Neue CD-Kritiken

Neue CD-Kritiken

 

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Helene Fischer oder Andrea Berg gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet darf sie behalten !!

 

05.06.2021

29.08.2021

18.12.2021

Echo Us - The Windsong Spires

Boscher, Xavier - Earthscapes

Boscher, Xavier - Firescapes

Evergrey - Escape Of The Phoenix

Deafening Opera - Driftwood

Coarbegh - Watercolours

Hartmann - 15 Pearls And Gems

Feeling Of Presence - Of Lost Illusion

Dream Theater - A View From The Top Of The World

Lindemann - Live In Moscow

Matelo Mantra - Architects Of Fantasy

Enemy Inside - Seven

Nine Skies - 5.20

Powerwolf - Call Of The Wild

Heartscore - Medusas Head

Nine Skies - Prog En Beauce

Secret Rule . Mea Culpa

Meier, Nicolas - Magnificent

Poor Genetic Material - Spring Tidings (15th Anniversary)

Virtual Symmetry - Exoverse Out Of The Shadow

Subworks - One

RPWL - God Has Failed / Live & Personal

Warkings - Revolution

Temperance - Diamanti

Saga - Symmetry

 

Wonders - The Fragments Of Wonder

Sylvan - One To Zero

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Boscher, Xavier - Earthscapes (VÖ: 09.07.2021)
Über den südfranzösischen Gitarristen Xavier Boscher aus Nizza habe ich schon massenweise Reviews geschrieben. In einer wahnsinnigen Geschwindigkeit veröffentlicht er hochklassige Alben ... erst im November 2020 erblickte das Vorgängerwerk ‘Waterscapes’ das Licht der Welt und war auch mal wieder eine Reise von Jazz über Prog bis zu genialen Melodielinien.
Nun also das neueste Werk ‘Earthscapes’, das auch wieder von vorne bis hinten begeistern kann.
Der Opener ‘Road To Happiness’ ist einer der Short-Tracks (mit knapp 4 Minuten), der schon mal sehr rockig daher kommt, im Zwischenteil aber auch einen sehr (schönen) ruhigen Part hat. Sehr cooler Einstieg. Es folgt ‘Mountain Of Spirit’, mit über 7 Minuten einer der langen Stücke mit vielen Tempowechseln und einem herrlichen Duell zwischen Gitarre und Keyboards. Immer wieder genial, wie Xavier Boscher trotz musikalischen Ausflügen in einem Song zielgenau auf die Grundmelodie zurück kommt. Ähnlich gelagert ist der folgende Song ‘Luminescent Forest’, mit knapp 9 1/2 Minuten der längste Song und für mich auch das Herzstück des Albums. Etwas getragener, langsamer als das Stück davor, aber insgesamt auch richtig genial und abwechslungsreich.
Gänsehautfeeling dann bei ‘Carnal Cocoon’, einer wunderschönen Ballade zum Dahinträumen. Neal Schon hätte es nicht besser machen können. Es folgt ‘Sanctuary Of Delight’, und hier kommt dann zum ersten Mal die akustische Gitarre zum Einsatz (und erinnert etwas an Spanien). Sehr schön.
‘Cobalt Blue Tarantula’ läutet wieder härtere Zeiten ein ... hier wird gerockt ohne Ende. ‘Field Of Sapphire’ ist dann wieder im Mid-Tempo angesiedelt und zeigt unglaublich gut, was für ein brillanter Gitarrist Xavier Boscher ist. Das Album endet mit ‘Volcania’ und nochmals fast 9 Minuten instrumentalem Gitarren-Prog.
Als Fazit kann ich nur raten das Album zu kaufen. Eines der Meisterwerke von Xavier Boscher. Wie immer gibt es das als digitalen Download oder auch als CD auf seiner Bandcamp-Seite.

Boscher, Xavier - Firescapes (VÖ: 15.11.2021)
Nach ‘Waterscapes’ (November 2020) und ‘Earthscapes’ (Juli 2021) war es ja irgendwie logisch, dass auch noch ein ‘Firescapes’ folgen wird. Und hierfür hat sich der Südfranzose Xavier Boscher gerade mal 4 Monate Zeit gelassen. Was soll ich sagen ... das Album beginnt mit dem grandiosen, fast 16-minütigen ‘Pyrotechnic’, das mich komplett wegbläst. Geradezu rockig und bombastisch, mit sensationellen Gitarren-Parts, genialer Melodie und jedem Liebhaber von E-Gitarren-Soli sollte hier das Herz aufgehen. Ich habe keine Ahnung woher der Mann diese Kreativität her nimmt, aber Xavier Boscher überrascht mich immer wieder mit Meisterwerken. Das ist wirklich musikalische Pyrotechnik. Noch einen Tacken rockiger dann das folgende ‘Lightning’ sowie ‘Chuck’s Flame Will Live Forever’, bei dem sich Xavier Boscher fast Knoten in die Finger spielt. Noch besonders herausheben möchte ich den Song ‘Au Coin Du Feu’, denn hier beweist Xavier Boscher, dass er es nicht nur auf der E-Gitarre kann sondern auch die akustische Variante mehr als beherrscht.
‘Firescapes’ ist auf jeden Fall mal wieder ein Feuerwerk instrumentaler Gitarrenmusik der Extraklasse und ich kann auch dieses Album nur jedem ans Herz legen. Und auch dieses Album gibt es wieder als digitalen Download oder als physische CD auf seiner Bandcamp-Seite.

Coarbegh - Watercolours (VÖ: 10.09.2021)
’Coarbegh’, das wissen die regelmäßigen Besucher meiner Homepage bestimmt, war ja am Anfang ein Side-Project der genialen Band Poor Genetic Material, hat sich aber im Laufe der Zeit mehr in Richtung Ambient-Music entwickelt. Und was hier PGM-Keyboarder Philipp Jaehne zusammen mit Flötistin Pia Darmstaedter (die auch ein bisschen Gesang beisteuert) mittlerweile auf die Beine gestellt haben, verdient schon mehr als Beachtung, wenn man dem musikalischen Genre offen gegenüber steht. Klar, ruhige Instrumentalmusik nur mit Keyboards und Flöte ist nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann kann man tatsächlich dem Alltag ein bisschen entschweben. Songs wie der Opener ‘Watercolors’, ‘Starriver’ oder auch ‘Through Hopeful Eyes’ wirken einfach sowas von entspannend.
Mein Highlight auf dem Album ist allerdings das 9 1/2 minütige ‘Absence Pt. 3’. Einfach wunderschön und genial.
Auch der Sound ist mal wieder exzellent geworden, was auch mal wieder am Mastering von Stephan Weber in den QuiXote Studios liegt. Mehr Infos usw. gibt es auf der Bandcamp-Seite von ‘Coarbegh’. Undbedingt mal reinhören.

