Neue CD-Kritiken

Neue CD-Kritiken

 

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Helene Fischer oder Andrea Berg gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet darf sie behalten !!

 

02.09.2018

27.10.2018

24.11.2018

Ally the Fiddle - Up

Alight - Spiral Of Silence

Farmer Boys - Born Again

Brooks, Aaron - Homunculus

Ayreon - Into The Electric Castle (20th Anniversery Edition)

My Own Army - A Medicine Show

Dialeto - Live With David Cross

Xavier Boscher - Eternity

Mystery - Lies And Butterflies

Fates Warning - Live Over Europe

Brainstorm - Midnight Ghost

Mystery - Theatre Of The Mind (2018 Edition)

Moore, Pamela - Behind The Veil

Dragony - Masters Of The Multiverse

Silent Wedding, The - Enigma Eternal

Primal Fear - Apocalypse

Enemy Inside - Phoenix

Virtual Symmetry - X Live Premiere

Redemption - Long Night’s Journey Into Day

Heartscore - Black Riders Part 1

Warkings - Reborn

Romeo, Michael - War Of The Worlds Pt. 1

Mayan - Dhyana

 

04.01.2019

Starfish64 - The Future In Reverse

Saga - So Good So Far (Live at Rock Of Ages)

Althea - The Art Of Trees

Tarja - Act II

 

Amaranthe - Helix

Twenty Four Hours - Close - Lamb - White - Walls

 

Emigrate - A Million Degrees

 

 

Sechem - Disputes With My Ba.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alight - Spiral Of Silence (VÖ:27.04.2018)
Bei den ganzen Bands die ich auf den letzten 3 Abschnitten der Symphonic Metal Nights seit Januar 2018 gesehen und auch hier besprochen habe, fehlt noch eine Band, die ich neulich (September 2018) auf dem Abschluss-Konzert des 3. Teils der Tour in Kufstein gesehen habe. Es handelt sich hierbei um die Süd-Tiroler Band ‘Alight’ aus dem schönen Bozen, die als Opener auf dem Konzert schon mal richtig Stimmung gemacht haben. Mir war die Band bisher völlig unbekannt. Inspiriert von diversen Gothic-Bands wie Tiamat oder Therion und später dann vom gleichen Genre mit weiblichen Vocals wie z.B. Nightwish, Within Temptation oder auch The Gathering gründete Drummer Mirko Montresor vor Jahren die Band ‘Alight’, nachdem er davor schon bei der Death Metal Band ‘Voices Of Decay’ Mitglied war. Diverse Sängerinnen-Wechsel (so war z.B. Mariangela Demurtas Sängerin bei ‘Alight’, bevor sie zu ‘Tristania’ wechselte. Im Jahr 2009 folgte dann die erste Veröffentlichung mit ‘Don’t Fear The Revenge’ sowie zwei Europa-Tourneen mit Samsas Traum und Dornenreich sowie ein paar Shows mit Soulfly oder Black Stone Cherry. 2011 stieß Gitarrist Robert Sieff zur Band, 2013 kam Monica Perulli am Bass dazu und seit 2016 ist Sängerin Catia Borgogno mit an Bord. Mit dieser Besetzung ist nun das zweite Album ‘Spiral Of Silence’ entstanden und beinhaltet eine richtig frische Mischung aus ganz wenig Symphonic Metal (die orchestralen Keyboard-Teppiche halten sich sehr im Hintergrund), viel Gothic im Stile der ‘alten’ The Gathering aber mit ein bisschen mehr Härte und vor allem Songs mit viel Melodie und Refrains, die sich im Ohr festhängen. Hier ist vor allem der Opener und das Titelstück ‘Spiral Of Silence’ zu nennen, das ins Ohr und nicht mehr raus geht. Aber auch das folgende ‘The Portal’, von dem es übrigens auf YouTube ein von Patric Ulaeus (In Flames, Dimmu Borgir u.a.) gedrehtes Video gibt, bleibt einfach nur hängen und die fetten, tiefgestimmten Gitarren machen den Song echt zum Meisterwerk. Aber es gibt auch getragenere, gefühlvolle Songs wie z.B. ‘Psiche’ oder das geniale ‘Look Closer’.
Insgesamt ist ‘Spiral Of Silence’ ein richtig spannendes Album geworden, das auf (leider nur) 40 Minuten richtig viel Abwechslung bietet und Freunde von ‘Female Fronted Metal’ auf jeden Fall ansprechen wird. Unbedingt reinhören und das Album kaufen. Mehr Infos über die Band sowie hier auch einen Link auf das genannte Video gibt es auf ihrer Homepage.

Ally the Fiddle - Up (VÖ:14.09.2018)
Als ich gelesen hatte, dass die Norddeutschen ‘Ally the Fiddle’ progressiven Violin Rock / Metal machen, habe ich mich echt gefragt, ob das funktionieren kann. Und die weitere Information, dass Ally Storch, die alle Streichinstrumente (und hier vor allem ihre 6-saitige elektronische Violine) auf dem Album bedient, auch Mitglied bei ‘Subway To Sally’ und ‘Schandmaul’ ist, und ich mit diesem Genre, also Mittelalterrock überhaupt nichts anfangen kann, machte mich eigentlich noch skeptischer. Ein Blick in das Line-Up der Band hat mir aber ein bisschen meine Bedenken genommen, denn mit Robert Klawonn und Eric Langbecker sind immerhin auch 2 Gitarristen mit an Bord. Vervollständigt wird die Band durch Rouven Haliti am Chapman Stick (ein Instrument, das in meinen Augen viel zu selten verwendet wird), Simon Tumielewicz am Bass und Stefan Hukiede an den Drums. Und auch die Gast-Musiker sind ein interessantes Sammelsurium quer durch einige Genres. So hat Marco Minnemann (vor allem bekannt durch die Zusammenarbeit mit Steven Wilson) auf einem Track die Drums übernommen, Sebastian Baur und Alf Ator (Knorkator) leihen auf 2 Tracks ihre Stimmen, Benni Cellini (Letzte Instanz) bedient bei einem Song das Cello, Jen Majura (Evanesence) darf auf einem recht jazzig angehauchten Stück (‘Try To Stop Me’) die Finger auf den Saiten fliegen lassen. Bei diesem Track ist dann auch noch kein Geringerer als Jerry Goodman (Mahavishnu Orchestra) an der Geige zu hören. Felix Wiegand (Dick Brave and the Backbeats) darf beim Opener ‘Sisyphos’ am Kontrabass ran.
Musikalisch erinnern mich ‘Ally the Fiddle’ ein bisschen an ‘Curved Air’, die vor allem in den 70er Jahren ein paar richtig gute Platten herausgebracht und dort schon die Violine als Stil-Element in den Prog-Rock Bereich eingeführt haben. Und hier möchte ich nur den Namen Eddie Jobson nennen, der die genannte Band durch sein filigranes Violinen-Spiel sehr geprägt hatte (und auch bei UK, Roxy Music, Jethro Tull und Yes aktiv war). Und um noch eine Parallele zu nennen klingt Ally Storch, die neben den Streichinstrumenten auch für den Gesang verantwortlich ist, tatsächlich teilweise nach Sonja Kristina (der Sängerin von Curved Air).
Die insgesamt 10 Songs bewegen sich (bis auf 2 Ausnahmen) alle zwischen 6 und gut 8 Minuten, wobei der Gesang im Verhältnis zu den Instrumental-Parts recht wenig Zeit einnimmt. ‘Up’ ist somit ein eher instrumentales Album mit ‘ein bisschen’ Vocals geworden und wenn man sich einmal auf die (natürlich) dominante Violine eingelassen hat, klingt das alles richtig spannend und nicht eine Sekunde langweilig oder gar nervig. Dies liegt aber auch daran, dass die Gitarristen ebenfalls ihren Freiraum bekommen und ordentlich rocken dürfen. Es gibt aber auch ruhigere Momente wie das 8-Minuten-Stück ‘The Bass Thing’ (mit wunderschöner Melodie-Linie) oder den Song ‘Tree’ (zumindest die ersten 4 1/2 Minuten, bis es doch richtig bombastisch und metallisch wird).
Veröffentlicht wurde ‘Up’ übrigens bei Gentle Art Of Music, also dem Stammlabel von RPWL. Und wie so oft haben sie dort mal wieder ein richtig gutes Händchen für gute, interessante und neue Musik bewiesen. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage. Proggies dürfen hier bedenkenlos zugreifen.

Althea - The Art Of Trees (VÖ:08.01.2019)
Die norditalienische Prog-Metal Band ‘Althea’ aus Mailand war mir bis dato völlig unbekannt. Bereits 1998 vom Gitarristen Dario Bortot gegründet (und auch heute noch dabei) brauchte es trotzdem bis zum Jahr 2014, bevor die erste CD (‘Eleven’) veröffentlicht wurde. Es folgte dann das Konzeptalbum ‘Memories Have No Name’ (2017) sowie Live-Auftritte in Europa zusammen mit Bands wie ‘Kaledon’ und ‘Overtures’, um die Musik einem breiteren Publikum vorzustellen. Und nun, im Januar 2019, gibt es das dritte Studiowerk namens ‘The Art Of Trees’.
Die CD beginnt für mich recht untypisch mit dem Song ‘From Now’, zuerst mit Vogelgezwitscher, dann mit ein paar fetten Gitarren-Riffs um danach in eine ziemlich bombastische Ballade zu münden. So einen Song stellt man sich eigentlich Abschluss einer genialen CD vor, da auch der Gesang eigentlich nur aus dem Refrain besteht. Wirklich ein bisschen überraschend. Aber was auf jeden Fall auffällt ist, dass Sänger Alessio Accardo eine richtig angenehme Stimme hat. Der Song scheint aber nur ein kleiner ‘Ausrutscher’ zu sein, denn das nachfolgende ‘Deformed To Frame’ erinnert dann im Aufbau dann eher nach Dream Theater. In den Strophen eher frickelig, beim Refrain richtig cool melodisch. Und auch hier wieder ... der Sänger klingt (vor allem bei den Refrains) ein bisschen nach dem ‘Original’ James LaBrie. Die Gesangstechnik ist sehr an ihm angelehnt. Und das ist richtig gut. Davon gibt es übrigens auch ein (Audio)Video auf YouTube. Der Song geht nahtlos über in ‘One More Time’, und auch hier Prog-Metal at it’s best, wobei ich leichte Anleihen an Steven Wilson oder auch Porcupine Tree erkennen kann. Das liegt vielleicht an der verzerrten Stimme, die man so von Porcupine Tree kennt, aber auch an der ganzen Melodie-Linie.
Das folgende ‘Today’ ist dann eher wieder ruhig, fast eingängig und ein netter Opener zum ersten Herzstück des Albums namens ‘Evelyn’, das mit knapp 9 Minuten fast alles beinhaltet, was der Progger so liebt. Ruhige, akustische Parts, schöne ausufernde E-Gitarre, eine richtig geniale Steigerung im Laufe des Songs, fette, fast harte Gitarren-Riffs in der Mitte, Tempowechsel, lange Instrumental-Parts, Keyboard-Teppich und richtig knackig am Schluss. Richtig genialer Song.
Leicht jazzig angehaucht dann ‘Not Me’, aber wahrlich nicht unangenehm sondern eher interessant. Zumindest die ersten zwei Minuten des Songs könnte man entsprechend beschreiben. Dann ein Tempo- und Stilwechsel zu ‘wir können auch Pink Floyd’ und nach 4 Minuten diese geniale, quietschende Gitarre ... Gänsehaut ... der Schluss dann wieder zurück zum Anfang. Auch sehr cool gemacht.
Auf jeden Fall unbedingt noch zu erwähnen ist das Titelstück, mit knapp 9 1/2 Minuten auch der längste Track des Albums. Hier darf wieder nach Herzenslust gefrickelt werden, wobei ich diesen Song eher in die Neo-Prog-Schublade stecken würde. Cooles Gitarren-Solo inklusive.
Und dann gibt es noch den Song ‘Away From Me’, auf dem Michele Guaitoli als Gast-Sänger dabei ist. Und den kennt man ja vor allem von ‘Overtures’, ‘Temperance’ und seit Neuestem auch als Sänger von ‘Visions Of Atlantis’. Und dieser Song ist echt ein fetter Prog-Metaller samt Gitarren-Solo und Keyboard-Gefrickel a la Jordan Rudess. Interessant auch, dass Michele Guaitoli auch in diesem Genre unterwegs ist und einen tollen Job macht.
Die CD endet mit ‘Burnout’, und auch wenn ich oben geschrieben habe, der Opener hätte gut als Schluss-Track gepasst ... Hey ... sie haben einfach 2 solch genialer Songs geschrieben. Denn auch ‘Burnout’ geht runter wie Öl und ist somit ein würdiges Ende der Scheibe.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass ‘The Art Of Trees’ eine richtig gute und interessante Scheibe geworden ist, die auf jeden Fall meine höchste Anerkennung hat. Es ist eine interessante Mischung aus Prog-Metal mit Neo-Prog geworden und mich überzeugt vor allem die richtig angenehme Stimme von Sänger Alessio Accardo, der in diesem Genre für mich eine richtige Bereicherung ist. Noch zu erwähnen ist die mehr als fette Produktion auf höchstem Niveau, so dass ich die CD uneingeschränkt empfehlen kann.
Leider habe ich von der Band keine aktuelle Homepage gefunden, so müsst Ihr Euch mit ihrem Facebook-Auftritt begnügen.

