Neue CD-Kritiken

Neue CD-Kritiken

 

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Helene Fischer oder Andrea Berg gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet darf sie behalten !!

 

27.10.2018

24.11.2018

23.03.2019

Alight - Spiral Of Silence

Farmer Boys - Born Again

Ancient Bards - Origine

Ayreon - Into The Electric Castle (20th Anniversery Edition)

My Own Army - A Medicine Show

Avantasia - Moonglow

Xavier Boscher - Eternity

Mystery - Lies And Butterflies

Beast In Black - From Hell With Love

Brainstorm - Midnight Ghost

Mystery - Theatre Of The Mind (2018 Edition)

Delain - Hunter’s Moon

Dragony - Masters Of The Multiverse

Silent Wedding, The - Enigma Eternal

Dream Theater - Distance Over Time

Enemy Inside - Phoenix

Virtual Symmetry - X Live Premiere

Evergrey - The Atlantic

Heartscore - Black Riders Part 1

Warkings - Reborn

Hackett, Steve - At The Edge Of Light

Mayan - Dhyana

 

04.01.2019

Hadzimanov Band, Vasil - Lines In Sand

Saga - So Good So Far (Live at Rock Of Ages)

Althea - The Art Of Trees

Magnum - Live At The Symphony Hall

 

Amaranthe - Helix

Overtures - Artifacts

 

Emigrate - A Million Degrees

Oxley / Meier - The Alluring Ascent

 

Sechem - Disputes With My Ba.

Reija, Xavi - The Sound Of The Earth

 

 

RPWL - Tales From Outer Space

 

 

Visions Of Atlantis - Live @ Symphonic Metal Nights

 

 

Within Temptation - Resist

 

 

 

 

Alight - Spiral Of Silence (VÖ:27.04.2018)
Bei den ganzen Bands die ich auf den letzten 3 Abschnitten der Symphonic Metal Nights seit Januar 2018 gesehen und auch hier besprochen habe, fehlt noch eine Band, die ich neulich (September 2018) auf dem Abschluss-Konzert des 3. Teils der Tour in Kufstein gesehen habe. Es handelt sich hierbei um die Süd-Tiroler Band ‘Alight’ aus dem schönen Bozen, die als Opener auf dem Konzert schon mal richtig Stimmung gemacht haben. Mir war die Band bisher völlig unbekannt. Inspiriert von diversen Gothic-Bands wie Tiamat oder Therion und später dann vom gleichen Genre mit weiblichen Vocals wie z.B. Nightwish, Within Temptation oder auch The Gathering gründete Drummer Mirko Montresor vor Jahren die Band ‘Alight’, nachdem er davor schon bei der Death Metal Band ‘Voices Of Decay’ Mitglied war. Diverse Sängerinnen-Wechsel (so war z.B. Mariangela Demurtas Sängerin bei ‘Alight’, bevor sie zu ‘Tristania’ wechselte. Im Jahr 2009 folgte dann die erste Veröffentlichung mit ‘Don’t Fear The Revenge’ sowie zwei Europa-Tourneen mit Samsas Traum und Dornenreich sowie ein paar Shows mit Soulfly oder Black Stone Cherry. 2011 stieß Gitarrist Robert Sieff zur Band, 2013 kam Monica Perulli am Bass dazu und seit 2016 ist Sängerin Catia Borgogno mit an Bord. Mit dieser Besetzung ist nun das zweite Album ‘Spiral Of Silence’ entstanden und beinhaltet eine richtig frische Mischung aus ganz wenig Symphonic Metal (die orchestralen Keyboard-Teppiche halten sich sehr im Hintergrund), viel Gothic im Stile der ‘alten’ The Gathering aber mit ein bisschen mehr Härte und vor allem Songs mit viel Melodie und Refrains, die sich im Ohr festhängen. Hier ist vor allem der Opener und das Titelstück ‘Spiral Of Silence’ zu nennen, das ins Ohr und nicht mehr raus geht. Aber auch das folgende ‘The Portal’, von dem es übrigens auf YouTube ein von Patric Ulaeus (In Flames, Dimmu Borgir u.a.) gedrehtes Video gibt, bleibt einfach nur hängen und die fetten, tiefgestimmten Gitarren machen den Song echt zum Meisterwerk. Aber es gibt auch getragenere, gefühlvolle Songs wie z.B. ‘Psiche’ oder das geniale ‘Look Closer’.
Insgesamt ist ‘Spiral Of Silence’ ein richtig spannendes Album geworden, das auf (leider nur) 40 Minuten richtig viel Abwechslung bietet und Freunde von ‘Female Fronted Metal’ auf jeden Fall ansprechen wird. Unbedingt reinhören und das Album kaufen. Mehr Infos über die Band sowie hier auch einen Link auf das genannte Video gibt es auf ihrer Homepage.

Althea - The Art Of Trees (VÖ:08.01.2019)
Die norditalienische Prog-Metal Band ‘Althea’ aus Mailand war mir bis dato völlig unbekannt. Bereits 1998 vom Gitarristen Dario Bortot gegründet (und auch heute noch dabei) brauchte es trotzdem bis zum Jahr 2014, bevor die erste CD (‘Eleven’) veröffentlicht wurde. Es folgte dann das Konzeptalbum ‘Memories Have No Name’ (2017) sowie Live-Auftritte in Europa zusammen mit Bands wie ‘Kaledon’ und ‘Overtures’, um die Musik einem breiteren Publikum vorzustellen. Und nun, im Januar 2019, gibt es das dritte Studiowerk namens ‘The Art Of Trees’.
Die CD beginnt für mich recht untypisch mit dem Song ‘From Now’, zuerst mit Vogelgezwitscher, dann mit ein paar fetten Gitarren-Riffs um danach in eine ziemlich bombastische Ballade zu münden. So einen Song stellt man sich eigentlich Abschluss einer genialen CD vor, da auch der Gesang eigentlich nur aus dem Refrain besteht. Wirklich ein bisschen überraschend. Aber was auf jeden Fall auffällt ist, dass Sänger Alessio Accardo eine richtig angenehme Stimme hat. Der Song scheint aber nur ein kleiner ‘Ausrutscher’ zu sein, denn das nachfolgende ‘Deformed To Frame’ erinnert dann im Aufbau dann eher nach Dream Theater. In den Strophen eher frickelig, beim Refrain richtig cool melodisch. Und auch hier wieder ... der Sänger klingt (vor allem bei den Refrains) ein bisschen nach dem ‘Original’ James LaBrie. Die Gesangstechnik ist sehr an ihm angelehnt. Und das ist richtig gut. Davon gibt es übrigens auch ein (Audio)Video auf YouTube. Der Song geht nahtlos über in ‘One More Time’, und auch hier Prog-Metal at it’s best, wobei ich leichte Anleihen an Steven Wilson oder auch Porcupine Tree erkennen kann. Das liegt vielleicht an der verzerrten Stimme, die man so von Porcupine Tree kennt, aber auch an der ganzen Melodie-Linie.
Das folgende ‘Today’ ist dann eher wieder ruhig, fast eingängig und ein netter Opener zum ersten Herzstück des Albums namens ‘Evelyn’, das mit knapp 9 Minuten fast alles beinhaltet, was der Progger so liebt. Ruhige, akustische Parts, schöne ausufernde E-Gitarre, eine richtig geniale Steigerung im Laufe des Songs, fette, fast harte Gitarren-Riffs in der Mitte, Tempowechsel, lange Instrumental-Parts, Keyboard-Teppich und richtig knackig am Schluss. Richtig genialer Song.
Leicht jazzig angehaucht dann ‘Not Me’, aber wahrlich nicht unangenehm sondern eher interessant. Zumindest die ersten zwei Minuten des Songs könnte man entsprechend beschreiben. Dann ein Tempo- und Stilwechsel zu ‘wir können auch Pink Floyd’ und nach 4 Minuten diese geniale, quietschende Gitarre ... Gänsehaut ... der Schluss dann wieder zurück zum Anfang. Auch sehr cool gemacht.
Auf jeden Fall unbedingt noch zu erwähnen ist das Titelstück, mit knapp 9 1/2 Minuten auch der längste Track des Albums. Hier darf wieder nach Herzenslust gefrickelt werden, wobei ich diesen Song eher in die Neo-Prog-Schublade stecken würde. Cooles Gitarren-Solo inklusive.
Und dann gibt es noch den Song ‘Away From Me’, auf dem Michele Guaitoli als Gast-Sänger dabei ist. Und den kennt man ja vor allem von ‘Overtures’, ‘Temperance’ und seit Neuestem auch als Sänger von ‘Visions Of Atlantis’. Und dieser Song ist echt ein fetter Prog-Metaller samt Gitarren-Solo und Keyboard-Gefrickel a la Jordan Rudess. Interessant auch, dass Michele Guaitoli auch in diesem Genre unterwegs ist und einen tollen Job macht.
Die CD endet mit ‘Burnout’, und auch wenn ich oben geschrieben habe, der Opener hätte gut als Schluss-Track gepasst ... Hey ... sie haben einfach 2 solch genialer Songs geschrieben. Denn auch ‘Burnout’ geht runter wie Öl und ist somit ein würdiges Ende der Scheibe.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass ‘The Art Of Trees’ eine richtig gute und interessante Scheibe geworden ist, die auf jeden Fall meine höchste Anerkennung hat. Es ist eine interessante Mischung aus Prog-Metal mit Neo-Prog geworden und mich überzeugt vor allem die richtig angenehme Stimme von Sänger Alessio Accardo, der in diesem Genre für mich eine richtige Bereicherung ist. Noch zu erwähnen ist die mehr als fette Produktion auf höchstem Niveau, so dass ich die CD uneingeschränkt empfehlen kann.
Leider habe ich von der Band keine aktuelle Homepage gefunden, so müsst Ihr Euch mit ihrem Facebook-Auftritt begnügen.

Amaranthe - Helix (VÖ:19.10.2018)
Ja ja ... ich weiß, eigentlich heißt diese Seite prog-rock.info und in letzter Zeit habe ich doch ziemlich viele Alben aus anderen Musikrichtungen besprochen. Aber mein Geschmack ist ziemlich breit gefächert und manchmal muss es eben auch was anderes als Prog in meinen Ohren sein. Und die Review über ‘Helix’, dem neuesten Werk der schwedischen Modern Metal Band um die zugegebenermaßen recht hübsche Sängerin Elize Ryd macht hier keine Ausnahme.
Warum habe ich mir das Album gekauft? Nun ... meine 2018er Power-Metal-Entdeckung ‘Warkings’ (das Album ‘Reborn’ ist einfach genial) gehen im Frühjahr mit der Band auf Tour und da ich mir am 02.02.2019 das Konzert in Pratteln (CH) genehmigen werde, wollte ich einfach wissen, was mich an diesem Abend sonst noch so erwartet. Also habe ich mir die neueste Scheibe einfach zugelegt.
Amaranthe gibt es schon seit 2008 (zuerst unter einem anderen Namen der aus urheberrechtlichen Gründen dann geändert werden musste), das Debut-Album kam 2011 auf den Markt. Sie gingen mit Hammerfall auf Tour und 2012 waren sie zum ersten Mal auf Wacken. Es folgten weitere Studio-Alben und es gab diverse Wechsel bei der männlichen Stimme. Wobei ‘männliche Stimme’ auch wieder nicht so ganz richtig ist, denn bei Amaranthe singen neben Elize Ryd gibt es insgesamt 2 männliche Stimmen, wobei die eine Stimme dann doch eher den darkeren Growl-Part übernimmt.
Somit ist eigentlich auch schon angedeutet, in welche Richtung die Musik von Amaranthe geht. Ich habe geschrieben Modern Metal, weiblicher und männlicher Gesang und Growls. Und das genau ist es auch. Zusammen dann noch recht elektronisch untermalt mit viel Keyboard, meistens recht ordentlich hart mit ein paar passenden Gitarren-Riffs, recht eingängigen Refrains und leider sehr viel Double Bass Drum.
Eine ‘nette’ Mischung aus In Flames ‘light’ gepaart mit Roxette (wegen der doch sehr ähnlichen Stimme von Elize Ryd). Richtig viel hängen bleibt nach den ersten 3 Hördurchgängen nicht wirklich. Und raus stechen tun einzelne Songs dann auch nicht. Okay, der Opener ‘The Score’ ist richtig gut, das folgende ‘365’ erinnert ein bisschen an Evanesence (zumindest am Anfang), wobei der Refrain doch ziemlich poppig ist.
Was mir so richtig auf den Sack geht ist dieser rap-artige Sprechgesang zwischendurch, den andere Bands aus diesem Genre einfach besser hin bekommen.
Okay, die Quoten-Ballade ‘Unified’ ziemlich am Schluss des Albums ist auch nicht schlecht (wenn der Growl-Heinz nicht wäre). Nett gemacht ist auch das Titelstück als Bonus-Track als Akustik-Version.
Was bleibt für mich als Fazit? Ich werde mir jetzt auch noch ‘Follow The Cipher’ irgendwann rein ziehen (die sind in Pratteln auch noch mit dabei), ‘befürchte’ aber mal, dass ich nach dem Auftritt der Warkings nicht mehr so richtig viel Spaß bei dem Konzert haben werde ... außer natürlich bei dem einen oder anderen Bier mit den Kriegs-Königen.

Ancient Bards - Origine (The Black Crystal Sword Saga Part 2 (VÖ:25.01.2019)
Ancient Bards gehören eigentlich zu der Sorte Bands die ich kennen müsste. Allerdings ging die Band bisher so völlig an mir vorbei. Erst durch einen Tipp einer Freundin, ich solle mir doch mal das neue Album anhören, bin ich auf 6er aus Italien gestoßen.
Die Band gibt es schon seit ca. 2006, sie haben mit ‘Origine’ jetzt das glaube ich vierte Album veröffentlicht und waren auch schon auf Wacken oder mit Korpiklaani und Eluveite auf Tour.
Wie der Name des Albums schon ein bisschen vermuten lässt, sind hier eventuell Anleihen an die ‘große’ italienische Symhonic-Metal-Band ‘Rhapsody’ (ohne Of Fire, oder Turillis Rhapsody oder wie die entsprechenden Ableger und Nachfolger auch alle heißen) zu entdecken. Und siehe da ... der Opener ‘Origine’ beginnt doch gleich wie Rhapsody vor 20 Jahren ... Erzähler, Bombast, Orchester, Chor. Nun kommen wir aber gleich zum entscheidenden Unterschied zu ‘Rhapsody’, denn bei ‘Ancient Bards’ singt Sara Squadrani, also eine Frau. Und die macht das richtig gut. Der dem Opener folgende Song ‘Impious Dystopia’ hatte in den ersten Sekunden tatsächlich von ‘Rhapsody’ sein können, doch mit Einsetzen des Gesangs wendet sich das Blatt dann doch entscheidend. Und das liegt neben der weiblichen Stimme auch an den eingestreuten Growls, die der ganzen Sache dann noch das Sahnehäubchen aufsetzen. Auch das folgende ‘Fantasy Wings’ geht eindeutig in die selbe Richtung.
Leider (oder vielleicht auch zum Glück) wird dieser Stil nicht konsequent durchgesetzt, denn mit ‘Aureum Legacy’ wird es ziemlich poppig (das könnte von jeder Symphonic Metal Band mit weiblichem Gesang sein ... ist aber ein schöner Song). Das folgende ‘Light’ ist eine fette Ballade, bei der Sara Squadrani richtig zeigen kann was sie drauf hat.
Herzstück des Albums ist ganz sicher das knapp 15-minütige ‘The Great Divide’ (unterteilt in 3 Parts), das ich einfach mal mit WOW bezeichnen möchte. Opulent instrumentiert, abwechslungsreich, keine Sekunde langweilig (und hier ist er wieder ... der Vergleich zu Rhapsody. Da gibt es mehr als einmal Gänsehaut.
Ich kann nur sagen ... danke für den Tipp. Wer auf symphonischen Metal steht und traurig ist, dass es die ‘wahren’ Rhapsody nicht mehr gibt, wird mit ‘Ancient Bards’ richtig gut bedient. Unbedingt reinhören.