Deafening Opera - Driftwood (VÖ: 17.08.2021)
’Deafening Opera’, der melodischen Prog-Band aus München, haben mich mit ihrem Vorgänger-Album ‘Let Silence Fall’ aus dem Jahr 2018 mehr als überzeugt (siehe meine Review). Mittlerweile ist Keyboarder Gérald Marie ausgestiegen (und wurde nicht wieder besetzt) und ein paar Musiker haben ihre Nachnamen gewechselt (würde ich jetzt mal behaupten). Nun machen ‘Deafening Opera’ also als Fünfer weiter und legen mit ‘Driftwood’ ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Album vor, das sich allerdings vom Vorgänger irgendwie total unterscheidet. Die härteren Parts sind völlig verschwunden, fette Gitarrenparts sucht man vergebens. ‘Driftwood’ ist dann eher ein (fast) akustisches, ruhiges und sehr melodisches Album geworden. Es dominiert Piano und akustische Gitarre, manche Songs erinnern an die Spätwerke von Fish (wobei sich die Stimmen von Fish und hier Adrian Daleore komplett unterscheiden). Es gibt reichlich Ausflüge in die Folk-Richtung (z.B. bei ‘25.000 Miles’), fast schon Swing (‘Snowman’s Meadow’), Country (‘Outlaw Feline’, ‘Farewell Kiss’). Es gibt eine richtig geile Piano-Ballade ... zumindest am Anfang des Songs (‘As Night And Day Collide’), doch was leicht Proggiges (‘Man And Machine’) und zum Schluss noch einen Song fast nur mit akustischer Gitarre (‘Little Stone’). Leider ist das Album dann nach 36 Minuten schon vorbei.
Wer ein ruhiges, fast akustisches Album für einen gemütlichen Herbstabend sucht, wird bei ‘Driftwood’ auf jeden fall fündig. Zu bestellen am Besten über die Bandcamp-Seite der Band.

Dream Theater - A View From The Top Of The World (VÖ: 22.10.2021)
Über Dream Theater zu schreiben ist Eulen nach Athen tragen. Man mag sie oder es ist einem einfach zu kompliziert. Das ist halt Prog-Metal bis zum Extremen. Außer ein paar mittelmäßigen Scheiben haben Dream Theater bisher auch immer so richtig abgeliefert. Und auch mit ‘A View From The Top Of The World’ haben sie meinen Dream Theater - Geschmack wieder voll getroffen. Der Opener ‘The Alien’ überzeugt mit 9 1/2 Minuten mal wieder mit härteren Frickel-Parts, richtig melodischen Gitarren-Momenten, dem typischen LaBrie-Gesang (er kann halt nur 5 Töne richtig gut ... ist aber nicht böse gemeint) und einem halbwegs schrägen Refrain. Bei ‘Answering The Call’ darf dann Jordan Rudess ordentlich mit dem Keyboard quietschen, bei ‘Invisible Monster’ sind mal wieder alle Prog-Trademarks von vorne bis hinten verwurstet, und und und. Das alles endet dann mal wieder in einem Überwerk, dem Titelstück mit guten 20 Minuten. Das haben sie drauf, bieten wieder das komplette Dream Theater Repertoire und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Dream Theater nichts verlernt aber auch nicht aus ihrer Komfortzone gewagt haben. Ein mehr als solides Album, genau so wie man es eben erwartet hat. Ich finde es einfach mal wieder gut.

Echo Us - The Windsong Spires (VÖ: 22.06.2021)
’The Windsong Spires’ ist meines Wissens nach das bereits sechste Album des Ex-Greyhaven-Musikers Ethan Matthews unter dem Namen ‘Echo Us’. Und wer meine Besprechungen über die letzten 5 Alben gelesen hat weiß, dass Ethan Matthews musikalisch nicht mehr in der Greyhaven Richtung unterwegs ist, sondern sich jetzt eher im elektronischen Ambient-Genre tummelt. Anleihen an Mike Oldfield oder auch Enya waren bisher die absoluten Trademarks. Und daran hat sich zum Glück auch bei ‘The Windsong Spires’ grundsätzlich nichts geändert.
Neu ist die Zusammenarbeit mit Sängerin Charlotte Engler, die wohl vor allem in der Gegend um Portland (Oregon) in einigen Bands aktiv war oder ist.
Vor allem die Songs, auf denen Charlotte Engler die Lead Vocals übernimmt (hier vor allem der Song ‘If You Can Imagine’) machen das Album zu etwas Besonderem bzw. unterscheiden sich dann doch sehr von den vorangegangenen Werken von ‘Echo Us’. Das ist dann einfach mal richtig schön. Und der Rest ... es ist Echo Us vom Feinsten. Viele Instrumentalparts, Harfe, Gitarre, Keyboard-Teppich. Und auch wenn ich es schon ein paar Mal geschrieben habe. Freunde von Mike Oldfield und Liebhaber von Ambient Music kommen hier einfach voll auf ihre Kosten. Da kann man bei Echo Us einfach nichts falsch machen. Somit heißt es auch hier: Zugreifen!
Mehr Infos gibt es natürlich auf der Homepage von Echo Us.

Enemy Inside - Seven (VÖ: 27.08.2021)
Über das Debut-Album ‘Phoenix’ aus dem Jahr 2018 habe ich ja viele warme Worte gegossen, denn für mich war das Album echt der Hammer. An der Band-Besetzung hat sich jetzt auf ‘Seven’ nichts geändert, somit kann hier auf meine Phoenix-Review verwiesen werden. Dort habe ich die Musiker mehr oder weniger schon vorgestellt (soweit mir das bekannt war).
Nun mit ‘Seven’ also der Nachfolger und die Frage, ob das wirklich hohe Niveau des Erstlingswerks gehalten werden konnte. Und ich würde mal sagen ... JA. Das Album beginnt schon sehr Enemy Insinde typisch mit dem Song ‘Crystallize’. Fetter Bass, toller Gesang, eingängiger Refrain, nettes kleines Gitarrensolo. Auch das folgende ‘Alien’ ist bombastisch angehaucht, allerdings etwas im Mid-Tempo-Bereich. ‘Release Me’ dann wieder richtig fett, gefolgt von der genialen Ballade ‘Break Through’ mit Gänsehautgarantie. Und genau in diesen Momenten kommt die wirklich geniale und gefühlvolle Stimme von Sängerin Nastassja Giulia so richtig zur Geltung.
Auf die weiteren Songs möchte ich jetzt gar nicht genauer eingehen, denn das Niveau wird einfach bis zum Schluss gehalten. Wer das erste Album gemocht hat wird auch mit ‘Seven’ seine helle Freude haben.
Zum Schluss gibt es dann auch noch (wieder) eine Cover-Version. Dieses Mal ‘Crush’ von ‘Jennifer Paige’, und das möchte ich auch mal als sehr gelungen bezeichnen.
Mit dem Kauf von ‘Seven’ macht man auf keinen Fall was falsch und man hat 42 Minuten wirklich gute Unterhaltung.

Evergrey - Escape Of The Phoenix (VÖ: 26.02.2021)
’Evergrey’, die Band um Ausnahmesänger Tom S. Englund, wurden am Anfang ihrer Karriere fälschlicherweise in die Prog-Metal-Schublade gesteckt. Das lag wahrscheinlich daran, dass sie bei Inside Out untergekommen waren, die ja eher dem Prog-Bereich zuzurechnen sind. Aber eigentlich waren Evergrey nie so richtiger Prog sondern eher eine fette Metal-Band. Aber ... und das muss ich jetzt auch mal sagen ... so richtig weiterentwickelt hat sich die Band jetzt auch nicht. Ich will jetzt nicht sagen dass es langsam langweilig wird, aber irgendwie ist dann doch ein Album wie das Andere. Und da macht jetzt auch ‘Escape Of The Phoenix’ keine wirkliche Ausnahme. Es ist halt immer die selbe Grundstimmung, mal schneller, mal langsamer. Meistens recht fett und eher düster. Einen kleinen (positiven) Ausrutscher haben sie sich dann aber doch geleistet. Denn der Song ‘Stories’ ist einfach mal so richtig genial. Vor allem das Gitarrensolo in der Mitte ... wow ... das geht runter wie Öl. Ein richtig schöner, getragener Song der einen dahinschmelzen lässt. Und mit 6 Minuten 40 dann auch noch der längste Song.
Es gibt dann auch noch ein Duett mit James LaBrie (Dream Theater) namens ‘The Beholder’. Ich hoffe der hat dafür kein Geld verlangt.
Genug gelästert ... am Ende ist ‘Escape Of The Phoenix’ ein typisches Evergrey-Album geworden. Nicht mehr und nicht weniger. Fans können somit bedenkenlos zugreifen, neue Freunde wird man damit sicher nicht gewinnen.