Amaranthe - Helix (VÖ:19.10.2018)
Ja ja ... ich weiß, eigentlich heißt diese Seite prog-rock.info und in letzter Zeit habe ich doch ziemlich viele Alben aus anderen Musikrichtungen besprochen. Aber mein Geschmack ist ziemlich breit gefächert und manchmal muss es eben auch was anderes als Prog in meinen Ohren sein. Und die Review über ‘Helix’, dem neuesten Werk der schwedischen Modern Metal Band um die zugegebenermaßen recht hübsche Sängerin Elize Ryd macht hier keine Ausnahme.
Warum habe ich mir das Album gekauft? Nun ... meine 2018er Power-Metal-Entdeckung ‘Warkings’ (das Album ‘Reborn’ ist einfach genial) gehen im Frühjahr mit der Band auf Tour und da ich mir am 02.02.2019 das Konzert in Pratteln (CH) genehmigen werde, wollte ich einfach wissen, was mich an diesem Abend sonst noch so erwartet. Also habe ich mir die neueste Scheibe einfach zugelegt.
Amaranthe gibt es schon seit 2008 (zuerst unter einem anderen Namen der aus urheberrechtlichen Gründen dann geändert werden musste), das Debut-Album kam 2011 auf den Markt. Sie gingen mit Hammerfall auf Tour und 2012 waren sie zum ersten Mal auf Wacken. Es folgten weitere Studio-Alben und es gab diverse Wechsel bei der männlichen Stimme. Wobei ‘männliche Stimme’ auch wieder nicht so ganz richtig ist, denn bei Amaranthe singen neben Elize Ryd gibt es insgesamt 2 männliche Stimmen, wobei die eine Stimme dann doch eher den darkeren Growl-Part übernimmt.
Somit ist eigentlich auch schon angedeutet, in welche Richtung die Musik von Amaranthe geht. Ich habe geschrieben Modern Metal, weiblicher und männlicher Gesang und Growls. Und das genau ist es auch. Zusammen dann noch recht elektronisch untermalt mit viel Keyboard, meistens recht ordentlich hart mit ein paar passenden Gitarren-Riffs, recht eingängigen Refrains und leider sehr viel Double Bass Drum.
Eine ‘nette’ Mischung aus In Flames ‘light’ gepaart mit Roxette (wegen der doch sehr ähnlichen Stimme von Elize Ryd). Richtig viel hängen bleibt nach den ersten 3 Hördurchgängen nicht wirklich. Und raus stechen tun einzelne Songs dann auch nicht. Okay, der Opener ‘The Score’ ist richtig gut, das folgende ‘365’ erinnert ein bisschen an Evanesence (zumindest am Anfang), wobei der Refrain doch ziemlich poppig ist.
Was mir so richtig auf den Sack geht ist dieser rap-artige Sprechgesang zwischendurch, den andere Bands aus diesem Genre einfach besser hin bekommen.
Okay, die Quoten-Ballade ‘Unified’ ziemlich am Schluss des Albums ist auch nicht schlecht (wenn der Growl-Heinz nicht wäre). Nett gemacht ist auch das Titelstück als Bonus-Track als Akustik-Version.
Was bleibt für mich als Fazit? Ich werde mir jetzt auch noch ‘Follow The Cipher’ irgendwann rein ziehen (die sind in Pratteln auch noch mit dabei), ‘befürchte’ aber mal, dass ich nach dem Auftritt der Warkings nicht mehr so richtig viel Spaß bei dem Konzert haben werde ... außer natürlich bei dem einen oder anderen Bier mit den Kriegs-Königen.

Ayreon - Into The Electric Castle (20th Anniversary Edition) (VÖ:26.10.2018)
Wer Ayreon kennt, hat auf jeden Fall die dritte CD dieser ‘Band’, die im Jahr 1998 veröffentlicht wurde, im Regal stehen. Daher erübrigt es sich, hier eine ausführliche Review zu schreiben. Namen der Gast-SängerInnen wie. Fish, Sharon Del Adel, Damian Wilson, Edwin Balogh, Anneke Van Giersbergen, Jay Van Feggelen, Edward Reekers, Peter Daltrey, Robert Westerholt und George Oosthoek sprechen hier Bände. Und auf dieser Scheibe sind so geniale Songs wie z.B. ‘Isis And Osiris’, ‘Amazing Flight’ oder auch ‘Valley Of The Queens’ verewigt.
Aber warum schreibe ich das 20 Jahre später? Weil dieses Werk zum Geburtstag neu veröffentlicht wurde. Und das nicht als Remaster sondern als Re-Mix (!!). Und dieser neue Mix ist sowas von fett. Da kommen plötzlich Parts und Instrumente zum Vorschein, die auf der Produktion von vor 20 Jahren (wahrscheinlich wegen der damaligen Technik) nicht oder nur schwer zu hören waren. Alleine deshalb lohnt sich der Kauf, auch wenn man das Original schon besitzt. Ein völlig neues Hörerlebnis.
Wie man es von Ayreon kennt, gibt es das neue Werk in vielen interessanten Variationen. Ich habe mir das Paket mit 4 CDs (2x Remix, 2x als Instrumental-Remix) und 1 DVD (5.1 Surround vom 2018er Mix plus Bonus-Videos) besorgt, es gibt aber auch noch mein Paket plus 3x Vinyl oder Vinyl alleine oder ... oder ... oder ...
Und ... das gesamte Werk (plus je 1 Song von Side-Projekte von Arjen Anthony Lucassen) kommt vom 13. - 15. September 2019 für insgesamt 4 Live-Konzerte nach Tilburg (Holland) samt ein paar Original-Sängern und -Sängerinnen. Wer Tickets haben will, sollte sich echt beeilen. Die Konzerte am Freitag und Samstag sind bereits ausverkauft. Für die 2 Konzerte am Sonntag (ein Konzert nachmittags, eins abends) gibt es noch Rest-Karten. Zu kaufen über Ticketmaster.nl. Ich habe meine Tickets für Samstag (14.09.2019) schon gesichert und freue mich total drauf.

Boscher, Xavier - Eternity (VÖ:19.10.2018)
Der südfranzösische Multiinstrumentalist Xavier Boscher beglückt uns schon wieder mit einem richtig genialen Werk. Nach ‘Embryogenesis’ vom Oktober 2017 und ‘Zoologica Duodecim #1 Ocean (April 2018) gibt es mit ‘Eternity’ bereits den dritten Output in einem Jahr. Und entgegen seinen Ankündigungen, vom Vorgänger ‘Zoologica’ insgesamt 12 Teile zu veröffentlichen (nachdem auf #1 die ersten 5 Teile drauf waren), gibt es sozusagen zwischendurch mit ‘Eternity’ ein ganz anderes Werk. Insgesamt 8 Songs mit einer Laufzeit von gut 3 bis knapp 7 Minuten bedeuten richtig genialen Instrumental-Prog, bei dem vor allem das filigrane Gitarrenspiel von Xavier Boscher bestaunt werden kann. Und dass er ein richtig gutes Händchen für schöne und eingängige Melodie-Linien hat, wurde auch schon auf sämtlichen Vorgänger-Alben bewiesen. Xavier Boscher strotzt nur so vor Einfallsreichtum, wechselt richtig schön zwischen gefühlvoller E-Gitarre und auch akustischen Parts, und die gesamte CD kann man einfach nur genießen. Und das am Besten mit dem Kopfhörer auf den Ohren und einem guten Glas Rotwein.
Einzelne Songs herauszugreifen, würde der CD nicht gerecht werden, denn das komplette Album ist einfach aus einem Guss. Wer aber richtig spezielle Momente erleben will, sollte auf jeden Fall den Song ‘Domestic’ herausgreifen. Neal Schon hätte es nicht besser spielen können. Freunde der Instrumental-Musik kommen hier voll auf ihre Kosten.
Zu haben ist das Werk wie immer auf der Homepage von Xavier Boscher, auf der das Album in digitaler Form für (mindestens) 7 Euro erworben werden kann. Muss man unbedingt haben.

Brainstorm - Midnight Ghost (VÖ:28.09.2018)
Absicht? Zufall? Einfach Timing? Kaum hauen meine Lieblings-Power-Metal-Schwaben ‘Primal Fear’ ein neues Werk auf den Markt, schon ziehen die ebenfalls im Schwabenländle angesiedelten ‘Brainstorm’ nach und veröffentlich ebenfalls ein neues Album. Dieses Mal aber leider nicht, um dann gemeinsam auf Tour zu gehen (so war es zumindest Anfang 2016, als ich leider bei dem Konzert in Stuttgart eine Termin-Kollision mit einem Serenity-Konzert am gleichen Tag in Aalen hatte und somit ein paar Tage später in München im Backstage war), denn Primal Fear sind derzeit in Europa unterwegs, Brainstorm folgen erst später.
Richtig auffallen ist, dass bei dem neuesten Werk ‘Midnight Ghost’ unglaublich viel Wert auf packende Refrains gelegt wurde. So viele Songs mit absolutem Ohrwurm-Charakter waren bisher auf keiner Brainstorm-Veröffentlichung drauf. Eventuell liegt es auch daran, dass man mit Sebastian ‘Seeb’ Levermann einen Produzenten gefunden hat, der ja mit seiner eigenen Band ‘Orden Ogan’ ja ebenfalls in dieser Richtung unterwegs ist. Schon der Opener ‘Devil’s Eye’ geht voll ins Ohr, glänzt aber auch mit genialen Gitarren-Parts sowie einem richtig fetten Drumming. Auffallend ist auch der richtig klare Sound des Albums, den ich so perfekt von älteren Scheiben der Band nicht so kenne. Auch hierfür ein absolutes Daumen hoch. Ähnlich gut auch das folgende ‘Reveiling The Darkness’ sowie ‘Ravenous Minds’, von dem es auch ein YouTube-Video gibt.
Herzstück des Albums ist sicher das knapp 8 Minuten lange ‘Jeanne Boulet (1764)’, das erst mit akustischer Gitarre und ziemlich ‘zart’ beginnt, nach 50 Sekunden dann aber zu einem richtig tollen Mid-Tempo-Kracher wird. Bei diesem Song geht es übrigens um die 14-jährige Hirtin Jeanne Boulet, die im Jahr 1764 von der Bestie von Gévaudan, einem wolfähnlichen Ungeheuer, getötet worden sein soll. Naja, ob’s tatsächlich so war konnte nie geklärt werden, denn diese Bestie wurde nie gefunden. Aber aus diesem französischen Mythos einen so genialen Song zu machen ... da gehört schon einiges dazu.
Alle weiteren Songs zu besprechen würde diese Review echt sprengen, denn es gibt keinen einzigen Durchhänger. Somit ist mein Fazit ziemlich klar. Mit ‘Midnight Ghost’ haben Brainstorm einen Meilenstein in ihrer Band-Geschichte veröffentlicht, den man unbedingt haben muss, wenn man auf Power-Metal steht.
Ach ja ... wer 2 Euro mehr hat, sollte sich auf jeden Fall die limitierte Doppel-CD besorgen. Denn auf der Bonus-DVD ist doch tatsächlich das von mir oben genannte Konzert vom 18.02.2016 im LKA in Stuttgart drauf und hier gibt es neben einem Best Of ... Konzert ein paar geniale schwäbische Ansagen von Sänger Andy B. Franck. Okay ... ich als ‘Insider’ verstehe jedes Wort :-).

Brooks, Aaron - Homunculus (VÖ:21.09.2018)
Regelmäßige Besucher meiner Homepage werden sich bestimmt daran erinnern, dass ich hier auf meinen Seiten 2 Reviews über die Psychedelic-Rock-Band ‘Simeon Soul Charger’ aus Ohio veröffentlicht habe und davon sehr angetan war. Die Band war damals auf einen Bauernhof im tiefsten Bayern gezogen, beim RPWL-Stammlabel ‘Gentle Art Of Music’ untergekommen und neben den 2 Alben auch hunderte Konzerte gespielt. Leider hat sich die Band 2016 aufgelöst, um eigene musikalische Wege zu gehen. Und ein neuer musikalischer Weg liegt jetzt mit ‘Homunculus’ vor, denn ‘Aaron Brooks’ war der Sänger von ‘Simeon Soul Charger’. Er ist immer noch bei Gentle Art Of Music unter Vertrag, das Album wurde von Yogi Lang produziert und neben Yogi Lang (Keyboards) konnte auch noch Kalle Wallner (ebenfalls RPWL, Blind Ego) an der Gitarre und am Bass als Gast-Musiker gewonnen werden.
Wie auch schon das letzte Album ‘Harmony Square’ seiner alten Band ist auch ‘Homunculus’ ein kritisches, nachdenkliches Werk geworden, was man schon am Opener ‘Consume’ erkennen kann. Hier wird, obwohl der Song einen richtigen Groove hat, über die moralisch verkommene Konsumgesellschaft hergezogen (‘That’s freedom ... consume now’). Bei ‘Wake Up The Mountain’, einem genialen Piano-Stück mit Gänsehautgarantie geht es um den Gedanken dass man sein Leben verschwendet hat, allerdings nur die ersten 3 Minuten, denn dann wird der Song kurz richtig bombastisch und klingt sowas von nach ‘Muse’. Das hätte für mich locker noch ein bisschen so weitergehen können.
Für mich sind vor allem die ruhigen, nachdenklichen Stücke die Highlights des Albums wie z.B. ‘Nobody Knows What It’s Like To Be Someone Else’ (mit herrlich wimmernder Gitarre) oder ‘The Idiot’, es gibt aber auch richtig gute rockige Stücke wie z.B. der Schluss-Track ‘Digital’ oder auch ‘Everybody Dies’ (mit leichten Anleihen an ‘Muse’). Ein bisschen ‘REM’ darf es bei ‘Lies’ auch mal sein.
‘Homunculus’ ist auf jeden Fall ein richtig interessantes, abwechslungsreiches Album geworden, das Aaron Brooks im Vergleich zu seiner alten Band von einer ganz anderen Seite zeigt. Von einem Singer-Songwriter-Album, auch wenn man es auf den ersten Blick vermuten könnte, ist das Werk auf jeden Fall weit entfernt. Ein richtig guter Sänger ist Aaron Brooks ohne Zweifel.
Mehr Infos über ihn gibt es auf seiner Homepage.

Dialeto - Live With David Cross (VÖ:04.06.2018)
Mit der brasilianischen Band ‘Dialeto’ und ihrem Album ‘Live With David Cross’ möchte ich Euch ein Werk vorstellen, das vor allem für Freunde von ‘King Crimson’ richtig interessant sein dürfte. Wie der Name des Albums schon verrät, gibt es hier ein Konzert mit dem Violinisten David Cross, der ja vor allem von ‘King Crimson’ bekannt sein dürfte. Und die Titelauswahl von diesem Konzert, aufgenommen im Jahr 2017 in Sao Paulo, ist auch für Liebhaber des Genres wohl einzigartig. Denn neben 8 Stücken von ‘Bartok in Rock’, dem letzten Studio-Album von ‘Dialeto’, auf dem Werke des Komponisten Bela Bartok’ in ein rockiges Gewand gesteckt wurden, gibt es noch einen Track von der David Cross Band (‘Tonk’) sowie mit ‘Exiles’, ‘The Talking Drum’, ‘Larks Tongues in Aspic Part 2’ sowie ‘Starless’ vier absolute King-Crimson-Klassiker auf die Ohren.
Die Band, bestehend aus Nelson Coelho (Gitarre, Mellotron), Gabriel Costa (Bass, Vocals), Fred Barley (Drums, Vocals) und eben David Cross (Violine), sprüht nur so vor Spielfreude und ich möchte einfach mal behaupten, dass hier ein Konzert für die Ewigkeit abgeliefert wurde. Die Bartok-Stücke sind sensationell gut umgesetzt und jeder Musiker erhält genügend Raum um seine Fähigkeiten zu zeigen. Und einige Parts dürften auch Nicht-Bartok-Kenner doch sehr bekannt vorkommen (ich nenne hier nur mal die Roumanian Folk Dances, bei uns bekannt unter dem Namen ‘Rumänische Volkstänze’). Dass es manchmal ein bisschen in Richtung Jazz abdriftet, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Dies ist aber nicht ganz überraschend, sind Dialeto bei Moonjune Records, dem Jazz-Label aus New York, unter Vertrag.
Die wahren Highlights sind aber tatsächlich die 4 Stücke von ‘King Crimson’, die einfach in brillanter Weise dargeboten werden. Und hier möchte ich vor allem ‘Exiles’ und noch mehr ‘Starless’ herausheben.
‘Live With David Cross’ kann ich nur jedem Musikliebhaber ans Herz legen. Auch wenn ich mit Ausflügen in den Jazz normalerweise nicht viel anfangen kann, bin ich hier wirklich von jedem Track mehr als begeistert. Und Freunde von ‘King Crimson’ können sowieso nicht anders als dieses Werk zu kaufen. Ihr werdet Tränen in die Augen bekommen. Auf YouTube könnt Ihr auch mal suchen. Da gibt es ‘Starless’ sowie ‘The Talking Drum / Larks’ Tongues ...) zum anhören. Und wer mehr Infos über die Band möchte, kann auf der Band-Homepage vorbei schauen.