Avantasia - Moonglow (VÖ:15.02.2019)
Bei Avantasia war ich in den letzten Jahren immer sehr begeistert. Leider springt bei mir mit der neuesten Veröffentlichung ‘Moonglow’ der Funke nicht so richtig über. Auch nach mehrmaligem Hören bleibt irgendwie so gar nichts an ‘Hightlights’ hängen. Auf den Vorgänger-Alben waren immer ein paar richtige Über-Songs vertreten, die mir hier einfach fehlen.
Klar ... insgesamt ist auch ‘Moonglow’ wieder ein typisches Avantasia-Album geworden, was natürlich auch wieder an den Gast-Sängerinnen und - Sänger liegt, von denen einige schon recht ‘bekannt’ im Avantasia-Umfeld sind. Nennen möchte ich hier dann Hansi Kürsch, Ronnie Atkins, Jorn Lande, Candice Night (zum ersten Mal bei Avantasia dabei), Geoff Tate (auch noch nicht so bei Avantasia bekannt), Eric Martin, der unverwüstliche Bob Catley, Michael Kiske und Mille Petrozza.
Geboten werden ausladende Epen wie z.B. der Opener ‘Ghost In The Moon’ (knapp 10 Minuten) oder ‘The Raven Child’ (über 11 Minuten), der Rest teilt sich dann in Songs mit einer Länge von 3 1/2 bis 7 Minuten auf.
Für mich sind neben dem Opener und dem genannten ‘The Raven Child’, die ordentlich Abwechslung bieten (und somit auch dem Progger gefallen dürften) auch noch das Titelstück recht gut (hier zeigt die gute Candice Night dass sie nicht nur mittelalterliches Zeug zusammen mit Herrn Blackmore machen kann). Außerdem kann man natürlich bei den Songs mit Bob Catley nicht viel falsch machen. Der singt einfach göttlich (wobei hier vor allem der Song ‘Lavender’ zu erwähnen wäre, der übrigens mit dem gleichnamigen Stück von Marillion nichts zu tun hat).
Schlicht furchtbar finde ich die Cover-Version von ‘Maniac’ (aus Flashdance). Da hat die griechische Band ‘Firewind’ vor Jahren schon bewiesen, dass man aus diesem ausgelutschten Song noch was Besonderes machen kann.
Sei’s drum ... Avantasia-Fans werden bedenkenlos zugegriffen haben und sind sicher begeistert. Ich finde das Album mit Abstrichen ganz gut aber nicht so herausragend wie die letzten Alben. Aber das ist zugegebenermaßen Jammern auf hohem Niveau. Das muss ich dann doch auch zugestehen.

Ayreon - Into The Electric Castle (20th Anniversary Edition) (VÖ:26.10.2018)
Wer Ayreon kennt, hat auf jeden Fall die dritte CD dieser ‘Band’, die im Jahr 1998 veröffentlicht wurde, im Regal stehen. Daher erübrigt es sich, hier eine ausführliche Review zu schreiben. Namen der Gast-SängerInnen wie. Fish, Sharon Del Adel, Damian Wilson, Edwin Balogh, Anneke Van Giersbergen, Jay Van Feggelen, Edward Reekers, Peter Daltrey, Robert Westerholt und George Oosthoek sprechen hier Bände. Und auf dieser Scheibe sind so geniale Songs wie z.B. ‘Isis And Osiris’, ‘Amazing Flight’ oder auch ‘Valley Of The Queens’ verewigt.
Aber warum schreibe ich das 20 Jahre später? Weil dieses Werk zum Geburtstag neu veröffentlicht wurde. Und das nicht als Remaster sondern als Re-Mix (!!). Und dieser neue Mix ist sowas von fett. Da kommen plötzlich Parts und Instrumente zum Vorschein, die auf der Produktion von vor 20 Jahren (wahrscheinlich wegen der damaligen Technik) nicht oder nur schwer zu hören waren. Alleine deshalb lohnt sich der Kauf, auch wenn man das Original schon besitzt. Ein völlig neues Hörerlebnis.
Wie man es von Ayreon kennt, gibt es das neue Werk in vielen interessanten Variationen. Ich habe mir das Paket mit 4 CDs (2x Remix, 2x als Instrumental-Remix) und 1 DVD (5.1 Surround vom 2018er Mix plus Bonus-Videos) besorgt, es gibt aber auch noch mein Paket plus 3x Vinyl oder Vinyl alleine oder ... oder ... oder ...
Und ... das gesamte Werk (plus je 1 Song von Side-Projekte von Arjen Anthony Lucassen) kommt vom 13. - 15. September 2019 für insgesamt 4 Live-Konzerte nach Tilburg (Holland) samt ein paar Original-Sängern und -Sängerinnen. Wer Tickets haben will, sollte sich echt beeilen. Die Konzerte am Freitag und Samstag sind bereits ausverkauft. Für die 2 Konzerte am Sonntag (ein Konzert nachmittags, eins abends) gibt es noch Rest-Karten. Zu kaufen über Ticketmaster.nl. Ich habe meine Tickets für Samstag (14.09.2019) schon gesichert und freue mich total drauf.

Beast In Black - From Hell With Love (VÖ:08.02.2019)
Die Band ‘Beast In Black’ habe ich vor Kurzem im Vorprogramm von Nightwish live gesehen. Vorher hochgelobt (Gitarrist / Zweit-Sänger Anton Kabanen war vorher bei Battle Beast) war ich doch von ihrem Auftritt ziemlich enttäuscht. Nicht etwa von der Musik (nee, die ist, wenn man auf Hollywood-Metal steht richtig gut) sondern weil so ziemlich viel von Band kam und nicht live gespielt wurde. Das betraf die kompletten Keyboards (und die Musik von Beast In Black lebt ein bißchen davon) als auch teilweise den Gesang (schon blöd wenn Gesang aus den Boxen tönt und der Zweit-Sänger ist nicht mal am Mikro). Das finde ich ... vor mehr als 10.000 Besuchern einfach ein bisschen peinlich. Schade drum, denn dadurch hatte ich bei der ersten Berührung mit der Band gleich ein negatives Erlebnis. Entsprechende Einträge in den einschlägigen Social-Networks gingen in die gleiche Richtung.
Aber gut ... ich habe mir das neueste Werk trotzdem gekauft und was soll ich sagen ... richtige Happy-Hard-Music mit ein paar richtigen Highlights zum mitgröhlen. Da braucht es nur wenig Hör-Durchgänge und man kann den Song von vorne bis hinten mitsingen. Aber wie schon oben geschrieben, für das verwöhnte Progger-Ohr ist die Musik natürlich nichts. Eher was zum Ohren durchpusten und mitwippen. Und dafür ist vor allem das Titelstück geeignet ... cooler Song, cooler Refrain. Manchmal ist’s aber auch schon ein bißchen poppig (Abba-Metal habe ich irgendwo gelesen ... keine schlechte Beschreibung). ‘Sweet True Lies’ z.B. ist schon ganz schön schmierig und weg vom Metal. Aber gut. Insgesamt ist ‘From Hell With Love’ eine nette Mischung aus Easy Listening mit ein paar härteren Parts und somit ganz gut auf der Autobahn zum nicht einschlafen geeignet.
Nur den Bonus-Track ‘No Easy Way Out’ von Robert Tepper (bekannt auch aus Rocky IV) hätten sie lieber bleiben lassen sollen. Diese Cover-Version hat einfach gar nichts.

Boscher, Xavier - Eternity (VÖ:19.10.2018)
Der südfranzösische Multiinstrumentalist Xavier Boscher beglückt uns schon wieder mit einem richtig genialen Werk. Nach ‘Embryogenesis’ vom Oktober 2017 und ‘Zoologica Duodecim #1 Ocean (April 2018) gibt es mit ‘Eternity’ bereits den dritten Output in einem Jahr. Und entgegen seinen Ankündigungen, vom Vorgänger ‘Zoologica’ insgesamt 12 Teile zu veröffentlichen (nachdem auf #1 die ersten 5 Teile drauf waren), gibt es sozusagen zwischendurch mit ‘Eternity’ ein ganz anderes Werk. Insgesamt 8 Songs mit einer Laufzeit von gut 3 bis knapp 7 Minuten bedeuten richtig genialen Instrumental-Prog, bei dem vor allem das filigrane Gitarrenspiel von Xavier Boscher bestaunt werden kann. Und dass er ein richtig gutes Händchen für schöne und eingängige Melodie-Linien hat, wurde auch schon auf sämtlichen Vorgänger-Alben bewiesen. Xavier Boscher strotzt nur so vor Einfallsreichtum, wechselt richtig schön zwischen gefühlvoller E-Gitarre und auch akustischen Parts, und die gesamte CD kann man einfach nur genießen. Und das am Besten mit dem Kopfhörer auf den Ohren und einem guten Glas Rotwein.
Einzelne Songs herauszugreifen, würde der CD nicht gerecht werden, denn das komplette Album ist einfach aus einem Guss. Wer aber richtig spezielle Momente erleben will, sollte auf jeden Fall den Song ‘Domestic’ herausgreifen. Neal Schon hätte es nicht besser spielen können. Freunde der Instrumental-Musik kommen hier voll auf ihre Kosten.
Zu haben ist das Werk wie immer auf der Homepage von Xavier Boscher, auf der das Album in digitaler Form für (mindestens) 7 Euro erworben werden kann. Muss man unbedingt haben.

Brainstorm - Midnight Ghost (VÖ:28.09.2018)
Absicht? Zufall? Einfach Timing? Kaum hauen meine Lieblings-Power-Metal-Schwaben ‘Primal Fear’ ein neues Werk auf den Markt, schon ziehen die ebenfalls im Schwabenländle angesiedelten ‘Brainstorm’ nach und veröffentlich ebenfalls ein neues Album. Dieses Mal aber leider nicht, um dann gemeinsam auf Tour zu gehen (so war es zumindest Anfang 2016, als ich leider bei dem Konzert in Stuttgart eine Termin-Kollision mit einem Serenity-Konzert am gleichen Tag in Aalen hatte und somit ein paar Tage später in München im Backstage war), denn Primal Fear sind derzeit in Europa unterwegs, Brainstorm folgen erst später.
Richtig auffallen ist, dass bei dem neuesten Werk ‘Midnight Ghost’ unglaublich viel Wert auf packende Refrains gelegt wurde. So viele Songs mit absolutem Ohrwurm-Charakter waren bisher auf keiner Brainstorm-Veröffentlichung drauf. Eventuell liegt es auch daran, dass man mit Sebastian ‘Seeb’ Levermann einen Produzenten gefunden hat, der ja mit seiner eigenen Band ‘Orden Ogan’ ja ebenfalls in dieser Richtung unterwegs ist. Schon der Opener ‘Devil’s Eye’ geht voll ins Ohr, glänzt aber auch mit genialen Gitarren-Parts sowie einem richtig fetten Drumming. Auffallend ist auch der richtig klare Sound des Albums, den ich so perfekt von älteren Scheiben der Band nicht so kenne. Auch hierfür ein absolutes Daumen hoch. Ähnlich gut auch das folgende ‘Reveiling The Darkness’ sowie ‘Ravenous Minds’, von dem es auch ein YouTube-Video gibt.
Herzstück des Albums ist sicher das knapp 8 Minuten lange ‘Jeanne Boulet (1764)’, das erst mit akustischer Gitarre und ziemlich ‘zart’ beginnt, nach 50 Sekunden dann aber zu einem richtig tollen Mid-Tempo-Kracher wird. Bei diesem Song geht es übrigens um die 14-jährige Hirtin Jeanne Boulet, die im Jahr 1764 von der Bestie von Gévaudan, einem wolfähnlichen Ungeheuer, getötet worden sein soll. Naja, ob’s tatsächlich so war konnte nie geklärt werden, denn diese Bestie wurde nie gefunden. Aber aus diesem französischen Mythos einen so genialen Song zu machen ... da gehört schon einiges dazu.
Alle weiteren Songs zu besprechen würde diese Review echt sprengen, denn es gibt keinen einzigen Durchhänger. Somit ist mein Fazit ziemlich klar. Mit ‘Midnight Ghost’ haben Brainstorm einen Meilenstein in ihrer Band-Geschichte veröffentlicht, den man unbedingt haben muss, wenn man auf Power-Metal steht.
Ach ja ... wer 2 Euro mehr hat, sollte sich auf jeden Fall die limitierte Doppel-CD besorgen. Denn auf der Bonus-DVD ist doch tatsächlich das von mir oben genannte Konzert vom 18.02.2016 im LKA in Stuttgart drauf und hier gibt es neben einem Best Of ... Konzert ein paar geniale schwäbische Ansagen von Sänger Andy B. Franck. Okay ... ich als ‘Insider’ verstehe jedes Wort :-).

