Neue CD-Kritiken

Neue CD-Kritiken

 

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Helene Fischer oder Andrea Berg gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet darf sie behalten !!

 

29.08.2021

18.12.2021

02.04.2022

Boscher, Xavier - Earthscapes

Boscher, Xavier - Firescapes

Boscher, Xavier - Cosmic Variations

Deafening Opera - Driftwood

Coarbegh - Watercolours

Magnum - The Monster Roars

Feeling Of Presence - Of Lost Illusion

Dream Theater - A View From The Top Of The World

Star One - Revel In Time

Matelo Mantra - Architects Of Fantasy

Enemy Inside - Seven

Wallner, Kalle - Voices

Powerwolf - Call Of The Wild

Heartscore - Medusas Head

 

Secret Rule . Mea Culpa

Meier, Nicolas - Magnificent

 

Virtual Symmetry - Exoverse Out Of The Shadow

Subworks - One

 

Warkings - Revolution

Temperance - Diamanti

 

 

Wonders - The Fragments Of Wonder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Boscher, Xavier - Earthscapes (VÖ: 09.07.2021)
Über den südfranzösischen Gitarristen Xavier Boscher aus Nizza habe ich schon massenweise Reviews geschrieben. In einer wahnsinnigen Geschwindigkeit veröffentlicht er hochklassige Alben ... erst im November 2020 erblickte das Vorgängerwerk ‘Waterscapes’ das Licht der Welt und war auch mal wieder eine Reise von Jazz über Prog bis zu genialen Melodielinien.
Nun also das neueste Werk ‘Earthscapes’, das auch wieder von vorne bis hinten begeistern kann.
Der Opener ‘Road To Happiness’ ist einer der Short-Tracks (mit knapp 4 Minuten), der schon mal sehr rockig daher kommt, im Zwischenteil aber auch einen sehr (schönen) ruhigen Part hat. Sehr cooler Einstieg. Es folgt ‘Mountain Of Spirit’, mit über 7 Minuten einer der langen Stücke mit vielen Tempowechseln und einem herrlichen Duell zwischen Gitarre und Keyboards. Immer wieder genial, wie Xavier Boscher trotz musikalischen Ausflügen in einem Song zielgenau auf die Grundmelodie zurück kommt. Ähnlich gelagert ist der folgende Song ‘Luminescent Forest’, mit knapp 9 1/2 Minuten der längste Song und für mich auch das Herzstück des Albums. Etwas getragener, langsamer als das Stück davor, aber insgesamt auch richtig genial und abwechslungsreich.
Gänsehautfeeling dann bei ‘Carnal Cocoon’, einer wunderschönen Ballade zum Dahinträumen. Neal Schon hätte es nicht besser machen können. Es folgt ‘Sanctuary Of Delight’, und hier kommt dann zum ersten Mal die akustische Gitarre zum Einsatz (und erinnert etwas an Spanien). Sehr schön.
‘Cobalt Blue Tarantula’ läutet wieder härtere Zeiten ein ... hier wird gerockt ohne Ende. ‘Field Of Sapphire’ ist dann wieder im Mid-Tempo angesiedelt und zeigt unglaublich gut, was für ein brillanter Gitarrist Xavier Boscher ist. Das Album endet mit ‘Volcania’ und nochmals fast 9 Minuten instrumentalem Gitarren-Prog.
Als Fazit kann ich nur raten das Album zu kaufen. Eines der Meisterwerke von Xavier Boscher. Wie immer gibt es das als digitalen Download oder auch als CD auf seiner Bandcamp-Seite.

Boscher, Xavier - Firescapes (VÖ: 15.11.2021)
Nach ‘Waterscapes’ (November 2020) und ‘Earthscapes’ (Juli 2021) war es ja irgendwie logisch, dass auch noch ein ‘Firescapes’ folgen wird. Und hierfür hat sich der Südfranzose Xavier Boscher gerade mal 4 Monate Zeit gelassen. Was soll ich sagen ... das Album beginnt mit dem grandiosen, fast 16-minütigen ‘Pyrotechnic’, das mich komplett wegbläst. Geradezu rockig und bombastisch, mit sensationellen Gitarren-Parts, genialer Melodie und jedem Liebhaber von E-Gitarren-Soli sollte hier das Herz aufgehen. Ich habe keine Ahnung woher der Mann diese Kreativität her nimmt, aber Xavier Boscher überrascht mich immer wieder mit Meisterwerken. Das ist wirklich musikalische Pyrotechnik. Noch einen Tacken rockiger dann das folgende ‘Lightning’ sowie ‘Chuck’s Flame Will Live Forever’, bei dem sich Xavier Boscher fast Knoten in die Finger spielt. Noch besonders herausheben möchte ich den Song ‘Au Coin Du Feu’, denn hier beweist Xavier Boscher, dass er es nicht nur auf der E-Gitarre kann sondern auch die akustische Variante mehr als beherrscht.
‘Firescapes’ ist auf jeden Fall mal wieder ein Feuerwerk instrumentaler Gitarrenmusik der Extraklasse und ich kann auch dieses Album nur jedem ans Herz legen. Und auch dieses Album gibt es wieder als digitalen Download oder als physische CD auf seiner Bandcamp-Seite.

Boscher, Xavier - Cosmic Variations (VÖ: 07.03.2022)
Nun ist es also passiert ... in jedem meiner 3 letzten Updates meiner Homepage ein Album des südfranzösichen Musikers Xavier Boscher. Dass er richtig fleißig ist wenn es um neue Musik geht habe ich ja schon öfter erwähnt, aber dass jemand 4 Alben in einem Jahr veröffentlicht ist schon mehr als ungewöhnlich. Das zeigt aber auch die unglaubliche Kreativität von Xavier Boscher.
Nachdem jetzt die 4 Elemente (Feuer, Wasser, Erde und Luft) musikalisch abgehandelt wurden, gibt es nun mit ‘Cosmic Variations’ einen weiteren, richtig genialen Output. Das Album ist unterteilt in 7 ‘echte’ Songs, die durch mehr oder weniger kurze Zwischenspiele (‘Echo 1’ - ‘Echo 6) miteinander verbunden sind.
Wie es sich für Xavier Boscher gehört, ist auch ‘Cosmic Variations’ ein rein instrumentales Album geworden, das vor eingängigen Melodien nur so strotzt. Schon der Opener ‘Sea Serpent’ glänzt durch geniale Gitarren-Linien aus einem Guss, bei denen auch mal ein härteres Metal-Riff eingestreut wird. Das folgende ‘Compass On Argonauts Ship’ ist, vor allem wegen den Tempi-Wechsel sehr proggig angelegt und Xavier Boscher zeigt uns, dass er auch sehr sehr schnell den Gitarrenhals rauf und runter zaubern kann. Genialer Song.
Alle weiteren Stücke zu besprechen würde hier jetzt echt den Rahmen sprengen. Alle auf sehr hohem Niveau und Xavier Boscher ist es mal wieder mehr als gelungen, ein rein instrumentales Album abzuliefern, das zu keiner Sekunde langweilig wird. Insgesamt würde ich ‘Cosmic Variations’ als das ‘härteste’ Album seiner Karriere bezeichnen, denn teilweise geht es echt sehr rockig zu.
Wie immer gibt es hier von mir eine absolute Kaufempfehlung, wenn man auf instrumentale Musik steht. Xavier Boscher spielt hier ganz oben in der Liga. Das Album gibt es wieder auf seiner Bandcamp-Seite.