Dragony - Masters Of The Multiverse (VÖ:12.10.2018)
Dragony, die Symphonic Power Metal Band aus Österreich ist bisher völlig an mir vorbei gegangen, obwohl ‘Masters Of The Multiverse’ bereits das dritte Album ist. Gekauft habe ich mir die Scheibe eigentlich nur weil ‘Dragony’ auf dem vierten und letzten Abschnitt der Symphonic Metal Nights (zusammen mit Temperance, Visions Of Atlantis und Serenity) dabei sind und ich bei insgesamt 3 Konzerte dieser Tour live dabei bin. Und man will sich ja vorher ein bisschen warm hören. Von ‘Dragony’ kennt man in den entsprechenden Kreisen vor allem Sänger Siegfried Samer, der ja bekanntermassen der zukünftige Ex-Sänger von Visions Of Atlantis ist (ja, Siegfried steigt nach der Tour aus persönlichen Gründen bei Visions Of Atlantis aus und wird dann von Temperance-Shouter Michele Guaitoli ersetzt. Es ist angekündigt, dass auf der Tour die Beiden sich das Set von VoA teilen werden).
Aber nun zur CD. Hey ... was für ein geiles Gerät. Schon der Opener ‘Flame Of Tar Valon’ ist ein Symphonic-Metal-Kracher vom Feinsten. Opulenter Beginn mit Orchester und (!) Fanfaren, danach flotte Double-Bass-Drum, fettes Gitarren-Riff, beim einsetzenden Gesang 100% Erinnerung an Visions Of Atlantis (logisch) und dann ein eingängiger Refrain der locker von den alten (und früher noch guten) Rhapsody sein könnte. Gepaart mit orchestralem Bombast, einer kurzen, ruhigen Orchester-Passage mit weiblichem Hintergrund-Gesang, gefolgt von einem fetten Gitarren-Solo und wieder dem Refrain ... geil, einfach geil. Ein Meisterwerk des Symphonic Metal. Den Song gibt es übrigens als Lyric-Video auf YouTube. Dann folgt schon der nächste Hammer mit ‘If It Bleeds We Can Kill It’ (=> geniales, witziges Video ebenfalls auf YouTube und eine Hommage an ihren Landsmann Arnold Schwarzenegger). Nicht ganz so flott wie der Song davor, aber dafür mit einem noch genialerem Refrain. Mein Gott, haben die Jungs ein Händchen für geile Melodien. Der Song geht einem ewig nicht aus dem Kopf. Ich hoffe mal, dass beide Songs auf den Konzerten gespielt werden (beim Schreiben dieser Review sind es noch 2 Tage bis zum ersten Konzert für mich ... bis zur Veröffentlichung des nächsten Updates wird es sicher schon vorbei sein).
Der nächste Track ‘Grey Wardens’ erinnert mich ziemlich stark an Kamelot. Ist nicht ganz so eingängig wie die ersten 2 Stücke aber zeigt auf jeden Fall, dass Dragony mehr drauf haben als nur eine Schiene. Und das Gitarren-Solo ... eieiei ... geil. ‘Defenders’, eingeleitet durch eine weibliche Stimme (es geht leider nicht hervor wie die Dame heißt, da mehrere Gast-Sängerinnen aufgelistet sind) beginnt recht ruhig, wird aber ziemlich schnell wieder zu einer Symphonic-Metal-Hymne.
Die Quoten-Ballade darf natürlich auch nicht fehlen und kommt mit ‘Fallen Star’. Nett und gefühlvoll mit viel akustischer Gitarre, Keyboard-Teppich im Hintergrund und gegen später dann ziemlich opulent instrumentiert. Auch eher typisch für das Genre. Es folgt ‘Angels On Neon Wings’ mit einem Gitarren-Solo von Tommy Johansson (Sabaton), auf den dieser Song auf jeden Fall zugeschnitten wurde. Klingt schon sehr nach seiner Stamm-Band (okay, der Anfang ... aber das Solo ist atemberaubend).
Ein bisschen arg pop-lastig (um nicht zu sagen ein kleines Abschweifen in Richtung Musical) ist ‘Days Of High Adventure’ ... das hätte auch von Dennis DeYoung (Styx) sein können. Das ist zum Glück aber nur ein ‘Ausrutscher’, denn mit ‘Evermore’ wird es dann gleich wieder ein bißchen mehr Symphonic-Metal, obwohl der Song doch auch insgesamt ein bisschen weichgespült ist.
Nachdem diese kurze Durststrecke überwunden wurde, gibt es wieder was zum Matte schütteln. ‘The Iron Price’, auch wieder ein Song der mich sehr an ‘Sabaton’ erinnert mit seinem marsch-artigen Grund-Rhythmus. Geiler Song mit mal wieder einem genialen Refrain und einem mehr als fetten Gitarren-Part. ‘Eternia Eternal (The Masters Of The Multiverse)’ folgt als eingängiger aber von der Melodielinie auch ein wenig sanfter Rausschmeisser (wobei das Gitarren - Keyboard - Battle in der Mitte doch richtig fett ist), der am Ende wieder voll eine Rhapsody-Hymne sein könnte. Interessant und abwechslungsreich ... und ganz am Ende wieder die Fanfaren..
Tja, und dann folgt der Bonus-Track ... und darüber möchte ich eigentlich den Mantel des Schweigens legen. Denn hier hat man sich an den Song ‘The Touch’ von Stan Bush gewagt ... und das finde ich gelinde gesagt nicht sehr gelungen. Aber egal, die Jungs hatten wahrscheinlich ihren Spaß damit.
Insgesamt ist die neue Dragony-Scheibe ein geniales Werk geworden, das hinter den Veröffentlichungen der Genre-Größen in letzter Zeit in nichts nachsteht und ich freue mich auf die 3 Konzerte diese und nächste Woche die ich besuchen werden. Pflichtkauf für Freunde von Symphonic-Metal.
Und noch eine kleine Anmerkung:
Eins von insgesamt drei Konzerten der Symphonic Metal Nights habe ich mittlerweile besucht. Das nächste folgt am Montag. Und was soll ich sagen: auch live sind die Jungs richtig gut. Dass denen das alles richtig Spaß macht, merkt man jede Sekunde. Leider haben Dragony nicht mal ganz eine halbe Stunde gespielt, aber das war echt vom Feinsten.

Emigrate - A Million Degrees (VÖ:30.10.2018)
Der halbwegs belesene Musik-Liebhaber wird wissen, dass sich hinter dem Synonym ‘Emigrate’ niemand Geringeres als Rammstein-Gitarrist Richard Z. Kruspe verbirgt. Bereits im Jahr 2007 hat er unter diesem Namen sein erstes Solo-Werk veröffentlicht, 2014 folgte ein weiteres Album. Und nun also mit ‘A Million Degrees’ der dritte Output.
Wenn man die beiden ersten Alben kennt weiß man, dass Richard Z. Kruspe mit ‘Emigrate’ mitnichten in Richtung Rammstein geht sondern tatsächlich seinen eigenen Kosmos auf Silber verwirklicht. Und das ist anders aber trotzdem gut. Das Erstlingswerk habe ich glaub sogar hier auf meiner Seite besprochen wenn ich mich nicht täusche.
Auffallend bei ‘A Million Degrees’ ist, dass im Gegensatz zum Vorgänger ‘Silent So Long’ weitestgehend auf namhafte Unterstützung (von Frank Dellé über Marilyn Manson bis zum Lemmy war da alles Mögliche vertreten) verzichtet wurde. Lediglich auf zwei Songs gibt es einen Gast-Auftritt des Gitarristen Steve Binetti, außerdem wurde am Schlagzeug Mikko Sirén (Apokalyptika) sowie am Bass Arnaud Giroux sowie Sky Van Hoff verpflichtet. Ein paar Backing Vocals sind auch noch genannt. Zu den Gast-Vocals dann im Laufe dieser Review mehr.
Das Album beginnt mit ‘War’ gleich mal recht getragen bombastisch und mit leicht orientalischem Einschlag als eines der Highlights der CD. Es folgt mit ‘1234’ die in den Social Medias kräftig beworbene Single-Auskopplung (richtig fett mit einem genialen Rhythmus ... ein ziemlicher Happy-Song, übrigens mit Ben Kowalewicz - Billy Talent - als Gast-Sänger ). Danach dann das Titelstück, das eher im Mid-Tempo angesiedelt ist. Dann das recht flotte ‘Lead You On’ mit der Gast-Sängerin Margaux Bossieux, die mir relativ unbekannt ist. Netter Pop-Song der aus aus den 80ern hätte sein können.
Richtig schön auch ‘You Are So Beautiful’ sowie vor allem ‘We Are Together’ (eine weiteres absolutes Highlight, vor allem die quietschende Gitarre ... herrlich).
Noch zu erwähnen auf jeden Fall ‘Let’s Go’, eine Zusammenarbeit mit Till Lindemann (aber weit weg von Rammstein) sowie ‘I’m Not Afraid’ zusammen mit Cardinal Copia (Ghost) ... ziemlich elektronisch angehaucht.
Insgesamt ist ‘A Million Degrees’ mal wieder eine richtig abwechslungsreiche Scheibe geworden, die auf jeden Fall Beachtung finden sollte. Wer ‘Emigrate’ kennt weiß aber schon auf was er sich einlässt.

Enemy Inside - Phoenix (VÖ:28.09.2018)
Mit ‘Enemy Inside’ kommt vielleicht etwas ganz Großes auf uns zu. Die Band gibt es erst seit 2017, aber bereits ihr Erstlings-Werk ‘Phoenix’ ist ganz weit oben in der Tabelle des Genres anzusiedeln. Aber welches Genre? Gute Frage. Der Opener ‘Falling Away’ erinnert mich brutal an Evanesence als sie noch gut waren. Dazu trägt auf jeden Fall die Stimme von Nastassja Giulia bei, die sowas von nach Amy Lee klingt, das gibt es gar nicht. Sie ist übrigens Absolventin der Pop-Akademie Mannheim, war mit 11 Jahren schon bei ‘Star Search’ im Finale und unter anderem mit ‘Beyond The Bridge’ auf Deutschland-Tour. Ich gehe mal davon aus, dass sie dort den Enemy Inside - Bassisten Dominik Stotzem kennen gelernt hat (der auch bei der Deep Purple - Coverband ‘Purple Rising’ mitwirkt) und sie jetzt wieder zusammen Musik machen. Weiter bekannt im Line-Up der Band ist auf jeden Fall Gitarrist Evan K. (Evangelos Koukoularis), den man von ‘Mystic Prophecy’ kennt und der auch bei ‘Exit Eden’ aktiv ist. Die beiden anderen Mitglieder der Band, David Hadarik (Gitarre) und Feli Keith (Drums) sind mir bis jetzt noch nicht bekannt, von daher kann ich dazu leider nichts sagen.
Zurück zur Musik ... die folgenden Songs ‘Bleeding Out’, ‘Phoenix’ und ‘Lullaby’ möchte ich mal als Schnittmenge aus den schon genannten Evanesence, Within Temptation und auch ein bisschen Lacuna Coil bezeichnen, wobei die Songs härter instrumentiert sind als bei Evanesence und nicht so ‘übel’ hart sind wie bei Lacuna Coil, die ja echt teilweise gewöhnungsbedürftigen Tobak darbieten. ‘Lullaby’ gibt es übrigens auch als Video bei YouTube und ist von den 3 genannten Songs der härteste aber auch (vom Refrain her) der eingängigste Song.
Es folgt ein ziemlicher Stil-Wechsel, denn mit dem folgenden ‘Doorway To Salvation’ gibt es dann eher fast Symphonic Metal, das eher zu Delain gepasst hätte. Und als Gast-Sänger haben sie Georg Neuhauser, den Ausnahme-Shouter von Serenity verpflichtet (der von mir aus auch noch ein bisschen präsenter in Szene gesetzt gehört hätte). Aber eine geniale Mid-Tempo-Ballade ist es auf jeden Fall geworden. Für mich das ‘heimliche’ Highlight der CD. Eingängiger, fetter und bombastischer kann man einen Song nicht schreiben. Da ist sogar ein bisschen Gänsehaut garantiert.
Auf die restlichen Songs will ich jetzt gar nicht näher eingehen, denn alle (ohne Ausnahme) sind genial bis zum Schluss. Und alle dann wieder eher in Richtung der erste 4 Tracks. Okay, ‘Halo’ sticht vielleicht noch ein bisschen raus ... wegen dem genialen Refrain, und ‘Dark Skies’, weil dies die obligatorische Quoten-Ballade ist (auch hier Gänsehaut garantiert).
Selbst der Rausschmeißer ‘Summer Son’, eine Cover-Version des Songs der Band ‘Texas’ geht bei mir als richtig genial durch und hat gegenüber dem Original echt noch mehr Hit-Potential (wegen der fetten, harten Instrumentierung).
Fazit: Enemy Inside sind für mich (fast) der neue Stern am Himmel des beschriebenen Genres und ich freue mich schon auf die nächste Scheibe mit hoffentlich noch mehr genialem Output. Hammer ... muss man unbedingt haben.

