Neue CD-Kritiken

Neue CD-Kritiken

 

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Helene Fischer oder Andrea Berg gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet darf sie behalten !!

 

18.12.2021

02.04.2022

04.09.2022

Boscher, Xavier - Firescapes

Boscher, Xavier - Cosmic Variations

A-Z - A-Z

Coarbegh - Watercolours

Magnum - The Monster Roars

Roland Bühlmann - Emnalóc

Dream Theater - A View From The Top Of The World

Star One - Revel In Time

Evergrey - A Heartless Portrait (The Orphean Testament)

Enemy Inside - Seven

Wallner, Kalle - Voices

Fallen Sanctuary - Terranova

Heartscore - Medusas Head

 

Imaginaerium - The Rise Of Medici

Meier, Nicolas - Magnificent

 

Marillion - An Hour Before It’s Dark

Subworks - One

 

Rammstein - Zeit

Temperance - Diamanti

 

Secret Rule - The Resilient

Wonders - The Fragments Of Wonder

 

Vanden Plas - Live & Immortal

 

 

Visions Of Atlantis - Pirates

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A-Z - A-Z (VÖ: 12.08.2022)
A-Z, A thru Z, Alder - Zonder. Keine Ahnung, wie man die Band jetzt aussprechen soll. Aber die letzte Version (Alder - Zonder) sagt schon aus, welche Musikgrößen sich hier mal wieder zusammengetan haben. Es sind keine Geringeren als Ray Alder (Vocals) und Mark Zonder (Drums), die sowohl bei Fates Warning als auch bei Redemption schon richtig geniale Musik zusammen gemacht haben. Unterstützt von Keyboarder Vivien Lalu (der ist mir zum ersten Mal bei den Alben von Hubi Meisel über den Weg gelaufen), Gitarrist Joop Wolters und Bassist Philip Bynoe (am ehesten noch bekannt durch seine Arbeit mit Steve Vai) nun also das Debut-Album.
Wer jetzt ein Werk im Stile von Fates Warning oder auch Redemption erwartet, wird vielleicht ein bisschen überrascht sein. Denn A-Z machen mitnichten Prog-Metal (oder nur in ganz leicht angehauchter Version) sondern haben sich eher dem Hard Rock bzw. AOR verschrieben. Und heraus gekommen ist ein (für mich) sensationell gutes Album dieses Genres. Klar, die Stimme von Ray Alder wird man immer mit Fates Warning in Verbindung bringen, dafür ist sie einfach zu einzigartig. Aber das passt eben auch für ‘leichtere Kost’. Der Opener ‘Trial By Fire’ klingt für mich irgendwie nach ‘Journey’ (lustig, denn es gibt ja ein Album von Journey mit diesem Namen) und ist zugleich eines meiner Highlights des Albums. Das folgende ‘The Far Side Of The Horizon’ ist dann tatsächlich ein bisschen proggig angehaucht und hat leichte Anleihen an Redemption. Ein richtiger Rocker folgt dann mit ‘Machine Gunner’ und einem geilen Duell zwischen Gitarre und Keyboards. Hammer. Es gibt aber auch ruhigere Töne (‘Rise Against’, ‘Sometimes’). Jetzt hier alle Songs zu erwähnen wäre wirklich Zeitverschwendung. Denn es gibt einfach keinen schlechten Song auf dem Album. Trotzdem möchte ich hier noch meine absoluten Lieblings-Songs nennen ... das wäre ‘Stranded’ (Gänsehaut), ‘Borrowed Time’ (hätte fast auf dem Disconnected Album von Fates Warning drauf sein können ... und ... die Drums hauen einem die Lautsprecher um die Ohren, ich dachte meine Autotüren fallen raus ... was für ein geiler Sound) sowie den Bonus-Track ‘The Silence Broken’.
Als Fazit kann ich nur empfehlen, dieses grandiose Album zu kaufen. Ihr werdet von Anfang bis Ende Spaß haben.

Boscher, Xavier - Firescapes (VÖ: 15.11.2021)
Nach ‘Waterscapes’ (November 2020) und ‘Earthscapes’ (Juli 2021) war es ja irgendwie logisch, dass auch noch ein ‘Firescapes’ folgen wird. Und hierfür hat sich der Südfranzose Xavier Boscher gerade mal 4 Monate Zeit gelassen. Was soll ich sagen ... das Album beginnt mit dem grandiosen, fast 16-minütigen ‘Pyrotechnic’, das mich komplett wegbläst. Geradezu rockig und bombastisch, mit sensationellen Gitarren-Parts, genialer Melodie und jedem Liebhaber von E-Gitarren-Soli sollte hier das Herz aufgehen. Ich habe keine Ahnung woher der Mann diese Kreativität her nimmt, aber Xavier Boscher überrascht mich immer wieder mit Meisterwerken. Das ist wirklich musikalische Pyrotechnik. Noch einen Tacken rockiger dann das folgende ‘Lightning’ sowie ‘Chuck’s Flame Will Live Forever’, bei dem sich Xavier Boscher fast Knoten in die Finger spielt. Noch besonders herausheben möchte ich den Song ‘Au Coin Du Feu’, denn hier beweist Xavier Boscher, dass er es nicht nur auf der E-Gitarre kann sondern auch die akustische Variante mehr als beherrscht.
‘Firescapes’ ist auf jeden Fall mal wieder ein Feuerwerk instrumentaler Gitarrenmusik der Extraklasse und ich kann auch dieses Album nur jedem ans Herz legen. Und auch dieses Album gibt es wieder als digitalen Download oder als physische CD auf seiner Bandcamp-Seite.

Boscher, Xavier - Cosmic Variations (VÖ: 07.03.2022)
Nun ist es also passiert ... in jedem meiner 3 letzten Updates meiner Homepage ein Album des südfranzösichen Musikers Xavier Boscher. Dass er richtig fleißig ist wenn es um neue Musik geht habe ich ja schon öfter erwähnt, aber dass jemand 4 Alben in einem Jahr veröffentlicht ist schon mehr als ungewöhnlich. Das zeigt aber auch die unglaubliche Kreativität von Xavier Boscher.
Nachdem jetzt die 4 Elemente (Feuer, Wasser, Erde und Luft) musikalisch abgehandelt wurden, gibt es nun mit ‘Cosmic Variations’ einen weiteren, richtig genialen Output. Das Album ist unterteilt in 7 ‘echte’ Songs, die durch mehr oder weniger kurze Zwischenspiele (‘Echo 1’ - ‘Echo 6) miteinander verbunden sind.
Wie es sich für Xavier Boscher gehört, ist auch ‘Cosmic Variations’ ein rein instrumentales Album geworden, das vor eingängigen Melodien nur so strotzt. Schon der Opener ‘Sea Serpent’ glänzt durch geniale Gitarren-Linien aus einem Guss, bei denen auch mal ein härteres Metal-Riff eingestreut wird. Das folgende ‘Compass On Argonauts Ship’ ist, vor allem wegen den Tempi-Wechsel sehr proggig angelegt und Xavier Boscher zeigt uns, dass er auch sehr sehr schnell den Gitarrenhals rauf und runter zaubern kann. Genialer Song.
Alle weiteren Stücke zu besprechen würde hier jetzt echt den Rahmen sprengen. Alle auf sehr hohem Niveau und Xavier Boscher ist es mal wieder mehr als gelungen, ein rein instrumentales Album abzuliefern, das zu keiner Sekunde langweilig wird. Insgesamt würde ich ‘Cosmic Variations’ als das ‘härteste’ Album seiner Karriere bezeichnen, denn teilweise geht es echt sehr rockig zu.
Wie immer gibt es hier von mir eine absolute Kaufempfehlung, wenn man auf instrumentale Musik steht. Xavier Boscher spielt hier ganz oben in der Liga. Das Album gibt es wieder auf seiner Bandcamp-Seite.

