Neue CD-Kritiken

Neue CD-Kritiken

 

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Helene Fischer oder Andrea Berg gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet darf sie behalten !!

 

30.03.2018

01.05.2018

12.07.2018

23 Acez - Embracing The Madness

Ayreon - Best Of Ayreon Live

Arena - Double Vision

Boscher, Xavier - Zoologica Duodecim #1: Ocean

Frequency Drift - Letters To Maro

Chapter 7 - Frozen Fields

Deafening Opera - Let Silence Fall

Kamelot - The Shadow Theory

Cyrcus Flyght - The Clueless Caravan

Downriver Dead Men Go - Departures

Kobra And The Lotus - Prevail II

Devilizer - The Obscuring

Katsionis, Bob - Prognosis & Synopsis

Phi - Cycles

Fields Of Troy - The Great Perseverance

Melted Space - Darkening Light

Pinski - Sound The Alarm

Maiden United - Empire Of The Clouds

Orphaned Land - Unsung Prophets & Dead Messiahs

Subsignal - La Muerta

Mother Bass - Mother Bass

Powerized - The Mirror’s Eye

Temperance - Of Jupiter And Moons

Phantom Elite - Wasteland

Secret Rule - The Key To The World

 

Project Patchwork - ReFlection

Sleeping Romance - Alba

 

Tumble Town - Never Too Late

Visions Of Atlantis - The Deep & The Dark

 

Unkh - Innerverse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

23 Acez - Embracing The Madness (VÖ:08.03.2018)
Die belgische Band ‘23 Acez’ ist eine Neuentdeckung auf meiner Seite, obwohl ‘Embracing The Madness’ nach ‘Crossroads’ (2012) und ‘Redemption Waves’ (2014) bereits das dritte Album ist. Musikalisch ist ‘23 Acez’ schwer einzuordnen. Es ist eine Mischung aus Melodic Metal mit leichten Prog-Metal-Einflüssen. Am ehesten erinnern mich die Jungs um Ausnahmesänger Benny Willaert, der wirklich einen tollen Job macht, an Brainstorm oder auch nicht so komplizierte Lanfear. Auf jeden Fall beginnt es schon mal gut mit dem 2 1/2 minütigen instrumentalen Opener ‘Re-’, zuerst sphärisch und orchestral und dann mit gewaltigem Gitarren-Gewitter. Macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Danach folgt schon das erste Highlight des Albums mit ‘Animation’, bei dem die progressiven Einflüsse auf jeden Fall spürbar sind. Getragener Mid-Tempo-Metal mit einprägsamem Refrain, gefolgt von einem Break samt gefühlvollem Gitarren-Solo. Cooler Song. Der folgende Song ‘Cellbound’ ist ähnlich aufgebaut aber insgesamt etwas härter / böser. Die obligatorische Quoten-Ballade darf auch nicht fehlen und kommt sofort mit ‘Shadows’, wobei Ballade nur für die erste Hälfte des Songs zutrifft. Danach wird es etwas flotter und metallischer.
Besonders erwähnen möchte ich noch das Titelstück, das ebenfalls ziemlich proggig angehaucht ist (auf jeden Fall der abwechslungsreichste Song auf der Scheibe) und den Schluss-Track ‘Freefall’, der auch besonders heraussticht.
Insgesamt sind ‘23 Acez’ eine interessante Band und Fans des Genre dürfen gerne mehr als ein Ohr riskieren. Es gibt auch ein paar Videos (von älteren Songs) auf YouTube sowie natürlich mehr Infos auf ihrer Homepage.

Arena - Double Vision (VÖ:25.05.2018)
In Windeseile nach nur 3 Jahren haben meine Lieblings-Neo-Progger ‘Arena’ einen Nachfolger von ‘The Unquiet Sky’ raus gehauen. Die erste Überraschung ist schon mal, dass der Bassist (Kylan Amos) nicht schon wieder ausgetauscht wurde (das war ja im Laufe der langen Karriere von ‘Arena’ neben der Position des Sängers so etwas wie der Schleudersitz). Also kein Line-Up-Wechsel gegenüber dem Vorgänger. Ein erster Blick auf die Eck-Daten, 7 Songs, 55 Minuten, lassen auch schon mal auf ausufernde Long-Songs hoffen. Leider vergeblich, denn wenn man den letzten Song ‘The Legend Of Elijah Shade’ mit 22 1/2 Minuten abzieht, bleibt für die restlichen 6 Songs nicht mehr so viel übrig. Aber sei’s drum ... wenn es trotzdem genial ist, kann man sich bei ‘Arena’ auch mal auf 4 1/2 bis 7 Minuten pro Song freuen.
Der Einstieg mit ‘Zhivago Wolf’, gleich mal ein Short-Track mit knapp 5 Minuten, beginnt schon mal recht dramatisch mit Steichern und dann typischen Arena-Riffs, Keyboard-Läufen und den einfach zu 100% wiedererkennbaren Gesangs-Linien. Irgendwie erinnert mich das ganze an ‘The Visitor’, also der CD von ‘Arena’, die dieses Jahr immerhin 20 Jahre auf dem Buckel hat. Und lustigerweise ist auf ‘The Visitor’ ja ein Song namens ‘Double Vision’ mit drauf. Ein Schlem und so ...
Der nächste Song ‘The Mirror Lies’ besticht durch genialen Gesang, der Abwechslung zwischen traumhafter Melodie und zwischendurch eingestreuten Metal-Riffs durch Gitarrero John Mitchell, die eher an ‘Threshold’ als an Arena erinnern. Dazwischen ein Keyboard-Solo (gepaart mit dem Metal-Riff) ... richtig geil Geht ins Ohr und nicht mehr raus. Ganz sicher eines der Highlights auf der CD (und mit 7 Minuten auch eine ansprechende Länge für viele Stil- und Tonart-Wechsel). Was fehlt ist ein Gitarren-Solo.
Das folgende ‘Scars’ könnte auch ein ‘Crying For Help’ Part 23 oder so (keine Ahnung wie viele Parts jetzt schon gibt) sein, und das nicht nur wegen dem Refrain ‘Help me to find a way to talk to you’. Alleine das ‘Help me’ ist einfach so typisch ‘Crying For Help’. Richtig gut gemacht ... und endlich mal ein kleines Gitarren-Solo zwischendrin. Auch ein richtiger Ohrwurm.
Mit ‘Paradise Of Thieves’ wird es dann ein wenig bombastischer und auch vertrackter. Eher kein Song der im Hirn bleibt. Dafür fehlt die eingängige Melodie-Linie. Das ist mehr so Arena 4.0, nicht schlecht aber tatsächlich ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Das braucht ein paar Höhrdurchgänge um damit warm zu werden. Aber ist ja nicht schlimm. Eher interessant.
Bei ‘Red Eyes’ werden dann alle ‘alten’ Arena-Fans (so wie ich ... ich verfolge die Band schon seit ihrem Erstlingswerk ‘Songs From The Lion’s Cage aus dem Jahr 1995) frohlocken. Auch wenn der Song ein bisschen metallisch, hart angehaucht und moderner ist, hätte er locker auf dem Debut-Album sein können. Für mich das zweite Highlight der Scheibe. Der Refrain geht ebenfalls nicht mehr aus dem Kopf. Was fehlt ist ein Gitarren-Solo.
Mit ‘Poisoned’ kann ich jetzt am wenigsten anfangen. Akustischer, ruhiger Song. Richtig gut gesungen aber mir zu langweilig.
Tja und dann ... kommt der krönende Abschluss mit ‘The Legend Of Elijah Shade’, dem längsten Song den Arena jemals geschrieben haben. Unterteilt ist dieses Werk in Parts. Am Anfang könnte man meinen Gollum (Ihr wisst schon ... das Gerät von Herr der Ringe) hätte einen Gast-Auftritt, dann 3/4 Takt, Breaks, geile Gesangs-Linie. Fett. Das alles war Part 1 (Veritas). Part 2 (I Am Here) beginnt nur mit Keyboard / Piano und Gesang, danach setzt noch die Gitarre ein mündet in einer Gänsehaut-Melodie. So gefühlvoll hat Paul Manzi glaube ich noch nie gesungen. Und schon sind 6 1/2 Minuten vorbei wie im Flug. Part 3 (Saevi Manes) wird dann ein bisschen unrhytmischer, hektischer, chaotischer in der Instrumentierung. Nicht verwunderlich, wenn man (laut Text) Geister verbannen will. Mit Part 4 (It Lies) wird es dann wieder leichter verdaulich, in Sachen Bombast und eingängigem Refrain wird wieder einer drauf gesetzt. Und der Grundrhythmus des Songs verführt zum Mitwippen. Geil. Und 12 Minuten vorbei. Dass ‘Arena’ auch noch AOR-lastige Songs schreiben können, beweisen sie mit Part 5 (Tenebrae). Richtig rockig das Teil. Nur ein kleines Zwischenspiel ist Part 6 (Omens), zumindest wenn man den Text-Anteil betrachtet. Wann Part 7 (Redemption) genau beginnt, kann man leider nicht sagen. Auf jeden Fall ist der Instrumental-Part zwischen dem Text von ‘Omens’ und dem Beginn des Textes zu ‘Redemption’ aber sowas von genial (und auch wieder das Erstlingswerk At It’s Best) gemacht mit am Schluss einer fetten Kirchenorgel. Da darf dann auch mal Clive Nolan so richtig ran und einen raus hauen. ‘Redemption’ toppt dann alles noch einmal. Sozusagen die Kirsche auf der Sahne und endlich ... da ist es ... nach 19 1/2 Minuten ein Gitarren-Solo so wie man es von Arena kennt (leider zu kurz), der Refrain danach entschädigt aber für alles. Gänsehaut und wieder ein bißchen Anleihen an ‘The Visitor’. Dann nochmal ein Gitarren-Solo ab Minute 21 bis kurz vor Schluss. Dann noch ein bisschen Geplänkel und ein Piep-Ton ganz am Ende. Ein Meisterwerk der Song? Ich würde sagen ja. Und zwar ohne Einschränkung.
Insgesamt finde ich ‘Double Vision’ ein richtig gelungenes Album, das Arena-Fans auf jeden Fall nicht enttäuschen wird. Im Gegenteil. Neben Anleihen an alte (The Visitor) und uralte (Songs From The Lion’s Cage) Veröffentlichungen gibt es auch genügend Neues, Modernes zu entdecken. Von daher würde ich diesen Output auf jeden Fall in die Top 5 der Arena-CDs einreihen. Muss man haben.

