warten lohnt sich. Bis dahin könnt Ihr ja ein bißchen auf der
Homepage der Band blättern und Euch dabei von den Soundfiles im Hintergrund verzaubern lassen, einem Querschnitt der CD.
Übrigens ist Subsignal Ende Oktober bis Mitte November in Deutschland auf Tour (siehe ihre Homepage) ... und so wie ich gelesen habe zusammen mit Jane bzw. Alias Eye. Sollte man nicht verpassen.

Noch kurz zurück zu 'The Art Of Navigation By The Stars'. Nachdem ich von Subsignal ja sowas von begeistert bin, habe ich mein CD-Regal nochmal durchwühlt und mir die Scheibe nochmal angehört ... und ... wow ... manchmal sollte man CDs einfach mehr Chancen geben, bis man sich ein endgültiges Urteil erlaubt. Denn unter dem Gesichtspunkt dass mir vor allem die Stimme von Arno Menses ziemlich gut gefällt, höre ich 'The Art ... ' jetzt auch mit völlig neuen Ohren und bin von der Scheibe richtig begeistert. Wie sagte schon mein alter Französich-Lehrer? Mancher lernt's nie und mancher noch später.

Subsignal - Touchstones

Gestern (27.09.2011) war ich auf dem Subsignal-Konzert in Stuttgart und hab mir gleich die neue Scheibe gekauft, die offiziell übermorgen veröffentlicht wird. Das Erstlingswerk der Nachfolgeband von ‘Sieges Even’ namens ‘Beautiful & Monstrous’ aus dem Jahr 2009 habe ich ja in meiner Review als ‘CD des Jahres’ bezeichnet und daran hat sich auch nichts geändert. Um so gespannter war ich natürlich auf den Nachfolger und die Antwort auf die Frage, ob die Band dieses Niveau halten kann oder ob es nur eine Eintagsfliege war. Auf jeden Fall ist es so, dass die Musik von Subsignal insgesamt etwas härter geworden ist (was auch auf dem Konzert zu merken war ... selbst die Songs der ersten Scheibe wurden recht heavy rübergebracht), was meiner Meinung nach überhaupt kein Nachteil ist. ‘Beautiful & Monstrous’ war ja ziemlich melodisch und sozusagen ‘Sieges Even light’. Das hat sich jetzt dann doch etwas angenähert. Herausragend ist auch weiterhin der tolle Gesang von Arno Menses, das wirklich brilliante Gitarrenspiel von Markus Steffen (der von Arno Menses auf dem Konzert mehrfach als ‘The Man behind the band’ genannt wurde) und die perfekte Rhythmus-Fraktion um Ralf Schwager (Bass) und Roel van Helden (Drums). Aber auch den Keyboarder David Bertok möchte ich nicht vergessen zu erwähnen, der vor allem auf den Konzert einen tollen Job gemacht hat, auf ‘Touchstones’ (im Vergleich zum Vorgänger) aber leider nicht mehr die Präsenz hat. Auch bei ‘Tochstones’ gilt, dass man hier keinen Song herausheben kann, denn die Platte ist von vorne bis hinten stimmig, ohne irgendwelche Durchhänger und einfach spannend. Okay ... das Titelstück ... mit 11 Minuten auch der längste Song auf dem Album ... ist schon was richtig Besonderes. Muss man haben. Und die Homepage gibt es natürlich immer noch. Und wer noch die Gelegenheit hat, die Band auf der gerade laufenden Tour zu besuchen sollte das tun.

Subsignal - Paraiso (VÖ: 27.09.2013)

Nach ziemlich genau 2 Jahren gibt es ein neues Werk der Band ‘Subsignal’ und ich habe so den Eindruck, dass sie mit ‘Paraiso’ ihre Nische gefunden haben. Weg von den ganz langen Songs (der Längste ist ‘gerade mal’ knapp 8 Minuten lang :-)), immer noch fette Gitarren-Riffs, brillante Keyboard-Läufe und der charismatische Gesang von Arno Menses. Mittlerweile ist es sehr schwierig, Subsignal in eine musikalische Schublade zu stecken. Ist es noch Prog? Ist es Art-Rock? Ist es ‘gewöhnlicher’ Rock? Keine Ahnung. Auf jeden Fall eine tolle Mischung aus allen Stil-Richtungen und zu keiner Sekunde langweilig, obwohl die Songs sich doch immer ein wenig ähneln aber immer wieder überraschende Neuigkeiten und Wendungen bringen. Mal klingt’s nach Saga, mal recht heavy, mal zuckersüß. Einfach eine tolle Band die man unbedingt kennen muss. Auch bei ‘Paraiso’ gilt, dass man keinen Song herausheben kann, weil die Scheibe einfach von vorne bis hinten gut ist. Und in der limitierten Version (mit Hologramm-Cover) gibt’s noch eine Live-CD obendrauf, die 2012 in Mannheim mitgeschnitten wurde und alle genialen Sachen der zwei Vorgänger-Scheiben enthält. Einfach nur gut.

Subsignal - The Beacons Of Somewhere Sometime (VÖ:30.10.2015)
Subsignal gehören für mich zur absoluten Speerspitze des deutschen Prog. Schon seit ich das erste Mal mit dieser Band in Berührung gekommen bin (2009 auf dem Night Of The Prog - Festival auf der Loreley) fand ich die ‘Nachfolger’ von Sieges Even richtig gut und alle Veröffentlichungen haben auf meinen Seiten durchweg positive Kritiken bekommen.
Subsignal mussten eine Line-Up-Wechsel verkraften. An den Drums sitzt jetzt Luca di Gennaro (Soul Secret) und an den Keyboards darf jetzt Dirk Brand (Axxis, Wetton /Downes) in die Tasten hämmern. Die Musik von Subsignal ist nach meinem Empfinden etwas härter / metallischer geworden. Das steht den Songs aber richtig gut. Trotzdem ist der Wiedererkennungswert natürlich ... alleine durch die markante Stimme von Arno Menses ... sehr sehr hoch. Es gibt aber auch wunderschöne gefühlvolle Passagen (z.B. bei ‘Time Out Of Joint’ nach den fetten Gitarren-Riffs am Anfang ... wunderschöne Gesangs-Linie mit Gänsehautgefahr). Eingängige Melodien wechseln sich ab mit sperrigen, proggigen Parts. 2 Gast-Passagen von Marek Arnold und seinem Alt-Saxophon bzw. der Klarinette (bekannt von Toxic Smile und Seven Steps To The Green Door ... siehe meine Reviews) passen hervorragend und auch ein Kalle Wallner (RPWL) darf auf einem Song seine Gitarre wimmern lassen. Ein weiterer, richtig interessanter ‘Gast’ auf der CD ist kein geringerer als Peavy Wagner (Rage), der ein paar Backing-Vocals beisteuert. Anscheinend ist ‘The Beacons Of Somewhere Sometime’ kein Konzeptalbum, trotzdem ziehen sich Trennung und Verluste durch die Songs. Herausheben möchte ich, ohne die anderen Songs zu schmälern, die beste Ballade der letzten 10 Jahre, nämlich ‘A Myth Written On Water’ (da können einem in einer ‘schlechten Stunde’ schon mal die Tränen kommen. Wunderbarer Gesang, wunderbare Melodie, trauriger Text, geniale Steigerung im Song, herrliches Gitarren-Solo) sowie das 23-minütige Titelstück, aufgeteilt in 4 Parts. Muss man haben!!

Subway to Sally - Schrei!

Aufgrund eines Tips habe ich mir diese CD gekauft. Aber sorry Iris, damit kann ich nicht so arg viel anfangen. Mittelalter meets Heavy mit deutschen Texten. Songtitel wie 'Das Opfer', 'Unterm Galgen', 'Grabrede', 'Minne', 'Die Hexe' oder 'Henkersbraut' weisen schon darauf hin, in welche Richtung die Texte diese Band aus Podsdam gehen. Musikalisch erinnern sie mich auf dieser Live-CD manchmal an Rammstein, allerdings sind auch Folk-Elemente erkennbar. Interessant ist, daß teilweise mittelalterliche Instrumente zum Einsatz kommen. Ich glaube ich mag zwar die Musik der Band, aber der Sänger geht mir mit seiner monotonen Art ziemlich schnell auf den Keks. Gute Musiker sind es allemal.

Sun Caged - Sun Caged

Endlich mal wieder so ein richtiger Lichtblick im Prog-Metal-Sektor. Die holländische Band 'Sun Caged' haben mich mit ihrem Erstlingswerk, produziert von Arjen Lucassen (also Herrn Ayreon), voll überzeugt. Gekauft habe ich mir die Scheibe eigentlich nur, weil Gitarrist Marcel Coenen auf der letzten Hubi Meisel - CD (EmOcean) so toll gespielt hat und ich wissen wollte, wie seine Stamm-Band ist. Die Jungs gehen voll in Richtung Dream Theater (ohne natürlich so perfekt zu sein) oder auch Symphony X. Es geht also schon ganz ordentlich zur Sache und ein paar Songs (wie z.B. der Opener 'Sedation') gehören zu den besten Prog-Metal-Sachen, die ich in den letzten Jahren hören durfte (und ich habe einige CDs in der Richtung im Player gehabt). Sicher gibts auch zwischendurch ein paar kleine Durchhänger, die aber bei einer Gesamtspielzeit von 59 Minuten auf einer Debut-CD erlaubt sind. Zu kaufen gibt es die CD bei AOR-Heaven.

Sunstorm (feat. Joe Lynn Turner) - Sunstorm

Kritik von Siggi Greck:

AOR (wie man so schön sagt) vom Feinsten bietet hier Joe Lynn Turner mit seinem Projekt Sunstorm. 12 Songs, die jedem Melodic Rock-Fan das Herz höher schlagen lassen. Am Songwriting haben neben Joe Lynn Turner so namhafte Leute wie Jack Ponti, Jim Peterik und Dan Huff mitgewirkt. Auf dem Album sind ausserdem mit „Heart Over Mind“ und „Fist Full Of Heat“ zwei Songs enthalten, die von dem leider schon verstorbenen, genialen Van Stephenson geschrieben und auch schon interpretiert wurden. Auch Klasse, das Cover von Marilyn Martin`s 80er Jahre Hit „Night Moves“ (die älteren erinnern sich vielleicht noch). Der Rest sind alles auch hervorragende, neu aufgenommene Titel, die aber teilweise schon vor Jahren für bzw. von Turner geschrieben wurden und in irgendeiner Schublade landeten. Uneingeschränkt empfehlenswert, allein schon wegen der Superstimme von Joe Lynn Turner!
Anspieltipps: Alle

Superheavy - Superheavy

Ist der Name der Band ‘Superheavy’ (oder wie die nette Verkäuferin im FNAC in Lyon gesagt hat ‘Sübeerewwii’) Programm? Nein, natürlich nicht, wenn man weiß, wer da dahinter steckt. Mick Jagger (oder die Dame vom FNAC ‘Mick Schaggäär’), Dave Stewart (Eurhytmics), Joss Stone (der aufgehende Stern am Blues-Himmel), Damian Marley (ganz überraschend der Sohn von Bob Marley) sowie A.R. Rahman, ein indischer Komponist und Keyboarder, der vor allem durch Filmmusiken bekannt wurde. Und somit ist über die Scheibe auch schon alles gesagt. Es gibt (erstaunlich viel) Reggae, ein bißchen Blues, ein paar poppig angehauchte Songs und ganz wenig Weltmusik. Wie geschrieben habe ich mir die Scheibe in Lyon gekauft und hab sie mir ein paar Mal im Auto auf der Fahrt nach Hause angehört und ich fand sie äußerst angenehm zu hören. Für Prog-Fans natürlich absolut belanglos, aber ab und zu braucht man auch mal leichte Kost und vor allem das Reggae-Zeugs kommt richtig gut und macht Laune.

Supertramp - Live In Paris ‘79 2 CDs / DVD (VÖ:Sommer 2015)
Nachdem die legendäre Scheibe ‘Live in Paris’ mit einem Konzert aus dem Jahr 1979 anlässlich der Tour ‘Breakfast In Europe’ (ich war damals in Sindelfingen oder Böblingen und habe ein geniales Konzert gesehen) bereits 2012 auf DVD veröffentlicht wurde, gibt es jetzt das Paket mit 2 CDs und einer DVD, veröffentlicht von Eagle Vision, die ja bekannt für Live-Veröffentlichungen alter Bands sind.
Auf den 2 CDs ist das komplette Konzert vertreten, also von School bis Crime Of The Century ein Querschnitt aus 22 (!!) Songs, die die beste Zeit von Supertramp abbilden. Und das in einer wirklich hervorragenden Sound-Qualität. Auf der DVD fehlen leider 5 Songs, die wohl nicht gefilmt worden sind. Diese sind neu bebildert worden und kommen als Bonus-Tracks. Trotzdem ist das Paket natürlich ein Must Have für alle junggebliebenen Supertramp-Fans, die gerne in alten Erinnerungen schwelgen.

Suspyre - When Time Fades ...

Obwohl 'When Time Fades ...' schon die dritte CD der Prog-Metal-Band aus New Jersey ist, habe ich von denen aber noch gar nie was gehört. Und das ist wirklich sehr schade. Und nach mehrfachem Hören von 'Whe Time Fades ...' werde ich mich sicher auch noch um die Vorgänger-Alben kümmern. Größten Einfluss auf die Band hat sicher 'Symphony X' gehabt, denn schon der Opener 'Possession / The Negative' könnte locker auf einer S-X-Scheibe bestehen. Und das liegt nicht nur alleine an der Stimmer von Sänger Clay Barton, der aber sowas von nach Russel Allen klingt ... der könnte stimmlich echt sein Zwillingsbruder sein. Nein, auch die Songs gehen voll in die Richtung. Fetter Prog-Metal, zwischendurch ein paar kurze klassische Parts und dann gleich wieder mit einem Gitarren-Gewitter voll auf die Zwölf. Auch die ganzen Song-Strukturen sind sehr ähnlich zu Symphony X, ohne jedoch eine 1:1 - Kopie zu sein. Dafür sind 'Suspyre' dann doch wieder zu eigenständig. Enzelne Songs herauszuheben würde dem Album eigentlich nicht gerecht werden. Doch die 2 Longsongs (jeweils mit über 10 bzw. 11 Minuten) möchte ich doch besonders erwähnen. Da wäre zuerst 'Siren (One Last Breath)', der ganz sanft und locker beginnt (zuckersüßer Gesang, nette Flöten im Hintergrund, nach 2 Minuten wird's ein bißchen schneller, dann eine kleine orchestrale Einlage, nach 3 Minuten setzten dann die ersten fetten Gitarren ein, dann ein Refrain, der nicht mehr aus dem Kopf geht (grad hier ist das ja nur Symphony X), dann ein bißchen Gefrickel, ein paar Breaks ... besser geht's kaum. Und dann noch 'Let Freedom Ring (The Heart Of It All)', ein weiterer Prog-Metal-Knaller mit überraschenden Wendungen.
Fazit: 'When Time Fades ...' ist eine der besten Prog-Metal-CDs, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Ich bin restlos begeistert und kann nur empfehlen, sich die Scheibe zu besorgen. Eindeutig ein Anwärter auf meine Jahres Top-10. Allerdings müsst Ihr bis zur Veröffentlichung noch bis zum 14.11.2008 warten ... aber das Warten wird auf jeden Fall belohnt. Den Veröffentlichungs-Tag gleich mal im Kalender notieren!! Das Cover wurde übrigens von Gustavo Sazes gestaltet, der auch schon für Firewind und Mystic Prophecy gearbeitet hat.

Suzen’s Garden - Stronger! (VÖ:28.08.2015)
Endlich mal wieder eine neue frische Band aus Deutschland auf meinen Seiten. Obwohl .... Suzen’s Garden aus Wolfsburg ist gar nicht mehr so neu. Die Idee von Sängerin Suzen Berlin und Gitarrist Peter Maria Schmidt, zusammen eine Band zu gründen, stammt schon aus dem Jahr 2009. Die ersten Auftritte folgten dann 2010, im Jahre 2011 erreichte die Band, die sich dann ‘Suzen’s Garden’ nennt, das Bandcontest-Finale des Hamburger Stadtmagazins OXMOX, 2013 dann der ‘Durchbruch’ als Gewinnerband der MDR Sommertour und ein Konzert mit Fury In The Slaughterhouse in Hannover. Ende 2013 wird dann die erste CD namens ‘12 Colors’ veröffentlicht, die ich leider nicht kenne aber gelesen habe, dass sie doch recht poppig und Mainstream war. Dieses Image soll sich jetzt aber mit ‘Stronger!’ ändern, das jetzt mehr Richtung Rock und sogar ein bißchen Prog geht.
Nach ein paar Musiker-Wechseln sind jetzt neben Suzen und Peter noch Michael Krizek (Bass) und Hannes Müller (Drums) mit am Start, wobei zu erwähnen ist, dass Hannes Müller 2014 zum besten Nachwuchs-Schlagzeuger auf der Frankfurter Musikmesse ausgezeichnet wurde.
‘Stronger!’ beginnt recht stark (was für ein Wortspiel) mit dem Titelstück, das schon mal recht rockig rüber kommt und ein bißchen an Guano Apes erinnert, auch wenn Suzen an Sandra Nasic nicht ganz herankommt ... aber das ist auch schwer. Auf jeden Fall ein ganz knackiger Einstieg mit einem schönen Refrain der Ohrwurmcharakter hat. So hätte es gerne weitergehen können ... aber es folgt mit ‘Dark Silence’ eine geniale Ballade, wunderschöne Melodie, gefühlvolle Stimme, Hammer Gitarren-Solo (leider natürlich viel zu kurz). Auch hier gilt: Geht nicht mehr aus dem Ohr. Über ‘Get On The Bus’ legen wir mal den Mantel des Schweigens ... die Rap-Parts passen so gar nicht zum Rest der Scheibe und sind auch nicht wirklich gut gemacht. Aber netter Text und es kommt sogar das ‘böse’ Wort Boobs vor :-). Ganz witzig eigentlich. Viel besser wird es dann wieder mit ‘Change Of Times’, einem schöne Mid-Tempo-Song mit tollen Gesangslinien, einem wunderschönen Refrain und genialer Akustik-Gitarre. Könnte auch im Radio laufen. ‘Sometimes’ ist dann auch wieder ‘ganz nett’ aber nicht berauschend. Eher ein Lückenfüller. Macht aber nix, denn mit ‘Moving Lines’ wird’s schon wieder viel besser und klingt ein bißchen nach Gwen Stefani bzw. ‘No Doubt’. Richtig rockig wird es dann mit ‘Never Leave Your Home’, dem härtesten Song auf dem Album mit harter Gitarre und Keyboard-Gejammer. Sehr sehr gut. Was für die Prog-Fraktion ist ‘One More Fucking Time’, mit über 7 Minuten auch der längste Song. Keyboard-Intro, Gitarren-Einstieg, ziemlicher Groove, fetter Sound, richtig geiles Gitarren-Solo am Schluss. Hier zeigt sich ganz deutlich, was für ein Potential Suzen’s Garden haben (und beim Gitarren-Solo kommt auch ein bißchen rüber, dass sie Pink Floyd als Einfluss nennen). Der mit Abstand beste Song auf dem Album und alleine schon der Kauf der CD wert. Zum Abschluss gibt es dann mit ‘Lovesong’ noch einen recht poppigen und belanglosen Abschluss.
Insgesamt finde ich ‘Stronger!’ wirklich gelungen, auch wenn die Prog-Momente leider nur sehr spärlich auftauchen. Trotzdem möchte ich hier eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Mehr Infos sowie ein Video zum Titelstück gibt es auf der Band-Homepage. Unbedingt reinschauen und dann die CD kaufen!

Svenson - Home And Everywhere

’Svenson’ ist eigentlich Sven Kuehlbauch, der an der Jazz und Rockschule in Freiburg Gitarre studiert hat, jetzt an der Music Academy Köln und der Pop Farm Bonn als Dozent unterrichtet, Workshops und Clinics anbietet (einfach mal bei Youtube schauen), schon mit Pain und Atrocity auf Tour war aber auch auf dem Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. Ihr merkt schon, der Mann ist in allen Genres (von hart bis Jazz) unterwegs und lässt sich somit in keine Schublade stecken. Und das merkt man auch auf seiner bereits zweiten CD ‘Home And Everyhwere’. Von Samba-Rhythmen (Samba de Gaja) über Blues mit Wah Wah - Solo (was es meiner Meinung nach leider zwischenzeitlich viel zu selten gibt ... klingt einfach nur gut ... hört Euch den Song ‘Blossomwhite’ an), Klassik (‘Die Liebe höret nimmer auf ist an Beethoven angelehnt), ‘richtigem’ Blues (On my knees) mit geil wimmernder Gitarre bis zu Country (der Bonus-Track ‘The Ballad of Sam Hawkins) ist alles Mögliche vertreten. Kaufen kann man die wirklich tolle und abwechslungsreiche Scheibe in diversen Online-Stores wie z.B. Amazon oder i-Tunes. Oder hört einfach vorher mal rein und kauft dann. Mehr Infos gibt es unter www.svensonguitar.com, www.myspace.com/svensonguitar und www.youtube.com/svensonguitar.. Wirklich eine interessante und abwechslungsreiche Sache.

Sylvan - Encounters

Die zweite CD der deutschen Prog-Band Sylvan ist trotz ihrer unbestrittenen Qualitäten lange nicht so interessant wie das Erstlingswerk (Deliverance). Der Sänger hat auf jeden Fall dazugelernt und ist lange nicht mehr so nervig, aber musikalisch ein kleiner Rückschritt. Ausflüge (wenn auch nur kurze) in Richtung Jazz passen irgendwie halt nicht zu Prog-Rock. Aber trotzdem keine schlechte CD.