Delain - Hunter’s Moon (VÖ:22.02.2019)
Bei Delain hat es sich irgendwie in letzter Zeit eingebürgert, zwischen zwei Studio-Alben eine EP zu veröffentlichen. Und so gibt es nach der (genialen) letzten Scheibe ‘Moonbathers’ (immerhin aus dem Jahr 2016 und somit 2 1/2 Jahre alt) mit ‘Hunter’s Moon’ einen kleinen Vorgeschmack auf das wohl hoffentlich bald kommende neue Album. Aber ich schreibe EP ... nun gut ... es sind insgesamt 4 neue Songs plus 10 Live Songs der letzten Tour plus eine BluRay mit diesen Songs (und Marco Hietala von Nightwish mit einem Gast-Auftritt). Somit gibt es ein fettes Paket für kleines Geld.
Die 4 neuen Studio-Songs sind durchweg genial. ‘Masters Of Destiny’ geht einem, vor allem wegen dem Refrain, nicht mehr aus dem Kopf, das Titelstück ‘Hunter’s Moon’ besticht mit toller Melodie gepaart mit ein paar fetten Growls, ‘This Silence Is Mine’ ist eine geniale Bombast-Ballade mit fettem Gitarren-Solo und ‘Art Kills’ ist ein typischer Delain-Song mit ein paar tollen Tempo-Wechseln. Somit können sich alle Delain-Fans auf das nächste Studio-Album freuen.
Die 10 Live-Songs sind auf jeden Fall richtig fett produziert, wobei man sich natürlich streiten kann, ob das notwendig war, haben Delain doch 2017 ein fettes Live-Album auf den Markt geworfen. Aber ... immerhin 5 Songs sind nicht doppelt, und dabei ist auch meine Lieblings-Ballade ‘Scarlet’. Somit alles richtig gemacht und der Kauf lohnt sich auf jeden Fall.

Dragony - Masters Of The Multiverse (VÖ:12.10.2018)
Dragony, die Symphonic Power Metal Band aus Österreich ist bisher völlig an mir vorbei gegangen, obwohl ‘Masters Of The Multiverse’ bereits das dritte Album ist. Gekauft habe ich mir die Scheibe eigentlich nur weil ‘Dragony’ auf dem vierten und letzten Abschnitt der Symphonic Metal Nights (zusammen mit Temperance, Visions Of Atlantis und Serenity) dabei sind und ich bei insgesamt 3 Konzerte dieser Tour live dabei bin. Und man will sich ja vorher ein bisschen warm hören. Von ‘Dragony’ kennt man in den entsprechenden Kreisen vor allem Sänger Siegfried Samer, der ja bekanntermassen der zukünftige Ex-Sänger von Visions Of Atlantis ist (ja, Siegfried steigt nach der Tour aus persönlichen Gründen bei Visions Of Atlantis aus und wird dann von Temperance-Shouter Michele Guaitoli ersetzt. Es ist angekündigt, dass auf der Tour die Beiden sich das Set von VoA teilen werden).
Aber nun zur CD. Hey ... was für ein geiles Gerät. Schon der Opener ‘Flame Of Tar Valon’ ist ein Symphonic-Metal-Kracher vom Feinsten. Opulenter Beginn mit Orchester und (!) Fanfaren, danach flotte Double-Bass-Drum, fettes Gitarren-Riff, beim einsetzenden Gesang 100% Erinnerung an Visions Of Atlantis (logisch) und dann ein eingängiger Refrain der locker von den alten (und früher noch guten) Rhapsody sein könnte. Gepaart mit orchestralem Bombast, einer kurzen, ruhigen Orchester-Passage mit weiblichem Hintergrund-Gesang, gefolgt von einem fetten Gitarren-Solo und wieder dem Refrain ... geil, einfach geil. Ein Meisterwerk des Symphonic Metal. Den Song gibt es übrigens als Lyric-Video auf YouTube. Dann folgt schon der nächste Hammer mit ‘If It Bleeds We Can Kill It’ (=> geniales, witziges Video ebenfalls auf YouTube und eine Hommage an ihren Landsmann Arnold Schwarzenegger). Nicht ganz so flott wie der Song davor, aber dafür mit einem noch genialerem Refrain. Mein Gott, haben die Jungs ein Händchen für geile Melodien. Der Song geht einem ewig nicht aus dem Kopf. Ich hoffe mal, dass beide Songs auf den Konzerten gespielt werden (beim Schreiben dieser Review sind es noch 2 Tage bis zum ersten Konzert für mich ... bis zur Veröffentlichung des nächsten Updates wird es sicher schon vorbei sein).
Der nächste Track ‘Grey Wardens’ erinnert mich ziemlich stark an Kamelot. Ist nicht ganz so eingängig wie die ersten 2 Stücke aber zeigt auf jeden Fall, dass Dragony mehr drauf haben als nur eine Schiene. Und das Gitarren-Solo ... eieiei ... geil. ‘Defenders’, eingeleitet durch eine weibliche Stimme (es geht leider nicht hervor wie die Dame heißt, da mehrere Gast-Sängerinnen aufgelistet sind) beginnt recht ruhig, wird aber ziemlich schnell wieder zu einer Symphonic-Metal-Hymne.
Die Quoten-Ballade darf natürlich auch nicht fehlen und kommt mit ‘Fallen Star’. Nett und gefühlvoll mit viel akustischer Gitarre, Keyboard-Teppich im Hintergrund und gegen später dann ziemlich opulent instrumentiert. Auch eher typisch für das Genre. Es folgt ‘Angels On Neon Wings’ mit einem Gitarren-Solo von Tommy Johansson (Sabaton), auf den dieser Song auf jeden Fall zugeschnitten wurde. Klingt schon sehr nach seiner Stamm-Band (okay, der Anfang ... aber das Solo ist atemberaubend).
Ein bisschen arg pop-lastig (um nicht zu sagen ein kleines Abschweifen in Richtung Musical) ist ‘Days Of High Adventure’ ... das hätte auch von Dennis DeYoung (Styx) sein können. Das ist zum Glück aber nur ein ‘Ausrutscher’, denn mit ‘Evermore’ wird es dann gleich wieder ein bißchen mehr Symphonic-Metal, obwohl der Song doch auch insgesamt ein bisschen weichgespült ist.
Nachdem diese kurze Durststrecke überwunden wurde, gibt es wieder was zum Matte schütteln. ‘The Iron Price’, auch wieder ein Song der mich sehr an ‘Sabaton’ erinnert mit seinem marsch-artigen Grund-Rhythmus. Geiler Song mit mal wieder einem genialen Refrain und einem mehr als fetten Gitarren-Part. ‘Eternia Eternal (The Masters Of The Multiverse)’ folgt als eingängiger aber von der Melodielinie auch ein wenig sanfter Rausschmeisser (wobei das Gitarren - Keyboard - Battle in der Mitte doch richtig fett ist), der am Ende wieder voll eine Rhapsody-Hymne sein könnte. Interessant und abwechslungsreich ... und ganz am Ende wieder die Fanfaren..
Tja, und dann folgt der Bonus-Track ... und darüber möchte ich eigentlich den Mantel des Schweigens legen. Denn hier hat man sich an den Song ‘The Touch’ von Stan Bush gewagt ... und das finde ich gelinde gesagt nicht sehr gelungen. Aber egal, die Jungs hatten wahrscheinlich ihren Spaß damit.
Insgesamt ist die neue Dragony-Scheibe ein geniales Werk geworden, das hinter den Veröffentlichungen der Genre-Größen in letzter Zeit in nichts nachsteht und ich freue mich auf die 3 Konzerte diese und nächste Woche die ich besuchen werden. Pflichtkauf für Freunde von Symphonic-Metal.
Und noch eine kleine Anmerkung:
Eins von insgesamt drei Konzerten der Symphonic Metal Nights habe ich mittlerweile besucht. Das nächste folgt am Montag. Und was soll ich sagen: auch live sind die Jungs richtig gut. Dass denen das alles richtig Spaß macht, merkt man jede Sekunde. Leider haben Dragony nicht mal ganz eine halbe Stunde gespielt, aber das war echt vom Feinsten.

Dream Theater - Distance Over Time (VÖ:22.02.2019)
Über den letzten Studio-Output von ‘Dream Theater’, dem Album ‘The Astonishing’, immerhin auch schon wieder drei Jahre alt, konnte man sich ja trefflich streiten. Von Schrott bis geniales Werk gab es die unterschiedlichsten Meinungen. Ich fand es, trotz seiner Längen, richtig gut und interessant. Nun beglückt uns die Band mit einem völlig ‘anderen’ Album. Kein Konzeptalbum (denke ich), kein ausuferndes Gefrickel bis zum geht nicht mehr ... nein, ‘Distance Over Time’ bringt die Welt von Dream Theater eigentlich auf den Punkt. Fette, teilweise richtig harte Songs (z.B. der Opener ‘Untethered Angel’), melodische Sachen mit genialen Gitarren-Parts (z.B. ‘Paralyzed’) und eingängigem Refrain, Prog-Metal vom Feinsten (z.B. ‘Fall Into The Light’, ‘Barstool Warrior’) mit genialen Breaks und Gitarren-Solo zum hinknien, kompliziertere Sachen (‘Room 137’, ‘S2N’), die dann noch eher an eine Frickel-Orgie erinnern (ja, sie haben nichts verlernt), die obligatorische Ballade (‘Out Of Reach’ ... wunderschön) und einem genialen Bonus-Track (‘Viper King’), der ein bisschen an alte Deep Purple erinnert.
Mit ‘Distance Over Time’ werden einfach alle Dream Theater - Fans bedient und James LaBrie hat noch nie so gut gesungen wie auf diesem Album. Klar fehlt, wegen dem fehlenden Konzept, der rote Faden im Album, somit kommt diese Scheibe nicht an die absoluten Highlights der Band-Geschichte ran, aber insgesamt finde ich das Teil einfach richtig gut. Liebhaber der Band werden wohl begeistert sein (so wie ich). Muss man haben.

Emigrate - A Million Degrees (VÖ:30.10.2018)
Der halbwegs belesene Musik-Liebhaber wird wissen, dass sich hinter dem Synonym ‘Emigrate’ niemand Geringeres als Rammstein-Gitarrist Richard Z. Kruspe verbirgt. Bereits im Jahr 2007 hat er unter diesem Namen sein erstes Solo-Werk veröffentlicht, 2014 folgte ein weiteres Album. Und nun also mit ‘A Million Degrees’ der dritte Output.
Wenn man die beiden ersten Alben kennt weiß man, dass Richard Z. Kruspe mit ‘Emigrate’ mitnichten in Richtung Rammstein geht sondern tatsächlich seinen eigenen Kosmos auf Silber verwirklicht. Und das ist anders aber trotzdem gut. Das Erstlingswerk habe ich glaub sogar hier auf meiner Seite besprochen wenn ich mich nicht täusche.
Auffallend bei ‘A Million Degrees’ ist, dass im Gegensatz zum Vorgänger ‘Silent So Long’ weitestgehend auf namhafte Unterstützung (von Frank Dellé über Marilyn Manson bis zum Lemmy war da alles Mögliche vertreten) verzichtet wurde. Lediglich auf zwei Songs gibt es einen Gast-Auftritt des Gitarristen Steve Binetti, außerdem wurde am Schlagzeug Mikko Sirén (Apokalyptika) sowie am Bass Arnaud Giroux sowie Sky Van Hoff verpflichtet. Ein paar Backing Vocals sind auch noch genannt. Zu den Gast-Vocals dann im Laufe dieser Review mehr.
Das Album beginnt mit ‘War’ gleich mal recht getragen bombastisch und mit leicht orientalischem Einschlag als eines der Highlights der CD. Es folgt mit ‘1234’ die in den Social Medias kräftig beworbene Single-Auskopplung (richtig fett mit einem genialen Rhythmus ... ein ziemlicher Happy-Song, übrigens mit Ben Kowalewicz - Billy Talent - als Gast-Sänger ). Danach dann das Titelstück, das eher im Mid-Tempo angesiedelt ist. Dann das recht flotte ‘Lead You On’ mit der Gast-Sängerin Margaux Bossieux, die mir relativ unbekannt ist. Netter Pop-Song der aus aus den 80ern hätte sein können.
Richtig schön auch ‘You Are So Beautiful’ sowie vor allem ‘We Are Together’ (eine weiteres absolutes Highlight, vor allem die quietschende Gitarre ... herrlich).
Noch zu erwähnen auf jeden Fall ‘Let’s Go’, eine Zusammenarbeit mit Till Lindemann (aber weit weg von Rammstein) sowie ‘I’m Not Afraid’ zusammen mit Cardinal Copia (Ghost) ... ziemlich elektronisch angehaucht.
Insgesamt ist ‘A Million Degrees’ mal wieder eine richtig abwechslungsreiche Scheibe geworden, die auf jeden Fall Beachtung finden sollte. Wer ‘Emigrate’ kennt weiß aber schon auf was er sich einlässt.

Enemy Inside - Phoenix (VÖ:28.09.2018)
Mit ‘Enemy Inside’ kommt vielleicht etwas ganz Großes auf uns zu. Die Band gibt es erst seit 2017, aber bereits ihr Erstlings-Werk ‘Phoenix’ ist ganz weit oben in der Tabelle des Genres anzusiedeln. Aber welches Genre? Gute Frage. Der Opener ‘Falling Away’ erinnert mich brutal an Evanesence als sie noch gut waren. Dazu trägt auf jeden Fall die Stimme von Nastassja Giulia bei, die sowas von nach Amy Lee klingt, das gibt es gar nicht. Sie ist übrigens Absolventin der Pop-Akademie Mannheim, war mit 11 Jahren schon bei ‘Star Search’ im Finale und unter anderem mit ‘Beyond The Bridge’ auf Deutschland-Tour. Ich gehe mal davon aus, dass sie dort den Enemy Inside - Bassisten Dominik Stotzem kennen gelernt hat (der auch bei der Deep Purple - Coverband ‘Purple Rising’ mitwirkt) und sie jetzt wieder zusammen Musik machen. Weiter bekannt im Line-Up der Band ist auf jeden Fall Gitarrist Evan K. (Evangelos Koukoularis), den man von ‘Mystic Prophecy’ kennt und der auch bei ‘Exit Eden’ aktiv ist. Die beiden anderen Mitglieder der Band, David Hadarik (Gitarre) und Feli Keith (Drums) sind mir bis jetzt noch nicht bekannt, von daher kann ich dazu leider nichts sagen.
Zurück zur Musik ... die folgenden Songs ‘Bleeding Out’, ‘Phoenix’ und ‘Lullaby’ möchte ich mal als Schnittmenge aus den schon genannten Evanesence, Within Temptation und auch ein bisschen Lacuna Coil bezeichnen, wobei die Songs härter instrumentiert sind als bei Evanesence und nicht so ‘übel’ hart sind wie bei Lacuna Coil, die ja echt teilweise gewöhnungsbedürftigen Tobak darbieten. ‘Lullaby’ gibt es übrigens auch als Video bei YouTube und ist von den 3 genannten Songs der härteste aber auch (vom Refrain her) der eingängigste Song.
Es folgt ein ziemlicher Stil-Wechsel, denn mit dem folgenden ‘Doorway To Salvation’ gibt es dann eher fast Symphonic Metal, das eher zu Delain gepasst hätte. Und als Gast-Sänger haben sie Georg Neuhauser, den Ausnahme-Shouter von Serenity verpflichtet (der von mir aus auch noch ein bisschen präsenter in Szene gesetzt gehört hätte). Aber eine geniale Mid-Tempo-Ballade ist es auf jeden Fall geworden. Für mich das ‘heimliche’ Highlight der CD. Eingängiger, fetter und bombastischer kann man einen Song nicht schreiben. Da ist sogar ein bisschen Gänsehaut garantiert.
Auf die restlichen Songs will ich jetzt gar nicht näher eingehen, denn alle (ohne Ausnahme) sind genial bis zum Schluss. Und alle dann wieder eher in Richtung der erste 4 Tracks. Okay, ‘Halo’ sticht vielleicht noch ein bisschen raus ... wegen dem genialen Refrain, und ‘Dark Skies’, weil dies die obligatorische Quoten-Ballade ist (auch hier Gänsehaut garantiert).
Selbst der Rausschmeißer ‘Summer Son’, eine Cover-Version des Songs der Band ‘Texas’ geht bei mir als richtig genial durch und hat gegenüber dem Original echt noch mehr Hit-Potential (wegen der fetten, harten Instrumentierung).
Fazit: Enemy Inside sind für mich (fast) der neue Stern am Himmel des beschriebenen Genres und ich freue mich schon auf die nächste Scheibe mit hoffentlich noch mehr genialem Output. Hammer ... muss man unbedingt haben.