Ayreon - Best Of Ayreon Live (VÖ:30.03.2018)
In meiner langjährigen Karriere als Musik-Konsument habe ich schon die eine oder andere Live-Veröffentlichung, sei es visuell auf Video, DVD oder BluRay oder auch ganz klassisch auf CD genossen. Einige davon waren langweilig, einige ganz gut, ein paar Wenige überragend. Bis jetzt war mein absolutes Highlight das Paket von Sigur Rós namens ‘Heima’, ein außergewöhnliches Erlebnis, das jetzt schon über 10 Jahre auf dem Buckel hat. Und nun kommt plötzlich ein weiteres, wirklich außergewöhnliches Werk meiner Lieblings-Progger ‘Ayreon’ auf den Markt, das wohl so niemand erhofft hatte, weiß man doch dass Ayreon-Mastermind Arjen Lucassen nicht gerade begeistert ist, live aufzutreten.
Die Idee, das Projekt Ayreon live auf die Bühne zu bringen, stammt wohl von Arjens Lebensgefährtin Lori Linstruth, die vorgeschlagen hatte, ein Best Of Ayreon mal live den Fans zu schenken. Zuerst wurde an eine kleine Produktion gedacht, doch nachdem innerhalb von Stunden die zwei geplanten Konzerte im 013 Poppodium in Tilburg ausverkauft waren und somit auch noch die vom Veranstalter angebotene Option eines dritten Konzertes (die Halle wurde einfach mal frei gehalten) auf dem Markt geworfen wurde, waren es am Ende innerhalb eines Tages ca. 9.000 verkaufte Tickets sowie ein Budget, das einen kleinen Bombast ermöglichte.
Erste Versuche gab es dann bei einer Try Out Show in einem kleineren Rahmen am 01. September 2017 (Ausschnitte davon gibt es auf der DVD- sowie BluRay-Version), die eigentlichen ‘großen’ Konzerte fanden dann Mitte September statt.
Alleine die Tatsache, dass Arjen Lucassen und seine Mit-Organisatoren versucht haben, die Original-Sängerinnen und Sänger zu den Konzerten aufzutreiben zeigt, dass er die Konzerte richtig ernst genommen hat und keine Kosten und Mühen gescheut wurden. Leider hat das alles nicht ganz geklappt (die Original-Interpreten sind ja über den ganzen Erdball verstreut und auch in anderen Bands involviert), aber am Ende gab es ein wahnsinniges Line-Up und auch ein paar Überraschungen.
Fangen wir mal mit den Musikern an. Zuerst zu nennen ist auf jeden Fall Keyboarder Joost Van Den Broek, der die ganze Sache auch produziert hat. Dann Ed Warby, der Dauer-Drummer bei Ayreon, Bassist Johan Van Stratum, Blas-Instrumentalist Jeroen Goossens, Gitarrist Ferry Duijsens, Lead-Gitarrist Marcel Coenen (mit einem Wahnsinns Auftritt) sowie Maaike Peterse (Cello), Rob Snijders (Percussions), Ben Mathot (Violine) und Peter Vink (Bass), der auch noch einen kurzen Auftritt hat. Und ... das ist die größte Überraschung ... Arjen himself tritt gegen Ende auch noch für ein kurzes Intermezzo (sowie einer 11-minütigen Rede, die auf der CD-Version aber nicht drauf ist) auf die Bühne und überwindet ziemlich routiniert sein Lampenfieber.
Die Crème de la Crème der SängerInnen kann sich auch sehen lassen: Mike Mills, Edward Reekers, Robert Soeterboek, Marcela Bovio, Floor Jansen, John Jaycee Cuijpers, Jonas Renske, Anneke van Giersbergen, Maggy Luyten, Hansi Kürsch, Damian Wilson, Irene Jansen, Tommy Karevik, Marco Hietala, Lisette van den Berg und Jay von Feggelen.
Geboten wird tatsächlich ein Best Of Ayreon der letzten über 20 Jahre und quer über alle Alben (sowie ein bißchen was von ‘Star One’) auf ca. 2 1/2 Stunden. Langeweile kommt hier zu keiner Sekunde auf, da nicht nur die vielen Duette und genialen Musiker überzeugen, sondern die gesamte Produktion samt Light-Show und mega Video Wand. Trotzdem möchte ich ein paar Songs unbedingt herausgreifen. Da wäre zuerst ‘Valley Of The Queens’, gesungen von Floor Jansen, Anneke van Giersbergen und Marcela Bovio. Und das in einer solchen Perfektion und einem unglaublichen Timing. Sensationell. Dann noch ‘And The Druids Turned To Stone’, (gefühlvoll kann Damian Wilson einfach am Besten), natürlich ‘Computer Eyes’ (bis heute mein Lieblings-Song von Ayreon), ‘Intergalactic Space Crusaders’ (mit einem genialen Autritt von Peter Vink und einem tollen Sangesbattle zwischen Damian Wilson und Maggy Luyten und einfach weil der Song total fetzt) sowie ‘The Castle Hall’ weil hier Arjen die Bühne betritt und ein paar fette Gitarren-Riffs beisteuert.
‘Best Of Ayreon’ kann ich uneingeschränkt empfehlen. Allerdings lohnt sich der Kauf ‘nur’ der Doppel-CD meiner Meinung nach nicht. Erstens fehlt hierauf 11 Minuten Rede von Arjen Lucassen über die ganze Vor-Geschichte der Konzerte sowie das visuelle Erlebnis, das einfach dazu gehört. Außerdem gibt es bei der Version DVD / BluRay noch ein knapp 1 1/2 stündiges Making Of mit Interviews aller teilnehmenden Musikern sowie einen kleinen Ausschnitt der Try Out Show. Und beides würde einem auf jeden Fall fehlen. Auf jeden Fall ein Pflichtkauf!

Boscher, Xavier - Zoologica Duodecim #1. Ocean (VÖ:02.04.2018)
Der Süd-Franzose ‘Xavier Boscher’ scheint echt vor Kreativität zu strotzen. Nachdem er erst Ende November 2017 sein geniales Werk ‘Embryogenesis’ veröffentlicht hat (muss man haben), hat er nun ein 12-teiliges (!!) Werk mit Mini-Alben angekündigt, auf denen er diverse Tiere in ihren unterschiedlichen Plätzen im Leben musikalisch beschreiben will.
Teil 1 ist nun mit ‘Ocean’ veröffentlicht. Auf insgesamt 5 Songs, die rein instrumental und sehr gitarrenlastig sind, werden 5 Tiere (Whale, Seahorse, Shark, Octopus, Dolphin) gewürdigt. Und wenn man sich die Songs so anhört (die allesamt richtig gut sind), erkennt man schon das einzelne Tier wieder, wenn man es sich in Gedanken vorstellt. Auf jeden Fall eine äußerst interessante Idee und ich freue mich schon auf den nächsten Output. Das Mini-Album Nr. 1 kann übrigens direkt über die Homepage von Xavier Boscher für (mindestens) 3 Euro (!!!) digital erworben werden. Aber auch die anderen Alben von ihm sind absolut empfehlenswert und können ruhig gekauft werden. Verdient hat es Xavier Boscher auf jeden Fall. Ein Highlight im instrumentalen Bereich.

Chapter 7 - Frozen Fields (VÖ:05.04.2018)
Chapter 7 ist eine niederländische Powerrock-Band, die schon seit 2009 besteht. Die Musik wurde inspiriert von Bands wie Alice In Chains, Black Stone Cherry, Puddle Of Mudd oder auch Stone Sour. Nun sind mir diese Namen zwar bekannt, aber außer von Alice In Chains habe ich von keiner dieser Bands etwas im CD-Regal. Der Vergleich zu Alice In Chains hinkt ein bißchen, da ‘Chapter 7’ eher gemäßigter daher kommen. Eine gewisse Nähe zu Godsmack, die ich selbst sehr verehre, möchte ich persönlich aber nicht abstreiten. Vor allem bei den Parts, bei denen Sänger Jeroen Bruers etwas härter und dreckiger zur Sache kommt. Als Beispiel möchte ich hier mal den Song ‘Down’ nennen, der sowohl vom Gesang her als auch teilweise vom Gitarren-Riffing an ‘Godsmack’ echt heran kommt. Auch das folgende ‘No One’ kommt im Refrain ein bißchen an den Stil heran, wobei Sully Erna, der Sänger von Godsmack doch noch etwas rauher klingt.
Wenn man an der CD tatsächlich was aussetzen möchte ist es lediglich die Gleichheit der Songs, die auf rund 41 Minuten eigentlich wenig Abwechslung bieten. Hier wäre etwas mehr Investition in das Song-Writing wünschenswert gewesen. Da ‘Frozen Fields’ aber erst Teil 2 einer Trilogie ist, hoffe ich mal, dass in Teil 3 noch eine Steigerung kommt. Insgesamt ist die CD aber für Fans des genannten Genres ganz sicher eine willkommene Abwechslung und Neuentdeckung, bei der man mehr als ein Ohr riskieren sollte.

Cyrcus Flyght - The Clueless Caravan (VÖ:17.05.2018)
Bereits in den 90er Jahren spielten Uwe Fleischhauer (Gitarre) und Kai-Uwe Broek (Drums) zusammen in der Progressiv-Metal-Band ‘Vigilance’, veröffentlichten 2 Alben (Behind The Mask und Secrecy) und hatten damit vor allem in Japan, USA, Kanada und Süd-Europa Erfolge. Obwohl ich vor allem in den 90ern sehr dem Prog zugetan war, ist die Band völlig an mir vorbei gegangen. Daher kann ich auch nicht sagen, was daraus geworden ist. Auf jeden Fall suchten die Zwei 2012 Musiker, die diese Musik sowie Melodic Metal ebenso mochten. Am Ende fanden sie dann noch Izzy D’Dambrosio als Sängerin, Olaf Gersch an den Tasten und Andreas Bönecke am Bass. Das Songwriting begann und 2015 / 2016 war die Band auf einigen Festivals erstmals aktiv. 2017 ging es dann ins Studio, um das Erstlingswerk ‘The Clueless Caravan’ aufzunehmen. Sie bezeichnen sich selbst als Prog-Metal-Band und nennen Yes, Eloy, ELP, Ayreon oder auch Spock’s Beard als Einflüsse.
Ich hoffe jetzt mal nicht, dass die Musik von ‘Cyrcus Flyght’ tatsächlich eine Mischung aus den genannten Bands ist, sonst befürchte ich Schlimmes. Passt ja so gar nicht zusammen. Aber die Angst ist unbegründet.
Prog-Metal? Hmm ... erst mal eher nicht, denn der Opener ‘At The End Of All Time’ hat eigentlich ziemlich wenig mit Prog zu tun. Das ist eher reinster Melodic Metal, der ... wenn man noch ein paar orchestrale Keyboard-Parts dazugemischt hätte ... auch als Symphonic Metal durchgehen würde. Ordentliche Geschwindigkeit, eingängiger Refrain. Richtig gut gemacht. Und auch die Stimme von Izzy D’Ambrosio klingt wirklich angenehm und leicht ‘dreckig’. Das zweite Stück ‘Finger On The Trigger’ geht in eine ähnliche Richtung, noch ein bißchen härtere Gitarren-Riffs und nach knapp 3 1/2 Minuten auch ein richtig gutes Gitarren-Solo. Von Prog-Metal aber eher noch keine Spur. Das wird sich jetzt aber ändern, denn mit ‘Endless Fall’ (9 Minuten) und ‘Twilight Of Sin’ (7 Minuten) folgen nun die 2 Long-Songs, die ich auch als die Highlights der CD bezeichnen möchte. ‘Endless Fall’ zuerst mit Keyboard-Teppich und eher getragenem Tempo, dann Tempwechsel, ein paar richtig gute Instrumental-Parts dazwischen, ein kleiner Ausflug Richtung Jazz (coole Gitarre), fast ein bisschen Bar-Musik und dann wieder zurück zum Ausgangs-Thema. Retro-Prog der richtig guten Sorte. ‘Twilight Of Sin’ zuerst ein bisschen orientalisch, dann richtig rockig, ein paar nette Breaks, Gitarren-Solo. Progger was willst Du mehr?
‘Walk The Thin Line’, ein Instrumental, ist dann vielleicht der rockigste Song mit richtig viel Gitarre / Keyboard (erinnert mich teilweise an Rainbow). Auch bei ‘Devil’s Daughter’ kommen mir am Anfang eher 70er Rock-Bands in den Sinn, gegen später wird das Teil aber noch richtig abwechslungsreich und spacig. Die (reguläre) CD endet dann schon mit ‘Das Erste Geschöpf’, einem 3-minütigen Instrumentalstück aus der Reihe ‘wir versuchen mal ob wir Pink Floyd-Feeling hinbekommen’. Und sie bekommen es hin. So eine Art ‘Shine On You Crazy Diamond’ - Light, also Keyboard-Teppich und jammernde Gitarre. Eine völlig andere (aber schöne) Seite von Cyrcus Flyght’.
Tja ... und dann kommen die 2 Bonus-Tracks. Auf Deutsch. Zuerst ‘Finger am Abzug’ (also ‘Finger On The Trigger’ mit deutschem Text) sowie ‘Am Ende der Zeit’ (also ‘At The End Of All Times’ ins Deutsche übersetzt). Ganz ehrlich muss ich sagen, ich bin froh, dass ‘Cyrcus Flyght’ in Englisch singen, denn die deutschen Texte, vor allem der von ‘Finger am Abzug’ sind dann doch ziemlich schwülstig und ‘betroffen’.
Als Fazit möchte ich sagen, dass die Band aus Oldenburg mit ‘The Clueless Caravan’ ein richtig gutes Erstlingswerk abgeliefert haben. Die Bezeichnung ‘Prog-Metal kann ich zwar nur bei den 2 Long-Songs bestätigen, aber der Rest zwischen Melodic Metal und Art Rock ist auch richtig gut. Unbedingt reinhören. 