Farmer Boys - Born Again (VÖ:02.11.2018)
Unglaubliche 14 Jahre haben sich die Stuttgarter Bauern-Jungs Zeit gelassen, um ein neues Album aufzunehmen. Das letzte Album ‘The Other Side’ wurde immerhin schon im Jahr 2004 veröffentlicht (und 2010 nochmal ergänzt um ein paar Bonus-Tracks auf den Markt geworfen).
Und um es schon mal vorweg zu nehmen, das Come Back ist mehr als gelungen. An der Besetzung gegenüber dem letzten Output hat sich einiges getan. Außer Matthias Sayer (Vocals) und Alexander Scholpp (Guitars) wurde die restliche Mannschaft ausgewechselt. Zurück gekehrt ist Ralf Botzenhart am Bass (der Toni Ieva ersetzt, der wohl mit Brainstorm eine neue Heimat gefunden hat), außerdem sind nun Richard Düe (Keyboards) und Timm Schreiner (Drums) mit am Start.
Musikalisch sind die Farmer Boys für meine Ohren ein bisschen melodischer, symphonischer und radiotauglicher geworden. Aber das soll jetzt nicht negativ gemeint sein.
Die Scheibe beginnt mit einem 2 1/2 minütigen instrumentalen Opener (fast schon Filmmusik mit Streichern und Piano) und beim ersten Hören musste ich erst mal auf die CD schauen, ob da nicht ein falsches Exemplar eingepackt wurde. Aber nein, natürlich nicht, denn mit dem folgenden Song ‘Faint Lines’ geht es dann schon richtig kräftig zur Sache. Tief gestimmte Gitarre, fette Riffs und ein genialer Refrain, kurzer, ruhiger Part noch mal der wirklich einprägende Refrain.
 Interessant für mich, und das zieht sich eigentlich wie ein roter Faden durch die komplette CD, ist die Gitarrenarbeit von Alex Scholpp, die mich in Teilen doch sehr an sein Schaffen bei Tarja erinnert. Einige Parts kommen mir da schon sehr bekannt vor. Aber auch das überhaupt nicht negativ gemeint, denn auch die letzten Tarja-Outputs fand ich ja richtig gut. Und das ist z.B. auch beim nächsten Song ‘Fiery Skies’ (hört Euch nur mal die ersten paar Sekunden an) überdeutlich zu merken. Auch hier ... fette Gitarren-Riffs und ein genialer Refrain (überraschend für mich dann auch die Stimmfarbe von Matthias Sayer, der bei den Strophen irgendwie nach Fury In The Slaughterhouse klingt).
Es folgt die Single-Auskopplung ‘You And Me’ (die bereits letztes Jahr sozusagen als Vorgeschmack auf das neue Album veröffentlicht wurde), für mich eines der absoluten Highlights des Albums (gibt es auch als YouTube Video). Auch hier ein Refrain der nicht mehr aus dem Kopf geht und eine wirklich herausragende Sangesleistung.
Die obligatorische Ballade darf natürlich auch nicht fehlen und kommt dann danach mit ‘Isle Of The Dead’. Da ist echt ein bisschen Gänsehaut garantiert - wunderschönes Piano ... und nach 3 Minuten noch ein gefühlvolles Gitarren-Solo oben drauf, ein paar Streicher drüber. Richtig schöner Song.
Das war es dann aber schon mit ausruhen und dahin schweben, denn mit ‘Tears Of Joy’ gibt es dann gleich wieder ein Gitarren-Brett um die Ohren. Weitere Highlights für mich dann noch die Songs ‘Stars’ (auch hier wieder ein typisches Tarja-Riff), ‘ In The Last Days’ (geile Tempo-Wechsel), ‘Revolt’ (auch davon gibt es ein offizielles YouTube-Video) sowie das Titelstück ‘Born Again’, eine geniale, bombastische Halb-Ballade.
Damit wäre die CD eigentlich am Ende, meine Version hat aber noch 2 Bonus-Tracks mit ‘Promises’ und ‘Flaw’, die beide nahtlos an die restlichen Songs anknüpfen.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass ‘Born Again’ genau der richtige Titel ist ... eindeutig eine richtig gute und auch ein bisschen überraschende Wiedergeburt. Coole Scheibe, die ich nur empfehlen kann.

Fates Warning - Live Over Europe (VÖ:29.06.2018)
Nach ‘Still Life’, immerhin schon 20 Jahre auf dem Buckel, gibt es jetzt mit ‘Live Over Europe’ eine weitere Live-Doppel-CD der Prog-Metaller, die, wenn man sich auf die teilweise doch recht komplizierte Musik einlässt, als Meilenstein der Band betrachtet werden könnte. Fast 138 Minuten Best Of ... der Band auf 23 Songs und viele Alben der jetzt 34-jährigen Karriere werden berücksichtigt. Die 3 Erstlingswerke wurden ausgelassen (das waren auch noch eher reine Metal-Albumen und hatten mit dem folgenden Stil nicht viel Gemeinsam), aber ab ‘No Exit’ aus dem Jahr 1988 bis heute (dem letzten Studio-Output ‘Theories Of Flight aus dem Jahr 2016) ist so ziemlich alles vertreten, was Fates Warning so genial machen. Mich persönlich freut es, dass es einige Songs der 2000er CD ‘Disconnected’ auf dieses Album geschafft haben. Für mich immer noch die beste Studio-Veröffentlichung von Fates Warning. Auch die aktuelle Besetzung mit Ray Alder (Vocals ... einfach ein genialer Mann), Jim Matheos (Gitarre ... ein Gott), Joey Vera (Bass), Bobby Jarzombek (Drums) und Michael Abdow als zweiter Gitarrist möchte ich als gesucht und (wieder)gefunden bezeichnen. Wenn man bei so komplizierter Musik so perfekt zusammen harmoniert (das schaffen vielleicht noch Dream Theater), dann kann man nur erahnen, was das alles für Ausnahmekünstler sind. Die CD muss man unbedingt haben, für mich irgendwie auch ein Meilenstein in der Live-Produktion im Prog-Metal-Bereich.

Heartscore - Black Riders Part 1 (VÖ:01.11.2018)
Man kann dem kreativen Kopf von ‘Heartscore’, also Dirk Radloff, auf keinen Fall unterstellen, dass er musikalisch auf der Stelle stehen bleibt. Seit bereits (glaube ich) 16 Jahren macht er für die Öffentlichkeit Musik und soweit ich mich erinnern kann, habe ich alle Werke von ihm auf meiner Homepage besprochen und keine seiner Alben gleicht auch nur annähernd dem Vorgänger-Album. Klar, Dirk Radloff liebt Literatur und hier vor allem die Dichtung ist ihm ans Herz gewachsen, hat er doch fast nur Gedichte englischer Poeten vertont. Aber das eben in unterschiedlichen musikalischen Ansätzen.
‘Black Riders Part 1’ sagt schon ein bisschen, in welche Richtung es dieses Mal gehen wird ... und dabei ist das Wort ‘Black’ entscheidend. Und nein, keine Soul-CD sondern richtig fetter, harter Metal mit ordentlich Gitarren-Gewitter. ‘Black Riders Part 1) wird am 01.11. veröffentlicht. Und das ist kein Zufall. Denn am 01.11. vor 147 Jahren wurde der amerikanische Dichter Stephen Crane geboren, der bereits mit 28 Jahren an Tuberkulose gestorben ist. Und um Gedichte eben von Stephen Crane geht es auf ‘Black Riders Part 1’.
Für den Gesang hat Dirk Radloff wieder einen gewissen ‘Chris’ verpflichtet, der schon auf dem Vorgänger-Album einen richtig guten Part beigetragen hat und dort ein bisschen an David Clayton-Thomas erinnerte.
Interessanterweise klappt die Stimme auch auf den harten Tracks von ‘Black Riders Part 1’, auch wenn der vorhandene Soul in der Stimme nicht zu verleugnen ist.
Da die Gedichte von Stephen Crane nicht wirklich lang sind, betragen die Spielzeiten der einzelnen Songs (bis auf zwei Ausnahmen) nur gut 2 bis höchstens 3 1/2 Minuten. Lediglich ‘A God In Wrath mit 5 Minuten und der Abschluss-Track ‘In Heaven’ mit einer stattlichen Länge von 6 Minuten sind die Ausreisser..
Auch wenn man für ‘Heartscore’ im Allgemeinen und auch für ‘Black Riders Part 1’ im Besonderen doch etwas Open Minded sein muss, finde ich es total genial, wie ein Musiker, der eigentlich aus der Klassik-Ausbildung kommt und erste mal Violine gelernt hat, hier so ein fett-metallisches Gerät abliefern kann. Für Überraschungen ist Dirk Radloff ja schon immer gut, aber dass er mal in diese Richtung gehen wird, lässt mich schon ein bisschen mit Erstaunen zurück.
Und es nicht damit getan dass Dirk auf der E-Gitarre ein paar fette, düstere Gitarrenriffs zum Besten gibt, nein, zwischendurch darf mal ein Saxophon im Hintergrund spielen (z.B, beim Opener ‘In The Desert’), es kommt eine Drum-Machine zum Einsatz (z.B. bei ‘Mystic Shadow’), eine kleine Anleihe an Techno bleibt nicht verborgen (‘There Was A Crimson Clash Of War’) und auch die Violine darf nicht fehlen (z.B. bei ‘I Stood Upon A High Place’).
Es gibt aber auch richtig ‘zarte’ Momente, auch wenn die recht dürftig gesät sind. So ist z.B. ‘Once I Knew A Fine Song’ eine zuckersüsse Ballade mit Geigen und Hintergrundchor.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass Dirk Radloff mit seinem neuen Werk selbst eingefleischte ‘Fans’ seiner Werke bestimmt wieder überraschen wird. Und noch ein kleines Gimmick zum Schluss. ‘Black Riders Part 1’ wurde auch auf Cassette (!!), falls das noch jemand kennen sollte, veröffentlicht. Aber natürlich auch ganz profan als CD. Und das noch auf Wunsch zusätzlich (für 10 Euro mehr) mit einem gedruckten Hardcover-Book mit allen Gedichten sowie Illustrationen des englischen Künstlers Alexander Stanton. Alleine das Buch lohnt sich um auch mal wieder was für seine (literarische) Bildung zu tun. Aber man muss schnell sein, denn sowohl CD als auch Cassette sind auf je 50 Stück limitiert. Da heißt es schnell zugreifen. Der Erwerb des digitalen Downloads geht natürlich unbegrenzt. Zu bestellen gibt es das Werk auf der Bandcamp-Seite von Dirk Radloff.
Ich freue mich schon auf Part 2. Und nachdem Dirk auf Instagram und seiner Facebook-Seite derzeit Gitarren-Soli von alten Queen-Heulern zum Besten gibt, wage ich mal die Aussage, dass der 2. Teil wieder in eine ganz andere Richtung gehen wird.

Mayan - Dhyana (VÖ:21.09.2018)
Mayan, oder wie sich selber schreiben MaYaN war bis jetzt ein Konglomerat aus wechselnden Musikern unter der ‘Leitung’ des Epica-Gitarristen Mark Jansen, der früher auch schon für die Gründung von ‘After Forever’ verantwortlich war. Lustigerweise übernimmt er bei MaYaN lediglich die ‘Grunts and Screams’, wie es im Booklet so schön heißt. Und nachdem noch ein weiterer Mitwirkender mit diesem ‘Instrument’ verzeichnet ist, nämlich George Oosthoek (Orphanage und Gast bei Delain), kann man schon mal leicht vermuten, in welche Richtung die Musik der Band geht. Wenn man dann noch 2 weitere Vocalisten näher betrachtet, nämlich Henning Basse (Firewind) und Marcela Bovio (Stream Of Passion, Ayreon) und weiter im Booklet entdeckt, dass das City of Prague Philharmonic Orchestra ebenfalls mit am Start ist, dann wird alles klar. Es kann sich nur um Symphonic Death Metal plus Sopranistin samt Orchester handeln. Leider habe ich mich im Vorfeld so gar nicht darum gekümmert, sondern mir die CD einfach mal gekauft, weil ich über Marcela Bovio in Facebook ein paar Mal darüber gelesen hatte.
Aber gut ... man ist ja open minded und hört sich alles mal an. Und ich muss sagen ... dafür dass ich mit Death Metal eigentlich so gar nichts anfangen kann, finde ich ‘Dhyana’ gar nicht so uninteressant. Der Opener ‘The Rhythm Of Freedom’ beginnt dann auch schon recht orchestral und dramatisch, aber es dauert nicht lange bis ein Gitarrengewitter begleitet von Chören aufzieht. Und dann geht’s schon los ... recht ‘sanfte’ Growls (man versteht sogar den Text), im Duett mit dem Klar-Gesang von Henning Basse. Eigentlich eine richtig spannende Mischung. Das geht so gute 7 Minuten auf und ab, Tempowechsel sind mit drin, der Drummer prügelt kräftig einen rein, ein ausgiebiger Instrumentalpart mit atemberaubend schneller Gitarre und Keyboardläufen ist auch vorhanden und gegen Ende wird’s richtig elegisch.. So kann’s eigentlich weitergehen. Beim zweiten Song ‘Tornado Of ‘Thoughts’ geht es auch gleich geschwindigkeitsmäßig so richtig ab, dieses Mal dann dann zusätzlich noch mit der Sopran-Stimme von Marcela Bovio zwischendurch. Auch eine richtig nette Mischung. Und dann auch noch eine weitere weibliche Stimme (ohne Sopran), die ich dann mal einer gewissen Laura Marcì zuordnen würde (die ich leider nicht kenne). Etwas ruhiger dann ‘Saints Don’t Die’, erst mit Sopran, dann dramatisch bombastisch und am Ende dann auch wieder Riff-Gewitter, Growls, Tempowechsel, gepaart mit richtig ‘schönen’, ruhigen Passagen.
Richtig kuschelig ist dann das Titelstück (leider nur knapp 3 Minuten lang) mit akustischer Gitarre, Streichern und einem Duett der zwei Mädels.
Somit ist das musikalische Spektrum der gesamten CD eigentlich weitestgehend besprochen. Auch die restlichen Songs gehen in etwa in die selbe Richtung. Vielleicht noch besonders erwähnen möchte ich den Track ‘The Power Process’, den ich am ‘melodischsten’ bezeichnen könnte und der, neben dem Titelstück, noch richtig positiv heraussticht. Auch das Gitarren-Solo ist fett.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass mich MaYaN mit diesem Werk trotz meiner (musikalischen) Vorbehalte richtig überrascht haben. Die insgesamt 64 Minuten werden zu keiner Zeit langweilig, und wer mit Growls und ‘Death Metal light’ keine Probleme hat, sollte sich ‘Dhyana’ auf jeden Fall mal zu Gemüte führen. Richtig gut gemacht das Teil.