Sylvan - Artificial Paradise

Mit der Hamburger Prog-Band 'Sylvan' hatte ich bis jetzt ein bißchen meine Probleme. Das Debut-Album 'Deliverance' (aus dem Jahr 1998) fand ich musikalisch teilweise obergenial, wobei aber der Gesang von Marco Glühmann sehr gewöhnungsbedürftig war. Die zweite CD ('Encounters' aus dem Jahr 2000) war dann vom Gesang her viel überzeugender aber die Ausflüge in den jazzigen Bereich konnten bei mir keine so großen Freudensprünge hervorlocken und insgesamt war 'Encounters' auch musikalisch nicht ganz so mein Fall. Und wieder 2 Jahre später gibt es nun 'Artificial Paradise' und ich schiebe die CD in meinen Player mit der Hoffnung, dass der Gesang so gut geblieben ist und Sylvan ihren Musikstil gefunden haben. Knapp 70 Minuten für 9 Titel geben schon mal einen guten 'Prog-Schnitt'. Und mit dem ca. 9-minütigen 'Deep Inside' geht's auch schon gut los. Keyboard mit Gesang, grooviger Bass toller Schlagzeug-Rhythmus, im Mittelteil ein schönes Gitarren-Solo ... der Song ist absolut das Beste, was Sylvan bis jetzt veröffentlicht haben. Weiter geht's mit 'That's Why It Hurts', wo es nochmal 7 Minuten gerade so weitergroovt (und mich vor allem der Gesang von Marco Glühmann überrascht ... so gut war er noch nie). 'Strange Emotion' ist dann ein nettes 'Fast-Pop-Liedchen', das zum Verdauen der sagenhaften ersten 16 Minuten aber gerade recht kommt. Bei 'Human Apologies' kommen, für Sylvan eher ungewöhnlich, plötzlich fette Gitarren zum Einsatz, dazu ein paar knackige Breaks, zwischendurch Keyboard-Teppiche und ein gefühlvoll wimmernde Gitarre ... alles was das Prog-Herz begehrt (und somit ein weitere 8 Minuten Highlight auf der CD). 'Timeless Traces', das fünfte Stück auf der CD, ist vielleicht das Sylvan-typischste Stück. Zumindest erinnert es mich am ehesten noch an die 'alten Zeiten' von 'Deliverance'. Super gespielt und gesungen. Hier merkt man ganz deutlich, dass sich Sylvan eindeutig noch verbessert haben. 'I Still Believe', mit etwas über 3 Minuten ein 'Short-Track', gibt dann wieder eine kleine Verschnaufpause. Und als ob ich es befürchtet habe ... der Beginn von 'Around The World' geht wieder voll in Richtung Jazz (was ich ja gar nicht mag). Aber zum Glück ist's nur ein ganz kurzer Ausflug und der Rest des Songs ist richtig relaxed (weil sehr akustisch und mit toller Melodie). Das zweiminütige 'Souvenirs' (ich weiß nicht ob ich dazu 'die obligatorische Ballade' sagen soll ... aber dafür ist das Stück - nur Gesang und Klavier - eigentlich zu kurz) ist wunderschön und geht nahtlos in das über 20-minütige Titelstück 'Artificial Paradise' über, das ich ganz schlicht nur als 'Meisterwerk' bezeichnen kann. Prog in Vollendung von (eher) sanft bis (manchmal) hart, viele Instrumental-Parts, ein paar klassische Elemente, super Gesang.
Mein Fazit nach knapp 70 Minuten fällt ganz einfach aus: Mit 'Artificial Paradise' haben Sylvan ein kleines Prog-Meisterwerk abgeliefert. Musikalisch mindestens noch eine Klasse besser als 'Deliverance' und mit 'Encounters' überhaupt nicht zu vergleichen. Und neben den perfekten Musikern begeistert jetzt auch der Gesang. Chapeau für Sylvan !!!! Noch eine kleine Steigerung und für die nächste CD gibt's die Höchstpunktzahl.

Sylvan - X-Rayed

Vom Vorgängeralbum 'Artificial Paradise' war ich ja schwer angetan und eine Steigerung war für verwöhnte Prog-Ohren auch kaum mehr möglich. Deswegen war ich dann doch sehr gespannt, was die Hamburger Band 'Sylvan' jetzt als nächstes veröffentlicht. Und ich kann es relativ kurz machen. Wer 'Artificial Paradise' mochte, wird auch an 'X-Rayed' seine helle Freude haben. Toller Opener ('So Easy'), langsamere Stücke (z.B. 'So Much More'), härtere Songs (wie 'Lost'), ein Langweiler ('Belated Gift'), ein Hammer-Long-Song ('Given - Used - Forgotten' knapp 13 Minuten) und ein krönender Abschluss ('This World Is Not For Me'). Auch wenn Sylvan mit 'X-Rayed' meiner Meinung nach jetzt keinen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben (was auch schwierig wäre), würde ich die Scheibe mal als bisheriges Highlight der Prog-Szene bezeichnen. Und die Live-Qualitäten der Band werde ich mir in ein paar wenigen Wochen (am 17.04.2004 in Reichenbach bei Stuttgart) mal zu Gemüte führen. Für Proggies gibt es mal wieder nur einen Tip: KAUFEN.

Sylvan - Posthumous Silence

Bis jetzt war ja für mich mit jeder neue Sylvan-CD bis zum letzten Output X-Rayed eine Steigerung zu erkennen. Umso gespannter war ich jetzt auf die nächste CD um zu sehen wie's weitergeht. Und ich bin dann doch ein kleines bißchen enttäuscht, denn 'Posthumous Silence' haut mich auch nach dem 10. Hören nicht wirklich vom Hocker. Auf den letzten Sylvan-CDs waren immer ein paar Melodie-Linien vertreten, die einem nicht aus dem Kopf gingen. Aber jetzt ... ich höre die CD und kann mich danach an nichts weltbewegendes erinnern. Aber nicht dass Ihr jetzt glaubt, dass die CD schlecht wäre ... nein ... im Gegenteil. Musikalisch und technisch sicher Bundesliga. Aber irgendwie wird halt auch die Erwartung an eine neue Sylvan-Scheibe immer höher. Für Einsteiger in die musikalische Welt von Sylvan empfehle ich auch weiterhin die Über-CD der Band 'Artificial Paradise'. Absolute Sylvan-Fans werden natürlich auch an Posthumous Silence ihre helle Freude haben. Mir ist sie glaube ich schlichtweg 15 Minuten zu lang und damit zu eintönig. Aber wer weiß ... dieses Jahr soll ja noch ne Sylvan-CD auf den Markt kommen (siehe meine News-Seite). Vielleicht gibt's ja da mal wieder (für meinen Geschmack) eine Steigerung.

Sylvan - Presets

Eigentlich wurdedie CD 'Presets' ja schon zusammen mit dem Vorgänger 'Posthumous Silence' fertig. Veröffentlicht ist sie erst jetzt worden. Darüber geschrieben wurde vor allem im Vorfeld schon einiges. Es soll ein Pop-Album sein und ganz anders als alle anderen Sylvan-CDs und manche Review-Seiten fahren auch voll darauf ab und behaupten genau Dieses. Teilweise werden nicht mal Punkte vergeben, weil's ja mit Prog nichts zu tun hat. Haha ... ich kann da eigentlich nur müde drüber lächeln. CD rein, ein paar Takte gehört, Sänger fängt an zu singen ... alles klar, das ist Sylvan. Übrigens ein wunderschöner Song, der Opener 'One Step Beyond' ... hätte auch auf 'Artificial Paradise' gepasst. Und mit über 7 Minuten ist's ja mitnichten ein radiotauglicher Pop-Song. Natürlich gebe ich zu, dass die 2 folgenden Songs mit 4 1/2 und knapp 4 Minuten dann schon eher das Raster eines Radio-Senders treffen könnten, aber ich bezweifle mal, dass das bei meinem Haus- und Hofsender SWR3 gespielt werden würde. Naja, vielleicht 'For One Day' ... klingt schon ein bißchen poppig. 'Former Life' ist dann aber schon wieder ein amtlicher 7-Minüter und auch ein typisches Sylvan-Lied (wundervoll getragener, pathetischer Song). Und so weiter und so weiter. Bis zum Schluss ... und das ist dann das knapp 13-minütige Titelstück (auch wieder voll radiokonform) und das Highlight der CD. Sylvan vom Feinsten. Also ich weiß ja nicht was meine geschätzten CD-Kritiker in diese CD hineininterpretiert haben und woher sie die Infos bezüglich poppig usw. haben (vielleicht stand's ja auf dem Beipackzettel zur Promo-CD). Ich finde, nach der zumindest für mich eher enttäuschenden 'Posthumous Silence' ist 'Presets' einfach ne tolle Sylvan-CD und ein weiterer Meilenstein in der Band-Geschichte. Nicht mehr und nicht weniger.

Sylvan - Leaving Backstage

10 Jahre Sylvan mit vielen guten, ein oder zwei überragenden und wenn ich mich genau erinnere mit nur einem eher schwächeren Album. Da wurde es wirklich Zeit, diesen runden Geburtstag zu feiern. Un die Feier fand am 1. September 2007 in Hamburg im 'Kampnagel' statt. Dort wurde dann neben der kompletten 'Posthumous Silence'-CD noch ein Best Of ... Feuerwerk abgebrannt, das dann insgesamt 2 1/2 Stunden gedauert hat und wohl auch visuell nicht so schlecht umgesetzt wurde. Nun gefällt mir ja gerade die 'Posthumous Silence'-CD nicht wirklich gut (im Vergleich zu den restlichen Studio-Outputs) und auch die Live-Umsetzung ist so ziemlich identisch mit der Studio-Version. Deswegen werden hier dann nur die Leute auf ihre Kosten kommen, die auch die Posthumous-CD gut fanden. Richtig klasse in meinen Augen (oder besser Ohren) ist aber die 2. CD des Doppelpacks mit den 'alten Heulern', die richtig gut rüberkommt. Ein geiles 'Lost', ein formidables 'That's Why It Hurts' und so weiter bis zu dem Oberhammer ... fast 19 Minuten 'Artificial Paradise'. Alleine wegen der 2. CD lohnt sich schon der Kauf. Etwas komisch finde ich allerdings, dass es von dem Konzert auch noch eine Live-DVD gibt, die nur den ersten Teil (also die Posthumous Silence) beinhaltet. So muss der geneigte Hörer doppelt in die Tasche greifen und sich neben der DVD eben auch noch die Doppel-CD kaufen, da er sonst nicht das komplette Konzert hat. Naja, ich verkneife mir da jetzt jeden weiteren Kommentar bis auf das Wort 'fanfeindlich'. Ich jedenfalls habe auf den Kauf der DVD verzichtet. Deswegen gibt's hier auf meiner Seite auch keine Review darüber. Da müsst Ihr Euch dann auf den Seiten von meinen Kritikerkollegen von z.B. www.babyblaue-seiten.de informieren.

Sylvan - Force Of Gravity

Eine CD genannt 'Schwerkraft', eine Achterbahn und ein Riesenrad auf dem Cover. Soll das bedeuten, dass man nach 'Höhenflügen' (Artificial Paradise, Posthumous Silence) am Ende (Force Of Gravity) doch wieder auf dem Boden (der Tatsachen) ist? Nein, das kann sicher nicht sein, dass Sylvan ihren neuesten Output, der am 25.09.2009 offiziell erscheint (und jetzt schon über die Band-Homepage www.sylvan.de ohne Bereicherung von Zwischenhändlern zu erhalten ist) als (qualitativen) Rückschritt oder auch 'back to the roots' bezeichnen würden. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich bei den ersten drei oder vier Hörgängen ziemlich verwirrt war und nicht wusste, wie ich die CD einordnen soll. Normalerweise verschwindet so eine Scheibe dann länger in meinem Regal und taucht nur zufällig irgendwann wieder auf. Aber nachdem ich ja von Sylvan, wie man diversen Reviews von mir entnehmen kann, eigentlich überzeugt bin, konnte ich das nicht verantworten und habe mir noch weitere Durchgänge gegönnt. Und plötzlich machte es 'klick' und siehe da ... 'Force Of Gravity' zündet doch irgendwann. Auffällig ist zuerst mal, dass (ausgenommen vom letzten Stück 'Vapour Trail', das immerhin 14 1/2 Minuten lang ist) der Hang zu längeren Epen (wie sie auf den Vorgänger-CDs massenweise vertreten waren) wohl immer noch oder endgültig weg ist (was man ja schon bei dem letzten Studio-Output 'Presets' bemerken konnte) und dass eher auf den Punkt gekommen wird (was ich persönlich eigentlich schade finde, denn gerade die Long-Songs waren für einen Proggie wie mich ja die Highlights). Außerdem wurde durch den Austausch des Gitarristen (anstatt dem Gründungsmitglied Kay Söhl ist jetzt Jan Petersen mit an Bord) die Musik zumindest gitarrentechnisch teilweise etwas härter. Zu Beginn meiner Hördurchgänge ist mir eigentlich eher unangenehm aufgefallen, dass Sänger Marco Glühmann ab und zu schon hart an der Grenze zum Kitsch versucht, seine Gefühle in die Songs zu bringen. Komischerweise habe ich mich mittlerweile daran 'gewöhnt' und es fällt gar nicht mehr so auf. Einen Vergleich zu Herrn Hogarth von Marillion möchte ich hier lieber nicht anbringen, denn ich glaube meine Homepage-Leser wissen so langsam, dass ich H's 'Gesang' überhaupt nicht leiden kann. Aber wie geschrieben, man gewöhnt sich tatsächlich auch an das Leiden des Herrn Glühmann. Richtig gut ist auf jeden Fall schon mal der Opener (und gleichzeitig das Titel-Stück) 'Force Of Gravity, bei dem eigentlich schon mal alle Trademarks von Sylvan gezeigt werden (ein bißchen Bombast, dramatischer Gesang, viel Piano, tolle Breaks ... nur das 3-minütige Gitarrensolo am Schluss fehlt). 'Follow Me', so wie ich gehört habe die Single-Auskopplung, ist dann der erste Song in Richtung 'wir können auch heavy' und z.B. hier erkennt man klar, dass ein neuer Gitarrist am Start ist. Warum man gerade dieses Stück als Single gewählt hat ... keine Ahnung, ich hätte wahrscheinlich eher was anderes genommen, will man mit Single-Auskopplungen ja eher kommerziell was erreichen. Ein richtiges Highlight ist dann 'Isle In Me', immerhin 6 Minuten lang und eine tolle Ballade, zuerst nur mit Piano und Streicher untermalt, dann bombastisch werdend und (endlich) mal ein schönes, längeres Gitarren-Solo. Wirklich gut gemacht. 'Embedded' ist dann ein Stück, das auch auf jeder der Vorgänger-CD seinen Platz gefunden hätte. Typischer Sylvan-Song mit einem Refrain, der einem nicht aus dem Kopf geht. Ruhiger wird es wieder mit 'Turn Of The Tide', auch richtig gut gemacht mit einer herrlichen Melodie. 'From The Silence' ist dann etwas flotter und hat den urigen Sylvan-Rhythmus, der auch live einfach ziemlich gut rüberkommt. Miriam Schell, die ja schon auf diversen Sylvan-Songs und vor allem auf der Solo-CD von Schlagzeuger Michael Harder (unter dem Namen 'Rain For A Day ... siehe auch meine Review) glänzen konnte, hat dann ihren Auftritt bei 'Midnight Sun', und hier zeigt sich mal wieder, dass die Stimmen von Frau Schell und Herrn Glühmann einfach super harmonieren. Das ist Gänsehaut-Feeling pur (knapp vorm Kitsch ... aber das meine ich jetzt positiv). Einen richtigen 'Rocker' gibt es dann mit 'King Of Porn' und auch da fällt Gitarrist Jan Petersen auch wieder sehr angenehm auf. 'Episode 609' fällt nicht weiter auf, aber dass Sylvan auch (fast) Punk-Rock machen können war mir neu. Denn 'God Of Rubbish' zeigt eine ganz andere (aber wirklich interessante) Seite der Hamburger. Und dann folgt zum Schluss noch das Highlight für alle Proggies, das bereits erwähnte 'Vapour Trail', das dann alle Hörer versöhnt, die mit der CD bis jetzt nicht viel anfangen konnten. Streicher, Gesang nur mit akustischer Gitarre, super Rhythmus-Arbeit, Keyboard-Läufe, fette Gitarre, Piano-Teil, Bombast-Einsatz, Gitarren-Solo, Break, wieder Gitarren-Solo, dramatischer Gesang, Abschluss-Gitarren-Solo. Sie haben nichts verlernt. Einer der besten Songs die Sylvan jemals aufgenommen haben. Mein Fazit ist auf jeden Fall, dass man schon einige Hördurchgänge braucht, bis man mit der CD was anfangen kann. Aber wenn man sich auf den teilweise 'neuen Stil' eingelassen hat muss man zugeben, dass Sylvan mit 'Force Of Gravity' wieder ein kleines Meisterwerk gelungen ist, das vielleicht nicht unbedingt neue Fans bringen kann (denen würde ich dann doch eher empfehlen, mit 'Artificial Paradise' oder auch Posthumous Silence' einzusteigen) aber eingefleischte Sylvan-Fans auf jeden Fall überzeugt.

Symphony X

- Symphony X

- The damnation game

- The divine wings of tragedy

- Twilight in olympus

Die ersten vier CDs der Ami-Progger Symphony X können im Kurzdurchlauf kritisiert werden. Eine einfache Regel: je neuer die CD desto besser die CD. Das Erstlingswerk 'Symphony X' ist nicht unbedingt eine CD die man haben muß. Noch mit altem (schlechtem) Sänger, den man glücklicherweise verabschiedet hat, wenig Prog-Einflüsse (eher Heavy-Metal). Auf Dauer recht langweilig.

Die zweite Scheibe 'The damnation game' wird langsam anhörbar. Vor allem Sänger Russell Allen (u.a. auf der Ayreon-CD 'The universal migrator' zu hören) hat der Band hörbar gut getan. Allerdings sind die Jungs auch auf der 95er-CD noch sehr heftig.

CD Nummer 3 'The divine wings of tragedy' von 1997 läßt so langsam erkennen, daß die Herren mehr drauf haben als Ratta-Ratta. Hier sind schon einige Prog-Elemente zu erkennen, was diese CD absolut empfehlenswert macht. Vor allem der über 20-minütige Titel-Track ist ein Ohrenschmaus.

Die bis jetzt wohl mit Abstand beste Symphony X-CD ist die 98er 'Twilight in Olympus'. Eine meiner Top-25-Scheiben. Klassischer Prog-Rock mit Metal-Einflüssen, ein Zucker-Stimmchen von Russell Allen, Super Songs, prima geklautes Teil von J.S.Bach (die Sonate - leider viel zu kurz - ist ein Highlight der CD). Vergleichbar mit einer Mischung aus Arena und Threshold. KAUFEN !!!

Symphony X - V (The New Mythology Suite)

Nach ganzen 2 Jahren Abstinenz melden sich endlich mal wieder die Ami-Proggies zurück. Meine Hoffnungen waren groß, endlich die CD des Jahres 2000 in den Händen zu halten. Aber vorweg gesagt: Sie wird es wahrscheinlich nicht werden. Einfach grandios an Symphony X ist auch weiterhin die geniale Stimme von Russell Allen und die sägenden Gitarren-Riffs von Michael Romeo gepaart mit klassischen Elementen, enormen Tempowechseln und netten Instrumental-Zwischenstücken. Aber eine Steigerung zum Vorgänger ('Twilight In Olympus' s.o.) habe ich beim jetzt dritten Durchlauf der CD nicht entdecken können. Schade, denn ich wollte endlich mal wieder eine 10-Punkte-CD kritisieren. Aber trotzdem ist die CD absolut empfehlenswert (vor allem für Musikfreunde, denen Rhapsody zu heftig und Dream Theater zu kompliziert ist).

Symphony X - Live On The Edge Of Forever

Die Prog-Metaller Symphony X haben uns auch ganz schön lange auf die Folter gespannt, bis diese Live-Doppel-CD endlich veröffentlicht wird (immerhin war sie schon über ein halbes Jahr vorher angekündigt worden). Naja, vielleicht bewahrheitet sich ja der Spruch 'Was länge währt, wird endlich gut'. Schaun 'mer mal. Aufgenommen wurde das Teil während der Europa-Tour 2000/2001 (bei der ich auch ein Konzert von Symphony X besucht hatte). Nachdem sich bei meinem Konzert-Besuch die Menschenmassen in Grenzen hielten, finde ich es ziemlich überraschend, daß die Zuschauer auf der CD ziemlich laut vertreten sind. Ztztzt ... ob da vielleicht etwas gemogelt wurde ??? Sei's drum. Die Songauswahl beschränkt sich auf die letzten 3 Veröffentlichungen ' V - The New Mythology Suite', Twilight in Olympus' und 'The Divine Wings of Tragedy', was allerdings kein Fehler ist, also kein schlechter Queerschnitt für Leute, die sich mit Symphony X noch nicht so beschäftigt haben. Allerdings ist die Sound-Qualität (wie übrigens auch beim Konzert) eher bescheiden. Am Mastering kanns also nicht gelegen haben, daß die CD so spät auf den Markt gekommen ist.