Deafening Opera - Let Silence Fall (VÖ: 17.03.2018)
Wer auf melodischen Prog steht, kommt eigentlich an der Münchner Band ‘Deafening Opera’ nicht vorbei. In der Besetzung Christian Eckstein (Bass, Vocals), Thomas Moser (Gitarre), Adrian Daleore (Lead Vocals), Moritz Kunkel (Gitarre, Vocals), Gérald Marie (Keyboards, Vocals) und Konrad Gonschorek (Drums) wurde jetzt nach dem Debut-Album ‘Synesteria’ (2009 und ‘Blueprint’ (2013) das dritte Album der Band eingespielt. Bei einem Song hat dann auch noch Katharina Khodos am Piano mitgewirkt. Die meisten Stücke wurden von Thomas Moser und Moritz Kunkel geschrieben, einige auch von Christian Eckstein. Der Prolog, ein wunderschöner 1 1/2-minütiges Piano-Song, von Gérald Marie. Nach dem Prolog folgt ein weiteres, kürzeres Instrumental-Stück (Deafening Overture), bevor es so richtig los geht. Knapp 8 Minuten ‘Down The River’, einem recht melodischen Song mit diversen Highlights wie geiles Gitarren-Solo, Kirchenorgel-Sound, Breaks und ein paar härteren Riffs. Auch das folgende ‘Amber Light’ geht in eine ähnliche Richtung. Nicht ganz so lang (‘nur’ 6 1/2 Minuten) aber ebenfalls gespickt mit einigen überraschenden Wendungen und einer Mischung aus Art-Rock und Neo-Prog. Die nächsten 3 Stücke, ebenfalls zwischen 6 1/2 und knapp 8 Minuten lang, haben auch alle einen gewissen eigenen Touch, mal richtig hart, mal sehr gefühlvoll und immer wieder zwischendurch ein fetter Gitarren-Part. Und keine Minute langweilig. Was zum Erholen gibt es dann mit dem ‘Short-Track’ ‘As Night And Day Collide’, so ein bißchen die Qouten-Ballade (und hier dann mit Katharina Khodos am Piano). Wunderschöner Song und toll gesungen. Danach wieder 2 eher proggige Sachen, wobei der zweite Song davon (‘At The Edge’) eher ruhiger angesiedelt ist, und manchmal an ‘Jadis’ in ihren besten Zeiten erinnert. Herz- und Schluss-Stück des Albums ist dann ‘Plus Ultra’, das mit 12 1/2 Minuten noch einmal die ganze Bandbreite der Band zeigt. Mit Abstand das genialste Werk auf dem Album.
Fazit: ‘Let Silence Fall’ ist allen Proggies ans Herz zu legen, egal ob ihr eher in Richtung Neo-Prog oder auch Prog-Metal tendiert. Auf diesem Album ist für jeden etwas dabei. Muss man haben.
Und noch ein kleiner Tipp: Deafening Opera treten dieses Jahr auf dem Night of the Prog - Festival auf der Loreley auf!! Nicht verpassen. Mehr Infos gibt es natürlich auch auf der Band-Homepage.

Devilizer - The Obscuring (VÖ:29.06.2018)
Franken. Der Alptraum meiner Kindheit. Jedes Jahr auf dem Bauernhof der buckeligen Verwandtschaft Urlaub gemacht in einem Dorf mit 400 Einwohnern ... jeder Zweite mit dem gleichen Nachnamen. Stadt-Kinder wurden bei der Haus-Schlachtung zum Metzger geschickt um Blutwurstfarbe zu holen und kamen mit einem Sack Backsteine zurück (haha ... was für ein Humor das Volk). Und als Highlight dann das jährliche Dorf-Fest mit einer katastrophalen Musik-Combo samt Mumien-Schieben und Besäufnis bis zum bitteren Ende.
Franken. Ein Dialekt der hinter fast jedes Wort noch ein ‘la’ hängt, damit man auch wirklich nichts versteht. Da wird aus Nürnberger Bratwürste schon mal ‘Nernberchala’ gemacht und die Religion bestand darin, ob eher rohe oder gekochte Klöße mehr Soße aufnehmen.
Franken. Kann dort gute Musik her kommen? Wenn ich alle meine Vorurteile zusammenkratze, dann würde ich einfach mal sagen never ever. Doch meine Homepage hat im Laufe der ganzen Jahre, in denen ich die Sache mit den CD-Kritiken mache, ab und zu mal das Gegenteil bewiesen. Und jetzt kommt eine Freundin von mir, Anja Dressel, um die Ecke und schickt mir eine CD der Band ‘Devilizier’ mit der Bitte, ich soll sie mir doch einfach mal anhören. Die CD-Release-Party war im Rahmen des Kulmbacher Altstadtfestes (siehe oben ... da scheint sich im Laufe der Zeit echt was geändert zu haben) und diverse YouTube-Videos von Anja über diesen Auftritt können betrachtet werden.
Nun ja, so völlig ‘unbekannt’ sind ‘Devilizer’ dann doch auch nicht, denn Gitarrist Niklas Müller ist ein Gitarrenschüler von Chris Hermsdörfer (Serenity, Beyond The Black), hat auf jeden Fall den selben Frisör wie Chris und ist schon ein paar mal für ihn bei Serenity auf Konzerten eingesprungen. Wer allerdings denkt, dass ‘Devilizer’ deshalb ebenfalls in die Symphonic-Metal-Ecke gesteckt werden können, irrt sich gewaltig.
Schon der Opener ‘Breaking News Pt. 1’ geht voll auf die Zwölf, beginnt wie ein Thrash-Metal-Stück, geht dann aber eher in Richtung New-Metal im Stil von ‘Korn’ und Konsorten (mit richtig dreckigem Rap-Part).. Fetter Einstieg. Das folgende ‘Furious Hate’ möchte ich dann mal als Franken goes Metallica bezeichnen. Vor allem die Gitarren-Arbeit sowie die Melodie-Linie gehen voll in diese Richtung. ‘The Ghost I Am’ ist dann eher wieder New-Metal, wobei mich die Gesangs-Linie ein bißchen an ‘Godsmack’ oder auch ‘Avenged Sevenfold’ in härter erinnert.
Nach einem kleinen instrumentalen Zwischenstück (‘Endlessness’) mit fetter Steigerung am Ende des Songs folgt mit ‘Repentance’ ein richtig straighter Rocker sowie mit ‘Carnivore’ wieder ein Song Richtung ‘New Metal’ mit kleinen Rap-Einlagen sowie (Progger-Herz ich höre dich schlagen) ein paar richtig geniale Breaks und Tempowechsel einschließlich genialem Gitarren-Solo.
Von den restlichen 5 Songs, von denen qualitativ keiner abfällt, möchte ich noch 2 aus Progger-Sicht unbedingt herausheben. Da wäre zum Einen das 9 1/2-Minuten-Stück ‘Devil’s Dance’, das recht symphonisch beginnt (hey, vielleicht doch eine kleine Reminiszenz an die Aushilfs-Jobs bei Serenity?), danach getragen, fast düster weiter geht, plötzlich eine weibliche Stimme einsetzt (Georgina Chapple nennt sich die Dame) und dann in einem richtig melodischen Refrain mündet. Der ‘Devil’ darf im Hintergrund auch mal recht böse reingrätschen, wird aber immer wieder von der weiblichen Sirene abgewürgt. Cooles Stück Musik, das am Ende mit fettem Piano und Streichern ganz friedlich zu Ende geht und das das Prog-Metal-Herz auch höher schlagen lassen könnte. Sicher ein absolutes Highlight auf der CD.
Den zweiten Song, den ich noch extra hervorheben möchte ist der Schluss-Track ‘Breaking News Pt. 2’, mit gut 10 Minuten ebenfalls ein richtig abwechslungsreiches Teil zwischen hartem Thrash-Metal, atemberaubenden Gitarren-Parts, genialem Gesang und einem bombastisch-getragenen Ende.
Franken. Muss ich meine Meinung über diesen Landstrich ändern? Also was das rein musikalische betrifft eindeutig JA. ‘Devilizer’ liefern mit ‘The Obscuring’ eine für mich sensationell gute CD ab, die genreübergreifend eigentlich fas jeden Rock- / Metal-Liebhaber begeistern sollte. Was am Anfang wie eine wilde Mischung aus mehreren Stilen klingt, kommt richtig gut zusammen, weil einfach sowohl das Songwriting stimmt, die Musiker ausnahmslos einen perfekten Job machen und vor allem auch die CD selbst einen perfekt abgemischten Sound hat. Essentielles Werk das man unbedingt gehört haben muss. Gibt es bei Amazon und den üblichen anderen Verdächtigen. Mangels Homepage der Band dürfte aber auch eine Bestellung über den Facebook-Account von Devilizer gehen.

Downriver Dead Men Go - Departures (VÖ: 08.03.2018)
Die niederländische Combo ‘Downriver Dead Men Go’ ist etwas völlig Neues für mich. Eigentlich 2010 entsprungen aus der Alternative-Band ‘Caitlin’ und im Jahr 2015 mit dem Erstlingswerk ‘Tides’ auf dem Markt, das in Eigenproduktion erschienen ist. Von Alternative-Rock ist bei ‘Departures’ so gar nichts zu spüren, denn die Musik von DDMG erinnert eher an eine Mischung aus Ambient, Sondtrack eines Road-Movies gepaart mit der Grundstimmung von Alben eines Herrn Roger Waters. Auch ein paar Anleihen an ältere Porcopine Tree möchte ich manchmal erkennen, vor allem wenn es um Parts mit opulentem Keyboard-Teppich und gefühlvollem Gitarren-Solo geht. Richtig typisch ist hier der zweite Song des Albums ‘Mother’. Da ist alles vertreten, was ich oben beschrieben habe. Knapp 8 Minuten ohne eine Sekunde Langeweile. Eigentlich eine geniale Mischung. Oder auch die folgenden Songs ‘Loneliest Of Creatures’, ‘Prison Walls’ oder ‘Home’. Alle in die Richtung bessere Steven Wilson / Porcupine Tree, Opeth ohne Growls. Den Höhepunkt erreicht das Album dann mit ‘Uncertainly’, das das Ganze dann in 14 Minuten ausufern lässt bis zur Extase am Schluss. Auf 70er Hippie-Parties wäre das bestimmt mit diversen Drogen zum Renner geworden. Das folgende Titelstück ‘Departures’ bringt dann ein bißchen Abwechslung mit Duduk und weiblichem Hintergrundgesang, ein richtig spannender Song. Danach dann nochmal ein ‘klassisches’ Stück der Band (‘Familiar Face’) sowie einem richtig ruhigen Abschluss (‘To Have And To Hold’).
Es ist etwas schwierig, mit ‘Departures’ warm zu werden, da man hierfür viel Konzentration und Ruhe braucht, damit sich die Musik erschließt. Zum nur nebenher hören ist das Album sicher nicht geeignet. Trotzdem möchte ich Euch die Band echt ans Herz legen. Wer mit Steven Wilson / Porcupine Tree / Opeth ‘light’ was anfangen kann, sollte auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Interessant ist das Album allemal. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Fields Of Troy - The Great Perseverance (VÖ:30.03.2018)
Dass in Belgien eine richtige Metal-Szene besteht, war mir bisher nicht bewusst. Soweit ich das überblicken kann, sind auf meiner Homepage da eher Veröffentlichungen in Richtung Symphonic Metal oder auch ein paar Sachen von Moonjune, also die Jazz-Prog-Richtung vertreten.
Mit ‘Fields Of Troy’ kommt jetzt aber eine glasklare Metal-Band dazu, die bereits seit 2010 besteht, im Jahr 2016 eine erste EP herausgebracht hat und nun mit ‘The Great Perseverance’ das erste Album in voller Länge auf den Markt wirft.
Stilistisch gehen ‘Fields Of Troy’ ein bißchen in die New-Metal oder Metalcore - Richtung. Da darf zwischendurch auch mal ganz böse gesungen werden. Auch die Melodie-Linien erinnern stark an die Genre-Größen wie ‘Godsmack’ oder auch ein bisschen an ‘In Flames’ ohne Growls. Eine Quoten-Ballade ist mit ‘Last Words’ auch vertreten und überrascht mich dann doch etwas. Richtig schön, gefühlvoll gesungen aber trotzdem mit ein bisschen Bombast.
Für Prog-Freunde ist ‘The Great Perseverance’ jetzt nicht wirklich interessant, für Liebhaber der etwas härteren Gangart, vor allem solchen die dem New-Metal oder auch Metalcore zugetan sind, dürften ‘Fields Of Troy’ eine tolle Neuentdeckung sein.