Coarbegh - Watercolours (VÖ: 10.09.2021)
’Coarbegh’, das wissen die regelmäßigen Besucher meiner Homepage bestimmt, war ja am Anfang ein Side-Project der genialen Band Poor Genetic Material, hat sich aber im Laufe der Zeit mehr in Richtung Ambient-Music entwickelt. Und was hier PGM-Keyboarder Philipp Jaehne zusammen mit Flötistin Pia Darmstaedter (die auch ein bisschen Gesang beisteuert) mittlerweile auf die Beine gestellt haben, verdient schon mehr als Beachtung, wenn man dem musikalischen Genre offen gegenüber steht. Klar, ruhige Instrumentalmusik nur mit Keyboards und Flöte ist nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann kann man tatsächlich dem Alltag ein bisschen entschweben. Songs wie der Opener ‘Watercolors’, ‘Starriver’ oder auch ‘Through Hopeful Eyes’ wirken einfach sowas von entspannend.
Mein Highlight auf dem Album ist allerdings das 9 1/2 minütige ‘Absence Pt. 3’. Einfach wunderschön und genial.
Auch der Sound ist mal wieder exzellent geworden, was auch mal wieder am Mastering von Stephan Weber in den QuiXote Studios liegt. Mehr Infos usw. gibt es auf der Bandcamp-Seite von ‘Coarbegh’. Undbedingt mal reinhören.

Deafening Opera - Driftwood (VÖ: 17.08.2021)
’Deafening Opera’, der melodischen Prog-Band aus München, haben mich mit ihrem Vorgänger-Album ‘Let Silence Fall’ aus dem Jahr 2018 mehr als überzeugt (siehe meine Review). Mittlerweile ist Keyboarder Gérald Marie ausgestiegen (und wurde nicht wieder besetzt) und ein paar Musiker haben ihre Nachnamen gewechselt (würde ich jetzt mal behaupten). Nun machen ‘Deafening Opera’ also als Fünfer weiter und legen mit ‘Driftwood’ ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Album vor, das sich allerdings vom Vorgänger irgendwie total unterscheidet. Die härteren Parts sind völlig verschwunden, fette Gitarrenparts sucht man vergebens. ‘Driftwood’ ist dann eher ein (fast) akustisches, ruhiges und sehr melodisches Album geworden. Es dominiert Piano und akustische Gitarre, manche Songs erinnern an die Spätwerke von Fish (wobei sich die Stimmen von Fish und hier Adrian Daleore komplett unterscheiden). Es gibt reichlich Ausflüge in die Folk-Richtung (z.B. bei ‘25.000 Miles’), fast schon Swing (‘Snowman’s Meadow’), Country (‘Outlaw Feline’, ‘Farewell Kiss’). Es gibt eine richtig geile Piano-Ballade ... zumindest am Anfang des Songs (‘As Night And Day Collide’), doch was leicht Proggiges (‘Man And Machine’) und zum Schluss noch einen Song fast nur mit akustischer Gitarre (‘Little Stone’). Leider ist das Album dann nach 36 Minuten schon vorbei.
Wer ein ruhiges, fast akustisches Album für einen gemütlichen Herbstabend sucht, wird bei ‘Driftwood’ auf jeden fall fündig. Zu bestellen am Besten über die Bandcamp-Seite der Band.

Dream Theater - A View From The Top Of The World (VÖ: 22.10.2021)
Über Dream Theater zu schreiben ist Eulen nach Athen tragen. Man mag sie oder es ist einem einfach zu kompliziert. Das ist halt Prog-Metal bis zum Extremen. Außer ein paar mittelmäßigen Scheiben haben Dream Theater bisher auch immer so richtig abgeliefert. Und auch mit ‘A View From The Top Of The World’ haben sie meinen Dream Theater - Geschmack wieder voll getroffen. Der Opener ‘The Alien’ überzeugt mit 9 1/2 Minuten mal wieder mit härteren Frickel-Parts, richtig melodischen Gitarren-Momenten, dem typischen LaBrie-Gesang (er kann halt nur 5 Töne richtig gut ... ist aber nicht böse gemeint) und einem halbwegs schrägen Refrain. Bei ‘Answering The Call’ darf dann Jordan Rudess ordentlich mit dem Keyboard quietschen, bei ‘Invisible Monster’ sind mal wieder alle Prog-Trademarks von vorne bis hinten verwurstet, und und und. Das alles endet dann mal wieder in einem Überwerk, dem Titelstück mit guten 20 Minuten. Das haben sie drauf, bieten wieder das komplette Dream Theater Repertoire und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Dream Theater nichts verlernt aber auch nicht aus ihrer Komfortzone gewagt haben. Ein mehr als solides Album, genau so wie man es eben erwartet hat. Ich finde es einfach mal wieder gut.