Symphony X - The Odyssey

Dass Symphony X zu meinen absoluten Lieblings-Band gehören, dürfte sich ja zwischenzeitlich rumgesprochen haben. Umso gespannter war ich natürlich auf die neueste Veröffentlichung 'The Odyssey'. Und schon der Opener 'Inferno' zeigt, dass Symphony X nicht stehengeblieben sind und ganz schön hart zur Sache gehen können. Das klingt ja teilweise wie Metallica in ihren besten Zeiten. Aber auch die klassischen Symphony X - Sachen gibt's auf 'The Odyssey' noch zu hören (vor allem der 24-minütige Titel-Track oder 'Accolade II' sei hier erwähnt). Dann gibt es noch den (schon fast obligatorischen) Bonus-Track 'Masquerade' auf der limitierten Version. Als S-X-Fan bin ich von 'The Odyssey' eigentlich etwas enttäuscht. Das 'harte' Genre hätten sie echt anderen Bands überlassen sollen. Das passt weder zu Sänger Russel Allen und noch weniger zu Gitarren-Gott Michael Romeo, der hier sein Talent echt verschwendet. Auch der Sound der CD ist eher mäßig. Zu überzeugen wissen eigentlich nur die typischen Symphony X - Songs, die allerdings noch immer in der Überzahl sind. Ich hoffe, dass 'The Odyssey' nur ein kleiner Ausrutscher in falsche Gefilde war. Ich hätte von Symphony X lieber mal eine 10-Punkte-CD kritisiert.

Symphony X - Paradise Lost

Ganze 5 Jahre hat es gedauert, bis es endlich den Nachfolger für ‘The Odyssey’ gibt, die für meine Ohren ja etwas zu arg metallisch und zu wenig proggig war. Umso erfreuter war ich über den ersten Hör-Durchlauf von ’Paradise Lost’. Die klassischen Erkennungsmerkmale (geiler Gesang von Russell Allen, fetter und typischer Gitarrensound von Michael Romeo) sind immer noch da und es wurde trotz weiterer vorhandener Härte wieder mehr Augenmerk auf die Prog-Elemente der Musik (wie ein paar fette Breaks und so ... eben das was wir am Prog-Metal so lieben) gelegt.
Aber fangen wir vorne an. Der Titel der CD sagt ja eigentlich schon ganz schön viel, und wenn man dann noch das (richtig schöne) Cover betrachtet, weiß man schon um was es geht. Kaputte Welt, Apocalypse und all solche Sachen. Ziemlich düster also. Und auch der Opener ‚Oculus Ex Inferni’ lässt uns da nichts anderes Hoffen .... klingt wie ein Soundtrack aus einem Weltuntergangs-Film. Das folgende ’Set The World On Fire’ knallt dann auch schon mit typischen Romeo-Riffs in die Ohren und Russell Allen ist gleich in Höchstform. Ein echter Symphony-X-Song mit Hymnen-Refrain. Selten was besseres von der Band gehört. Noch härter geht es dann mit ’Domination’ weiter, bei dem Herr Allen schon ganz schön aggressiv singt. Das ist schon fast Härte-Grad ’The Odyssey’. Das könnte der neue Live-Renner werden. ’The Serpent’s Kiss’ beginnt auch mit dem göttlichen Gitarren-Gewitter, wird aber im Laufe des Songs etwas gemäßigter, wobei vor allem der mehrstimmige Gesang hervorragend dazu passt. Dann folgt der Title-Track ... eine wunderschöne Ballade. Sicher eines der Highlights der CD, bei der Russell Allen beweist, dass er auch die ruhigen Sachen mit viel Gefühl singen kann. Toll. Den Aufwecker gibt es aber danach gleich wieder mit ’Eve Of Seduction’. Da bleibt kein Bein still und der Nacken wird danach schmerzen. ’The Walls Of Babylon’, mit über 8 Minuten einer der längsten Songs auf dem Album, fällt für mich dann etwas ab. Damit kann ich nicht so viel anfangen, wird aber nach einigen Hördurchgängen etwas eingängiger. Klingt eher nach ziemlich ’alten’ Symphony X. ’Seven’ ist dann wieder eines der absoluten Highlights für mich. Tolle Keyboard-Läufe, angemessene Geschwindigkeit, tolle Tempo-Wechsel. Hier zeigt die Band, dass sie auch im Power-Metal-Bereich bestehen könnte. Fast zum Abschluss gibt’s noch mal eine Ballade namens ’The Sacrifice’ (sehr schön). Und dann der absolute Höhepunkt ... ’Revelation’. Über 9 Minuten Symphony X at it’s best.
Fazit: Für mich neben ‘V’ und ‘Twilight In Olympus’ der wohl beste Output der Band und jedem Prog-Metaller nur zu empfehlen. Sicher bis jetzt ein Highlight im Jahr 2007.
Und wer schnell ist, kann sich noch die limitierte Version mit Bonus-DVD sichern, auf der dann noch ein paar Live-Auftritte (aber Achtung ... das sind alles Home-Videos, also in ensprechend schlechter Sound- und Bildqualität) verewigt wurden. Und das ist zumindest für den Fan interessant.

Symphony X - Iconoclast

Symphony X haben wieder 4 Jahre gebraucht, um einen neuen Studio-Output in die CD-Läden zu bekommen. Und ‘Iconoclast’ ist ein würdiger Nachfolger von ‘Paradise Lost’, das 2007 veröffentlicht wurde. Jetzt eben ne andere Geschichte (aber kein Konzept-Album sondern einfach Songs um das Thema ‘Mensch gegen Maschine’) aber musikalisch dem letzten Output absolut ebenbürdig. Und das ist auch das was mich bei ‘Iconoclast’ ein bißchen enttäuscht. Denn bis jetzt haben sich die CDs der Band nach der immer recht langen Wartezeit doch ziemlich unterschieden und man konnte den Jungs um Gitarren-Gott Michael Romeo und Ausnahmesänger Russell Allen immer eine Steigerung oder Weiterentwicklung bescheinigen. Und das fällt mir jetzt dann doch ziemlich schwer. Trotzdem spielt ‘Iconoclast’ natürlich in der Bundesliga des Prog-Metal mit und Fans der Band können bedenkenlos zugreifen.

Symphony X - Underworld (VÖ:24.07.2015)
Weitere vier Jahre mussten vergehen, damit es einen Nachfolger von ‘Iconoclast’ (von 2011) gibt. Und Hurra !!!! Das kurze Tal (mit Iconoclast) ist überwunden. ‘Overture’ schon richtig fett mit Chören und allem was zu einer Overtüre gehört. Dann ‘Nevermore’, einem der härtesten Songs die Symphony X wohl aufgenommen haben ... trotzdem eingängiger Refrain, coole Gitarre von Michael Romeo, geiler lässiger Gesang von Russell Allen (aber das kennt man ja nicht anders von ihm ... einer der besten Metal-Sänger in meinen Augen ... der sollte mal bei Dream Theater anheuern ... aber das ist ein anderes Thema), dann das Titelstück, auch fett mit toller Melodie, ‘Without You’ (keine Angst ... keine richtige Ballade ... eher atemberaubendes Gitarren-Solo in der Mitte und nur kurzzeitig etwas ruhig / episch), und ein Metal-Gerät nach dem anderen. Ich habe die Band schon lange nicht mehr so gut gehört ... ehrlich.
Eine kleine Reminiszenz an ‘ganz alte Tage’ gibt es aber auch. Hört euch mal den 9-minüter ‘Hell and Back’ an. Das erinnert mich echt an die Zeit, in der ich Symphony X kennen gelernt habe ... das war mit der Überflieger-Scheibe ‘Twilight in Olympus’ (aus 1998). Prog-Metal-Fans MÜSSEN ‘Underworld’ haben !!!

BuiltWithNOF

 

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Talisma - Chromium

Eine der bestverkauftesten CDs des kanadischen Labels Unicorn Digital war die 2003er-Debut-Scheibe des kanadischen Prog-Trios 'Talisma' mit Namen 'Corpus'. Und wer diese Scheibe mag, kann sich jetzt auf den Nachfolger 'Chromium' freuen, der in diesen Tage veröffentlicht wurde. Und ich kann Euch versprechen, dass wenn Ihr auf Instrumental-Prog steht, werdet Ihr von 'Chromium' sicher begeistert sein, denn auf insgesamt 12 Songs von knapp 2 bis auf über 6 Minuten lassen die drei Jungs (Talisma-Gründer Donald Fleurent, Martin Vanier und Mark Di Claudio) ein wunderschönes Feuerwerk an tollen, meistens etwas klassisch beeinflussten Melodien ab, die oft so richtig unter die Haut gehen. Aber auch ein paar härtere oder frickelige Töne fehlen nicht. Einziges Manko an der CD ist die leider nur sehr kurze Laufzeit von knapp 43 Minuten. Aber es gibt ja den Repeat-Knopf. Freude von melodischem Instrumental-Prog sollten die neue Talisma-CD auf jeden Fall haben. Weitere Infos gibt es unter www.talismaband.com .

Talisma - Quelque Part

Von der Vorgänger-CD 'Chromium' der kanadischen Instrumental-Prog-Band 'Talisma' war ich ja ziemlich begeistert. Deswegen freut es mich sehr, dass mit 'Quelque Part' endlich ein würdiger Nachfolger veröffentlicht wurde. Natürlich sind die Jungs immer noch bei Unicorn Digital unter Vertrag und ihre Musik ist immer noch so mitreißend wie bei 'Chromium'. Instrumental-Prog vom Feinsten von gefühlvoll bis ziemlich hart und bombastisch ist auf 'Quelque Part' so ziemlich alles vertreten, was Spaß macht. Neu ist allerdings, dass 'Instrumental-Prog' nicht mehr so ganz stimmt, denn zwischendurch (z.B. beim Song 'Iseult') gibt es ganz überraschend weiblichen Gesang von Florence Bélanger, und dann klingt es fast ein bißchen nach französischem Chanson oder auch nach Carla Bruni. Das macht der Musik aber keinesfalls einen Abbruch sondern ich finde dadurch werden die Kompositionen von Talisma noch interessanter als sie eh schon waren. Highlight ist auf jeden Fall der Song 'Cassiopeia', der mit ziemlich genau 9 Minuten so ziemlich die komplette Bandbreite der Band wiederspiegelt. Wer 'Chromium' schon gut fand, wird 'Quelque Part' lieben. Mehr Infos gibt es auf der MySpace-Seite der Band.

Talisman - 7

Kritik von Siggi Greck:

Wie der Name schon sagt, inzwischen auch schon das 7. Album der Talismänner um Workaholic Jeff Scott Soto (einige Soloalben, Ex-Sänger von Yngwie Malmsteen, Kuni, Alex Rudi Pell, Takara, Eyes, Human Clay, Soul Sirkus und seit Dezember 2006 auch offizieller Sänger von Journey). Bei mir hat die Stimme von Jeff Scott Soto die gleiche Wirkung wie die von Bob Catley: der kann (fast) singen, was er will: hört sich einfach alles genial an. Bei Talisman hat man auch den Eindruck, dass inzwischen alles auf ihn zugeschnitten ist. Nachdem mir die letzte Veröffentlichung „Cats And Dogs“ nicht so sehr zugesagt hat, ist hier eine deutliche Steigerung zu erkennen. Diese Scheibe kommt qualitativ wieder an die ersten Werke der Band heran und weiss zu gefallen.
Anspieltipps: „Nowhere Fast“, „Rhyme Or Reason“ und die tolle Ballade „Forevermore“.

Tangent, The - The Music That Died Alone

Normalerweise kann man sich ja auf die Querschnitts-Meinung der Leser der holländischen Prog-Page von www.dprp.net verlassen. Trotzdem hat es mich beim Durchstöbern der Ergebnisse des 2003er-Polls etwas verwundert, dass die CD von 'The Tangent', einem Zusammenschluß von Prog-Musikern aus 3 Generationen (David Jackson von Van der Graaf Generator als Großvater, die halben Flower-Kings um Roine Stolt als Väter und Andy Tillyson von Parallel Or 90 Degrees als Sohn), immerhn auf Platz 2 der Jahres-CDs gelandet ist. Ich hatte mich ja bis dahin geweigert, die CD zu kaufen, weil ich befürchtet hatte, das könnte ein ziemlicher Schrott sein. Aber nach DEM Ergebnis musste ich die Scheibe unbedingt haben. Tja ... und was soll ich dazu sagen ?? 15 Euro zum Fenster hinausgeschmissen, den so einen uninspirierten Scheiß (sorry) habe ich schon lange nicht mehr gehört. Dämliches Gedudel und grauenvoller Gesang. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Einer der wenigen Fehlgriffe von Inside Out Music, die ja sonst wirklich tolle Sachen veröffentlichen.

Tarja - My Winterstorm

Nun ist sie also da, die erste Solo-CD von Tarja Turunen nach dem Split mit Nightwish. Und ich muss sagen, ich bin einigermaßen enttäuscht von der Scheibe. Der Opener (und die veröffentlichte Single) 'I Walk Alone' (wer den Abschiedskampf von Regina Halmich im TV gesehen hat, kennt den Song ja schon) ist ja noch ganz gut. Aber der Rest, alles fast so in Richtung Musical mit ab und zu Rock-Parts langweilt auf Dauer dann schon etwas. Absoluter Tiefpunkt ist aber das Alice Cooper - Cover 'Poison'. So was Grausames habe ich schon lange nicht mehr gehört und ich weiß nicht was die gute Frau geritten hat, gerade diesen Song zu wählen. Das ist schon fast ne Frechheit und auch noch übelst gesungen. Kann sein, dass ich mir mit diesen wenigen Zeilen vielleicht ein paar 'Feinde' gemacht habe, aber was soll's. Da bleibt nur zu hoffen, dass Tarja, die ja unbestritten eine tolle Stimme hat, noch die Kurve bekommt und wieder mehr in das härtere Genre wechselt. Sonst wird sie wohl bald von der Bildfläche verschwunden sein. Erwähnen möchte ich aber noch, dass es die CD auch in einer limitierten Version mit Bonus-DVD gibt, auf der dann neben 3 Versionen von 'I Walk Alone' (das auf der CD auch in 3 Fassungen vertreten ist) noch ein Making Of ... sowie eine Photo Gallery drauf sind. Muss man echt nicht haben.

Tarja - Colours In The Dark (VÖ: 30.08.2013)

Die Ex-Nightwish-Sirene Tarja Turunen hat es echt gewagt nach der geradezu unterirdischen CD ‘My Winterstorm’ eine weitere Scheibe zu veröffentlichen. Und ich muss sagen so schlimm wie der Vorgänger ist ‘Colours In The Dark’ gar nicht. Die Musical-Parts sind mehr Härte gewichen und manchmal ist’s richtig rockig (wie z.B. der Opener ‘Victim Of Ritual’) und es geht auch schon mal in Richtung alte Nightwish (‘500 Letters’) mit opulentem Keyboard-Teppich und richtig fetter Gitarre. Insgesamt also eine klare Steigerung und vielleicht kriegt Tarja ja noch die Kurve und macht irgendwann wieder das was sie am besten kann.
Leider ist auch auf ‘Colours In The Dark’ wieder ein Cover-Song drauf. Dieses Mal versucht sie sich an Peter Gabriel (‘Darkness’ von der CD ‘Up’) und das geht natürlich auch mal wieder sowas von in die Hose. Keinerlei Gefühl das Peter Gabriel im Original an den Tag legt ... einfach nur so runter gesungen. Schade drum.

Tarja - The Brightest Void (VÖ:03.06.2016)
Die Ex-Sirene von Nightwish, Tarja Turunen, hat den Metal wiederentdeckt. So könnte man glaube ich ‘The Brightest Void’ in einfachen Worten umschreiben.
Nachdem Tarja nach ihrem eher dreckigen Split mit Nightwish eher durchschnittliche CDs unter ihrem Namen rausgebracht hat, geht es jetzt offensichtlich endlich wieder in die richtige Richtung. Als kleinen Vorgeschmack auf die am 5. August 2016 erscheinende Scheibe ‘The Shadow Self’ gibt es mit ‘The Brightest Void schon mal (für Tarja’s Verhältnisse) recht hartes Zeug um die Ohren geworfen. ‘The Bitter End’ (in einer Fassung die nicht auf ‘The Shadow Self’ zu hören sein wird) geht’s schon mal recht fetzig und melodisch zur Sache (schöner Song, eher im AOR-Bereich angesiedelt aber durch Tarjas Stimme echt was Neues). Dann ein Duett mit Michael Monroe (‘Your Heaven And Your Hell’), auch richtig fett. ‘Eagle Eye’ (zusammen mit Toni Turunen, ihrem Bruder) gibt dann ein bißchen Zeit zum erholen (Mid-Tempo, schöne Melodie, typischer Tarja-Gesang). Dass sie es auch dramatisch kann, zeigt Tarja bei ‘An Empty’ Dream’, dem Haupt-Thema von ‘Corazon Muerto’, einem wohl recht bekannten Thriller in Argentinien. Hübsch. Ähnlich gestaltet ist auch ‘Witch-Hunt’, das eher an Filmmusik als an Metal erinnert. Recht dramatisch. Das ändert sich dann (Gott sei Dank) mit ‘Shameless’, das wieder recht rockig ist.
Es folgen dann die Cover-Versionen. ‘House Of Wax’ (Paul Mc.Cartney ... kann nur besser sein als das Original) und ‘Goldfinger’ (ja genau, der James Bond Song ... naja, weiß nicht ob sich Tarja damit als neues Bond-Girl oder als Sängerin des nächsten Bond-Songs ins Gespräch bringen will ... ich hoffe eher auf Bond-Girl).
Das absolute Highlight von ‘The Brightest Void’ ist für mich aber der Song ‘Paradise (What About Us?) zusammen mit Sharon den Adel und Within Temptation, das Geilste was ich jemals von Tarja (einschließlich ihrer Zeit bei Nightwish) gehört habe. Das ist einfach der perfekte Song für sie und die zwei Stimmen (also Tarja und Sharon) passen wie die Faust auf’s Auge).
Ich freue mich auf jeden Fall auf ‘The Shadow Self’. Es geht eindeutig aufwärts mit Tarja.

Tarja - The Shadow Self (VÖ:05.08.2016)
Was sich mit ‘The Brightest Void’ schon angekündigt hat, wird mit ‘The Shadow Self’ mehr als bestätigt. Tarja hat nach ein paar mehr oder weniger langweiligen Scheiben den Metal wieder entdeckt und rockt teilweise kräftig ab. Zwar beginnt die Scheibe bei ‘Innocence’ mit einem seichten Piano-Part, wechselt dann aber schnell in fette Gitarren-Riffs und einem Refrain zum mitsingen, toller Piano-Bridge, Dramatik und zurück zum Refrain. Gut gemacht und 6 Minuten tolle Unterhaltung. Fett weiter geht es mit ‘Demons In You’, unterstützt von der Rock Röhre Alissa White-Gluz (Arch Enemy), wobei die mir bei ihrem Gast-Auftritt bei diesem Song in Wacken weitaus ‘fieser’ rübergekommen ist. Trotzdem ist ihr Gegrunze einfach herrlich und der Song geht auch voll in die Beine (und in den Kopf). ‘No Bitter End’ kennt man ja schon von ‘The Brightest Void’, hier jetzt aber in einer etwas längeren Fassung. Es folgt ‘Love To Hate’, das vielleicht noch am Ehesten an ihre alten Zeiten von Nightwish erinnert ... viel Orchester und Pathos. Danach kommt ‘Supremacy’, einem Muse-Cover, wobei ich jetzt wirklich nicht weiß ob man das gebraucht hätte ... Instrumentierung praktisch wie das Original und ob jetzt Tarja oder Matthew Bellamy singt ... eigentlich fast kein Unterschied. Aber da ich den Song ansich total genial finde, darf ihn auch Tarja singen. Von mir aus. Recht gemächlich geht es dann bei ‘The Living End’ zu. Nette Ballade mit (echten oder falschem) Dudelsack im Hintergrund. Ganz witzig ist dann ‘Diva’. Klingt wie Zirkusmusik, irgendwie ein Aussenseiter auf der Scheibe. Aber toll gesungen. Es folgt ‘Eagle Eye’ (ebenfalls schon auf ‘The Brightest Void’, auch hier wieder in einer etwas anderen, kürzeren Version), meinem absoluten Lieblings-Song. Fette Gitarren, tolle, eingängige Melodie. ‘Undertaker’ geht dann wieder mehr in die Richtung ‘ich kann auch noch Nightwish’. Ebenfalls ein toller Song mit fast 7 Minuten Spielzeit. Richtig metallisch wird es dann nochmal bei ‘Calling From The Wild’, bevor mit ‘Too Many’, einem recht abwechslungsreichen Song auch schon Schluss ist. Doch halt ... ‘Too Many’ zeigt eine Spielzeit von fast 13 Minuten, ist aber nach 7 Minuten 46 Sekunden schon zu Ende. Kommt noch was? Dachte eigentlich die Zeit des ‘Hidden Tracks’ wäre vorbei. Und siehe da ... bei 10 Minuten 50 Sekunden kommt noch ein kleiner Spaß-Song mit witzigem Text und Geschwindigkeit zuerst Richtung ‘Thrash-Metal’, dann Elektro-Pop und wieder Thrash-Metal. Nett.
In der limitierten Version gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit 2 Videos (‘No Bitter End’, ‘Innocence’) sowie einem Interview mit Tarja.
Nur dem Layouter des Booklets gehört gehörig eine auf’s Maul. Wie kann man nur weiß auf weiß bzw. schwarz auf schwarz schreiben. Völlig unmöglich das zu lesen. Mit schräg gegen das Licht halten geht es halbwegs, aber war mir echt zu lästig, deswegen kann oder mag ich über die teilnehmenden Musiker keine Auskunft geben.