Bühlmann, Roland - Emnalóc (VÖ: 11.07.2022)
Über den Schweizer Multiinstrumentalisten Roland Bühlmann habe ich ja auf meiner Seite schon mehrfach geschrieben und sowohl sein Album aus dem Jahr 2019 (Crucial) als auch das dann folgende Album aus 2020 (Dubnos) besprochen. Und nun folgt, 2 Jahre später ein Album namens ‘Emnalóc’. Macht Euch keine Gedanken darüber, wenn Ihr das Wort noch nie gehört habt ... denn sowohl der Albumtitel als auch sämtliche Namen der Songs sind reine Fantasiewörter.
Auch auf ‘Emnalóc’ hat sich Roland Bühlmann wieder eine ganze Schar an Gastmusikern an Land gezogen. So ist hier Terl Bryant am Schlagzeug (Ex-Iona) auf 3 Songs zu hören, David Cross (Ex-King Crimson) darf einen Song mit seiner Violine veredeln, Luca Calabrese trompetet auf 3 Songs, Ondrej Glogar spielt auf dem ersten Song (Umiion) Carnyx (ein keltisches Blasinstrument) und auf einem Song wird Roland Bühmann durch Angelo Lebrato auf der akustischen Gitarre unterstützt.
Roland Bühlmann umschreibt sein Album als das Sehnen nach einem anderen Ort, an dessen Existenz man als Ahnung glaubt, wenn man eine schöne Landschaft sieht, oder dramatische Wolkenbilder, einen See mit vom Wind aufgepeitschtem Wasser, gekrönt mit Schaumkronen oder den riesigen, leuchtenden Vollmond an einem frischen Morgen.
Und ja ... das beschreibt ‘Emnalóc’ tatsächlich richtig gut. Es gibt richtig entspannte, atmosphärische Parts (die mich an frühere Werke von Mike Oldfield denken lassen ... z.B. das 9 1/2 minütige ‘Assailen’), es gibt Urlaubsfeeling (Bossa Nova - Rhythmen bei ‘Sevamcao’), sehr vertrackte Songs (das knapp 11 Minuten lange ‘Rithnál’), Parts zum wegschweben (z.B. bei ‘Yndrun’), elektronische Beats (‘Berithlan’) und am Schluss dann noch das 12 1/2 minütige Titelstück, das vor allem durch den Einsatz der Trompete auch als Bar-Jazz durchgehen könnte.
Wie auch schon bei den zwei Vorgänger-Alben muss ich sagen, dass Roland Bühlmann auch mit ‘Emnalóc’ keine leichte Kost erschaffen hat. Aber ... und das ist für allem für mich positiv ... ist der Jazz-Faktor weit nach unten gegangen, was das ganze Album (für mich) einfach viel angenehmer macht und auch Nicht-Jazz-Freunde gefallen könnte. Somit hat Roland Bühlmann tatsächlich alles richtig gemacht. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage. Dort ist auch der Link zum Bestellen des Albums (für schlappe 10 Schweizer Franken).

Coarbegh - Watercolours (VÖ: 10.09.2021)
’Coarbegh’, das wissen die regelmäßigen Besucher meiner Homepage bestimmt, war ja am Anfang ein Side-Project der genialen Band Poor Genetic Material, hat sich aber im Laufe der Zeit mehr in Richtung Ambient-Music entwickelt. Und was hier PGM-Keyboarder Philipp Jaehne zusammen mit Flötistin Pia Darmstaedter (die auch ein bisschen Gesang beisteuert) mittlerweile auf die Beine gestellt haben, verdient schon mehr als Beachtung, wenn man dem musikalischen Genre offen gegenüber steht. Klar, ruhige Instrumentalmusik nur mit Keyboards und Flöte ist nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann kann man tatsächlich dem Alltag ein bisschen entschweben. Songs wie der Opener ‘Watercolors’, ‘Starriver’ oder auch ‘Through Hopeful Eyes’ wirken einfach sowas von entspannend.
Mein Highlight auf dem Album ist allerdings das 9 1/2 minütige ‘Absence Pt. 3’. Einfach wunderschön und genial.
Auch der Sound ist mal wieder exzellent geworden, was auch mal wieder am Mastering von Stephan Weber in den QuiXote Studios liegt. Mehr Infos usw. gibt es auf der Bandcamp-Seite von ‘Coarbegh’. Undbedingt mal reinhören.

Dream Theater - A View From The Top Of The World (VÖ: 22.10.2021)
Über Dream Theater zu schreiben ist Eulen nach Athen tragen. Man mag sie oder es ist einem einfach zu kompliziert. Das ist halt Prog-Metal bis zum Extremen. Außer ein paar mittelmäßigen Scheiben haben Dream Theater bisher auch immer so richtig abgeliefert. Und auch mit ‘A View From The Top Of The World’ haben sie meinen Dream Theater - Geschmack wieder voll getroffen. Der Opener ‘The Alien’ überzeugt mit 9 1/2 Minuten mal wieder mit härteren Frickel-Parts, richtig melodischen Gitarren-Momenten, dem typischen LaBrie-Gesang (er kann halt nur 5 Töne richtig gut ... ist aber nicht böse gemeint) und einem halbwegs schrägen Refrain. Bei ‘Answering The Call’ darf dann Jordan Rudess ordentlich mit dem Keyboard quietschen, bei ‘Invisible Monster’ sind mal wieder alle Prog-Trademarks von vorne bis hinten verwurstet, und und und. Das alles endet dann mal wieder in einem Überwerk, dem Titelstück mit guten 20 Minuten. Das haben sie drauf, bieten wieder das komplette Dream Theater Repertoire und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Dream Theater nichts verlernt aber auch nicht aus ihrer Komfortzone gewagt haben. Ein mehr als solides Album, genau so wie man es eben erwartet hat. Ich finde es einfach mal wieder gut.

Enemy Inside - Seven (VÖ: 27.08.2021)
Über das Debut-Album ‘Phoenix’ aus dem Jahr 2018 habe ich ja viele warme Worte gegossen, denn für mich war das Album echt der Hammer. An der Band-Besetzung hat sich jetzt auf ‘Seven’ nichts geändert, somit kann hier auf meine Phoenix-Review verwiesen werden. Dort habe ich die Musiker mehr oder weniger schon vorgestellt (soweit mir das bekannt war).
Nun mit ‘Seven’ also der Nachfolger und die Frage, ob das wirklich hohe Niveau des Erstlingswerks gehalten werden konnte. Und ich würde mal sagen ... JA. Das Album beginnt schon sehr Enemy Insinde typisch mit dem Song ‘Crystallize’. Fetter Bass, toller Gesang, eingängiger Refrain, nettes kleines Gitarrensolo. Auch das folgende ‘Alien’ ist bombastisch angehaucht, allerdings etwas im Mid-Tempo-Bereich. ‘Release Me’ dann wieder richtig fett, gefolgt von der genialen Ballade ‘Break Through’ mit Gänsehautgarantie. Und genau in diesen Momenten kommt die wirklich geniale und gefühlvolle Stimme von Sängerin Nastassja Giulia so richtig zur Geltung.
Auf die weiteren Songs möchte ich jetzt gar nicht genauer eingehen, denn das Niveau wird einfach bis zum Schluss gehalten. Wer das erste Album gemocht hat wird auch mit ‘Seven’ seine helle Freude haben.
Zum Schluss gibt es dann auch noch (wieder) eine Cover-Version. Dieses Mal ‘Crush’ von ‘Jennifer Paige’, und das möchte ich auch mal als sehr gelungen bezeichnen.
Mit dem Kauf von ‘Seven’ macht man auf keinen Fall was falsch und man hat 42 Minuten wirklich gute Unterhaltung.