Enemy Inside - Seven (VÖ: 27.08.2021)
Über das Debut-Album ‘Phoenix’ aus dem Jahr 2018 habe ich ja viele warme Worte gegossen, denn für mich war das Album echt der Hammer. An der Band-Besetzung hat sich jetzt auf ‘Seven’ nichts geändert, somit kann hier auf meine Phoenix-Review verwiesen werden. Dort habe ich die Musiker mehr oder weniger schon vorgestellt (soweit mir das bekannt war).
Nun mit ‘Seven’ also der Nachfolger und die Frage, ob das wirklich hohe Niveau des Erstlingswerks gehalten werden konnte. Und ich würde mal sagen ... JA. Das Album beginnt schon sehr Enemy Insinde typisch mit dem Song ‘Crystallize’. Fetter Bass, toller Gesang, eingängiger Refrain, nettes kleines Gitarrensolo. Auch das folgende ‘Alien’ ist bombastisch angehaucht, allerdings etwas im Mid-Tempo-Bereich. ‘Release Me’ dann wieder richtig fett, gefolgt von der genialen Ballade ‘Break Through’ mit Gänsehautgarantie. Und genau in diesen Momenten kommt die wirklich geniale und gefühlvolle Stimme von Sängerin Nastassja Giulia so richtig zur Geltung.
Auf die weiteren Songs möchte ich jetzt gar nicht genauer eingehen, denn das Niveau wird einfach bis zum Schluss gehalten. Wer das erste Album gemocht hat wird auch mit ‘Seven’ seine helle Freude haben.
Zum Schluss gibt es dann auch noch (wieder) eine Cover-Version. Dieses Mal ‘Crush’ von ‘Jennifer Paige’, und das möchte ich auch mal als sehr gelungen bezeichnen.
Mit dem Kauf von ‘Seven’ macht man auf keinen Fall was falsch und man hat 42 Minuten wirklich gute Unterhaltung.

Feeling Of Presence - Of Lost Illusion (VÖ: 06.08.2021)
Wer meine Homepage schon eine Weile verfolgt, wird bestimmt die eine oder andere Kritik über die Bayreuther Cinematic-Prog-Band ‘Frequency Drift’ gelesen und eventuell das eine oder andere Album käuflich erworben haben. Leider gibt es diese Band wohl nicht mehr (der letzte mir bekannte Output war aus dem Jahr 2018) aber Mastermind Andreas Hack hat deswegen nicht mit der Musik aufgehört sondern eine neue ‘Band’ namens ‘Feeling Of Presence’ im Jahr 2019 gegründet. Wobei Band vielleicht der falsche Ausdruck ist, denn Andreas Hack spielt fast alle Instrumente auf dem Debut-Album ‘Of Lost Illusion’ selbst. Lediglich die E-Harfe und das Mellotron wird von Nerissa Schwarz bedient und die Drums hat Wolfgang Ostermann übernommen. Und da beide Musiker auch schon bei ‘Frequency Drift’ da bei waren, ist es auch eine kleine Reunion.
Gegenüber ‘Frequency Drift’ gibt es bei ‘Feeling Of Presence’ zwei entscheidende Unterschiede. Während bei ‘Frequency Drift’ die Sängerinnen gewechselt wurden wie bei manchen Leuten die Unterhosen, ist ‘Of Lost Illusion’ ein rein instrumentales Album geworden. Und anstatt Cinematic-Prog bezeichnet Andreas Hack die Musik nun als Instrumentalrock. Trotzdem ist das ‘Cinematic’ auch weiterhin nicht von den Hand zu weisen, denn beim Lauschen des Albums bekommt man schon einige Bilder in den Kopf. Und alleine durch E-Harfe und Mellotron kann auch die (weiterhin) Nähe zum Prog nicht verheimlicht werden. So nimmt uns Andreas Hack mit auf eine spannende musikalische Reise, auf der die akustischen, melodischen und manchmal bombastischen Parts überwiegen. Und das wird auch den Progger überzeugen. Da bin ich mir ganz sicher.
Richtig stark ist der Opener ‘A Weird Form Of Darkness’ (8 1/2 Minuten) mit vielen interessanten Wendungen, das Titelstück (sehr proggig mit viel Piano und ‘Streichern’) sowie das letzte Stück ‘Venus Transit’, das fast schon im Ambient-Genre angesiedelt ist.
Einen guten Eindruck könnt Ihr Euch auf der Bandcamp-Seite holen ... dort kann das Album dann natürlich auch erworben werden. Sehr spannendes Teil.

Heartscore - Medusas Head (VÖ: 03.12.2021)
Den musikalischen Weg von ‘Heartscore’ aka Dirk Radloff verfolge ich ja schon von Anfang an auf meiner Homepage. Beginnend mit dem Erstlingswek ‘Sculptures’ aus dem Jahr 2002 bis zur Wiederveröffentlichung dieses Albums im Jahr 2020 mit dazwischen 6 weiteren Alben. Dabei hat sich Dirk Radloff im Laufe der Zeit stilistisch immer mehr von Prog-Rock zu Metal weiterentwickelt. Schon das letzte (reguläre) Album ‘Black Riders Part 2’ von 2019 war für mich ein richtiges Metal-Album und mit dem ‘neuen’ Sänger Giacomo Rossi wurde auch jemand gefunden, der dieses Genre richtig gut verkörpert.
Nun also ‘Medusa Head’ ... wieder mit Giacomo Rossi ... und wie Dirk Radloff selbst sagt ein richtiges Heavy Metal Album in der Tradition von Judas Priest, Manowar oder auch Iron Maiden. Und was soll ich sagen? Er hat recht. Schon der Opener ‘Medusa’s Head’, der auch als YouTube-Video veröffentlicht wurde ist sowas von alte Iron Maiden. Richtig cool und genau hier ist auch die Stimme von Giacomo Rossi einfach gut aufgehoben. Das kann er. Das folgende ‘King George Will Fall’ ist sowas von 80er Maiden oder auch Judas Priest. Man muss sich nur mal die Gitarren-Riffs und die Kopfstimme anhören. Und es geht gerade so weiter. ‘How Should I Make Love To You’ mit einem von ‘Heartscore’ eigentlich noch nicht bekannten Gitarrensolo, ‘Kill All The Danes’ schon fast Thrash-Metal und auch die restlichen Songs hauen in die selbe Kerbe. Nur der Track ‘Geronimo’ weicht hier ganz schön ab und ist eher im Western-Style gehalten. Witzig.
Mit ‘Medusas Head’ hat Dirk Radloff auf jeden Fall das bisher eingängigste und metallischste Album veröffentlicht und ich kann Euch, wenn Ihr auf 80er Mucke steht, das Teil einfach nur empfehlen. Mehr Infos gibt es auf der Bandcamp-Seite von Heartscore. Dort kann das Album natürlich auch erworben werden. Und wenn Ihr Glück habt, gibt es sogar noch eine der auf insgesamt 50 Stück limitierten CDs.