Tarot - Crows Fly Black

Sicher habt Ihr Euch nach meiner Kritik die Nightwish-DVD 'End Of An Era' gekauft und sicher habt Ihr Euch auch überlegt, warum die Band eigentlich eine neue Sängerin sucht, nachdem Bassist Marco Hietala bei 'High Hopes' und 'Wish I Had An Angel' auch als Sänger keine wirklich schlechte Figur macht. Wer nun wissen will, wie Herr Hietala auf einer kompletten CD als Sänger zu ertragen ist, sollte sich umgehend 'Crows Fly Black' von der Band 'Tarot' zulegen, denn mit diesem Silberling weiß man das dann. Und in meinen Augen klingt das mehr als klasse. Zwar kommen die Songs stilistisch nicht an seine Haupt-Band ran, dafür ist die Musik von 'Tarot' zu wenig bombastisch und zu dark und heavy, aber genau das kann Marco Hietala ja auch richtig gut singen. Hört Euch nur mal den oberfetten Opener 'Crows Fly Black' an oder 'Ashes To The Stars' mit dem Stereo-Gitarrengewitter am Anfang. Geil geil geil. Aber auch bei der Hammer-Ballade 'Tides' macht Hietala eine tolle Figur (ähnlich wie bei dem oben genannten Pink Floyd - Cover 'High Hopes'). Leider fällt die CD am Schluss qualitativ etwas ab (man könnte auch sagen sie wird bei den letzten 2 - 3 Songs dann doch etwas langweilig), doch der Bonus-Track 'Veteran Of Psychic Wars' entschädigt dann wieder etwas. Allerdings singt da (denke ich) jemand anderes. Geht aus dem Booklet aber leider nicht hervor. Auf der Limited Edition gibt es dann auch noch einen Video-Track.

Tarot - Undead Indeed

Konzerte der finnischen Band 'Tarot' um den Nightwish-Basser Marco Hietala waren immer ein Erlebnis. Und auch ich bin schon mal in den Genuss gekommen. In Stuttgarts übelster Absteige, der 'Röhre' war ich mal Zeuge dieses Ereignisses. Und wenn man da gesehen hat, mit welcher Spielfreude die Jungs auch mit wenigen Zuschauern ihre Musik zelebrieren (immerhin ist Herr Hietala ja von Nightwish gewöhnt, eher vor 10.000 Leuten aufzutreten), merkt man, dass Bekannheit nicht immer alles ist. Ein grandioses Konzert war das und es ist echt schade, dass die Band nie bekannter geworden ist. Denn so wie ich gelesen habe, haben sich Tarot zwischenzeitlich aufgelöst. Somit kommen alle, die ein Tarot-Konzert nicht genießen durften, jetzt mit der Live-CD 'Undead Indeed' doch noch zu der Möglichkeit. Und das kann ich nur jedem Musikliebhaber ans Herz legen. Fetter Metal mit tollem Gesang und ein paar richtige Song-Perlen sind da verewigt (vor allem von dem letzten Studio-Output 'Crows Fly Black'). Und die Scheibe gibt es dann auch noch für ein paar wenige Euros mehr mit einer Live-DVD, auf der dann das komplette Konzert verewigt ist. Andere Bands kassieren für so ne Live-DVD eine Stange Extra-Geld und bei Tarot gibt's das praktisch für lau noch als Bonus obendrauf. Vorbildlich würde ich mal sagen. Unbedingter Kauftipp.

Tarot - Gravity Of Light

Nightwish-Basser Marco Hietala wollte ja eigentlich mit seiner Zweit-Band ‘Tarot’ aufhören. So hatte ich’s zumindest verstanden. Zum Glück war’s nicht so und ‘Gravity Of Light’ hat das Licht der Welt erblickt. Die CD ist im Vergleich zum Vorgänger ‘Crows Fly Black’ ein bißchen sperriger und nicht so eingängig geworden. Trotzdem ist’s ne tolle CD. Seine Stimme hat halt schon was und die fetten Gitarren sind auch vom Feinsten. Deswegen können Tarot-Fans ungetestet zugreifen. Leute die mit der Band noch nichts zu tun hatten, würde ich dann doch eher den Vorgänger empfehlen. Der geht einfach runter wie Öl. ‘Gravity Of Light’ braucht dagegen einige Hördurchgänge, bis man mit dem neuen Material warm wird. Auf jeden Fall ist’s eine klasse CD geworden, die bestimmt nicht im Regal verstauben wird.

Tate, Geoff - Geoff Tate

Nachdem Queensryche in meinen Augen in den letzten Jahren (ausser Live- und Best-Of-CDs) nichts Vernünftiges mehr rausgebracht haben, hätte ich einen Tip für alle Queensryche-Fans, die der selben Meinung sind. Kauft Euch die Solo-CD von Sänger Geoff Tate. Die Songs auf dieser Scheibe sind zwar alle etwas 'einfacher' gestrickt als die Lieder von Queensryche, aber so kommt seine Stimme noch mehr zur Geltung. Insgesamt eine klasse CD, deren Kauf sich auf jeden Fall lohnt. Einfach mal reinlauschen.

Tea for Two - Snapshots

Der Weihnachtsmann (es könnte aber auch Stephan gewesen sein) legte mir doch tatsächlich eine CD unter den Christbaum. Und zwar die 1996er Live-CD der deutschen Prog-Band Tea for Two. Vorher hatte ich zwar den Namen schon mal gehört (sie hatten einige Gigs im Vorprogramm von Fish), die Musik war mir aber bis dato unbekannt. Erstaunlicherweise sind neben älteren Titeln auch 2 Songs der 'neuen' CD '101' vertreten, die erst 4 Jahre später veröffentlicht wurde ('All too late' und '101'). Und Diese sind auch eindeutig die Highlights der CD und zeigen, in welche Richtung sich die Band entwickelt. Die älteren Sachen sind eher Folk-lastig (mit viel Flöte) wohingegen die Neuen purer Prog-Rock sind. 'Trotzdem' ist die Live-CD absolut empfehlenswert. Snapshots - ein Schnappschuß der Musik von Tea for Two.

Tea for Two - 101

Am Ende des Jahres 2000 gibt's doch tatsächlich noch ein Prog-Rock-Highlight. Die Neue CD von Tea for Two, soviel will ich jetzt schon verraten, gehört in jedes CD-Regal des Prog-interessierten Musikliebhabers. Die Geschichte, die diese CD erzählt ist wunderschön traurig ('Er' taucht in eine fremde Welt ein, lernt eine bezaubernde Frau kennen, die vom Bösen entführt wird, er besiegt das Böse, trifft die Frau wieder, liegt sterbend in ihren Armen und sie flüstert ihm zu, daß sie sich wiedersehen werden und '101' ein Zeichen sein soll).
Aber nun zur Musik: Der instrumentale Opener 'Drifting apart' - leider viel zu kurz - mit einem genialen Gitarren-Synthie-Part erinnert mich stark an Pink Floyd. 'Heaven for noone else but me', mit einem schönen Refrain macht Lust auf mehr. 'Between the Lines' - eine wunderschöne Ballade im Duett mit einer klasse Frauenstimme (hab' leider noch nicht rausbekommen, wie die Sängerin heißt und wie sie aussieht) und Flötenspiel. Der 11-minütige Titelsong '101' (schon auf dem 1996er Live-Album vertreten - s.o.) läßt jedes Prog-Herz höher schlagen. 'Bitter sweet' - ein kurzes orchestrales Zwischenspiel. 'All too late' ist einer meiner Favoriten auf dieser CD. Dieser Song könnte auf jeder Clepsydra-CD vertreten sein, nur daß der Gesang eine Klasse besser ist. 'Torn in two' beginnt etwas heftiger mit fettem Heavy-Gitarren-Riff, ist aber meiner Meinung nach zumindest musikalisch eher der Schwachpunkt der CD, passt aber von der Art her zur Geschichte. 'The Plan' ist ein knapp 3-minütiges spansich angehauchtes akustisches Gitarren-Stück, das genial gespielt ist aber irgendwie musikmäßig nicht zum Rest der Scheibe passt. 'Crossing the edge', wieder ein kurzes, instrumentales Zwischenstück. 'Last piece' entschädigt dann wieder voll für den zwischenzeitlichen Durchhänger und ist ein weiteres Highlight und leider auch schon der Schluß der CD.
Fazit: Mit knappen 48 Minuten Spielzeit hat sich Tea for Two mit der CD '101' zumindest für mich einen Platz in den oberen Rängen der Prog-Musik verdient und ich kann nur hoffen, daß die Scheibe ein Erfolg wird. Außerdem freue ich mich schon auf ein Konzert der Jungs, damit sie den Beweis antreten können, daß sie auch live so gut sind.
Soundfiles gibt es unter
http://www.teafortwo.de
Zu bestellen ist die CD unter
http://www.quixote-music.de

Tea For Two - Twisted

Immerhin knapp 6 Jahre sind seit der letzten Tea For Two - CD '101', dem ziemlich guten Konzept-Album, vergangen. Ich hoffe, Ihr habt Euch die CD nach meiner Kritik auch alle zugelegt. Wer jetzt aber einen entsprechenden Nachfolger im gleichen Stil erwartet, wird von 'Twisted' doch ziemlich überrascht sein. Denn schon der Opener 'Spanish Night' beginnt ganz anders mit Flöte und Percussion und wandelt sich zur fetzigen Flamenco-Nummer. Da bleibt kein Auge trocken äh Bein ruhig und vor allem die teilweise an Peter Nicholls (IQ) erinnernde Stimme von Stephan Weber kommt auf dem Song richtig gut. Mit 'Soundscape' folgt dann das erste Instrumental-Stück und könnte auch Film-Musik sein (tolle Gitarre von Oliver Sörup ... nach 3 Minuten 15 klingt's ein bißchen arg bei John Miles geklaut und danach sind auch ein paar Genesis-Zitate zu erahnen). 'Out In The Sun' ist dann ein typisches Tea For Two - Stück, das auch auf der '101' hätte vertreten sein können. 'Last Drink' kommt mir dann ziemlich bekannt vor :-)) ... ach ja, ich habe ja gerade auch die Michael Schumpelt - CD 'Mirror Of My Soul' kritisiert. Da ist der Song auch vertreten ... klasse. Recht rockig / bluesig kommt 'Hold On' rüber und zeigt Tea For Two von einer ganz anderen Seite. Ein recht proggiges Stück ist dann 'My Own Way', das auch locker auf die '101' gepasst hätte, gefolgt von dem folkigen (wer hätt's gedacht) Instrumental-Stück 'Scar Folk'. 'Why?', leider nur 2 Minuten lang, stimmt dann schon mit wunderschöner akustischer Gitarre auf die abschließende und über 7 Minuten lange Ballade 'Come What May' ein, die vor allem wegen dem passenden Cello wohl das Highlight der CD darstellt. Fazit: Tea For Two haben mit mit 'Twisted' ziemlich überrascht, denn anstatt im Prog-Stil von '101' weiter zu machen haben sie sich mit der vorliegenden CD eigentlich fast neu erfunden. Klasse und nur zu empfehlen !! Erschienen ist die CD bei www.quixote-music.de.

Tea Party - Triptych (Special Tour Edition 2000)

Von allen Medien hochgelobte Band aus Kanada. Mir fällt zu dieser CD leider gar nichts ein. Mischung aus 'weiß nicht was' und 'kann nicht sein'. Aber vielleicht fehlt mir ja auch der intellektuelle Zugang zu dieser Musik. Für alle die wissen wollen was das wohl sein kann: eine Mischung aus schlechtem Ratta, arabischer Bauchtanz-Musik und Elektro-Trallala.

Telephone - Illimité

Ich finde eine Band, die sich seit 30 (!!!) Jahren in Frankreich in den Charts hält und in Deutschland praktisch niemand kennt, sollte mal erwähnt werden. Und da ich seit ziemlich genau 1980 Fan dieser Band bin (Jugenderinnerungen und -sünden lassen grüßen) nehme ich jetzt ihren runden Geburtstag zum Anlass, eine Best Of - CD hier vorzustellen, die aber leider in deutschen Landen wahrscheinlich schwer zu bekommen sein wird (ich habe sie mir am Wochenende in Frankreich gekauft). Illimité ist eine Doppel-CD, wobei CD1 die eigentliche Best Of-CD mit allen alten Heulern von 'Metro' über 'Crache Ton Venin', 'Fait Divers', dem übergenialen 'La Bombe Humaine' (das in Deutschland wohl noch am ehesten bekannt sein dürfte), 'Au Coeur De La Nuit' (dem Titelstück meiner Einstiegs-Platte), 'Argent Trop Cher', dem wunderschönen 'Fleur De Ma Ville' bis zu 'Cendrillon'. Insgesamt 19 Songs, die einen tollen Querschnitt der Band von (früheren) fast Punk-Rock-Phasen bis zu gediegeneren Spätwerken in Richtung Rolling Stones bilden. Und CD2 ist dann noch eine Live-Scheibe mit ein paar interessanten (aber leider teilweise in recht schlechter Bootleg-Qualität) Aufnahmen aus den Jahren 1977 bis 1981. Auch wenn's für Proggies jetzt nicht wirklich das Wahre ist, hat's diese Band trotzdem verdient, auch mal außerhalb von Frankreich erwähnt zu werden.

Ten - Babylon

Und wieder eine CD der Mannen um Gary Hughes und Vinny Burns. Dieses Mal mit Gast-Keyboarder Don Airey (jaja, den gibt's auch noch), der allerdings in der selbst für Ten ungewöhnlich schlecht aufgenommenen CD ganz schön untergeht. An das Erstlingswerk 'X' kommt diese Scheibe nicht heran, allerdings eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger 'Spellbound'. Insgesamt gefallen mir aber die Ten-Neben-Projekte (z.B. mit Bob Catley) bedeutend besser.

Theatre of Tragedy - Mjuzik (Musique)

Warum habe ich mir die CD gekauft ?? -Weiß nicht -
Gefällt mir die CD ?? - Weiß nicht -
Was ist das für Musik ?? - Weiß nicht -
Ziemlich elektronischer Silberling der Ex-Gothic-Dark-Metaller (?) Theatre of Tragedy. Ich kann damit nichts anfangen, und bevor ich wieder böse Einträge in meine Meckerecke bekomme: DAS IST GANZ ALLEINE MEINE MEINUNG !!!! Ich weiß, daß die Scheibe hochgelobt wird ohne Ende. Aber muß mir alles gefallen ??? Irgendwie klingts am Anfang nach Ultravox (in besseren Tagen), allerdings singt ne Frau und (leider) nicht Midge Ure, um gleich im nächsten Song eher Prodigy zu kopieren.

Them Philosophy - Thought Before Action

Mal wieder ein bißchen was abseits vom Prog. Them Philosophy sind eine Band aus Italien, die schon eine kleine bewegte Geschichte hat. 2005 Gegründet von Ivo de Marco, eigentlich mal Drummer aber jetzt Gitarrist der Band, dann kam Sängerin Elisa d'Andrea dazu, dann Bassist Claudio Angelucci und Drummer Giovanni Cecoli. Es folgten einige Konzerte in Rom (unter anderem im Hard Rock Café) sowie die Aufnahmen zur ersten CD (2006). Im Jahr 2007 begannen sie dann mit den Aufnahmen zu 'Thought Before Action', die dann 2008 veröffentlicht wurde. Zwischenzeitlich gab es noch einen Wechsel an den Drums, denn Giovanni Cecoli wurde ersetzt durch Alessandro Ceccacci, der als Vorbilder unter anderem Jeff Procaro und Tommy Lee hat. Die Band selbst bezeichnet ihre Musik als 'Alternative Rock', aber das ist mir persönlich dann doch zu weit gegriffen. Beim ersten Hören erinnerte mich die CD eher ein bißchen an die 'Guano Apes', was vor allem auch an der Stimme von Elisa d'Andrea liegt, wobei sie noch ein bißchen variantenreicher und teilweise auch aggressiver ist als Sandrai Nasic. Interessant finde ich auch, dass die Texte nicht nur in Englisch sind sondern dazwischen auch immer ein paar Italienische Textzeilen gesungen werden. Das kommt richtig gut. Und würde Elisa d'Andrea auch noch ein paar Growls machen, könnte man ein paar Parts als Black-Metal durchgehen lassen. Insgesamt eine ziemlich interessante Scheibe, die ein paar Hördurchläufe braucht, bis sie so richtig zündet. Aber abseites des Prog auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung. Sound-Files gibt es auf der MySpace-Seite der Band. Einfach mal reinhören.

Therion - Vovin

Der Kauf der neuen Therion-CD (Deggial - Kritik siehe unten) veranlasst mich dazu, die letzte CD (von 1998) zu kritisieren. Für alle die Therion nicht kennen: Skandinavische Band aus dem Black- bzw. Death-Metal-Bereich, die allerdings mittlerweile die Kurve gekriegt hat und auf den Zug 'Metal meets Classic' aufgesprungen ist. Und das machen sie gar nicht schlecht. Das Album 'Vovin' sollte man nicht als Produkt der Band THERION werten, sondern eher als Resultat eines langwierigen Songwritingprozesses des Therion-Kopfes Christofer Johnsson, der sich auf der CD (vor allem was sein katastrophaler Gesang angeht) schwer zurückgehalten hat und lediglich die Gitarren-Parts beisteuert. Berge von Gast-Musikern und Gast-SängerInnen (wie z.B. Ralf Scheepers von Primal Fear, der auch schon bei Ayreon singen durfte) runden diese CD ab, bei der die klassischen Elemente überwiegen und der Metal-Teil in den Hintergrund getreten ist. "Vovin" ist wohl als Gesamtkunstwerk zu betrachten, auf dem Johnsson zahlreiche Kangbilder erschaffen hat und in dem es von mystischen Zitaten nur so wimmelt. Auf jeden Fall ist die CD nichts zum Nebenherhören. Am Besten: Kopfhörer auf und geniessen.

Therion - Deggial

Nachdem ich vom Vorgänger 'Vovin' so begeistert bin, war ich natürlich auf das neue Werk gespannt. Auch auf 'Deggial' bleiben Therion ihrem neuen Stil treu und haben im Vergleich zu 'Vovin' jetzt sogar noch Bläser dabei und die choralen Passagen sind noch mehr in den Vordergrund gerückt worden. Und auch bei dieser CD gilt: Kopfhörer auf oder Anlage aufdrehen und jedes Detail bemerken. Insgesamt finde ich 'Deggial' noch etwas schwieriger zu hören als 'Vovin', da die richtigen Songs fast fehlen, was die CD aber nicht schlechter macht. Es ist wohl Geschmackssache, welche CD ich jetzt empfehlen soll. Kommt auf die Stimmung an. Im Moment mag ich 'Vovin' lieber.

Therion - Secret Of The Runes

Nach den letzten zwei genialen Veröffentlichungen von Therion ('Vovin' und 'Deggial') habe ich mich auf dieses Teil hier richtig gefreut. Und nachdem die einschlägige Presse fast ausflippt (innovativ, das Beste von Therion, Weiterentwicklung usw. usw.) war ich natürlich noch gespannter. Aber man sollte halt nicht alles glauben, was man liest (das gilt natürlich auch für meine Reviews). Ich finde sie dann doch eher schlechter als die letzten beiden Alben und von Weiterentwicklung habe ich nichts erkannt. Ich würde zum Therion-Einstieg eher auf Vovin zurückgreifen. Einzig der Bonus-Track 'Summernight City' von Abba kann richtig überzeugen.

Therion - Sirius B / Lemuria

Es gibt Musiker, die sind fleißig. Es gibt Musiker, die sind oberfleißig. Und es gibt Therion. Anscheinend sind seit der letzten Studio-Veröffentlichung schon wieder knapp 60 Songs entstanden, so dass es gleich zwei Alben sind, die jetzt das Licht der Welt erblickt haben (da sind natürlich nicht alle 60 Songs drauf). Aber im Gegensatz zu anderen Bands, die dann zwei Einzel-CDs kurz hintereinander oder sogar gleichzeitig veröffentlichen (um doppelt zu kassieren), gibt es Sirius B / Lemuria in einer recht witzigen Aufmachung im Doppel-Pack zum Einzel-CD-Preis. Das nenne ich vorbildlich. Musikalisch knüpfen die CDs natürlich dort an, wo mit 'Deggial', 'Vovin' oder auch 'Secret Of The Ruins' aufgehört wurde. Also mit klassischen Elementen (ein komplettes Philharmonisches Orchester darf da natürlich nicht fehlen und diverse kassische SängerInnen sind auch dabei) durchzogenem fetten, bombastischen Metal hart an der Grenze zum Kitsch. Absolut hörenswert für Fans der härteren Mucke. Verwöhnte reine Prog-Ohren finden da natürlich dann eher nix aufregendes daran.

Therion - Gothic Kabbalah

Die schwedischen fleißigen Bienchen von Therion haben auch mal wieder zugeschlagen ... und schon wieder in Form einer Doppel-CD (die allerdings insgesamt nur so um die 80 Minuten lang ist und wohl deswegen auch zum Einzel-CD-Preis verkauft wird). Musikalisch haben sie sich ein bißchen von den klassischen Elementen verabschiedet und machen wieder fetten Metal mit aber zum Teil klassischem Gesang (Sopran / Tenor), der dann mal wieder von diversen Gast-Sängern und -Sängerinnen übernommen wurde. Insgesamt sind Therion aber wieder etwas härter und melodischer geworden, wobei auch mal ein schönes langes Gitarrensolo nicht fehlt. Für Freunde der leicht gothisch angehauchten Musik, die vor weiblichem Sopran-Gesang nicht zurückschrecken (man könnte natürlich auch sagen Freunde von Nightwish und Konsorten), ist 'Gothic Kabbalah' auf jeden Fall zu empfehlen. Mir persönlich gefällt der etwas geänderte Stil von Therion.