Evergrey - A Heartless Portrait (The Orphean Testament) (VÖ: 20.05.2022)
Wie ich schon über das letzte Album ‘Escape Of The Phoenix’ geschrieben habe, ist es langsam schwierig, ein Evergrey-Album zu besprechen, denn eigentlich könnte man immer das selbe schreiben. Geile Songs, düster, fett, Hammer Stimme, geile Gitarren, immer die gleiche Grundstimmung, mal schneller, mal langsamer. Und ... wie überraschend oder auch nicht ... auch über ‘A Heartless Portrait’ kann ich eigentlich nichts wesentlich Neues beitragen. Trotzdem gibt es natürlich auch auf dem neuesten Werk ein paar richtig geniale Songs. ‘Ominous’ zum Beispiel.Oder ‘Call Out The Dark’. Oder auch ‘The Great Unwashed’. Da kommt schon das eine oder andere Mal Gänsehaut zum Vorschein. Und der akustische Abschluss-Track ‘Wildfires’ ist jetzt mal was ganz anderes.
Evergrey-Fans werden das Album sicher schon haben, neue Fans wird man damit nicht gewinnen. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Tour im September 2022 zusammen mit Virtual Symmetry.

Fallen Sanctuary - Terranova (VÖ: 24.06.2022)
Leute Leute. Wenn Ihr auf Power Metal steht im Stile von Stratovarius, Sonata Arctica, Hammerfall, Helloween usw. dann müsst Ihr die neue Band ‘Fallen Sanctuary’ aka Gexi and the three Italians :-) antesten. Georg ‘Gexi’ Neuhauser (Vocals - Serenity), Marco Pastorino (Vocals, Gitarre - Temperance, Virtual Symmetry, Even Flow, Wonders und wo weiß ich noch), Alfonso Mocerino (Drums - Virtual Symmetry, Temperance) und Gabriele Gozzi (Bass - mir bisher noch nicht über den Weg gelaufen) haben mit ‘Terranova’ ein sensationell gutes Debut-Album eingespielt. Keyboards wurden dann noch von Michele Guaitoli (Visions Of Atlantis, Temperance) übernommen, der aber nicht zur Band gehört. Alle Songs wurden von Georg Neuhauser und Marco Pastorino geschrieben, 2 Texte stammen von Mario Hirzinger (auch mal bei Serenity).
Die Story zu ‘Fallen Sanctuary’ ist schnell erzählt. Georg und Marco haben sich vor ein paar Jahren auf der gemeinsamen Symphonic Metal Nights’ Tour (u.a. mit Serenity und Temperance) kennen und sozusagen ‘lieben’ gelernt, haben entdeckt, dass sie außerhalb ihrer Bands den gleichen Musikgeschmack haben und haben beschlossen, irgendwann mal ein gemeinsames Album aufzunehmen. Und herausgekommen ist nun eben gleich eine neue Band. Ein paar Live-Auftritte haben sie auch schon hinter sich gebracht (im Rahmen der letzten Serenity Tour im April 2022) - es war genial und man hat gemerkt wie viel Spaß die Band zusammen hat - und bald gibt es auch die ersten Festival-Auftritte in Holland und Belgien.
Das Album selbst strotzt nur vor Metal-Hymnen. Der Opener ‘Terranova’ (zweite Single) geht ins Ohr und nicht mehr raus, ebenso die dritte Single-Auskopplung ‘Now And Forever’. Absoluter Übersong für mich die erste Single ‘Broken Dreams’ (was für ein Refrain). Der wurde schon mal auf einem Event als neuer Serenity-Song ‘verkauft’ (es war bei der Einweihung des neuen Logistik-Zentrums von Napalm Records in Eisenerz im September 2021, als Serenity einen Akustik-Gig hatten und lustigerweise Marco und Alfonso auch schon dabei waren ... ein Schelm der Böses dabei denkt ... aber war sehr cool).
Und es geht gerade so weiter ... ‘Rise Against The World’ (geiler Refrain), ‘To The Top’ (Mid-Tempo und vierte Single-Auskopplung), ‘Destiny’ (Power Metal at it’s best), ‘I Can’t Stay’ (geile Ballade), ‘Trail Of Destruction’ (cooler Rocker), ‘No Rebirth’ (noch so ein Power Metal Hammer) und zum Abschluss dann noch ‘Bound To Our Legacy’ (diese Double-Bass-Drums ... Alfonso hat es echt drauf). Ein Song geiler als der andere. Und als Bonus Track gibt es dann noch ‘Wait For Me’, einen Akustik-Song zum Dahinschmelzen. Abgerundet wird das ganze dann noch durch 3 Instrumental-Versionen.
‘Terranova’ ist das beste Album aus dem Power Metal Bereich, das in den letzten Jahren veröffentlicht wurde. Und das sage ich nicht nur weil ich die Musiker kenne und gerne auch pushen will ... nein, ich sage das weil es einfach so ist. Gemischt und Gemastert wurde das Ganze dann noch von Jan Vacik in seinen Dreamsound Studios in München. Das garantiert auch noch einen richtig guten Sound. Unbedingt kaufen!

Heartscore - Medusas Head (VÖ: 03.12.2021)
Den musikalischen Weg von ‘Heartscore’ aka Dirk Radloff verfolge ich ja schon von Anfang an auf meiner Homepage. Beginnend mit dem Erstlingswek ‘Sculptures’ aus dem Jahr 2002 bis zur Wiederveröffentlichung dieses Albums im Jahr 2020 mit dazwischen 6 weiteren Alben. Dabei hat sich Dirk Radloff im Laufe der Zeit stilistisch immer mehr von Prog-Rock zu Metal weiterentwickelt. Schon das letzte (reguläre) Album ‘Black Riders Part 2’ von 2019 war für mich ein richtiges Metal-Album und mit dem ‘neuen’ Sänger Giacomo Rossi wurde auch jemand gefunden, der dieses Genre richtig gut verkörpert.
Nun also ‘Medusa Head’ ... wieder mit Giacomo Rossi ... und wie Dirk Radloff selbst sagt ein richtiges Heavy Metal Album in der Tradition von Judas Priest, Manowar oder auch Iron Maiden. Und was soll ich sagen? Er hat recht. Schon der Opener ‘Medusa’s Head’, der auch als YouTube-Video veröffentlicht wurde ist sowas von alte Iron Maiden. Richtig cool und genau hier ist auch die Stimme von Giacomo Rossi einfach gut aufgehoben. Das kann er. Das folgende ‘King George Will Fall’ ist sowas von 80er Maiden oder auch Judas Priest. Man muss sich nur mal die Gitarren-Riffs und die Kopfstimme anhören. Und es geht gerade so weiter. ‘How Should I Make Love To You’ mit einem von ‘Heartscore’ eigentlich noch nicht bekannten Gitarrensolo, ‘Kill All The Danes’ schon fast Thrash-Metal und auch die restlichen Songs hauen in die selbe Kerbe. Nur der Track ‘Geronimo’ weicht hier ganz schön ab und ist eher im Western-Style gehalten. Witzig.
Mit ‘Medusas Head’ hat Dirk Radloff auf jeden Fall das bisher eingängigste und metallischste Album veröffentlicht und ich kann Euch, wenn Ihr auf 80er Mucke steht, das Teil einfach nur empfehlen. Mehr Infos gibt es auf der Bandcamp-Seite von Heartscore. Dort kann das Album natürlich auch erworben werden. Und wenn Ihr Glück habt, gibt es sogar noch eine der auf insgesamt 50 Stück limitierten CDs.