Magnum - The Monster Roars (VÖ: 14.01.2022)
In beständiger Regelmäßigkeit veröffentlichen ‘Magnum’ seit Jahrzehnten Alben, die manchmal genial, manchmal gut und manchmal auch recht langweilig sind. Und auch die letzten paar Scheiben waren eher von der bessern Sorte. Zeit also, mal wieder was Schwächeres auf den Markt zu werfen? Magnum-Fans mögen jetzt vielleicht nicht ganz meiner Meinung sein, aber ‘The Monster Roars’ zündet bei mir so überhaupt nicht. Klar, Sänger Bob Catley könnte Alle meine Entchen singen und es würde nach ‘Magnum’ klingen. Aber das ist halt für ein gutes Album nur die halbe Miete. Musikalisch bieten die Jungs hier leider nur recht durchschnittliche Kost und nicht mal ein Song haut mich so richtig vom Hocker. Klar, es klingt alles wohlbekannt und genau das ist wahrscheinlich das Problem von ‘The Monster Roars’. Nur nirgends anecken, die Fans bedienen und damit gut. Für mich zu wenig. Aber was soll’s. Es gibt so viele geniale Alben von denen ... dann greift man halt zum Back-Katalog und hofft, dass das nächste Album wieder besser wird. Nicht mehr und nicht weniger.

Matelo Mantra - Architects Of Fantasy (VÖ: 12.04.2021)
Hinter dem Pseudonym / Bandnamen ‘Matelo Mantra’ steckt eigentlich der kanadische Multiinstrumentalist Mathieu Loiselle aus Montreal, der das Album ‘Architects Of Fantasy’ im Alleingang als sein Debut eingespielt hat. Ich denke bei uns hier in Deutschland ist ‘Matelo Mantra’ noch völlig unbekannt, zumindest hatte ich zuvor nie etwas darüber gehört oder gelesen. Erst durch einen Tipp von Xavier Boscher (das Album wird unter seinem Label Orfeo Lab vertrieben) bin ich darauf aufmerksam geworden. Und was soll ich sagen ... wow ... mehr fällt mir dazu fast nicht ein. Mathieu Loiselle hat mit diesem Erstlingswerk einen Meilenstein im instrumentalen Ambient-Prog geschaffen der seinesgleichen sucht. Wunderschöne Melodien, viel Piano, viel Keyboard-Teppich, manchmal Gitarren die nach Mike Oldfield klingen ... da kommt einem vor allem das Album ‘The Songs Of Distant Earth’ in den Sinn. Nur irgendwie genialer und abwechslungsreicher. Mal ruhig, mal auch ein bisschen Bombast. Für ein Instrumental-Album total inspiriert und genial. Einzelne Songs herauszuheben würde diesem Werk dann auch nicht gerecht werden. Das muss man echt am Stück hören und genießen. Sucht auf YouTube einfach unter ‘Matelo Mantra’ und macht Euch selbst ein Bild davon. Und dann ab auf die Bandcamp-Seite und das Album bestellen. Sehr genial.

Meier, Nicolas World Group - Magnificent (VÖ: Herbst 2021)
Nicolas Meier ist meiner Meinung nach einer der virtuosesten Künstler an der akustischen Gitarre und in beständiger Regelmäßigkeit veröffentlicht er einfach geniale, ruhige Alben, die zum träumen und entspannen einladen. Und nach dem genialen Werk ‘Peaceful’ aus dem Jahr 2019 gibt es nun mit ‘Magnificent’ ein weiteres Werk das unbedingt Beachtung finden sollte.
Zusammen mit Kevin Glasgow (Bass), Richard Jones (Violine) und Demi Garcia Sabat (Percussions) hat es Nicolas Meier, der diverse Gitarren bedient, mal wieder geschafft, mit seiner ‘World Group’ geniale Melodien zu erschaffen, die manchmal orientalisch angehaucht sind (z.B. der Song ‘Mesudiye’), manchmal atemberaubende Tonfolgen beinhalten (hört Euch nur mal ‘Under An Olive Tree’ an), manchmal richtig getragen und gefühlvoll sind (‘Stories From The Garden’), manchmal sogar ein bisschen dramatisch daher kommen (‘Villa Olivio’) oder einfach nur schön sind (Semur’s Bridge’). Mit ‘Magnificent’ hat Nicolas Meier auf jeden Fall mal wieder ein Meisterwerk der akustischen Gitarren-Musik geschaffen, an dem Liebhaber dieses Genres nicht vorbei kommen dürften. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage. Dort kann das Album auch bestellt werden.

Powerwolf - Call Of The Wild (VÖ: 16.07.2021)
Ja ich weiß, ‘Powerwolf’ haben auf einer Prog-Seite eigentlich nichts verloren. Aber meine Seite hat ja den Untertitel ‘und andere Sachen’, daher darf auch mal eine Power-Metal-Band besprochen werden.
Aber eigentlich will ich das neue Album ‘Call Of The Wild’ gar nicht so richtig besprechen, denn Powerwolf gehören nicht unbedingt zu meinen Lieblingen in dem Genre. Und ich habe von denen auch nur noch eine Best Of ... CD. Und genau jetzt kommen wir zu dem Problem. Wenn ich mir ‘Call Of The Wild’ anhöre, dann kommt mir fast bei jedem Song ein älterer Song vom Best Of Album in den Sinn. So klingt der Opener ‘Faster Than The Flame’ original nach ‘Amen & Attac’ usw. Das langweilt mich auf Dauer dann doch sehr. Außerdem ist das Album völlig überproduziert und die Gitarren außer bei den Soli überhaupt nicht zu hören. Da ist nur der orchestrale Bombast im Vordergrund, der dann auf Konzerten auch noch von Band kommt. Damit kann man mich einfach nicht hinter dem Ofen vor locken. Schade ... nix für mich. Aber wer eine geniale Power-Metal-Scheibe haben will, greift dann eher bei ‘Warkings - Revolution’ zu (siehe meine Kritik). Die sind dann auch noch 2022 zusammen mit Powerwolf auf Tour.
Die Bonus-CD der Deluxe-Version, genannt ‘Missa Cantorem’ ist dann ganz nett. Hier wurden alte Powerwolf-Heuler mit Gastvocals (von Ralf Scheepers - Primal Fear über Chris Harms - Lord Of The Lost bis Alissa White-Gluz - Arch Enemy) verwurstet. Als zweite Bonus-CD gibt es dann noch ‘Call Of Wild’ in einer Orchester-Version.