Evergrey - The Atlantic (VÖ:25.01.2019)
Bei Evergrey kann man eigentlich nie irgend etwas falsch machen. Seit ich die Band verfolge (und das sind jetzt glaube ich über 20 Jahre) haben sie noch kein schlechtes Album raus gebracht. Und auch live ist die Band eine Bank. Erst letztes Wochenende habe ich sie mal wieder (zusammen mit Visions Of Atlantis) gesehen und war mehr als begeistert. Wobei die Songs auf Konzerten irgendwie härter, purer und nicht ganz so düster rüber kommen.
Auch mit ‘The Atlantic’ hat die Band wieder ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Über den Gesang von Tom S. Englund muss man ja nichts mehr schreiben, die Stimme muss man einfach mögen (und mittlerweile singt er auch bei ‘Redemption’) und die Songs sind eben ... Evergrey. Bei den Strophen manchmal ein bisschen hektisch und chaotisch, im Refrain dann göttlich und immer auf dem Punkt. Ruhige Zwischenstücke (meistens Piano und Gitarre), fette Riffs, unglaubliche Wendungen in den Songs.
Auch wenn Evergrey von sich behaupten sie würden kein Prog-Metal machen ... einige Trademarks sind trotzdem vorhanden. Und eigentlich ist es ja auch egal, in welche Schublade man die Band steckt ... geile Musik machen sie auf jeden Fall.
Anspieltipps: Eigentlich das ganze Album. Besonders gute Songs: The Silent Arc, Weightless, All I Have. Muss man haben.

Farmer Boys - Born Again (VÖ:02.11.2018)
Unglaubliche 14 Jahre haben sich die Stuttgarter Bauern-Jungs Zeit gelassen, um ein neues Album aufzunehmen. Das letzte Album ‘The Other Side’ wurde immerhin schon im Jahr 2004 veröffentlicht (und 2010 nochmal ergänzt um ein paar Bonus-Tracks auf den Markt geworfen).
Und um es schon mal vorweg zu nehmen, das Come Back ist mehr als gelungen. An der Besetzung gegenüber dem letzten Output hat sich einiges getan. Außer Matthias Sayer (Vocals) und Alexander Scholpp (Guitars) wurde die restliche Mannschaft ausgewechselt. Zurück gekehrt ist Ralf Botzenhart am Bass (der Toni Ieva ersetzt, der wohl mit Brainstorm eine neue Heimat gefunden hat), außerdem sind nun Richard Düe (Keyboards) und Timm Schreiner (Drums) mit am Start.
Musikalisch sind die Farmer Boys für meine Ohren ein bisschen melodischer, symphonischer und radiotauglicher geworden. Aber das soll jetzt nicht negativ gemeint sein.
Die Scheibe beginnt mit einem 2 1/2 minütigen instrumentalen Opener (fast schon Filmmusik mit Streichern und Piano) und beim ersten Hören musste ich erst mal auf die CD schauen, ob da nicht ein falsches Exemplar eingepackt wurde. Aber nein, natürlich nicht, denn mit dem folgenden Song ‘Faint Lines’ geht es dann schon richtig kräftig zur Sache. Tief gestimmte Gitarre, fette Riffs und ein genialer Refrain, kurzer, ruhiger Part noch mal der wirklich einprägende Refrain.
 Interessant für mich, und das zieht sich eigentlich wie ein roter Faden durch die komplette CD, ist die Gitarrenarbeit von Alex Scholpp, die mich in Teilen doch sehr an sein Schaffen bei Tarja erinnert. Einige Parts kommen mir da schon sehr bekannt vor. Aber auch das überhaupt nicht negativ gemeint, denn auch die letzten Tarja-Outputs fand ich ja richtig gut. Und das ist z.B. auch beim nächsten Song ‘Fiery Skies’ (hört Euch nur mal die ersten paar Sekunden an) überdeutlich zu merken. Auch hier ... fette Gitarren-Riffs und ein genialer Refrain (überraschend für mich dann auch die Stimmfarbe von Matthias Sayer, der bei den Strophen irgendwie nach Fury In The Slaughterhouse klingt).
Es folgt die Single-Auskopplung ‘You And Me’ (die bereits letztes Jahr sozusagen als Vorgeschmack auf das neue Album veröffentlicht wurde), für mich eines der absoluten Highlights des Albums (gibt es auch als YouTube Video). Auch hier ein Refrain der nicht mehr aus dem Kopf geht und eine wirklich herausragende Sangesleistung.
Die obligatorische Ballade darf natürlich auch nicht fehlen und kommt dann danach mit ‘Isle Of The Dead’. Da ist echt ein bisschen Gänsehaut garantiert - wunderschönes Piano ... und nach 3 Minuten noch ein gefühlvolles Gitarren-Solo oben drauf, ein paar Streicher drüber. Richtig schöner Song.
Das war es dann aber schon mit ausruhen und dahin schweben, denn mit ‘Tears Of Joy’ gibt es dann gleich wieder ein Gitarren-Brett um die Ohren. Weitere Highlights für mich dann noch die Songs ‘Stars’ (auch hier wieder ein typisches Tarja-Riff), ‘ In The Last Days’ (geile Tempo-Wechsel), ‘Revolt’ (auch davon gibt es ein offizielles YouTube-Video) sowie das Titelstück ‘Born Again’, eine geniale, bombastische Halb-Ballade.
Damit wäre die CD eigentlich am Ende, meine Version hat aber noch 2 Bonus-Tracks mit ‘Promises’ und ‘Flaw’, die beide nahtlos an die restlichen Songs anknüpfen.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass ‘Born Again’ genau der richtige Titel ist ... eindeutig eine richtig gute und auch ein bisschen überraschende Wiedergeburt. Coole Scheibe, die ich nur empfehlen kann.

Hackett, Steve - At The Edge Of Light (VÖ:25.01.2019)
Vielleicht mache ich mir mit dieser Review keine neuen Freunde, denn normalerweise schreibe ich über Alben von Steve Hackett eigentlich nur Gutes. Leider fällt mir zu ‘At The Edge Of Light’ nicht viel Positives’ ein. Die CD beginnt zwar rech Hackett- Like mit genialer E-Gitarre und einer Reminiszenz an alte Tage (‘Fallen Walls And Pedeltals’ klingt schon ein bisschen nach seiner ersten Solo-CD), doch das ist leider nur ein kurzes Aufbäumen (wenn man am Anfang schon von Aufbäumen reden kann). Auch das folgende ‘Beast In Our Time’ kann noch ganz gut überzeugen (zumindest die kurzen Gitarren-Parts zwischendurch ... der Rest ist in meinen Augen bzw. Ohren Gedudel). Aber dann wird es richtig langweilig. Poppig, langatmig. Selbst der längste Song auf dem Album ‘Those Golden Wings’, immerhin über 11 Minuten lang, plätschert ewig so vor sich hin, hat im Mittelteil einen recht schönen Part und am Schluss ein nettes Gitarren-Solo. Das war’s dann aber auch schon. Danach gibt es wieder Pop-Musik (Shadow And Flame), Welt-Musik (Hungry Years), 4 1/2 Minuten Langeweile mit Marsch-Musik (Descent), 2 1/2 Minuten alten Hackett (Conflict) und gähnende Langeweile zum Schluss (Peace).
Schade um das Geld würde ich fast sagen. Und da helfen auch so bekannte Mit-Musiker wie John Hackett, Roger King, Amanda Lehmann, Simon Phillips, Jonas Reingold oder auch Nick D’Virgilio nicht viel weiter. Ich hoffe dann mal, dass dieser Output nur ein kleiner Ausrutscher war.

Hadzimanov Band, Vasil - Lines In Sand (VÖ:18.01.2019)
Mit der ‘Vasil Hadzimanov Band’ und dem neuesten Album ‘Lines In The Sand’ hat das New Yorker Jazz-Label Moonjune Records mal wieder voll ins Schwarze getroffen und ein richtig tolles Händchen bewiesen.
Der Serbische Keyboarder Vasil Hadzimanov legt mit seinen Mitstreitern Branko Trijic (Gitarre), Miroslav Tovirac (Bass), Bojan ivkovic (Percussions, Vocals) sowie Pedja Milutinovic (Drums) ein richtig cooles Album vor, das nur so vor Ideen strotzt, nur leicht jazzig angehaucht ist und mit richtig genialen Melodie-Linien glänzt. Klar im Vordergrund steht natürlich das Keyboard-Spiel des Band-Chefs, aber auch die anderen Musiker dürfen zeigen was sie können, und das ist Einiges.
Der Opener ‘Lines In The Sand’ ist leicht orientalisch angehaucht, was vor allem an dem ‘Gesang’ liegt, aber auch am Grund-Rhythmus des Songs. Da könnte man leicht auf die Idee kommen, dass jemand mit dem Kamel durch die Wüste trabt. Ein richtig gutes Gitarren-Solo in der Mitte des Tracks rundet das Ganze dann noch ab. Der Song könnte fast auch von Camel sein.
Witzig ist der Titel des nächsten Songs, nämlich Mr. MoonJune, leider ohne Text, daher kann ich nicht sagen, ob der Song tatsächlich dem Boss des Plattenlabels, Leonardo Pavkovic, gewidmet ist.
Ein schönes Highlight des Albums für mich ist auf jeden Fall der Song ‘Maklik’, cooler Rhythmus, leicht elektronisch angehaucht und erinnert mich ein bisschen an I Robot von Alan Parson’s Project. Auch ‘For Clara’ mit Gast-Sänger Dean Bowman sticht noch heraus und ist fast eine R&B Nummer.
Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage. Jazz-Freunden möchte ich das Album unbedingt ans Herz legen.

Heartscore - Black Riders Part 1 (VÖ:01.11.2018)
Man kann dem kreativen Kopf von ‘Heartscore’, also Dirk Radloff, auf keinen Fall unterstellen, dass er musikalisch auf der Stelle stehen bleibt. Seit bereits (glaube ich) 16 Jahren macht er für die Öffentlichkeit Musik und soweit ich mich erinnern kann, habe ich alle Werke von ihm auf meiner Homepage besprochen und keine seiner Alben gleicht auch nur annähernd dem Vorgänger-Album. Klar, Dirk Radloff liebt Literatur und hier vor allem die Dichtung ist ihm ans Herz gewachsen, hat er doch fast nur Gedichte englischer Poeten vertont. Aber das eben in unterschiedlichen musikalischen Ansätzen.
‘Black Riders Part 1’ sagt schon ein bisschen, in welche Richtung es dieses Mal gehen wird ... und dabei ist das Wort ‘Black’ entscheidend. Und nein, keine Soul-CD sondern richtig fetter, harter Metal mit ordentlich Gitarren-Gewitter. ‘Black Riders Part 1) wird am 01.11. veröffentlicht. Und das ist kein Zufall. Denn am 01.11. vor 147 Jahren wurde der amerikanische Dichter Stephen Crane geboren, der bereits mit 28 Jahren an Tuberkulose gestorben ist. Und um Gedichte eben von Stephen Crane geht es auf ‘Black Riders Part 1’.
Für den Gesang hat Dirk Radloff wieder einen gewissen ‘Chris’ verpflichtet, der schon auf dem Vorgänger-Album einen richtig guten Part beigetragen hat und dort ein bisschen an David Clayton-Thomas erinnerte.
Interessanterweise klappt die Stimme auch auf den harten Tracks von ‘Black Riders Part 1’, auch wenn der vorhandene Soul in der Stimme nicht zu verleugnen ist.
Da die Gedichte von Stephen Crane nicht wirklich lang sind, betragen die Spielzeiten der einzelnen Songs (bis auf zwei Ausnahmen) nur gut 2 bis höchstens 3 1/2 Minuten. Lediglich ‘A God In Wrath mit 5 Minuten und der Abschluss-Track ‘In Heaven’ mit einer stattlichen Länge von 6 Minuten sind die Ausreisser..
Auch wenn man für ‘Heartscore’ im Allgemeinen und auch für ‘Black Riders Part 1’ im Besonderen doch etwas Open Minded sein muss, finde ich es total genial, wie ein Musiker, der eigentlich aus der Klassik-Ausbildung kommt und erste mal Violine gelernt hat, hier so ein fett-metallisches Gerät abliefern kann. Für Überraschungen ist Dirk Radloff ja schon immer gut, aber dass er mal in diese Richtung gehen wird, lässt mich schon ein bisschen mit Erstaunen zurück.
Und es nicht damit getan dass Dirk auf der E-Gitarre ein paar fette, düstere Gitarrenriffs zum Besten gibt, nein, zwischendurch darf mal ein Saxophon im Hintergrund spielen (z.B, beim Opener ‘In The Desert’), es kommt eine Drum-Machine zum Einsatz (z.B. bei ‘Mystic Shadow’), eine kleine Anleihe an Techno bleibt nicht verborgen (‘There Was A Crimson Clash Of War’) und auch die Violine darf nicht fehlen (z.B. bei ‘I Stood Upon A High Place’).
Es gibt aber auch richtig ‘zarte’ Momente, auch wenn die recht dürftig gesät sind. So ist z.B. ‘Once I Knew A Fine Song’ eine zuckersüsse Ballade mit Geigen und Hintergrundchor.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass Dirk Radloff mit seinem neuen Werk selbst eingefleischte ‘Fans’ seiner Werke bestimmt wieder überraschen wird. Und noch ein kleines Gimmick zum Schluss. ‘Black Riders Part 1’ wurde auch auf Cassette (!!), falls das noch jemand kennen sollte, veröffentlicht. Aber natürlich auch ganz profan als CD. Und das noch auf Wunsch zusätzlich (für 10 Euro mehr) mit einem gedruckten Hardcover-Book mit allen Gedichten sowie Illustrationen des englischen Künstlers Alexander Stanton. Alleine das Buch lohnt sich um auch mal wieder was für seine (literarische) Bildung zu tun. Aber man muss schnell sein, denn sowohl CD als auch Cassette sind auf je 50 Stück limitiert. Da heißt es schnell zugreifen. Der Erwerb des digitalen Downloads geht natürlich unbegrenzt. Zu bestellen gibt es das Werk auf der Bandcamp-Seite von Dirk Radloff.
Ich freue mich schon auf Part 2. Und nachdem Dirk auf Instagram und seiner Facebook-Seite derzeit Gitarren-Soli von alten Queen-Heulern zum Besten gibt, wage ich mal die Aussage, dass der 2. Teil wieder in eine ganz andere Richtung gehen wird.