Feeling Of Presence - Of Lost Illusion (VÖ: 06.08.2021)
Wer meine Homepage schon eine Weile verfolgt, wird bestimmt die eine oder andere Kritik über die Bayreuther Cinematic-Prog-Band ‘Frequency Drift’ gelesen und eventuell das eine oder andere Album käuflich erworben haben. Leider gibt es diese Band wohl nicht mehr (der letzte mir bekannte Output war aus dem Jahr 2018) aber Mastermind Andreas Hack hat deswegen nicht mit der Musik aufgehört sondern eine neue ‘Band’ namens ‘Feeling Of Presence’ im Jahr 2019 gegründet. Wobei Band vielleicht der falsche Ausdruck ist, denn Andreas Hack spielt fast alle Instrumente auf dem Debut-Album ‘Of Lost Illusion’ selbst. Lediglich die E-Harfe und das Mellotron wird von Nerissa Schwarz bedient und die Drums hat Wolfgang Ostermann übernommen. Und da beide Musiker auch schon bei ‘Frequency Drift’ da bei waren, ist es auch eine kleine Reunion.
Gegenüber ‘Frequency Drift’ gibt es bei ‘Feeling Of Presence’ zwei entscheidende Unterschiede. Während bei ‘Frequency Drift’ die Sängerinnen gewechselt wurden wie bei manchen Leuten die Unterhosen, ist ‘Of Lost Illusion’ ein rein instrumentales Album geworden. Und anstatt Cinematic-Prog bezeichnet Andreas Hack die Musik nun als Instrumentalrock. Trotzdem ist das ‘Cinematic’ auch weiterhin nicht von den Hand zu weisen, denn beim Lauschen des Albums bekommt man schon einige Bilder in den Kopf. Und alleine durch E-Harfe und Mellotron kann auch die (weiterhin) Nähe zum Prog nicht verheimlicht werden. So nimmt uns Andreas Hack mit auf eine spannende musikalische Reise, auf der die akustischen, melodischen und manchmal bombastischen Parts überwiegen. Und das wird auch den Progger überzeugen. Da bin ich mir ganz sicher.
Richtig stark ist der Opener ‘A Weird Form Of Darkness’ (8 1/2 Minuten) mit vielen interessanten Wendungen, das Titelstück (sehr proggig mit viel Piano und ‘Streichern’) sowie das letzte Stück ‘Venus Transit’, das fast schon im Ambient-Genre angesiedelt ist.
Einen guten Eindruck könnt Ihr Euch auf der Bandcamp-Seite holen ... dort kann das Album dann natürlich auch erworben werden. Sehr spannendes Teil.

Hartmann - 15 Pearls And Gems (VÖ: 17.04.2020)
Schon seit geschlagenen 15 Jahren ist Ausnahmesänger (und Gitarrist) Oliver Hartmann mit seiner Band ‘Hartmann’ aktiv. (Leider) besser bekannt ist er aber durch seine Mitwirkung bei ‘At Vance’, natürlich durch seine Auftritte mit ‘Avantasia’ sowie, was viele vielleicht nicht wissen, durch die Pink Floyd Cover Band ‘Echoes’. Genannt werden muss aber auch die Akustik-Version des Serenity-Songs ‘Souls And Sins’, auf dem Oliver Hartmann einfach Gänsehaut bereitet (Bonus-Track auf dem Album ‘The Last Knight’).
Das Album ‘15 Pearls And Gems’ beinhaltet ... oh Wunder ... insgesamt 15 Songs. Davon sind 4 neu, eins neu aufgenommen. Daneben dann noch 5 Cover-Versionen sowie 5 Live-Aufnahmen.
Die 4 neuen Songs beginnen mit ‘Can’t Stop This Train’, und das ist schon mal ein genialer Melodic-Rocker vom Feinsten. Auch das folgende ‘Walking On A Thin Line’ geht ... mit mehr Geschwindigkeit ... in die selbe Richtung. Danach folgt die Ballade ‘How Does It Feel’. Das erinnert mich an die besten Zeiten von Tony Martin. Schmalzig und einfach schön. Der vierte neue Song ist dann ‘You Will Make It’, der eher im Mid-Tempo angesiedelt ist. Danach folgt der Remix von ‘Glow’ vom 2016er Album ‘Shadows & Silhouettes’
Nun die 5 Cover-Versionen. Und da gibt es doch eine recht witzige Mischung. Zuerst ‘When The Rain Begins To Fall’ im Duett mit Ina Morgan. Wer sich noch dunke erinnern kann ... im Original ein Song von Jermaine Jackson und Pia Zadora (ich glaube aus den 80ern). Das fetzt schon mal richtig gut. Danach ‘Street Cafe’ (Original von Icehouse ... auch aus den 80ern), das auch richtig gut ist. Dann wird es schon ein bisschen schwieriger, denn Billy Joel zu covern (‘I Go To Extremes’) ist schon eher frech. Aber auch hier hält sich Oliver Hartmann richtig gut. Genial dann ‘Uninvited’ (Alanis Morissette) aus meinem absoluten Lieblingsfilm ‘Stadt der Engel’ mit Gänsehautgarantie. Am Ende der Cover-Versionen dann noch ‘Fire And Water’ von Free. Nicht schlecht aber für mich Platz 5.
Und dann folgen eben noch 5 Live-Versionen von Hartmann-Songs, bei denen vor allem ‘Brothers’ zusammen mit Tobias Sammet und Sascha Paeth heraus sticht.
‘15 Pearls And Gems’ ist meiner Meinung nach ein hervorragender Einstieg in die Welt von ‘Hartmann’ und sollte in keinem CD-Regal fehlen. Am Besten direkt bei ihm auf der Homepage bestellen und den Künstler damit direkt unterstützen. Es lohnt sich.

Heartscore - Medusas Head (VÖ: 03.12.2021)
Den musikalischen Weg von ‘Heartscore’ aka Dirk Radloff verfolge ich ja schon von Anfang an auf meiner Homepage. Beginnend mit dem Erstlingswek ‘Sculptures’ aus dem Jahr 2002 bis zur Wiederveröffentlichung dieses Albums im Jahr 2020 mit dazwischen 6 weiteren Alben. Dabei hat sich Dirk Radloff im Laufe der Zeit stilistisch immer mehr von Prog-Rock zu Metal weiterentwickelt. Schon das letzte (reguläre) Album ‘Black Riders Part 2’ von 2019 war für mich ein richtiges Metal-Album und mit dem ‘neuen’ Sänger Giacomo Rossi wurde auch jemand gefunden, der dieses Genre richtig gut verkörpert.
Nun also ‘Medusa Head’ ... wieder mit Giacomo Rossi ... und wie Dirk Radloff selbst sagt ein richtiges Heavy Metal Album in der Tradition von Judas Priest, Manowar oder auch Iron Maiden. Und was soll ich sagen? Er hat recht. Schon der Opener ‘Medusa’s Head’, der auch als YouTube-Video veröffentlicht wurde ist sowas von alte Iron Maiden. Richtig cool und genau hier ist auch die Stimme von Giacomo Rossi einfach gut aufgehoben. Das kann er. Das folgende ‘King George Will Fall’ ist sowas von 80er Maiden oder auch Judas Priest. Man muss sich nur mal die Gitarren-Riffs und die Kopfstimme anhören. Und es geht gerade so weiter. ‘How Should I Make Love To You’ mit einem von ‘Heartscore’ eigentlich noch nicht bekannten Gitarrensolo, ‘Kill All The Danes’ schon fast Thrash-Metal und auch die restlichen Songs hauen in die selbe Kerbe. Nur der Track ‘Geronimo’ weicht hier ganz schön ab und ist eher im Western-Style gehalten. Witzig.
Mit ‘Medusas Head’ hat Dirk Radloff auf jeden Fall das bisher eingängigste und metallischste Album veröffentlicht und ich kann Euch, wenn Ihr auf 80er Mucke steht, das Teil einfach nur empfehlen. Mehr Infos gibt es auf der Bandcamp-Seite von Heartscore. Dort kann das Album natürlich auch erworben werden. Und wenn Ihr Glück habt, gibt es sogar noch eine der auf insgesamt 50 Stück limitierten CDs.