Secret Rule - Mea Culpa (VÖ: 03.06.2021)
Die italienische Metal-Band ‘Secret Rule’ aus Rom habe ich 2018 im Rahmen der Symphonic Metal Nights im Vorprogramm von ‘Serenity’ kennen gelernt. Schon damals habe ich mir gedacht, dass ‘Symphonic Metal’ nicht ganz zu ‘Secret Rule’ passt. Und die folgenden Alben ‘The 7 Endless’ sowie ‘Against’ (aus 2019 bzw. 2020) haben diesen Eindruck auch bestärkt. Ich würde die Band eher im Modern Metal Genre ansiedeln.
In fleißiger Regelmäßigkeit veröffentlichen ‘Secret Rule’ Alben und in der Corona Zeit wurde zwischendurch dann auch noch ein Cover-Album als Download den Fans zur Verfügung gestellt.
Nun also ein weiterer Output in Form eines neuen Studio-Albums namens ‘Mea Culpa’. Und das beginnt schon mal mit dem Opener ‘Blunder’ in typischer Manier. Fetter Song mit eingängigem Refrain der nicht mehr aus dem Kopf geht. Ein toller Einstieg. Das folgende ‘A New War’ beginnt dann mit einem bösen Growl, wird dann aber nicht wirklich böse, ist aber eines der härtesten Stücke des Albums und sehr abwechslungsreich mit nettem Gitarrensolo in der Mitte.
Eher im Mid-Tempo angesiedelt dann ‘Black Swan’, danach das sozialkritische ‘Born This Way’ (geil), gefolgt von einer schönen Bombast-Ballade (‘Whore’). Wow ... sehr genial.
Auf die restlichen Songs möchte ich jetzt gar nicht näher eingehen, denn es kommt kein Durchhänger oder Ausfall mehr. Wer auf Modern Metal mit weiblichem Gesang steht, kommt an Secret Rule eh nicht vorbei. Mehr Infos wie immer auf der Band-Homepage.

Star One - Revel In Time (VÖ: 18.02.2022)
’Star One’ kann man ja getrost als die ‘Metal-Seite von Ayreon’ bezeichnen. Komplett ausgeschrieben nennt sich das Projekt ja auch ‘Arjen Anthony Lucassen’s Star One’ und somit weiß auch jeder halbwegs musikbewanderte Kenner, dass dahinter der Kopf von ‘Ayreon’ steckt. Im Jahre 2002 wurde das Erstlingswerk ‘Space Metal’ veröffentlicht, gefolgt von einem Live-Album (2003). Eigentlich sollte dann mit ‘Star One’ Schluss sein, doch Arjen hatte ein Einsehen und 2010 kam dann ‘Victims Of The Modern Age’ auf den Markt. Und nun ... 12 Jahre später ... ‘Revel In Time’.
Wie nicht anders zu erwarten war, sind auch auf diesem Album wieder Berge von Gast-Musikern und unterschiedliche Sänger*Innen vertreten. Und für mich erfreulich auch ein paar ganz neue Namen.
Das Album beginnt mit ‘Fate Of Man’ und das ist für mich dann schon das absolute Highlight des Albums. Einfach ein perfekter Song, genial gesungen von Brittney Slayes (Unleash The Archers) und mit einem geilen Gitarrensolo von Michael Romeo (Symphony X). Sauberer Auftakt und echt was zum die Matte schütteln. Es folgt das etwas getragenere, proggigere ‘28 Days (Till The End Of Time) mit viel Bombast und Pathos ... hier am Mikrofon kein Geringerer als Sir Russell Allen (Symphony X) und an der Gitarre Timo Somers (Delain). Fett.
‘Prescient’ dann auch noch mit 2 Sängern. Ross Jennings (Haken) und Michael Mills (Toehider), der auch schon bei Ayreon dabei war. Vielleicht das Ayreon-lastigste Stück des Albums. Danach ein fetter Rocker (Back From The Past), kein Wunder bei Jeff Scott Soto (Gesang) und Ron ‘Bumblefoot’ Thal (Gitarre), die man ja beide von ‘Sons Of Apollo’ kennt. Und genau danach klingt der Song auch. Ein Hard-Rock-Song par excellence. Dazu noch im Background Marcela Bovio und Irene Jansen (natürlich auch bekannt von diversen Ayreon-Scheiben und Konzerten).
Das folgende Titelstück erinnert dann ein bißchen an die guten alten 70er / 80er und den Vibe von Black Sabbath, bei dem der für mich bisher unbekannte Sänger Brandon Yeagley (von der Band Crobot) eine hervorragende Figur macht. Zusammen mit Adrian Vandenberg an der Gitarre (natürlich bekannt von Whitesnake) ein tolles Couple.
Der nächste absolute Rocker dann mit ‘The Year Of ‘41’ ... auch hier kein Wunder ... Joe Lynn Turner (Rainbow, Malmsteen, Deep Purple) kann es halt. Dazu noch Joel Hoekstra (TSO, Nightranger, Whitesnake) an der Gitarre und Jens Johansson (Stratovarius, Rainbow) am Keyboard. Da kann man echt nichts falsch machen. Auch ein sehr geiler Song.
Keine Lucassen-Scheibe ohne Damian (Wilson) ... und es musste ja so kommen, ‘Bridge Of Life’ ist ihm einfach wie auf den Leib geschrieben. Da muss ich echt nicht mehr dazu schreiben. Jeder weiß was ich meine. Es folgt ‘Today Is Yesterday’ mit Dan Swanö am Gesang (Edge Of Sanity, Nightingale), Lisa Bella Donna am Moog-Synth (die ist mir bisher noch nicht über den Weg gelaufen) und Marcel Singor (Kayak) an der Solo-Gitarre. Ein recht witziger Song, der auch eher in die Ayreon-Richtung geht, was unter Anderem auch an den Backing Vocals von Marcela Bovio und Irene Jansen liegt. Passt irgendwie nicht zum Rest oder anders gesagt bricht musikalisch etwas aus, aber hey ... auch das ist die Genialität von Herrn Lucassen.
Bei ‘A Hand On The Clock’ dürfen dann 2 ‘alte Ayreon-Haudegen’ ran. Floor Jansen (Nightwish) am Gesang sowie Joost van den Broek an der Hammond Orgel, über den ich glaub keine Worte mehr verlieren muss. Im Ayreon-Universum mittlerweile nicht mehr wegzudenken und auch der ‘Kopf’ der bombastischen Ayreon-Live-Shows. Nicht verwunderlich, dass auch dieser Song dann eher in die Ayreon-Richtung geht (aber auch etwas flotter, härter ist).
Bevor wir nun zum opulenten Schluss-Track kommen, gibt es noch ‘Beyond The Edge Of It All’, bei dem Arjen Lucassen endlich dann auch mal die Solo-Gitarre auspackt und der uns allen bekannte John Jaycee Cuijpers am Mikro den Gesang zum Besten geben darf. Und das macht er mehr als gut. Aber ... man kennt ihn ja auch schon von diversen Ayreon-Sachen.
Tja, und nun zum Schluss das knapp 10-minütige ‘Lost Children Of The Universe’ mit Roy Khan (Ex-Kamelot, Conception) am Gesang. Und er hat halt überhaupt nichts verlernt. Einfach geile Stimme. Dazu noch Steve Vai an der Gitarre. Prog-Metal-Highlight würde ich sagen.
Eigentlich wäre meine Besprechung jetzt Grund genug, dieses Meisterwerk zu kaufen. Aber ... nicht zu schnell zugreifen. Denn es gibt eine Extended Version mit einer zweiten CD, auf der die ganzen Songs von anderen Sängern und Sängerinnen eingesungen wurden. So darf z.B. ‘
Fate Of Man’ Marcela Bovio singen, ein gewisser Mike Andersson (von der Band Tungsten) ist dabei. Alessandro Del Veccio (am ehesten bekannt von Jorn Lande) und ... für mich das absolute Highligt ... Tony Martin (Black Sabbath) darf den Schlusstrack ‘Children Of The Universe’ singen ... und der Song passt sowas zu ihm. Unglaublich gut.
Also ... wenn Ihr das Album kauft, dann bitte die erweiterte Version mit der zweiten CD ‘Same Songs, Different Singers’. Sonst habt Ihr echt was verpasst. Kaufpflicht!