Thompson, Chris - Won't Lie Down

Nach vielen vielen Jahren gibt es endlich mal wieder Solo-Material von Manfred Mann's Earthband - Sänger Chris Thompson (die letzte Veröffentlichung ist glaube ich noch aus der Zeit als es keine CDs gab und man noch die großen schwarzen Scheiben mit den Rillen kaufen mußten, die nach der dritten Party im Eimer waren). Ich habe mich schon lange auf die Scheibe gefreut, weil ich absoluter Fan von Chris Thompson bin. Und was soll ich sagen? Eigentlich bin ich ziemlich enttäuscht. Die Zusammenarbeit mit Mike Slamer (von Steelhouse Lane, der fast alle Songs zusammen mit C.T. geschrieben hat) war meiner Meinung nach nicht sehr fruchtbar. Nach den ersten drei Titeln habe ich erst mal die CD aus dem Player genommen, weil ich absolut keinen Chris Thompson erkannt habe (obwohl er doch eigentlich eine sehr markante Stimme hat). Bluesorientierte Rocksongs und ein paar wenige Balladen. Ein Song fast wie der Andere. Schade eigentlich. Ich hätte auf jeden Fall mehr erwartet. Chris Thompson hat ganz sicher mehr Potential. Einen Song möchte ich aber doch herausheben. 'Like Dust In The Light' ist eines der geilsten Kuschel-Lieder, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Und alleine deswegen lohnt es sich, die Scheibe zu kaufen. Insgesamt ist sie aber einfach zu langweilig für einen Chris Thompson. Ach ja, laut Booklet soll Manfred Mann bei einem Lied ein Keyboard-Solo spielen. Schön daß sie es dazugeschrieben haben ... erkannt hätte ich es nicht. Ich weiß, es ist eigentlich eine zu harte Kritik. Aber er kann auf jeden Fall mehr, was er bei jedem MME oder SAS-Band Konzert beweist. Trotzdem gibt's natürlich nicht wenig Punkte, denn wenn man nicht so voreingenommen wie ich an die Sache rangegangen wäre, wäre man bestimmt begeistert.

Thork - Nula Jedan

In letzter Zeit nehmen Reviews von französischen Prog-Bands ein bißchen überhand auf meiner Page. Hatte ich vor nicht all zu langer Zeit schon CDs von Lazuli und Nebuleyes vorgestellt. Und auch die Band 'Nil', die auf meiner Page ja mit 2 CDs vertreten ist, die von Unicorn Digital veröffentlicht wurden, kommt ja auch aus Frankreich. Und 'Nil' ist auch ein kleines Stichwort für 'Thork', denn Bassist Samuel Maurin spielt sowohl bei Nil als auch bei Thork. Kopf der Band ist aber Sébastien Fillion, der fast alle Instrumente selbst spielt und auch noch singt. Außerdem hat er alle Songs geschrieben. Das Album ist sehr atmosphärisch und die rockigen Parts sind eher selten. Eher eine CD zum träumen und sich treiben lassen. Die Texte sind (natürlich) französisch und ich muss sagen, dass diese Sprache zu der Art von Musik hervorragend passt. Aber ich bin ja eh ein bißchen (positiv) voreingenommen, was diese schöne Sprache angelangt. Jahrelang in der Schule gelernt und in zahlreichen Frankreich-Urlauben gebraucht ist mir das jetzt nicht so fremd wie es vielleicht dem 'Normal-Proggi' vorkommen kann. 'Nula Jedan' ist eine wunderbare Mischung aus Retro- und Neo-Prog. Viele symphonische Elemente, schöne Gitarren-Parts, viel Keyboard, toller Gesang. Also alles was das Prog-Herz begehrt, wird hier bedient. Hätte ich das Album schon 2007 kennen gelernt, wäre es sicher in meine Top 10 gekommen. Die CD kann über folgende Adresse bestellt werden:
Association THORK
10 Avenue Général DE GAULLE
74940 ANNECY-LE-VIEUX
FRANCE

und kostet 17 Euro mit Versand. Näheres gibt es auf der MySpace-Seite von Thork. Dort ist auch die Bezahlung per Paypal genannt. Unbedingt antesten!

Thorne, Steve - Emotional Creatures Part One

Kaum jemand wird den britischen Musiker Steve Thorne kennen, der vor ein paar Jahren im Vor-Programm von 'Jadis' war. Mir war er völlig unbekannt und ich habe mir die CD auch nur wegen den illustren Gast-Musikern (Paul Cook, Martin Orford, Tony Levin, Nick D'Virgilio, Gary Chandler, Geoff Downes, Steve Christey und John Jowitt ... um alle Jungs aus der Prog-Ecke mal zu nennen) und dem IQ-Produzenten Rob Aubrey (der Name bürgt ja für Qualität) gekauft. Musikalisch liegt Steve Thorne zwar etwas weg vom Prog und geht mehr in Richtung Ray Wilson (zu seinen besseren Zeiten), ist aber 'trotzdem' auf den gesamten 53 Minuten nicht langweilig sondern hochinteressant, was zum Teil auch an den ambitionierten Texten liegt (bittersüße USA-Kritik bei 'God Bless America', Drogenproblematik bei 'Last Line' usw). 'Emotional Creatures Part One' ist zweifelsfrei ein 'schönes' Album und Part Two ist hoffentlich schon in Arbeit.

Three - The End Is Begun

Mit CDs, die im RockHard Platz 1 der Monatswertung erreichen, habe ich ja ab und zu so meine Schwierigkeiten. Da habe ich schon einige Fehlgriffe getätigt. Die CD 'The End Is Begun' hat im August 2007 das höchste Treppchen im Heft erreicht und wurde über den grünen Klee gelobt. Nun sortieren die Rock-Hardler die Scheibe unter Prog-Metal und Emo (was immer das sein mag) ein und das klingt dann doch schon mal recht interessant. Nach diversen Recherchen im Internet habe ich nun erfahren, dass die Vorgänger-CD 'Wake Pig' wohl schon recht gut gewesen sein soll, aber unter einem recht dürftigen Sound gelitten hat. Und das kann man von 'The End Is Begun' schon mal gar nicht behaupten. Ziemlich fetter Sound muss ich sagen. Dafür gibt's schon mal ein dickes Lob. Vielleicht noch zu erwähnen ist, dass die Band früher schlicht '3' geheißen und sich jetzt in 'Three' umbenannt hat.
Etwas ungewöhnlich aber richtig stark beginnt die CD mit toller akustischer Gitarre und etwas außergewöhnlichem Gesang (der ein bißchen an Porcupine Tree erinnert), der Opener 'The World Is Born Of Flame' steigert sich aber gegen Ende noch recht gewaltig und vor allem das powervolle Drumming sowie die recht harten Gitarren-Riffs sind richtig gut. Erinnert mich vom Stil her irgendwie an neuere Fates Warning (könnte fast von 'Disconnected' stammen). Toller Einsteiger. Das folgende Titel-Stück geht zwar in eine ähnliche Richtung (auch hier wieder tolles Drumming und leichter Fates Warning - Touch), ist aber insgesamt etwas härter. 'Battle Cry' knallt dann so richtig ins Ohr und endlich gibt's auch mal eine quietschende E-Gitarre mit einem Hauch von Solo. Noch so richtig auffällig sind die Songs 'My Divided Falling' (klingt wie Rush auf Speed ... geil), 'Serpents In Disguise (könnte fast von ner Glam-Rock-Band sein), die 'Quoten-Ballade' 'Been To The Future' (da fehlt mir nur am Schluss das 3-minütige Gitarren-Solo) und das fast 8-minütige 'The Last Day' (was in meinen Augen als einziger Song als tatsächliches Prog-Liedchen durchgeht). Abgerundet wird die CD dann noch von einer Akustik-Version von 'Dregs', einem Song des letzten Albums, das ausgesprochen klasse ist.
Fazit:
Ich habe so meine Schwierigkeiten, die Scheibe unter Prog-Metal einzuordnen. Dazu sind die Songs, die fast durchweg an der 4-Minuten-Grenze streifen, einfach zu kurz und zu 'einfach'. Lediglich das schon genannte 'The Last Day' sticht da etwas heraus. Trotzdem ist 'The End Is Begun' eine hochinteressante CD geworden, die allerdings ein paar Durchläufe braucht, bis sie so richtig zündet. Am ehesten möchte ich den Silberling tatsächlich mit der darken Grundstimmung neuerer Fates Warning - CDs vergleichen, ohne dass die Songs der beiden Bands wirklich vergleichbar wären. Veröffentlicht wurde die CD bei
Metal Blade, die damit auf jeden Fall ein interessantes und ausbaufähiges Pferd im Stall haben. Unbedingt antesten.

Threshold - Wounded Land (Special Edition)

Bis heute war es ja einigermaßen schwierig, an das Erstlingswerk der Prog-Metal-Supergruppe Threshold (mit Ausnahme-Sänger Damian Wilson) heranzukommen. Aber Gott sei Dank hat sich InsideOut wohl die Rechte gesichert, und das Teil in einer 'Special Edition' nochmal herausgebracht. Meiner Meinung nach ist 'Wounded Land' einfach ein Meilenstein des Prog-Metals (oder härteren Prog-Rocks). Neben meinem absoluten Threshold-Lieblingsstück 'Paradox' (auf jedem Konzert DER Bringer) gibts natürlich noch weitere Sahnestücke zu hören. Aber wem erzähle ich das. Wer Threshold noch nicht kennen sollte (gibt's das überhaupt ??), MUSS zugreifen. Eine bessere Scheibe von den Jungs gibt's bis zum heutigen Tage nicht. Eine kleine Kritik muß ich aber doch anbringen: Warum wurde das Teil nicht remastered ??? Da hätte man Sound-mäßig noch einiges rausholen können. Aber was will ich meckern. Ihr könnt ja froh sein, daß die Scheibe überhaupt wieder zu haben ist. Abgerundet wird die ganze Sache übrigens noch mit einem Bonus-Track (Intervention) sowie ein paar CD-Rom-Gimmicks (Bildschirmschoner, Photos, Demos).

Threshold - Psychedelicatessen (Special Edition)

Auch der zweite Output der englischen Prog-Metaller wurde von InsideOut wiederveröffentlicht. Allerdings hat man sich hier (im Gegensatz zur Wiederveröffentlichung von 'Wounded Land') die Mühe gemacht, die Scheibe völlig neu zu überarbeiten. Und herausgekommen ist ein überwältigender Sound. Bedeutend härter als das Erstlingswerk und jetzt mit Sänger Glynn Morgan hat mir das Teil bei der Original-Veröffentlichung eigentlich nicht so sehr zugesagt und ist zwischenzeitlich in meinem CD-Regal auch ganz schön verstaubt. Doch zu Ehren der Wiederveröffentlichung habe ich mir die Remaster-Version angehört und bin doch sehr überrascht. Eine wirklich hervorragende Prog-Metal-Scheibe, bei der mir sogar Sänger Glynn Morgan nicht mehr auf den Keks geht sondern ich ihn sogar richtig gut finde. Und neben 2 Bonus-Tracks (Lost und Intervention) gibts als Bonus-CD sogar noch den Live-Output 'Livedelica' sowie einen CD-ROM-Part. Für schlappe 30 Mark wirklich ein Schnäppchen

Threshold - Hypothetical

Ist im April 2001 vielleicht schon die CD des Jahres veröffentlicht worden ?? Man weiß es natürlich nicht, aber ein heißer Anwärter auf diese Auszeichnung (von mir) ist die neue Threshold auf jeden Fall. Ich würde diese CD locker auf eine Stufe mit dem genialen Erstlingswerk von Threshold (Wounded Land) setzten. Hammergute Prog-Metal-Songs zwischen 5 und 12 Minuten, die keine Wünsche offen lassen. Vor allem das über 11-Minuten-Stück 'Narcissus' ist der Oberhammer. Ich bin auf jeden Fall total begeistert und freue mich schon auf das nächste Threshold-Konzert. Einen winzigen kleinen halben Minuspunkt muß ich leider für die Schmalz-Ballade 'Keep my head' vergeben. Was sich die Jungs dabei gedacht haben, wird wohl ewig ihr Geheimnis bleiben.

Threshold - Critical Mass (Limited Edition)

Viele 'alte' Threshold-Fans bedauern ja noch immer den Weggang von Damian Wilson und Glynn Morgan als die Ex-Sänger von Threshold. Und auch ich muss zugeben, dass ich Damian Wilson für einen begnadeten Rock-Sänger halte. 'Neuzugang' Andrew McDermott (okay, so neu ist er dann auch wieder nicht ... immerhin singt er schon seit der 'Clone'-CD bei Threshold) hatte da wohl immer zu kämpfen, in diese Fußstapfen zu treten. Ich persönlich fand' ihn ja schon bei der Vorgänger-Scheibe 'Hypothetical' richtig gut, aber alle Rest-Zweifler dürften beim Hören von 'Critical Mass' endgültig nicht mehr an die alten Sänger denken. Schon beim grandiosen Opener 'Phenomenon' geht's gar heftig zur Sache (wobei auch Drummer Johanne James ganz ordentlich auf die Felle prügelt und Karlchen Groom kurz sein Können aufblitzen lässt). 'Choises', mit über 8 Minuten schon der erste Longsong, haut in die selbe Kerbe, ist aber ein noch ein bißchen vertrackterer typischer Threshold-Song. 'Falling Away' ist dann die erste Fast-Ballade mit geilen Gitarren-Soli, wie sie nur Karl Groom spielen kann. Sagenhaft. Mit 'Fragmentation' kommt ein stampfender Heavy-Metal-Sound wie zu besten Metallica-Zeiten daher (absolut klasse). 'Echoes Of Life', mit fast 9 Minuten zweitlängster Song auf der Scheibe, beginnt recht ruhig, könnte aber trotz des typischen Threshold-Sounds so nach 2 Minuten auch locker von Dream Theater sein. Die Minuten 6 - 8 gehören dann wieder Karl Groom, der sich u.a. mit Keyboarder Richard West ein klasse Duell liefert. Eine kleine Verschnaufpause gibt es dann mit 'Round And Round' (typisches Threshold-Midtempo-Stück im Stile der Clone-CD) und vor allem mit der Über-Hammer-Ballade 'Avalon' (da passt einfach ALLES). Die CD endet dann mit dem Titelstück 'Critical Mass (Part 1-3)', das es dann auch nochmal auf 13 1/2 Minuten bring und mal wieder DER Über-Song des Albums ist. Part 1 ein 7-minütiger Super-Song, Part 2 ein Instrumentalstück, das voll nach einer Mischung von Pink Floyd und Pendragon klingt (fettes Gitarren-Solo mit knapp über 2 Minuten) und Part 3 noch ein wunderschöner Akustik-Teil bis zum Schluss.
Wer jetzt noch nicht auf dem Weg ist, sich diese Hammer-Scheibe zu besorgen, sollte noch geschwind weiterlesen.
Als Limitierte Version gibt es eine Doppel-CD. Auf der Bonus-CD sind dann neben dem Radio-Edit von 'Phenomenon' noch 2 weitere Bonus-Tracks verewigt, die beide locker auf der ersten CD vertreten sein könnten. 'Do Unto Them', geschrieben von Sänger Mac und 'New Beginning' eine knackige Heavy-Nummer. Ausserdem gibt es noch eine Multimedia-Session mit Videos aus dem Studio, einem Studio-Tagebuch, einer Threshold-Dokumentation (mit Interviews usw.), einem Backstage-Bereich mit Studio-Photos, Demo-Clips und alternative CD-Covern (für den Backstage-Bereich muss man aber 4 Fragen richtig beantworten), einem Bildschirm-Schoner und den Meinungen der einzelnen Musiker zu 'Critical Mass'. Für mich gibt's hierfür nur eine Bewertung: GENIAL.

Threshold - Wireless (Acoustic Sessions)

Kritik von Siggi Greck:
Nach der hervorragenden "Critical Mass" war ich sehr gespannt auf dieses Experiment der Briten. Aufgrund einer Umfrage im Internet haben sich die Fans diese Acoustic-CD gewünscht. Die CD ist hervorragend produziert und die Umsetzung der Songs sehr gut gelungen. Einziges Minus: nur 42 Minuten Laufzeit. Da hätte man vielleicht doch noch den ein oder anderen Song akustisch darbieten können. Dafür enthält die CD einen CD-Rom-Part mit den Video-Aufnahmen des Songs "Fragmentation" (funktioniert allerdings nicht auf meinem PC).

Threshold - Critical Energy (Limited Edition mit Doppel-CD und DVD)

Endlich gibt es sie ... die erste 'richtige' Live-CD (nach der recht kurzen 'Livedelica' und einer Fanclub-Veröffentlichung, die ich leider nicht habe) meiner Prog-Metal-Lieblinge Threshold. Und auf knapp zwei Stunden Spielzeit werden dann von Anfang ('Paradox', 'Sanity's End') bis Heute (z.B. 'Phenomenon' von der letzten Studio-CD 'Critical Mass') schlappe 10 Jahre Bandgeschichte in 18 Teilen (soviel Songs sind auf der Doppel-CD) erzählt. Offensichtlich ist schon wieder mal der Bassist, dieses Mal also Jon Jeary ausgeschieden, denn es taucht ein neuer Mann namens Steve Anderson auf, der aber seine Sache ausgezeichnet macht. Wer schon mal ein Threshold-Konzert miterlebt hat weiß, wie die Jungs drauf sind und vor allem wie (erfrischend) rauh und unverfälscht der Sound in den Clubs, in denen sie spielen, rüberkommt. Deswegen bin ich von der Soundqualität der CD etwas überrascht bzw. eigentlich auch etwas enttäsucht. Denn für ein 'normales' Threshold-Konzert kommt mir der Sound viel zu perfekt rüber. Und dass Karl Groom nicht nur ein Meister an der Gitarre sondern auch am Mischpult ist, ist ja bekannt. Ich vermute deswegen mal, dass da nachträglich im Studio etwas nachgeholfen wurde, und wenn nicht, dann ziehe ich den Hut vor dem Sound-Menschen bei diesem Konzert ;-)
Insgesamt ein tolles Konzert (aufgenommen übrigens in Zoetermeer, Holland) bei dem mich eigentlich nur der Akustik-Block in der Mitte etwas stört. Wie kann man nur das geniale Meisterwerk 'Narcissus' auf ein paar lächerliche Minuten kastrieren und dann auch noch unplugged spielen. Schade um den geilen Song. Da wären andere Lieder vielleicht passender gewesen.
Ja, und dann gibt es vom selben Konzert noch eine DVD, bei der allerdings die Stimmung in der Halle nicht unbedingt rüberkommt. Aber für alle, die Threshold noch nicht live sehen konnten, bestimmt ein Erlebnis. Interessant auf der DVD ist vor allem die Audio-Kommentar-Spur, wo Karl Groom und Richard West ein bißchen aus dem Nähkästchen plaudern (kann alternativ zum 'normalen' Konzert-Sound gewählt werden) sowie das (leider etwas arg kurze) Tour Diary. Etwas unnötig finde ich die Photo Gallery, aber das gehört wohl heutzutage bei einer Konzert-DVD zum Standard. Und zum Schluß sind noch 3 Songs (allerdings in gelinde gesagt mäßiger Soundqualität) vom ersten Auftritt in den USA (beim Progpower in Atlanta aus dem Jahr 2002) vertreten, die die ganze Sache dann noch abrunden.
Fazit:

Für schlappe 30 Euro ist das limitierte Paket mit Doppel-CD und DVD (übrigens originell verpackt und mit schönem Booklet) sicher kein Schnäppchen aber auch nicht überteuert, zumal es CD und DVD auch einzeln zu kaufen gibt und bei den Einzelpreisen locker ein paar Euros mehr ausgegeben werden müssten. Deshalb ein Lob an
InsideOut-Music für diese geldsparende Alternative, denn der wahre Threshold-Fan wird sich eh beides zulegen wollen.

Threshold - Subsurface (Special Edition)

Langsam wird's ja echt langweilig, eine Threshold-CD zu kritisieren. Denn auch 'Subsurface' ist ein obergeniales Stück Musik ohne irgend einen Durchhänger. Hammerfett der Opener 'Mission Profile', saumäßig abwechslungsreich das folgende 'Ground Control', dann mein derzeitiges Lieblingsstück 'Opium' (harte harte Gitarre), geiles Git-Solo bei 'Stop Dead', nie langweiliger Long-Song ('The Art Of Reason' ... gute 10 Minuten lang), dann der nächste Überhammer ('Pressure', auf der Special Edition dann auch noch als Video verewigt), danach der obligatorische ruhigere Song ('Flags And Footprints' mit tollem mehrstimmigem Gesang), dann wieder etwas flotter bei 'Static' und leider schon der krönende Abschluß mit 'The Destruction Of Words'. Auf der Special Edition gibt es dann noch einen rockigen Song aus der Feder von Schlagzeuger Johanne James, der wohl nebenher bei der Band 'Kyrb Grinder' auch noch zusätzlich Sänger ist und diesen Song eigentlich für seine andere Band geschrieben hatte. Fazit: Ein weiteres Meisterwerk.

Threshold - Surface To Stage

Auch wenn Threshold in ihrer Karriere schon einige offizielle und inoffizielle Live-CDs veröffentlicht haben, schaffen sie es trotzdem immer wieder, sich nicht ständig mit den darauf enthaltenen Songs zu wiederholen. Und so ist auch die (inoffizielle) Fanclub-CD 'Surface To Stage', ein Mitschnitt des Konzerts am 17.09.2004 im Z7 in Pratteln (Schweiz), alleine wegen der Songauswahl zu empfehlen, denn es sind fast ausschließlich Songs der letzten Studio-CD 'Subsurface' darauf enthalten. Und das natürlich in der gewohnt genialen Live-Qualität der Threshold-Live-CDs. Für Fans der Band also ein MUST HAVE.