Lindemann - Live In Moscow (VÖ: 21.05.2021)
Dass Rammstein-Sänger Till Lindemann ein bisschen was (positiv) an der Klatsche hat, dürfte ja wohl allgemein bekannt sein. Dass er mit seinem eigenen Projekt ‘Lindemann’ am liebsten ... wie soll ich das ausdrücken ... sexuelle Randgebiete besingt, ist glaub auch kein Geheimnis. Und nun gibt es, nach 2 Studio-Alben, einen Eindruck davon, wie die Lindemann-Songs live visualisiert werden (klar ... dazu sollte man sich die DVD oder BluRay besorgen, die CD ist da eher langweilig). Und zum Glück ist da ein FSK 16 - Kleber drauf.
Offensichtlich war in Russland (wie der Name des Albums schon sagt, wurde das Konzert in Moskau aufgenommen) ziemlich viel erlaubt, denn das Word CENSORED über den Hintergrundvideos kommt nur ab und zu mal vor und mich würde interessieren, was da dann noch zensiert wurde.
Ich möchte jetzt gar nicht auf die Einzelheiten eingehen, aber die Videos zu z.B. Ladyboy, Fat oder Golden Shower sind dann wirklich eher FSK 16.
Insgesamt gibt es 17 Songs in brillanter Qualität (sowohl Bild als auch Ton) und die Band (Peter Tägtgren war da noch an der Gitarre dabei) ist echt total in Spiellaune. Richtig cooles Konzert und die Songauswahl ist eher von der ‘härteren’ Sorte.

Matelo Mantra - Architects Of Fantasy (VÖ: 12.04.2021)
Hinter dem Pseudonym / Bandnamen ‘Matelo Mantra’ steckt eigentlich der kanadische Multiinstrumentalist Mathieu Loiselle aus Montreal, der das Album ‘Architects Of Fantasy’ im Alleingang als sein Debut eingespielt hat. Ich denke bei uns hier in Deutschland ist ‘Matelo Mantra’ noch völlig unbekannt, zumindest hatte ich zuvor nie etwas darüber gehört oder gelesen. Erst durch einen Tipp von Xavier Boscher (das Album wird unter seinem Label Orfeo Lab vertrieben) bin ich darauf aufmerksam geworden. Und was soll ich sagen ... wow ... mehr fällt mir dazu fast nicht ein. Mathieu Loiselle hat mit diesem Erstlingswerk einen Meilenstein im instrumentalen Ambient-Prog geschaffen der seinesgleichen sucht. Wunderschöne Melodien, viel Piano, viel Keyboard-Teppich, manchmal Gitarren die nach Mike Oldfield klingen ... da kommt einem vor allem das Album ‘The Songs Of Distant Earth’ in den Sinn. Nur irgendwie genialer und abwechslungsreicher. Mal ruhig, mal auch ein bisschen Bombast. Für ein Instrumental-Album total inspiriert und genial. Einzelne Songs herauszuheben würde diesem Werk dann auch nicht gerecht werden. Das muss man echt am Stück hören und genießen. Sucht auf YouTube einfach unter ‘Matelo Mantra’ und macht Euch selbst ein Bild davon. Und dann ab auf die Bandcamp-Seite und das Album bestellen. Sehr genial.

Meier, Nicolas World Group - Magnificent (VÖ: Herbst 2021)
Nicolas Meier ist meiner Meinung nach einer der virtuosesten Künstler an der akustischen Gitarre und in beständiger Regelmäßigkeit veröffentlicht er einfach geniale, ruhige Alben, die zum träumen und entspannen einladen. Und nach dem genialen Werk ‘Peaceful’ aus dem Jahr 2019 gibt es nun mit ‘Magnificent’ ein weiteres Werk das unbedingt Beachtung finden sollte.
Zusammen mit Kevin Glasgow (Bass), Richard Jones (Violine) und Demi Garcia Sabat (Percussions) hat es Nicolas Meier, der diverse Gitarren bedient, mal wieder geschafft, mit seiner ‘World Group’ geniale Melodien zu erschaffen, die manchmal orientalisch angehaucht sind (z.B. der Song ‘Mesudiye’), manchmal atemberaubende Tonfolgen beinhalten (hört Euch nur mal ‘Under An Olive Tree’ an), manchmal richtig getragen und gefühlvoll sind (‘Stories From The Garden’), manchmal sogar ein bisschen dramatisch daher kommen (‘Villa Olivio’) oder einfach nur schön sind (Semur’s Bridge’). Mit ‘Magnificent’ hat Nicolas Meier auf jeden Fall mal wieder ein Meisterwerk der akustischen Gitarren-Musik geschaffen, an dem Liebhaber dieses Genres nicht vorbei kommen dürften. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage. Dort kann das Album auch bestellt werden.

Nine Skies - 5.20 (VÖ: 04.06.2021)
Über die französische Prog-Band ‘Nine Skies’ habe ich ja in meinem letzten Update ausführlich berichtet und Reviews über die bisher 2 veröffentlichten Studio-Alben ‘Return Home’ und ‘Sweetheart Grips’ geschrieben. Und ich war mehr als begeistert.
Nun gibt es mit ‘5.20’ ein neues, rein akustisches Werk mit insgesamt 10 Songs und begleitet von einem Streicher-Quartett. Aber wer jetzt denkt, das wird auf Dauer langweilig, hat sich sehr getäuscht. Schon der erste Song ‘Colourblind’ überrascht mit toller akustischer Gitarre und Saxophon.
Auch ohne in das Booklet zu schauen, wird man beim zweiten Stück ‘Wilderness’ hellhörig, denn das klingt irgendwie ganz schön nach Steve Hackett ... und siehe da ... er wurde hier als Gastmusiker gewonnen. Wobei vor allem der Gitarrenpart in der Mitte des Songs sowas von typisch für ihn ist. Das kann er halt. Akustische Gitarre, ein bisschen spanisch angereichert. Richtig schöner Song. Und gegen Ende darf dann auch noch die elektrische Gitarre (hoppla ... ich dachte das wäre ein Akustik-Album) wimmern.
Weitere Highlights auf dem Album sind auf jeden Fall ‘Golden Drops’ (tolle Instrumentierung), ‘Above The Tide’ (ganz schön viel Abwechslung in guten 4 Minuten), ‘The Old Man In The Snow’ (zusammen mit John Hackett), natürlich das geniale ‘Porcelain Hill’ (welcher Song mit Damian Wilson ist denn nicht geil? Der Song ist echt für ihn geschrieben) und das abschließende ‘Smiling Stars’, auf dem ‘Nine Skies’ nochmals einen richtig schönen Song kreiert haben.
Wer auf (meist) akustischen Prog steht, kommt an 5.20 auf jeden Fall nicht vorbei. Wunderschönes Album. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage. Unbedingt kaufen.