Moore, Pamela - Behind The Veil (VÖ:01.05.2018)
Pamela Moore wurde in Prog-Kreisen bekannt, weil sie 1988 auf dem Hammer-Album ‘Operation:Mindcrime’ von ‘Queensryche’ den Part von Sister Mary übernommen hatte. Und auch auf dem 2006 veröffentlichten ‘Operation:Mindcrime II’ durfte sie diesen Part übernehmen.
Eigentlich ist Pamela Moore aber nicht dem Prog-Genre zuzuordnen, denn sie geht in ihrer Solo-Karriere den straighten und rockigen Weg. Ebenfalls im Jahr 2006 wurde das mir bekannte Album ‘Stories From A Blue Room’ veröffentlicht (siehe meine Review) und im Jahr 2013 folgte ein weiteres Album (Resurrect Me), das ich leider nicht kenne. Dort gab es dann Gast-Auftritte von Ralf Scheepers (Primal Fear) und Jeff Loomis (Nevermore).
Und jetzt gibt es mit ‘Behind The Veil’ einen weiteren Output, den ich Euch ans Herz legen möchte. Auch dieses Album ist richtig rockig geworden und begeistert mich von vorne bis hinten. Schon der Opener ‘Rise’, eines der Highlights’ überzeugt durch fettes Gitarren-Riffing, genialem Gesang und einer Melodie-Linie, die einem nicht aus dem Kopf geht. Ein bisschen komplizierter und tragender folgt dann ‘Sickness’ (im Duett mit einer männlichen Stimme), von dem es auf YouTube auch ein Lyric-Video gibt. Auch hier wieder fette Gitarren-Arbeit, die in einem richtig guten Solo mündet. Richtig düster wird es dann bei ‘Beneath The Voodoo Marsh’, das vielleicht noch am ehesten auch an ‘Queensryche’ erinnern könnte. Mit knapp 7 Minuten auch das längste Stück auf dem Album. ‘My Eternal’ beginnt als Ballade, steigert sich dann aber recht schnell zu einem richtigen Rocker (und wieder mit einem geilen Gitarren-Solo). Eine weitere Video-Auskopplung ist ‘WI FI Zombies’, die auf YouTube betrachtet werden kann. Sicher auch eines der Highlights auf ‘Behind The Veil’. Auch ‘These Scars’ gibt es als Lyric-Video auf YouTube und ist vielleicht das erdigste Stück auf dem Album. Pamela Moore kann aber auch ruhig und akustisch mit ‘Just Breathe’. Schöne Ballade. Für mich der absolute Parade-Song ist der Schluss-Track ‘Run’. Selten so ein geniales Werk an Rock-Song gehört. Im Mid-Tempo angesiedelt zeigt Pamela Moore vor allem bei diesem Track, was für eine geniale Stimme sie hat. Das ist Gänsehaut pur und für mich einer der Songs des Jahres 2018.
Leider ist es etwas schwierig, an das Album heran zu kommen. Bei Amazon in Deutschland gibt es das Teil leider nur als Download und auf meine Nachfrage habe ich die Info erhalten, dass das Album in Europa in physischer Form nicht zu erhalten ist. Wer die CD trotzdem in seinen Händen halten möchte, kann sie natürlich direkt auf der Homepage von Pamela Moore für 15 $ bestellen. Es lohnt sich auf jeden Fall

My Own Army - A Medicine Show (VÖ:28.06.2018)
Die holländische Band ‘My Own Army’ gibt es schon seit dem Jahr 2007. Zwei Jahre später wurde die erste EP ‘Throw Away The Silence’ veröffentlicht, gefolgt von einem kompletten Album (Too Many Faces) im Jahr 2014. Und nun, also 4 Jahre später eine weitere EP namens ‘A Medicine Show’ mit insgesamt 5 Songs.
‘My Own Army’, in der Besetzung Ferry Westdijk (Bass), Vincent Hekkert (Gitarre und Backing Vocals), Herman de Kok (Gitarre und Lead-Vocals) sowie Sven Spierings (Drums) machen astreinen Grunge-Rock gepaart mit ein bisschen Indie und Alternative. Und das richtig gut.
Schon beim Opener ‘Misplaced’ fühlt man sich an eine Schnittmenge aus Soundgarden (nur nicht so depressiv), Audioslave und auch ein bisschen Alice In Chains erinnert. Wobei mich Sänger Herman de Kok eher an Sully Erna von Godsmack erinnert. Richtig geiler Song, lediglich ein bisschen düster und mit einem fetten Gitarren-Solo in der Mitte. Der folgende Song ‘Married’ beginnt fast ein bisschen punkig (das erste Riff könnte fast von den Sex Pistols sein), wird dann aber doch zu einem reinrassigen Grunge-Song. ‘Overboard’ beginnt die ersten gut 1 1/2 Minuten rein instrumental mit einer genialen Steigerung und mündet in ein klassisches Soundgarden-Feeling. Für mich das Highligt der EP.
‘A Single Bite’ geht in eine ähnliche Richtung, ist aber insgesamt eingängiger. Und mit ‘Handwritten’, immerhin knapp 5 Minuten lang, geht in den ersten 3 Minuten eher Richtung Ballade, erfährt dann aber eine bombastische Steigerung in der Instrumentierung und könnte fast eine richtig gute Hommage an ‘Black Hole Sun’ (Soundgarden) sein. Die Grundstimmung dieses Songs ist auf jeden Fall da. Für mich eindeutig das zweite Highlight des Albums.
Wer mit Grunge-Rock / Alternative / Indie etwas anfangen kann, sollte ‘My Own Army’ auf jeden Fall mal antesten. Richtig gut gemachte EP, die die genannten Genres hervorragend abdeckt. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage , ein YouTube Channel ist auch online..

Mystery - Lies And Butterflies (VÖ:20.07.2018)
Die kanadische Band ‘Mystery’ kann man ohne Zweifel als die Speerspitze des Progs jenseits des grossen Teiches bezeichnen. Und viele Auftritte in Europa (auch auf dem Night Of The Prog - Festival auf der Loreley) haben auch bei uns eine grosse Fan-Gemeinde kreiert. Warum es diese Band bisher (bis auf eine Gast-Kritik vor vielen Jahren) auf meine Seite geschafft hat kann ich gar nicht so genau sagen und ich möchte mich hierfür ausdrücklich entschuldigen.
Damit sich das ändert, nun also meine Meinung zum neueste Studio-Output ‘Lies And Butterflies’, der bereits vor ein paar Monaten erschienen ist und eben auf dem letzten Night Of The Prog - Festival vorgestellt wurde. Vielleicht auch deshalb beginnt der erste Song ‘Looking For Something Else’, mit fast 17 Minuten auch das längste Stück auf dem Album, mit einer eingespielten Live-Kulisse. Zufall oder Absicht? Keine Ahnung. Danach wird aber geproggt ohne Ende. Ausufernde Instrumental-Parts, vor allem veredelt durch die geniale Gitarren-Arbeit von Michel St. Père und der wirklich angenehmen Klangfarbe der Stimme von Jean Pageau, mit dem Mystery den perfekten Sänger gefunden haben. Ruhige Parts wechseln sich ab mit Bombast und es gibt mehr als ein Mal Gänsehaut bei der wimmernden, gefühlvollen Gitarre. Ein richtig herausragender Song, der die ganzen Trademarks der Kanadier zeigt.
Danach folgen 5 ‘kürzere’ Tracks (zwischen 5 und 7 1/2 Minuten), die mal mehr und mal weniger flott, gefühlvoll und bombastisch Neo-Prog mit leichten AOR-Anleihen zelebrieren und wirklich ausnahmslos ein richtig geniales Gitarren-Solo beinhalten und einfach kein einziger Ausfall zu verzeichnen ist.
Und am Schluss ... wie könnte es anders sein, nochmal ein Long-Track. ‘Chrysalis’ mit nochmal gut 15 Minuten. Und das ist, wie auch der Opener, ein absoluter Kracher, der zu keiner Sekunde langweilig wird.
Auch wenn ich die (von meinen Kritiker-Kollegen) hochgelobten Vorgänger-Alben nicht wirklich gut kenne und ich somit kein Vergleich ziehen kann finde ich, dass ‘Mystery’ mit ‘Lies And Butterflies’ ein kleines Meisterwerk im Neo-Prog gelungen ist. Freunde dieses Genres sollten dieses Album unbedingt haben ... von der Grundstimmung auch ein schönes Album für kalte Winterabende mit einem Glas Rotwein.

Mystery - Theatre Of The Mind (2018 Edition) (VÖ:25.10.2018)
Im Jahr1996 wurde das erste Mystery-Album veröffentlicht. ‘Theatre Of The Mind’ war außerdem die erste CD, die auf dem Label ‘Unicorn Records’ veröffentlicht wurde. Und das war der Beginn eines richtig großen Prog-Labels auf nordamerikanischem Boden. Im Laufe der letzten 2 Jahrzehnte wurden von dort unglaublich gute Prog-CDs auf den Markt gebracht, die auch in Europa großen Erfolg hatten.
1996 war auch eine Zeit wo das Internet noch nicht wirklich weit verbreitet war. Und irgendwie auch grob die Anfangszeit dieser Homepage, denn genau in diesem Jahr habe ich begonnen, auf meiner eigenen Web-Site CD-Reviews zu schreiben. Umso schwieriger war es somit auch, der (europäischen) Welt von der Musik von Mystery zu erzählen, denn außer ein paar Prog-Zeitschriften gab es keine Möglichkeit, sich irgendwie bekannt zu machen. Und somit konnte niemand ahnen, dass Mystery einmal die bekannteste Prog-Band Kanadas wird und dass Unicorn Records mittlerweile über 100 Alben veröffentlicht hat.
Die vorliegende 2018er Edition des Erstlingswerks wurde von Unicorn-Label-Chef und Mystery Gitarrist Michel St. Père anhand der Original-Aufnahmen digitalisiert, neu gemischt und in einen modernen ‘Mystery Sound’ gebracht. Und neben den 10 Original-Songs gibt es auch noch einen Bonus-Track mit ‘Heart Of Stone’.
Klar kann man die Musik von Mystery von vor 22 Jahren jetzt nicht mit den Outputs von heute vergleichen. Alleine die Spielzeiten der einzelnen Songs von meist 5 bis 6 Minuten (‘Black Roses bildet mit 8 Minuten eine Ausnahme) weichen dann doch stark von den heute für Mystery bekannten ausschweifenden Long-Tracks ab, die die 15 Minuten schon mal überschreiten. Insgesamt waren Mystery früher doch eher AOR-lastig und der damalige Sänger Gary Savoie klang doch eher nach Steve Perry von Journey. Schmalzige Balladen wie ‘Lonely Heart’ hätten dann auch eher auf ein klassisches AOR-Album gepasst. Trotzdem konnte man auch schon diverse Prog-Anleihen erkennen (hört Euch nur mal den Song ‘Piece Of Mind-Master’ an ... coole Breaks, Flöten usw.). Auch die 2 Parts von ‘The Inner Journey’ (auch wenn’s manchmal nach ‘Wheel In The Sky’ klingt) können glatt als Prog durchgehen. Über das schon genannte ‘Black Roses’ müssen wir hier gar nicht reden. Das ist der Prog-Song auf dem Album überhaupt. Und den Bonus-Track finde ich auch richtig klasse.
Technisch wurde der Re-Mix perfekt umgesetzt. Hervorragende Sound-Qualität für ein eigentlich 22 Jahre altes Album. Somit alles richtig gemacht. Wer wissen will, wie sich Mystery in früheren Zeiten angehört haben (und noch leicht AOR angehaucht waren), sollte sich die 2018er Edition des Erstlingswerks auf jeden Fall zulegen.

Primal Fear - Apocalypse (VÖ:10.08.2018)
Seit ich meine Lieblings-Schwaben-Metaller verfolge, und das ist jetzt schon seit ewigen Zeiten, haben sie noch nie auch nur eine ansatzweise schlechte CD heraus gebracht. Und auch wenn sich der Stil in den letzten Jahren (oder besser Jahrzehnten) nicht wirklich verändert hat, kann ich bis heute nicht behaupten, dass Primal Fear irgendwann mal langweilig gewesen wären. Auch diverse Konzert-Besuche waren immer ein richtiges Highlight, auch weil Ausnahme-Sänger Ralf Scheepers die Studio-Leistung locker auch auf die Bühne bekommt oder sie (teilweise) sogar noch toppt.
Um schon mal das Fazit vorweg zu nehmen, auch mit dem neuesten Werk ‘Apokalypse’ setzt sich dieser Trend fort. Nach dem instrumentalen, orchestralen, bombastischen Opener ‘Apocalypse’ folgen 10 Metal-Kracher, angefangen mit ‘New Rise’, das eher in Richtung Speed-Metal geht, über die Video-Auskopplung ‘King Of Madness’, die etwas gemächlicher daher kommt, der sozusagen Quotenballade ‘Supernova’ (mal wieder richtig geil), dem obligatorischen Long-Song ‘Eye Of The Storm’ (immerhin mal wieder fast 8 Minuten lang) bis zum fetten Rausschmeisser ‘Cannonball’. Alles ohne einen Skip-Song. Auch da ... wie immer halt.
Auf der Limited Edition folgen dann noch 3 Bonus-Tracks, von denen ich vor allem ‘Fight Against All Evil’ und ‘My War Is Over’ (Gänsehaut-Ballade einschließlich geilem Gitarren-Solo) richtig genial finde. Dazu gibt es dann auch noch eine DVD mit 2 Videos (King Of Madness, The Ritual) sowie ein Making Of ...
Was soll ich sagen ... auch mit Apocalypse bedienen Primal Fear die Fans zu 100%. Pflichtkauf für Freunde des Genres.