Threshold - Dead Reckoning

Weg von InsideOut ... hin zu Nuclear Blast (wer übrigens mal die Gelegenheit haben sollte, im TV den Dokumentarfilm 'Heavy Metal auf dem Lande' anzuschauen, sollte das unbedingt tun ... richtig witzig, wie die etwas 'konservativen' Dorfbewohner von Donzdorf mit den langhaarigen Leuten von Nuclear Blast zurechtkommen). Ob der Wechsel der Plattenfirma auch musikalisch eine Änderung gebracht hat? Man könnte es zumindest beim Opener 'Slipstream' meinen, denn ... was hört man da im Hintergrund ... Growls vom allseits bekannten Dan Swanö (Edge Of Sanity, Katatonia und so weiter und unter anderem Produzent von Marduk und Dark Funeral). Klingt ziemlich geil, ist aber natürlich trotzdem ein typischer Threshold-Song. Auch das folgende 'This Is Your Life' könnte genauso gut auch vom Vorgänger-Album 'Subsurface' stammen (man höre nur mal die Keyboards und den grandiosen Refrain). Bei 'Elusive' darf nochmal Dan Swanö mit ran und ist auch einer der 'härteren', straighten Songs. Auch die folgenden Tracks klingen natürlich voll nach Threshold, wofür vor allem Sänger Mac einen großen Anteil hat. Besonders herausheben möchte ich noch die absolut tolle Ballade 'Pilot In The Sky Of Dreams' (da darf Karlchen Groom endlich mal so richtig mit seiner Gitarre wimmern), 'Disappear' (das klingt dann doch etwas 'neu') und natürlich den üblichen Schluß-Song 'One Degree Down' mit einem nur genialen Gitarren-Solo am Schluß. Also nix verlernt die Jungs und Threshold-Fans werden auch von 'Dead Reckoning' begeistert sein. Und die Limited Edition hat dann noch einen Bonus-Track, die Cover-Version von 'Supermassive Black Hole' der Band 'Muse', den man aber nicht unbedingt haben muss. 'Dead Reckoning' ist also eine weitere solide Leistung der Band und mal wieder zu empfehlen.

Threshold - March Of Progress

Immerhin 5 Jahre hat es gedauert, bis es endlich den Nachfolger von ‘Dead Reckoning’ gibt. Und das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Denn ‘March Of Progress’ gehört bestimmt zu den absoluten Highlights der Band.
Nach dem plötzlichen Ausstieg aus der Band und dem Tod von Andrew McDermott musste ein neuer Sänger gefunden werden. Und nicht ganz überraschend ist, dass es wieder Damian Wilson geworden ist, der ja auch schon nach dem plötzlichen Ausstieg von Mac kurzfristig während der damals laufenden Tour eingesprungen ist. Und wie die Meisten von Euch wissen werden, hat Damian Wilson ja schon früher ein paar Threshold-CDs eingesungen. So ganz neu klingt das also (zum Glück) nicht. Auffällig bei ‘March of Progress’ ist neben dem modernen und glasklaren Sound vor allem die Tatsache, dass mit Neu-Zweit-Gitarrist Pete Morton auch ein weiterer Song-Schreiber dazu gekommen ist, und somit die CD von vorne bis hinten noch abwechslungsreicher klingt, ohne die typischen Trademarks von Threshold zu vernachlässigen. Und das ist vor allem die Tatsache, dass ein Threshold-Song für ne Metal-Band meistens Überlänge hat und man denkt, ‘Hoppla, die drei Minuten sind aber schnell rum gegangen’. Sie haben halt einfach ein Händchen für tolle Melodien, die bei allen Ausschweifungen immer wieder auf den Punkt kommen und einen hochmelodischen Refrain besitzen. Und es sind mal wieder ein paar richtige Highlights drauf. Oder nee ... besser gesagt ist JEDER (aber auch wirklich JEDER) Song für sich ein Highlight, und 3 bis 4 Songs stechen da immer noch raus (Ashes, The Hours, That’s Why We Came und vor allem das über 10 minütige Rubicon). Muss man haben !!!

Threshold - For The Journey (VÖ:19.09.2014)

Nach der genialen Vorgänger-CD ‘March Of Progress’ hatte ich so meine Zweifel, ob Threshold das Level halten oder vielleicht sogar noch einen drauf setzen können. Leider (und das ist jetzt Jammern auf höchstem Niveau) ist das mit ‘For The Jorney’ nicht gelungen. Das liegt zum Einen an der recht kurzen Spielzeit (samt Bonus-Track gerade mal 55 Minuten, ohne lächerliche 50 Minuten und somit fast ein Drittel weniger), zum Anderen aber auch daran, dass sich die Threshold-Trademarks, nämlich fette Gitarren und immer ein himmlischer Refrain sowie brillante Melodien einfach ein bißchen wiederholen. Song für Song ist ‘For The Journey’ absolut genial aber auch ein bißchen vorhersehbar. Vor allem ‘The Box’ sticht mit knapp 12 Minuten so richtig heraus (einfach nur geil) und auch ‘The Mystery Show’ ist zum Niederknien. Der Rest ist ‘halt Threshold’. Aber wie geschrieben. Das ist wirklich erste Liga, zu keiner Sekunde langweilig und alle anderen Bands aus dem Genre kommen nicht mal annähernd an das Niveau heran. Auch ‘For The Journey’ muss man als Prog-Metal-Fan unbedingt haben und ich freue mich schon auf die Tour im November.

Threshold - European Journey (VÖ:13.11.2015)
Wie der Name schon ein bißchen vermuten lässt, handelt es sich bei ‘European Journey’ um eine Live-Doppel-CD. Aufgenommen wurden die Songs nicht auf einem Konzert sondern es wurden diverse Gigs der Tour 2014 zusammengeschnitten. Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der letzten Studio-CD (For The Journey) ... immerhin 5 der 15 Songs stammen von diesem Album. Aber auch ältere Sachen waren natürlich im Programm. Herausragend ist der Sound ... über die Songauswahl auf einem Konzert kann man ja immer streiten. Aber Threshold haben mittlerweile so viele Songs im Repertoire, dass man einfach nicht alles zu hören bekommt was man sich wünscht. Ich persönlich war auf dem Konzert in der Ludwigsburger Rockfabrik und hatte einen tollen Abend (auch wegen der Vor-Band ‘The Silent Wedding’). Schöne Scheibe.

Thunder - Shooting At The Sun

Dankenswerterweise gab's mal wieder einen CD-Tip von meinem Kumpel und Gast-Kritiker Georg Lögler für mich. Und da er voll auf so Old-School-Rock abfährt, ist Thunder hier ein echter Vorschlag für alle, die auch mal ein paar knackige Rock-Nummern hören wollen. Schon der Opener 'Loser' klingt wie 'American Woman' von Krokus. Und in diesem Stil, unterbrochen ab und zu durch ein paar langsamere Songs, gehts auch weiter. Vor allem erwähnenswert ist neben dem guten Songmaterial vor allem die Sound-Qualität. Ohne viel Schnörkel und ohne elektronische Soundverschönerer gibt's klaren, knackigen Sound, wobei vor allem die Gitarre herrlich im Vordergrund ist. Hard-Rock-Fans sollten auf jeden Fall mal antesten. Und anstatt drögen Weiber - Saufen - Pimpern - Texten gibt es Nachdenkliches bis teilweise sogar Politisches zu hören.

Thybeaux - Dependere

Thybeaux ist eine eigentlich gar nicht mehr so junge Band aus Dresden, die 2002 gegründet wurde, 2003 eine Demo-CD, 2004 eine EP und 2009 das vorliegende Album veröffentlicht hat. Die Band besteht mittlerweile aus Susann Lohse (Gesang, das Album hat aber Diana Lötzsch-Worm eingesungen), Markus Burig und Philipp Liehm (Gitarren), Matthias Umbach (Bass) und Sebastian Jeremias (Drums). Post-Rock? Prog-Metal? Irgendwas dazwischen? Wahrscheinlich beschreibt’s das am Besten. Nach einem 2 1/2-minütigen Intro (‘Pre’) gehts mit ‘Athanasia’ schon ganz schön zur Sache. Der Rhythmus erinnert mich am Anfang unweigerlich an neuere Eloy, wobei der Song in seinen 11 1/2 Minuten eine tolle Steigerung erlebt. Toll gemacht und vor allem der Gesang überzeugt mich (gibt es ja genügend Beispiele aus dem Genre, die wirklich unterirdisch sind). Die fetten Gitarren-Riffs passen auch hervorragend. ‘Fratricides’, mit knapp 10 Minuten auch nicht wirklich kurz, beginnt recht ruhig, endet aber auch in einem kleinen Sound-Gewitter. ‘Haoma’ (11 Minuten) ist die ersten 2 1/2 Minuten ziemlich experimentell, dann fast Heavy Metal, zwischendurch fast klassisch (Violine und Cello!) und dann wieder recht heftig. ‘Supersaturation’ mit knapp über 3 Minuten ganz schön kurz möchte ich fast als Quoten-Ballade bezeichnen (auch wieder mit viel Streicher-Einsatz). Der Hammer kommt dann aber mit dem letzten Stück ‘The Sixth Meditation’ ... über 20 Minuten nochmal queerbeet zwischen ‘hart und herzlich’. Die Scheibe verdient es auf jeden Fall, dass sie in Prog-Kreisen mehr Beachtung findet. Mehr Infos gibt es auf der Homepage der Band unter www.thybeaux.de, dort kann über das Kontaktformular auch die CD bestellt werden.

Tiago Della Vega - Hybrid

Schon mal was vom schnellsten Gitarristen der Welt gehört? Nein? Dann schaut mal ins Guiness Buch der Rekorde rein. Denn Tiago Della Vega, ein Gitarrist aus Caxias do Sul (Brasilien) hat den Hummelflug von Rimsky-Korsakow mit sagenhaften 320 bpm gespielt und sich damit den Rekord gesichert. 'Hybrid' ist nun die erste CD von Tiago Della Vega und wie es sich für einen schnellen Gitarristen gehört, schafft er 8 Songs in 27 Minuten :-). Aber was er da abliefert ist wirklich erstklassig. Nicht nur ein langweiliges Runtergedudel von Tonleitern (wie man es ja von diversen CDs einiger Gitarristen kennt) sondern immer melodiebetont und gefühlvoll (auch wenn man manchmal meinen könnte, er spielt sich gerade nen Knoten in die Finger). Highlight ist natürlich 'The Flight Of The Humblebee', also sein Weltrekord. Der absolute Hammer. Ich könnte das mit meinen rudimentären Gitarren-Künsten wahrscheinlich nicht mal in Zeitlupe. Hobby-Gitarristen sollten sich 'Hybrid' auf jeden Fall mal reinziehen und sich dann ein neues Instrument suchen. Tiago Della Vega ist natürlich bei MySpace vertreten. Dort kann man auch den Weltrekord als Video sehen.

Tierra Santa - Sangre De Reyes

Spanische Bands, die auch noch in ihrer Muttersprache singen, werden es in Deutschland bestimmt schwer haben. Und außer 'Herores del Silencio' (jeder kennt wohl deren Hit 'Entre dos tierras') ist mir auch keine solche Band bekannt. Naja ... bis jetzt. Tierra Santa wagen ebenfalls den Schritt und singen konsequent in spanisch. Da ich diese Sprache leider nicht so gut spreche, habe ich leider etwas Probleme, die Texte zu verstehen. Und das ist eigentlich schade. Denn die Teile die ich kapiere, sind hochinteressant. Titel wie 'David y el gigante' (okay, da kommt noch jeder drauf ... David und Goliath), 'Dos Vidas' (zwei Leben), 'El Amor De Mi Vida' (die Liebe meines Lebens) oder 'Mi Tierra' (mein Land) müssten eigentlich mal ins deutsche übersetzt werden. Musikalisch erinnern mich die Jungs ziemlich an Herores del Silencio, also knackiger Rock, der aber teilweise schon in Richtung Prog-Metal geht. Für aufgeschlossene Musikliebhaber, die mit der 'ungewöhnlichen Sprache' keine Probleme haben, ist es bestimmt mal angebracht, in die Scheibe reinzuhören. Falls jemand mehr über die Band weiß und vielleicht eine Gast-Kritik über die CD (oder ältere Sachen von Tierra Santa) schreiben will, sollte nicht zögern und mir ein TXT-Dokument schicken. Wird auf jeden Fall veröffentlicht.

Tierra Santa - Indomable

Leider sind die Spanier 'Tierra Santa' bis jetzt über einen Geheimtip nicht hinausgekommen. Was eigentlich ganz schön schade ist. Aber das liegt sicherlich daran, das die Jungs auch auf 'Indomable' immer noch spanisch singen und das ist wohl nicht massentauglich. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum ('Sangre De Reyes') sind Tierra Santa viel geradliniger im melodischen Metal gelandet und von Prog (und längeren Stücken) kann nicht mehr die Rede sein. Schon der Opener 'Alas De Fuego' fetzt voll ab (irgendwie wie 'Kill The King' von Rainbow) und auch im weiteren Verlauf der Scheibe gibt's kein Pardon und ihre 'Vorbilder' (man spricht da von Iron Maiden) werden fast an die Wand gespielt. Sensationell gut. Nur ein Manko hat die CD: Kaum hat man sich an die zugegeben gewöhnungsbedürftige Sprache etwas herangetastet, ist der Silberling auch schon wieder aus. Eine Spielzeit von knapp 42 Minuten ist in der heutigen Zeit eigentlich eine Frechheit. Aber wer nach dieser Mucke noch nicht wach ist, sollte mal zum Arzt gehen. Das knallt voll rein.

Tierra Santa - Las mil y una noches

Dass die spanische Metal-Band 'Tierra Santa' trotz toller Studio-Veröffentlichungen auch weiterhin nur absoluten Insidern ein Begriff ist, musste ich letzte Woche mal wieder anlässlich eines Konzerts der Band erfahren. Gigantische (geschätzte) 50 Leute (!!) hatten sich aufgerafft, um die Jungs in Stuttgart zu bestaunen (einschließlich etlicher Spanier-innen-, die der Band offensichtlich auf der Tour nachgereist sind). Absolut schade finde ich das und es ärgert mich irgendwo, dass ich die CD 'Las mil y una noches', eine Doppel-Live-CD, nicht ein bißchen früher kritisiert habe, denn nach dem Hören dieser Scheibe wären sicher noch mehr Leute auf ein Konzert gegangen. Die Set-List auf dem von mir besuchten Konzert war fast identisch mit dieser Live-CD, also ein typisches Best-Of ... - Konzert der allerfeinsten Art. Und erst heute habe ich im Internet eine CD-Kritik über die Scheibe gelesen in der bemängelt wurde, dass die CD zu perfekt klingt und wohl kräftig im Studio nachbearbeitet worden ist. Hey, da kann ich nur lachen ... diese Aussage ist schlichtweg FALSCH ... die Jungs SIND SO GUT !! Wer auf schnelle Metal-Mucke (im Stile der besseren Iron Maiden) steht, sollte die CD auf jeden Fall kaufen. Tolles Live-Album ohne Durchhänger und ein hervorragender Querschnitt über alle 5 Studio-Alben.

Tierra Santa - Apocalipsis

Meine Lieblings-Spanier waren auch im Jahr 2004 fleißig und haben eine Studio-CD veröffentlicht. Und die ersten eineinhalb Minuten der CD habe ich ja echt gedacht, in die CD-Hülle ist ausversehen ne alte Rainbow-Scheibe eingepackt worden. Aber Gott sei Dank ... es wird immer noch in spanisch gesungen, auch wenn das Tempo im Vergleich zu den letzten Scheiben etwas gemäßigter geworden ist. Auch die Fantasy-Booklets sind mittlerweile out und die Titel der Songs sind nicht mehr irgendwelchen historischen Helden gewidmet. So kann die letzte Live-CD (Las Mil Y Una Noches) durchaus als Schnitt in der Band-Tradition gesehen werden. Trotzdem geht's teilweise auch noch ganz flott zur Sache (z.B. beim Titelstück 'Apocalipsis' oder bei 'Kamikaze'). Insgesamt sind die Jungs aber etwas ruhiger geworden ... aber keineswegs schlechter. Mein Tip ist aber immer noch, mal ein Tierra Santa - Konzert zu besuchen. Was die Knaben dort abliefern, ist sensationell. Aber natürlich nicht, ohne vorher 'Apocalipsis' gekauft zu haben.

Tierra Santa - Mejor morir en pie

Lange Zeit waren sie ja eine meiner Lieblinge, die spanische Metal-Band 'Tierra Santa'. Und auch nach dem musikalischen 'Schnitt' mit der letzten Veröffentlichung 'Apocalipsis' konnte ich ja noch einigermaßen was anfangen, obwohl die Jungs rein geschwindigkeitsmäßig doch langsam ins Alter kommen und etwas gemächlicher zur Sache gehen. Und dieser Trend hat sich bei 'Mejor morir en pie' fortgesetzt. Nicht mehr so schnell wie früher, nicht mehr so bombastisch wie früher aber trotzdem noch gut. Wobei die spanische Sprache natürlich schon einen Pluspunkt gibt. Denn Metal-Mucke mit spanischen Texten ist halt doch was ungewöhnliches. Und wenigstens haben sie mit 'Otelo' mal wieder eine historische Figur besungen. Fazit: Immer noch gut aber nicht mehr so spektakulär weil nicht mehr so schnell. Mein Tipp bleibt natürlich weiterhin bestehen: Unbedingt ein Konzert der Jungs besuchen, das ist sensationell, was die an Geschwindigkeit und Präzision abliefern.

Tierra Santa - Mi Nombre Sera Leyenda (VÖ: 05.02.2013)

Meine Lieblings-Spanier ‘Tierra Santa’ beglücken uns in schöner Regelmäßigkeit mit einem neuen Output. Und so ist es auch 2013 mit ‘Mi Nombre Sera Leyenda’. Nachdem die Jungs mit ihren letzten 2 Veröffentlichungen ein bißchen ‘ruhiger’ geworden sind (wenn man da tatsächlich von ruhig sprechen kann) zeigen sie zumindest mit dem Titelstück und gleichzeitigem Opener, dass sie auch den Stil von Anfang / Mitte 2000 immer noch locker drauf haben. Endlich mal wieder ein so richtig geiler Song der mitreißt. Leider gibt es nur noch mit ‘Héroe’, ‘Perdido en el Paradiso’, ‘Genghis Khan’ (endlich mal wieder ne historische Figur), ‘Hasta el Amanecer’ und ‘El Último’ ähnliche Kracher. Der Rest ist eher im Mid-Tempo angesiedelt oder kann sogar als ‘radiotauglich’ (Si Estás Alli ... was für ein übler Lala-Song) bezeichnet werden. Trotzdem ne schöne CD, die’s z.B. direkt über das Platten-Label Hellion Records bezogen werden kann und prompt geliefert wird.

Tiles - Window Dressing

Prog-Bands aus Amerika haben es bei uns ja ganz schön schwer, irgendwie bekannter zu werden, wenn sie nicht gerade Dream Theater heißen. Genauso ging es wohl auch der Band 'Tiles', die schon einige CDs produziert haben, jetzt aber einen ganz entscheidenden Schritt taten ... sie sind jetzt nämlich mit der Veröffentlichung von 'Window Dressing' bei Inside Out unter Vertrag, die diese Gelegenheit gleich genutzt und ein paar ältere CDs von 'Tiles' aufgemotzt nochmal rausgebracht haben. Außerdem denke ich mal, dass sich dieses Label, das sich ja um die Prog-Musik mehr als verdient gemacht hat, ein bißchen darum kümmern wird, dass die Band etwas mehr Reputation bekommt. Mit der Musik von 'Tiles' warm zu werden, ist nicht ganz einfach, denn es braucht schon einige Durchläufe, bis man die komplizierteren Song-Strukturen druchschaut. Alleine das über 17-minütige Titelstück habe ich mir bestimmt zehn Mal am Stück angehört und immer wieder neue Sachen entdeckt ... und das ist ja eigentlich das Entscheidende, was gute Prog-Musik ausmacht. Stilistisch gehen 'Tiles' ein bißchen in Richtung 'Enchant', ich finde aber auch, dass zwischendurch (z.B. bei dem Song 'Remember To Forget') ein paar Anleihen bei Rush getätigt wurden (das klingt voll nach 'Closer To The Heart'). Insgesamt eine hochinteressante Scheibe, die Beachtung verdient. Unbedingt antesten. Und wer noch die Special Edition ergattern kann, sollte das tun, denn dann gibt es noch eine Bonus-CD mit ein paar Live-Songs der 1999er-Tour mit Dream Theater.

Tiles - Fly Paper

Neues von der amerikanischen Prog-Band 'Tiles'. Habe ich den Vorgänger ('Window Dressing') schon ein bißchen mit Rush verglichen, möchte ich diese Aussage nach dem Hören von 'Fly Paper' noch bestätigen. Nicht nur dass kein Geringerer als Terry Brown das Teil produziert hat (den kennt man ja von diversen Rush-Outputs), nein ... alleine wenn man sich den Opener 'Hide In My Shadow' reinzieht, kommt man unweigerlich darauf, dass die Nähe zu den kanadischen Prog-Göttern nicht abzustreiten ist. Gesang ... voll Rush, Schlagzeug ... voll Rush, Song-Struktur ... voll Rush. Dann der zweite Song 'Sacred & Mundane' ... wer macht als Gast-Gitarrist mit ?? Alex Lifeson. Und wo spielt der sonst ?? Na bei Rush natürlich. Und so geht's grad weiter. Somit wäre eigentlich alles gesagt. Rush-Fans können bedenkenlos zugreifen und dann mal hören, wie ihre 'Götter' gnadenlos kopiert werden ... aber das, und das meine ich jetzt ernst, wirklich klasse. Unbedingt reinhören.