Subworks - One (VÖ: 05.11.2021)
Als unabhängiger Betreiber meiner Homepage freue ich mich ja immer, wenn ich bisher nicht in Erscheinung getretene Musiker oder Bands hier vorstellen kann, die vielleicht (noch) nicht bei größeren Magazinen eine Chance haben.
Heute ist es mal wieder so weit und ich darf Euch ‘Subworks’ vorstellen. ‘Subworks’ ist ein Projekt (?) von Dennis Eilert, der eigentlich Kopf der Jazz Rock Fusion Band ‘Subjam’ ist und sich mit ‘One’ jetzt als praktisch Solo-Künstler verwirklicht hat. Praktisch Solo-Künstler deshalb, weil er fast alle Instrumente selbst eingespielt hat (lediglich auf 2 Songs wird er durch seinen Bruder Andy Eilert am Bass unterstützt).
Herausgekommen ist ein recht rockiges, rein instrumentales, gitarrenlastiges Album, das aber die Wurzeln im Jazz / Fusion nicht ganz verschweigen kann. Es beginnt mit dem für mich eingängigsten, straighten Rocker ‘Nightride’, von dem es auch ein You-Tube Video gibt (einfach mal nach Subworks Nightride suchen). Man merkt auf jeden Fall, dass Dennis Eilert die Gitarre mehr als beherrscht und nicht den Fehler wie andere Gitarristen mit Solo-Werken macht und einfach nur den Gitarrenhals rauf und runter zu schreddern um zu zeigen wie schnell und kompliziert man sein kann. Nein ... vor allem bei ‘Nightride’ steht die (schöne) Melodie im Vordergrund und er kommt trotz einiger kleinen Ausflüge immer wieder auf das Grund-Thema zurück.
Beim folgenden ‘Funkytear’ ist der Name eigentlich schon Programm, denn es wird tatsächlich leicht funky. ‘St. Beaver’ geht ein bisschen in die jazzige Richtung (aber ohne unangenehm zu werden, denn eigentlich kann ich mit Jazz nicht wirklich viel anfangen), ‘Getting Started’ ist ein wenig proggig angehaucht, ‘Loopy’ eine Mischung aus den 2 vorangegangenen Songs. Und mit ‘Hook It Up’ endet das Album wieder eher funkig.
Dennis Eilert liefert mit ‘One’ ein sehr interessantes und auch abwechslungsreiches Gitarren-Album ab, das auf insgesamt 36 Minuten richtig unterhaltsam ist. Im Moment gibt es das Album z.B. auf Amazon als MP3 Download. Es soll wohl aber auch bald eine physische CD zum erwerben geben.