Imaginaerium - The Rise Of Medici (VÖ: 30.09.2022)
’Imaginaerium’ ist eine Band von Clive Nolan (Pendragon, Arena), Eric Bouillette (Nine Skies, Solace Supplice) und der italienischen Sängerin Laura Piazzai (die mich verdammt an Tracy Hitchings erinnert). Neben diesen Musikern wurden dann noch Scott Higham an den Drums (6 Jahre bei Pendragon) Bernard Hery am Bass sowie Isabella Cambini an der Harfe gewonnen. Und wie der Name des Albums schon vermuten lässt, ist es eine Art Rock-Oper über das Leben der Medicis geworden und somit treten dann auch noch diverse Sängerinnen und Sänger in Gastrollen auf. Clive Nolan himself hat Rinaldo (degli Albizzi ... dem größten Feind der Medicis) übernommen, Laura Piazzai ist die Contessina, Andy Sears (Twelfth Night) spielt den Cosimo und dann sind noch Elena Vladyuk (als Lukrezia) und Mark Spencer (singt den Monks) mit an Bord.
Das Album enthält einige der wichtigsten Episoden im Leben von Cosimo und Contessina De Medici, denn ihr Leben war viel komplizierter und komplexer als man das auf einem Album abbilden kann. Somit ist es nur ein kleiner Teil ihres dramatischen Platzes in der Geschichte.
Ich bin ganz ehrlich ... ich konnte mit den letzten Solo-Veröffentlichungen von Clive Nolan leider nicht viel anfangen, weil es mir einfach too much von allem war. Zu viel Drama, zu viel Pathos, zu viel Geschichte, zu wenig ‘Musik’. Umso überraschter bin ich jetzt von ‘The Rise Of Medici’, denn es ist tatsächlich eine richtig geniale Rock-Oper geworden. Angefangen mit der Hochzeit von Cosimo und Contessina (‘Duty Of Love’), der Anleihen an die Musik des 15. Jahrhunderts (hört Euch nur mal den Anfang von ‘House Of Dreams’ an), geniale Refrains, eingängige Songs, trotzdem oder genau deshalb kann man der Story richtig folgen und sich mit rein versetzen. Es gibt Drama (beim Auftritt von Rinaldo im Song ‘The Tide Will Change’ ... Clive kann richtig böse sein), es gibt Chöre (‘Never Close Your Eyes’), es wird fast rockig (‘Treachery’), gefühlvoll (‘Fall From Grace’), gleitet kurz in Symphonic Metal ab (Will I Never Return? - sehr geil). Es gibt zwischendurch auch mal ein richtig langes Gitarren-Solo (‘Fortunes Reverse’) und endet im Bombast (‘Return Of The Medici’), bevor es nochmal richtig rockig zur Sache geht (‘Legacy’).
Ich sag jetzt einfach mal wow ... für eine Rockoper ein richtig geniales Werk und hat meine Erwartungen mehr als übertroffen.
Das Traurige dann noch am Schluss. Leider kann Eric Buillette die Veröffentlichung des Albums Ende September 2022 nicht mehr miterleben, denn er ist leider Mitte August 2022 verstorben.

Magnum - The Monster Roars (VÖ: 14.01.2022)
In beständiger Regelmäßigkeit veröffentlichen ‘Magnum’ seit Jahrzehnten Alben, die manchmal genial, manchmal gut und manchmal auch recht langweilig sind. Und auch die letzten paar Scheiben waren eher von der bessern Sorte. Zeit also, mal wieder was Schwächeres auf den Markt zu werfen? Magnum-Fans mögen jetzt vielleicht nicht ganz meiner Meinung sein, aber ‘The Monster Roars’ zündet bei mir so überhaupt nicht. Klar, Sänger Bob Catley könnte Alle meine Entchen singen und es würde nach ‘Magnum’ klingen. Aber das ist halt für ein gutes Album nur die halbe Miete. Musikalisch bieten die Jungs hier leider nur recht durchschnittliche Kost und nicht mal ein Song haut mich so richtig vom Hocker. Klar, es klingt alles wohlbekannt und genau das ist wahrscheinlich das Problem von ‘The Monster Roars’. Nur nirgends anecken, die Fans bedienen und damit gut. Für mich zu wenig. Aber was soll’s. Es gibt so viele geniale Alben von denen ... dann greift man halt zum Back-Katalog und hofft, dass das nächste Album wieder besser wird. Nicht mehr und nicht weniger.

Marillion - An Hour Before It’s Dark (VÖ: 04.03.2022)
Ich musste mir gerade nochmal meine Kritik zur letzten Marillion-Veröffentlichung (F.E.A.R.) durchlesen und war sehr überrascht, wie löblich ich mich über das Album ausgelassen habe. Aber okay ... F.E.A.R. war für Marillion tatsächlich endlich mal wieder ein gutes Album. Und jetzt, 6 Jahre später, gibt es als ‘An Hour Before It’s Dark’ und ich bin gespannt (ob F.E.A.R. nur ein Ausrutscher war.
Nun ... ich bin schon wieder überrascht, denn der Opener ‘Be Hard To Yourself’ (3 Parts mit insgesamt 9 1/2 Minuten) geht richtig gut ins Ohr und hat eine tolle Steigerung zum Schluss. ‘Reprogram The Gene’, ebenfalls 3 Parts und 7 Minuten lang ist schon richtig rockig (für Marillion-Verhältnisse) und Herr Rothery darf sogar sowas ähnliches wie ein Gitarren-Solo spielen. ‘Only A Kiss’ (39 Sekunden) habe ich offen gesagt nicht verstanden. Aber macht nichts. Denn ‘Murder Machine’ entschädigt für alles (echt richtig gut). Und auch ‘The Crow And The NIghtingale’ kann man echt durchgehen lassen. Leider jammert Herr Hogarth da zu viel, wird dann aber zum Glück von einem weiteren, sogar richtig guten, Gitarren-Solo abgewürgt.
‘Sierra Leone’ kommt dann gleich mit 5 Parts daher und kommt damit auf insgesamt geschätzte 11 Minuten. Auch hier eine coole Steigerung im Song von sanft und akustisch zu bombastisch und wieder ein bisschen zurück. Tja, und dann noch ‘Care’ (4 Parts, theoretisch gute 25 Minuten), das in Part 1 richtig gut groovt und in Part 4 (alleine 15 Minuten ... allerdings ist der Song nach knapp 5 Minuten zu Ende) ein richtig guter Prog-Song geworden ist. Nach 8 1/2 Minuten kommt dann tatsächlich doch noch was, nämlich ein Remix von Murder Machines ... der beginnt fast wie ‘Shine On You Crazy Diamond’ von Pink Floyd und wird dann zum 90er Jahre Synthie-Pop (sehr sehr geil).
Vielleicht werde ich im Alter toleranter, vielleicht sind Marillion tatsächlich in letzter Zeit einfach wieder besser geworden. Keine Ahnung. Aber nach F.E.A.R. ist nun ‘An Hour Before It’s Dark’ das zweite Album in Folge das ich nicht langweilig sondern im Gegenteil sehr interessant finde. Und der Remix von ‘Murder Machines’ ist der Hammer.