Frequency Drift - Letters To Maro (VÖ:13.04.2018)
Die Band aus Bayreuth überrascht mich mit jeder Veröffentlichung aufs Neue, aber auf eines kann man sich auf jeden Fall verlassen. Neue CD, neue Sängerin. Wurde der letzte Output ‘Last’ aus dem Jahr 2016 noch mit Melanie Mau eingesungen, gibt es jetzt mit Irina Alexa einen Neuzugang am Mikrophon und auch mal wieder einen kleinen Stilwechsel. War ‘Last’ noch für Band-Verhältnisse sehr gitarrenlastig, ist ‘Letters To Maro’ eher das Gegenteil. Mit ‘Cinematic Prog’ kann man die Musik von ‘Frequency Drift’ eindeutig noch immer bezeichnen, so vielschichtig wie auch der neue Output ist. Überraschend ist eher, dass nun mehr Keyboard, Elektro-Harfe, Mandoline und auch Mellotron im Vordergrund stehen. Außerdem sind die Melodie-Linien viel eingängiger (und auch ruhiger) als auf den Vorgänger-CDs. Was die Musik sicher nicht schlechter macht. Allerdings muss man sich an diese Neuausrichtung, wenn man die Band kennt, doch erst ein bißchen gewöhnen. Hierzu braucht es einige Durchläufe (was ‘Letters To Maro’ eher spannend macht). Gänsehaut gibt es bei mir voll allem bei den Parts mit mehrstimmigem Gesang (wie z.B. bei ‘Electricity’), Progger werden ihre Freude an Songs wie ‘Neon’ haben, wo Bombast auf Gefühl, Flöte auf Piano trifft und es eine unglaubliche Steigerung innerhalb des Tracks gibt. Es sind aber auch Stücke enthalten, die mich (wie schon auf der Vorgänger-CD) ein bißchen an Poor Genetic Material erinnern (‘Deprivation’), auch wenn die passende Gitarre dazu fehlt. Am Interessantesten ist auf jeden Fall das über 9 Minuten lange ‘Who’s Master’, auch hier mit einer unglaublichen Steigerung während des Songs. Und richtig cineastisch (mit entsprechendem Kopfkino) wird es dann beim instrumentalen Abschluss-Track ‘Ghosts When It Rains’. Ziemlich genial.
Wer auf ruhigen, interessanten Prog steht, sollte ‘Letters To Maro’ auf jeden Fall haben. Hier gibt es auch nach dem 5. Hördurchgang noch etwas zu entdecken und die Scheibe wird zu keiner Sekunde langweilig. Und mal sehen wer auf der nächsten CD singen wird.
Veröffentlicht wurde die CD wieder auf dem RPWL-Stamm-Label ‘Gentle Art Of Music’, mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage, diverse Videos findet man auf YouTube. Einfach mal ein bißchen suchen.

Kamelot - The Shadow Theory (VÖ:06.04.2018)
Es gibt Bands, die fand ich mal richtig gut aber werden mit der Zeit einfach langweilig (wenn auch auf hohem Niveau), weil es einfach immer das Gleiche ist. Und genau so geht es mir in den letzten Jahren bei Kamelot. Jede CD klingt irgendwie identisch, keine Weiterentwicklung, die selben Akkorde, die selben Melodie-Linien, die selben Song-Wendungen. Wenn Vorhersehbar beschrieben werden sollte, dann trifft es auf Kamelot einfach zu. Interessant ist eigentlich nur immer noch, welche Gast-Auftritte es gibt. Waren es auf dem letzten Output (Haven) noch so Sanges-Größen wie Alissa White-Gluz (Arch Enemy) und Charlotte Wessels (Delain), musste es dieses Mal wohl eine Low-Budget-Produktion werden, was den Bekanntheitsgrad der Sängerinnen angeht. So darf eine gewisse Lauren Hart (von der Melodic Death Metal Band ‘Once Human’) auf 2 Songs mitmachen und Jennifer Haben (von der Symphonic Metal Casting Band ‘Beyond The Black’ ... das ist die, die ihre komplette Band rausgeschmissen hat, weil die Musiker etwas mitreden wollten und sich kurz mal ein paar neue Jungs eingekauft hat) darf auf einem Song ein bisschen mitsingen. Alles also etwas sparsam.
Ein paar Tracks sind, auch wenn sie wie gesagt ähnlich zu vielen anderen Songs der Band sind, trotz allem ganz gut geworden. ‘Phantom Divine’ als Opener (nach dem Intro), ‘Burns To Embrace’, ‘In Twilight Hours’ (mit der genannten Jennifer Haben) als obligatorische Ballade und vielleicht noch ‘The Proud And The Broken’. Das war’s dann aber auch schon. Kamelot-Fans können natürlich bedenkenlos zurgreifen.

Katsionis, Bob - Prognosis & Synopsis (VÖ: 17.02.2018)
Bob Katsionis ist dem ambitionierten Musikliebhaber sicher schon einmal über den Weg gelaufen. Sei es bei Firewind oder Serious Black, sei es als Co-Writer auf den letzten 3 Kamelot Alben oder auch auf Epicas Werk ‘The Quantum Enigma’. Die Arbeit bei Bands mit so unterschiedlichem musikalischen Background zeigt schon die ganze Bandbreite, auf der sich Bob Katsionis bewegt. Und sein jetzt bereits 5. Solo-Album ‘Prognosis & Synopsis’ zeigt diese Bandbreite ebenfalls. Es gibt ja viele Solo-Alben von Gitarristen / Keyboardern, die sich musikalisch dann so ausleben, dass man schreiend davon rennt. Nicht so bei Bob Katsionis. Wie der Album-Titel schon sagt, ist hier eine Zusammenfassung (Synopsis) sowie eine Vorschau (Prognosis) auf das Schaffen des wirklich genialen Musikers verewigt. Außer Drums (die von Vangelis Moaritis übernommen wurden) hat Bob Katsionis alle restlichen Instrumente selbst eingespielt. Und es sind ein paar richtig coole Stücke heraus gekommen. Vor allem möchte ich ‘Tomorrow Starts Today’ herausheben, das mich wirklich vom Hocker haut. Geile Melodie, fette Gitarren-Riffs, tolles Gitarren-Solo (wobei das untertrieben ist, da die gesamte Scheibe instrumental ist und somit die Gitarre sozusagen die Vocals übernimmt), schöne Keyboard-Läufe. Wenn es Instrumental-Stücke nicht so schwer hätten, wäre das ein Nr. 1 Hit in den Single-Hitparaden. Es geht aber auch symphonischer, opulenter zur Sache. ‘Dark Matter’ könnte fast ein Song von Vangelis sein. Oder ‘Aegean Sunset’ ... lleine schon der Name klingt nach Urlaub und der Song wechselt zwischen Keyboard-Größen wie Vangelis oder Jean Michel Jarre und Gitarrengott. Aber auch Cinematisches, das ja immer mehr in Mode kommt, ist auf dem Album mit ‘The Messenger’ oder auch ‘Amnesia’ vertreten. Richtig geil finde dann noch den Abschluss-Song ‘Synopsis’, auch hier wieder ein Feuerwerk an Melodie, Bombast, Keyboard-Läufen und fetten Gitarren.
Ich habe ja schon viele Solo-CDs von genialen Musikern gehört, die mich schwer enttäuscht haben. Zu dieser Kategorie gehört ‘Prognosis & Synopsis’ aber eindeutig nicht. Selten so ein kurzweiliges, interessantes und abwechslungsreiches Album gehört. Ein absolutes Highlight im Instrumental-Bereich. Muss man haben und kann digital auf der Bandcamp-Seite von Bob Katsionis erworben werden.

Kobra And The Lotus - Prevail II (VÖ:27.04.2018)
Die kanadische Band ‘Kobra And The Lotus’ um die sympathische Sängerin Kobra Paige habe ich Ende 2016 im Vorprogramm von Evergrey und Delain entdeckt. Leider hat die Band nur eine halbe Stunde gespielt und der Sound war nicht gerade berauschend. Trotzdem fand ich, dass ‘Kobra And The Lotus’ richtig Stimmung gemacht haben und ihr straighter Rock / Metal machte auf jeden Fall Lust auf mehr. ‘Prevail’ wurde eigentlich als Doppel-CD konzipiert, dann aber doch einzeln auf den Markt geworfen. Prevail I Anfang letztes Jahr und nun eben Pevail II. Die erste Scheibe ging irgendwie an mir vorbei, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Im Netz habe ich aber gelesen, dass beide Scheiben wohl ähnlich sind.
Soundtechnisch ist ‘Prevail II’ auf jeden Fall im oberen Bereich der Skala anzusiedeln. Die Songs sind durchweg sehr moderner Metal und kommen ohne viel Schnickschnack schnell auf den Punkt. Und alles überragend ist natürlich die Stimme von Kobra Paige, die im Rock / Metal-Bereich ebenfalls ganz weit oben ist. Selten so eine gute weibliche Stimme in diesem Genre gehört. Jeder Ton passt ohne einmal ins Geschrei abzudriften. Richtig coole Scheibe mit fetten Gitarren-Riffs, ordentlicher Geschwindigkeit aber auch ein paar Gänsehaut-Momenten. Highlights der CD sind auf jeden Fall der Opener ‘Losing My Humanity’, das eher im Mid-Tempo angesiedelte ‘Let Me Love You’ (mit einem genialen Refrain), ‘Heartache’ (nein, mitnichten eine Ballade sondern ein cooler Melodic-Metal-Track), ‘Modern Day Hero’ (richtiger Ohrwurm), das 6-minütige ‘White Water’ (sehr abwechslungsreich) sowie das Fleetwood Mac - Cover ‘The Chain’ in einer sehr eigenwilligen Version. Zum Abschluss gibt es dann noch als Bonus-Track ‘Let Me Love You’ in einer akustischen Version (mit Gänsehaut-Garantie). Unbedingt antesten!