Redemption - Long Night’s Journey Into Day (VÖ:27.07.2018)
Von den von mir bereits besprochenen 2 Outputs von ‘Redemption’, nämlich ‘Snowfall on Judgment Day’ sowie ‘The Art Of Loss’ (siehe meine Reviews) war ich ja so richtig begeistert. Und das lag unter anderem am Mitwirken des Fates Warning Sängers Ray Alder. Nun liegt mir der neueste Output ‘Long Night’s Jorney Into Day’ vor, ich lese mir das Booklet durch und finde als Sänger Tom S. Englund. Ja genau ... der Sänger von Evergrey. Ups ... aber offensichtlich hatte Ray Alder in den letzten 2 Jahren kaum Zeit, sich um die Belange von ‘Redemption’ zu kümmern und weiter mit der Band auf Tour zu gehen und so kam man zu dem Entschluss sich zu trennen.
Der Titel der neuen CD ist somit vielleicht auch ein bisschen auf diese Entwicklung zu münzen, also nach einer langen Dunkelheit kommt wieder Licht (in die Band) ... oder so. Keine Ahnung.
Man darf gespannt sein, ob Tom S.Englund in der Zukunft Zeit haben wird, neben seinem Haupt-Job bei Evergrey auch mit Redemption auf Tour zu gehen. Ich hoffe es echt, denn der Mann, das will ich schon mal vorweg nehmen, macht auf diesem Output einen sensationell guten Job und mir gefällt seine Stimme die gegenüber den Evergrey-Sachen noch gefühlvoller rüber kommt, ausgesprochen gut. Und das würde ich liebend gerne mal live erleben.
Musikalisch hat sich bei Redemption nicht viel geändert (zum Glück), denn Band-Leader Nicolas van Dyk, der auch für die Gitarren und Keyboards verantwortlich ist, hat auch weiterhin das Songwriting in der Hand (bis auf einen Song, nämlich der genialen U2-Cover-Version von ‘New Year’s Day’), wobei ich manchmal den Eindruck habe, dass die Melodie-Linien ein bisschen an den neuen Sänger angepasst wurden, klingt doch manches gesanglich doch etwas nach Evergrey (und das nicht nur wegen der Stimme). Trotzdem sind alle Trademarks der früheren Alben geblieben. Geile, lange, teilweise komplizierte Prog-Metal-Songs, die immer wieder in einen genialen, melodischen Refrain münden. Beste Beispiele hierfür sind der Opener ‘Eyes You Dare NOt Meet In Dreams’ (okay, mit 5 1/2 Minuten fast der Short-Track) sowie das folgende ‘Someone Else’s Problem’ das es auch als Video auf YouTube zu bestaunen gibt. Unbedingt reinhören.
Ganz ehrlich? Ich habe keine Lust, jetzt hier jeden einzelnen Song zu besprechen, denn dieses Niveau geht gerade so weiter ohne eine Sekunde langweilig zu werden und endet mit dem Über-Highlight, dem Titelstück mit schlappen 10 1/2 Minuten. Da wird geproggt bis zum bitteren Ende und jeder der beteiligten Musiker darf ausschweifend zeigen was er drauf hat. Hammer.
Auf der ersten Edition gibt es dann noch 2 Bonus-Tracks, unter Anderem den Radio Edit von ‘Someone Elses Problem’, gekürzt auf knapp 5 Minuten.
Für mich bisher die Prog-Metal-Scheibe des Jahres 2018 und ich befürchte mal, dass nichts Besseres mehr kommen wird. Muss man haben.

Romeo, Michael - War Of The Worlds Pt. 1 (VÖ:27.07.2018)
Solo-CDs von Gitarristen können grausam sein. Da habe ich diverse Beispiele im Regal stehen. Solo-CDs von Gitarristen können aber auch richtig gut sein. Auch hiervon gibt es einige Beispiele.
Nun kommt Saiten-Held Michael Romeo (bekannt natürlich von der genialen Prog-Metal-Band Symphony X) ebenfalls mit einem Ego-Trip daher. Und wie der Titel des Albums schon erahnen lässt, geht das (in Teilen) ein bisschen in Film-Musik. Naja, wenn man den Opener ‘Introduction’ anhört, könnte man echt schon Schlimmes erahnen. Orchestraler Beginn (echt Film-Musik), aber es dauert nicht lange und man kann die Stamm-Band von Herrn Romeo erkennen ... geniales Symphony X - Riffing at it’s best würde ich mal sagen. Und ‘War Of The Worlds Pt. 1’ ist jetzt mitnichten ein instrumentales Album geworden. Denn schon auf dem zweiten Song ‘Fear The Unknown’ kommt Sänger Rick Castellano zum Einsatz, Den Mann kenne ich leider überhaupt nicht, aber er hat etwas von Ronnie James Dio (und der Song hat zwischendurch etwas von Rainbow’s ‘Kill The King’ was vor allem an der Gitarrenarbeit liegt). Könnte auch echt ein Song von Symphony X mit neuem Sänger sein. Richtig geil. Und ähnlich fett geht es weiter. Metallisch (‘Black’), ein bißchen elektronisch (‘Fucking Robots’), das dann zwischendurch beim Refrain nach Dream Theater klingt, leicht orientalisch (‘DJinn’) mit Anleihen an Nightwish (vor allem die Chöre zwischendurch) und einem atemberaubenden Gitarren-Part. Dann eine über 8-minütige Ballade (‘Believe’), bei der vor allem Rick Castellano richtig genial singt, gefolgt von einem Song der wieder eher an die Stamm-Band von Michael Romeo erinnert (‘Differences’). Dann ein bißchen instrumentale Film-Musik (‘War Machine’), Metal-Kracher (‘Oblivion’) und das abschließende ‘Constellations’, das den Hörer noch etwas zur Ruhe kommen lässt und vielleicht noch am ehesten an Prog erinnert.
Noch zu erwähnen wäre vielleicht, dass neben dem Bassisten John Deservio (den kenne ich leider auch nicht) kein Geringerer als John Macaluso an den Drums sitzt, den man ja von diversen Bands wie Ark, Labyrinth, TNT oder auch Jorn kennt.
Insgesamt ist ‘War Of The Worlds Pt. 1’ eine richtig gute, interessante und abwechslungsreiche Scheibe geworden, die ich uneingeschränkt empfehlen kann, weil es eher ein (Prog-) Metalalbum geworden ist und nicht wie der Titel vermuten lässt reine Film-Musik. Gut gemacht und ich freue mich auf Part 2.

Saga - So Good So Far (Live at Rock Of Ages) (VÖ:28.09.2018)
Soweit ich mich erinnern kann, haben Saga schon ein paar Mal eine Abschiedstour gemacht. Aber gut ... die Rolling Stones machen das seit gefühlten 20 Jahren. Sei’s drum. Ich freue mich eigentlich über jede Tour, die die Band noch macht, begleiten sie mich doch schon fast mein ganzes musikalisches Leben (mein erstes Saga-Konzert war glaube ich auf der Tour nachdem sie die Platte ‘Worlds Apart’ herausgebracht haben, und das war im Jahr 1981). Und auch wenn die letzten paar Studio-CDs nicht wirklich herausragend waren (okay, ein paar gute Songs waren immer dabei), gab es auf Konzerten neben 2 neuen Songs dann doch immer wieder ein Best Of ... Und das ist auch das was die Fans auf die Konzerte getrieben haben.
Nun gibt es also eine neuen (und vielleicht wirklich letzten) Live-Output der Band. Aufgenommen wurde das Konzert vom Rock Of Ages Festival in Seebronn (Baden-Württemberg). Sozusagen das Schwester-Festival von Bang Your Head für die ältere Generation. Erstaunlich, was die Organisatoren des Festivals immer für ‘alte’ Bands Jahr für Jahr ausgraben. Im letzten Jahr war nun also Saga (neben z.B. Marillion, Gotthard, Dee Snider, Hello und der Spider Murphy Gang) als Top Act gebucht. Und wie es so kommt, wurden da neben ganz wenig neuen Songs wieder die ganzen alten Heuler gespielt. Also Time’s Up, Careful Where You Step, Humble Stance, Scratching The Surface, You’re Not Alone, Don’t Be Late, The Flyer und Wind Him Up. Und das alles in einer richtig guten Sound-Qualität sowie mit viel Spaß sowohl bei den beteiligten Musikern als auch beim Publikum. Daher kann ich nur empfehlen, dass Ihr Euch nicht nur die Doppel-CD besorgt sondern das Package zusammen mit der DVD, damit Ihr das ganze dann auch noch visuell verfolgen könnt. Ein krönender Abschluss von ca. 40 Jahren Saga. Muss man als Fan unbedingt haben.

Sechem - Disputes With My Ba. (VÖ:21.12.2018)
Oriental-Metal aus Spanien, besser gesagt aus Madrid. Hatte ich bis jetzt noch nicht in meiner CD-Sammlung aber man lernt ja nie aus und ich bin froh, dass ich die Scheibe habe. Eines schon mal vorweg ... richtig genial.
‘Sechem’ gibt es erst seit 2013, vor dieser hier vorliegenden CD wurden mit ‘[REN]loaded’ (2014) eine Demo-CD und mit ‘Renaissance Of The Ancient Ka’ (2016) eine EP veröffentlicht und es gab schon Touren mit der Yossi Sassi Band sowie Orphaned Land. Übrigens Yossi Sassi ... er war bis 2014 Gitarrist von Orphaned Land und hat ‘Disputes With My Ba’ auch produziert. Den Mix hat Arie Aranovich übernommen, der auch schon für Orphaned Land und Angra gearbeitet hat.
Über die Musik kann ich nur sagen ... WOW ... Der Opener ‘In Search Of Immortality’ knallt schon richtig rein. Zuerst ein kleines orientalisches Vorspiel und dann richtig fetter Metal im Stil von ‘Myrath’, wobei bei ‘Sechem’ der Unterschied darin besteht, dass die Vocals eine Dame namens ‘Ikena’ übernimmt und dass zwischendurch auch mal ein fetter Growl-Einsatz kommt. Und das alles gepaart mit einer orientalischen Grund-Stimmung. Klar, die Mischung Metal / weibliche süßliche Stimme / böse Growls sind jetzt nicht neu, aber zusammen mit dem Orientalischen und auch der ganzen Instrumentierung hat schon eine gewisse Alleinstellung. Ein fettes Gitarren-Solo darf natürlich auch nicht fehlen.
‘Mummify Me!’ ist nicht ganz so orientalisch sondern eher im Power-Metal-Bereich angesiedelt, aber deshalb nicht uninteressanter. Auch das folgende ‘Bird In A Cage’ geht in eine ähnliche Richtung.
Richtig fett dann ‘An Epic Journey to Yam’. Das geht richtig ab und die Geschwindigkeit des Songs erinnert mich ein bisschen an ihre Landsleute ‘Tierra Santa’ als sie noch nicht so weichgespülten Metal gemacht haben. Hammer guter Song und Live bestimmt ein Highlight. Auch das folgende ‘Sanehat’ ist ähnlich gelagert.
Für mich ein weiteres Highlight der CD ist dann noch ‘The Shipwrecked Sailor’, das etwas getragener daher kommt und am Schluss noch einen richtig genialen, ausufernden Instrumental-Part beinhaltet.
Knackigen Oldschool-Rock können sie übrigens auch (‘Rusty Nail’), das kurze Instrumentalstück ‘Waltz Of The Three Fates’ ist dann, wie der Name schon sagt was ganz anderes (richtig schön) und beim abschließenden ‘The Doomed Prince’ gibt es nochmal richtig fett was auf die Ohren.
Wer auf orientalisch angehauchten Metal steht (Myrath und Orphaned Land sind hier die Referenzen), der sollte das erste Studio-Werk von ‘Sechem’ unbedingt antesten. Ich finde die Scheibe richtig cool und interessant. Mal was ganz anderes. Leider habe ich keine Band-Homepage gefunden, so muss ich Euch auf ihren Facebook-Auftritt verweisen. Diverse YouTube-Videos gibt es aber auch.

Silent Wedding, The - Enigma Eternal (VÖ:10.03.2017)
Die griechische Prog-Metal-Band ‘The Silent Wedding’ habe ich bereits vor ein paar Jahren (2014) im Vorprogramm von ‘Threshold’ gesehen, als sie ihr Erstlings-Werk ‘Living Experiments’ vorgestellt haben. Damals war ich richtig begeistert von der Band und vor allem die musikalischen Nähe zu ‘Savatage’ war frappierend.
Nun haben die Griechen mit ‘Enigma Eternal’ 2017 den Nachfolger präsentiert und auch dieses Mal folgte (jetzt im Sommer / Herbst 2018) eine Tour zusammen mit ‘Threshold’. Leider war ich auf dieser Tour nicht persönlich anwesend, weil kein Konzert in meiner Nähe stattgefunden hat. Bilder der Gigs deuten aber auf eine recht erfolgreiche Tour mit vielen Besuchern hin. Und das finde ich schön auch für ‘The Silent Wedding’, können sie doch so auch einem größeren Kreis von Musikliebhabern ihre richtig geniale Scheibe vorstellen. Und ich wünsche den sympathischen Jungs wirklich Erfolg.
‘Enigma Eternal’ ist soundmäßig auf jeden Fall nochmal eine Stufe höher als der Vorgänger und auch musikalisch hat sich die Band eindeutig weiterentwickelt und gehen mit diesem Output nicht mehr unbedingt als Savatage-Klon durch.
Nach einem kurzen Intro (‘A Living Experiment’) geht es mit ‘Shadows & Dust’ schon mal recht brachial durch die Hörgänge. Leichte Dream Theater - Grundstimmung, fettes Gitarren-Riff, äußerst aggressiver Gesang in den Strophen, gefühlvoll im Refrain und dann noch ein paar kleine Anleihen an Power-Metal. Ein ganz schönes Brett zum Einstieg. ‘What Lies Beyond’ folgt dann als eher straighter Rocker gepaart mit einer Melodie-Linie, die nicht mehr aus dem Kopf geht und einem fetten Gitarren-Solo. Auf jeden Fall ein Highlight auf dem Album. ‘Insanity’ glänzt dann eher mit atemberaubenden Keyboard-Läufen und einem Battle mit der Gitarre. Die beiden nächsten Songs ‘The Endless Journey’ und ‘A Dream Of Choices’ hauen in eine ähnliche Kerbe wie die Tracks davor, wobei vor allem der zweitgenannte Song so einen genialen Refrain hat. Unglaublich.
Was dann folgt ist wohl eine der schönsten Metal-Balladen die ich jemals gehört habe. ‘Loneliness’ ist so unheimlich intensiv, sowie bei der Instrumentierung (geniales Keyboard von Johnny Thermos) als auch beim Gesang. Sänger Marios Karanastasis kommt hier sowohl stimmlich als auch vom Gefühl her sowas von nahe an seinen Landsmann Demis Roussos ran (viele kannten ihn als Deutschen Schlagersänger, wenige wissen vielleicht, dass er in seiner Anfangszeit zusammen mit Vangelis bei der griechischen Prog-Band ‘Aphrodites Child’ war und dort ein paar Jahrhundert-Songs abgeliefert hat). Und dann noch das Gitarren-Solo von Jim Katsaros ... Gänsehaut pur. Die Rhythmustruppe, also Tom K. Wood (Bass) und Renos Lialioutis Drums) veredeln diesen Song noch zusätzlich. Davon gibt es übrigens auch ein YouTube-Video.
Die restlichen 4 Songs gehen dann wieder alle Richtung Prog-Metal vom Feinsten ohne einen Ausfall. Die CD endet dann mit dem Instrumental ‘Hands Of Fate’, das ich mal als ‘leicht experimentell’ bezeichnen möchte.
Mit ‘Enigma Eternal’ ist ‘The Silent Wedding’ ein kleines Meisterwerk gelungen, das in keiner CD-Sammlung fehlen darf. Zu beziehen ist das Werk entweder über ihre Homepage oder (günstiger) über die Facebook-Seite der Band. Lohnt sich auf jeden Fall.