Magnum - Live At The Symphony Hall (VÖ:18.01.2019)
Nun ja ... eigentlich ist bei dem Titel des neuen Magnum-Albums alles gesagt. Endlich mal wieder ein Live-Album, aufgenommen in der Symphony Hall in Birmingham als 42. und letztes Konzert der ‘Road To Eternity - Tour’ am 19.04.2018. Was soll ich viel dazu schreiben? Wer Magnum mag, wird dieses Doppel-Album lieben. Neben ein paar neueren Songs (logisch, es wurde ja das letzte Studio-Album vorgestellt) gibt es, wie es sich für Magnum gehört, ein Best-Of ... Konzert mit Titeln wie ‘When We Were Younger’, ‘How Far Jerusalem’, ‘Les Morts Dansant’, ‘All England’s Eyes’, ‘Vigilante’ oder auch ‘The Spirit’ (das darf auf keinem Konzert fehlen). Und das natürlich in einer sehr guten Sound-Qualität.
Als kleine Besonderheit ist zu erwähnen, dass, wie man weiß, Sänger Bob Catley ja auch als Gast-Sänger bei Avantasia mitmacht und wohl sozusagen als Danke schön Tobias Sammet auf dem Song ‘Lost On The Road To Eternity’ ein Duett mit Herrn Catley zum Besten gibt (und am Schluss auch noch mal angekündigt wird ... allerdings hört man da nicht mehr so viel von ihm). Nett.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass ‘Live At The Symphony Hall’ eine richtig gute Live-Scheibe geworden ist mit einer ausgewogenen Mischung aus neuen Songs und alten Heulern. Magnum-Fans können bedenkenlos zugreifen.

Mayan - Dhyana (VÖ:21.09.2018)
Mayan, oder wie sich selber schreiben MaYaN war bis jetzt ein Konglomerat aus wechselnden Musikern unter der ‘Leitung’ des Epica-Gitarristen Mark Jansen, der früher auch schon für die Gründung von ‘After Forever’ verantwortlich war. Lustigerweise übernimmt er bei MaYaN lediglich die ‘Grunts and Screams’, wie es im Booklet so schön heißt. Und nachdem noch ein weiterer Mitwirkender mit diesem ‘Instrument’ verzeichnet ist, nämlich George Oosthoek (Orphanage und Gast bei Delain), kann man schon mal leicht vermuten, in welche Richtung die Musik der Band geht. Wenn man dann noch 2 weitere Vocalisten näher betrachtet, nämlich Henning Basse (Firewind) und Marcela Bovio (Stream Of Passion, Ayreon) und weiter im Booklet entdeckt, dass das City of Prague Philharmonic Orchestra ebenfalls mit am Start ist, dann wird alles klar. Es kann sich nur um Symphonic Death Metal plus Sopranistin samt Orchester handeln. Leider habe ich mich im Vorfeld so gar nicht darum gekümmert, sondern mir die CD einfach mal gekauft, weil ich über Marcela Bovio in Facebook ein paar Mal darüber gelesen hatte.
Aber gut ... man ist ja open minded und hört sich alles mal an. Und ich muss sagen ... dafür dass ich mit Death Metal eigentlich so gar nichts anfangen kann, finde ich ‘Dhyana’ gar nicht so uninteressant. Der Opener ‘The Rhythm Of Freedom’ beginnt dann auch schon recht orchestral und dramatisch, aber es dauert nicht lange bis ein Gitarrengewitter begleitet von Chören aufzieht. Und dann geht’s schon los ... recht ‘sanfte’ Growls (man versteht sogar den Text), im Duett mit dem Klar-Gesang von Henning Basse. Eigentlich eine richtig spannende Mischung. Das geht so gute 7 Minuten auf und ab, Tempowechsel sind mit drin, der Drummer prügelt kräftig einen rein, ein ausgiebiger Instrumentalpart mit atemberaubend schneller Gitarre und Keyboardläufen ist auch vorhanden und gegen Ende wird’s richtig elegisch.. So kann’s eigentlich weitergehen. Beim zweiten Song ‘Tornado Of ‘Thoughts’ geht es auch gleich geschwindigkeitsmäßig so richtig ab, dieses Mal dann dann zusätzlich noch mit der Sopran-Stimme von Marcela Bovio zwischendurch. Auch eine richtig nette Mischung. Und dann auch noch eine weitere weibliche Stimme (ohne Sopran), die ich dann mal einer gewissen Laura Marcì zuordnen würde (die ich leider nicht kenne). Etwas ruhiger dann ‘Saints Don’t Die’, erst mit Sopran, dann dramatisch bombastisch und am Ende dann auch wieder Riff-Gewitter, Growls, Tempowechsel, gepaart mit richtig ‘schönen’, ruhigen Passagen.
Richtig kuschelig ist dann das Titelstück (leider nur knapp 3 Minuten lang) mit akustischer Gitarre, Streichern und einem Duett der zwei Mädels.
Somit ist das musikalische Spektrum der gesamten CD eigentlich weitestgehend besprochen. Auch die restlichen Songs gehen in etwa in die selbe Richtung. Vielleicht noch besonders erwähnen möchte ich den Track ‘The Power Process’, den ich am ‘melodischsten’ bezeichnen könnte und der, neben dem Titelstück, noch richtig positiv heraussticht. Auch das Gitarren-Solo ist fett.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass mich MaYaN mit diesem Werk trotz meiner (musikalischen) Vorbehalte richtig überrascht haben. Die insgesamt 64 Minuten werden zu keiner Zeit langweilig, und wer mit Growls und ‘Death Metal light’ keine Probleme hat, sollte sich ‘Dhyana’ auf jeden Fall mal zu Gemüte führen. Richtig gut gemacht das Teil.

My Own Army - A Medicine Show (VÖ:28.06.2018)
Die holländische Band ‘My Own Army’ gibt es schon seit dem Jahr 2007. Zwei Jahre später wurde die erste EP ‘Throw Away The Silence’ veröffentlicht, gefolgt von einem kompletten Album (Too Many Faces) im Jahr 2014. Und nun, also 4 Jahre später eine weitere EP namens ‘A Medicine Show’ mit insgesamt 5 Songs.
‘My Own Army’, in der Besetzung Ferry Westdijk (Bass), Vincent Hekkert (Gitarre und Backing Vocals), Herman de Kok (Gitarre und Lead-Vocals) sowie Sven Spierings (Drums) machen astreinen Grunge-Rock gepaart mit ein bisschen Indie und Alternative. Und das richtig gut.
Schon beim Opener ‘Misplaced’ fühlt man sich an eine Schnittmenge aus Soundgarden (nur nicht so depressiv), Audioslave und auch ein bisschen Alice In Chains erinnert. Wobei mich Sänger Herman de Kok eher an Sully Erna von Godsmack erinnert. Richtig geiler Song, lediglich ein bisschen düster und mit einem fetten Gitarren-Solo in der Mitte. Der folgende Song ‘Married’ beginnt fast ein bisschen punkig (das erste Riff könnte fast von den Sex Pistols sein), wird dann aber doch zu einem reinrassigen Grunge-Song. ‘Overboard’ beginnt die ersten gut 1 1/2 Minuten rein instrumental mit einer genialen Steigerung und mündet in ein klassisches Soundgarden-Feeling. Für mich das Highligt der EP.
‘A Single Bite’ geht in eine ähnliche Richtung, ist aber insgesamt eingängiger. Und mit ‘Handwritten’, immerhin knapp 5 Minuten lang, geht in den ersten 3 Minuten eher Richtung Ballade, erfährt dann aber eine bombastische Steigerung in der Instrumentierung und könnte fast eine richtig gute Hommage an ‘Black Hole Sun’ (Soundgarden) sein. Die Grundstimmung dieses Songs ist auf jeden Fall da. Für mich eindeutig das zweite Highlight des Albums.
Wer mit Grunge-Rock / Alternative / Indie etwas anfangen kann, sollte ‘My Own Army’ auf jeden Fall mal antesten. Richtig gut gemachte EP, die die genannten Genres hervorragend abdeckt. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage , ein YouTube Channel ist auch online..

Mystery - Lies And Butterflies (VÖ:20.07.2018)
Die kanadische Band ‘Mystery’ kann man ohne Zweifel als die Speerspitze des Progs jenseits des grossen Teiches bezeichnen. Und viele Auftritte in Europa (auch auf dem Night Of The Prog - Festival auf der Loreley) haben auch bei uns eine grosse Fan-Gemeinde kreiert. Warum es diese Band bisher (bis auf eine Gast-Kritik vor vielen Jahren) auf meine Seite geschafft hat kann ich gar nicht so genau sagen und ich möchte mich hierfür ausdrücklich entschuldigen.
Damit sich das ändert, nun also meine Meinung zum neueste Studio-Output ‘Lies And Butterflies’, der bereits vor ein paar Monaten erschienen ist und eben auf dem letzten Night Of The Prog - Festival vorgestellt wurde. Vielleicht auch deshalb beginnt der erste Song ‘Looking For Something Else’, mit fast 17 Minuten auch das längste Stück auf dem Album, mit einer eingespielten Live-Kulisse. Zufall oder Absicht? Keine Ahnung. Danach wird aber geproggt ohne Ende. Ausufernde Instrumental-Parts, vor allem veredelt durch die geniale Gitarren-Arbeit von Michel St. Père und der wirklich angenehmen Klangfarbe der Stimme von Jean Pageau, mit dem Mystery den perfekten Sänger gefunden haben. Ruhige Parts wechseln sich ab mit Bombast und es gibt mehr als ein Mal Gänsehaut bei der wimmernden, gefühlvollen Gitarre. Ein richtig herausragender Song, der die ganzen Trademarks der Kanadier zeigt.
Danach folgen 5 ‘kürzere’ Tracks (zwischen 5 und 7 1/2 Minuten), die mal mehr und mal weniger flott, gefühlvoll und bombastisch Neo-Prog mit leichten AOR-Anleihen zelebrieren und wirklich ausnahmslos ein richtig geniales Gitarren-Solo beinhalten und einfach kein einziger Ausfall zu verzeichnen ist.
Und am Schluss ... wie könnte es anders sein, nochmal ein Long-Track. ‘Chrysalis’ mit nochmal gut 15 Minuten. Und das ist, wie auch der Opener, ein absoluter Kracher, der zu keiner Sekunde langweilig wird.
Auch wenn ich die (von meinen Kritiker-Kollegen) hochgelobten Vorgänger-Alben nicht wirklich gut kenne und ich somit kein Vergleich ziehen kann finde ich, dass ‘Mystery’ mit ‘Lies And Butterflies’ ein kleines Meisterwerk im Neo-Prog gelungen ist. Freunde dieses Genres sollten dieses Album unbedingt haben ... von der Grundstimmung auch ein schönes Album für kalte Winterabende mit einem Glas Rotwein.

Mystery - Theatre Of The Mind (2018 Edition) (VÖ:25.10.2018)
Im Jahr1996 wurde das erste Mystery-Album veröffentlicht. ‘Theatre Of The Mind’ war außerdem die erste CD, die auf dem Label ‘Unicorn Records’ veröffentlicht wurde. Und das war der Beginn eines richtig großen Prog-Labels auf nordamerikanischem Boden. Im Laufe der letzten 2 Jahrzehnte wurden von dort unglaublich gute Prog-CDs auf den Markt gebracht, die auch in Europa großen Erfolg hatten.
1996 war auch eine Zeit wo das Internet noch nicht wirklich weit verbreitet war. Und irgendwie auch grob die Anfangszeit dieser Homepage, denn genau in diesem Jahr habe ich begonnen, auf meiner eigenen Web-Site CD-Reviews zu schreiben. Umso schwieriger war es somit auch, der (europäischen) Welt von der Musik von Mystery zu erzählen, denn außer ein paar Prog-Zeitschriften gab es keine Möglichkeit, sich irgendwie bekannt zu machen. Und somit konnte niemand ahnen, dass Mystery einmal die bekannteste Prog-Band Kanadas wird und dass Unicorn Records mittlerweile über 100 Alben veröffentlicht hat.
Die vorliegende 2018er Edition des Erstlingswerks wurde von Unicorn-Label-Chef und Mystery Gitarrist Michel St. Père anhand der Original-Aufnahmen digitalisiert, neu gemischt und in einen modernen ‘Mystery Sound’ gebracht. Und neben den 10 Original-Songs gibt es auch noch einen Bonus-Track mit ‘Heart Of Stone’.
Klar kann man die Musik von Mystery von vor 22 Jahren jetzt nicht mit den Outputs von heute vergleichen. Alleine die Spielzeiten der einzelnen Songs von meist 5 bis 6 Minuten (‘Black Roses bildet mit 8 Minuten eine Ausnahme) weichen dann doch stark von den heute für Mystery bekannten ausschweifenden Long-Tracks ab, die die 15 Minuten schon mal überschreiten. Insgesamt waren Mystery früher doch eher AOR-lastig und der damalige Sänger Gary Savoie klang doch eher nach Steve Perry von Journey. Schmalzige Balladen wie ‘Lonely Heart’ hätten dann auch eher auf ein klassisches AOR-Album gepasst. Trotzdem konnte man auch schon diverse Prog-Anleihen erkennen (hört Euch nur mal den Song ‘Piece Of Mind-Master’ an ... coole Breaks, Flöten usw.). Auch die 2 Parts von ‘The Inner Journey’ (auch wenn’s manchmal nach ‘Wheel In The Sky’ klingt) können glatt als Prog durchgehen. Über das schon genannte ‘Black Roses’ müssen wir hier gar nicht reden. Das ist der Prog-Song auf dem Album überhaupt. Und den Bonus-Track finde ich auch richtig klasse.
Technisch wurde der Re-Mix perfekt umgesetzt. Hervorragende Sound-Qualität für ein eigentlich 22 Jahre altes Album. Somit alles richtig gemacht. Wer wissen will, wie sich Mystery in früheren Zeiten angehört haben (und noch leicht AOR angehaucht waren), sollte sich die 2018er Edition des Erstlingswerks auf jeden Fall zulegen.