Maiden United - Empire Of The Clouds (VÖ:08.06.2018)
Im Jahr 2006 fragte der niederländische Iron Maiden - Fanclub Joey Bruers (Bassist von ‘Up The Irons’) ob er nicht Lust hätte, mit ein paar anderen Musikern mal eine akustische Show mit Songs von Iron Maiden zu machen. Die Idee war geboren, das Projekt wurde gestartet, es gab diverse Live-Shows in Europa, 3 Alben (Mind The Acoustic Pieces 2010 - siehe auch meine Review -, Across The Seventh Sea 2012 und Remembrance 2015) sowie eine Schar an namhaften Musikern, die dem Projekt ihren Glanz gegeben haben. Nur um ein paar wenige Namen zu nennen: Als Sänger/innen wurden z.B. Damian Wilson (Ex-Threshold), Wudstik (Ayreon), Anneke Van Giersbergen (The Gathering, Ayreon, Vuur), Marcela Bovio (Stream Of Passion, Ayreon), Paul Di’Anno (Iron Maiden), Blaze Bayley (Iron Maiden), Doogie White (u.a. Rainbow) oder auch Ralf Scheepersf (Primal Fear) verpflichtet, als Musiker unter anderem Ruud Jolie (Within Temptation), Dirk Bruinenberg (Elegy) oder auch Mike Coolen (Within Temptation).
Ich selbst hatte auch das Vergnügen, Maiden United im Januar 2018 in Bad Homburg live zu erleben. Unglaublich beeindruckend.
Und nun gibt es ein weiteres Meisterwerk in Form einer Doppel-EP, auf der das 18-minütige Meisterwerk ‘Empire Of The Clouds’, geschrieben von Bruce Dickinson und veröffentlich auf der Maiden-CD ‘Book Of Souls’, in einer unglaublich guten, 4-teiligen und 23-minütigen akustischen Version dargeboten wird. Erzählt wird die Geschichte des Britischen Luftschiffs R101, das auf seinem Jungfernflug über Frankreich im Jahr 1930 abgestürzt ist.
Besonders gut finde ich den Einbau eines Erzählers in Form von Edward Reekers (Kayak), der einem die Geschichte etwas näher bringt. Alles überragend ist, neben der detailverliebten musikalischen Umsetzung vor allem Wudstik als Sänger. Das gibt mehr als ein Mal Gänsehautmomente. Auch die Verpflichtung von Perttu Kivilaakso (Apokalyptika) am Cello gibt dem Song eine unheimliche Tiefe. Neben den drei genannten Mitwirkenden sowie natürlich Joey Bruers am Bass dürfen Ruud Jolie (Gitarre), Mike Coolen (Drums), Ruud van Loon (Piano) und Thijs Schrijnemakers (Hammond) in beeindruckender Weise zeigen, welch geniale Musiker sie sind.
‘Empire Of The Clouds’ ist ohne Zweifel ein Meilenstein im Bereich der Cover-Versionen, die in keiner CD-Sammlung fehlen darf.
Als Bonus gibt es dann noch eine zweite CD, auf der das Ganze in einer etwas kürzeren Live-Version, aufgenommen im Januar 2018 in Amsterdam, sowie der Song ‘Killer’ verewigt wurden.
Unbedingt vormerken solltet Ihr Euch die offizielle Release-Show am 15. September 2018 in Giessen, die von meinem alten Kumpel aus Fish-Zeiten Michael Rehwald und seinem Konzertbüro veranstaltet wird. Muss man unbedingt gesehen haben und natürlich die CD kaufen. Einfach genial.

Melted Space - Darkening Light (VÖ: 23.03.2018)
Pierre Le Pape, Keyboarder und Kopf hinter dem Projekt ‘Melted Space’ ist bekannt für seine Metal-Opern. Ich habe die Band mal live im Vorprogramm von Symphony X in Ludwigsburg gesehen und war mehr als begeistert. Und nicht nur weil meine Lieblings-Sängerin Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis, Exit Eden, Ex-Serenity) mit dabei war. Den Vorgänger ‘The Great Lie’ fand ich in großen Teilen richtig gut, nachdem man die ersten paar Songs überstanden hatte. Nun gibt es neues Werk namens ‘Darkening Light’, und das ist für mich eine klare Steigerung. Auf die Geschichte dieser Oper möchte ich nicht eingehen (weil ich sie mir noch nicht genau zu Gemüte geführt habe), aber musikalisch überzeugt diese Scheibe von vorne bis hinten, wenn man auf Metal-Opern steht. Es sind mal wieder Berge von Gast-Sängerinnen und Sänger vertreten. Die meisten von ihnen sind mir relativ unbekannt, ein paar große Namen sind aber auch vertreten. Nennen möchte ich neben der brillanten Clémentine Delauney (als Harmony) noch Ailyn Gimenez Garcia (als Earth, bekannt vor allem von Sirenia und diversen Gast-Auftritten) und Jeff Scott Soto (als Man, bekannt von Talisman und Journey). Mikael Stanne (als Lie, früher mal bei Hammerfall, In Flames und Dark Tranquillity und für die bösen Parts gebucht) dürfte auch noch bekannt sein. Sakis Tolis (als Time, von Rotten Christ und auf dem Album auch eher für die bösen Parts verantwortlich) vielleicht auch noch.
Waren beim Vorgänger noch einige Growls zu hören, hält sich das hier sehr im Hintergrund bzw. ist so gut wie nicht vorhanden. Ein paar ‘bösere’ Stimmen sind aber natürlich schon da ... passt wohl zur Geschichte. Im Vordergrund stehen hier eher Melodien, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen sowie geniale Duette, die stimmlich einfach zusammenpassen. Natürlich muss man sich auf das Genre grundsätzlich einlassen können, sonst wird es irgendwann langweilig. Aber wer mit Metal-Opern (von Ayreon bis Avantasia) was anfangen kann, macht auch mit ‘Darkening Light’ überhaupt nichts falsch. Unnötig zu erwähnen, dass vor allem die Gesangs-Parts von Clémentine Delauney und Jeff Scott Soto alles überragen. Aber bei Clémi bin ich auch ein bisschen voreingenommen. Unbedingt reinhören.

Mother Bass - Mother Bass (VÖ:15.04.2018)
Schlagzeuger Roy Veltien (von der Band Full Nelson), Rock Tenor Daan Dekker (Armed Cloud) und Bassist Roel van Erp (Ernest van Aaken Band) tummelten sich jahrelang in der niederländischen Live-Szene bis eines Tages der Gitarrist und Song-Writer Friso Woudstra aufgetaucht ist ... eine neue Band namens ‘Mother Bass’ war geboren.
Angesiedelt im eher bluesig angehauchten Hard Rock und mit einigen Reminiszenzen an (in Teilen) Led Zeppelin, Soundgarden oder um eine ‘moderne’ Band zu nennen auch Wolfmother, liefern die Jungs mit dem selbstbetitelten Album auf knapp 40 Minuten ein richtig interessantes Werk ab, das Liebhaber dieses Genres auf jeden Fall gefallen dürfte. Vor allem Sänger Daan Dekker hat in manchen Parts richtig viel von Robert Plant gelernt (z.B. am Schluss von ‘Silver Spoon’, das auf YouTube auch als Video veröffentlicht wurde. Gerade dieser Song zeigt eigentlich alle Trademarks der Band. Dass es auch flotter, ja fast rockig geht, merkt man beim Song ‘Wolfman’. Dort darf Gitarrist Friso Woudstra auch zwischendurch mal zeigen, was er an den Saiten kann. Richtig in Richtung Blues geht es aber ab und zu auch (‘Strangers Once’). Das ist schon richtig cool gemacht. Und noch zu erwähnen wäre auf jeden Fall der Schluss-Track ‘Eventide’, mit gut 6 Minuten auch das längste Stück auf dem Album, das ziemlich viel Abwechslung bietet.
‘Mother Bass’ ist auf jeden Fall interessant für Fans der oben genannten Bands, wobei sie sich eine gewisse Eigenständigkeit bewahren und nicht nur als billige Kopie rüber kommen. Sollte man unbedingt mal reinhören, wenn man auf bluesig angehauchten Rock steht.

Orphaned Land - Unsung Prophets & Dead Messiahs (VÖ: 09.02.2018)
’Orphaned Land’, die israelische Vorzeige-Metal-Band mit der Mission, politische Missstände aufzuzeigen und das böse in der Welt anzuprangern, haben mich mit ihrem Vorgänger-Werk ‘All Is One’ mehr als begeistert. Live eine absolute Augen- und Ohrenweide mit einer gewissen Prise Humor gespickt, und musikalisch dem orientalisch angehauchten Metal verschrieben (ähnlich den Tunesiern ‘Myrath’), und das dann noch ausgestattet mit dem Ausnahme-Sänger Kobi Farhi, der es brillant schafft, seine politischen Botschaften unter die Menge zu bringen.
Die Welt scheint seit ‘All Is One’ noch ein bißchen schlechter geworden sein, denn ‘Unsung Prohets ...’ ist ein Tacken härter ausgefallen was sich auch an den (selten) eingestreuten Growls bemerkbar macht. Trotzdem sind ‘Orphaned Land’ weiterhin eine hoch melodische Band geblieben, die ein Händchen für eingängige Melodien, gepaart mit orientalischen Parts und fetter Gitarrenarbeit hat.
Alleine der Opener ‘The Cave’, mit über 8 Minuten das zweitlängste Stück auf dem Album zeigt schon die ganze Bandbreite der Band. Einfach nur genial. Ein weiteres Highlight ist ‘Chains Fall To Gravity’, das mit Unterstützung von Steve Hackett (geniales Solo) auf schlappe 9 1/2 Minuten kommt und fast als Prog-Song durchgehen könnte. Und gerade bei diesem Song liefert Kobi Farhi sein Meisterstück ab. Selten so einen gefühlvollen Gesang gehört. Gänsehaut ist garantiert. Der nächste Song ‘Like Orpheus’ wird unterstützt von Hansi Kürsch (Blind Guardian) ... hierfür auch einfach nur ein Wow. Geiler geht’s kaum. Vor allem weil Hansi Kürsch sowas von zu der Band passt. Hammer. Neben allen anderen Songs (es gibt einfach kein Ausfall oder Lückenfüller) möchte ich noch ‘Only The Dead Have Seen The End Of War’ (Platon) besonders erwähnen. Hier hat Tomas Lindberg (At The Gates) einen Gast-Auftritt. Böse böse .. aber dem Song-Text angemessen.
‘Unsung Prophets ...’ muss man einfach haben. Eines der Highlights des noch jungen Jahres 2018.