Starfish64 - The Future In Reverse (VÖ:11.06.2018)
’Starfish64’ war, wenn man dem Internet Glauben schenken kann, zuerst ein Projekt von Dieter Hoffmann, das jetzt zu einer festen Band zusammengewachsen ist. Die ersten Spuren von ‘Starfish64’ findet man mit der Veröffentlichung des Albums ‘Refugees’ aus dem Jahr 2015, auf dem Dieter Hoffmann noch als einziger Verantwortlicher genannt wurde und mit vielen Gästen das Werk aufgenommen hat. Das folgende ‘An Altered State Of Joy’ (2016) wurde dann schon zusammen mit Henrik Kropp (Drums) und Dominik Suhl (Gitarre, Keyboards) als feste Band-Mitglieder veröffentlicht und hatte wohl, alleine wenn man die Songs heranzieht, einen Stilwechsel zur Folge. Waren auf dem ersten Album noch viele kürzere Songs vertreten, wurde auf dem Nachfolger mehr Wert auf Long-Songs gelegt (alleine der Opener hatte 23 1/2 Minuten zu bieten). Das nun dritte Werk ‘The Future In Reverse’ hat mit Martin Pownall (Gitarre, Vocals, Bass) ein weiteres Band-Mitglied dazu bekommen. Und mit Kass Moody (Bass), Julie Pownall (Vocals), Jan Thiede (Gitarre, Vocals) sowie Simon Triebel (Gitarre, Keyboards) sind weitere Gäste vertreten. Simon Triebel kennt man vielleicht auch als Gitarristen der Band ‘Juli’.
Das Album beginnt mit ‘Yesterday’s Favourite Smile’, einem recht eingängigen, fast poppigem Song mit leichtem Art-Rock-Einschlag. Das folgende ‘Tomorrow In Dark Water’ ist recht ruhig und atmosphärisch mit einem Touch in Richtung alte Genesis, was vor allem an den Keyboards liegt. Dann kommt der erste Long-Song ‘Determination’, mit knapp 13 Minuten zuerst ein bisschen Richtung Pink Floyd (‘Echoes’ lässt grüßen), dann etwas dichter und bombastischer (richtig geil die stets wimmernde Gitarre im Hintergrund) und nach 8 1/2 Minuten recht elektronisch (Erinnerungen an Vangelis werden wach) und wieder zurück Richtung Pink Floyd. Ein sehr guter, abwechslungsreicher Song. Dann mit ‘Molehills’ wieder ein recht kurzes Stück (gerade mal 4 Minuten), wie der Opener eher einfach gestrickt mit Art-Rock-Anleihen. Leider sind wir dann mit ‘Charting An Abyss’ schon am Schluss des Albums angekommen. Doch hier werden auf über 18 Minuten nochmals alle Register des Prog- und Art-Rock gezogen. Keyboard-Teppich, ausufernde, gefühlvolle Gitarre, akustische Parts, richtig gute Melodie-Linien, Breaks und ein schöner Piano-Part am Schluss.
Auch wenn ‘The Future In Reverse’ gerade mal 46 Minuten auf die Beine bringt, ist es meiner Meinung nach im ruhigen Prog-Bereich / Art-Rock / Space-Rock ein richtig gutes Album geworden, das zu keiner Sekunde langweilig wird. Zu kaufen ist das Werk entweder bei Just For Kicks oder direkt über die Bandcamp-Seite von Starfish64. Unbedingt reinhören.

Tarja - Act II (VÖ:26.07.2018)
Von der Ex-Chanteuse von Nightwish, Tarja Turunen, kann man ja halten was man will ... aber wer auf Sopran-Stimmen im Metal-Bereich steht, wird auf jeden Fall zugeben müssen, dass Tarja hier ganz oben auf der Skala performt. Kein Wunder, als ausgebildete Sopranistin. Ihre Solo-Karriere hatte meiner Meinung nach musikalisch Höhen und Tiefen, doch die letzten 2 Studio-Outputs ‘The Brightest Void’ und ‘The Shadow Self aus dem Jahr 2016 (siehe meine Reviews) gingen eindeutig wieder in die richtige Richtung. Dies war auch der Grund, dass ich die darauf folgende Tour (in Stuttgart) besucht habe. Und ich muss sagen, dass ich mehr als begeistert war.
Von dieser Tour gibt es jetzt ein dickes Paket mit 2 BluRays, 2 CDs und einem 100-seitigen Booklet. Auf den BluRays sind, neben den üblichen Interviews etc. insgesamt 4 Konzerte verewigt. Da wäre zuerst ein recht intimes Konzert mit geschätzten 50 Zuschauern in den Metropolis-Studios in London (ganz nett ... insgesamt 12 Songs), dem Haupt-Konzert aus dem Teatro della Luna Assago in Mailand (das auch auf den 2 CDs drauf ist), dem Auftritt beim Woodstock Festival in Polen sowie Aufnahmen vom Hellfest in Frankreich.
Hauptaugenmerk wurde vor allem auf die Songs der letzten 2 Studio-CDs gelegt (was doppelte Songs der weiteren Live-Veröffentlichungen in der Vergangenheit vermeidet). So kommt man in den Genuss diverser Song-Perlen wie ‘No Bitter End’, Eagle Eye’, ‘Demons In You’, dem Muse-Cover ‘Supremacy’, Innocence’ oder auch ‘Too Many’. Aber auch ältere Songs wie z.B. ‘I Walk Alone’ oder einem kleinen Nightwish-Medley wird genügend Platz eingeräumt. Sound und Bild ist perfekt.
Für Tarja-Fans ist dieses Paket sicher unverzichtbar. Für Neulinge, die die Frau noch nicht kennen, ist es meiner Meinung nach die bisher beste Live-Veröffentlichung.

Twenty Four Hours - Close - Lamb - White - Walls (VÖ:25.10.2018)
Twenty Four Hours (TFH) ist die vielleicht älteste Psychedelic-Prog-Band in Italien. Bereits im Jahr 1982 gegründet wurde 1991 das erste Album ‘The Smell Of The Rainy Air’ in Eigenproduktion aufgenommen. 1994 folgte das zweite Album und seit dem Jahr 1999 ist die Band beim französischen Prog-Label ‘Musea’ unter Vertrag und hat dort ebenfalls schon diverse Alben veröffentlicht.
Mit ‘Close - Lamb - White - Walls’ gibt es nun die bereits sechste Studio-Veröffentlichung. Wie der Name schon etwas vermuten lässt, gibt es hier auf diesem Doppel-Album eine Hommage an 4 historische Meisterwerke, nämlich ‘Closer’ (von Joy Division), ‘The Lamb Lies Down On Broadway’ (Genesis), das ‘White Album’ (Beatles) sowie ‘The Wall’ (Pink Floyd). Ziemlich hohe Hürden würde ich mal sagen.
CD 1 beginnt mit dem Song ‘77’, der eher ein bisschen an King Crimson erinnert, die letzten 2 Minuten dann aber herrliches Battle zwischen Gitarre und Hammond-Orgel bietet. Schon mal ein richtig guter Einstieg. Das nächste Stück ‘Broken Song’ bringt dann ein Pink Floyd - Feeling rüber. Allerdings nicht wie gedacht aus der ‘The Wall’ - Zeit sondern eher früher (das erinnert mich eher an ‘The Dark Side Of The Moon’). Richtig guter Track. Ausufernde Gitarren dann bei ‘Embryo’, einem Pink Floyd - Cover. Geht runter wie Öl. Nach dem recht kurzen ‘What Use’ folgt dann mit ‘All The World Needs Is Love’, das zuerst recht gemächlich und ruhig beginnt (und mich vom Gesang her ein bißchen an ‘Clepsydra’ erinnert) um dann nach knapp 4 1/2 Minuten in ein ausuferndes Gitarren-Solo zu münden und mit Saxophon-Klängen zu enden. ‘Intertwined’ ist dann ein eher ‘merkwürdiger’ Song mit Sprachgesang, vielen elektronischen Klängen und Violine. Es folgt dann mit ‘Urban Sinkhole’ der Abschluss von CD 1, einem 10-minütigen Song mit treibendem Rhytmus, ein paar richtig guten Breaks und tatsächlich ein paar Anleihen an ‘The Lamb Lies Down On Brodway’:
CD 2 steht am Anfang ebenfalls ganz im Zeichen von Genesis. Denn ‘Adrian’ (manchmal klingt die Stimme echt ein bißchen nach Peter Gabriel) und vor allem ‘Supper’ Rotten’ (15 1/2 Minuten !) lassen echt Erinnerungen wach werden. Die restlichen 3 Songs sind dann, mit Ausnahme von ‘She’s Our Sister’ nicht ganz so mein Fall, wobei der Schluss von ‘What Use’, dem Abschluss-Stück des Albums, dann doch wieder richtig interessant ist.
Fazit: Mit ‘Close - Lamb - White - Walls’ haben ‘TFH’ ein richtig interessantes Doppel-Album abgeliefert, das Prog-Freunde auf jeden Fall gehört haben müssen. Anleihen an Pink Floyd (aber leider nicht an ‘The Wall’) und Genesis sind ganz sicher vorhanden, die Beatles höre ich (zum Glück) nicht raus und mit Joy Division habe ich mich in meiner Karriere noch nicht beschäftigt. Mehr Infos auf der Homepage der Band.