Overtures - Artifacts (VÖ:17.06.2016)
Das Album ‘Artifacts’ der italienischen Band ‘Overtures’ um den Ausnahmesänger Michele Guaitoli (Temperance, Visions Of Atlantis) ist mir rein zufällig in die Hände gefallen. Ausversehen auf die Homepage der Band gestossen, ein bisschen gestöbert, gelesen dass Michele Guaitoli auf dem Album singt und einfach mal bestellt. Und was soll ich sagen ... ich bin restlos begeistert.
‘Overtures’ bewegen sich irgendwo zwischen Power-, Symphonic-, Melodic- und auch Progressive Metal und diese Mischung macht das Album zu keiner Sekunde langweilig.
Schon der Opener ‘Repentance’ knallt sehr opulent und flott aus den Boxen und mich überrascht die Stimme von Michele Guaitoli, ist sie doch ziemlich weit von seinen Sangesleistungen bei den anderen Bands bei denen er singt. Fast möchte ich behaupten, er klingt ein bisschen nach Tobias Sammet (Edguy, Avantasia). Das kommt vor allem beim zweiten Song ‘Artifacts’ rüber, weil er da dieses leichte ‘Jammern’ in der Stimme hat, das Herrn Sammet eigentlich so einzigartig macht. Der Song selbst ist überragend, toller Refrain, fettes Gitarren-Solo, ziemlich eingängig.
Noch mehr in die Avantasia geht dann das nächste Stück ‘Go(l)d’, das könnte locker auf einem Album von denen sein. Das trifft auch locker auf den nächsten Song ‘As Candles We Burn’ zu ... und Michele klingt immer mehr nach Herrn Sammet. Unglaublich.
Mehr Power-Metal ist dann ‘Profiled’, gefolgt von ‘Unshared Worlds’, und da ist der Refrain wieder sowas von Avantasia. Ich kann mich da nur wiederholen. Für mich eines der Highlights auf dem Album.
Apropos Highlight ... Progger sollten sich dann unbedingt den Song ‘Teardrop’ anhören, der mit über 10 Minuten
nicht nur der längste sondern auch der proggigste Song ist. Und als zweite Stimme taucht hier dann neben Caterina Piccolo als weiblicher Part ein gewisser Marco Pastorino auf, den man ebenfalls von Temperance aber auch von Virtual Symmetry kennt. Ein richtig geiler Song. Daran kann ich mich nicht satt hören.
Ein paar Songs habe ich jetzt nicht genannt ... sind aber alle auch gut.
Mit ‘Artifacts’ haben ‘Overtures’ ein kleines Meisterwerk abgeliefert, das einen breiten Hörerkreis ansprechen sollte. Unbedingt kaufen.

Oxley / Meier - The Alluring Ascent (VÖ: März.2019)
Mit ‘The Alluring Ascent’ legen die beiden Gitarristen Pete Oxley und Nicolas Meier ihr bereits viertes Album vor. Über die letzten zwei Alben ‘Chasing Tales’ und ‘The Colours Of Time’ kann meine Besprechung hier auf meinen Seiten nachgelesen werden.
‘The Alluring Ascent’ kann ohne Zweifel als Fortführung der 2. CD des Doppelalbums ‘The Colours Of Time’ bezeichnet werden, denn auch hier sind wieder die beiden weiteren Musiker Raph Mizraki (Bass) und Paul Cavaciuti (Drums) mit am Start sowie neu jetzt Keith Fairbairn, der die Percussions auf 5 Songs übernommen hat.
Wie auch schon auf den Vorgänger-Alben überwiegen die akustischen Gitarren und auch auf dem neuen Album teilen sich Pete und Nicolas die Gitarren-Soli in jedem Song.
Richtig cool ist der Opener ‘The Austin Bar’, hier fühlt man sich direkt nach Texas versetzt. ‘The Gift’, mit über 7 1/2 Minuten einer der längsten Songs, ist eher ruhig und getragen mit einer richtig schönen Melodie-Linie. Das folgende ‘East Coast Joys’ besticht für mich vor allem durch die genialen Bass-Linien. ‘Manzanita Samba’ ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein recht flotter Song mit zwischendurch tatsächlich Samba-Rhythmus. ‘September Song’ lässt ein bisschen die Herbst-Tristesse durchscheinen und so weiter ... die insgesamt 67 Minuten vergehen wie im Flug und enden mit ‘Our Beautiful Frantic Lives’, mit knapp 8 Minuten dem längsten Song, der für mich dann noch ein kleines Highlight darstellt.
Auch mit ‘The Alluring Ascent’ haben Pete Oxley und Nicolas Meier ein kleines Meisterwerk veröffentlicht das zeigt, was man alles auf 2 (meist) akustischen Gitarren zaubern kann. Freunde instrumentaler Gitarrenmusik können hier mal wieder bedenkenlos zugreifen. Einfach schöne Musik und mehr Infos gibt es auf der Homepage+.

Reija, Xavi - The Sound Of The Earth (VÖ:18.01.2019)
Xavi Reija ist ein katalanischer Drummer, der sich für sein neuestes Werk ‘The Sound Of The Earth’ die Creme de la Creme des progressiven Jazz besorgt hat, um ein kleines Meisterwerk in diesem Genre zu veröffentlichen. Denn seine Mitstreiter sind keine Geringeren als Tony Levin (Bass - bekannt vor allem von seiner Zusammenarbeit mit Peter Gabriel und bei King Crimson), Dusan Jevtovic (Gitarre) und Markus Reuter (Touch Gitarre), die beiden letztgenannten vor allem durch Veröffentlichungen des Moonjune Labels bekannt. Natürlich wurde auch ‘The Sound Of The Earth’ bei diesem Label aus New York veröffentlicht.
Das Album ist auch für Nicht-Jazzer ziemlich leicht verdaulich, da es unheimlich viel Atmosphäre und ruhige Parts beinhaltet. Und der Titelsong zieht sich in insgesamt 4 Parts, verstreut über die komplette Laufzeit, wie ein roter Faden durch das Album. Und diese Parts sind alle zwischen gut neun bis über 16 Minuten lang. Somit kann man sich, neben den ganzen Ausnahme-Musikern auf unglaublich spannende Prog-Jazz-Nummern der ruhigeren Art freuen, bei der alle Musiker ihr ganzes Können zeigen. Für mich sind vor allem die tollen, gefühlvollen Gitarren-Parts faszinierend. Es gibt aber auch recht free-jazzige Sequenzen, wie z.B. bei ‘The Sound Of The Earth II’, so dass auch ‘richtige’ Jazz-Liebhaber auf ihre Kosten kommen.
Freunde des Genres können hier bedenkenlos zugreifen.

RPWL - Tales From Outer Space (VÖ:22.03.2019)
Immerhin 5 Jahre haben uns ‘RPWL’ aus Freising warten lassen, um endlich mal wieder ein neues Studio-Album auf den Markt zu bringen. Wie der Titel des Albums schon vermuten lässt, haben sich die vier Jungs (es sind weiterhin Yogi Lang - Gesang und Keyboards, Kalle Wallner - Gitarre und Bass, Markus Jehle - Keyboards und Marc Turiaux - Schlagzeug am Start) dieses Mal in sieben ‘Kurzgeschichten’ (= Songs) dem Thema Science Fiction verschrieben.
Das Album beginnt mit ‘A New World’ recht ruhig und mit typischem RPWL-Rhythmus und Gesang ... hier ist die Wiedererkennung gleich mal bei 100%. Leider liegen mir die Texte des Albums nicht vor, aber es geht wohl um Außerirdische, die die Band treffen und durch Hand auflegen erfahren, wieviel Leid und wieviel Schlimmes auf der Erde durch die Menschen vorherrscht und suchen völlig erschrocken sofort wieder das Weite. Das ‘sofort’ dauert übrigens gute 8 1/2 Minuten und ‘A New World’ ist damit einer der drei Long-Songs auf dem Album und gleich mal ein Highlight.
Selbstverständlich für RPWL ist das komplette Album ohne einen Durchhänger, daher beschränke ich mich bei meiner Besprechung mal auf die herausragenden Songs. Und dazu gehört auf jeden Fall auch das gut 10-minütige ‘Light Of The World’, das schon mal richtig fett mit einem kurzen Gitarren-Solo beginnt, dann recht ruhig wird um dann an Bombast und Geschwindigkeit zuzunehmen. Und die immer wieder eingestreuten Gitarren-Soli sowie Tempo-Wechsel machen den Song zu etwas Besonderem. Interessant auch, wie man immer wieder auf das eigentliche musikalische Thema zurückkehrt. Für mich der abwechslungsreichste Song auf dem Album und das 1 1/2 minütige Gitarren-Solo am Schluss hätte von mir aus auch noch ein bisschen länger sein können.
Bei ‘Not Our Place To Be’ ist besonders erwähnenswert, dass kein Geringerer als Guy Pratt (bekannt von Pink Floyd Live-Auftritten und über seine Mitwirkung bei einigen Solo-Alben von David Gilmour) am Bass dabei ist.
Besonders erwähnen möchte ich dann auch noch den Song ‘Give Birth To The Sun’, mit knapp 9 Minuten der dritte lange Song der vor allem durch ausufernde Instrumental-Parts glänzt.
Wunderschön zum Abschluss dann noch die ‘Ballade’ ‘Far Away From Home’. Da ist Gänsehaut garantiert.
Früher wurden RPWL, auch wegen ihrer Vergangenheit als Pink Floyd - Coverband, oft mit Diesen verglichen. Aber mittlerweile kann das nicht mehr gelten, denn seit Jahren gehen sie ihren ‘eigenen’ Weg und haben sich dadurch auch ihren eigenen Kosmos erschaffen. Ich kann ‘Tales From Outer Space’ jedem Musikliebhaber nur wärmstens ans Herz legen. Eine richtig coole und auch schöne Scheibe, die es wahrscheinlich in meine Top 10 für das Jahr 2019 schaffen wird.

Saga - So Good So Far (Live at Rock Of Ages) (VÖ:28.09.2018)
Soweit ich mich erinnern kann, haben Saga schon ein paar Mal eine Abschiedstour gemacht. Aber gut ... die Rolling Stones machen das seit gefühlten 20 Jahren. Sei’s drum. Ich freue mich eigentlich über jede Tour, die die Band noch macht, begleiten sie mich doch schon fast mein ganzes musikalisches Leben (mein erstes Saga-Konzert war glaube ich auf der Tour nachdem sie die Platte ‘Worlds Apart’ herausgebracht haben, und das war im Jahr 1981). Und auch wenn die letzten paar Studio-CDs nicht wirklich herausragend waren (okay, ein paar gute Songs waren immer dabei), gab es auf Konzerten neben 2 neuen Songs dann doch immer wieder ein Best Of ... Und das ist auch das was die Fans auf die Konzerte getrieben haben.
Nun gibt es also eine neuen (und vielleicht wirklich letzten) Live-Output der Band. Aufgenommen wurde das Konzert vom Rock Of Ages Festival in Seebronn (Baden-Württemberg). Sozusagen das Schwester-Festival von Bang Your Head für die ältere Generation. Erstaunlich, was die Organisatoren des Festivals immer für ‘alte’ Bands Jahr für Jahr ausgraben. Im letzten Jahr war nun also Saga (neben z.B. Marillion, Gotthard, Dee Snider, Hello und der Spider Murphy Gang) als Top Act gebucht. Und wie es so kommt, wurden da neben ganz wenig neuen Songs wieder die ganzen alten Heuler gespielt. Also Time’s Up, Careful Where You Step, Humble Stance, Scratching The Surface, You’re Not Alone, Don’t Be Late, The Flyer und Wind Him Up. Und das alles in einer richtig guten Sound-Qualität sowie mit viel Spaß sowohl bei den beteiligten Musikern als auch beim Publikum. Daher kann ich nur empfehlen, dass Ihr Euch nicht nur die Doppel-CD besorgt sondern das Package zusammen mit der DVD, damit Ihr das ganze dann auch noch visuell verfolgen könnt. Ein krönender Abschluss von ca. 40 Jahren Saga. Muss man als Fan unbedingt haben.

Sechem - Disputes With My Ba. (VÖ:21.12.2018)
Oriental-Metal aus Spanien, besser gesagt aus Madrid. Hatte ich bis jetzt noch nicht in meiner CD-Sammlung aber man lernt ja nie aus und ich bin froh, dass ich die Scheibe habe. Eines schon mal vorweg ... richtig genial.
‘Sechem’ gibt es erst seit 2013, vor dieser hier vorliegenden CD wurden mit ‘[REN]loaded’ (2014) eine Demo-CD und mit ‘Renaissance Of The Ancient Ka’ (2016) eine EP veröffentlicht und es gab schon Touren mit der Yossi Sassi Band sowie Orphaned Land. Übrigens Yossi Sassi ... er war bis 2014 Gitarrist von Orphaned Land und hat ‘Disputes With My Ba’ auch produziert. Den Mix hat Arie Aranovich übernommen, der auch schon für Orphaned Land und Angra gearbeitet hat.
Über die Musik kann ich nur sagen ... WOW ... Der Opener ‘In Search Of Immortality’ knallt schon richtig rein. Zuerst ein kleines orientalisches Vorspiel und dann richtig fetter Metal im Stil von ‘Myrath’, wobei bei ‘Sechem’ der Unterschied darin besteht, dass die Vocals eine Dame namens ‘Ikena’ übernimmt und dass zwischendurch auch mal ein fetter Growl-Einsatz kommt. Und das alles gepaart mit einer orientalischen Grund-Stimmung. Klar, die Mischung Metal / weibliche süßliche Stimme / böse Growls sind jetzt nicht neu, aber zusammen mit dem Orientalischen und auch der ganzen Instrumentierung hat schon eine gewisse Alleinstellung. Ein fettes Gitarren-Solo darf natürlich auch nicht fehlen.
‘Mummify Me!’ ist nicht ganz so orientalisch sondern eher im Power-Metal-Bereich angesiedelt, aber deshalb nicht uninteressanter. Auch das folgende ‘Bird In A Cage’ geht in eine ähnliche Richtung.
Richtig fett dann ‘An Epic Journey to Yam’. Das geht richtig ab und die Geschwindigkeit des Songs erinnert mich ein bisschen an ihre Landsleute ‘Tierra Santa’ als sie noch nicht so weichgespülten Metal gemacht haben. Hammer guter Song und Live bestimmt ein Highlight. Auch das folgende ‘Sanehat’ ist ähnlich gelagert.
Für mich ein weiteres Highlight der CD ist dann noch ‘The Shipwrecked Sailor’, das etwas getragener daher kommt und am Schluss noch einen richtig genialen, ausufernden Instrumental-Part beinhaltet.
Knackigen Oldschool-Rock können sie übrigens auch (‘Rusty Nail’), das kurze Instrumentalstück ‘Waltz Of The Three Fates’ ist dann, wie der Name schon sagt was ganz anderes (richtig schön) und beim abschließenden ‘The Doomed Prince’ gibt es nochmal richtig fett was auf die Ohren.
Wer auf orientalisch angehauchten Metal steht (Myrath und Orphaned Land sind hier die Referenzen), der sollte das erste Studio-Werk von ‘Sechem’ unbedingt antesten. Ich finde die Scheibe richtig cool und interessant. Mal was ganz anderes. Leider habe ich keine Band-Homepage gefunden, so muss ich Euch auf ihren Facebook-Auftritt verweisen. Diverse YouTube-Videos gibt es aber auch.