Temperance - Diamanti (VÖ:19.11.2021)
’Temperance’ möchte ich mal zweifellos als meine Lieblings-Italiener bezeichnen. Bekannt geworden über die ‘Symphonic Metal Nights’ zusammen mit Serenity, Dragony und Visions Of Atlantis (teilweise auch mit Sleeping Romance und Alight) haben sie sich in den letzten Jahren einen großen Fan-Kreis zusammengesammelt. Und das liegt nicht nur an der (für mich) genialen Musik sondern auch dadurch, dass die Musiker Michele Guaitoli (Vocals, Keyboards), Alessia Scoletti (Vocals), Marco Pastorino (Vocals, Gitarre), Luca Negro (Bass) sowie Alfonso Mocerino (Drums) einfach ganz nette Leute sind. Nach den Konzerten immer für ein Gespräch zu haben und sie nehmen sich dafür wirklich Zeit.
Nachdem Anfang des Jahres das Album ‘Viridian’ veröffentlicht wurde, haben die Jungs und das Mädel die (fast) konzertfreie Zeit genutzt, um mit ‘Diamanti’ am Ende des Jahre noch ein weiteres Studio-Album auf den Markt zu werfen. Dazwischen gab es dann auch noch ein Akustik-Album namens ‘Melodies Of Green And Blue’.
Vom Symphonic Metal haben sich ‘Temperance’ ja bereits schon beim Vorgänger ‘Viridian’ mehr oder weniger verabschiedet und fischen jetzt mehr im Melodic-Metal-Bereich. Aber für mich eigentlich die richtige Entscheidung, sich einfach von den anderen Bands mit (auch) weiblichem Gesang abzugrenzen.
‘Diamanti’ beginnt mit dem genialen Opener ‘Pure Life Unfolds’, Und hier wird konsequent fortgesetzt, was mit ‘Viridian’ begonnen wurde. Fast 3 gleichberechtigte Stimmen, wobei Michele und Alessia für die melodischen Momente zuständig sind, während Marco eher dann den härteren Part übernimmt. Coller Song mit genialem Refrain. Auch das folgende ‘Breaking The Rules Of Heavy Metal’ geht in die selbe Richtung, ist aber, wie der Name schon vermuten lässt, noch ein bisschen schneller angelegt.
Danach, ich will es gar nicht sagen, kommt ein Song (das Titelstück), der es eigentlich verdient hätte, ständig im Radio rauf und runter zu laufen. Fast ein bisschen zu cheesy ... vor allem der italienische Refrain ist dann schon was richtig Besonderes (die Songs gibt es auf YouTube und Spotify übrigens auch noch in anderen Sprachen, z.B. auf Deutsch oder Französisch). Würden ‘Temperance’ mit dem Song zum ESC gehen, hätten sie wahrscheinlich Chancen zu gewinnen. Einfach nur genial ... und nicht nur weil ich die italienische Sprache so mag.
‘Black Is My Heart’ geht dann wieder voll auf die Zwölf, ‘Litany Of The Northern Lights’ ist leicht folkig angehaucht, ‘You Only Live Once’ hätte auch auf einem Rhapsody Of Fire - Album drauf sein können. Alles einfach auf höchstem Niveau und sehr abwechslungsreich.
‘The Night Before The End’ sticht für mich nochmals besonders heraus. Bombastisch, geniale Melodie, harte Parts, ruhige Parts nur mit Piano, einfach 7 Minuten Brillanz. Danach die grandiose Ballade ‘Fairy Tales For The Stars’, die nicht mehr aus dem Ohr geht. Da werden bei Konzerten die Feuerzeuge gezückt.
Der absolute Rocker kommt dann mit ‘Let’s Get Started’ ... witzig und für Temperance eher außergewöhnlich. Am Schluss dann noch ‘Follow Me’, das auf über 6 Minuten nochmals zeigt, was Temperance für ein Händchen für geniale Melodien haben. Vor allem der mehrstimmige A Capella - Gesang in der Mitte des Songs gibt nochmal Gänsehaut pur.
Fazit: Mit ‘Diamanti’ haben ‘Temperance’ ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Muss man haben.

Virtual Symmetry - Exoverse Out Of The Shadow (VÖ: 30.06.2021)
‘Virtual Symmetry’ aus der italienischen Schweiz sind für mich eine der besten Prog-Metal-Bands überhaupt und musikalisch fast gleichzusetzen mit den ‘Übervätern’ ‘Dream Theater’, bei denen sie auch schon mal im Vorprogramm aufgetreten sind.
‘Exoverse Out Of The Shadow’ ist eine Live-Aufnahme eines Konzertes vom 24. Oktober 2020 aus dem Cinema Multisala & Teatro Plaza in Mendrisio (Schweiz) und hier wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um während der Corona Krise ein monumentales Werk darzubieten und hinterher zu veröffentlichen. Neben den Band-Mitgliedern Marco Pastorino (Vocals), Valerio Aesir Villa (Gitarre), Mark Bravi (Keyboards), Alessandro Poppale (Bass) und Alfonso Mocerino (Drums) wurden noch ein paar Streicher organisiert, Ruben Paganelli am Saxophon ist wieder dabei und die mehr als brillante Jennifer Vargas hat den weiblichen Gesang übernommen.
Ich habe mir die handsignierte, fette Box im LP-Format mit 2 CDs, BluRay (mit dem kompletten Konzert) sowie DVD (Documentary des letzten Studio-Albums plus Video Clips) gegönnt und der Kauf hat sich (trotz 12 Euro Zoll wegen Sendung aus der Schweiz) mehr als gelohnt. Nachdem ich das Konzert schon als Live-Stream auf YouTube genießen konnte, ist das hier jetzt noch eine Klasse höher. Nicht nur dass die Band merklich Spaß daran hatten, in so einer schwierigen Zeit sowas auf die Beine zu stellen ... nein, das Konzert zeigt einfach die ganze Klasse der Band und dass sie sich vor dem Klassenprimus ‘Dream Theater’ überhaupt nicht verstecken müssen. Das ist alles so dermaßen perfekt und genial und auch ein toller Querschnitt des ganzen musikalischen Schaffens der Band, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf dem letzten Studiooutput ‘Exoverse’ gelegen hat.
Prog-Metal-Freunde und vor allem Freunde von DT müssen hier zugreifen. Es ist einfach der Hammer und so schade, dass die Band unter ihren Möglichkeiten in den einschlägigen Kreisen bekannt ist. Also ... auf die Band-Homepage gehen und das Teil bestellen.