Virtual Symmetry - XLive Premiere (2CD / BluRay) (VÖ:09.11.2018)
Von der Prog-Metal Band ‘Virtual Symmetry’, beheimatet soweit ich weiß in der italienischen Schweiz, habe ich, und ich schäme mich ein bisschen dafür, bis vor Kurzem noch nie was gehört. Und manchmal ist es absoluter Zufall, wie man zu einer neuen Band in der Sammlung kommt.
In diesem Jahr war ich 6 mal auf den Symphonic Metal Nights mit Serenity als Headliner und - bei wechselnden Vorbands - waren insgesamt 4 mal die Italiener ‘Temperance’ als Opener mit an Bord. Nicht nur dass mir die Band (und auch die total sympathischen Musiker) unglaublich gut gefällt, nein, denn Gitarrist und Background-Sänger Marco Pastorino, und das habe ich jetzt erst erfahren, ist gleichzeitig auch Sänger eben von ‘Virtual Symmetry’. Somit war es natürlich klar, dass ich mir, zumal ich dann gelesen hatte, dass die Jungs Prog-Metal machen (und das ja weit weg von der Musik von Temperance ist), auf jeden Fall eine CD zu Gemüte führen werde. Und zufälligerweise wurde vor kurzer Zeit eine Live-Doppel-CD samt BluRay veröffentlicht, die man für wenig Geld direkt über die Homepage von Virtual Symmetry beziehen kann.
Die Band wurde bereits im Jahr 2009 gegründet, 2014 wurde mit ‘Program Error (We Are The Virus)’ die erste Single veröffentlicht, 2016 folgte das erste Album (Message From Eternity), 2017 die EP ‘X-Gate’ und jetzt eben die erste Live-Veröffentlichung.
Bisheriger Höhepunkt der Band waren sicher die Auftritte als Opening Act von Dream Theater in Italien. So konnte man sein Können einem großen Publikum unter Beweis stellen.
Aufgenommen wurde XLive Premiere am 31.März 2018 in Agno (Schweiz) und wenn man die Publikumsreaktionen so sieht, muss es ein richtig fulminanter Auftritt gewesen sein.
Zu ‘Virtual Symmetry’ gehören neben dem genannten Marco Pastorino (Vocals) noch der Kopf und Gitarrist der Band Valerio AEsir Villa, Bassist Alessandro Poppale, Keyboarder Marco ‘Mark’ Bravi sowie Davide Perpignano an den Drums. Und um es schon mal vorweg zu nehmen, alle, wirklich alle der beteiligten Musiker machen einen ausgezeichneten Job. Das beginnt mit den unglaublich genialen und ausufernden Gitarren-Soli, geht über die genialen Keyboard-Parts, die mehr als einmal sehr stark an Mark Kelly von Marillion erinnern, weiter zum hervorragenden Gesang der wirklich wie die Faust auf’s Auge zu der Musik passt bis zu der grandiosen Rhythmus-Arbeit, die auch bei hochkomplizierten Passagen unglaublich souverän klingt.
Aber nun zur eigentlichen CD-Besprechung.
Das Konzert beginnt mit einem recht kurzen Opener namens ‘Darkened Space’ und wie der Name schon ein bisschen verrät, kommt hier ein ziemlich spährisches und mystisches Keyboard zum Einsatz und man fühlt sich ein bisschen an Vangelis erinnert. Auf jeden Fall ein richtig cooles Intro für ein Konzert. Es folgt dann gleich die oben genannte erste Single ‘Program Error (We Are The Virus)’ und hier wird auf knapp 11 Minuten feinster Prog-Metal geboten. Bombast, Keyboard-Teppiche, Piano-Kläng im Mid-Tempo, nach 2 Minuten schon das erste kleine Gitarren-Solo. Progger-Herz was willst Du mehr. Dazwischen wird auch mal richtig gerockt und man erkennt die Nähe zu Dream Theater (wobei Marco Pastorino die Höhen weitaus besser singen kann als James LaBrie). Dann noch ein kurzer Frickel-Part mit quietschendem Keyboard a la Jordan Rudess und die Dream Theater - Kopie ist perfekt. Wobei der Song insgesamt eingängiger und melodiöser ist als die komplizierten Songs von Dream Theater. Das folgende ‘Soul’s Reflection’ ist etwas straighter, rockiger und nicht ganz so abwechslungsreich, was allerdings auch an der Länge von ‘nur’ knapp 7 Minuten liegen könnte, und hat eine geniale Melodie-Linie sowie einen coolen, ruhigeren Mittelteil, bevor Valerio wieder seine Gitarre wimmern lässt.
Der für mich komplizierteste Song kommt dann mit ‘Pegasus’, bei dem sich alle Musiker auf 11 1/2 Minuten zu Genüge austoben können. Und auch hier sind wieder einige Anleihen an Dream Theater zu erkennen. Sei es der von DT bekannte Grund-Rhythmus, die Gitarren-Läufe, der Keyboard-Sound, das ausgiebige Drum-Solo ... einfach alles. Aber richtig cool gemacht.
 Richtig ‘schön’ wird es dann bei ‘You’ll Never Fall Again’, das romantisch nur mit Piano beginnt, dann in einen Bombast wechselt und mit einem Gitarren-Solo von Minute 06:10 bis zum Ende (nach 9 1/2 Minuten) abschließt. Hammer genial. CD 1 endet dann mit einem Piano-Solo namens ‘Silent Sweetness’, auf dem Marco Bravi zum wiederholten Male sein Können zeigen darf.
Wer aber nun glaubt, das Beste sei jetzt schon vorbei, sollte ganz schnell CD2 in den Player legen. Denn der zweite Teil des Konzertes beinhaltet noch eine wahnsinnige Steigerung des Ganzen.
Es beginnt mit ‘Eyes Of Salvation’. Hier fühlt man sich am Anfang durch das 2-minütige Intro an Ayreon erinnert, mündet dann aber sofort in einen fetten, getragenen Bombast, gefolgt von einer akustischen, gefühlvollen Strophe um dann beim Refrain in ein Teil mit fetten Gitarren-Riffs zu wechseln. Genau so muss Prog-Metal sein. Dann wieder ein reiner Piano-Part und ein Ende im Stil von Dream Theater. Richtig geile 11 Minuten.
In eine ähnliche Kerbe (und auch da sind die Vorbilder Dream Theater nicht von der Hand zu weisen) haut dann das folgende ‘Alchymera’, nur mal locker ausgedehnt auf 14 1/2 Minuten (samt einem genialen Gitarren-Solo so ziemlich in der Mitte des Songs).
War das jetzt endlich der Höhepunkt? Haha ... nein, denn mit ‘Elevate’ gibt es einen 9 1/2 minütigen Short-Track (Achtung, kann Teile von Ironie enthalten), auf dem neben den allen schon beschriebenen Trademarks der Band zusätzlich mit Diane Balzari noch eine Ausnahme-Sängerin auf die Bühne kommt und mit Marco Pastorino ein geniales, Gänsehaut-Duett zelebriert. Fast nicht zu erwähnen brauche ich, dass die Gitarren-Soli zwischen den Strophen ebenfalls Gänsehaut erzeugen könnten. Was für eine geile Bombast-Ballade, die am Ende dann auch noch etwas rockiger und episch wird..
Ist jetzt endlich der Höhepunkt erreicht? Haha ... nein, denn mit ‘Message From Eternity’ folgt auf schlappen 25 1/2 Minuten mit das Beste, was ich in den letzten Jahren an Prog-Metal gehört habe. Und das war wirklich Einiges. Auf diesen 25 Minuten gibt es alles, was das Progger-Herz begehrt. Am Anfang ein instrumentaler Part samt Klarinette (?), bombastisch ohne Ende, der nach 5 Minuten in ein geniales Gitarren-Solo mündet. Es scheint sich um ein mehrteiliges Stück zu handeln, denn zwischendurch gibt es immer wieder eine kleine Pause mit frenetischem Applaus. Der nächste Part beginnt mit Piano und der genialsten Sangesleistung, die Marco Pastorino auf der CD abliefert. Richtig gefühlvoll und mit Herz dargeboten. Zwischendurch immer wieder dieser Bläser-Einsatz, der mich unweigerlich an frühere Jahre mit ‘Supertramp’ erinnert und richtig bombastisch nach knapp 16 Minuten wieder mit fettem Applaus endet. Und dann folgen die restlichen knapp 10 Minuten, die mir das eine und andere Mal wieder Gänsehaut bereiten. Piano und diese Klarinette (wobei es auch ein genial gespieltes Saxophon sein könnte), dahinter ein grandioser Keyboard-Teppich, nach 19 1/2 Minuten ein fetter Marsch-Rhythmus und bis zum Ende des Songs, also schlappe 6 Minuten ein obergeniales Gitarren-Solo samt Vorstellung der beteiligten Musiker. Oh man ... was für ein Epos.
Wenn ich bedenke, dass dieser Song auf YouTube (in der Studio-Version immerhin auch 23 Minuten lang) bis gestern gerade einmal 67 Aufrufe hatte, kommt mir echt so ein bisschen die Galle hoch. Wie kann man so ein Meisterwerk nur so ignorieren und ich hoffe mal, dass mit meiner Review der Bekanntheitsgrad der Band gesteigert wird und der eine oder andere Leser diese geniale Live-CD kauft.
Auf der BluRay ist das komplette Konzert auch noch visuell veröffentlicht in einer hervorragenden Sound-Qualität (die die CD übrigens auch besitzt, hier wurden keine Kosten und Mühen gescheut um eine richtig professionelle Veröffentlichung zu präsentieren) und mit einer richtig guten Kameraführung. Und den ganzen Spaß gibt es für schlappe 27,90 Franken zu kaufen. Ich kann Euch nur inständig bitten, dieses Werk zu kaufen. Ihr werdet wie ich ich sowas von begeistert sein. Ich liebe dieses Teil und hoffe, dass ich die Band irgendwann einmal live erleben darf.

Warkings - Reborn (VÖ:16.11.2018)
Die Seelen von echten Kriegern dürfen nach einem ehrenvollen Tod neben ihren Göttern verweilen. So geschah es, dass sich vier der tapfersten Kriegshelden begegneten: ein römischer Tribun (‘The Tribune’ - War Chants, also Vocals), ein wilder nordischer Krieger (‘The Viking’ - Battle Axe, also Bass), ein strenger Kreuzritter (‘The Crusader’ - Steelwing, also Gitarre) und ein tödlicher Spartiat (‘The Spartan’ - War Drums selbsterklärend). Der Gottvater selbst war von dieser Begegnung so begeistert, dass er alle vier wieder zum Leben erweckte.
Fortan wurden sie die Warkings genannt und sollten puren und unverfälschten Heavy Metal als neue Religion verbreiten und die wahren Geschichten ihrer Taten unter die Menschheit bringen. Soweit die (etwas ergänzte) offizielle Ankündigung der Plattenfirma Napalm Records und damit wäre auch der Titel des Debüt-Albums erklärt, die Wiedergeburt der Kriegs-Könige.
Bevor ich näher auf das Album eingehen möchte eines vorweg: ‘Reborn’ ist das mit Abstand geilste Power-Metal-Album geworden, das ich jemals in meinem Player hatte. Und die ganzen Genre-Größen von ‘Helloween’ über ‘Gamma Ray’ bis ‘Manowar’ können einfach einpacken.
Aber nun zum Wichtigsten, der Musik.
Nach einem kurzen, leicht orientalisch angehauchten Gitarren-Intro gibt’s mit ‘Give ‘Em War’ gleich mal sowas von ein Gitarren-Brett gepaart mit Double-Drums auf die Zwölf. Und dann dieser Refrain ... eingängig bis zum geht nicht mehr (Hold your hammers high, Let the chariots fly, Give ‘em war, Give ‘em War, Give ‘em War). Großartig. Das atemberaubende Gitarren-Solo ebenfalls großartig. Für mich im Moment, wo ich das Album vielleicht 20x gehört habe, eins der absoluten Highlights. Besser kann man Power-Metal nicht zelebrieren.
‘Never Surrender’, das nächste Brett. Auch hier wieder fette Gitarren- und Rhythmus-Arbeit sowie ein Refrain der einfach im Hirn stecken bleibt. Für mich der zweite Lieblings-Song.
Es folgen mit ‘Hephaistos’ (bekanntermaßen der griechische Gott des Feuers) und ‘Gladiator’ zwei Songs, die vorab schon auf YouTube veröffentlicht wurden. ‘Hephaistos’ eher im getragenen, bombastischen Stil (und schon wieder einem Götter-Refrain), ‘Gladiator’ pfeilschnell, markant, zum mitgröhlen geeignet. Gladiator auf jeden Fall Highlight Nr. 3.
‘Holy Storm’ ist dann nicht ganz so eingängig wie die vorangegangenen Songs, mit mehr Tiefe und ‘Abwechslung’. Aber (oder vielleicht auch deshalb) richtig gut. Und auch wieder mit einem göttlichen Gitarren-Solo.
Mein ‘heimliches Highlight’ ist im Moment ‘Battle Cry’. Kriegsschlachten-Gebrüll zum Einstieg, danach nicht ganz so Power-Metal-Lastig wie die meisten anderen Songs. Mit ein bißchen orchestralem Keyboard-Teppich im Hintergrund könnte dieser Song auch in einem anderen Genre ein Top-Song werden (dieser Refrain ... unglaublich, das kurze, getragene Zwischenstück, das Gitarren-Solo ... einfach nur geil).
Mit ‘Fire Falling Down’ folgt die nächste Power-Metal-Hymne. Fire - Falling, You see the world is burning ... erstklassig das Thema umgesetzt. Auf Konzerten auf jeden Fall auch wieder ein Song zum mitbrüllen und Matte schütteln.
Mit ‘Sparta’ folgt für mich eine kleine Überraschung. Nicht wegen dem Song (der ist einfach nur geil), sondern weil hier als böser Growler kein Geringerer als Mr Debauchery (also Thomas Gurrath) gewonnen werden konnte. Und wer sich in der Welt von Debauchery auskennt weiß was ihn erwartet. Auch wer keine Growls mag, wird hier in den Bann gezogen. Auf YouTube gibt es übrigens ein Video von dem Song, bei dem nicht Mr. Debauchery sondern die ‘Queen Of The Damned’ den bösen Part übernommen hat. Und auch wenn ich die Version mit Thomas Gurrath herausragender finde, ist auch die Version mit der Queen Of The Damned einfach genial. Lieblich wie sie (eigentlich) aussieht, habe ich sie schon live auf einem Konzert (mit einer anderen Band) erlebt ... und sie kann wirklich so ‘böse’. Da ist es mir beim ersten Live-Erlebnis eiskalt den Rücken runter gelaufen. Ich sage nur Ahuuuu - SPARTA ... absolutes Highlight.
Die CD endet mit ‘The Last Battle’, und das ist ein mehr als würdiger Abschluss. Hier nochmal Power-Metal vom Feinsten. Our Kingdom - War, Our Duty - War, For Freedom - War, To The Death. Damit ist alles gesagt.
Nun gut ... ich habe geschrieben damit ist die CD zu Ende und besprochen. Ist sie aber nicht. Denn es gibt noch einen Bonus-Track namens ‘Die Flut’. Und der ist sowas von geil. Zuerst nur mit Piano-Begleitung beginnt der Song, später dann noch mit orchestralem Bombast und mit einem Text, der einem das Herz zerreißt und der sowas von tiefgreifend ist. ‘Es ist egal was du tust, Wir sind Segen und Fluch, Heute endet es, dein letztes Gefecht, Wie weit kannst du geh’n, Heute endet es, deine letzte Schlacht, und dann kommt die Flut.’ Dieser Song ist nicht nur total überraschend sondern geht auch unter die Haut. Ich habe mir lange überlegt, ob ich diesen Satz schreiben soll, weil er dem Song nicht im Ansatz gerecht wird, aber ‘Unheilig’ können sich eingraben.
So, nun bin ich tatsächlich durch mit meiner Review und auch nach dem 21. Hören immer noch hin und weg. Für mich die Metal-Scheibe des Jahres oder des Jahrzehnts. Ich befürchte mal, dass lange Zeit nichts besseres nachkommen wird. Somit muss man dieses Teil haben.
Im Internet kreisen schon diverse Vermutungen, wer hinter den 4 Charakteren als ‘reale Musiker’ stecken könnten. Da gibt es die unterschiedlichsten Meinungen ... aber ist es im Grunde nicht einfach egal? Manche Vermutungen sind vielleicht richtig, viele sind sicherlich falsch. Und am Ende sind es vielleicht tatsächlich wiedergeborne Kriegshelden, die ihre Mission auf der Erde vollenden und ihre Heavy Metal Religion verbreiten. Wer weiß es schon.

Ach ja ... die Warkings werden ihre Mission am 08. Dezember 2018 zum ersten Mal in Wien in der Szene Wien live unter die Leute bringen. Wer Lust und Zeit hat, sollte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen (übrigens zusammen mit der offiziellen CD-Präsentation von ‘Dragony’). Vielleicht sieht man sich ja dort auf ein Bier oder zwei und vielleicht gehen wir dann mit einer anderen Religion nach Hause.

Und weil ich mit meiner Begeisterung nicht alleine bin, haben ich von Martina L. auch noch eine Gast-Kritik bekommen, für die ich mich recht herzlich bedanke.

Da werden also vier Kriegsgötter (ein römischer Tribun, ein Wikinger, ein Kreuzritter und ein Spartaner) von ihrem gemeinsamen Göttervater Odin zurück auf die Erde geschickt, um uns normalen Menschen von ihren Heldentaten auf den diversen Schlachtfeldern der Geschichte zu berichten. Und weil es so gut zum Thema passt, tun sie genau das in allerfeinster Power-Metal-Manier.
Wie es sich für Gesandte Odins gehört, ziehen sie uns mit ihrem Debüt “Reborn” gleich mächtig in ihren Bann.
Glorreiche, melodische Power-Metal-Hymnen der feinsten Sorte liefern die vier geheimnisvollen Kriegshelden hier eine nach der anderen ab. Druck- und kraftvoll, mit herausragendem Gesang, stets ergänzt von rauheren Tönen in den backings, begleitet von tollen, schnörkellosen Riffs lassen die vier Krieger vom Anfang bis zum Ende nicht nach.
Unglaublich eingängige Songs finden sich da, zum Mitsingen und Fäusteschwingen bestens geeignet, schnell skandiert man die Choräle mit den Kriegshelden mit und wähnt sich selbst auf den staubigen Schlachtfeldern der Geschichte, sieht die Kriegshämmer, Streitäxte und Schilde aufblitzen.
Man ist erinnert an Helloween in den besten Tagen und auch Manowar kommen einem natürlich in den Sinn (v.a. auch beim Blick auf das Cover), das ganze ist aber alles andere als altmodisch oder angestaubt, im Gegenteil kommt das gesamte Album frisch und packend-spannend daher.
Favoriten möchte ich keine nennen, es gibt einfach keine besseren oder schlechteren Songs, sie sind alle erstklassig. Da ist definitiv kein Skip-Song dabei. Durchgängig großartig ist dieses Album, am Schluss kommt dann ein Bonus-Track, der einem dann nochmal buchstäblich den Atem raubt, so überraschend und ganz anders ist dieser als der Rest der Songs und dennoch perfekt passend als Abschluss dieses genialen Debüts.
Ganz klar gibt’s hier die Höchstnote und für mich ist das eines der Top-Alben des Jahres 2018!

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