Phantom Elite - Wasteland (VÖ:15.04.2018)
Die Band ‘Phantom Elite’ wurde Anfang 2016 eigentlich durch den niederländischen Gitarristen Sander Gommans und der brasilianischen Sängerin Marina La Torraca gegründet. Sander Gommans dürften einigen meiner Leser noch durch seine Zeit bei ‘After Forever’ bekannt sein, die vor allem in den frühen 2000er Jahren zusammen mit der Sängerin Floor Jansen, die ja jetzt den Aufstieg zu ‘Nightwish’ gemacht hat, einige richtig gute, düster angehauchte Symphonic-Metal-Alben herausgebracht haben. Leider hat sich die Band im Jahr 2009 aufgelöst. Marina La Torraca kennt man vor allem von ‘Exit Eden’, einem Zusammenschluss von 4 genialen Sängerinnen (neben Marina noch die wundervolle Clémentine Delauney, Amanda Somerville sowie Anna Brunner), die alte Pop- und Rockhymnen in ein metallisches Kleid gepackt haben => siehe meine Review, sowie von Live-Auftritten mit Avantasia.
Bereits noch im Jahr 2016 wurden 2 Videos (von ‘Siren’s Call’ und ‘Wasteland’) auf YouTube veröffentlicht und tausende Male geklickt, bevor überhaupt eine Live-Show die Band bekannt gemacht hatte. Erster Live-Auftritt war dann beim Femme Festival im September 2017, wo sie den Opener für ‘Delain’ machen durften. Danach folgte die erste Tour durch 5 Länder.
Und jetzt endlich, nach gut 2 Jahren ‘Vorarbeit’, folgt endlich das Debut-Album namens ‘Wasteland’.
Wer jetzt allerdings denkt, ‘Phantom Elite’ tümmeln sich zu 100% im Haifisch-Becken des ‘Female fronted Symphonic Metal’, hat sich ziemlich getäuscht, denn die Band geht, und das finde ich äußerst angenehm, in vielen Teilen einen ganz anderen Weg und hat auch viele progressive Einflüsse zu bieten. Somit unterscheiden sich ‘Phantom Elite’ von den üblichen Verdächtigen des Symphonic Metal und bewahren sich eine gewissen Eigenständigkeit. Grundsätzlich fehlen in weiten Teilen der orchestrale Keyboard--Bombast, der in dem genannten Genre unverzichtbar scheint.
Schon der Opener ‘Siren’s Call’ knallt so richtig ins Ohr mit ordentlicher Geschwindigkeit und 70er Hammond-Orgel Touch im Hintergrund. Fette Gitarren-Riffs prägen den Song sowie ein richtig eingängiger Refrain und ein fettes Gitarren-Solo.. Und der Gesang von Marina La Torraca ist wirklich angenehm aber trotzdem leicht dreckig angehaucht. Wenn man bedenkt dass Marina soweit ich weiß aus dem Musical-Genre stammt, hat sie für eine Rock-Band eine fast perfekte Stimmlage.
Richtig proggig-metallisch wird es bei ‘Rise With The Dawn’, bei dem ein paar richtig geniale Tempowechsel eingebaut wurden und sich fetter Metal mit ruhigeren Passagen abwechseln. Und wieder ein richtig genialer Refrain der nicht mehr aus dem Kopf geht.
Nach ‘Another Day’, das auch richtig rockig und leicht proggig ist, folgt für mich mit dem Titelstück ein absolutes Highlight. ‘Wasteland’ beginnt mit einem Rainbow-Riff, erinnert mich dann an eine Melodie-Linie der Italiener ‘Sleeping Romance’ und mündet (mal wieder) in einem genialen Refrain. Gitarren-Solo, richtig präsentes Keyboard, ein bißchen Heavy Metal, Tempo-Wechsel, akustischer Part mit Gesang, Piano, Streicher, Gänsehaut-Refrain in langsamer. Okay ... dieser Song geht bei mir als Symphonic Metal durch.
Auch die Chöre am Anfang und während des Songs von ‘Revelation’ gepaart mit Double-Bass-Drum sind eher Trademarks des Symphonic Metal. Der Song geht auch richtig treibend nach vorne, dazwischen wieder ein akustischer Part und ein bißchen Bombast. Danach Riff-Gewitter. Richtig cooler Song.
Danach gibt es einen Moment zum Verschnaufen, denn mit ‘Astray’ folgt die erste Ballade. Richtig genial gesungen und begleitet von akustischer Gitarre und waberndem Keyboard-Teppich. Und schon wieder ein Gänse-Haut-Refrain. Gerade bei diesem Song kann Marina La Torraca ihren großen Stimmumfang beweisen und zeigt, dass sie eine große Sängerin ist.
Ein bisschen in Richtung ‘Evanesence’ geht dann ‘Every Man For Himself’, gefolgt von ‘Spectrum Of Fear’, das auch ein paar proggige Elemente beinhaltet.
Richtig flott zur Sache geht es dann mit ‘With The Gods’ weiter (hier mal mit einem kleinen Keyboard-Solo zwischendurch gepaart mit einem fetten Gitarren-Solo), gefolgt von dem eher getragen im Mid-Tempo angesiedelten ‘Above The Crowd’, das auch eher dem Symphonic-Metal zugeordnet werden kann.
Zum Abschluss der regulären CD gibt es dann noch einen reinen Symphonic-Metal-Kracher namens ‘Lockdown’ der sowohl von der Geschwindigkeit her als auch wegen der Instrumentierung auch Genren-Größen gut zu Gesicht stehen würde. Für mich ein weiteres richtiges Highlight des Albums.
Eine weitere Ballade (‘Serenade Of The Netherworld’) gibt es dann noch als Bonus-Track. Wunderschön, episch, gefühlvoll, genial, Gänsehaut-Garantie.
Ich möchte noch erwähnen, dass Gründungsmitglied Sander Gommans nur noch im Hintergrund der Band wirkt und lediglich auf 4 Songs den Bass bedient und auf 3 Songs ein paar Gitarren-Parts eingespielt hat. Ansonsten war er an den Aufnahmen und am Mixing beteiligt.
Wer die Band in nächster Zeit live erleben will, sollte sich die Tour von Kamelot im Herbst 2018 nicht entgehen lassen. Nach meinem Wissen sind ‘Phantom Elite’ bei diversen Konzerten (z.B. bei dem in München Ende September 2018) als Opener gebucht.
Für mich sind ‘Phantom Elite’ eine wundervolle Neu-Entdeckung im (Symphonic-) Metal-Bereich, die vor allem auch durch ihre Eigenständigkeit sowie den zwischendurch recht proggigen Parts sich vom Einheitsbrei abheben. Daneben glänzt dann auch noch Sängerin Marina La Torraca durch eine hervorragende Stimme. ‘Wasteland’ dürfte somit in keinem gut sortierten CD-Regal fehlen. Diverse Videos, z.B. vom Titelstück gibt es auf YouTube.

Phi - Cycles (VÖ:29.03.2018)
Es ist echt immer wieder erstaunlich, was für gute Bands beim RPWL-Label Gentle Art Of Music unter Vertrag gebracht werden. Ein richtiges Highlight, wenn man auf ausufernden Prog-Metal steht, ist auf jeden Fall die Wiener Band ‘Phi’ um den Band-Leader, Gitarristen und Sänger Markus Bratusa. ‘Cycles’ ist nach dem Live-Album ‘Waves Over Vienna’ und dem letzten Studio-Output ‘Now The Waves Of Sound Remain’ aus dem Jahr 2014 die bereits dritte Veröffentlichung unter GAOM und die insgesamt siebte CD in 10 Jahren Band-Geschichte.
Warum die Band an mir bis jetzt komplett vorbei gegangen ist, kann ich eigentlich gar nicht sagen. Schade ist es auf jeden Fall. 6 Songs, alle zwischen knapp 7 und 9 Minuten müssten das Progger-Herz eigentlich höher schlagen lassen. Und genau so kommt es auch. Prog-Metal steht eindeutig im Vordergrund, wobei auch Anleihen an Art-Rock sowie Alternative Rock mit einem Hang zu fettem Metal zu erkennen sind. Selbst die Nähe zu den Ober-Meistern des Genres (Dream Theater) sind nicht zu verheimlichen, wenn man sich z.B. den Song ‘In The Name Of Freedom’ anhört. Zum Glück nicht mit ausufernden Frickel-Orgien, dafür mit einem eindeutig besseren Sänger und einem Part, der mich ein bisschen auch an Fates Warning aus der ‘Disconnected’ Zeit erinnert. Und dann noch das Gitarren-Solo am Ende des Tracks. Unglaublich cooler Song, der für mich das Highlight der CD darstellt. Alleine hierfür lohnt sich der Kauf. Weiteres Highlight für mich der Schluss-Track ‘Blackened Rivers’ mit einer unglaublichen Steigerung innerhalb des Songs.
Freunde des Prog-Metal sollten sich ‘Cycles’ unbedingt zulegen. Gehört für mich in das oberste Viertel der Genre-Skala. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Project Patchwork - ReFlection (VÖ:16.03.2018)
‘Project Patchwork’ ist ein Studio-Projekt der zwei deutschen Musikern Gerd Albers und Peter Koll. ‘ReFlection’ ist das bereits zweite Album dieses Zusammenschlusses, denn bereits vor 3 Jahren wurde ‘Tales From A Hidden Dream’ veröffentlicht. Leider ging dieses Werk komplett an mir vorbei. Das ist um so ärgerlicher, weil ich von ‘ReFlection’ so richtig angetan bin.
Wie es sich für eine Patchwork (Familie) gehört, wurden von den Herren Albers und Koll nicht weniger als 21 ‘Kinder’ (Gast-Musiker) adoptiert, um dieses Epos auf die Welt zu bringen (ich hoffe ich habe mich jetzt nicht verzählt). Zwar übernimmt Gerd Albers viele Instrumente selbst (Gitarren, Drums) und steuert auch diverse Backing Vocals bei (Peter Koll scheint nur für die Aufnahmen und das Vorab-Mixing verantwortlich gewesen zu sein), aber die Liste der Gast-Auftritte ist doch sehr namhaft.
Um mal einige (mir bekannte) ‘Kinder’ dieser Patchwork-Familie zu nennen:
Da wäre mal die halbe Band ‘Toxic Smile’ (siehe meine Reviews) mit dem begnadeten Marek Arnold (Keyboard, diverse Blasinstrumente und auch für den Mix verantwortlich) und dem genialen Sänger Larry B. (Brödel). Dann Martin Schnella (Gitarre, Gesang) von der Band ‘Flaming Row’ und ‘Seven Steps To The Green Door’ und Melanie Mau (Gesang), die schon viel mit Martin Schnella gemacht hat. Dann noch Markus Steffen (Gitarre), bekannt von ‘Sieges Even’ und ‘Subsignal’ sowie John Mitchell (Gitarre), den man ja vor allem von ‘Arena’ kennt.
Musikalisch geht es auf eine Reise des Progs der 70er bis 90er gepaart mit vielen Einflüssen des Folk, zwischendurch auch ein paar härtere Parts mit fetter Gitarre. Also genau so wie es sich für eine richtige Patchwork-Familie gehört. Hier auf jeden einzelne Song einzugehen würde diese Review echt sprengen, sind doch wirklich zu viele Einflüsse / Stile in ‘ReFlection’ vereint. Eines kann ich nur sagen. Wer nur halbwegs auf abwechslungsreichen Prog steht, der meist im eher ruhigen Fahrwasser schwimmt aber ab und zu auch eine gewisse Härte aufweist, kann mit ‘Project Patchwork’ wirklich nichts falsch machen. Songs wie ‘Struggle And Agony’ mit wirklich allen Facetten des Prog, ‘Fear Of Loss’ mit einem Saxophon-Solo (ich denke von Marek Arnold), das auch auf der ‘Wish You Were Here’ von Pink Floyd hätte drauf sein können, ‘A Winter’s Tale’, einem richtig genialen, folkig angehauchten Song mit Melanie Mau als Sängerin oder auch ‘Yearning For Confraternity’ (die Gitarre ist eindeutig Markus Steffen ... das ist so Subsignal) mit einem genialen Gesang von Larry B. (denke ich doch) sind einfach für das Progger-Herz gemacht. Und die wirklich saubere Produktion von Marek Arnold tut dann noch ein Übriges. Und ... was den Progger natürlich noch mehr freut ... fast alle Songs haben eine Länge von 7 bis fast 10 Minuten. Da weiß man dann auch dass es zu keiner Sekunde langweilig wird.
Richtig gutes Album, das ich jedem Prog-Fan nur ans Herz legen kann. Mehr Infos gibt es auf der Homepage des Projekts.