Nine Skies - Prog En Beauce (VÖ: 04.06.2021)
Neben dem genialen Akustik-Album ‘5.20’ (siehe oben) veröffentlicht die französische Prog-Band ‘Nine Skies’ am selben Tag auch noch ein Live-Album, aufgenommen am 26.10.2019 auf dem 7. Prog En Beauce - Festival. Und auf diesem Mitschnitt von knapp einer Stunde gibt es dann einen schönen Querschnitt über die bisher veröffentlichten Studio-Alben ‘Return Home’ und ‘Sweetheart Grips’. Und auch wenn die Aufnahmen nur besseren Bootleg-Charakter haben, zeigt es doch ganz deutlich, wie genial, abwechslungsreich und manchmal auch ‘verspielt’ die musikalische Welt von ‘Nine Skies’ ist. Da wechselt Bombast mit filigranen Parts ab, die unterschiedlichen Stimmen ergänzen sich richtig gut und die Stunde vergeht wie im Flug. Mir persönlich gefallen ja mal wieder die tollen Gitarren-Soli (z.B. bei ‘Return Home’), gepaart mit Marillion-Keyboard, wenn es insgesamt Richtung ‘Arena’ geht. Das machen sie einfach richtig gut.
Wer das Konzert auch optisch erleben will, kann das auf Youtube tun. Es wäre aber schön (und nett), wenn Ihr die Band unterstützen könntet und das Album kauft. Denn wir wollen doch alle, dass solche Perlen auch weiterhin tolle Alben veröffentlichen. Mehr Infos wie immer auf der Band-Homepage.

Poor Genetic Material - Spring Tidings 15th Anniversary Edition (VÖ: 21.05.2021)
’Spring Tidings’ war für mich (neben vielen anderen Alben) ein Meilenstein in der Geschichte von ‘Poor Genetic Material’, der Art- / Prog-Rock Band aus Deutschen Landen. Das Album, das 2006 erschienen ist, beinhaltete tolle Melodien, geniale Stimmung, sensationelle Atmosphäre und durch das Weglassen der (früheren) jazzigen Parts war der Output für mich fast perfekt.
Nach jetzt 15 Jahren kam die Band auf die Idee, das Album neu zu mischen und zu mastern, damit der Sound auf den neuesten Stand der Technik gebracht wird. Allerdings waren die (alten) Keyboard-Spuren nicht zu gebrauchen, so dass das komplett neu eingespielt werden musste. Und die Mühen haben sich mehr als gelohnt. Das Album ist (natürlich) immer noch genial weil absolut zeitlos und der Sound ist hervorragend.
Das Album selbst möchte ich jetzt nicht mehr besprechen ... hier verweise ich auf meine Review aus 2006. Und jedes Wort passt auch heute noch.
Veröffentlicht wird das Album aber nicht nur auf CD sondern auch auf farbigem Vinyl. Allerdings musste man hier gewisse Abstriche machen, denn die zeitliche Begrenzung einer LP hatte zur Folge, dass 2 Songs weggelassen werden mussten (‘Three Steps Back ...’ und ‘Blow Up’). Aber keine Angst ... wer die LP bestellt, bekommt das Album auf CD dazu. Also nix wie los und das Teil bestellen. Ich kann dazu nur eindringlich raten. Art-Rock at it’s Best ist noch leicht untertrieben. Und das am Besten direkt bei Quixote-Music.

Powerwolf - Call Of The Wild (VÖ: 16.07.2021)
Ja ich weiß, ‘Powerwolf’ haben auf einer Prog-Seite eigentlich nichts verloren. Aber meine Seite hat ja den Untertitel ‘und andere Sachen’, daher darf auch mal eine Power-Metal-Band besprochen werden.
Aber eigentlich will ich das neue Album ‘Call Of The Wild’ gar nicht so richtig besprechen, denn Powerwolf gehören nicht unbedingt zu meinen Lieblingen in dem Genre. Und ich habe von denen auch nur noch eine Best Of ... CD. Und genau jetzt kommen wir zu dem Problem. Wenn ich mir ‘Call Of The Wild’ anhöre, dann kommt mir fast bei jedem Song ein älterer Song vom Best Of Album in den Sinn. So klingt der Opener ‘Faster Than The Flame’ original nach ‘Amen & Attac’ usw. Das langweilt mich auf Dauer dann doch sehr. Außerdem ist das Album völlig überproduziert und die Gitarren außer bei den Soli überhaupt nicht zu hören. Da ist nur der orchestrale Bombast im Vordergrund, der dann auf Konzerten auch noch von Band kommt. Damit kann man mich einfach nicht hinter dem Ofen vor locken. Schade ... nix für mich. Aber wer eine geniale Power-Metal-Scheibe haben will, greift dann eher bei ‘Warkings - Revolution’ zu (siehe meine Kritik). Die sind dann auch noch 2022 zusammen mit Powerwolf auf Tour.
Die Bonus-CD der Deluxe-Version, genannt ‘Missa Cantorem’ ist dann ganz nett. Hier wurden alte Powerwolf-Heuler mit Gastvocals (von Ralf Scheepers - Primal Fear über Chris Harms - Lord Of The Lost bis Alissa White-Gluz - Arch Enemy) verwurstet. Als zweite Bonus-CD gibt es dann noch ‘Call Of Wild’ in einer Orchester-Version.

RPWL - God Has Failed / Live & Personal (VÖ: 30.04.2021)
Meine ersten Berührungspunkte mit der Freisinger Band ‘RPWL’ hatte ich eigentlich schon mit der Vorläuferband ‘Violet District’ und dem (einzigen) Album ‘Terminal Breath’. Wenn ich mich noch genau erinnere, war das wohl im Jahr 1992 oder so. Danach hat es ewig lange gedauert, bis die 3 Musiker von ‘Violet District’, nämlich Kalle Wallner (Gitarre), Chris Postl (Bass) und Yogi Lang (Gesang) zusammen mit Drummer Philipp Rissettio die Band ‘RPWL gegründet haben und im Jahr 2000 das Erstlingswerk ‘God Has Failed’ veröffentlichten.
Eigentlich sollte im November 2020, pünktlich zum 20. Geburtstag des Albums, eine groß angelegte Tour starten um das Album würdig zu feiern, doch wie wir alle wissen, war es leider Corona-bedingt nicht möglich, eine Tour zu machen.
Um das Album trotzdem gebührend zu feiern, hat man sich einfach entschlossen, ein Live-Konzert ohne Zuschauer zu machen und das dann auch noch mit großem Aufwand zu filmen.
Herausgekommen ist nun ‘God Has Failed Live & Personal’, das in nicht wenigen unterschiedlichen Formen auf den Markt gekommen ist. Digital und physisch als Album, als Doppel-Vinyl (mit 2 zusätzlichen Songs, nämlich ‘Cymbaline’ und ‘Fat Old Sun’ ... Pink Floyd Cover-Versionen von 2000 bzw. 2001) sowie als BluRay bzw. DVD (mit 3 Extra-Filmen mit Diskussionsrunden mit den Original-Musikern und der aktuellen Besetzung sowie der Listening-Session).
Ich habe (leider) nur das physische Album vorliegen, daher kann ich über die visuelle Umsetzung wenig sagen. Allerdings habe ich gehört, dass man beim Zuschauen denken könnte, RPWL stehen im Wohnzimmer. Und das klingt ja auf jeden Fall ‘Personal’.
Über das Album selbst möchte ich gar nicht viele Worte verschwenden. Auch wenn es das Erstlingswerk der Band war und man damals noch als ‘ehemalige Pink Floyd Cover-Band’ damit auch die Nähe zu der Band aus Cambridge nicht verheimlichen kann, möchte ich ‘God Has Failed’ trotzdem oder vielleicht auch deswegen als Meisterwerk der Band bezeichnen. Da sind so viele geniale, gefühlvolle Songs drauf. Und der Sound wurde einfach perfekt in die heutige Zeit transportiert. Genialer Mix.
Veröffentlicht bei Gentle Art Of Music. Mehr Infor über die Band auf der Homepage.