Meier, Nicolas World Group - Magnificent (VÖ: Herbst 2021)
Nicolas Meier ist meiner Meinung nach einer der virtuosesten Künstler an der akustischen Gitarre und in beständiger Regelmäßigkeit veröffentlicht er einfach geniale, ruhige Alben, die zum träumen und entspannen einladen. Und nach dem genialen Werk ‘Peaceful’ aus dem Jahr 2019 gibt es nun mit ‘Magnificent’ ein weiteres Werk das unbedingt Beachtung finden sollte.
Zusammen mit Kevin Glasgow (Bass), Richard Jones (Violine) und Demi Garcia Sabat (Percussions) hat es Nicolas Meier, der diverse Gitarren bedient, mal wieder geschafft, mit seiner ‘World Group’ geniale Melodien zu erschaffen, die manchmal orientalisch angehaucht sind (z.B. der Song ‘Mesudiye’), manchmal atemberaubende Tonfolgen beinhalten (hört Euch nur mal ‘Under An Olive Tree’ an), manchmal richtig getragen und gefühlvoll sind (‘Stories From The Garden’), manchmal sogar ein bisschen dramatisch daher kommen (‘Villa Olivio’) oder einfach nur schön sind (Semur’s Bridge’). Mit ‘Magnificent’ hat Nicolas Meier auf jeden Fall mal wieder ein Meisterwerk der akustischen Gitarren-Musik geschaffen, an dem Liebhaber dieses Genres nicht vorbei kommen dürften. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage. Dort kann das Album auch bestellt werden.

Rammstein - Zeit (VÖ: 29.04.2022)
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit dem Album ‘Zeit’ am Anfang wirklich meine Schwierigkeiten hatte. Selbst ich als eigentlich eingefleischter Rammstein-Fan konnte dem Werk irgendwie so gar nichts abgewinnen. Langweilig, oberflächlich, platt waren so meine Gedanken. Aber nachdem ich schon ewige Zeiten ein Ticket für die Stadiontour hatte (die 2x wegen Corona verschoben wurde), wollte ich mich doch nochmal näher damit beschäftigen. Und siehe da ... irgendwann ist in mir der Schalter umgelegt worden und ich fand ‘Zeit’, obwohl es neben ‘Rosenrot’ vielleicht das ruhigste Album geworden ist, plötzlich ziemlich genial.
Schon der Opener ‘Armee der Tristen’ geht trotz seinem Mid-Tempo samt gedämpften Rammstein-Riffs irgendwie unter die Haut. Man kann ... wie auch bei vielen anderen Songs des Albums nur erahnen, um was es textlich geht und man kann dieses oder auch jenes rein interpretieren. Ich sehe es als Kritik an alle Unterbelichteten und allein Gelassenen, sich unbedacht einer dämlichen Bewegung anzuschließen. Sei es rechts, sei es links, seinen es Querdenker ... also kurz und gut ein Song über Rattenfänger. Das folgende Titelstück ist noch ein Stück melancholischer, trauriger. Und mit ‘Schwarz’ folgt nochmal ein richtig deprimierendes Lied. Und ich denke das war auch von Anfang an mein Problem mit dem Album ... kein richtiger Rammstein-Rocker, nur Drama, Probleme. Aber wenn man sich dann mal von all den anderen Alben geistig verabschiedet und nur diese Songs betrachtet, sind sie einfach genial. Halt nicht richtig Rammstein. Aber mit ‘Giftig’ wird man schlagartig aus der Lethargie gerissen und der Nacken kann sich so langsam auch mal bewegen.
Mit ‘Zick Zack’ gibt es dann textlich reichlich Witz und Gesellschaftskritik geboten. Hier werden sämtliche Schönheitsoperationen von Brustimplantate, Botox, Lifting, Arschvergrößerung, Beschneidung bis zur Geschlechtsumwandlung durch den Kakao gezogen. Herrlich lässig gereimt und man muss schon manchmal ein bisschen grinsen. Auch ‘OK’ (die Abkürzung für Ohne Kondom), der wohl typischste Rammstein-Song, ist von Witz nicht befreit.
Der wohl ‘schönste’ Song des Albums folgt dann mit ‘Meine Tränen’ und hat vom Stil her was von ‘Mutter’ ... und das ist vielleicht sogar gewollt, denn textlich geht es um einen Mann, der schon seit ewigen Zeiten bei der Mutter leb und von ihr unterdrückt und wie ein Kind behandelt wird. Mit ‘Angst’ wird es dann wieder rauh und schnell mit den typischen Riffs. Textlich würde ich hier die Anprangerung von Ausländerfeindlichkeit vermuten (nachdem den Kindern schon die Angst vor dem Schwarzen Mann eingetrichtert wird).
An Peinlichkeit nicht zu überbieten ist ‘Dicke Titten’ ... ganz ehrlich ... Rammstein haben es schon besser hin bekommen, sexuelle Vorlieben zu beschreiben. Das ist einfach nur platt und dämlich. Und da hilft auch die Blasmusik nicht (und das dazugehörige Video mit den ganzen Mädels im Dirndl schon gleich gar nicht). Vielleicht wird es ja ein Hit auf Malle. Da würde es eventuell passen. Sei’s drum und es ist verziehen.
Ein weiterer richtig guter (obwohl zuerst langsamer) Song ist ‘Lügen’ und hier lügt Herr LIndemann dann sogar mit seiner Stimme, denn die wurde mit Autotune so richtig übel verzerrt. Aber passt irgendwie zu dem Song. Und manche Leute werden sich eventuell in dem Song wiedererkennen, also was sie alles (z.B. dem Partner) versprochen haben um gut da zu stehen. Tja, und dann folgt das Ende des Albums mit ‘Adieu’. Viele Fans sehen in dem Song den Abschied von Rammstein (Adieu, Goodbye, Aufwiedersehen, den letzten Weg muss Du alleine geh’n). Aber das wurde ja schon von einigen Musikern dementiert.
Wie schon gesagt, das Album braucht seine ‘Zeit’ um zu zünden. Ich finde es richtig gut.

Secret Rule - The Resilient (VÖ: 17.06.2022)
Über ‘Secret Rule’ habe ich auf meiner Seite ja schon einiges geschrieben. Und ich hoffe einige Leser meiner Besprechungen haben das zum Anlass genommen, ein Album der Römer (und Römerinnen) zu kaufen. Und da ‘Secret Rule’ zu den richtig fleißigen Veröffentlicher gehören, gibt es nach ziemlich genau einem Jahr den Nachfolger zu ‘Mea Culpa’ namens ‘The Resilient’. Und ich habe den Eindruck, dass die Band noch ein Stück an Härte zugelegt haben. Schon der Opener ‘One More’ knallt so richtig aus den Boxen. Da kann die Matte geschüttelt werden. Sehr cooles Stück. Auch ‘Time To Reset’ glänzt mit fettem Bombast und richtig heftiger Gitarrenarbeit. ‘I Wanna Cry’ ist dann ein bisschen getragener aber nicht minder bombastisch. Und ... so wie praktisch alle Songs ... mit einem genialen Refrain ausgestattet. Alle Songs hier zu besprechen wäre echt sinnlos, denn das komplette Album ist mal wieder von vorne bis hinten einfach gut. Besonders genial finde ich aber noch ‘Obsession’, ‘The Illusion’ sowie die mehr als bombastische ‘Ballade’ ‘A Little Piece Of Joy’ mit Gänsehautgarantie. Wer auf Modern Metal steht, kommt an ‘Secret Rule’ nicht vorbei. Und auch live sind sie eine Bank (das durfte ich neulich mal wieder im Vorprogramm von Visions Of Atlantis erleben). Mehr Infos gibt es auch auf ihrer Band-Homepage.