Silent Wedding, The - Enigma Eternal (VÖ:10.03.2017)
Die griechische Prog-Metal-Band ‘The Silent Wedding’ habe ich bereits vor ein paar Jahren (2014) im Vorprogramm von ‘Threshold’ gesehen, als sie ihr Erstlings-Werk ‘Living Experiments’ vorgestellt haben. Damals war ich richtig begeistert von der Band und vor allem die musikalischen Nähe zu ‘Savatage’ war frappierend.
Nun haben die Griechen mit ‘Enigma Eternal’ 2017 den Nachfolger präsentiert und auch dieses Mal folgte (jetzt im Sommer / Herbst 2018) eine Tour zusammen mit ‘Threshold’. Leider war ich auf dieser Tour nicht persönlich anwesend, weil kein Konzert in meiner Nähe stattgefunden hat. Bilder der Gigs deuten aber auf eine recht erfolgreiche Tour mit vielen Besuchern hin. Und das finde ich schön auch für ‘The Silent Wedding’, können sie doch so auch einem größeren Kreis von Musikliebhabern ihre richtig geniale Scheibe vorstellen. Und ich wünsche den sympathischen Jungs wirklich Erfolg.
‘Enigma Eternal’ ist soundmäßig auf jeden Fall nochmal eine Stufe höher als der Vorgänger und auch musikalisch hat sich die Band eindeutig weiterentwickelt und gehen mit diesem Output nicht mehr unbedingt als Savatage-Klon durch.
Nach einem kurzen Intro (‘A Living Experiment’) geht es mit ‘Shadows & Dust’ schon mal recht brachial durch die Hörgänge. Leichte Dream Theater - Grundstimmung, fettes Gitarren-Riff, äußerst aggressiver Gesang in den Strophen, gefühlvoll im Refrain und dann noch ein paar kleine Anleihen an Power-Metal. Ein ganz schönes Brett zum Einstieg. ‘What Lies Beyond’ folgt dann als eher straighter Rocker gepaart mit einer Melodie-Linie, die nicht mehr aus dem Kopf geht und einem fetten Gitarren-Solo. Auf jeden Fall ein Highlight auf dem Album. ‘Insanity’ glänzt dann eher mit atemberaubenden Keyboard-Läufen und einem Battle mit der Gitarre. Die beiden nächsten Songs ‘The Endless Journey’ und ‘A Dream Of Choices’ hauen in eine ähnliche Kerbe wie die Tracks davor, wobei vor allem der zweitgenannte Song so einen genialen Refrain hat. Unglaublich.
Was dann folgt ist wohl eine der schönsten Metal-Balladen die ich jemals gehört habe. ‘Loneliness’ ist so unheimlich intensiv, sowie bei der Instrumentierung (geniales Keyboard von Johnny Thermos) als auch beim Gesang. Sänger Marios Karanastasis kommt hier sowohl stimmlich als auch vom Gefühl her sowas von nahe an seinen Landsmann Demis Roussos ran (viele kannten ihn als Deutschen Schlagersänger, wenige wissen vielleicht, dass er in seiner Anfangszeit zusammen mit Vangelis bei der griechischen Prog-Band ‘Aphrodites Child’ war und dort ein paar Jahrhundert-Songs abgeliefert hat). Und dann noch das Gitarren-Solo von Jim Katsaros ... Gänsehaut pur. Die Rhythmustruppe, also Tom K. Wood (Bass) und Renos Lialioutis Drums) veredeln diesen Song noch zusätzlich. Davon gibt es übrigens auch ein YouTube-Video.
Die restlichen 4 Songs gehen dann wieder alle Richtung Prog-Metal vom Feinsten ohne einen Ausfall. Die CD endet dann mit dem Instrumental ‘Hands Of Fate’, das ich mal als ‘leicht experimentell’ bezeichnen möchte.
Mit ‘Enigma Eternal’ ist ‘The Silent Wedding’ ein kleines Meisterwerk gelungen, das in keiner CD-Sammlung fehlen darf. Zu beziehen ist das Werk entweder über ihre Homepage oder (günstiger) über die Facebook-Seite der Band. Lohnt sich auf jeden Fall.

Virtual Symmetry - XLive Premiere (2CD / BluRay) (VÖ:09.11.2018)
Von der Prog-Metal Band ‘Virtual Symmetry’, beheimatet soweit ich weiß in der italienischen Schweiz, habe ich, und ich schäme mich ein bisschen dafür, bis vor Kurzem noch nie was gehört. Und manchmal ist es absoluter Zufall, wie man zu einer neuen Band in der Sammlung kommt.
In diesem Jahr war ich 6 mal auf den Symphonic Metal Nights mit Serenity als Headliner und - bei wechselnden Vorbands - waren insgesamt 4 mal die Italiener ‘Temperance’ als Opener mit an Bord. Nicht nur dass mir die Band (und auch die total sympathischen Musiker) unglaublich gut gefällt, nein, denn Gitarrist und Background-Sänger Marco Pastorino, und das habe ich jetzt erst erfahren, ist gleichzeitig auch Sänger eben von ‘Virtual Symmetry’. Somit war es natürlich klar, dass ich mir, zumal ich dann gelesen hatte, dass die Jungs Prog-Metal machen (und das ja weit weg von der Musik von Temperance ist), auf jeden Fall eine CD zu Gemüte führen werde. Und zufälligerweise wurde vor kurzer Zeit eine Live-Doppel-CD samt BluRay veröffentlicht, die man für wenig Geld direkt über die Homepage von Virtual Symmetry beziehen kann.
Die Band wurde bereits im Jahr 2009 gegründet, 2014 wurde mit ‘Program Error (We Are The Virus)’ die erste Single veröffentlicht, 2016 folgte das erste Album (Message From Eternity), 2017 die EP ‘X-Gate’ und jetzt eben die erste Live-Veröffentlichung.
Bisheriger Höhepunkt der Band waren sicher die Auftritte als Opening Act von Dream Theater in Italien. So konnte man sein Können einem großen Publikum unter Beweis stellen.
Aufgenommen wurde XLive Premiere am 31.März 2018 in Agno (Schweiz) und wenn man die Publikumsreaktionen so sieht, muss es ein richtig fulminanter Auftritt gewesen sein.
Zu ‘Virtual Symmetry’ gehören neben dem genannten Marco Pastorino (Vocals) noch der Kopf und Gitarrist der Band Valerio AEsir Villa, Bassist Alessandro Poppale, Keyboarder Marco ‘Mark’ Bravi sowie Davide Perpignano an den Drums. Und um es schon mal vorweg zu nehmen, alle, wirklich alle der beteiligten Musiker machen einen ausgezeichneten Job. Das beginnt mit den unglaublich genialen und ausufernden Gitarren-Soli, geht über die genialen Keyboard-Parts, die mehr als einmal sehr stark an Mark Kelly von Marillion erinnern, weiter zum hervorragenden Gesang der wirklich wie die Faust auf’s Auge zu der Musik passt bis zu der grandiosen Rhythmus-Arbeit, die auch bei hochkomplizierten Passagen unglaublich souverän klingt.
Aber nun zur eigentlichen CD-Besprechung.
Das Konzert beginnt mit einem recht kurzen Opener namens ‘Darkened Space’ und wie der Name schon ein bisschen verrät, kommt hier ein ziemlich spährisches und mystisches Keyboard zum Einsatz und man fühlt sich ein bisschen an Vangelis erinnert. Auf jeden Fall ein richtig cooles Intro für ein Konzert. Es folgt dann gleich die oben genannte erste Single ‘Program Error (We Are The Virus)’ und hier wird auf knapp 11 Minuten feinster Prog-Metal geboten. Bombast, Keyboard-Teppiche, Piano-Kläng im Mid-Tempo, nach 2 Minuten schon das erste kleine Gitarren-Solo. Progger-Herz was willst Du mehr. Dazwischen wird auch mal richtig gerockt und man erkennt die Nähe zu Dream Theater (wobei Marco Pastorino die Höhen weitaus besser singen kann als James LaBrie). Dann noch ein kurzer Frickel-Part mit quietschendem Keyboard a la Jordan Rudess und die Dream Theater - Kopie ist perfekt. Wobei der Song insgesamt eingängiger und melodiöser ist als die komplizierten Songs von Dream Theater. Das folgende ‘Soul’s Reflection’ ist etwas straighter, rockiger und nicht ganz so abwechslungsreich, was allerdings auch an der Länge von ‘nur’ knapp 7 Minuten liegen könnte, und hat eine geniale Melodie-Linie sowie einen coolen, ruhigeren Mittelteil, bevor Valerio wieder seine Gitarre wimmern lässt.
Der für mich komplizierteste Song kommt dann mit ‘Pegasus’, bei dem sich alle Musiker auf 11 1/2 Minuten zu Genüge austoben können. Und auch hier sind wieder einige Anleihen an Dream Theater zu erkennen. Sei es der von DT bekannte Grund-Rhythmus, die Gitarren-Läufe, der Keyboard-Sound, das ausgiebige Drum-Solo ... einfach alles. Aber richtig cool gemacht.
 Richtig ‘schön’ wird es dann bei ‘You’ll Never Fall Again’, das romantisch nur mit Piano beginnt, dann in einen Bombast wechselt und mit einem Gitarren-Solo von Minute 06:10 bis zum Ende (nach 9 1/2 Minuten) abschließt. Hammer genial. CD 1 endet dann mit einem Piano-Solo namens ‘Silent Sweetness’, auf dem Marco Bravi zum wiederholten Male sein Können zeigen darf.
Wer aber nun glaubt, das Beste sei jetzt schon vorbei, sollte ganz schnell CD2 in den Player legen. Denn der zweite Teil des Konzertes beinhaltet noch eine wahnsinnige Steigerung des Ganzen.
Es beginnt mit ‘Eyes Of Salvation’. Hier fühlt man sich am Anfang durch das 2-minütige Intro an Ayreon erinnert, mündet dann aber sofort in einen fetten, getragenen Bombast, gefolgt von einer akustischen, gefühlvollen Strophe um dann beim Refrain in ein Teil mit fetten Gitarren-Riffs zu wechseln. Genau so muss Prog-Metal sein. Dann wieder ein reiner Piano-Part und ein Ende im Stil von Dream Theater. Richtig geile 11 Minuten.
In eine ähnliche Kerbe (und auch da sind die Vorbilder Dream Theater nicht von der Hand zu weisen) haut dann das folgende ‘Alchymera’, nur mal locker ausgedehnt auf 14 1/2 Minuten (samt einem genialen Gitarren-Solo so ziemlich in der Mitte des Songs).
War das jetzt endlich der Höhepunkt? Haha ... nein, denn mit ‘Elevate’ gibt es einen 9 1/2 minütigen Short-Track (Achtung, kann Teile von Ironie enthalten), auf dem neben den allen schon beschriebenen Trademarks der Band zusätzlich mit Diane Balzari noch eine Ausnahme-Sängerin auf die Bühne kommt und mit Marco Pastorino ein geniales, Gänsehaut-Duett zelebriert. Fast nicht zu erwähnen brauche ich, dass die Gitarren-Soli zwischen den Strophen ebenfalls Gänsehaut erzeugen könnten. Was für eine geile Bombast-Ballade, die am Ende dann auch noch etwas rockiger und episch wird..
Ist jetzt endlich der Höhepunkt erreicht? Haha ... nein, denn mit ‘Message From Eternity’ folgt auf schlappen 25 1/2 Minuten mit das Beste, was ich in den letzten Jahren an Prog-Metal gehört habe. Und das war wirklich Einiges. Auf diesen 25 Minuten gibt es alles, was das Progger-Herz begehrt. Am Anfang ein instrumentaler Part samt Klarinette (?), bombastisch ohne Ende, der nach 5 Minuten in ein geniales Gitarren-Solo mündet. Es scheint sich um ein mehrteiliges Stück zu handeln, denn zwischendurch gibt es immer wieder eine kleine Pause mit frenetischem Applaus. Der nächste Part beginnt mit Piano und der genialsten Sangesleistung, die Marco Pastorino auf der CD abliefert. Richtig gefühlvoll und mit Herz dargeboten. Zwischendurch immer wieder dieser Bläser-Einsatz, der mich unweigerlich an frühere Jahre mit ‘Supertramp’ erinnert und richtig bombastisch nach knapp 16 Minuten wieder mit fettem Applaus endet. Und dann folgen die restlichen knapp 10 Minuten, die mir das eine und andere Mal wieder Gänsehaut bereiten. Piano und diese Klarinette (wobei es auch ein genial gespieltes Saxophon sein könnte), dahinter ein grandioser Keyboard-Teppich, nach 19 1/2 Minuten ein fetter Marsch-Rhythmus und bis zum Ende des Songs, also schlappe 6 Minuten ein obergeniales Gitarren-Solo samt Vorstellung der beteiligten Musiker. Oh man ... was für ein Epos.
Wenn ich bedenke, dass dieser Song auf YouTube (in der Studio-Version immerhin auch 23 Minuten lang) bis gestern gerade einmal 67 Aufrufe hatte, kommt mir echt so ein bisschen die Galle hoch. Wie kann man so ein Meisterwerk nur so ignorieren und ich hoffe mal, dass mit meiner Review der Bekanntheitsgrad der Band gesteigert wird und der eine oder andere Leser diese geniale Live-CD kauft.
Auf der BluRay ist das komplette Konzert auch noch visuell veröffentlicht in einer hervorragenden Sound-Qualität (die die CD übrigens auch besitzt, hier wurden keine Kosten und Mühen gescheut um eine richtig professionelle Veröffentlichung zu präsentieren) und mit einer richtig guten Kameraführung. Und den ganzen Spaß gibt es für schlappe 27,90 Franken zu kaufen. Ich kann Euch nur inständig bitten, dieses Werk zu kaufen. Ihr werdet wie ich ich sowas von begeistert sein. Ich liebe dieses Teil und hoffe, dass ich die Band irgendwann einmal live erleben darf.