Pinski - Sound The Alarm (VÖ:29.04.2018)
Wer mich und meine Homepage kennt weiß, dass ich unter Anderem von dem Freisinger Label Gentle Art Of Music begeistert bin, das neben sich selbst sozusagen (RPWL, Blind Ego ...) auch andere geniale Prog-Bands (Dante, Subsignal, Phi ...) sowie etwas außergewöhnliche Sachen (Schizofrantik, Panzerballett) unter Vertrag haben. Daher verfolge ich das Label sehr intensiv und bin immer wieder erfreut, wenn neue Acts unter die Fittiche genommen werden. ‘Pinski’ ist einer davon. Alleine vom Cover des Erstlingswerks ‘Sound The Alarm’ könnte man zuerst befürchten, jetzt driften sie in die Rubrik Singer / Songwriter oder noch schlimmer Betroffenheits-Schlager ab. Nettes Mädel mit Akustik-Gitarre. Aber (zum Glück) weit gefehlt, denn Insa Reichwein aka. Pinski liefert mit ihren Mitstreitern Ian Alexander Griffiths (E-Gitarre, Backing Vocals), Christopher Streidt (Bass, Backing Vocals) und Stephan Schöpe (Drums) ein richtig straightes und dreckiges Rock-Album ab, das, vor allem wegen der Stimmfarbe von Insa Reichwein ein bisschen an ‘Skunk Anansie’ erinnert. Neben richtigen Rock-Granaten wie den Opener ‘Ugly Side’, das folgende Titelstück, ‘Fire’ oder auch ‘III’ (das tatsächlich richtig an Skunk Anansie heran kommt) gibt es aber auch etwas poppigere Sachen (‘Butterflies’), eine Power-Ballade (‘Stay Alive’), ein über 7 1/2 minütiges Stück das fast schon in Richtung Prog geht (‘Red Sun’) sowie einen Song, der von der Struktur her auf eine geniale Scheibe von ‘Porcupine Tree’ gepasst hätte (‘Society’). Am Ende gibt es dann noch ein (fast) akustisches Stück (‘Light Calling’), das einen richtig schönen Abschluss bildet.
Auch wenn ‘Pinski’ vielleicht nicht so recht in das Portfolio von Gentle Art Of Music passen, finde ich die vorliegende CD richtig gut. Prog-Freunde werden vielleicht nur bei 2 Titeln auf ihre Kosten kommen (‘Red Sun’, ‘Society’), die ich auch unbedingt als Anspieltipps nennen möchte, der Rest überzeugt aber durch hervorragende Rock-Musik mit nur ganz wenig Easy Listening. Unbedingt reinhören. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Powerized - The Mirror’s Eye (VÖ: 15.03.2018)
’Powerized’ stammen aus Holland und ihre Musik beschreiben sie selbst als Symphonischer Prog-Metal. Neben einer Demo-Produktion und einer veröffentlichten Single (‘Where Worlds Meet The Eye’) sowie 2 Europa-Touren im Vorprogramm von Helloween und Death Dealer / Flotsam And Jetsam war die Band bisher eher unbekannt. Das sollte sich jetzt aber mit ‘The Mirror’s Eye’ ändern. Geprägt wird die Musik von der Stimme von Nick Hollermann (Ex Visious Rumors), der mich ziemlich brutal an Tobias Sammet (Edguy / Avantasia) oder auch Timo Kotipelto (Stratovarius) erinnert. Und das liegt nicht nur an der Stimmfarbe sondern auch an der Musik selbst. ‘Where Worlds Meet The Eye’, auch auf diesem Album vertreten, klingt sowas von nach Stratovarius. Double Bass Drum, ziemliche Geschwindigkeit, hoher Gesang. Man könnte hier die Band echt verwechseln. Auch das folgende ‘For The Fallen’ geht ziemlich in diese Richtung, wobei hier auch noch der eingängige, eher getragene Refrain im Ohr stecken bleibt. 10 1/2 Minuten ohne eine Sekunde Langeweile und mit interessanten Tempo-Wechseln. Ein paar fette Gitarren-Parts dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ein passendes Video gibt es auf YouTube. Und es geht gerade so weiter. ‘King Alas!’, ebenfalls mit ein paar genialen Breaks ausgestattet und zwischendurch orchestral mit Keyboard-Teppich. ‘Powerized’ können aber auch ruhiger, bombastischer. Wie zum Beispiel bei ‘Forever Coming’, einer tollen Halb-Ballade mit viel Schmalz. Die beiden Herz-Stücke des Albums sind auf jeden Fall ‘Behind The Gates’ (11 1/2 Minuten) und ‘God Of This World’ (über 12 Minuten), bei denen gebangt, geschmachtet und genossen werden kann. Gerade bei diesen 2 Songs, die etwas weg von den oben genannten 2 Bands sind, zeigen ‘Powerized’ eine gewisse Eigenständigkeit, die ihnen gut zu Gesicht steht.
Symphonischer Prog-Metal finde ich jetzt insgesamt etwas daneben gegriffen, denn dafür fehlt sowohl das Symphonisch ein bißchen als auch das Prog im Metal. Aber vor den Genre-Größen Edguy und Stratovarius, die sich musikalisch am ehesten vergleichen lassen, müssen sich ‘Powerized’ nicht verstecken.

Secret Rule - The Key To The World (VÖ: 09.11.2017)
Die italienische Symphonic Metal Band ‘Secret Rule’ habe ich im Rahmen der Symphonic Metal Nights im Februar 2018 in Wörgl live gesehen. Und da mich die Musik doch ziemlich angesprochen hat, musste ich mir natürlich den neuesten Output ‘The Key To The World’ am Merch kaufen. Leider durfte die Band als Opener nur eine halbe Stunde spielen. Aber das hat auf jeden Fall gereicht, mich zu überzeugen. Der Begriff ‘Symphonic Metal’ trifft bei ‘Secret Rule’ (im Gegensatz zu den anderen Bands, die dann noch aufgetreten sind, nämlich Sleeping Romance, Visions Of Atlantis und Serenity) wohl am wenigsten zu. Knackiger Rock mit ein bißchen Keyboard trifft es da schon eher. Nach dem kurzen Opener (‘The Key’) folgt schon der für mich beste Song des Albums ‘The Song Of The Universe’, eingängiger Refrain, tolle Melodie, fette Gitarrenarbeit, super Rhythmus-Fraktion. Und das noch gepaart mit der nötigen Härte. Der Song geht einem auf jeden Fall nicht mehr aus dem Kopf. Und auch Sängerin Angela Di Vincenzo macht einen richtig guten Job. Auch das folgende ‘Empty World’ hat Ohrwurm-Charakter. Mit ‘Twin Flames’ (unterstützt von Henning Basse - Metalium, Sons Of Seasons und Firewind), ‘A Reverie’, ‘My Realm’, ‘Lost Child’, ‘Imaginary World’ (hier mit Ailyn Gimenez Garcia - Sirenia) und der Ballade ‘No More’ gibt es weitere Song-Perlen, die den Kauf des Albums rechtfertigen. Aber auch die restlichen der insgesamt 13 Songs sind wirklich nicht schlecht. Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass Fabio D’Amore (Bassist von Serenity) bei 3 Songs im Background gesungen hat. Coole Scheibe.

Sleeping Romance - Alba (VÖ: 03.11.2017)
Im Rahmen der Symphonic Metal Nights im Februar 2018 habe ich die italienische Band ‘Sleeping Romance’ insgesamt zwei mal live gesehen. Zum Opening der Tour in Wörgl und zwei Wochen später dann fast am Ende der Tour in München. Alleine der richtig geniale Auftritt in Wörgl hat mich dazu bewogen, die aktuelle CD ‘Alba’ am Merch zu kaufen. Begeistert an ‘Sleeping Romance’ hat mich neben der Sängerin Federica Lanna, die sowohl optisch als auch stimmlich glänzt, vor allem das perfekte Zusammenspiel der restlichen Bandmitglieder und der Spaß, den die Band an ihrer Arbeit rüber gebracht haben.
Musikalisch machen ‘Sleeping Romance’ lupenreinen Symphonic Metal. Also fetter orchestraler Hintergrund, geile Gitarren-Riffs, eingängige Melodien, Refrains zum mitsingen. Und alles auf einem Top Niveau. Wobei sich die Live-Versionen der Songs etwas härter und erdiger anhören als die perfekt hingebügelte Studio-Versionen. Aber das macht nix. ‘Alba’ ist von vorne bis hinten eine richtig geniale Scheibe geworden ohne irgend einen Ausfall oder Lückenfüller. Highlights für mich auf jeden Fall ‘Where The Light Is Bleeding’, ‘Lost In My Eyes’, ‘Forgiveness’, die Herz-Schmerz-Ballade ‘Across The Sea’ sowie das Titelstück ‘Alba’.
Wer auf Symphonic Metal steht, kommt an ‘Sleeping Romance’ nicht vorbei. Eine tolle Neuentdeckung und ich hoffe die Band kommt mal als Headliner zu mir in die Gegend, denn die halbe Stunde in Wörgl und München war auf jeden Fall zu wenig.

Subsignal - La Muerta (VÖ:25.05.2018)
Subsignal werden ja gerne als Nachfolge-Band von ‘Sieges Even’ bezeichnet, wurde die Band ja im Jahr 2008 rum von den beiden Sieges Even - Musikern Arno Menses (Vocals) und Markus Steffen (Gitarre) gegründet. Meine ersten Erlebnisse mit der Band hatte ich 2009 auf dem Night Of The Prog-Festival auf der Loreley und war mehr als begeistert.
Seit dem letzten Output ‘The Beacons Of Somewhere Sometime’ sind gute 2 1/2 Jahre vergangen und einen kleinen Line-Up-Wechsel hat es wieder gegeben. An den Keyboards sitzt nun Markus Maichel (u.a. auch bei Dante) und hat Luca Di Gennaro abgelöst. Das scheint aber schon länger passiert zu sein, denn auf der letzten Tour die ich von Subsignal (zusammen mit Dante) besucht habe (das muss irgendwann so Anfang 2016 gewesen sein), war Markus Maichel schon an den Keyboards aktiv.
Über das Cover von ‘La Muerta’ möchte ich jetzt mal keine Worte verlieren ... ich mag einfach mexikanische Sugar-Sculls (wie man meinem Profil-Bild auf meinem Instagram-Account entnehmen kann) und das passt natürlich hervorragend zum CD-Titel.
Was auf jeden Fall zu bemerken ist: ‘La Muerta’ ist im Vergleich zum Vorgänger eingängiger, melodischer geworden, was der Musik erstaunlicherweise gut tut und sicher einen breiteren Hörerkreis ansprechen wird. Selbstverständlich bleiben trotzdem die außergewöhnlichen Trademarks der Band, nämlich nach (nicht mehr so ausufernden) komplizierten Parts immer wieder zu einer genialen Melodie und zu einem eingängigen Refrain zurück zu kommen, erhalten. Bestes Beispiel hierfür ist der Track ‘The Bells Of Lyonesse’, der einfach einen traumhaften Refrain hat, der dann auch noch - Gänsehaut garantiert - von Arno Menses mit seiner außergewöhnlichen Stimme selbst in den höheren Lagen absolut sicher interpretiert wird. Das gepaart mit einer genial-gefühlvollen Gitarre. Eines der besten Stücke, die ich jemals von Subsignal gehört habe. Oder nehmen wir das Titelstück ‘La Muerta’. Das ist sowas von typisch Subsignal und hätte auch schon auf dem Erstlingswerk ‘Beautiful & Monstrous’ drauf sein können.
Ich würde jetzt gerne noch ein paar Songs extra herausheben. Das fällt mir aber unheimlich schwer, da wirklich die komplette CD das hohe Niveau hält und es wirklich überhaupt keinen Ausfall gibt. Besonders überzeugt hat mich vielleicht noch ‘Every Able Hand’ wegen den Keyboard-Läufen im Hintergrund, die ich so seit den 80ern von Marillion in ihren besten Zeiten nicht gehört habe. Fast ein bißchen mexikanisches Feeling kommt bei dem (leider zu kurzen) Instrumental-Stück ‘Teardrops Will Dry In Source Of Origin’ auf. Wunderschöne akustische Gitarre. Etwas untypisch für Subsignal ist vielleicht der Song ‘Even Though The Stars Don’t Shine’. Wusste gar nicht, dass die Jungs auch so einen richtig straighten Rocker schreiben können. Für’s Radio leider 1 1/2 Minuten zu lang ... aber könnte echt einen richtig breiten Geschmack treffen.
Ziemlich nahe an das Vorgänger-Album kommt vielleicht der Song ‘The Passage’, mit knapp 7 1/2 Minuten auch das längste Stück und mit vielen langen Instrumental-Parts. Und was für’s Herz gibt es dann noch mit der Abschluss-Ballade ‘Some Kind Of Drowning’ bei der Marjana Semkina (von ‘I Am The Morning’) einen geialen Vocal-Auftritt hat und mit Arno Menses ein sensationelles Duett singt. Und das unterstützt von Markus Jehle (RPWL) am Piano. Gänsehaut zum Schluss. Als weitere Gast-Musiker sind dann noch Kalle Wallner (Gitarre) und Yogi Lang (Keyboards), ebenfalls von RPWL, genannt, die die CD auch sensationell gut produziert haben.
Mit ‘La Muerta’ ist Subsignal ein weiteres Meisterwerk gelungen, das durch die weniger komplexen Song-Strukturen sicher ein noch breiteres Publikum ansprechen werden. Für mich schon jetzt ein heißer Anwärter auf die CD des Jahres 2018. Veröffentlicht wird die CD bei Gentle Art Of Music, mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage. Ein erstes Video von ‘Even Though The Stars Don’t Shine’ wurde auch schon bei YouTube hochgeladen. Muss man unbedingt haben.