Tohpati Bertiga - Riot

Der indonesische Gitarrist Tohpati Ario Hutomo ist mir in meiner Kritker-Karriere schon zwei Mal untergekommen. Sowohl bei der Band ‘Simak Dialog’ als auch bei ‘Tohpati Ethnomission’ hat er schon seine brillianten Gitarrenläufe zum Besten geben können (und mir hat’s durchweg gefallen). Allerdings war bei diesen beiden Scheiben der Jazz-Faktor recht hoch.
Das hat sich jetzt bei seinem neuen Projekt ‘Tohpati Bertiga’ ziemlich geändert. Denn zusammen mit Bassist Indro Hardjodikoro (der auch schon bei Ethnomission dabei war) und Schlagzeuger Adityo Wibowo wird bei Tohpati Bertiga gerockt und geproggt was das Zeug hält. Das zeigt sich schon beim 8-minütigen Opener ‘Upload’, das locker von ‘Liquid Tension Experiment’ sein könnte. Nur geil. Auch das Titelstück ‘Riot’ oder auch ‘Rock Camp’ geht in die selbe Richtung, auch wenn’s ein bißchen vertrackter ist. Natürlich darf der Jazz-Faktor nicht ganz fehlen (‘Pay Attention’, ‘Absurd’), ist doch Tohpati einer der angesehensten Jazz-Gitarristen in Indonesien und wurde schon mit diversen Preisen ausgezeichnet.
‘Riot’ ist für den ambitionierten Hobby-Gitarristen bestimmt ein Meisterwerk des Gitarrenspiels und es fällt einem öfter die Klappe runter bei den teilweise auch recht schwierigen Passagen. Prog-Freunde können sich auf jeden Fall an das instrumentale Werk wagen und Jazz-Freunde werden sicher auch nicht enttäuscht, obwohl es eher ‘Jazz light’ ist. Veröffentlicht wurde die CD ... wer hätte auch anderes gedacht ... natürlich bei Moonjune-Records.

Tohpati Ethnomission - Save The Planet

’Thopati Ethnomission’, benannt nach dem indonesischen Gitarristen Tohpati (den man von der Band Simak Dialog kennt => siehe meine Review über die CD ‘Demi Masa’) ist eine weitere interessante Veröffentlichung des New Yorker Labels Moonjune Records. Zusammen mit dem Percussionisten Endang Ramdan (ebenfalls von Simak Dialog), dem erst 16-jährigen Drummer Demas Narawangsa und dem Bassisten Indro Hardjodikoro sowie auf einem Song mit der Sängerin Lestari gibt’s rund 67 Minuten interessanten und durchaus anhörbaren Prog-Jazz mit viel asiatischen Anleihen, teilweise richtig guten Gitarren-Parts sowie einer tollen Rhythmus-Arbeit. Verwöhnte Proggis werden mit dieser Art von Musik vielleicht nicht viel anfangen könne, war aber dem Jazz nicht unbedingt abgeneigt ist, wird mit ‘Save The Planet’ wahrscheinlich seine helle Freude haben. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage sowie auf der entsprechenden MySpace-Seite. Einfach mal reinlauschen.

Toiber, Abie - Relativity

Abie Toiber wurde 1975 in Mexico City geboren, spielte mit 4 Jahren zum ersten Mal Gitarre, bekam mit 15 seine erste Elektrische und lernte dann professionell das Instrument. Mit 16 Jahren gründete er seine erste Band und ging mit 18 Jahren nach Los Angeles, um Musik zu studieren. Während dieses Studiums lernte er mehrere mexikanische Musiker kennen, mit denen er die Band ’Coma’ gründete, die sogar bei EMI einen Major-Deal bekommen haben. Leider gab es von Coma nur eine CD sowie eine Headliner-Tour durch Mexico, bevor die Band wieder aufgelöst wurde. Ab da war dann Abie Toiber als Solo-Künstler unterwegs, beeinflusst durch Classic Rock, Prog-Rock der 70er und 80er, aber auch elektronisches Zeugs. 2005 gab es dann die erste Solo-CD von ihm, Abie Toiber Lotus’. 2006 siedelte Abie Toiber nach Canada über (ins wunderschöne Vancouver), um das zweite Werk ‚Relativity’ zu vollenden.

Außer Background-Vocals auf ’Same Sun’ durch seine (vermute ich mal) Frau Karina Toiber hat Abie Toiber komplett alle Instrumente selbst gespielt, außerdem wurde (natürlich) die komplette CD von ihm komponiert und auch produziert. Interessant ist, dass das Mixing kein Geringerer als Mark Plati erledigt hat, den jetzt der Eine oder Andere aus der David Bowie-Ecke kennt (er hat auch schon Bowie-CDs produziert). Beim reinlegen der CD wusste ich das jetzt noch nicht, aber mein erster Gedanke beim Hören dieser CD ging unweigerlich in Richtung David Bowie, was nicht nur an der markanten Stimme von Abie Toiber liegt. Es ist die Mischung aus verschiedenen musikalischen Richtungen, viel Synthies, Programming und klassischen Rock-Elementen. Interessante CD und auf jeden Fall zu empfehlen. Mehr Infos gibt es unter www.toca75com, www.abietoiber.com und bei MySpace unter www.myspace.com/at2relativity.

Tolkki, Timo - Hymn to Life

Stratovarius-Gitarrist Timo Tolkki beglückt uns doch tatsächlich am Anfang des Jahres 2002 mit seiner zweiten (??? Kennt jemand die erste ??) Solo-CD. Und wer hier erwartet, daß es eine Rauf- und runtergefrickel-Orgie gibt (wie bei Gitarristen-Solo-CDs so üblich), wird ganz schön enttäuscht sein. Die Scheibe beginnt mit einem Ur- (Brunft ??) Schrei. So muß es bei den Finnen klingen, wenn sie aus der Sauna kommen, sich in den Schnee legen und feststellen, daß das beste Stück abgefroren ist. Es folgt 'Key to the Universe', das wohl beste Stück (nicht das Abgefrorene, Ihr Ferkel) auf der CD. Grandios gesungen wird es von Mr. Helloween Michael Kiske (ach, lebt der auch noch ??) und es gibt die Lebensweisheit 'The key to the universe is love'. Damit wäre dann ja alles gesagt. Auf jeden Fall eine wunderschöne Ballade, die auf jedes Stratovarius-Album gepasst hätte. Und dann ... oh Gott ... Timo Tolkki singt selber. Und das sollte er lieber lassen. Die Songs sind zwar alle recht 'nett' (bis auf 'Father', das ist etwas herber. Kleinen Text-Auszug gefällig ?? 'The smell of your breath, it makes me sick. Your naked body lying on the floor. I want to kill you but you did it yourself. You killed my innocence. You drunken fuck. I hate you. I piss on your grave and curse your memory'), aber ein paar Gast-SängerInnen mehr hätten wirklich gut getan. Herauszuheben ist noch 'Are You The One' (gesungen von Sharon den Adel, die allen Ayreon-Fans wohl ein Begriff sein dürfte) sowie das 11-minütige Titel-Stück. Insgesamt ist die Solo-CD von Timo Tolkki melodic-rockiger als Stratovarius-Veröffentlichungen aber trotzdem wirklich nicht schlecht.

Tool - Lateralus

Hallo Jörg,
vielen Dank für Deinen CD-Tip (Tool - Lateralus). Deine Beschreibung dieser CD hat mich ziemlich neugierig gemacht und ich habe mir das Teil natürlich gleich besorgen müssen. Nach einmaligem Anhören war ich ziemlich sprachlos, weil ich sowas vorher noch nicht gehört hatte. Einfach unbeschreiblich. Ich habe mal versucht zu überlegen, an was mich diese Art von Musik erinnern könnte. Aber irgendwas vergleichbares ist mir auch nach längerem Kopfzerbrechen nicht eingefallen. Würde so heute Led Zeppelin klingen, wenn es sie noch geben würde ??? Kann es sein, daß da Anleihen von Porcupine Tree zu erkennen sind ??? Kann es sein, daß ich mich total täusche ??? Auf jeden Fall ist es weder eine CD für alle Tage noch eine CD für jeden Hörer. Teilweise total abgefahren, teilweise wunderschön, teilweise ganz schön hart. Ich würde einfach mal sagen, auch wenn Tool mit diesem Silberling erstaunlicherweise die Deutschen Charts gestürmt haben (Einstieg auf Platz 20 und seitdem immer in der Gegend), ist es keine Musik für die breite Masse. Und ich weiß nicht, ob meine regelmäßigen Leser mit dieser Scheibe glücklich werden. Aber sie sollten es auf jeden Fall mal probieren.
Gruß
Roland

Toten Hosen, Die - Laune Der Natur (VÖ:04.05.2017)
Auch wenn ich die Toten Hosen schon seit Urzeiten höre, hat es bis jetzt noch keine CD auf meine Homepage geschafft. Das will ich jetzt mal mit ‘Laune der Natur’ ändern. Denn eigentlich ist es egal, welche CD man von den Jungs hört ... wo die Toten Hosen drauf stehen sind auch die Toten Hosen drin. Auch auf ‘Laune der Natur’ gibt es ein schönes Sammelsurium von härteren Songs wie z.B. der Opener ‘Urknall’, ‘Pop & Politik’ oder auch mit Abstrichen ‘Energie’ und auch nachdenkliche und fast traurige Balladen wie ‘Eine Handvoll Erde’ (geschrieben für den verstorbenen Ex-Manager Jochen Hülder), ‘Kein Grund zur Traurigkeit’ (gesungen von dem verstorbenen Ex-Schlagzeuger Wölli und 2012 veröffentlicht auf seiner Solo-CD) oder auch ‘Alles passiert’, ebenfalls ein Song über den Tod. Daneben darf aber auch der Witz nicht fehlen (‘ICE nach Düsseldorf’, ‘Die Schöne und das Biest’) und politische Botschaften sind ebenfalls versteckt vorhanden. Interessant finde ich auch die Dub-Reggae-Einlage bei ‘Wannsee’. Mal was ganz anderes. Insgesamt 15 Songs auf 50 Minuten. Abwechslungsreich, lustig, nachdenklich, niemals langweilig. Von mir aus können die Hosen so noch ein paar Jahre weitermachen.
Es gibt dann noch eine limitierte Doppel-CD-Version, wobei da dann die 2. CD ‘Learning English Lesson 2’ ist. Wer Lesson 1 kennt weiß was hier geboten wird. Alte Weggefährten der Punk-Bewegung geben ein Stelldichein mit den Hosen. Und es ist, auch wenn ich nicht mit jedem Song und auch nicht mit jeder Band jetzt was anfangen kann, eine interessante Mischung. Ein paar Namen gefällig? Jello Biafra (Dead Kennedys), Jake Burns (Stiff Little Fingers), Damian O’Neill (The Undertones ... schade dass hier Feargal Sharkey nicht gewonnen werden konnte ... ein richtig begnadeter Sänger und immerhin 8 Jahre Sänger bei den Undertones), Bob Geldorf (!!) (Boomtown Rats) oder auch Hugh Cornwell (The Stranglers). Hosen-Fans haben bestimmt schon bedenkenlos zugegriffen.

Toto - Through The Looking Glass

25 Jahre Toto. Und was gibt's zum Geburtstag ? Eine CD mit Cover-Versionen von Stücken, die die Toto-Musiker beeinflusst haben. Und somit ist auch klar, dass Songs aus den 70ern hier voll in der Überzahl sind. Und von Bob Marley ('Could You Be Loved' ... genial) über Steely Dan ('Bothisattva' ... super), Cream ('Sunshine Of Your Love') zu Bob Dylan ('It Takes A Lot To Laugh ...') ist die komplette Bandbreite der Musikrichtungen vertreten. Und das natürlich in der für Toto üblichen superben Sound-Qualität. Der Kauf lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn kein 'neues' Material auf der CD ist.

Toto - Live In Amsterdam (DVD)

Gast-Kritik von Siggi Greck
Eine hervorragende DVD haben Toto abgeliefert. Erstklassige Aufmachung (Pappschuber und ausführliches Booklet) zur Feier der 25 jährigen Jubiläums! Das Konzert wurde in Amsterdam aufgezeichnet und unterstreicht die Qualitäten dieser Musiker. Erfreulich, dass Bobby Kimball wieder die Lead Vocals übernommen hat. Er passt einfach am Besten zu dieser Truppe! Alte Hits wie Africa, Rosanna und Hold The Line, aber auch einige Stücke meiner Lieblings-CD Turn Back sind enthalten. Die Laufzeit wird mit 133 Minuten angegeben, der Sound ist selbstverständlich perfekt (5.1 bzw. DTS). Für Freunde von Toto ist diese DVD sehr empfehlenswert (meiner Meinung nach deutlich besser als die bereits vor einiger Zeit erschienene "Greatest Hits Live"). Ich hoffe, dass Toto bald mal wieder eine neue Studio-CD mit neuen Songs (bitte keine CoverVersionen mehr) veröffentlichen werden.

Toto - Falling In Between

Die (früheren) Meister des AOR dürfen auch mal wieder ran. Aber sie sind ziemlich satt würde ich sagen (und nicht nur wenn ich mir das Band-Foto anschaue ... da haben sie alle ganz schön dicke Bäckchen bekommen), denn als innovativ würde ich 'Falling In Between' nicht gerade bezeichnen. Musikalisch bewegen sie sich auf für Toto-Verhältnisse mittelprächtigem Niveau mit ein paar wenigen Highlights ('Falling In Between', 'Bottom Of Your Soul', 'King Of The World'), viel Mittelmaß und etwas jazzigem Gedudel. Muss man bestimmt nicht unbedingt haben.

Kritik von Siggi Greck:
Ganz so negativ wie Roland sehe ich die neue CD von Toto nicht. Das mit den Pausbacken würde ich auch nicht so sagen. Ich hatte zu den Glanzzeiten von Toto auch gute 10 kg weniger auf den Rippen…. Mit hat das neue Toto-Album auf jeden Fall ganz gut gefallen. Nach dem Cover-Album auf jeden Fall wieder eigenes Material, das mich im Grossen und Ganzen schon einigermaßen überzeugt hat.

Toto - XIV (VÖ:20.03.2015)
Toto - früher ein nettes Side-Projekt genialer Studio-Musiker, die am Anfang ihres Daseins brillante Ohrwürmer von ‘Hold The Line’ über ‘Africa’ bis Rosanna’ veröffentlicht haben. Einfach Songs für die Ewigkeit.
Später fand ich, dass Toto nur noch eine Gelddruckmaschine waren, die alle paar Jahre eine Scheibe auf den Markt geworfen haben, um ein bißchen Kohle zu machen. Und auch die Konzerte von Toto die ich besucht habe, waren eher von Unlust und schlichtem Runtergespiele geprägt und nach ner guten Stunde ohne Vorband für viel Geld war der Spaß auch schon wieder vorbei.
Jetzt gibt es mit XIV das ... wer hätte es gedacht ... das 14. Studiowerk und es glänzt meiner Meinung nach durch durchgehende Langeweile. Als Sänger ist mal wieder Joseph Williams am Werk, den ich schon immer nicht wirklich spannend fand. Bobby Kimball war da eine ganz andere Klasse. Es klingt halt nach Toto aber es fehlen einfach die herausragenden Songs, die genialen Gitarren-Parts von Steve Lukather, das Überraschungsmoment. Schade ... aber eigentlich hätte ich es wissen müssen. Muss man nicht unbedingt haben.

 

Townsend Band, Devin - Accelerated Evolution

Kritik von Daniel Bollinger
Echter Prog- Metal/Rock ist das, was Devin Townsend auf seiner neuesten Scheibe abliefert nicht, aber als progressive Musik kann man es auf jeden Fall beschreiben. Das Repertoire reicht von ziemlich harten Stücken, wie dem genialen Opener, über eingängige Midtempo-Nummern ("Storm") bis hin zu weitestgehend ruhigen Songs wie dem mit einer Spielzeit von über 7 Minuten längsten Track des Albums "Away". Dem ehemaligen Vai-Schützling ist es gelungen mit seiner Musik eine grandiose Stimmung aufzubauen, die ständig zwischen nachdenklich/melancholisch und wütend hin und her schwankt, und die sich, wie auch die Musik selber, unheimlich schwer in Worte fassen lässt. Mal bauen sich kaum durchdringbare Klangkomplexe auf, die fließend in atemberaubende Soli übergehen, mal beschränkt sich die Musik auf atmosphärische Keyboardsounds mit geschickt eingewobenen Spielereien, bevor tonnenschwere Riffs die Stimmung wieder aufpeitschen. So variable wie die Musik sind auch die Vocals Townsends, die das gesamte Spektrum von Flüstern über wunderbaren cleanen Gesang bis hin zu aggressivem Brüllen abdecken. Eine Blind-Kauf-Empfehlung, kann ich nicht aussprechen, man sollte auf jeden Fall einmal reinhören. Übrigens solltet Ihr unbedingt versuchen, die Special-Edition zu ergattern, der noch eine zweite CD mit drei Track des Projekts EOK beiliegt, auf der etwas ruhigere Töne vorherrschen. Von mir gibt es für dieses absolut geniale und zeitlose Album eine hohe Wertung.

Toxic Smile - M.A.D.

Manchmal kommt man zu einer CD wie die Jungfrau zum Kinde. Über meinen Kumpel und Gast-Kritiker Georg Lögler erfuhr ich von einer CD-Kritiken-Seite (Crossover). Irgendwie kam ich dann mit dem Cheffe von dort, Roland Ludwig, in Kontakt und er erzählte mir von der 'in seinen Augen oder Ohren besten deutschen Prog-Band', Toxic Smile. Er bemerkte dann noch was von 'in Korea voll bekannt und in Deutschland kennt sie niemand'. Und mit solchen Aussagen weckt man natürlich mein Interesse. Und die Geschichte endet damit, dass die CD jetzt bei mir im Player rotiert und rotiert. Meine Recherchen haben dann ergeben, dass Toxic Smile wohl schon seit Jahren bestehen, aus Leipzig kommen und das Debutalbum 'M.A.D. (= Madness And Despair) im Jahr 2000 in Deutschland und 2001 dann samt Plattenvertrag bei BMG (mit ein paar anderen Stücken) in Korea veröffentlicht wurde, wo Toxic Smile sogar in den Charts (!!!!) sind bzw. waren. Mir liegt die deutsche Version vor. Die CD beginnt mit dem über 12-minütigen und 4-teiligen 'Arirang', einem wahren Prog-Highlight mit herrlichen Tempo-Wechseln. 'Nothing To Believe' könnte man dann eher in die Melodic-Rock-Ecke stecken (klasse Gitarren-Solo !!). 'The Crown' ist dann wieder äußerst proggig (klingt fast ein bißchen nach Dream Theater meets Spock's Beard). 'Hate Me', eine tolle aber viel zu kurze Ballade (fast schon radio-tauglich), 'Toxic Smile' (wieder mehr Melodic-Rock) und '§ 0815' (knapp 5-minütiges Prog-Instrumental) zeigen, wie abwechslungsreich und perfekt Toxic Smile sind. Im Song 'Burning' kommt dann zum ersten Mal das Saxophon von Keyboarder Marek Arnold zum Einsatz (wunderschöner Song). Dann das Titelstück 'Madness And Despair', welches mit über 7 Minuten der zweitlängste Song auf dem Silberling ist. Es beginnt fast schon metal-mäßig, wird dann kurz äußerst ruhig und sphärisch und fetzt am Ende fast hymnenhaft voll ab. 'Rollercoaster' (nicht zu verwechseln mit Ronan Keating's Pop-Liedchen) ist eine eingängige, knackige Nummer, die aber irgendwie nicht zum Rest passen will. Die eigentliche Scheibe endet dann mit 'Could It Be', einer leicht jazzig angehauchten Ballade, wo das Saxophon nochmals zum Einsatz kommt. Als Bonus-Track ist dann noch eine Live-Version von 'Autumn Leaves 2' (gibt's da eigentlich auch einen Teil 1 ???) vertreten, wo klar wird, dass die 5 Jungs auch ohne Studio-Technik ihr musikalisches Handwerk verstehen. Fazit: Toxic Smile mit 'M.A.D.' sind für mich bis jetzt die Enteckung des Jahres (auch wenn die CD schon 2 Jahre alt ist). Dieses Teil kann ich jedem Prog-Freund nur ans Herz legen. Allerdings gibt es nicht viele Möglichkeiten, an die Scheibe ranzukommen. Über die Homepage von Toxic Smile können noch Rest-Bestände der deutschen Version für Schlappe 10 Euro bestellt werden. Die Korea-Version (mit einer Lieferzeit von ca. 4 Wochen, da die Jungs das Teil dann erst aus Korea einfliegen lassen müssen) gibt's ebenfalls nur auf der Homepage zum Preis von 17,50 Euro.