Visions Of Atlantis - The Deep And The Dark Live @ Symphonic Metal Nights (VÖ:22.02.2019)
Die österreichische Symphonic-Metal-Band ‘Visions Of Atlantis’ ist, das muss ich einfach mal zugeben, im letzten Jahr zu einer meiner Lieblings-Bands geworden. Von Februar 2018 bis heute habe ich sie glaube ich ungelogen 6 oder 7 mal live gesehen (das letze Mal letztes Wochenende am 17.03.2019 zusammen mit Evergrey) und es war immer ein Erlebnis. Nicht nur dass die Musik richtig genial ist (wenn man auf Symphonic Metal steht), nein, auch die Musiker sind einfach nett, symphatisch und immer für einen Spaß zu haben.
Beim letzten Part der Symphonic Metal Nights Ende 2018 (zusammen mit Temperance, Dragony und Serenity), von dem auch die Aufnahmen dieses Live-Albums stammen, ist dann sozusagen die Bombe geplatzt und Sänger Siegfried Samer hat aus Zeitgründen seinen Ausstieg aus der Band bekannt gegeben. Gleichzeitig wurde aber auch sein Nachfolger, nämlich Michele Guaitoli vorgestellt und die zwei Sänger haben sich den Auftritt geteilt. Ich persönlich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn die Stimme von Siegfried Samer hat einfach hervorragend zur weiblichen Stimme (Clémentine Delauney) gepasst und man hat es Clémi bei den Auftritten angemerkt, dass sie schon recht traurig über diese Entscheidung war. Ich war unter anderem auf dem allerletzten Konzert von Siegfried Samer mit VoA in Wien und da sind schon ein paar Tränen bei ihr geflossen. Gut, das war das weinende Auge. Das lachende Auge ist, dass Michele Guaitoli, den man vor allem als Sänger von Temperance und Overtures kennt, diese Lücke schließen kann oder konnte, obwohl er von der Stimmfarbe her doch ein bisschen anders klingt. Vor allem bei meinem letzten Konzert von VoA hat man gemerkt, dass er sich in der Band mehr als wohl fühlt und sichtlich Spaß hat. Und auch die Duette mit Clémi klingen jetzt zwar anders aber trotzdem richtig genial.
Nun noch kurz zum Live-Album selbst. Es werden natürlich viele Songs des letzten Studio-Albums ‘The Deep & The Dark’ präsentiert (alle bis auf zwei), das ich im Übrigen nur jedem ans Herz legen kann. Daneben gibt es aber auch ein paar alte Perlen wie z.B. ‘Lost’, ‘New Dawn’ oder auch ‘Passing Dead End’.
Insgesamt ein tolles Live-Album, das sowohl als guter Einstieg in die Musik von VoA taugt, aber auch natürlich die Fans der Band voll bedient. Bei mir läuft die Scheibe gerade rauf und runter und ich kann nicht genug davon bekommen. Somit gibt es hier von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Aufgenommen und gemischt wurde das Album übrigens von Michele Guaitoli himself und der Sound ist genial.

Warkings - Reborn (VÖ:16.11.2018)
Die Seelen von echten Kriegern dürfen nach einem ehrenvollen Tod neben ihren Göttern verweilen. So geschah es, dass sich vier der tapfersten Kriegshelden begegneten: ein römischer Tribun (‘The Tribune’ - War Chants, also Vocals), ein wilder nordischer Krieger (‘The Viking’ - Battle Axe, also Bass), ein strenger Kreuzritter (‘The Crusader’ - Steelwing, also Gitarre) und ein tödlicher Spartiat (‘The Spartan’ - War Drums selbsterklärend). Der Gottvater selbst war von dieser Begegnung so begeistert, dass er alle vier wieder zum Leben erweckte.
Fortan wurden sie die Warkings genannt und sollten puren und unverfälschten Heavy Metal als neue Religion verbreiten und die wahren Geschichten ihrer Taten unter die Menschheit bringen. Soweit die (etwas ergänzte) offizielle Ankündigung der Plattenfirma Napalm Records und damit wäre auch der Titel des Debüt-Albums erklärt, die Wiedergeburt der Kriegs-Könige.
Bevor ich näher auf das Album eingehen möchte eines vorweg: ‘Reborn’ ist das mit Abstand geilste Power-Metal-Album geworden, das ich jemals in meinem Player hatte. Und die ganzen Genre-Größen von ‘Helloween’ über ‘Gamma Ray’ bis ‘Manowar’ können einfach einpacken.
Aber nun zum Wichtigsten, der Musik.
Nach einem kurzen, leicht orientalisch angehauchten Gitarren-Intro gibt’s mit ‘Give ‘Em War’ gleich mal sowas von ein Gitarren-Brett gepaart mit Double-Drums auf die Zwölf. Und dann dieser Refrain ... eingängig bis zum geht nicht mehr (Hold your hammers high, Let the chariots fly, Give ‘em war, Give ‘em War, Give ‘em War). Großartig. Das atemberaubende Gitarren-Solo ebenfalls großartig. Für mich im Moment, wo ich das Album vielleicht 20x gehört habe, eins der absoluten Highlights. Besser kann man Power-Metal nicht zelebrieren.
‘Never Surrender’, das nächste Brett. Auch hier wieder fette Gitarren- und Rhythmus-Arbeit sowie ein Refrain der einfach im Hirn stecken bleibt. Für mich der zweite Lieblings-Song.
Es folgen mit ‘Hephaistos’ (bekanntermaßen der griechische Gott des Feuers) und ‘Gladiator’ zwei Songs, die vorab schon auf YouTube veröffentlicht wurden. ‘Hephaistos’ eher im getragenen, bombastischen Stil (und schon wieder einem Götter-Refrain), ‘Gladiator’ pfeilschnell, markant, zum mitgröhlen geeignet. Gladiator auf jeden Fall Highlight Nr. 3.
‘Holy Storm’ ist dann nicht ganz so eingängig wie die vorangegangenen Songs, mit mehr Tiefe und ‘Abwechslung’. Aber (oder vielleicht auch deshalb) richtig gut. Und auch wieder mit einem göttlichen Gitarren-Solo.
Mein ‘heimliches Highlight’ ist im Moment ‘Battle Cry’. Kriegsschlachten-Gebrüll zum Einstieg, danach nicht ganz so Power-Metal-Lastig wie die meisten anderen Songs. Mit ein bißchen orchestralem Keyboard-Teppich im Hintergrund könnte dieser Song auch in einem anderen Genre ein Top-Song werden (dieser Refrain ... unglaublich, das kurze, getragene Zwischenstück, das Gitarren-Solo ... einfach nur geil).
Mit ‘Fire Falling Down’ folgt die nächste Power-Metal-Hymne. Fire - Falling, You see the world is burning ... erstklassig das Thema umgesetzt. Auf Konzerten auf jeden Fall auch wieder ein Song zum mitbrüllen und Matte schütteln.
Mit ‘Sparta’ folgt für mich eine kleine Überraschung. Nicht wegen dem Song (der ist einfach nur geil), sondern weil hier als böser Growler kein Geringerer als Mr Debauchery (also Thomas Gurrath) gewonnen werden konnte. Und wer sich in der Welt von Debauchery auskennt weiß was ihn erwartet. Auch wer keine Growls mag, wird hier in den Bann gezogen. Auf YouTube gibt es übrigens ein Video von dem Song, bei dem nicht Mr. Debauchery sondern die ‘Queen Of The Damned’ den bösen Part übernommen hat. Und auch wenn ich die Version mit Thomas Gurrath herausragender finde, ist auch die Version mit der Queen Of The Damned einfach genial. Lieblich wie sie (eigentlich) aussieht, habe ich sie schon live auf einem Konzert (mit einer anderen Band) erlebt ... und sie kann wirklich so ‘böse’. Da ist es mir beim ersten Live-Erlebnis eiskalt den Rücken runter gelaufen. Ich sage nur Ahuuuu - SPARTA ... absolutes Highlight.
Die CD endet mit ‘The Last Battle’, und das ist ein mehr als würdiger Abschluss. Hier nochmal Power-Metal vom Feinsten. Our Kingdom - War, Our Duty - War, For Freedom - War, To The Death. Damit ist alles gesagt.
Nun gut ... ich habe geschrieben damit ist die CD zu Ende und besprochen. Ist sie aber nicht. Denn es gibt noch einen Bonus-Track namens ‘Die Flut’. Und der ist sowas von geil. Zuerst nur mit Piano-Begleitung beginnt der Song, später dann noch mit orchestralem Bombast und mit einem Text, der einem das Herz zerreißt und der sowas von tiefgreifend ist. ‘Es ist egal was du tust, Wir sind Segen und Fluch, Heute endet es, dein letztes Gefecht, Wie weit kannst du geh’n, Heute endet es, deine letzte Schlacht, und dann kommt die Flut.’ Dieser Song ist nicht nur total überraschend sondern geht auch unter die Haut. Ich habe mir lange überlegt, ob ich diesen Satz schreiben soll, weil er dem Song nicht im Ansatz gerecht wird, aber ‘Unheilig’ können sich eingraben.
So, nun bin ich tatsächlich durch mit meiner Review und auch nach dem 21. Hören immer noch hin und weg. Für mich die Metal-Scheibe des Jahres oder des Jahrzehnts. Ich befürchte mal, dass lange Zeit nichts besseres nachkommen wird. Somit muss man dieses Teil haben.
Im Internet kreisen schon diverse Vermutungen, wer hinter den 4 Charakteren als ‘reale Musiker’ stecken könnten. Da gibt es die unterschiedlichsten Meinungen ... aber ist es im Grunde nicht einfach egal? Manche Vermutungen sind vielleicht richtig, viele sind sicherlich falsch. Und am Ende sind es vielleicht tatsächlich wiedergeborne Kriegshelden, die ihre Mission auf der Erde vollenden und ihre Heavy Metal Religion verbreiten. Wer weiß es schon.

Ach ja ... die Warkings werden ihre Mission am 08. Dezember 2018 zum ersten Mal in Wien in der Szene Wien live unter die Leute bringen. Wer Lust und Zeit hat, sollte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen (übrigens zusammen mit der offiziellen CD-Präsentation von ‘Dragony’). Vielleicht sieht man sich ja dort auf ein Bier oder zwei und vielleicht gehen wir dann mit einer anderen Religion nach Hause.

Und weil ich mit meiner Begeisterung nicht alleine bin, haben ich von Martina L. auch noch eine Gast-Kritik bekommen, für die ich mich recht herzlich bedanke.

Da werden also vier Kriegsgötter (ein römischer Tribun, ein Wikinger, ein Kreuzritter und ein Spartaner) von ihrem gemeinsamen Göttervater Odin zurück auf die Erde geschickt, um uns normalen Menschen von ihren Heldentaten auf den diversen Schlachtfeldern der Geschichte zu berichten. Und weil es so gut zum Thema passt, tun sie genau das in allerfeinster Power-Metal-Manier.
Wie es sich für Gesandte Odins gehört, ziehen sie uns mit ihrem Debüt “Reborn” gleich mächtig in ihren Bann.
Glorreiche, melodische Power-Metal-Hymnen der feinsten Sorte liefern die vier geheimnisvollen Kriegshelden hier eine nach der anderen ab. Druck- und kraftvoll, mit herausragendem Gesang, stets ergänzt von rauheren Tönen in den backings, begleitet von tollen, schnörkellosen Riffs lassen die vier Krieger vom Anfang bis zum Ende nicht nach.
Unglaublich eingängige Songs finden sich da, zum Mitsingen und Fäusteschwingen bestens geeignet, schnell skandiert man die Choräle mit den Kriegshelden mit und wähnt sich selbst auf den staubigen Schlachtfeldern der Geschichte, sieht die Kriegshämmer, Streitäxte und Schilde aufblitzen.
Man ist erinnert an Helloween in den besten Tagen und auch Manowar kommen einem natürlich in den Sinn (v.a. auch beim Blick auf das Cover), das ganze ist aber alles andere als altmodisch oder angestaubt, im Gegenteil kommt das gesamte Album frisch und packend-spannend daher.
Favoriten möchte ich keine nennen, es gibt einfach keine besseren oder schlechteren Songs, sie sind alle erstklassig. Da ist definitiv kein Skip-Song dabei. Durchgängig großartig ist dieses Album, am Schluss kommt dann ein Bonus-Track, der einem dann nochmal buchstäblich den Atem raubt, so überraschend und ganz anders ist dieser als der Rest der Songs und dennoch perfekt passend als Abschluss dieses genialen Debüts.
Ganz klar gibt’s hier die Höchstnote und für mich ist das eines der Top-Alben des Jahres 2018!

Within Temptation - Resist (VÖ:01.02.2019)
Zu ‘Within Temptation’ hatte ich bisher immer ein sehr gespaltenes Verhältnis. Die letzten Alben hatten immer ein paar richtig gute Songs aber (für mich) auch diverse Durchhänger. Mit ‘Resist’ hat sich das zumindest ein bisschen geändert. Irgendwie haben sie den Stil in ‘meine’ Richtung, die ja zwischen Prog und Symphonic Metal schwankt (je nach Stimmung), verändert.
Schon der Opener ‘The Reckoning’ gefällt mir richtig gut. Passende Härte, wirklich guter Gesang (schönes Duett mit Sharon del Adel und einem gewissen Jacoby Shaddix, den man von Papa Roach kennt), Refrain mit Wiedererkennungswert, nette Growls im Hintergrund ... fein gemacht. Auch das folgende ‘Endless War’ geht richtig gut ins Ohr (und nicht mehr raus), wobei mir die Melodie-Linie irgendwie bekannt vorkommt. Schöner Mid-Tempo-Song. ‘Raise Your Banner’, ein Duett mit Anders Fridén (In Flames) kommt auch gut rüber, wobei Herr Fridén von mir aus auch einen größeren Part hätte bekommen können. Cool auch die Gitarren-Arbeit.
Ich möchte hier nicht alle Songs im Einzelnen besprechen, aber insgesamt gibt es eigentlich keinen Ausfall. Mal mehr Härte, mal mehr Symphonisch, immer schöne Melodien. Ein Song sticht vielleicht doch noch ein bisschen heraus, nämlich ‘Firelight’, ein Duett mit Jasper Steverlinck (Guilt Machine), eine richtig geniale Power-Ballade.
Für mich das bis jetzt beste Album von Within Temptation und da muss man unbedingt rein hören.

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