Star One - Revel In Time (VÖ: 18.02.2022)
’Star One’ kann man ja getrost als die ‘Metal-Seite von Ayreon’ bezeichnen. Komplett ausgeschrieben nennt sich das Projekt ja auch ‘Arjen Anthony Lucassen’s Star One’ und somit weiß auch jeder halbwegs musikbewanderte Kenner, dass dahinter der Kopf von ‘Ayreon’ steckt. Im Jahre 2002 wurde das Erstlingswerk ‘Space Metal’ veröffentlicht, gefolgt von einem Live-Album (2003). Eigentlich sollte dann mit ‘Star One’ Schluss sein, doch Arjen hatte ein Einsehen und 2010 kam dann ‘Victims Of The Modern Age’ auf den Markt. Und nun ... 12 Jahre später ... ‘Revel In Time’.
Wie nicht anders zu erwarten war, sind auch auf diesem Album wieder Berge von Gast-Musikern und unterschiedliche Sänger*Innen vertreten. Und für mich erfreulich auch ein paar ganz neue Namen.
Das Album beginnt mit ‘Fate Of Man’ und das ist für mich dann schon das absolute Highlight des Albums. Einfach ein perfekter Song, genial gesungen von Brittney Slayes (Unleash The Archers) und mit einem geilen Gitarrensolo von Michael Romeo (Symphony X). Sauberer Auftakt und echt was zum die Matte schütteln. Es folgt das etwas getragenere, proggigere ‘28 Days (Till The End Of Time) mit viel Bombast und Pathos ... hier am Mikrofon kein Geringerer als Sir Russell Allen (Symphony X) und an der Gitarre Timo Somers (Delain). Fett.
‘Prescient’ dann auch noch mit 2 Sängern. Ross Jennings (Haken) und Michael Mills (Toehider), der auch schon bei Ayreon dabei war. Vielleicht das Ayreon-lastigste Stück des Albums. Danach ein fetter Rocker (Back From The Past), kein Wunder bei Jeff Scott Soto (Gesang) und Ron ‘Bumblefoot’ Thal (Gitarre), die man ja beide von ‘Sons Of Apollo’ kennt. Und genau danach klingt der Song auch. Ein Hard-Rock-Song par excellence. Dazu noch im Background Marcela Bovio und Irene Jansen (natürlich auch bekannt von diversen Ayreon-Scheiben und Konzerten).
Das folgende Titelstück erinnert dann ein bißchen an die guten alten 70er / 80er und den Vibe von Black Sabbath, bei dem der für mich bisher unbekannte Sänger Brandon Yeagley (von der Band Crobot) eine hervorragende Figur macht. Zusammen mit Adrian Vandenberg an der Gitarre (natürlich bekannt von Whitesnake) ein tolles Couple.
Der nächste absolute Rocker dann mit ‘The Year Of ‘41’ ... auch hier kein Wunder ... Joe Lynn Turner (Rainbow, Malmsteen, Deep Purple) kann es halt. Dazu noch Joel Hoekstra (TSO, Nightranger, Whitesnake) an der Gitarre und Jens Johansson (Stratovarius, Rainbow) am Keyboard. Da kann man echt nichts falsch machen. Auch ein sehr geiler Song.
Keine Lucassen-Scheibe ohne Damian (Wilson) ... und es musste ja so kommen, ‘Bridge Of Life’ ist ihm einfach wie auf den Leib geschrieben. Da muss ich echt nicht mehr dazu schreiben. Jeder weiß was ich meine. Es folgt ‘Today Is Yesterday’ mit Dan Swanö am Gesang (Edge Of Sanity, Nightingale), Lisa Bella Donna am Moog-Synth (die ist mir bisher noch nicht über den Weg gelaufen) und Marcel Singor (Kayak) an der Solo-Gitarre. Ein recht witziger Song, der auch eher in die Ayreon-Richtung geht, was unter Anderem auch an den Backing Vocals von Marcela Bovio und Irene Jansen liegt. Passt irgendwie nicht zum Rest oder anders gesagt bricht musikalisch etwas aus, aber hey ... auch das ist die Genialität von Herrn Lucassen.
Bei ‘A Hand On The Clock’ dürfen dann 2 ‘alte Ayreon-Haudegen’ ran. Floor Jansen (Nightwish) am Gesang sowie Joost van den Broek an der Hammond Orgel, über den ich glaub keine Worte mehr verlieren muss. Im Ayreon-Universum mittlerweile nicht mehr wegzudenken und auch der ‘Kopf’ der bombastischen Ayreon-Live-Shows. Nicht verwunderlich, dass auch dieser Song dann eher in die Ayreon-Richtung geht (aber auch etwas flotter, härter ist).
Bevor wir nun zum opulenten Schluss-Track kommen, gibt es noch ‘Beyond The Edge Of It All’, bei dem Arjen Lucassen endlich dann auch mal die Solo-Gitarre auspackt und der uns allen bekannte John Jaycee Cuijpers am Mikro den Gesang zum Besten geben darf. Und das macht er mehr als gut. Aber ... man kennt ihn ja auch schon von diversen Ayreon-Sachen.
Tja, und nun zum Schluss das knapp 10-minütige ‘Lost Children Of The Universe’ mit Roy Khan (Ex-Kamelot, Conception) am Gesang. Und er hat halt überhaupt nichts verlernt. Einfach geile Stimme. Dazu noch Steve Vai an der Gitarre. Prog-Metal-Highlight würde ich sagen.
Eigentlich wäre meine Besprechung jetzt Grund genug, dieses Meisterwerk zu kaufen. Aber ... nicht zu schnell zugreifen. Denn es gibt eine Extended Version mit einer zweiten CD, auf der die ganzen Songs von anderen Sängern und Sängerinnen eingesungen wurden. So darf z.B. ‘
Fate Of Man’ Marcela Bovio singen, ein gewisser Mike Andersson (von der Band Tungsten) ist dabei. Alessandro Del Veccio (am ehesten bekannt von Jorn Lande) und ... für mich das absolute Highligt ... Tony Martin (Black Sabbath) darf den Schlusstrack ‘Children Of The Universe’ singen ... und der Song passt sowas zu ihm. Unglaublich gut.
Also ... wenn Ihr das Album kauft, dann bitte die erweiterte Version mit der zweiten CD ‘Same Songs, Different Singers’. Sonst habt Ihr echt was verpasst. Kaufpflicht!