Temperance - Of Jupiter And Moons (VÖ:20.04.2018)
Symphonic Metal aus Italien häuft sich gerade ein bißchen auf meiner Homepage. Mit meinem letzten Update habe ich ja schon ‘Sleeping Romance’ und ‘Secret Rule’ besprochen. Und jetzt kommt mit ‘Temperance’ gleich die nächste Band aus diesem Genre auf meine Seite. Warum ist das so? Nun, neben meinem Faible für Prog-Rock und Prog-Metal gehe ich liebend gerne auf Symphonic Metal Konzerte und dabei so oft es geht zu meiner Lieblings-Band aus diesem Bereich, Serenity. Und im Rahmen der Symphonic Metal Nights im Frühjahr 2018 sind neben dem Top-Act Serenity eben noch die genannten 2 Bands aufgetreten, die ich beide richtig gut fand. Nun gehen die Symphonic Metal Nights im Herbst in eine zweite Runde und neben Serenity und Visions Of Atlantis die auch schon im Frühjahr dabei waren, gibt es 2 neue Opener. Nämlich Dragony (die Band von VoA-Sänger Siegfried Samer) sowie eben auch Temperance. Und da man sich ja ein bißchen einhören muss, habe ich mir den aktuelle Output ‘Of Jupiter And Moons’ gegönnt. Und ich muss sagen, die Band passt hervorragend zum restlichen Line-Up. Trademarks der Band sind - neben natürlich bombastischen, melodischen Songs mit Refrains zum mitgröhlen - 2 außergewöhnliche Vocalisten namens Alessia Scolletti und Michele Guaitoli. Und somit ist auch klar, dass durch diese Kombination weiblicher und männlicher Gesang eine gewisse musikalische Nähe zu Visions Of Atlantis nicht zu verleugnen ist. Dies merkt man an so Songs wie ‘The Last Hope In A World Of Hopes’, ‘Broken Promises’ oder auch dem Titelstück, die ich gleichzeitig auch als absolute Highlights der CD bezeichnen will. Geniale Melodien, eingängige Refrains, genügend Bombast, Keyboard-Teppich, fette Gitarren-Riffs. Richtig cooler Symphonic Metal. Aber auch die anderen 7 Songs stehen in der Qualität auf der gleichen Stufe. Nicht ein Ausfall oder Lückenfüller.
Besonders herausheben möchte ich vielleicht noch den Song ‘Alive Again’ (Gänsehaut-Melodie) sowie die Power-Ballade ‘Empires And Men’ Und auch der Rausschmeißer ‘Daruma’s Eyes Part 1’ ist etwas außergewöhnlich, denn selbst über 7 Minuten Symphonic Metal können richtig abwechslungsreich sein.
Wer auf das Genre Symphonic Metal steht, sollte Temperance unbedingt antesten. Tolle Neuentdeckung. Mehr Infos gibt es auf ihrer Homepage. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich im Herbst auf einem Konzert im Rahmen der Symphonic Metal Nights. Ich werde auf jeden Fall in Stuttgart und Wien dabei sein. Eventuell noch ein oder zwei weitere Konzerte.

Tumble Town - Never Too Late (VÖ:21.05.2018)
Tumble Town ist ein Projekt von Han Uli (Seven Day Hunt, Antares), Aldo Adema (Egdon Heath, Seven Day Hunt) und Erik Laan (Silhouette). Zumindest die zwei genannten Bands ‘Egdon Heath’ und ‘Silhouette’ sind mir noch aus den 90ern als lupenreine Prog-Bands bekannt. ‘Seven Day Hunt’ scheint so etwas wie die Nachfolge-Band von ‘Egdon Heath’ zu sein, beide Musiker verließen aber diese Band im Jahr 2009 um sich entweder Solo-Projekten zu widmen (Han Uli) oder sich als Producer zu versuchen (Aldo Adema als Produzent bei Silhouette). Auf einem Solo-Album von Han Uli gab es dann eine Zusammenarbeit bei einem Song mit Aldo Adema und dabei beschloss man dann, ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. Die Geburtsstunde von Tumble Town. 2013 wurde dann das erste Album (Done With The Coldness) veröffentlicht, auf dem Erik Laan als Gast-Musiker an den Keyboards dabei war. So also die aktuelle Besetzung plus Erik’s Sohn Arjan an den Drums.
Die Altmeister der niederländischen Prog-Szene liefern mit ‘Never Too Late’ auf jeden Fall ein richtig gutes Prog-Album ab, das zwischen Retro- und Neo-Prog stilsicher wandelt. Ausufernde Instrumentalparts mit mal wimmernder, mal härterer Gitarre, viel Keyboard-Teppich, manchmal Gesang der eher an Steven Wilson / Porcupine Tree erinnert. Es gibt 2 herausragende Long-Tracks, nämlich ‘Transatlantic’ mit über 11 Minuten und ‘All Because Of Me’ mit knapp 8 1/2 Minuten, auf denen die musikalischen Wurzeln (eben Egdon Heath bzw. Silhouette) mehr als deutlich heraus kommen, es gibt eine Art Ballade mit ‘Avalon’ mit richtig geilen Gitarren-Parts, die auch wieder an genialen Prog des letzten Jahrtausends erinnern lassen.
Insgesamt ist ‘Never Too Late’ richtig viel Prog der 90er, der wirklich sehr gut gemacht ist und es freut mich ungemein, dass es noch Bands (oder besser Projekte) gibt, die dieses Genre auf so eine herausragende Weise hin bekommen. Viele Bands die das versuchen, langweilen mich eigentlich sehr (Flower Kings, Karmakanic und wie sie alle heißen), bei ‘Tumble Town’ fand ich jede Minute spannend. Proggies können auf jeden Fall zugreifen. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Unkh - Innerverse (VÖ:28.05.2018)
Die niederländische Prog-Szene ist einfach unermesslich. Immer wieder erstaunlich, welch interessante Bands man da entdecken kann. Wie z.B. ‘Unkh’. Bestehend aus 4 Jugend-Freunden, die schon immer dem Prog zugetan waren und eine Band auf die Beine gestellt haben. Im Jahr 2014 haben sie schon einmal ein Album (‘Traveller’) heraus gebracht, so wie ich gelesen habe ein Stil-Mix aus 70er Prog und 80er New Wave. Es folgten Touren mit ‘Frequency Drift’ und ‘Anima Mundi’ und jetzt mit ‘Innerverse’ ein weiteres Album.
Lediglich 5 Songs sind auf der CD vertreten, darunter allerdings 2 geniale Long-Tracks. Das beginnt mit dem Opener ‘Paranoid Void’ mit knapp über 10 Minuten. Der Song ist sehr elektronisch gehalten, hat aber auch ein paar richtig gute Gitarren-Parts. Dazu teilweise mehrstimmiger Gesang und einen genialen Rhythmus. Richtig cooler Song, wenn man auf elektronischen Prog steht.
Danach folgt ‘Deep’, eingeleitet mit Piano-Klängen, dann Keyboard-Teppich und verzerrte Gitarre, harte Gitarren-Riffs ... ein instrumentaler Retro-Progger im modernen Gewand. Das folgende ‘The Showcase’ erinnert mich leider zu sehr an die Beatles (die ich ja nicht wirklich mag). Hätte auf dem ‘Weißen Album’ sein könnnen. Ein bisschen schräg alles, aber nett gemacht.
Der kürzeste Song ‘Slumber’, gerade mal 3 Minuten lang, ist von der Grundstimmung her etwas von ‘The Carpet Crawlers’ (Genesis) geklaut (also Gesang plus Tastenbegleitung gehen einfach voll in die Richtung).
Und dann folgt mit ‘Dreamcatcher’ schon der Abschluss-Song, dieser allerdings gut 19 Minuten lang. Und das ist Retro-Prog at it’s best. Geniale Instrumental-Parts, eine unglaubliche Steigerung des Songs innerhalb der ersten 12 Minuten bis zum Bombast und richtig fetter Gitarre, dann wieder ruhig, elektronisch, vertrackt und mit einem hammermäßigen Schluss. Eindeutig das Herzstück und der beste Song des Albums.
Wer auf elektronisch angehauchten (Retro-) Prog steht, sollte ‘Innerverse’ auf jeden Fall im CD-Regal haben. Ziemlich eigenständiges Album, das eigentlich mit keiner anderen Band aus dem Genre vergleichbar ist. Unbedingt antesten. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Visions Of Atlantis - The Deep & The Dark (VÖ: 16.02.2018)
Seit der Gründung im Jahre 2000 wurde die Österreichische Symphonic Metal Band ‘Visions Of Atlantis’ im Laufe der Jahre personell schwer gebeutelt. Ausstiege von Musikern, Wiedereinstiege von Musikern, diverse Wechsel am Mikrophon. Am Ende blieb Schlagzeuger und Gründungsmitglied Thomas Caser übrig. Und heute ... sind 2 geniale Sänger/innen mit Siegfried Samer (Dragony) sowie Clémentine Delauney (Ex-Serenity / Exit Eden) gefunden sowie 2 ehemalige Live-Musiker (Christian Douscha - Gitarre und Herbert Glos - Bass / bekannt von Dragony, wobei der Bass auf ‘The Deep & The Dark’ von Mike Koren eingespielt wurde) mit eingestiegen. Ich hoffe inständig für die Band, dass die Zeiten der dauernden Musiker-Wechsel endlich vorbei sind und man sich auf das Wesentliche, nämlich genialen Symphonic Metal konzentrieren kann.
Ich habe die Band früher schon diverse Male auf irgendwelchen Konzerten gesehen, allerdings hatten sie bei mir ehrlicherweise keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dies hat sich allerdings seit Neuestem total geändert.
Im Rahmen der Symphonic Metal Nights 2018 habe ich VoA zwei mal live erleben dürfen. Zum Tour-Auftakt in Wörgl mit einem fulminanten Auftritt (Fotos davon gibt es auf meinem Facebook- und Instagram-Account) sowie ziemlich am Ende der Tour in München, dort leider mit einer durch Erkältung etwas angeschlagenen Clémentine Delauney und einem leicht verkürzten Set. Wer meine Reviews regelmäßig liest, weiß dass ich voll auf die Stimme von Clémi stehe. Eine Ausnahme-Erscheinung in diesem Genre. Und wenn es Perfektion gibt, dann ist es das Zusammenspiel mit der Stimme von Siegfried Samer. Das passt einfach wie die Faust auf’s Auge. Unglaublich homogen. Und das hört man natürlich auch auf dem neuesten Werk ‘The Deep & The Dark’.
Schon das Titelstück als Opener ist sowas von fett. Geile Gitarren-Riffs, bombastischer Keyboard-Teppich im Hintergrund, Bombast zwischendurch, geiles Gitarren-Solo. Refrain mit Ohrwurm-Charakter. Und dann der Gänsehaut-Gesang von Clémi. Sensationell. Es folgt die erste Video-Auskopplung ‘Return To Lemuria’, hier dann endlich das erste Gesangs-Battle zwischen Clémi und Siegfried. Und genau hier merkt man, wie toll die Stimmen zusammenpassen. Auch wenn der Refrain etwas cheesy ist ... das echt ein bißchen zu dick in die Melodie-Kiste gegriffen. Aber ich meine das absolut positiv. Und es gibt keine Pause mit den guten Songs. ‘Ritual Night’ (etwas folkig angehaucht), die zweite Video-Auskopplung ‘The Silent Munity’ (neben dem Titelstück von den ‘härteren Sachen mein zweites Highlight) und und und. Neben den schnelleren Stücken gibt es dann noch zwei außergewöhnliche Balladen. ‘The Last Home’ (Clémentine Delauney in Höchstform ... Gänsehaut garantiert) sowie ‘Prayer To The Lost’, ebenfalls nur von Clémi gesungen und ihrer Schwester Lou gewidmet.
Im Moment meine CD des Jahres 2018. Muss man unbedingt haben. Ein Meisterwerk dieses Genres.

 

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