Saga - Symmetry (VÖ: 12.03.2021)
Als die kanadischen AOR / Prog-Götter Saga angekündigt hatten, mit ‘Symmetry’ ein neues Album zu veröffentlichen, waren die Jubelschreie groß. Gab es doch eigentlich die Auskunft, dass Saga Geschichte sind und nichts Neues mehr kommt.
Ein bisschen Enttäuschung gab es dann schon als bekannt wurde, dass es sich bei ‘Symmetry’ um ein Akustik-Album handelt, waren Saga doch eigentlich immer durch Bombast bekannt. Und es stellt sich halt auch echt die Frage, ob Saga-Songs im akustischen Gewand überhaupt funktionieren. Und ich würde jetzt persönlich mal sagen ... bedingt.
Schön finde ich auf jeden Fall, dass hier nicht nur der ‘Strom abgeschaltet’ wurde sondern auch so interessante Instrumente wie Mandoline, Banjo oder auch Akkordeon zum Einsatz kommen. Und es gibt auch noch 3 Gast-Streicher (Fiddle und 2x Cello). Von daher schon mal ein Daumen hoch.
Die Song-Auswahl finde ich tatsächlich eher bescheiden. Ich hätte mir da viel mehr ‘alte Heuler’ gewünscht, die auf Konzerten immer das Highlight sind. Aber gut, so kommen wir nun in den Genuss von eigentlich völlig unbekannten oder vergessenen Songs wie ‘Pitchman’, ‘Say Goodbye To Hollywood’ oder auch ‘La Foret Harmoniseuse’. Aber natürlich sind mit ‘Wind Him Up’, ‘No Regrets’ oder auch ‘Tired World’ ein paar richtig geniale Songs drauf. Und es gibt auch noch 2 zusammengebastelte Medleys die ganz witzig sind.
Ich weiß auch nicht ... aber für mich ist das jetzt alles nicht so der Brüller. Aber vielleicht habe ich auch einfach vorab zu viel erwartet. Richtig schlecht ist es nicht, aber auf Dauer wird das Album dann doch im Regal verstauben.

Secret Rule - Mea Culpa (VÖ: 03.06.2021)
Die italienische Metal-Band ‘Secret Rule’ aus Rom habe ich 2018 im Rahmen der Symphonic Metal Nights im Vorprogramm von ‘Serenity’ kennen gelernt. Schon damals habe ich mir gedacht, dass ‘Symphonic Metal’ nicht ganz zu ‘Secret Rule’ passt. Und die folgenden Alben ‘The 7 Endless’ sowie ‘Against’ (aus 2019 bzw. 2020) haben diesen Eindruck auch bestärkt. Ich würde die Band eher im Modern Metal Genre ansiedeln.
In fleißiger Regelmäßigkeit veröffentlichen ‘Secret Rule’ Alben und in der Corona Zeit wurde zwischendurch dann auch noch ein Cover-Album als Download den Fans zur Verfügung gestellt.
Nun also ein weiterer Output in Form eines neuen Studio-Albums namens ‘Mea Culpa’. Und das beginnt schon mal mit dem Opener ‘Blunder’ in typischer Manier. Fetter Song mit eingängigem Refrain der nicht mehr aus dem Kopf geht. Ein toller Einstieg. Das folgende ‘A New War’ beginnt dann mit einem bösen Growl, wird dann aber nicht wirklich böse, ist aber eines der härtesten Stücke des Albums und sehr abwechslungsreich mit nettem Gitarrensolo in der Mitte.
Eher im Mid-Tempo angesiedelt dann ‘Black Swan’, danach das sozialkritische ‘Born This Way’ (geil), gefolgt von einer schönen Bombast-Ballade (‘Whore’). Wow ... sehr genial.
Auf die restlichen Songs möchte ich jetzt gar nicht näher eingehen, denn es kommt kein Durchhänger oder Ausfall mehr. Wer auf Modern Metal mit weiblichem Gesang steht, kommt an Secret Rule eh nicht vorbei. Mehr Infos wie immer auf der Band-Homepage.

Subworks - One (VÖ: 05.11.2021)
Als unabhängiger Betreiber meiner Homepage freue ich mich ja immer, wenn ich bisher nicht in Erscheinung getretene Musiker oder Bands hier vorstellen kann, die vielleicht (noch) nicht bei größeren Magazinen eine Chance haben.
Heute ist es mal wieder so weit und ich darf Euch ‘Subworks’ vorstellen. ‘Subworks’ ist ein Projekt (?) von Dennis Eilert, der eigentlich Kopf der Jazz Rock Fusion Band ‘Subjam’ ist und sich mit ‘One’ jetzt als praktisch Solo-Künstler verwirklicht hat. Praktisch Solo-Künstler deshalb, weil er fast alle Instrumente selbst eingespielt hat (lediglich auf 2 Songs wird er durch seinen Bruder Andy Eilert am Bass unterstützt).
Herausgekommen ist ein recht rockiges, rein instrumentales, gitarrenlastiges Album, das aber die Wurzeln im Jazz / Fusion nicht ganz verschweigen kann. Es beginnt mit dem für mich eingängigsten, straighten Rocker ‘Nightride’, von dem es auch ein You-Tube Video gibt (einfach mal nach Subworks Nightride suchen). Man merkt auf jeden Fall, dass Dennis Eilert die Gitarre mehr als beherrscht und nicht den Fehler wie andere Gitarristen mit Solo-Werken macht und einfach nur den Gitarrenhals rauf und runter zu schreddern um zu zeigen wie schnell und kompliziert man sein kann. Nein ... vor allem bei ‘Nightride’ steht die (schöne) Melodie im Vordergrund und er kommt trotz einiger kleinen Ausflüge immer wieder auf das Grund-Thema zurück.
Beim folgenden ‘Funkytear’ ist der Name eigentlich schon Programm, denn es wird tatsächlich leicht funky. ‘St. Beaver’ geht ein bisschen in die jazzige Richtung (aber ohne unangenehm zu werden, denn eigentlich kann ich mit Jazz nicht wirklich viel anfangen), ‘Getting Started’ ist ein wenig proggig angehaucht, ‘Loopy’ eine Mischung aus den 2 vorangegangenen Songs. Und mit ‘Hook It Up’ endet das Album wieder eher funkig.
Dennis Eilert liefert mit ‘One’ ein sehr interessantes und auch abwechslungsreiches Gitarren-Album ab, das auf insgesamt 36 Minuten richtig unterhaltsam ist. Im Moment gibt es das Album z.B. auf Amazon als MP3 Download. Es soll wohl aber auch bald eine physische CD zum erwerben geben.