Subworks - One (VÖ: 05.11.2021)
Als unabhängiger Betreiber meiner Homepage freue ich mich ja immer, wenn ich bisher nicht in Erscheinung getretene Musiker oder Bands hier vorstellen kann, die vielleicht (noch) nicht bei größeren Magazinen eine Chance haben.
Heute ist es mal wieder so weit und ich darf Euch ‘Subworks’ vorstellen. ‘Subworks’ ist ein Projekt (?) von Dennis Eilert, der eigentlich Kopf der Jazz Rock Fusion Band ‘Subjam’ ist und sich mit ‘One’ jetzt als praktisch Solo-Künstler verwirklicht hat. Praktisch Solo-Künstler deshalb, weil er fast alle Instrumente selbst eingespielt hat (lediglich auf 2 Songs wird er durch seinen Bruder Andy Eilert am Bass unterstützt).
Herausgekommen ist ein recht rockiges, rein instrumentales, gitarrenlastiges Album, das aber die Wurzeln im Jazz / Fusion nicht ganz verschweigen kann. Es beginnt mit dem für mich eingängigsten, straighten Rocker ‘Nightride’, von dem es auch ein You-Tube Video gibt (einfach mal nach Subworks Nightride suchen). Man merkt auf jeden Fall, dass Dennis Eilert die Gitarre mehr als beherrscht und nicht den Fehler wie andere Gitarristen mit Solo-Werken macht und einfach nur den Gitarrenhals rauf und runter zu schreddern um zu zeigen wie schnell und kompliziert man sein kann. Nein ... vor allem bei ‘Nightride’ steht die (schöne) Melodie im Vordergrund und er kommt trotz einiger kleinen Ausflüge immer wieder auf das Grund-Thema zurück.
Beim folgenden ‘Funkytear’ ist der Name eigentlich schon Programm, denn es wird tatsächlich leicht funky. ‘St. Beaver’ geht ein bisschen in die jazzige Richtung (aber ohne unangenehm zu werden, denn eigentlich kann ich mit Jazz nicht wirklich viel anfangen), ‘Getting Started’ ist ein wenig proggig angehaucht, ‘Loopy’ eine Mischung aus den 2 vorangegangenen Songs. Und mit ‘Hook It Up’ endet das Album wieder eher funkig.
Dennis Eilert liefert mit ‘One’ ein sehr interessantes und auch abwechslungsreiches Gitarren-Album ab, das auf insgesamt 36 Minuten richtig unterhaltsam ist. Im Moment gibt es das Album z.B. auf Amazon als MP3 Download. Es soll wohl aber auch bald eine physische CD zum erwerben geben.

Temperance - Diamanti (VÖ:19.11.2021)
’Temperance’ möchte ich mal zweifellos als meine Lieblings-Italiener bezeichnen. Bekannt geworden über die ‘Symphonic Metal Nights’ zusammen mit Serenity, Dragony und Visions Of Atlantis (teilweise auch mit Sleeping Romance und Alight) haben sie sich in den letzten Jahren einen großen Fan-Kreis zusammengesammelt. Und das liegt nicht nur an der (für mich) genialen Musik sondern auch dadurch, dass die Musiker Michele Guaitoli (Vocals, Keyboards), Alessia Scoletti (Vocals), Marco Pastorino (Vocals, Gitarre), Luca Negro (Bass) sowie Alfonso Mocerino (Drums) einfach ganz nette Leute sind. Nach den Konzerten immer für ein Gespräch zu haben und sie nehmen sich dafür wirklich Zeit.
Nachdem Anfang des Jahres das Album ‘Viridian’ veröffentlicht wurde, haben die Jungs und das Mädel die (fast) konzertfreie Zeit genutzt, um mit ‘Diamanti’ am Ende des Jahre noch ein weiteres Studio-Album auf den Markt zu werfen. Dazwischen gab es dann auch noch ein Akustik-Album namens ‘Melodies Of Green And Blue’.
Vom Symphonic Metal haben sich ‘Temperance’ ja bereits schon beim Vorgänger ‘Viridian’ mehr oder weniger verabschiedet und fischen jetzt mehr im Melodic-Metal-Bereich. Aber für mich eigentlich die richtige Entscheidung, sich einfach von den anderen Bands mit (auch) weiblichem Gesang abzugrenzen.
‘Diamanti’ beginnt mit dem genialen Opener ‘Pure Life Unfolds’, Und hier wird konsequent fortgesetzt, was mit ‘Viridian’ begonnen wurde. Fast 3 gleichberechtigte Stimmen, wobei Michele und Alessia für die melodischen Momente zuständig sind, während Marco eher dann den härteren Part übernimmt. Coller Song mit genialem Refrain. Auch das folgende ‘Breaking The Rules Of Heavy Metal’ geht in die selbe Richtung, ist aber, wie der Name schon vermuten lässt, noch ein bisschen schneller angelegt.
Danach, ich will es gar nicht sagen, kommt ein Song (das Titelstück), der es eigentlich verdient hätte, ständig im Radio rauf und runter zu laufen. Fast ein bisschen zu cheesy ... vor allem der italienische Refrain ist dann schon was richtig Besonderes (die Songs gibt es auf YouTube und Spotify übrigens auch noch in anderen Sprachen, z.B. auf Deutsch oder Französisch). Würden ‘Temperance’ mit dem Song zum ESC gehen, hätten sie wahrscheinlich Chancen zu gewinnen. Einfach nur genial ... und nicht nur weil ich die italienische Sprache so mag.
‘Black Is My Heart’ geht dann wieder voll auf die Zwölf, ‘Litany Of The Northern Lights’ ist leicht folkig angehaucht, ‘You Only Live Once’ hätte auch auf einem Rhapsody Of Fire - Album drauf sein können. Alles einfach auf höchstem Niveau und sehr abwechslungsreich.
‘The Night Before The End’ sticht für mich nochmals besonders heraus. Bombastisch, geniale Melodie, harte Parts, ruhige Parts nur mit Piano, einfach 7 Minuten Brillanz. Danach die grandiose Ballade ‘Fairy Tales For The Stars’, die nicht mehr aus dem Ohr geht. Da werden bei Konzerten die Feuerzeuge gezückt.
Der absolute Rocker kommt dann mit ‘Let’s Get Started’ ... witzig und für Temperance eher außergewöhnlich. Am Schluss dann noch ‘Follow Me’, das auf über 6 Minuten nochmals zeigt, was Temperance für ein Händchen für geniale Melodien haben. Vor allem der mehrstimmige A Capella - Gesang in der Mitte des Songs gibt nochmal Gänsehaut pur.
Fazit: Mit ‘Diamanti’ haben ‘Temperance’ ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Muss man haben.

Vanden Plas - Live & Immortal (Doppel-CD / DVD) (VÖ: 05.08.2022)
Vanden Plas, die mehr als geniale Prog-Metal-Band aus Kaiserslautern haben irgendwie das absolute Talent, Jahre nach einem Konzert ein Live-Album zu veröffentlichen. So war es mit dem Prog-Power-Konzert aus 2011, das erst im Jahr 2017 unter ‘The Seraphic Live Works’ veröffentlicht wurde und das ist jetzt mit ‘Live & Immortal nicht anders, denn dieses Konzert wurde bereits 2016 im Kammgarn Kaiserslautern mitgeschnitten und jetzt ebenfalls erst 6 Jahre später auf CD / DVD bzw BluRay gebrannt. Das ist irgendwie schade, denn so werden die letzten 2 Studio-Alben der ‘The Ghost Xperiment’ - Reihe nicht mit bedacht. Aber wer weiß ... vielleicht dann 2026 oder 2027 (Spaß).
Es ist eh völlig wurst, denn ‘Vanden Plas’ haben schon immer richtig geile Musik gemacht, und so kommen wir halt in den Genuss von vielen Songs der ‘Chronicles Of The Immortals’ - Reihe (wenn ich richtig gezählt habe 4 Stück) und auch diverse ältere Alben (samt dem Debüt ‘Colour Temple’ mit dem Song ‘How Many Tears’) werden gebührend bedacht.
Auch wenn die Band die Songs fast in Studio-Qualtiät abliefern und das auch in einer meistens fast 1:1 Version kommt auf dem Album richtig Live-Feeling auf (so darf z.B. beim genannten ‘How Many Tears’ vom Publikum kräftig mitgesungen werden). Insgesamt gibt das dann 100 Minuten Prog-Metal vom Feinsten.
Über die DVD bzw. die separat zu erwerbende BluRay kann ich leider nichts sagen, da ich es tatsächlich noch nicht geschafft habe rein zu schauen. Aber wenn der Film auch nur halb so gut ist wie die Version auf CD dann kann man sich auch hier richtig drauf freuen.