Toxic Smile - Retrotox Forte

Selten hatte ich auf eine CD-Review hin so viele positive Reaktionen wie auf die Kritik der letzten Toxic Smile - Scheibe M.A.D, denn meistens bekomme ich nur Beschwerde-Mails, wenn ich eine CD mal wieder schlecht beurteile, aber äußerst selten Dankes-Mails, wenn die CD gekauft und auch für gut befunden wurde. Und offensichtlich hatte die Musik der Leipziger Band 'Toxic Smile' zumindest einen Teil meiner Leserschaft überzeugt. Und allen, die sich nach meiner Review 'M.A.D.' bestellt hatten, kann ich nur raten, sich auch den Nachfolger 'Retrotox Forte' zu besorgen, der ab Mitte März 2004 zu bekommen ist. Meiner Meinung nach sind 'Toxic Smile' noch reifer, noch abwechslungsreicher und somit noch besser geworden. Hört Euch nur mal das 7 Minuten-Mid-Tempo-Stück 'Pyramid' mit geiler, fetter Rhythmus-Gitarre oder den längsten Song auf der CD 'Confidence In Deception' (12 Minuten feinster Prog) an, und Ihr wisst, was ich meine. Aber auch die langsameren Sachen (wie z.B. 'Steps Back' oder 'C.I.D. Addendum) sind einfach klasse. Fast schon metallisch geht es beim Instrumental 'O.T.' zu und auch der Rest der CD überzeugt mich total. Ich hoffe echt für die Band, dass sie endlich auch mal in Deutschland (und nicht nur in Korea) den Erfolg hat, den sie verdient. Im Prog-Sektor sind 'Toxic Smile' sicher zusammen mit Sylvan und Everon (und ihre Musik ist da irgendwo auch eine Schnittmenge der beiden Bands) auf eine Stufe zu stellen. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.toxic-smile.de, veröffentlicht wird die Scheibe bei Famous Kitchen. Ich kann da nur uneingeschränkt zum Kauf raten.

Toxic Smile - In Classic (DVD)

Rock-Band spielt Konzert mit klassischem Orchester. Schon tausend Mal da gewesen von Metallica über Kiss bis Dream Theater. Und trotzdem oder vielleicht auch deswegen ist das im Jahr 2005 stattgefundene Konzert der Ostdeutschen Prog-Rock-Band 'Toxic Smile' zusammen mit einem 25-köpfigen Kammerorchester bestehend aus Studierenden der renommierten Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und unter Leitung von Paul Momberger (Neue Philharmonie Frankfurt) was ganz anderes und eigenes. Denn die Songs, vor allem von der letzten CD 'Retrotox Forte' (geschätzt die Hälfte der Stücke sind von dieser CD), wurden komplett neu arrangiert und auf diese Unplugged-Version mit Orchester umgeschrieben. Und das merkt man auch, denn entgegen den sonst üblichen Rock meets Classic - Konzerten ist das Orchester kein Fremdkörper und darf nur ein bißchen mitdudeln, sondern ist voll in die Stücke integriert. Lediglich das Schlagzeug ... was ja eigentlich logisch ist ... sticht manchmal etwas dominant heraus. Und auch wenn die Instumentierung wirklich gelungen ist, möchte ich vor allem Sänger Larry B. hervorheben, der mit seiner recht eigenwilligen Stimme einfach einen klasse Job macht und hervorragend zu diesen Unplugged-Stücken passt. Die DVD kann ich nur uneingeschränkt empfehlen da sie eines der wenigen Beispiele dafür ist, dass Rock-Musik mit klassischem Orchester hervorragend passt, wenn man sich wirklich bemüht. Zu kaufen ist das Teil über die Band-Homepage oder im Shop von B'Side-Music.

Toxic Smile - Overdue Visit (EP)

Treue Leser meiner Homepage, die sich meine Tipps auch zu Herzen nehmen, werden jetzt bestimmt einen Jubelschrei rauslassen. Endlich mal wieder was Neues von Toxic Smile? Immerhin ist der letzte Studio-Output 'Retro Tox Forte' auch schon wieder 5 Jahre her und auch die (ziemlich geniale) DVD 'In Classic Extension' hat schon 3 Jahre auf dem Buckel. Deswegen habe auch ich mich gefreut, dass es immerhin 23 Minuten neue Musik der Sachsen gibt, die die Wartezeit auf den nächsten Longplayer verkürzen. Und sie haben nichts verlernt. 'Solitude Sphere' ist ein typischer Toxic Smile - Song ... proggig, rockig, zwischendurch auch ruhiger, dazu der typische Gesang von Larry B., typische Keyboards von Marek Arnold, tolles Gitarren-Solo von Uwe Reinholz und auch die Rhythmus-Fraktion Robert Brenner (Bass) und Antonius Gruetzner (Drums) zeigen gleich mal was sie können. Kein schlechter Einstieg und immerhin 7 1/2 Minuten lang. Danach folgt 'Insights', eine schöne Ballade mit akustischer Gitarre und Piano am Anfang und Larry B. zeigt uns, dass er auch die sanften Töne beherrscht (aber das wussten wir ja schon von den letzten Veröffentlichungen der Band ... wobei hier dann vor allem die vorgenannte DVD zu empfehlen ist). Ein weiterer Prog-Rocker ist 'Peak Of Delight (auch fast 6 1/2 Minuten lang) und Gänsehaut-Feeling gibt es dann beim Abschluss 'Freezing Rain', nur mit Gesang und Piano. Ganz arg toll. 'Overdue Visit' macht auf jeden Fall Appetit auf die hoffentlich bald folgende neue CD, darf aber eigentlich auch in keinem CD-Regal fehlen. Just For Kicks verkauft den Silberling grad für 6,99 Euro. Und mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Trans-Siberian Orchestra - Beethoven's Last Night

Für Freunde der Mischung aus Metal, Musical und Klassik gibt's mal wieder einen Tip. Das Savatage-Side-Project 'Trans-Siberian Orchestra' (u.a. mit Savatage-Chef John Oliva und Ex-Asia-Gitarrero Al Pitrelli) verwurstet hier Beethoven, Mozart und Rimsky-Korsakov, packt es in eine nette Geschichte, lässt noch ein paar Gast-SängerInnen (u.a. die starke Patti Russo) auftreten und fertig ist eine weitere Episode aus der Reihe Metal meets Klassik. Nicht schlecht, aber auf Dauer doch etwas eintönig.

Transatlantic - Live in America

Transatlantic, das Projekt von Mike Portnoy (Dream Theater), Neal Morse (Spock's Beard), Pete Trewavas (Marillion) und Roine Stolt (Flower Kings) beglückte uns im Jahr 2000 mit einer sehr beachteten CD (SMPTe), die es sogar in die deutschen Charts geschafft hat. Mir allerdings war die CD damals zu chaotisch und einfach zu langweilig. Der Mitschnitt eines Promo-Konzertes in Amerika, das jetzt auf eine Doppel-CD gebrannt wurde, weiß mich aber teilweise zu begeistern. Nicht wegen den Transatlantic-Songs, die fast unverändert auch live dargeboten werden und mir deshalb immer noch nicht gefallen, sondern wegen dem genialen Genesis-Cover (Watcher of the Skies / Firth of Fifth) und dem Medley, wo die Jungs ihre Stamm-Bands huldigen (vor allem 'The Great Escape' von Marillions Brave-Album ist ohne den Gesang von Hogarth eine Wohltat und 'Finally Free' von der Jahrhundert-CD 'Metropolis Part II' von Dream Theater ist ebenfalls genial gespielt). Auf jeden Fall empfehlenswert.

Transatlantic - Bridge Across Forever

Die Prog-Supergruppe Transatlantic (Roine Stolt -Flower Kings-, Neal Morse -Spocks Beard-, Mike Protnoy -Dream Theater- und Pete Trewavas -Marillion) hat mich ja bei ihrer ersten Veröffentlichung eher gelangweilt, weil sie sehr Flower Kings / Spocks Beart - lastig war. Dies hat sich beim zweiten Album eindeutig geändert. Die drei Long-Songs (mit bis zu knapp 27 Minuten Länge) und das Titelstück als kurze Zwischen-Ballade lassen dann eher an Genesis in ihrer Glanzzeit erinnern. Teilweise schwer verdaulich aber auch nach dem zehnten Hören entdeckt man noch Neues. Wer sich die Scheibe kaufen will, sollte auf jeden Fall nach der limitierten Doppel-CD suchen. Denn auf der Bonus-CD ist das eigentliche Highlight drauf: Shine On You Crazy Diamond (von Pink Floyd) in einer grandiosen 15-Minuten-Fassung. Das ist einfach weltklasse. Ich kann nur sagen: Weiter so, dann gibt's vielleicht für die nächste CD mal die Höchstwertung.

Transatlantic - Live In Europe

Zwei Studio-CDs, jetzt die zweite Live-Doppel-CD und die Band ist verschwunden ... leider. Fand ich das Debut-Werk der vier Prog-Könige (Stolt, Morse, Portnoy, Trewavas) noch ziemlich 'komisch' und konnte eigentlich nicht soviel damit anfangen (wie auch mit der danach folgenden Live-CD 'Live In America' nicht), war ich von dem zweiten Studio-Output 'Bridges Across Forever' schon richtig begeistert. Und jetzt gibts zum Abschied (die Band gibt es ja nach dem Weggang von Neal Morse nicht mehr) noch einen Doppel-Live-Output von einem grandiosen Konzert aus Tilburg, Holland. Das ganze wurde auch noch auf DVD verewigt ... aus Kostenersparnis-Gründen habe ich mir dieses Teil aber (noch) nicht besorgt. Bei nur 2 Studio-CDs bleibt es natürlich nicht aus, dass jetzt ein paar Songs auf beiden Live-CDs vorhanden sind. Aber macht nix ... klingt eh ganz anderst, weil die vier Jungs (unterstützt von Daniel Gildenlöw von Pain Of Salvation) ja nicht Note für Note nachspielen sondern auch ordentlich improvisieren. Und rausgekommen sind auf 'Live In Europe' 4 halbstündige Epen sowie noch 2 Short-Tracks (haha ... mit 16 und knapp 7 Minuten auch nicht richtig kurze Stücke) in grandioser Sound-Qualität (vor allem der fette Bass auf 'Stranger In Your Soul' lässt alles mitvibrieren). Ein toller Abschluß einer Band, die leider viel zu kurz unter uns weilte ... aber vielleicht gibt es ja in anderer Besetzung und unter anderem Namen ja mal wieder was Ähnliches. Zu hoffen wäre es.

Transatlantic - The Whirlwind

Am Anfang hochgelobt als DIE Prog-Supergruppe. Mike Portnoy (Dream Theater - Drums), Neal Morse (Ex-Spock's Beard, Gesang und Keyboards), Pete Trewavas (Marillion - Bass) und Roine Stolt (Flower Kings - Gitarre) hatten ja auch klangvolle Namen. Aber 'leider' konnte ich zumindest am Anfang mit der Musik eigentlich nicht wirklich viel anfangen. Das war mir einfach zu viel Gedudel, ewig in die Länge gezogen und nicht wirklich was Neues. Nach nur 2 Studio-Outputs 'SMPTe' von 2000 und Bridge Across Forever von 2001 sowie ein paar Live-Sachen als CD bzw. DVD wurde es ziemlich ruhig um die 'Band', was vor allem an Neal Morse lag, der ja zwischenzeitlich den Ruf Gottes erhört hat und, so wie ich neulich in einem Interview gelesen habe, nur noch macht was Gott sagt. Und der hatte wohl jahrelang was gegen ne neue Transatlantic-CD. Und von mir aus hätte er auch noch ein Weilchen was dagegen haben können. 8 Jahre Pause und kein bißchen neue Ideen, wenn man mal davon absieht, dass Neal Morse jetzt auch bei Transatlantic seine Weltverbesserungs-Theorien vertont hat. Und das kennt man ja eigentlich von seinen Bergen von Solo-Veröffentlichungen zu Genüge. Mich haut die 77-minütige CD überhaupt nicht vom Hocker und ich befürchte mal, dass sie ewig in meinem CD-Regal verstauben wird. Auch der Kauf der Doppel-CD mit ein paar Bonus-Stücken lohnt nicht wirklich, denn wer braucht die dreiundzwanzigtausendste Cover-Version eines Beatles-Stückes oder eine billige Kopie von Santana. Und der Rest (Genesis, Procol Harum, America) ist auch nicht viel besser. Meiner Meinung nach ist eine Cover-Version nur sinnvoll, wenn sie entweder besser ist als das Original oder eben ganz anders ist. Die Bonus-DVD habe ich mir erst gar nicht angeschaut. Muss man nicht haben.

Trespass - In Haze Of Time

Prog-Musik aus Israel war mir bis jetzt absolut unbekannt. Umso erstaunlicher für mich, dass es 'Trespass' aus Jerusalem geschafft haben, bei dem kleinen aber feinen Musea-Records-Label in Frankreich einen Deal zu landen. Und 'In Haze Of Time' ist der erste Output dieser Band, die aus Gil Stein (Keyboards, Vocals), Gabriel Weissman (Drums) und Roy Bar-tour (Bass) besteht. Die CD beginnt mit 'Creatures Of The Night', einem 8 1/2 - Minuten-Stück, das mich sehr an den Prog der 70er Jahre (ELP usw.) erinnert. Sehr fetzig und abwechslungsreich. Das Titelstück 'In Haze Of Time' ist dann eher ein fröhliches Folk-orientiertes Stück, bei dem vor allem das Flötenspiel (wie in alten Focus-Tagen) auffällt. 'Gate 15', ein lässiges Instrumental-Stück, bei dem die Jungs von Trespass zeigen können, welch gute Musiker sie sind. Dabei gefällt mir vor allem das Bass-Spiel von Roy Bar-tour. Das Stück geht dann in 'City Lights' über, bei dem Gil Stein singt wie der junge Robert Plant (wobei mich die Musik dann etwas an die Doors erinnert ... nur dass hier doppelt so schnell gespielt wird). Klasse. 'Orpheos Suite', das nächste Instrumentalstück, beginnt dann schon fast klassisch, ab der Hälfte wird es aber dann auch munterer und vor allem die Keyboards erinnern mich an Keith Emmerson von ELP. 'Troya', ein weiteres Instrumental hat am Anfang was von Marillions Assassing, driftet dann aber abrupt ab in den Genesis-Stil der 70er Jahre. Wirklich klasse Leistung. Die CD endet dann mit 'The Mad House Blues', das eher auf eine Ragtime- oder Swing- als auf eine Prog-CD gepasst hätte. Aber gut gespielt und komisch gesungen. Ein netter Abschluss.
Wer auf die frühen Genesis (der 70er Jahre), ELP oder ähnliches steht und mit viel Instrumental-Musik keine Probleme (sondern eher Freude hat), sollte Trespass auf jeden Fall eine Chance geben. Gute Musiker sind es auf jeden Fall.

Trident Winter - Trident Winter (EP)

Mal wieder was zum Ohren durchpusten gefällig? Kein Problem. Wer von Prog kurzfristig die Schnauze voll hat und einfach mal wieder guten alten Hard Rock im Stile z.B. von Black Sabbath (Song 1 'Rockin Rebel'), was Punk-Angehauchtes (Song 2 'Sacrifice'), was etwas Außergewöhnliches von langsam bis Rainbow (Song 3 'Taste The Fire' ... immerhin über 7 Minuten lang), dann wieder was ziemlich schnelles (Song 4 'Kings Of The World') und zum Abschluss dann noch Song 5 'Revolution Time' (noch ein Knaller in Richtung Black Sabbath), sollte unbedingt mal die australische Band 'Trident Winter' antesten. Lupenreiner Heavy Metal machen die Jungs, die schon seit 2005 bestehen. Damals waren sie alle noch Studenten der 'Scholl Of Rock in Leederville. Bis 2007 spielten sie als Opener bei mehreren Konzerten in ihrer Gegend und im Frühjahr 2008 wurde dann die erste EP (das hier vorliegende Teil) aufgenommen, das neue Songs aber auch frühere Stücke enthält. Es ist auf jeden Fall schön, dass es auch in der heutigen Zeit noch Bands gibt, die den guten alten Heavy Metal der 80er Jahre spielen. Und ich freue mich schon auf den ersten regulären Longplayer, der nächstes Jahr erscheinen soll. Leider hat die Band keine eigene Homepage, aber auf ihrer MySpace-Seite kann man sich anhören, was die Jungs drauf haben.

TriPod - Tripod

Braucht eine Band Gitarre und Keyboards, um gute Musik zu machen ? Hmm ... also bevor ich von TriPod gehört hatte, war ich der Meinung, dass es zumindest ohne Gitarre NICHT geht (nichts ist schöner als ein minutenlanges gefühlvolles Gitarren-Solo). Und nun liegt die Scheibe der Band aus New York vor mir und ich lese im Booklet, dass TriPod aus einem Sänger und Bassisten (Clint Bahr, der auch die meisten Songs geschrieben hat), einem Percussionisten (Steve Romano) und einem Bläser (Keith Gurland spielt Saxophon, Klarinette und Flöte) bestehen. Und bei Song 1 'Jeromes Spotlight' fühle ich mich irgendwie an die Rocky Horror Picture Show erinnert. Völlig schräg. Aber schon beim zweiten Titel 'Trip The Light' gehts weitaus melodischer zu und irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Klarinette hier die Gitarre ersetzen soll ... das klingt im Zwischenteil fast wie ein Solo ... interessante Sache. Der erste 'Longsong' 'Dance Of The Kabuki' (fast 7 Minuten) ist mir dann ein bißchen zu jazzig, da vor allem das Saxophon zu arg im Vordergrund steht. Toll ist das fast klassische Zwischenstück 'Prelude' gefolgt von 'No Diamond Cries', einem richtig tollen Song, bei dem jetzt zum Beispiel überhaupt nicht auffällt, dass ein paar 'klassische' Instrumente fehlen. Richtig elektronisch geht es dann beim nächsten Zwischenstück 'East Flatbush' zu. Genug der Aufzählung der einzelnen Titel. Auch die restliche CD hat einiges Interessante zu bieten, vor allem (zumindest für mich) dann, wenn sie nicht zu sehr in den Jazz-Rock abdriftet und das Saxophon eher im Hintergrund bleibt. Sonst ist mir das zu nervig. Vergleichbar ist TriPod mit nichts was mir bekannt ist. Vielleicht ab und zu noch am ehesten mit King Crimson in ihrer experimentellen Phase. Veröffentlicht wurde die Scheibe bei MoonJune, mehr Infos über die Band gibts unter www.TriPod-theband.com und ein Video von ihnen kann unter http://www.escapetv.tv/CurrentPro/tripod.rm betrachtet werden. Wer von Jazz-Rock-Einflüssen nicht abgeschreckt wird, sollte TriPod mal antesten.

Triumvirat - Spartacus

Musik-Fans in meinem Alter werden sich bestimmt noch an die Deutsche Band 'Triumvirat' erinnern, die in den Siebzigern vor allem in den USA ihre Schallplatten verkauft haben (und in Deutschland eher unterbewertet waren). Und jetzt fast 30 Jahre später werden die ganzen alten Scheiben von EMI remastered und mit Bonus-Track(s) versehen wiederveröffentlicht. Und stellvertretend für all die genialen (aber auch schrottigen) Momente von Triumvirat möchte ich hier MEINE Lieblingsscheibe 'Spartacus' erwähnen, die alleine durch die knapp 9-minütige Triumvirat-Hymne 'The March To The Eternal City' zum MUSS für jede CD-Sammlung wird. Und soundtechnisch ist zumindest 'Spartacus' als remasterte Version richtig gelungen und die Musik ist auch nach 26 Jahren zeitlos gut. Ich war nur entsetzt, als ich festgestellt habe, wie lange das alles schon her ist. Die komplette Remaster-Serie gibt es zur Zeit für schlappe 9,99 Euro pro CD bei Amazon (Stand: 25.11.2002).

Tubes - Tubes World Tour 2001

Was für ein komischer Titel. Im Jahr 2000 eine CD rauszubringen, die World Tour 2001 heißt. Was sich die Tubes dabei gedacht haben, wird wohl ewig ihr Geheimnis bleiben. Als Tubes-Fan der ersten Stunde bin ich natürlich über jede Veröffentlichung dieser Ami-Band erfreut, allerdings muß ich doch bemerken, daß dieses Teil ziemlich unnötig ist. Die Tubes haben im Laufe ihrer jahrzehntelangen Karriere so viele Musik-Perlen geschrieben und dann gibt's ne Pseudo-Live-CD (das Publikum ist kaum zu hören), auf der neben 2 neuen Titeln so miese Songs wie 'Mondo Bondage' oder 'TV is King' vertreten sind. Neben 'White Punks on Dope' und 'She's a Beauty' möchte ich nur noch ein relativ gutes 'Talk to ya later' erwähnen. Alle anderen Songs sind eher mittelklasse. Schade. Aber vielleicht beglücken uns die Tubes ja im Jahr 2001 mit einer Deutschland-Tour, denn ein Live-Konzert der Jungs ist das absolute Erlebnis.

Turilli, Luca - Prophet Of The Last Eclipse

LMP und SPV haben mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut, um den neuen Output von Rhapsody-Poser und Gitarrist Luca Turilli in der Limited Edition edel zu verpacken. 38-seitiges Booklet, Digi-Pack im Papp-Schuber, Hochglanz. Klasse. Da können sich andere Bands echt ein Stückchen abschneiden, zumal diese Limited Edition auch nicht teuerer war als die (spätere) Normal-Version. Musikalisch geht 'Prophet Of The Last Eclipse' ganz klar in Richtung seiner Stamm-Band, also hymnischer Power-Metal mit klassischen Elementen und viel Hintergrundchor. Neben so alten Mitstreitern wie Sascha Paeth (am Bass) oder Miro (an den Keyboards), die ihre Sache routiniert erledigen und eine nette Begleitband zu Turillis Flitzefingern an der Gitarre sind, fällt mir eher unangenehm Sänger Olaf Hayer auf, der meiner Meinung nach auch nicht nur annähernd an Rhapsody-Shouter Fabio Lione herankommt. Ansonsten ist Turillis neuer Output unspektakulär bis gut.

 

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