Sylvan - One To Zero (VÖ: 28.05.2021)
’Sylvan’ aus Hamburg waren bis zum Album ‘Force Of Gravity’ aus dem Jahr 2009 mit insgesamt 7 Reviews auf meiner Homepage vertreten. Es fehlte nur das Erstlingswerk ‘Deliverance’ (keine Ahnung warum) sowie die 2 noch nach ‘Force Of Gravity’ veröffentlichten Alben ‘Sceneries’ (2012) und ‘Home’ (2015). Ganz ehrlich wurde die Band für mich uninteressant, nachdem sie irgendwie nicht mit meiner Kritik umgehen konnte. Noch betreibe ich meine Seite hier unabhängig, nicht kommerziell und schreibe was ich denke. Und damit sollte man als Musiker dann eben auch zurecht kommen. Hat nicht so geklappt. Naja ... ich bin mittlerweile altersmilde gestimmt und schreibe ein paar Worte zum neuesten Output ‘One To Zero’, der bei Gentle Art Of Music veröffentlicht wurde. Nicht verwunderlich also dass das Album dann auch in den Farm Studios von Kalle Wallner und Yogi Lang produziert wurde. Der Mix stammt von Yogi Lang. Und das bedeutet schon mal glasklarer, moderner Sound.
‘Sylvan’ konnte ich in den letzten 20 Jahren irgendwie nie so recht einordnen. Mal war es genialer Prog (hier vor allem das absolute Über-Album ‘Artificial Paradise’ aus dem Jahr 2002), mal war es mir aber dann auch wieder ein bisschen zu poppig.
‘One To Zero’ ist ein Konzeptalbum und es wird über die 10 Songs die Autobiographie einer künstlichen Intelligenz aus ihrer eigenen Perspektive erzählt. So beginnt das Album mit dem Song ‘Bit By Bit’, zuerst mit einem Rauschen, dann sehr orchestral (könnte fast Filmmusik von einem Endzeit-Movie stammen) um danach eigentlich zu einem typischen Sylvan-Song zu mutieren, der die ersten zwei Minuten rein instrumental ist, dann in Sprechgesang mündet, ganz langsam Bombast aufbaut, um nach gut 4 Minuten zu einem ‘richtigen’ Song wird. Somit 1:0 für Prog.
Der zweite Song ‘Encoded At Heart’ beginnt sehr zart nur mit Gesang und Piano ohne aber in Kitsch zu verfallen. Und wenn dann nach 1 1/2 Minuten die Rhythmus-Gruppe mit einsetzt, wird es ein richtig schöner Mid-Tempo-Song, der dann auch noch in Bombast und ewigem Gitarren-Solo endet. Hey ... 2:0 für Prog. ‘Start Of Your Live’ beginnt dann erstaunlich rockig, ist mir in Melodie und Refrain dann doch etwas zu ‘profan’ um als Prog durchzugehen. 2:1. ‘Unleashed Power’, alleine schon mal wegen der Länge von 7 1/2 Minuten für mich sehr interessant, hält leider nicht was die Länge verspricht. Zwar ein schöner, ruhiger Song, aber für mich irgendwie zu lang(weilig). Das ändert sich dann schlagartig mit ‘Trust In Yourself’, das zwar auch eher im Mid-Tempo angesiedelt ist, aber trotzdem ein paar schöne, überraschende und bombastische Parts bietet. Und hier sehe auch auch irgendwie einen Schnitt in dem Album. Wunderschön der Streicher-Einsatz von Katja Flintsch, herrlich die verzerrte Gitarre gegen Ende des Songs. ‘On My Odyssey’ ist dann auch viel elektronischer als alle Songs davor und die weiblichen Back Vocals von Bine Heller kommen viel mehr zum Vorschein. Auch die Gitarre kommt endlich mal wieder so richtig zum Einsatz. Hmm wo waren wir eigentlich? Es gab ein Unentschieden ... daher 4:1 für Prog. Und das erhöht sich mit ‘Part Of Me’ (über 9 Minuten) auf 5:1. Interessanter Song mit einer tollen Steigerung in der Mitte und gegen Ende ... plus langem Gitarrensolo. ‘Worlds Apart’ lässt dann Pop auf 5:2 verkürzen aber Prog ist jetzt uneinholbar in Front. Denn es folgen nur noch 2 Songs. ‘Go Viral’, zuerst sehr elektronisch aber im Refrain dann doch sehr fett gemacht (6:2) und dann ... tja ... der Abschluss mit ‘Not A Goodbye’ und über 10 Minuten mit spannenden Breaks, tollen Gitarren, teilweise fetzigem Rhythmus und einem Ende, das dann wohl gleichzeitig ein neuer Anfang ist ... denn es kommt wieder das Rauschen von ‘Bit By Bit’. Somit gewinnt Prog ganz locker mit 7:2 gegen Pop und ‘Sylvan’ sind eindeutig mal wieder in der Spur, auch wenn ‘One To Zero’ nicht an das Überwerk ‘Artificial Paradise’ ran kommt.

Temperance - Diamanti (VÖ:19.11.2021)
’Temperance’ möchte ich mal zweifellos als meine Lieblings-Italiener bezeichnen. Bekannt geworden über die ‘Symphonic Metal Nights’ zusammen mit Serenity, Dragony und Visions Of Atlantis (teilweise auch mit Sleeping Romance und Alight) haben sie sich in den letzten Jahren einen großen Fan-Kreis zusammengesammelt. Und das liegt nicht nur an der (für mich) genialen Musik sondern auch dadurch, dass die Musiker Michele Guaitoli (Vocals, Keyboards), Alessia Scoletti (Vocals), Marco Pastorino (Vocals, Gitarre), Luca Negro (Bass) sowie Alfonso Mocerino (Drums) einfach ganz nette Leute sind. Nach den Konzerten immer für ein Gespräch zu haben und sie nehmen sich dafür wirklich Zeit.
Nachdem Anfang des Jahres das Album ‘Viridian’ veröffentlicht wurde, haben die Jungs und das Mädel die (fast) konzertfreie Zeit genutzt, um mit ‘Diamanti’ am Ende des Jahre noch ein weiteres Studio-Album auf den Markt zu werfen. Dazwischen gab es dann auch noch ein Akustik-Album namens ‘Melodies Of Green And Blue’.
Vom Symphonic Metal haben sich ‘Temperance’ ja bereits schon beim Vorgänger ‘Viridian’ mehr oder weniger verabschiedet und fischen jetzt mehr im Melodic-Metal-Bereich. Aber für mich eigentlich die richtige Entscheidung, sich einfach von den anderen Bands mit (auch) weiblichem Gesang abzugrenzen.
‘Diamanti’ beginnt mit dem genialen Opener ‘Pure Life Unfolds’, Und hier wird konsequent fortgesetzt, was mit ‘Viridian’ begonnen wurde. Fast 3 gleichberechtigte Stimmen, wobei Michele und Alessia für die melodischen Momente zuständig sind, während Marco eher dann den härteren Part übernimmt. Coller Song mit genialem Refrain. Auch das folgende ‘Breaking The Rules Of Heavy Metal’ geht in die selbe Richtung, ist aber, wie der Name schon vermuten lässt, noch ein bisschen schneller angelegt.
Danach, ich will es gar nicht sagen, kommt ein Song (das Titelstück), der es eigentlich verdient hätte, ständig im Radio rauf und runter zu laufen. Fast ein bisschen zu cheesy ... vor allem der italienische Refrain ist dann schon was richtig Besonderes (die Songs gibt es auf YouTube und Spotify übrigens auch noch in anderen Sprachen, z.B. auf Deutsch oder Französisch). Würden ‘Temperance’ mit dem Song zum ESC gehen, hätten sie wahrscheinlich Chancen zu gewinnen. Einfach nur genial ... und nicht nur weil ich die italienische Sprache so mag.
‘Black Is My Heart’ geht dann wieder voll auf die Zwölf, ‘Litany Of The Northern Lights’ ist leicht folkig angehaucht, ‘You Only Live Once’ hätte auch auf einem Rhapsody Of Fire - Album drauf sein können. Alles einfach auf höchstem Niveau und sehr abwechslungsreich.
‘The Night Before The End’ sticht für mich nochmals besonders heraus. Bombastisch, geniale Melodie, harte Parts, ruhige Parts nur mit Piano, einfach 7 Minuten Brillanz. Danach die grandiose Ballade ‘Fairy Tales For The Stars’, die nicht mehr aus dem Ohr geht. Da werden bei Konzerten die Feuerzeuge gezückt.
Der absolute Rocker kommt dann mit ‘Let’s Get Started’ ... witzig und für Temperance eher außergewöhnlich. Am Schluss dann noch ‘Follow Me’, das auf über 6 Minuten nochmals zeigt, was Temperance für ein Händchen für geniale Melodien haben. Vor allem der mehrstimmige A Capella - Gesang in der Mitte des Songs gibt nochmal Gänsehaut pur.
Fazit: Mit ‘Diamanti’ haben ‘Temperance’ ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Muss man haben.