Visions Of Atlantis - Pirates (VÖ 13.05.2022)
Nach dem genialen letzten Studio-Output ‘Wanderers’ aus dem Jahr 2019 und der danach veröffentlichten Live-CD zusammen mit Orchester (‘A Symphonic Journey To Remember’) gibt es nun endlich mit ‘Pirates’ ein neues Werk der Österreichischen - Französischen - Italienischen Symphonic-Metal-Combo um die beiden Stimmen Clémentine Delauney und Michele Guaitoli. Und ‘Pirates’ erweckt für mich den Eindruck, dass die Band nach dem Ausstieg von Sänger Siegfried Samer (und dem Einstieg von Michele Guaitoli) musikalisch noch mehr zusammengewachsen sind. ‘Pirates’ klingt einfach wie aus einem Guss und jeder einzelne Song ist genial bis so richtig genial. Das beginnt mit dem tollen Opener ‘Pirates Will Return’, geht weiter mit dem ‘Jump - Jump - Song ‘Melancholy Angel’ (Insider Joke ... der Song zum Hüpfen bei Konzerten und der Song wurde auf der Tour in den USA so genannt), gefolgt von ‘Master Of The Hurricane’, einem bombastischen Symphonic-Metal-Knaller mit leichten Prog-Einflüssen für die ganz sicher Michele Guaitioli verantwortlich war. Danach ‘Clocks’, das auch auf jedem Dynazty-Album Platz gefunden hätte.
Es gibt ruhige Momente (‘Freedom’, ‘Heal The Scars’), es gibt folkige Momente (bei ‘In My World’ oder ‘I Will Be Gone’) und meistens eben Symphonic-Metal der Extraklasse (alle anderen Songs). Für mich ein Meilenstein in der Band-Geschichte und wer auf diese Art von Musik auch nur halbwegs steht, muss ‘Pirates’ unbedingt haben. War Besseres kommt in nächster Zeit eher nicht auf den Markt.

Wallner, Kalle - Voices (VÖ: 25.02.2022)
Kalle Wallner ist ja in Prog- und Artrock-Kreisen wohlbekannt. Er ist das ‘W’ in ‘RPWL’ und auch mit seiner anderen ‘Band’ oder anderem Projekt ‘Blind Ego’, je nachdem wie man es nenne will, sehr aktiv. Daneben betreibt er mit seinem RPWL-Kumpel Yogi Lang die Farm-Studios sowie das Plattenlabel Gentle Art Of Music. Nicht überraschend also, dass so ein kreativer Kopf während des unsäglichen Corona-Lockdowns ohne Live-Aktivitäten nicht untätig rumsitzen konnte sondern sich um neue Musik gekümmert hat. Tituliert wird ‘Voices’ als viertes Solo-Album wobei unter seinem eigenen Namen bisher nichts veröffentlich wurde (man meint hier wohl die drei Blind Ego - Alben).
Voices not words ist hier Programm, denn außer dem Song ‘Three’ (der Einfachheit halber wurden die sieben Titel einfach durchnummeriert), bei dem kein Geringerer als Arno Menses von ‘Subsignal’ tatsächlich singt, sind alle anderen Tracks reine Instrumentalnummern. Okay, auf ‘Six’ darf noch Carmen Tannich (die als ‘TANYC’ erst neulich ein Album auf Gentle Art Of Music veröffentlicht hat) ein bisschen Hintergrund-Voices beisteuern. Aber Kalle Wallner versteht es mit seiner Gitarre, die ‘Voices’ hervorragend zu interpretieren. Mit dabei ist dann noch Marco Minnemann an den Drums (den man vor allem als genialen Live-Drummer bei Steven Wilson oder Joe Satriani kennt und mittlerweile auch mit Daniel Gildenlöw, Roine Stolt, Jonas Reingold und Tom Brisin in der Band ‘The Sea Within’ aktiv ist) sowie natürlich Yogi Lang an den Keyboards.
Ich möchte eigentlich gar nicht auf die einzelnen Songs so richtig eingehen, denn ‘Voices’ ist ein Gesamtkunstwerk, auf dem Kalle Wallner etwas weg von seinem sonstigen musikalischen Werk cineastische Meisterwerke zelebriert, bei denen seine Gitarre tatsächlich immer die ‘Stimme’ übernimmt. Das bedeutet dann auch, dass er vor allem auf eingängige Melodien Wert gelegt hat und nicht nur auf dem Instrument rumfrickelt um zu zeigen was er alles drauf hat. Und genau das macht für mich das Album so angenehm und eingängig. Eigentlich vermisst man den Gesang überhaupt nicht. Es ist ein durchweg hochklassiges Instrumental-Album geworden, das wirklich keine Sekunde langweilig wird. Ja okay ... Song ‘Three’ muss ich dann noch erwähnen (wegen dem Gesang von Arno Menses). Und was soll ich da sagen? Seine Stimme ist so einzigartig, dass dieser Song auch locker auf ein Subsignal-Album gepasst hätte.
Highlights für mich sind neben diesem Stück mit Arno Menses ohne Zweifel das 9 1/2 - minütige ‘SIX’ sowie der Schlusstrack ‘SEVEN.OUT’, der mit über 11 Minuten einfach nur sensationell gut ist (und am ehesten an RPWL ran kommt, denn hier kommt tatsächlich ein bissen Pink Floyd Feeling auf und Gänsehaut ist garantiert.
Voices gehört in jede gut sortierte Plattensammlung (und das meine ich jetzt auch genau so, denn das Teil kann man auch als Doppel-LP erwerben).

Wonders - The Fragments Of Wonder (VÖ: 12.11.2021)
Was die beiden Lunesu-Brüder Pietro Paolo (Gitarre) und Giorgio (Drums ... beide auch bei Even Flow) zusammen mit Bob Katsionis (Keyboards, Ex-Firewind, Ex-Serious Black), Luca Negro (Bass, Temperance) und vor allem Sänger Marco Pastorino (Temperance, Virtual Symmetry) mit ‘The Fragments Of Wonder’ unter dem Namen ‘Wonders’ veröffentlicht haben, möchte ich jetzt einfach mal als die Melodic-Metal-Scheibe des Jahres 2021 bezeichnen. Nicht nur der Sound ist amtlich (gemixt von Bob Katsionis) sondern vor allem die Songs (geschrieben von Pietro Paolo Lunesu und Marco Pastorino) gehen einfach runter wie Öl.
Schon der Opener ‘Good & Bad’ glänzt durch ordentliche Geschwindigkeit, Double-Bass-Drums und einer einfach nur genialen und eingängigen Melodie. Einmal gehört ... nicht mehr aus dem Ohr zu bekommen. Auch der folgende Song ‘Pretender’ - für mich das absolute Highlight des Albums und einfach mal als perfekt zu bezeichnen - geht sowas von nicht mehr aus dem Kopf. Für mich einer der Songs des Jahres. Und vor allem hier zeigt Sänger Marco Pastorino seine Vielseitigkeit. Gefühlvoll, hart ... er kann einfach alles (und ohne zu übertreiben). Der Refrain von einem anderen Stern. Echt. Das brennt sich sowas von ins Gehirn.
Weitere Highlights für mich ‘Beyond Redemption’, ‘Freedom’, ‘Where The Sun Doesn’t Shine’ und natürlich das Titelstück. Ach ... eigentlich könnte ich jeden Song jetzt hier nennen, denn einen Ausfall oder Lückenbüßer gibt es einfach nicht.
Wer auf Melodic Metal steht, kommt an diesem Album einfach nicht vorbei. Unbedingt rein hören und dann kaufen. Was besseres kommt aus diesem Genre wahrscheinlich in nächster Zeit nicht mehr.

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