Wallner, Kalle - Voices (VÖ: 25.02.2022)
Kalle Wallner ist ja in Prog- und Artrock-Kreisen wohlbekannt. Er ist das ‘W’ in ‘RPWL’ und auch mit seiner anderen ‘Band’ oder anderem Projekt ‘Blind Ego’, je nachdem wie man es nenne will, sehr aktiv. Daneben betreibt er mit seinem RPWL-Kumpel Yogi Lang die Farm-Studios sowie das Plattenlabel Gentle Art Of Music. Nicht überraschend also, dass so ein kreativer Kopf während des unsäglichen Corona-Lockdowns ohne Live-Aktivitäten nicht untätig rumsitzen konnte sondern sich um neue Musik gekümmert hat. Tituliert wird ‘Voices’ als viertes Solo-Album wobei unter seinem eigenen Namen bisher nichts veröffentlich wurde (man meint hier wohl die drei Blind Ego - Alben).
Voices not words ist hier Programm, denn außer dem Song ‘Three’ (der Einfachheit halber wurden die sieben Titel einfach durchnummeriert), bei dem kein Geringerer als Arno Menses von ‘Subsignal’ tatsächlich singt, sind alle anderen Tracks reine Instrumentalnummern. Okay, auf ‘Six’ darf noch Carmen Tannich (die als ‘TANYC’ erst neulich ein Album auf Gentle Art Of Music veröffentlicht hat) ein bisschen Hintergrund-Voices beisteuern. Aber Kalle Wallner versteht es mit seiner Gitarre, die ‘Voices’ hervorragend zu interpretieren. Mit dabei ist dann noch Marco Minnemann an den Drums (den man vor allem als genialen Live-Drummer bei Steven Wilson oder Joe Satriani kennt und mittlerweile auch mit Daniel Gildenlöw, Roine Stolt, Jonas Reingold und Tom Brisin in der Band ‘The Sea Within’ aktiv ist) sowie natürlich Yogi Lang an den Keyboards.
Ich möchte eigentlich gar nicht auf die einzelnen Songs so richtig eingehen, denn ‘Voices’ ist ein Gesamtkunstwerk, auf dem Kalle Wallner etwas weg von seinem sonstigen musikalischen Werk cineastische Meisterwerke zelebriert, bei denen seine Gitarre tatsächlich immer die ‘Stimme’ übernimmt. Das bedeutet dann auch, dass er vor allem auf eingängige Melodien Wert gelegt hat und nicht nur auf dem Instrument rumfrickelt um zu zeigen was er alles drauf hat. Und genau das macht für mich das Album so angenehm und eingängig. Eigentlich vermisst man den Gesang überhaupt nicht. Es ist ein durchweg hochklassiges Instrumental-Album geworden, das wirklich keine Sekunde langweilig wird. Ja okay ... Song ‘Three’ muss ich dann noch erwähnen (wegen dem Gesang von Arno Menses). Und was soll ich da sagen? Seine Stimme ist so einzigartig, dass dieser Song auch locker auf ein Subsignal-Album gepasst hätte.
Highlights für mich sind neben diesem Stück mit Arno Menses ohne Zweifel das 9 1/2 - minütige ‘SIX’ sowie der Schlusstrack ‘SEVEN.OUT’, der mit über 11 Minuten einfach nur sensationell gut ist (und am ehesten an RPWL ran kommt, denn hier kommt tatsächlich ein bissen Pink Floyd Feeling auf und Gänsehaut ist garantiert.
Voices gehört in jede gut sortierte Plattensammlung (und das meine ich jetzt auch genau so, denn das Teil kann man auch als Doppel-LP erwerben).

Warkings - Revolution (VÖ: 20.08.2021)
‘
Warkings’ aus Valhalla :-) hatten mit ihrem Debut-Album 'Reborn' (2018) die Power-Metal-Gemeinde schon ziemlich aufgemischt. Touren im Vorprogramm von ‘Amaranthe’, ‘Mob Rules’ oder auch ‘Majesty’ waren dann ein großer Erfolg und sie haben die Hauptacts ... das kann ich aus eigener Erfahrung sagen ... zum Teil an die Wand gespielt. ‘Warkings’ waren auf dem besten Weg, zur Speerspitze des Power Metal aufzusteigen. Leider kam dann die Corona Krise dazwischen und der Bekanntheitsgrad konnte nicht gesteigert werden.
Trotzdem wurde dann 2020 das zweite Album 'Revenge' veröffentlicht aber leider nie live vorgestellt.
In der Hoffnung, dass es 2021 insgesamt besser wird, gibt es nun den dritten Output 'Revolution'. Und was soll ich sagen, das Album rockt von vorne bis hinten. Erste Auftritte auf Festivals (u.a. als Headliner beim Innrock Reloaded in Österreich, oder auch beim Metal On The Hill in Graz) lassen hoffen, dass 'Revolution' durch die Decke geht. Die neuen Songs kamen bei den Fans richtig gut an und die Show (zumindest beim Innrock, da war ich selbst) war grandios.
Das neue Album selbst strotzt nur so von Power Metal Hymnen. Sei es der Opener 'We Are The Fire', sei es 'Fight' (Kenner der 'leichteren Musik' werden die Reminiszenz an 'Bella Ciao' erkennen), sei es das bärenstarke 'Spartacus' (mit Gast-Vocals von Chris Harms - Lord Of The Lost), sei es 'Kill For The King' oder oder oder ... eingängiger und genialer kann Power Metal nicht sein. Alle 10 Songs gehen runter wie Öl und bleiben im Gehirn kleben wie Uhu.
Warkings haben mit 'Revolution' ein Power Metal Meisterwerk geschaffen und ich kann nur hoffen, dass die Jungs den Erfolg bekommen den sie verdienen. Dazu gehören natürlich Konzerte, Konzerte und nochmals Konzerte. Von mir kann es hier nur eine klare Kaufempfehlung geben.
Warkings Rocks ... so auch der Link zur Homepage. Einfach mal vorbei schauen und ein paar Videos genießen.

Wonders - The Fragments Of Wonder (VÖ: 12.11.2021)
Was die beiden Lunesu-Brüder Pietro Paolo (Gitarre) und Giorgio (Drums ... beide auch bei Even Flow) zusammen mit Bob Katsionis (Keyboards, Ex-Firewind, Ex-Serious Black), Luca Negro (Bass, Temperance) und vor allem Sänger Marco Pastorino (Temperance, Virtual Symmetry) mit ‘The Fragments Of Wonder’ unter dem Namen ‘Wonders’ veröffentlicht haben, möchte ich jetzt einfach mal als die Melodic-Metal-Scheibe des Jahres 2021 bezeichnen. Nicht nur der Sound ist amtlich (gemixt von Bob Katsionis) sondern vor allem die Songs (geschrieben von Pietro Paolo Lunesu und Marco Pastorino) gehen einfach runter wie Öl.
Schon der Opener ‘Good & Bad’ glänzt durch ordentliche Geschwindigkeit, Double-Bass-Drums und einer einfach nur genialen und eingängigen Melodie. Einmal gehört ... nicht mehr aus dem Ohr zu bekommen. Auch der folgende Song ‘Pretender’ - für mich das absolute Highlight des Albums und einfach mal als perfekt zu bezeichnen - geht sowas von nicht mehr aus dem Kopf. Für mich einer der Songs des Jahres. Und vor allem hier zeigt Sänger Marco Pastorino seine Vielseitigkeit. Gefühlvoll, hart ... er kann einfach alles (und ohne zu übertreiben). Der Refrain von einem anderen Stern. Echt. Das brennt sich sowas von ins Gehirn.
Weitere Highlights für mich ‘Beyond Redemption’, ‘Freedom’, ‘Where The Sun Doesn’t Shine’ und natürlich das Titelstück. Ach ... eigentlich könnte ich jeden Song jetzt hier nennen, denn einen Ausfall oder Lückenbüßer gibt es einfach nicht.
Wer auf Melodic Metal steht, kommt an diesem Album einfach nicht vorbei. Unbedingt rein hören und dann kaufen. Was besseres kommt aus diesem Genre wahrscheinlich in nächster Zeit nicht mehr.

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