Virtual Symmetry - Exoverse Out Of The Shadow (VÖ: 30.06.2021)
‘Virtual Symmetry’ aus der italienischen Schweiz sind für mich eine der besten Prog-Metal-Bands überhaupt und musikalisch fast gleichzusetzen mit den ‘Übervätern’ ‘Dream Theater’, bei denen sie auch schon mal im Vorprogramm aufgetreten sind.
‘Exoverse Out Of The Shadow’ ist eine Live-Aufnahme eines Konzertes vom 24. Oktober 2020 aus dem Cinema Multisala & Teatro Plaza in Mendrisio (Schweiz) und hier wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um während der Corona Krise ein monumentales Werk darzubieten und hinterher zu veröffentlichen. Neben den Band-Mitgliedern Marco Pastorino (Vocals), Valerio Aesir Villa (Gitarre), Mark Bravi (Keyboards), Alessandro Poppale (Bass) und Alfonso Mocerino (Drums) wurden noch ein paar Streicher organisiert, Ruben Paganelli am Saxophon ist wieder dabei und die mehr als brillante Jennifer Vargas hat den weiblichen Gesang übernommen.
Ich habe mir die handsignierte, fette Box im LP-Format mit 2 CDs, BluRay (mit dem kompletten Konzert) sowie DVD (Documentary des letzten Studio-Albums plus Video Clips) gegönnt und der Kauf hat sich (trotz 12 Euro Zoll wegen Sendung aus der Schweiz) mehr als gelohnt. Nachdem ich das Konzert schon als Live-Stream auf YouTube genießen konnte, ist das hier jetzt noch eine Klasse höher. Nicht nur dass die Band merklich Spaß daran hatten, in so einer schwierigen Zeit sowas auf die Beine zu stellen ... nein, das Konzert zeigt einfach die ganze Klasse der Band und dass sie sich vor dem Klassenprimus ‘Dream Theater’ überhaupt nicht verstecken müssen. Das ist alles so dermaßen perfekt und genial und auch ein toller Querschnitt des ganzen musikalischen Schaffens der Band, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf dem letzten Studiooutput ‘Exoverse’ gelegen hat.
Prog-Metal-Freunde und vor allem Freunde von DT müssen hier zugreifen. Es ist einfach der Hammer und so schade, dass die Band unter ihren Möglichkeiten in den einschlägigen Kreisen bekannt ist. Also ... auf die Band-Homepage gehen und das Teil bestellen.

Warkings - Revolution (VÖ: 20.08.2021)
‘
Warkings’ aus Valhalla :-) hatten mit ihrem Debut-Album 'Reborn' (2018) die Power-Metal-Gemeinde schon ziemlich aufgemischt. Touren im Vorprogramm von ‘Amaranthe’, ‘Mob Rules’ oder auch ‘Majesty’ waren dann ein großer Erfolg und sie haben die Hauptacts ... das kann ich aus eigener Erfahrung sagen ... zum Teil an die Wand gespielt. ‘Warkings’ waren auf dem besten Weg, zur Speerspitze des Power Metal aufzusteigen. Leider kam dann die Corona Krise dazwischen und der Bekanntheitsgrad konnte nicht gesteigert werden.
Trotzdem wurde dann 2020 das zweite Album 'Revenge' veröffentlicht aber leider nie live vorgestellt.
In der Hoffnung, dass es 2021 insgesamt besser wird, gibt es nun den dritten Output 'Revolution'. Und was soll ich sagen, das Album rockt von vorne bis hinten. Erste Auftritte auf Festivals (u.a. als Headliner beim Innrock Reloaded in Österreich, oder auch beim Metal On The Hill in Graz) lassen hoffen, dass 'Revolution' durch die Decke geht. Die neuen Songs kamen bei den Fans richtig gut an und die Show (zumindest beim Innrock, da war ich selbst) war grandios.
Das neue Album selbst strotzt nur so von Power Metal Hymnen. Sei es der Opener 'We Are The Fire', sei es 'Fight' (Kenner der 'leichteren Musik' werden die Reminiszenz an 'Bella Ciao' erkennen), sei es das bärenstarke 'Spartacus' (mit Gast-Vocals von Chris Harms - Lord Of The Lost), sei es 'Kill For The King' oder oder oder ... eingängiger und genialer kann Power Metal nicht sein. Alle 10 Songs gehen runter wie Öl und bleiben im Gehirn kleben wie Uhu.
Warkings haben mit 'Revolution' ein Power Metal Meisterwerk geschaffen und ich kann nur hoffen, dass die Jungs den Erfolg bekommen den sie verdienen. Dazu gehören natürlich Konzerte, Konzerte und nochmals Konzerte. Von mir kann es hier nur eine klare Kaufempfehlung geben.
Warkings Rocks ... so auch der Link zur Homepage. Einfach mal vorbei schauen und ein paar Videos genießen.

Wonders - The Fragments Of Wonder (VÖ: 12.11.2021)
Was die beiden Lunesu-Brüder Pietro Paolo (Gitarre) und Giorgio (Drums ... beide auch bei Even Flow) zusammen mit Bob Katsionis (Keyboards, Ex-Firewind, Ex-Serious Black), Luca Negro (Bass, Temperance) und vor allem Sänger Marco Pastorino (Temperance, Virtual Symmetry) mit ‘The Fragments Of Wonder’ unter dem Namen ‘Wonders’ veröffentlicht haben, möchte ich jetzt einfach mal als die Melodic-Metal-Scheibe des Jahres 2021 bezeichnen. Nicht nur der Sound ist amtlich (gemixt von Bob Katsionis) sondern vor allem die Songs (geschrieben von Pietro Paolo Lunesu und Marco Pastorino) gehen einfach runter wie Öl.
Schon der Opener ‘Good & Bad’ glänzt durch ordentliche Geschwindigkeit, Double-Bass-Drums und einer einfach nur genialen und eingängigen Melodie. Einmal gehört ... nicht mehr aus dem Ohr zu bekommen. Auch der folgende Song ‘Pretender’ - für mich das absolute Highlight des Albums und einfach mal als perfekt zu bezeichnen - geht sowas von nicht mehr aus dem Kopf. Für mich einer der Songs des Jahres. Und vor allem hier zeigt Sänger Marco Pastorino seine Vielseitigkeit. Gefühlvoll, hart ... er kann einfach alles (und ohne zu übertreiben). Der Refrain von einem anderen Stern. Echt. Das brennt sich sowas von ins Gehirn.
Weitere Highlights für mich ‘Beyond Redemption’, ‘Freedom’, ‘Where The Sun Doesn’t Shine’ und natürlich das Titelstück. Ach ... eigentlich könnte ich jeden Song jetzt hier nennen, denn einen Ausfall oder Lückenbüßer gibt es einfach nicht.
Wer auf Melodic Metal steht, kommt an diesem Album einfach nicht vorbei. Unbedingt rein hören und dann kaufen. Was besseres kommt aus diesem Genre wahrscheinlich in nächster Zeit nicht mehr.

BuiltWithNOF
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